Dienstag, 25. Oktober 2011

Peter Murphy (Bauhaus), Paris, 20.10.11

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Konzert: Peter Murphy (Bauhaus)
Ort: La Flèche d'or
Datum: 20.10.2011
Zuschauer: 350-400
Konzertdauer: etwa 75 Minuten


Der Gig von Peter Murphy in der Pariser Flèche d'or: ein Konzert für Nachtschattengewächse, fleischfressende Pflanzen, Vampire und Grufties. Hierzu eingeladen hatte mich meine Freundin Uschi, die eigentlich nicht sonderlich gothisch drauf ist und am liebsten Evan Dando und die Lemonheads mag. Da sie genau wie ich aber schon etwas betagter ist (40 +), kannte sie aus ihrer Jugend noch Bauhaus und vor allem den Hit aus den frühen 80 er Jahren She's In Parties. Lange ist's her und die Jahre sind auch an Peter Murphy nicht ganz spurlos vorbeigegangen. Der nach wie vor schlanke Mann mit den feinen Gesichtszügen hat inzwischen eine klitzekleine Plauze mit sich rumzutragen, ist aber immer noch sehr beweglich, agil und wahnsinnig charismatisch. Ein eleganter Herr mit Stil und famoser Baritonstimme, der zusammen mit seiner Band gegen 21 Uhr 30 die Bühne der Flèche d'or bestieg.

Zuvor war aber in Paris an anderen Schauplätzen auch noch so einiges geboten und so hatte ich mir als ehrgeiziges Ziel gesetzt, gleich drei Konzerte hintereinander zu sehen. Meine Pläne scheiterten kläglich, denn zum auf 19 Uhr angesetzten Showcase des Singer/Songwriters Joseph Arthur im schönen Fargo- Store kam ich zu spät und mir verblieb nur noch die Möglichkeit, ein Erinnerungsfoto des großgewachsenen und etwas derangiert wirkenden Burschen zu schießen. Ich hetzte also weiter quer durch die Stadt des Lichts und kam erneut erst nach der Schlacht an. In der schicken Modeboutique Irakli hatte die Kandierin Erin Lang eine kurzes Konzert (20 Uhr bis 20 Uhr 30) gegeben, von dem ich keinen einzigen Song mehr mitbekam. Man bot mir zum Trost aber immerhin gratis Champagner (den ich annahm) und einen verlockend aussehenden Schokokuchen (den ich ablehnte, weil ich zu fett bin) an. Außerdem hatte ich noch die Gelegenheit, ein wenig mit der sehr liebenswürdigen Erin zu plaudern und sie in ihrem geliehenen Designerfummel abzulichten. Dann zog ich per Metro weiter und kam zum Konzert von Peter Murphy... zu spät! Ich wollte alles und bekam fast nichts! Statt drei Konzerten hintereinander, bekam ich an jenem 20. Oktober nur ein halbes geboten. Bravo, gut gemacht, Ollie!

Immerhin konnte ich dem restlichen Gig von Meter Murphy aber so einiges abgewinnen. Der Sound war herrlich melancholisch und düster und die Bühnenpräsenz des in die Jahre gekommenen Sängers nach wie vor beeindruckend. Immer wieder suchte er den Kontakt zum Publikum, sah die Leute in den ersten Reihe stechenden Blickes an und drehte wie ein stolzer Gockel seine Runden. Stimmlich fand ich ihn absolut in Ordnung, obwohl er selbst sich später beim Publikum für sein heiseres Kehlchen entschuldigte.

Gespielt wurde nahezu auschließlich sein Solowerk, das ich nicht die Spur kannte. Für mich klang das relativ stark nach Killing Joke und den Sisters Of Mercy, aber auch nach den Einstürzenden Neubauten und anderen schwarzen Zeitgenossen. Allerdings waren die Stücke deutlich weniger depressiv und abstoßend, als man das hätte vermuten können. Manchmal war da Ganze fast poppig und ziemlich eingängig, vor allem wenn die Sachen des neuen Albums Ninth performt wurden.

Es war also nicht nur etwas für die gothischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern auch für den "normalen" Indiemusikhörer geboten. Sehr schön auch der Einsatz der betörenden Geige, die der Geschichte Melancholie und Zartheit verlieh.

Schade insofern, daß schon relativ bald Schluß war und ich nur gut 30 Minuten des Konzertes gesehen hatte. Wegen seiner stimmlichen Probleme kürzte Peter auch den auch noch einmal etwa 10-15 Minuten dauernden Zugabenteil und verschwand in der Garderobe, freilich nicht ohne vorher den begeisterten Vampiren in den ersten Reihen die Hände geschüttelt zu haben.

Ein starker Typ dieser Peter Murphy. Danke nochmal an Uschi!

Setlist Peter Murphy, La Flèche d'or, Paris:

01: Velocity Bird
02: Peace To Each
03: Memory Go
04: I Spit Roses
05: Disappearing
06: Silent Hedges (Bauhaus)
07: Subway
08: Gaslit
09: Hurt (Ninch Inch Nails)
10: I'll Fall With Your Knife
11: All Night Long
12: His Circle And Hers Meet
(13: In The Flat Field)
14: The Prince And Old Lady
15: Uneven & Brittle

16: A Strange Kind Of Love
17: Huuvola





Konzerttip: Peter Murphy am 25. Oktober im Hamburger Knust! Vorher war er bereits in der Münchner Theaterfabrik und im Berliner Postbahnhof. Wer war dabei und schildert kurz seine Eindrücke?



Sonntag, 23. Oktober 2011

Alamo Race Track u.a., Paris, 21.10.11

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Konzert: Alamo Race Track & Mesparrow & Inga Liljeström (Oh Tiger Mountain)
Ort: Les Trois Baudets
Datum: 21.10.2011
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: Alamo: 48 Minuten


Großartiges, absolut euphorisierendes Konzert der Holländer Alamo Race Track! Den Damen Inga Liljeström und Mesparrow kann man aber auch ruhig einmal ein Ohr schenken. Oh! Tiger Mountain habe ich leider verpasst.

Demnächst mehr Bericht. Gute Nacht!

So, jetzt also mal etwas ausführlicher.

Alamo Race Track liebe ich von ganzem Herzen. Deshalb war klar, daß ich ihr Konzert im eigentlich auf französischen Chanson spezialisierten Saal Les Trois Baudets nicht verpassen durfte. Man musste als Fan allerdings eine Menge Geduld aufbringen, denn die Alamos kamen erst um 23 Uhr 20 auf die Bühne, nachdem zuvor bereits drei Acts aufgetreten waren. Acts, die eher getragen musizierten und bisweilen einschläfernd (Inga Liljeström, recht schön, aber auch stark narkoleptisch)) wirkten. Der ungemein frische und flotte Sixties-Sound der Holländer war somit ideal, um noch einmal so richtig wachgerüttelt zu werden.

Die Amsterdamer präsentierten sich als Sextett in neuer Bandbesetzung. Der alte Bassist war nicht mehr dabei und wurde von einem Lockenkopf gut verteten und ein Keyboarder und ein Vibraphonspieler vergrößerten heute die Band. Neue Besen kehren gut! Das Sprichwort sollte sich als wahr erweisen, zumal Sänger und Gitarrist Ralph Mulder noch dabei ist und eh die treibende Kraft hinter dem Projekt ist. Seine markante Retro- Stimme (man denkt unweigerlich an die Beatles und die Kinks) drückt der ganzen Sache seinen unverwechselbaren Stempel auf. Aber auch die anderen Musiker sind sehr wichtig für den typischen Sound der Holländer. An erster Stelle ist da der Drummer Robin Buijs zu nennen, ein junger, unverschämt gut aussehender Blondschopf mit langer Mähne, der den Vorgänger inzwischen sehr gut ersetzt und auch heute wieder mit wahnsinnig viel Dampf und unbändiger Spielfreude glänzte. An zweiter Stelle muss unbedingt der zur Startformation gehörende Gitarrist Leonard Lucieer genannt werden. Seine melodischen Riffs trugen maßgeblich zum berauschenden Sound bei und wenn er Pedal-Steel spielte, nahm das Ganze leicht countryeske Züge an.

Performt wurden im ganz überwiegenden Maße Lieder des neuen Albums Unicorn Loves Dear. Ein absolutes Meisterwerk, das auch in der Livedarbietung perlende Ohrwürmer zu bieten hatte. Nach dem glänzenden Vorgänger Black Cat John Brown ist es den Niederländern erneut gelungen, hochmelodische, geradezu süchtig machende Popsongs aus dem Ärmel zu schütteln. Bereits der Opener Lindy Hop begeisterte mit dem alamotypischen zackigen, Trippelrhythmus, den packenden Chorgesängen und einem unwiderstehlichen Lalala-Singalong. Apples setzte noch einen obendrauf, polterte putzmunter drauflos und brillierte durch den mutmachenden Refrain: "we got hope for the future." Mein abolsuter Favorit war aber das nun folgende The Moon Rides High. Der Song hat eine solch famose Melodie und einen solch unwiderstehlichen Charme, das man das Gefühl hatte, die Beatles noch einmal live zu erleben. Ich platzte fast vor Begeisterung!

Das hohe Anfangsniveau wurde in der Folge spielerisch leicht gehalten und die Band spielte sich in einen regelrechten Rausch. Die Nervosität war nun verflogen, jetzt dominierte Spielfreude pur. Jedes einzelne Lied war ein Kracher. Den Oberknüller hatten sich die Amsterdamer jedoch für den Schluß aufgehoben. Das alte Stück The Northern Territory kam in neuem Gewande daher und war anfänglich schwer zu erkennen. Dann aber setzten bekannte Liedpassagen ein ("I step back in the garden") und jeder wußte nun, was gespielt wird. Die neue Version war diabolisch gut und ich würde bares Geld dafür zahlen, wenn mir jemand den Livetrack in bester Soundquläität zur Verfügung stellen könnte.

Wieder einmal hatten Alamo Race Track bewiesen, daß sie eine sträflich unterschätzte Indieband sind, die eigentlich größere Locations verdient hätte.

Setlist Alamo Race Track, Les Trois Baudets, Paris:

01: Lindy Hop
02: Apples
03: The Moon Rides High
04: Records
05: Black Cat John Brown
06: Shake Off The Leaves
07: Motorman And Owls
08: Hypnotised
09: The Norther Territory








Aus unserem Archiv:

Alamo Race Track, Köln, 01.07.11
Alamo Race Track, Paris, 11.02.11
Alamo Race Track, Haldern, 09.08.08
Alamo Race Track, Paris, 25.10.07
Alamo Race Track, Paris, 24.01.07

Inga Liljestrom, Paris, 27.09.10
Inga Liljestrom, Paris, 12.06.10




Maia Vidal (ex Your Kid Sister) & Erin Lang, Paris, 19.10.11

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Konzert: Maia Vidal (ex Your Kid Sister) & Erin Lang, Mon Petit Club # 10
Ort: L'International, Paris
Datum: 19.10.11
Zuschauer: 150 oder so


Wunderbarer Konzertabend von beiden Künstlerinnen. Maia Vidal feierte zudem ihren ersten Album Relase ihres Debüts God Is My Bike. Ein absolut fantastisches Album, daß auch in der Livedarbietung zu überzeugen wusste.

Zur Umsetzung benötigte die zuckersüße Maia gleich zwei männliche Multiinstrumentalisten. Der Franzose Simon Beaumont spielte Gitarre, Trompete, Autoharp und Glockenspiel, der Spanier Giuliano Gius Cobelli Schlagzeug und Trompete (Giuliano war extra für dieses Konzert ganz kurzfristig aus Spanien eingeflogen, Wahnsinn!). Maia selbst betätigte das pluckernde Toy Piano, zupfte die Geige, strich durch die Autoharp, zog das Akkordeon auf und zu und sang dazu herzallerliebst. Ihre Stimme war und ist wirklich der Hammer! Sie verfügt über eine große Bandbreite, kann lieblich-soft, aber auch kraftvoll-intensiv und höchst inbrünstig intonieren und liegt nie daneben. Heute allerdings hatte sie es nicht so leicht, sich Gehör zu verschaffen, denn wie so oft wurde im International viel zu laut geplaudert. Deshalb hatte ich auch zunächst Probleme mich in ihr Set so richtig einzufinden. Erst mit dem Titeltrack ihres Albums, God Is My Bike, platzte der Knoten. Von da an hatte sie mich im Sack und spulte auf verführerischste Weise ihren barocken Balkanpop (manche sagen auch Toy Folk) ab. Etliche starke Songs gaben sich die Klinke in die Hand und als sie den französischen Chanson Le Tango de la Femme Abandonnée anstimmte, gerieten die Franzosen im Saal in Verzückung. Akzentfrei (sie hat zwar einen französischen Vater, ist aber in Amerika aufgewachsen) sang sie die wehmütigen Strophen ("parce que tu me donnes pas d'espoir et je me mets à boire") und erntete dafür riesigen Applaus. Zu Recht, nicht nur das Lied war toll, sondern auch die neuartige Interpetation mit einer recht bissigen E-Gitarre, die dem Ganzen Zunder gab.

Das Highlight hatte sich Maia aber für die Zugaben aufgehoben. Das besinnliche und absolut himmlische Stück Poetry ("I drank until the dawn and fucked into the dark") ging nach einer wundervollen Glockenspiel-Passage in das walzerartige I'll Sail All Night über und endete schwungvoll mit Pauken und Trompeten. Man fühlte sich stark an Beirut erinnert, hatte aber nicht das Gefühl, daß da abgekupfert worden war. Maia Vidal ist eine solch starke, eigenständige Persönlichkeit mit ihrem ganz eigenen betörenden Universum, daß Plagiatsvorwürfe völlig abwegig wären.

Ein Riesentalent!

Zuvor hatte auch die Kanadierin Erin Lang mit ihrer hauchzarten Stimme und nahegehenden Songs erneut zu überzeugen gewußt. Sie performte wieder mit ihrem nagelneuen Geiger Marius, der heute sogar bei zwei Stücken Kontrabass spielte und gefiel durch Charme und Sensibilität. Schade bloß, daß so viele Leute laut quatschten und damit das ruhige Set enorm störten. Erin hätte die ungeteilte Aufmerksamkeit auf jeden Fall verdient gehabt. Ich bleibe ihr auf den schmalen Fersen!



Aus unserem Archiv:

Maia Vidal, Paris, 30.04.11
Your Kid Sister, Paris, 14.11.10
Your Kid Sister, Paris, 11.11.10




Samstag, 22. Oktober 2011

Maia Vidal (ex Your Kid Sister), Paris, 21.10.11

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Maia Vidal ( ex Your Kid Sister)
Ort: Le Sancerre (MaMa Festival)
Datum: 21.10.2011, 19 Uhr
Zuschauer: 100 oder so
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Noch einmal Maia Vidal, diesmal in einem beliebten Restaurant im quirligen Montmartre-Viertel aus Anlaß des MaMa Festivals. Entzückend wie immer!

Bericht folgt.



Donnerstag, 20. Oktober 2011

Erin Lang & Edward Barrow & House Of Wolves, 17.10.11

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Konzert: Erin Lang & Edward Barrow & House Of Wolves

Ort:La Mécanique Ondulatoire, Paris
Datum: 17.10.11
Zuschauer: etwa 40


Die in Montreal lebende Kanadierin Erin Lang ist mir in den letzten Wochen ans Herz gewachsen. Ihr Album You Are Found läuft bei mir rauf und runter und auch ihre herzliche, natürliche Art hat es mir sehr angetan. Nachdem sie am 18. September im International gespielt hatte, waren wir ins Gespräch gekommen und sie erzählte mir ganz offfenherzig, daß sie mal mit Roger O'Donnell, dem Keyboarder von The Cure, liiert war. Noch immer verstünden sie sich gut und deshalb war sie auch zum Bestival 2011 (ein Festival auf der Isle Of Wight) gereist, wo die Kultband um Robert Smith aufgetreten war.

Einen Einflluss auf ihre Musik scheint The Cure aber nicht unbedingt gehabt zu haben. Statt Post Punk/New Wave dominieren bei Erin eher die leisen, folkig-ätherischen Töne. Sie verfügt über eine solch hauchzarte Stimme, daß man sich an Stina Nodenstam, Mazzy Star oder Isobel Campbell erinnert fühlt. Genau mein Wetter!

Schön also, daß Erin schon im Oktober zurück in der Stadt der Liebe war. Völlig aufgedreht und recht fassunglos erzählte sie mir vor ihrem Konzert von ihren verrückten Abenteuern auf der Tour. Zum Beispiel davon, daß ihr Cellist unterwegs abgesprungen war, höchtswahrscheinlich weil er gerade eine depressive Episode durchmacht. Abgefahren! Da verliert der zierliche Persönchen tatsächlich unterwegs ihr Bandmitglied (und nebenbei auch noch den Schlüssel zum Tourbus) , mit dem sie aus Kanada aufgebrochen war. Was tun? Örtlichen Ersatz suchen! Unglaublich, daß Erin in der Tat am Tage ihres Konzertes den französischen Violinisten Marius aufgetan hat, mit dem sie mittags probte und dann auch an diesem 17. Oktober abends live spielte.

Die beiden harmonierten wirklich prima zusammen und hätte ich es nicht gewusst, ich hätte nie gedacht, daß sie erst heute zueinander gefunden haben. Das Konzert war allererste Sahne und Erin stellte mir mit ihrem butterweichen, glockenklaren Gesang sämtliche Nackenhaare auf. Wow, war das atemberaubend intim! Wobei Erin Lang live eine Spur rockiger ist, als auf ihrer sehr getragenen CD (von der sie kein einziges Lied performte). Wenn sie E-Gitarre spielte, merkte man, daß in ihr Feuer lodert und sie nicht nur ein schüchternes kleines Mäuschen ist. Ab und zu griff sie wirklich beherzt in die Saiten und erinnerte dann fast an die frühe PJ Harvey oder Julie Doiron. Aber auch eine Kalimba kam zum Einsatz und dann wurde es ruhiger und exotischer.

Instrumententechnisch konnte Erin dennoch nicht aus dem Vollem schöpfen, denn wenn sie in Kanada ist, spielt sie mit ihrer Band The Foundlings (eine variable Anzahl befreundeter Musiker), in der es Trompete, Kontrabass, Mandoline und Akkordeon gibt. Allerdings nicht weiter tragisch, daß dies am Montag alles fehlte, da auch die abgespeckte Variante an jenem 17. Oktober ganz vorzüglich klang.

Wunderbarst!

Setlist Erin Lang, La Mecánique Ondulatoire, Paris:

01: Anchor
02: Threds
03: Taps
04: Carried Away
05: Kalimba
06: Quite
07: A Fire In This House



Anschließend waren die Herren an der Reihe. Zunächst erklomm der Franzose Edward Barrow die kleine Bühne, schnappte sich die Autoharp und spielte hochmelancholische Balladen, die er mit einer Fußtrommel untermalte. Sein barock-folkiges Set fand ich nicht durchgängig packend, aber mit Life Is Beautiful zauberte er ein unfassbar schönes Lied aus seinem nicht vorhanden Hut. Meine Güte war das wundervoll! Das setzt sich der Kerl allen Ernstes dahin und singt mit der traurigsten Stimme der Welt*, daß die Welt schön sei. Ein formidabler Widerspruch. Ich muss ihn im Auge behalten, zumal er sonst normalerweise mit einer Band unterwegs ist und dann sicherlich mehr Abwechslung in sein Konzert bringen kann, als dies heute der Fall war.



Ganz zum Schluß trat noch der amerikanische Singer/Songwriter Rey Villalobos aka House Of Wolves auf, der mit einer brüchig-wehleidigen, sehr leisen und an Chris Garneau erinnernden Stimme fragile Folkballaden auf der Akustischen vortrug und damit vor allem die Damen im Publikum verzauberte.

Auch er hat in seiner Heimat eine Band um sich, die er aber aus Kostengründen nicht mitbringen konnte. Aber auch solo und völlig reduziert, wußte und weiß er Herzen zu erwärmen!





* machen sagen, sie erinnere an Anthony von den Johnsons, ich tendiere eher zu Scott Walker.

Achtung: House Of Wolves am 20. Oktober im King Georg in Köln und am 21. Oktober in der Haldern Pop Bar in Rees-Haldern. Hingehen!




 

Konzerttagebuch © 2010

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