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Sonntag, 11. November 2007

Foals, Lightspeed Champion & The Twang, Paris, 09.11.07

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Konzert: The Twang, Lightspeed Champion & Foals

Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 09.11.2007
Zuschauer: nicht mehr arg viele am Ende...


Als die Cold War Kids in der Cigale ihr Konzert beendet hatten, zogen die hartgesottenen Indie-Fans weiter in die gleich nebenan gelegene Boule Noire. Dort stand ein englischer Abend auf dem Programm. Starten sollten diesen die fünf Typen der Band Foals mit ihrem Leader Yannis Philippakis, der es auf Anhieb in die neue "Cool-List" des NME (Platz 45, Nummer 1 ist in diesem Jahr der tätowierte Frank Carter von den Gallows ) gebracht hat. Es stellte sich natürlich sofort die Frage, ob die Band wirklich so cool war und vor allem, ob ihre Musik etwas taugte. Die beknackte Coolness-Frage mal außer Bertracht gelassen , kann ich durchaus ein positives Fazit ziehen. Foals boten ein fetziges, art-punkiges Set, daß die kleine Boule Noire ordentlich aufmischte. Klang irgendwie wie Bloc Party auf Speed, oder auch wie Forward Russia, bloß hörbarer. Musik-Nerds sehen in dem Stil wohl auch einen Hauch Math-Rock, aber auch Leute, denen Battles zu anstrengend sind, sollten mit Foals etwas anfangen können. Ob das jetzt die neue Musiksensation aus England ist, will ich an dieser Stelle offen lassen, aber beschäftigen sollte man sich mal mit den wilden Buben. Am besten gleich mal auf ein Konzert gehen, wenn sie in Deutschland spielen und dichtgedrängt über die Bühne fegen!

Die (recht kurze) Setlist von Foals in der Boule Noire Paris umfasste u.a.:

- Mathletics
-Balloons
- Cassius
-Two Steps Twice
- Hummer

Mehr Photos von Foals hier

Danach war Lightspeed Champion dran. Der farbige Sänger kam mir irgendwie bekannt vor. Wo hatte ich den schon mal gesehen?, fragte ich mich die ganze Zeit. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Haaren, klar, der spielte doch damals bei den Test-Icicles die rosafarbene Gitarre. Mit seiner Band hatte er mir 2005 eines der beschissensten Konzerte geboten, die ich je beim Festival Des Inrocks gesehen hatte. Der Sound war hundsmiserabel, der Auftritt poserhaft und die meisten Lieder äußerst dürftig. Hielt den britischen NME trotzdem nicht davon ab, von den Test-Icicles in den höchsten Tönen zu schwärmen. Half aber nix, die Band mit dem dämlichen Namen löste sich kurze Zeit später auf. Ein paar Monate später entfachten die Klaxons mit einem sehr ähnlichen Stil einen riesigen Hype. Wenn ihr meine Meinung zu New-Rave wissen wollt: Dogshit!! Aber die Test-Icicles waren definitiv die ersten und vor den Klaxons da!

Mit dem Projekt Lightspeed Champion kommt Devonte Hynes (was ist das für ein Vorname?) ,
nun eletronisch-folkig daher. Ein bißchen so wie Patrick Wolf, mit dem er demnächst touren wird. Wird die Musik dadurch besser? Robert Gil, der französische Photograph war in seinem Urteil zu dem Konzert hinterher gnadenlos: c'était chiant! Wie bitte Robert? Er wiederholte noch einmal auf deutsch: scheiße! Na, na, so schlecht war das doch gar nicht. Das Geigenspiel von Ex Hope Of The States Mann Mike Siddell war eine willkommene Abwechslung zu den krachenden Gitarren, die man ansonsten an dem Abend so hörte und Devonte sang auch ganz herzallerliebst. Ich fragte mich bloß, von wem er "Galaxy Of The Lost" abgekupfert hatte. Das kannte ich irgendwoher, lediglich in einer anderen Verpackung. "Midnight Surprise" klang auch wie eine Cover-Version, war aber wohl keine. "Heart In A Cage" hingegen schon. Klar, den Song von den Strokes kennt ja nun wirklich jeder und in der Version von Lightspeed Champion war er auch gar nicht so übel. Mit welchem Projekt taucht Devonte demnächst wohl auf? Macht er dann auf Blues-Rock?

Setlist Lightspeed Champion, La Boule Noire, Paris, Festival Les Inrocks:

01: Galaxy Of The Losing
02: Devil Tricks For A Bitch
03: Heart In A Cage (The Strokes Cover)
04: No Surprise
05:Tell Me What It's Worth
06: Fucksucker
07: Midnight Surprise

Nach dem Konzert von Lightspeed Champion hatten sich schon die meisten Leute verdrückt und The Twang traten vor halbleeren Rängen auf.
Lediglich ein kleines Grüppchen feister, rotwangiger und fettbäuchiger Engländer tanzte vor der Bühne wie von der Tarantel gestochen. Zwischen diesen ganzen Suffköppen ging aber auch ich ab wie ein Zäpfchen. Die Jungs von The Twang dachten gar nicht daran, sich die Laune verderben zu lassen, sie waren bestens aufgelegt und hingen sich voll rein. Dann spielen wir halt eben für 20 Leute, dachten sie sich wohl und grinsten über beide Backen. Ihr Set glich fast schon einem "Best-Of" und das obwohl sie erst ein Album veröffentlicht haben, das mit erheblicher Verspätung in Frankreich erschienen ist. "Play "Cloudy Room", play "Cloudy Room", schrie einer der besoffenen Engländer hinein, als The Twang gerade "Either Way" beendet hatten. Sachte, sachte, schien der ständig grinsende Sänger mit seiner Handbewegung aussagen zu wollen, das kommt später. Ein wenig Geduld bitte! Recht hatte er, denn sind "Two Lovers" und "Wide Awake" nicht ähnlich gelungen wie der geforderte Wunschtitel? Natürlich sind sie das, beides grandiose Lieder! Genauso grandios und urkomisch war, daß sich die beiden Sänger vom Publikum Zigaretten schnorrten, die sie auch spontan zugeworfen bekamen. Und zwar nicht von irgendwem, denn in der Menge standen der schöne Sänger Richard und andere Bandmitglieder von Hard-Fi. Aber nicht nur die, auch die Subways waren da! Starbesetzung also in den Rängen bei einem super Konzert, das natürlich mit "Cloudy Room" spektakulär beendet wurde.

Mehr Photos von The Twang

Setlist The Twang, La Boule Noire, Paris, Festival Les Inrocks:

01: The Neighbour
02: Loosely Dancing
03: Either Way
04: Ice Cream Sunday
05: Push The Ghosts
06: Two Lovers
07: Wide Awake
08: Cloudy Room



Freitag, 7. September 2007

The Twang, Köln, 07.09.07

1 Kommentare

Konzert: The Twang

Ort: Prime Club Köln
Datum: 07.09.2007
Zuschauer: keine 100


Wenn Köln in England läge, wäre ich eben mit einigen Tausend begeisterten Fans aus irgendeiner großen Arena gekommen, noch vollkommen aufgedreht vom Konzert der Twang aus Birmingham. In dem Köln im Rheinland fanden kaum hundert Leute den Weg in den Prime Club, in dem eine der englischen Neuentdeckungen des Jahres heute ihr erstes Clubkonzert auf deutschem Boden gaben. Das bis heute einzige deutsche Konzert hatten The Twang beim Highfield-Festival gespielt.

Die wenigen Zuschauer waren wohl auch der Grund, warum die Vorgruppe viel später begann, als das zu erwarten war. Vorher, als ich zum Prime Club gekommen war, hatte ich aus der Ferne den Soundcheck dieser Vorgruppe gehört. Eines der Lieder kam mir bekannt vor, ohne daß ich direkt wußte, wer die Band war. Drinnen
erfuhr ich dann, daß Leo Can Dive aus Duisburg The Twang supporten würden. Die Duisburger Band hatte ich schon im vergangenen Jahr als Vorgruppe von den Subways im Pulp gesehen und gut gefunden. Auch heute gefiel mir der sehr englisch klingende Sound der Gruppe, die kommende Woche ihr Album veröffentlicht, sehr gut. Ein Lied wie "Amazing" z.B. könnte in England ein Hit sein. Auch wenn wirklich sehr wenige Leute im Prime Club waren, war die Stimmung, die Leo Can Dive erzeugte schon einmal sehr ordentlich. Allerdings muß man auch sagen, daß vor und zwischen den Bands sensationell gute Musik aus der Konserve kam!

Setlist
Leo Can Dive Köln:

01: Happy end
02: Gatecrasher
03: Amazing
04: Go ahead
05: TT R (?)
06: Lonely plan
07: Bored
08: You're stereo

Aber ich war ja wegen anderer Hits aus England da.

Das heutige Konzert war wie gesagt das erste Clubkonzert von The Twang in Deutschland. Zumindest von den Twang, die ich mag. Mein erstes Ticket für ein The Twang Konzert in Köln ist mir auch als eines für die Band aus Birmingham verkauft worden. Weil ich aber skeptisch war und nachgefragt habe, hatte ich noch rechtzeitig erfahren, daß es sich bei diesem Konzert im Juli um die Hamburger Country-Band The Twang handelte. Heute habe ich es zwar nicht kontrolliert, aber bis vor kurzem zumindest haben iTunes, CD- und Tickethändler und last.fm beide Twangs zusammengeschmissen, da tauchen immer gemeinsam die Country- und die englischen Alben auf. Bei meinem Tickethändler hatte ich dann kräftig Wind gemacht, daß ich auf seine schlechte Recherche reingefallen sei, seit der Zeit (ich bin allerdings nicht so verwegen, mich als Urheber dafür zu sehen) firmieren die englischen Twang in Deutschland unter The Twang (UK). Jedenfalls hatte ich vor ein paar Tagen bemerkt, daß ich das falsche Ticket nicht zurückgeschickt hatte, was mir ein schönes Souvenir und der Band (UK) einige Lacher brachte ("Phil, he's got a ticket from the wrong Twang!").

.

Irgendwann war es dann auch endlich soweit, daß alles für die Hauptgruppe vorbereitet war. Alles heißt dabei vor allem die beiden Mikros der Sänger Phil und
Martin. Schon bei meinen ersten (drei) Konzerten hatte ich mich köstlich über die Wanderungen der beiden über die Bühne amüsiert. Dabei hat Phil, der blonde Sänger, ein drahtloses Mikro, Martin, der deutlich mehr wandert eines mit Kabel. Martin nimmt dann gleich Mikro mit allem incl. Mikroständer mit auf seine Ausflüge. Weil die beiden dafür Platz brauchen, stand sonst kein unnützer Schnickschnack auf der Bühne rum: Das Schlagzeug, rechts und links am Rand der (kleine) Platz für Gitarrist Stu und Bassist Jon und dazwischen viel Platz für die Sänger.

Was mir auch wieder aufgefallen ist, die Band wirkt zwar wie eine der vielen
coolen und schnodderigen englischen Gruppen, allerdings nur auf den ersten Blick, vermutlich eben auch durch ihre Musik, die Assoziationen zu Stone Roses, Oasis oder den Happy Mondays nahelegt. Wenn man sie sich dann auf der Bühne ansieht, merkt man aber, wie unglaublich viel Spaß die fünf Kumpels bei dem haben, was sie da machen. Gitarrist Stu hatte mir vorher gesagt, das sei für sie ja alles noch so neu. Vor Dezember habe er noch auf der anderen Seite der Bühne gestanden. Genau das merkt man den Jungs aus den Midlands auch an. Auch in Highfield, mit denkbar undankbaren Bedingungen (frühe Ansetzung, keiner kannte ihre Musik), hat die Band Spaß verbreitet. Trotz der irren Erfolge in England, Auftritten bei allen wichtigen Festivals, Konzerten in ausverkauften riesigen Hallen, Platz drei in England, genießen die Fünf auch so Abende wie heute vor vielleicht 80 bis 100 Zuschauern. Wobei die, die da waren, Stimmung für 500 gemacht haben. Schade nur, daß die Band von vorne sehen konnte, wie leer es hinten war und daß sie vorher durch den Saal gekommen war. Man hätte ihnen vermutlich sonst verkaufen können, es wären einige hundert da gewesen.

Die Platte ist ein (Achtung! Journalistendeutsch:) Grower. Mit jedem Hören gewinnt sie. Ich habe die Band zweimal live gesehen, bevor ich die CD hatte, kannte außer den Hits "Either way" und "Wide awake" nichts in der Studioversion und habe daher meine Begeisterung zu The Twang durch deren
Auftritte aufgebaut. Nach dem zigsten Hören der CD, mit dauernd wechselnden Lieblingsliedern (aktuell "Reap what you sow"), liebe ich die auch abgöttisch. Trotzdem sind The Twang live noch um Klassen besser!

Da die Platte keine schwachen Stücke enthält, war auch das Konzert ein einziges Hitmedley. Es fing an mit "The neighbour" mit den herrlichen "Oh oh" Mitgröhlstellen, dann "Loosely dancing", dann "Either way", und und und, ohne irgendeine Verschnaufpause, außer kleineren Ansagen von Phil, die Martin meist nutzte, sich in der ersten Reihe Zigaretten zu schnorren - allerdings mit schlechtem Gewissen, so wirkte
es zumindest. Bassist Jon, eines der Gründungsmitglieder (er und Phil kennen sich seit ihrer Kindheit), der immer furchtbar schüchtern wirkt, bot dagegen Bonbons an, was ich aber erst zu spät kapierte. Alles ganz schrecklich nett, eine wahnsinnig sympathische Band, die so ungekünstelt wirkt!

Wie gut das alles beim Publikum ankam, habe ich schon erwähnt. Vorne hat sich jeder bewegt, jeder mitgesungen, viele getanzt. Ich glaube
absolut, daß die Jungs aus Birmingham keine Eintagsfliege sein werden, ich denke vielmehr, daß sie in eine Größenordnung und Bedeutung von Bands wie Oasis vordringen können. Aber Oasis in nett, wie wir hinterher festgestellt haben. Die Gruppe hat ein riesiges Potential, leider scheint nur die Vermarktung in Deutschland schrecklich schlecht zu sein. Wenn die Rakes den Prime Club füllen, sollten es The Twang an einem Samstagabend auch. Es waren noch nicht mal Leute mit Cowboy-Hüten da, die sich die anderen Twang gewünscht hätten...

Nach dem Wahnsinnshit "Wide awake" folgte mit "Your beats" das einzige nicht auf dem Album befindliche Stück. Ich glaube, daß das eine B-Seite von "Either way" ist. Den Schluß bildete dann das komplexeste Lied "Cloudy room". Leider gab es keine Zugaben, wir haben aber auch so sehr
viel für unser Geld bekommen. Für mich sind The Twang neben Los Campesinos!, Polarkreis 18 und The Taste die Entdeckung des Jahres. Leider werde ich die Engländer sicher eine Weile nicht sehen können, da sie wenige Deutschland-Termine haben. Wer allerdings die Chance hat, eines der Konzerte der Mini-Tour zu sehen, sollte sie auf keinen Fall verpassen. Wer hätte nicht gerne die ganz jungen Oasis zum Beispiel live gesehen!

Setlist The Twang Köln:

01: The neighbour
02: Loosely dancing
03: Either way
04: Reap what you sow
05: Push the ghosts
06: Ice cream sundae
07: Don't wait up
08: Two lovers
09: Wide awake
10: Your beats
11: Cloudy room




Links:

- The Twang als Support von James in Dublin
- The Twang beim Wireless Festival im Hyde Park
- erster Auftritt in Deutschland beim Highfield Festival
- mehr Fotos






Samstag, 18. August 2007

The Twang, Hohenfelden, 17.08.07

1 Kommentare

Konzert: The Twang

Ort: Stausee Hohenfelden (Highfield Festival)
Datum: 17.08.2007
Zuschauer: wenige


Die zweite Band, die ich mir beim Highfield Festival angesehen habe, war auch wieder einer der Hauptgründe, nach Thüringen zu fahren: The Twang aus Birmingham, die mittlerweile als The Twang (UK) in Deutschland vermarktet werden, um weitere Verwechslungen mit The Twang (Country-Coverband) auszuschließen. Warum man allerdings die deutschen Twang nicht umbenennt, ist mir ein Rätsel, war doch das Debütalbum der Briminghamer Nummer drei und das fabelhafte "Either way" Nummer acht der englischen Charts.

Ich hatte The Twang bisher zweimal gesehen, einmal als (zu kurzen) Support von James, einmal (auch wieder sehr kurz) beim Wireless Festival. Beim Highfield
Festival kam ich dann immerhin in den Genuß, die Band eine Dreiviertelstunde lang zu sehen.

Als die beiden Sänger Phil Etheridge und Martin Saunders und ihre drei Bandkollegen Jon Watkins (Bass), Stuart Hartland (Gitarre) und Matt Clinton (Schlagzeug) pünktlich auf die Bühne kamen, klatschte genau ein Zuschauer. Phil und Martin sah man an, daß sie das sehr wohl bemerkten, sie reagierten aber sehr gelassen, vielleicht ist Grund für diese Gelassenheit das Wissen um das eigene Können und die Zuneigung der Kritik in
England. Die beiden schienen jedenfalls gute Laune zu haben. Bei mir kam die gute Laune auch gleich beim ersten Lied, zum einen, weil das der tolle Eröffnungssong des Albums "Ice cream sundae" war, zum anderen, weil ich die Art, wie die beiden Sänger "performen" einfach hochunterhaltsam finde. Keine Frage, The Twang versprühen einen ziemlich prolligen Charme, den aber extrem sympathisch. Mir war schon beim ersten Mal aufgefallen, daß Martin und Phil häufiger "fuck" sagen, als der durchschnittliche New Yorker Rapper. Aber dabei wirken sie unglaublich nett. Das Besondere der Auftritte sind aber die Wege, die beide zurücklegen. Einer der beiden (keine Ahnung, wer jetzt wer ist) hat wegen des vielen Rumlaufens ein Funkmikro. Der andere schleppt einfach den kompletten Mikroständer mit über die Bühne. Durch das viele Wandern stehen die anderen Bandmitglieder sehr im Hintergrund, obwohl das musiklalisch nicht begründet wäre. Phil und Martin aber laufen von rechts nach links, nutzen den ganzen Platz der Bühne, singen, wenn das Mikro gerade nicht dabei ist auch ohne weiter.

Musikalisch ist das, was The Twang machen, ohnehin sehr lohnenswert. Auf der Platte sind kaum schwächere Lieder, in Hohenfelden spielten die Engländer nur Hits. Den wenigen Zuschauer (es wurden
glücklicherweise nach und nach mehr) gefiel das offenbar alles auch sehr gut. Nach dem ersten Lied war ich beim Klatschen nicht mehr alleine...

The Twang stellten sich dem Publikum dann auch artig vor: "We're The Twang, the real Twang!" Also hat es die Hamburger Country-Band irgendwie geschafft, in England bekannt zu werden...

Als drittes Lied folgte "Either way", ein riesiger Knaller. Wobei es eben unfair wäre,
diesen Charterfolg über andere Lieder zu stellen. "Reap what you sow", "Two lovers", "Push the ghosts" sind alles riesige Hits, mit dem klitzekleinen Schönheitsfehler, daß sie nicht in Manchester sondern in Birmingham entstanden ist.

The Twang sind zwar nicht mehr das neueste "Big thing" aus England, aber eine zurecht gehypte Band. Ich freue mich riesig auf Anfang September, denn da sind die fünf Freunde erstmals in Köln. A propos erstmals: Ich bilde mir natürlich ein, daß das Highfield Festival der erste Auftritt der Twang in Deutschland war, das werde ich aber noch einmal überprüfen. Die Qualität der Band muß ich nicht mehr überprüfen, die steht unbestritten fest. "Cooler than an ice cream sundae!"

Cheers!

Setlist The Twang Highfield Festival:

01: Ice cream sundae
02: Loosely dancing
03: Either way
04: Reap what you sow
05: The neighbour
06: Push the ghosts
07: Two lovers
08: Wide awake
09: Cloudy room



Freitag, 29. Juni 2007

Rückblick 1: Wireless Festival, London, 17.06.07

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Konzert: Wireless Festival

Ort: Hyde Park, London
Datum: 17.06.2007
Zuschauer: 20.000


Neben den glänzenden Konzerten der Good Shoes, der Editors und der Kaiser Chiefs, traten am Schlußtag des Wireless Festivals noch einige namhafte aber auch viele (noch) unbekanntere Bands auf. Die erste Band des Tages waren für mich die Films aus North Carolina, im im letzten Jahr schon die Kooks in Köln supportet hatten. Damals war ich sehr angetan, vor allem aber überrascht, weil die Band so englisch klingt. Die CD erschien kurze Zeit später, hatte ein scheußliches Cover und einen langweiligen Inhalt. Daher war ich wenig objektiv, als ich die Films in London auf der zweitgrößten Bühne (im Zelt) sah. Der Auftritt war aber ok, abgeschlossen vom wirklich tollen "Black shoes". Irgendwann höre ich mir die Platte noch mal an. Auf der Hauptbühne standen anschließend Under the influence of giants aus Los Angeles. Die Band wird wohl mit den Scissor Sisters vergleichen. Ich kann das nicht musikalisch aber wohl, was die Wirkung auf mich angeht, nachvollziehen. Das war nichts - aber glücklicherweise auch schnell wieder vorbei. Als nächste standen dann die Figurines aus Dänemark auf dem Programm. Das war wieder deutlich mehr, vielleicht, weil ich Ash mag, und mich die Figurines immer wieder an Ash erinnerten. Anschließend - wieder im XFM-Zelt - der Überraschungshit des Tages: Los Campesinos! Die Band aus Wales erinnerte in Stärke und Instrumentierung an Belle & Sebastian (dazu gehörten der Sänger, ein Schlagzeuger, zwei Gitarristen, eine Bassistin, eine Violinistin und eine Keyboarderin). Wegen der vielen Musiker, und weil alle singen, hat die Musik einen unglaublichen Klang, es bimmelt immer wieder ein Glöckchen - oder ein ganzes Glockenspiel. Dabei entstehen phänomenal gute Pop-Melodien. Herausragend war das Abschlußlied "You! Me! Dancing!", ein riesiger Hit! Aber es bedurfte nicht dieses Aufrufs, um das gut gefüllte Zelt in Bewegung zu bringen. Fabelhaft! Die absolute Entdeckung des Festivals! Die Campesinos haben im Juni ihre erste EP veröffentlicht und werden ab Oktober in England touren. Das Album soll dann 2008 erscheinen. Nach den folgenden Good Shoes, kamen dann parallel The Duke Spirit und Mumm-Ra. Ich beschloß, mir erst Mumm-Ra und dann noch ein, zwei Lieder von Duke Spirit anzusehen. Mumm-Ra werde ich sicher dieses Jahr auch noch in einem richtigen Konzert sehen. Die Band aus Bexhill on sea hatte zwei Wochen vorher ihre erste Platte veröffentlicht, auf der einige Hits sind, u.a. die Singles "What would Steve do?", "Out of the question" und "She's got you high" aber auch das großartige "Song B". Zurecht spielten Mumm-Ra (wie spreche ich einen Band-Namen aus - Teil 2: "Mamra", nicht "Mamray") auf der großen Bühne, vor mittlerweile ordentlich vielen Zuschauern. Sänger James (mit "I love Hate"-T-Shirt) bewegte sich auch auf der riesigen Bühne, als sei das das Normalste für eine junge Band. Und seit dem Tag danach gehört die CD "These things move in threes" auch mir. Wegen der großen Neugierde (und nicht wegen der blonden Sängerin) bin ich aber dann wie geplant noch zu Duke Spirit gegangen (nicht zu verwechseln mit Duke Special, das ist der Nordire mit den verfilzten Haaren und den schönen Melodien). Duke Spirit spielen Garagen-Rock, vielleicht Grunge und hätten meine objektive Aufmerksamkeit gehabt, hätte Oliver nicht gesagt, daß ihn Sängerin Liela Moss (welch ein Name!) an Doro Pesch erinnere. Danach war meine Fähigkeit, unvoreingenommen zuzuhören, weg (vor allem, weil mir immer noch vor dem geistigen Ohr eine Nationalhymnen-Interpretation von Doro herumquäkt, die ich im Leben niemals vergessen werde). Mein guter Vorsatz: Liela noch mal neutraler zuhören. Denn nach Alfons Schuhbeck: Ganz schlecht war's nicht! Schlechter als erwartet war dann die Show der Cribs. Ich hatte schon oft von der Livequalität der Band (drei Brüder) aus Yorkshire gehört. Mich hat das an diesem Festivalsonntag nicht vom Hocker gerissen. Aber irgendwas muß ja dransein, schließlich nannten auch viele Bands (nicht nur die Kumpels der Cribs, nämlich die Kaiser Chiefs), den Auftritt vorher als Highlight des Festivals. Also gilt auch hier: Ich gebe mir und denen eine neue Chance. Durch den schlechten ersten Eindruck zwischen uns, hatte ich aber Gelegenheit, ein zweites überraschend tolles Highlight mitzubekommen: The Little Ones aus Los Angeles. Die zwei Lieder, die ich von den Kaliforniern mitbekam, haben mich dann wirklich umgehauen. Das war toll! Nicht das Umgehauenwerden, die Musik, die sicher an die Shins aber auch an die Beach Boys erinnert. Wow! Leider war ich dann aber wieder im Wechselstreß, denn The Twang sollten folgen. Deren Auftritt verzögerte sich um zehn Minuten, ich hätte also bei den Little Ones bleiben können, das wußte ich aber eben nicht. Vor dem XFM-Zelt, in dem The Twang auftreten sollten, standen schon irre lange Schlangen. Unverkennbar gehörte die Band aus Birmingham zu den meistbeachteten des Festivals. Ich kam mit viel Glück noch rein, stand auch pünktlich ziemlich weit vorne, dann dauerte aber leider alles viel länger. Und ich wollte die Editors nicht verpassen. Sehr doof. Aber ich bekam noch zwei Lieder von The Twang mit, u.a. die Single "Either way". Live sind The Twang brillant! Ich habe darüber schon einmal ausführlicher geschwärmt, als sie James supportet haben. Und es ist mir vollkommen egal, daß die Stimme des Hauptsängers nach Fish von Marillion klingt. Pfff! Die beiden Sänger schlendern über die Bühne, singen, egal ob da gerade ein Mikro ist oder nicht. Zur Not ist ja der zweite da, der einspringt. Und das ganze Zelt gröhlte mit. Danach kamen mit den Editors und den world famous Kaiser Chiefs noch die bereits geschilderten Highlights und beschlossen ein wirklich tolles Festival.

Links zu anderen Berichten vom Wireless Festival:

- Good Shoes
- Editors
- Kaiser Chiefs



Mittwoch, 18. April 2007

James, Dublin, 17.04.07

6 Kommentare
Konzert: James
Ort: Olympia Theatre
Dublin
Datum: 17.04.2007
Zuschauer: 1200

Irgendwann habe ich einmal eine Liste mit Bands gemacht, die ich unbedingt einmal live sehen moechte. Dummerweise waren die drei ersten Plaetze alle vollkommen unrealistisch: Die Smiths, Lene Lovich und James wuerde ich nie auf der Buehne sehen koennen. Tja... Wenn Modest Mouse jetzt nach Koeln kommen, habe ich immerhin zwei Smiths live gesehen, Lene Lovich lebt noch (und macht auch noch Musik) - und eben habe ich James gesehen...

Kennengelernt habe ich James 1989 durch "Sit Down", wie die meisten anderen vermutlich auch. Nur leider habe ich damals verpasst, die Band auch einmal live zu sehen. Die Musik habe ich immer weiter verfolgt, doch irgendwann gab es James nicht mehr. Vor ein paar Monaten rief dann Oliver an und sagte, er habe im NME gelesen, dass es ein Comeback und eine Tour gebe. Die neue Website hatte ich dann schnell gefunden - und auf ihr den Hinweis, dass alle Konzerte in Grossbritannien bereits ausverkauft seien. Bei englischen Tickethaendler gab es aber noch Karten fuer das erste richtige Konzert nach der Wiedervereinigung, fuer den Warm-Up-Gig im Olympia Theatre in Dublin.

Einlass sollte um 19.30 Uhr sein, da ich aber sehen wollte, ab wann da schon etwas los ist,
war ich gegen 18.45 Uhr vor dem Gebaeude. Und dabei rannte ich fast James-Saenger Tim Booth in die Arme, der sofort von angereisten James-Fans aus Mexiko (!) und Neuseeland (!!) bedraegt wurde. Obwohl sein Manager (oder wer auch immer) furchtbar nervoes war, liess sich Tim nicht stoeren, alle Foto- und Autogrammwuensche (auf die Fahne der Mexikaner und einen sehr weissen Bauch einer Englaenderin z.B.) zu erfuellen.

Kurz danach gingen die Tueren zum Olympia auch schon auf und ich ging zu meinem
Platz im oberen Rang (andere gab es nicht mehr) und war erst einmal baff ob des Ortes. Das Olympia Theatre heisst nicht nur so, es ist auch ein ausgewachsenes Theater mit prunkvoller Stuckdecke, Orchestergraben und mondaenen Logen an beiden Seiten der Buehne. Ich hatte eben nur noch einen Platz auf dem Upper Circle bekommen, konnte da aber in die erste Reihe mittig. Vor der Buehne war so wenig Platz, dass da vielleicht 200 Zuschauer standen (ich kann so etwas aber nicht schaetzen). Die beiden Raenge fuellten sich erst langsam, sodass es bei weitem noch nicht voll war, als die Vorgruppe auftrat.

Und die war nicht - wie in Deutschland an vergleichbarer Stelle - etwas
wie Ghost of Dingsbums oder Panda oder Mariannenplatz sondern der naechste Hype in England, naemlich "The Twang" aus Birmingham, die in Kuerze ihr erstes Album veroeffentlichen. Statt einer eigenen Tour haben sie die Gelegenheit, mit James durch ausverkaufte Hallen zu tingeln, angenommen, auch, weil sie nach eigenem Bekunden James sehr schaetzen ("it's a fucking honour to play on the same stage as James"). Ich war sehr gespannt aber auch vollkommen unbefleckt, was The Twang angeht.

Die Band besteht aus Bassist, Schlagzeuger, Gitarrist und zwei Saengern! Die beiden (Phil
und Martin) liefen waehrend des ganzen Konzerts hin und her ueber die Buehne, sangen auch weiter, wenn gerade kein Mikro in der Naehe war und ergaenzen sich gesanglich ganz prima. Die Musik ist sicher beispielsweise von Oasis beeinflusst, ich glaube aber auch, gewisse Anlehnungen an James ab und an ausgemacht zu haben, falls mir da meine Phantasie keinen Streich gespielt hat. Der Auftritt war leider kurz (25 Minuten) aber sehr unterhaltsam. Phil scheint in jedem Satz als drittes Wort "fucking" zu sagen ("Weil ja fucking unser Album noch nicht erschienen ist, sind alle Songs neu"). Der Auftritt hat mich sehr neugierig gemacht auf fucking das Album!

The Twang gingen dann in eine der seitlichen Logen, waehrend die Roadies die Spuren ihres Konzerts entfernten (das dauerte zehn Minuten laenger als der Auftritt selbst). Mittlerweile waren auch die oberen Raenge fast restlos gefuellt, vor allem mit Leuten, die James eben damals schon mochten, die also mittlerweile auch schon etwas aelter waren.

Um fuenf nach neun kamen dann erst die beiden Gitarristen, der Bassist, Schlagzeuger
und Keyboarder auf die Theaterbuehne und nach ein paar Takten auch Saenger Tim Booth. Auftakt war "Seven", nicht besonders spektakulaer, nach dem letzten Takt aber gefeiert, wie ich es noch nie erlebt habe. Es gab lange anhaltende stehende Ovationen, es war ein ganz besonderer Moment. Ohne zu pathetisch klingen zu wollen, merkte man den Leuten an, wie sehr wohl alle diesem Konzert entgegengefiebert haben. Tim beschrieb das mit "It's fucking good to be here!"

Als drittes Lied kam etwas Neues, "Who are you?", das auf der in Kuerze erscheinenden Single-Collection sein wird. Einpraegsam bei James ist ja vor allem Tims Stimme, die
einen hohen Wiedererkennungseffekt hat. Aber auch die Musik ist ganz besonders und immer noch vollkommen modern, auch wenn einige der Hits bereits 20 Jahre alt sind. In der Musikpresse wird viel von New Rave geschrieben, von Hoffnungstraegern wie den Klaxons. Die Mutter des New Rave (naja, den Vater) habe ich heute gesehen.

Von den beiden kleinen Vorab- (und teilweise Geheim-) Konzerten kursieren in Foren die Setlisten. Auf denen fehlte zum Beispiel "Sit down". Als
dann eine Reihe neuer und weniger bekannter Lieder kam, ahnte Tim offenbar etwas von Panik im Publikum: "We're testing you. You're nervous if we play all your favorite songs... Don't worry!", um dann danach mit "Come home", "Ring the bells" und "Sit down" das regulaere Set zu beenden. Alle drei sind in einer Lautstaerke mitgebruellt worden (noch durch den engen hohen Theater-Bau verstaerkt), wie ich es noch nicht erlebt habe. "Sit down" schnitt selbst einer der Twangs mit seinem Handy mit! Besonders spektakulaer war aber der Beginn von "Sit down". Ganz sicher kannte jeder im Publikum die ersten Takte in- und auswendig. Trotzdem war es so ruhig wie nie sonst an diesem Abend, bis Tims Stimme einsetzte. Das war sehr feierlich.

Leider war das Konzert dann nach vier Zugaben und knapp zwei Stunden beendet. Vor dem Abschluss "She's a star" wollten James zwar noch einmal die Buehne verlassen, sie kuendigten aber an, dass jetzt die zweite Zugabe ohne Pause folge. "She's a star" war noch einmal die Gelegenheit herrlich mitzugroehlen, was auch in der Twang-Box jeder tat.

James sind zurueck. Das ist fuer mich die beste Nachricht des Jahres.

Setlist James:

01: Seven
02: Destiny
03: Who are you?
04: 5-0
05: Play dead
06: Getting away with it
07: Say something
08: Heavens
09: Chain mail
10: Riders
11: Honest Joe
12: Upside
13: Come home
14: Ring the bells
15: Sit down

16: Gold mother (Z)
17: Laid (Z)
18: Sometimes (Z)

19: She's a star (Z)

Bis jetzt gibt es keine James-Termine fuer Deutschland. Die Tour durch Grossbritannien ist seit Verkaufsstart restlos ausverkauft.

Fotos folgen in Kuerze (Umlaute auch!)


 

Konzerttagebuch © 2010

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