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Freitag, 16. September 2011

Dear Reader, Weinheim, 15.09.2011

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Konzert: Dear Reader (Marching Band)
Ort: Café Central Weinheim
Datum: 15.09.2011
Zuschauer: etwa 100
Konzertdauer: gut eine Stunde


Bericht von PD Dr. Gudrun Thäter (Danke!)

Es ist mein zweites Mal im Cafe Central und mit Dear Reader. Das erste Konzert am 4. Oktober 2009 hatte einen tiefen positiven Eindruck hinterlassen. Damals wohnte ich in Heidelberg und das Abenteuer, diese unbekannte Band mit der tollen Platte in Fahrradentfernung live zu sehen, war nicht allzu groß. Von Karlsruhe aus sind nun aber leider die örtlich nächsten Termine der diesjährigen Tour Freiburg i. Br. (143 km, aber in einer Stunde mit dem Zug zu erreichen) und Weinheim (70km aber nicht gut mit dem Zug zu erreichen). Wir entschließen uns, es mit Weinheim nochmal zu wagen - "wagen", weil es 2009 so schön war und,..., ob es noch einmal ähnlich schön wird...?

Recht pünktlich übernehmen unser Carsharing-Auto, um den Unwägbarkeiten auf der A5 nicht zu viel Potential zu geben, uns den Abend zu verderben. Aber es läuft und wir sind schon etwas mehr als eine Stunde vor Konzertbeginn und damit noch vor Einlassbeginn am Ort des Geschehens. An der Bar fragen wir nach einem Restaurant in der Nähe - es ist ja noch genug Zeit, um in Ruhe zu Abend zu essen, nur blöd rumsuchen in der fremden Stadt wollen wir nicht so gern. Tja und da passiert etwas unglaublich nettes: wir werden spontan zum Essen eingeladen. Die Band hat schon fast fertig gegessen und es reicht auch noch für uns zwei. Und lecker ist es auch! Diese Indie-Musik-Leute sind doch einfach nur zum lieb haben...

Bis zwei Musiker als "Marching Band" (http://www.marchingband.se/ aus Schweden) den musikalischen Teil des Abends beginnen, dauert es dann aber noch bis 21:30 (eingestellt hatten wir uns auf 21:00). Man sieht die Band im Foyer relaxt quatschen und - ja, auch beim zweiten Mal ist Konstantin Gropper (und weitere Bandmitglieder von Get well soon) im Publikum dabei... Sehr nett das, wirklich. Im Vorband-Programm mischen sich schon die zwei Musikerinnen des Abends für einige Stücke dazu. Trotzdem ist die Musik noch nicht das, wofür ich gekommen bin und worauf ich mich gefreut hatte. Darauf muss ich noch bis 22:30 Uhr warten. Aber dann... Dann ist klar, dass Dear Reader einfach ein unglaubliches live-Erlebnis sind. Die zwei Musiker von Marching Band, die beiden südafrikanischen Damen und ein weiter Herr lassen es krachen. Es ist diesmal ein bisschen rockiger, lädt zum tanzen ein. Die Instrumente werden munter ausgetauscht. Jeder muss mal an Gitarre, Bass, Keybord. Zwei Leute ans Akkordeon. Nur die Trompete darf bei einem Spieler bleiben und der Schlagzeuger hat sein Spielzeug für sich allein.

Gelacht wird auch wieder viel. Die Stunde Konzert ist wie im Flug um und nach einer kurzen Zugabe ist es 23:45 und eigentlich Zeit zum Aufbruch, um die Zeit für das Auto noch einhalten zu können (die ja meiner Meinung nach sehr großzügig geplant gewesen war...). Aber da die Band fast sofort am Merch-Table erscheint, reicht es gerade noch für ein Autogramm und ein paar lobende Worte des feedbacks - nach mir verabschiedet sich Herr Gropper von Cheri MacNeil - irgendwie muss ich die ganze Zeit so glücklich grinsen: Was für ein Unterschied zum Konzert von Get well soon (mit großem Ensemble) in Heidelberg kurz vor Weihnachten letztes Jahr. So viele Leute und so eine Distanz - und hier und jetzt ...

Als Resümee bleibt nur eine nachdrückliche Empfehlung: mit Dear Reader Konzerten kann man nix falsch machen: hingehen und glücklich machen lassen!
Das ist schon ein bisschen verrückt, weil die Liedertexte ja eigentlich so traurig und fast schon zynisch sind.

Setlist Dear Reader, Café Central, Weinheim:

01: Light Up
02: Young
03: Dear Heart
04: All Hail
05: Hearter
06: Boohoo
07: Heavy
08: Release Me
09: Great White Bear
10: She's Her's, He's His, I'm Mine
11: Take Your Chances
12: Idealistic Animals
13: Mole
14: Not Black
15: Go Home Now

Links:

Aus unserem Archiv:

- Dear Reader, Frankfurt, 11.09.11
- unser Interview mit Dear Reader 2009
- Dear Reader, Wien, 08.10.09
- Dear Reader, Marburg, 06.10.09
- Dear Reader, Düsseldorf, 28.09.09
- Dear Reader, Haldern, 15.08.09
- Dear Reader, Berlin, 07.08.09
- Dear Reader, Paris, 06.05.09
- Dear Reader, Nijmegen, 25.04.09
- Dear Reader, Köln, 18.04.09
- Dear Reader, Paris, 19.02.09
- Dear Reader, Köln, 12.02.09




Sonntag, 17. April 2011

M. Walking on the Water, Weinheim, 16.04.11

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Konzert: M. Walking on the Water

Ort: Café Central, Weinheim
Datum: 16.04.2011


von Ursula von neulich als ich dachte

Erinnert sich jemand an M. Walking on the Water? Zum Ende meiner Schulzeit hatte diese deutsche Indieband eine gewisse Berühmtheit, mir war allerdings nicht bekannt, dass es die Krefelder Band immer noch, beziehungsweise wieder gibt – dieses Jahr erschien sogar nach 14 Jahren Unterbrechung ein neues Album, Flowers for the Departed.

Mein Freund ist aber ein Kenner und Fan der Band, weshalb wir uns gestern Abend von Frankfurt aus auf den Weg nach Weinheim machten, einem kleinen Ort im Odenwald, der relativ nahe an Heidelberg und Mannheim liegt und als Hauptattraktion über zwei Burgen verfügt. Plakate vor Ort verwiesen auf die beiden Hauptattraktionen im April: Das M. Walking on the Water-Konzert und eine Auto-Stuntshow.

Bei unserer Ankunft am Veranstaltungsort Café Central waren wir zunächst besorgt: Die Kneipe mit angrenzendem Konzertraum war recht leer, und bei den 20 Minuten vor Konzertbeginn Anwesenden musste man sich fragen, ob sie überhaupt wegen des Konzertes gekommen waren oder vielleicht nur einfach ein Bier trinken wollten.

Immerhin, in den folgenden Minuten füllte sich der kleine Konzertsaal dann doch noch merklich, aber als M. Walking on the Water, allesamt in heller Kleidung (und im Fall von Sänger Markus Maria Jansen in einem handbeschriebenen Anzug) die mit rotem Samtvorhang und Lichterkette ausgestattete und mit vier „Metronomglühbirnen“, einem Markenzeichen der Band, dekorierte Bühne betraten, erklang keinerlei Applaus. Seltsam, diese Weinheimer.

Die Band eröffnete das Konzert mit zwei neuen Titeln, bevor sie mit „Adventures and Narrations“ und „Linda Lee“ die ersten „Klassiker“ einstreuten. Spätestens bei Erklingen der alten Single „Holy Night of Rosemarie“ zeigte sich jedoch, dass wir uns in unseren Mitgästen gründlich geirrt hatten, diese konnten nämlich zu einem Großteil mitsingen und zeigten auch bei den anderen älteren Liedern im Gegensatz zu mir beeindruckende Textsicherheit.

Die größte Begeisterung im Hauptteil, der acht Lieder vom neuen Album enthielt, lösten allerdings ältere Titel, wie das instrumentale „Melitaah“ vom 1988er Debütalbum aus, bei dem auch erstmalig die schwingenden Glühlampen ihren Einsatz fanden und ein einzelner Fan einen Pogo versuchte.

Die Band war angesichts der Begeisterung des kleinen Publikums sichtlich gerührt, allerdings auch relativ wortkarg. Während Jansen zum Baden-Württembergischen Wahlergebnis gratulierte und anbot, für alle übers Mikrophon an der Bar Getränke zu bestellen, blieb Mike Pelzer, der zweite Sänger, der zwischen Gitarre, Mundharmonika, Keyboard und Akkordeon wechselte, ziemlich wortkarg. Ansonsten ging die Kommunikation nicht weit über Liedansagen hinaus („Jetzt kommt ein Song von unserer letzten Platte – also der von vor 14 Jahren...“).

Nach dem Hauptteil folgten noch drei Zugaben mit jeweils zwei Liedern, wobei die fürs Publikum gut sichtbar angebrachten Setlisten nicht allzu streng befolgt wurden. So begann die erste Zugabe aus Zuschauerruf hin spontan mit „Necessary“ („Mal sehen, ob wir das hinbekommen...“), dann folgte „Soldier of Love“. Im Rahmen des zweiten „Zugabenblocks“ gab es nach dem lautstark geforderten „Poison“ während „Party in the Cemetery“, als Jansen und Pelzer bereits die Bühne verlassen hatten, auch noch Instrumentalsoli von Schlagzeuger Martell Beigang, der ein wenig mit der Reaktion des Publikums haderte („Ich spiel’ mir hier den Arsch ab...“), Bassist Konrad Mathieu, der „Popcorn“ in sein Solo einstreute, und Violinist Axel Ruhland.

Nach 2 Stunden Konzert folgte noch „Love is on your Side“, vielleicht das Highlight vom neuen Album, das viele Fans während vorheriger Konzerte noch vermissten. Absoluter Höhepunkt, zumindest für meinen Freund, war jedoch der letzte Song: Markus Maria Jensen erzählte, er sei auf der Toilette Fans, die extra aus Brilon angereist seien, begegnet, und widme ihnen und einigen anderen und eigentlich allen nun den nächsten, wiederentdeckten Song. Es folgte der alte Publikumsfavorit „Willy“, den die Band viele Jahre lang auch nicht auf lautstarken Wunsch gespielt hatte und der auch auf keinem Album zu finden ist.

Setlist M. Walking on the Water, Café Central, Weinheim:

01: Sundownraft
02: Dust in the Suitcase
03: Adventures and Narrations
04: Linda Lee
05: Questionmark
06: Glitter
07: The holy night of Rosemarie
08: Sing Sally
09: Melitaah
10: Twist your head
11: Fis
12: Keep a file on
13: Misery
14: Candleblue
15: Anymore
16: Soulmouth
17: Bury me upright
18: Pink pinks

19: Necessary (Z)
20: Soldier of Love (Z)

21: Poison (Z)
22: Party in the Cemetery (Z)

23: Love is on your side (Z)
24: Willy (Z)



 

Konzerttagebuch © 2010

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