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Montag, 5. Dezember 2016

Ash, Köln, 04.12.16

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Konzert: Ash (20 Jahre 1977)
Ort: Luxor, Köln
Datum: [hier]
Dauer: Ash 105 min, Minor Cabinet knapp 30 min
Zuschauer: wohl so gut wie ausverkauft



Es gibt kaum etwas, das ich mehr hasse als posende Musiker. Ein Bein auf der Monitorbox, das Instrument in die Höhe, all diese Mucker-Folklore, schrecklich! Na gut, es gibt schon Sachen, die ich noch mehr hasse. Diese Echo-Spielchen. Band: "hejo" - Publikum: "hejo" - Band: "hehejo" - Publikum: "hehejo". Das ist in Bierzelten ok (weil ich nicht da sein muß), aber natürlich nicht in Konzertsälen. Das Publikum zum Mitklatschen animieren: scheußlich! Noch schlimmer als diese Fiesigkeiten sind rockige Gitarrensoli, dagegen klingen selbst Saxofone sexy. Am widerlichsten sind Soli auf diesen V-förmigen ZZ-Top-Gitarren! Musik aus der Hölle!

Bei Ash gibt's das alles.


Und trotzdem liebe ich die nordirische Band auch live. Und ich liebe sie so sehr, daß ich schweren Herzens auf Locas In Love verzichtete, die zeitgleich ihre Wintergala in Köln spielten. Ash sind seltener. 


Im Gegensatz zum Vorabend, dem ersten Europa-Konzert der 1977-Tour in Hasselt, war das Interesse riesig, das Luxor war früh voll (die Krefeder Vorgruppe Minor Cabinet begann schon um 20 Uhr). Obwohl das letzte eigene Konzert von Ash in Köln lange her sein muß (ich erinnere mich an keines in den letzten Jahren), ist das Interesse an der Band riesig. Mich überraschte vor allem der große Anteil jüngerer Leute. Wenn Gruppen das 20. Jubiläum einer Platte feiern, sind Zuschauer unter 30 ungewöhnlich, vor allem wenn die dann jedes Lied mitsingen.

Der erste Teil des Konzerts bestand wieder aus den zwölf Titeln des Ash-Debütalbums. Weil sie das in der chronologischen Reihenfolge spielen, kommen die ersten großen Hits früh, die nächsten in der Mitte. Dazwischen sind die schwächeren Stücke der Platte (I'd give you anything, bei dem es gestern ein ewig langes Gitarrensolo gab (s.o,) und Gone the dream). 1977 wurde aber durchgängig gefeiert und mitgesungen, egal ob Oh yeah, Goldfinger, Kung Fu und Girl from Mars oder eben Darkside lightside, Let it flow

Nach 55 Minuten war 1977 gespielt. Es hatte schon da sicher niemand bereut, seinen Abend im Luxor zu verbringen. "Instead of watching Tätort" (Tim Wheeler).

Nach 1977 kam der Nachschlag in Form von sieben weiteren Lieder der Phase vor uns nach der Platte. Die drei ersten Singles Jack names the planets, Uncle Pat und Petrol (diesmal nicht chronologisch), die beiden B-Seiten Cantina Band und Does your mother know (das ABBA-Cover von Oh yeah) und eine der zahlreichen B-Seiten von Goldfinger, die ich aber nicht erkannt habe. Das Lied nach Does your mother know war weder Sneaker noch I need somebody noch Get ready. Hmmm, aber da der Sänger der Band sein Werk besser kennt als ich, war es wohl doch eines der drei. 


Bis dahin gab es die ersten Crowdsurfer und eine gleichbleibend gute Stimmung. "Wie oft waren wir jetzt in Köln? Zehnmal? Fünfzehnmal? War jemand bei allen Konzerten? Ja, wir drei." Und zum Bassisten: "Thanks for coming, Mark!"

Der nächste Riesenhit, die Single nach 1977 (aus dem gleichnamigen Film mit Cameron Diaz und Ewan McGregor, den ich viel zu lange nicht gesehen habe) A life less ordinary, beendete den regulären Teil des Abends. 


Mit den Zugaben wurde es dann neuer. Erst das tolle Orpheus, dann Machinery und Let's ride von der letzten Platte, bevor das wunderschöne Shining light das Konzert beendete. Das dachte ich zumindest, denn besser konnte es ja nicht mehr werden, außerdem hatten Ash spätestens da alle Hits gespielt. Ich hatte aber Burn baby burn vergessen, das dann wirklich den Deckel drauf setzte.


Setlist Ash, Luxor, Köln:

1977:
01: Lose control

02: Goldfinger
03: Girl from Mars
04: I'd give you anything
05: Gone the dream
06: Kung Fu
07: Oh yeah
08: Let it flow
09: Innocent smile
10: Angel interceptor
11: Lost in you
12: Darkside lightside

13: Uncle Pat
14: Petrol
15: Cantina band (John Williams Cover)
16: Jack names the planets
17: Does your mother know (ABBA Cover)
18: ?
19: Life less ordinary

20: Orpheus (Z)
21: Machinery (Z)

22: Let's ride (Z)
23: Shining light (Z)
24: Burn baby burn (Z)

Tour:

05.12.: Knust, Hamburg
06.12.: Lido, Berlin

Links:

- aus unserem Archiv:
- Ash, Hasselt, 03.12.16

- Ash, Köln, 17.11.15
- Ash, Köln, 19.09.07
- Ash, Hohenfelden, 19.08.07
- Ash, Wiesbaden, 04.05.07
- Ash, Köln, 03.05.07



Sonntag, 4. Dezember 2016

Ash, Hasselt, 03.12.16

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Konzert: Ash (20 Jahre 1977)
Ort: Muziekodroom, Hasselt
Datum: 03.12.2016
Dauer: 75 min (reguläres Set; plus Zugaben)
Zuschauer: knapp 200



Ich habe Ash - wie alle anderen damals - 1996 mit ihrem Album 1977 kennengelernt. Obwohl die Konkurrenz damals riesig war, schaffte es das Debüt der nordirischen Band auf Platz eins der britischen Charts, Oh yeah, Kung Fu, Girl from Mars, Goldfinger in die Lieblingsliedlisten aller Menschen mit Musikgeschmack. Kaum schreibe ich "Oh yeah", habe ich einen Ohrwurm. Das klappt seit 20 Jahren!

Vor einiger Zeit spielten Ash schon einmal 1977 live, leider außerhalb meiner Reichweite, ich fühlte mich beleidigt! Aber der Band fiel wohl auf, daß einige wenige Konzerte damit Perlen vor die Säue wären, also kündigten sie eine ganze Tour an. Gottseidank mit drei Deutschland-Terminen! Da ich in meiner Familie nur der zweitgrößte Ash-Fan bin und das Patenkind an einem Sonntag nicht zu Konzerten gehen kann, begann meine 1977-Tour schon Samstag in Hasselt in Belgien.


Wir waren früh im Muziekodroom, einem der vielen grandios-tollen echten Konzertsäle in Benelux. Das Muziekodroom liegt in einem Gewerbegebiet am Kanal. Der Saal ist im ersten Stock und war noch geschlossen. Wir nutzten die Zeit, um die Live on Mars, die gerade erschienene Aufnahme eines Konzerts von 1997 zu kaufen. Verkauft wurde sie von Bassist Mark Hamilton, der vor der Show Merch-Dienst hatte (und ein Gaming-Video anguckte, wie das Patenkind begeistert feststellte). Als wir danach mit anderen wieder vor dem Saal warteten, kam ein Clubmitarbeiter und sagte uns allen, das Konzert finde im kleinen Saal statt.

Dieser kleinen Saal war sehr klein, laut Website passen 200 rein. Als es um 21:15 losging (ohne Vorgruppe), war der Raum ziemlich voll. Die Band kam durch den gleichen Eingang wie wir und begann mit Lose control, dem ersten Stück der Platte. Seit einigen Jahren spielen immer mehr Gruppen Alben komplett, dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Ash folgen dem konservativen Ansatz: erstes Lied bis letztes Lied. Also war das Programm am Anfang nicht überraschend und die großen Hits früh dran. Goldfinger und Girl from Mars, Kung Fu und Oh yeah sind sonst eher am Ende eines Konzerts dran. 



Es war alles wie immer: so viele großartige Songs, all die abenteuerlichen Verrenkungen des Bassisten (einmal schien er in einen Spagat fallen zu wollen), das Tanzen von Gitarrist Tim Wheeler zwischen seinen Gesangsparts, die kurzen Pausen zwischen den Stücken und Tims Gibson Flying V (gegoogelt). Natürlich sind bei Ash auch immer viele mitsingende Briten, allerdings waren auch die Einheimischen textsicher und gezielt wegen der Band da. Es war toll!


Nach 55 Minuten war 1977 fertig. Meine Erkenntnis danach: auch live ist das Album grandios! Den Hidden Track nach Darkside lightside sparten sich die drei glücklicherweise. "Die drei" stimmte bei den ersten 1977-Konzerten nicht ganz. Bei einigen der Lieder war auch Charlotte Hatherley auf die Bühne gekommen, bei dieser Tour natürklich (und leider) nicht.


"Wir spielen jetzt noch ein paar Stücke von damals", gab Tim danach lapidar durch. Und auch alleine für dieses Zusatzpäckchen hätte sich die Fahrt nach Flandern gelohnt. Es fing an mit der ersten Single Jack names the planets (damals noch mit Pluto!), einem der tollsten Lieder der Band. Danach Petrol, die zweite Single. Mein Liebling des Abends war das dritte zusätzliche Lied, Uncle Pat, die - tataaa! - dritte Single. Die Singles vier bis acht hatten sie vorher gespielt, also kamen nach Uncle Pat andere Besonderheiten: zunächst mein heimlicher Wunsch Cantina Band (aus Star Wars - Hashtag: Han shot first) in einer ganz kurzen Version ohne die vielen Soli nach der eigentlichen Melodie. Das zweite Cover Does your mother know? von ABBA hatte ich lange schon vergessen. "Warum wir das spielen? Weil es eine B-Seite war [von Oh yeah]. Warum wir damals ABBA gecovert haben, ist eine andere Frage!" Naja, warum bloß? Weil es ein tolles Lied ist und Ash daraus einen Knüller gemacht haben.

Unser letztes Lied war die neunte Ash-Single A life less ordinary, das das reguläre Set beendete. 

Es war phänomenal gut, die Setlist ein Traum. Das muß ich heute noch mal sehen.


Setlist Ash, Muziekodroom, Hasselt:

1977:
01: Lose control

02: Goldfinger
03: Girl from Mars
04: I'd give you anything
05: Gone the dream
06: Kung Fu
07: Oh yeah
08: Let it flow
09: Innocent smile
10: Angel interceptor
11: Lost in you
12: Darkside lightside

13: Jack names the planets
14: Petrol
15: Uncle Pat
16: Cantina band (John Williams Cover)
17: Does your mother know (ABBA Cover)
18: Life less ordinary

Zugabe: ? 

Links:

- aus unserem Archiv:
- Ash, Köln, 17.11.15
- Ash, Köln, 19.09.07
- Ash, Hohenfelden, 19.08.07
- Ash, Wiesbaden, 04.05.07
- Ash, Köln, 03.05.07


Mittwoch, 18. November 2015

Ash, Köln, 17.11.15

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Konzert: Ash (vs. We Are Scientists)
Ort: Luxor, Köln
Datum: 17.11.2015
Dauer: knapp 60 min
Zuschauer: 400 vielleicht (ziemlich voll)



2001 bin ich einer Freundin zuliebe, aber natürlich auch wegen der Vorgruppe, zu einem ähmmm Robbie Williams Konzert ins Müngersdorfer Stadion gegangen. New Order waren als Support für den Ex-Boyband-Tänzer angekündigt worden - es wurde mein bisher bitterstes Konzerterlebnis. Das Publikum bestand mehrheitlich aus sektschwangeren RTL-Mitarbeiterinnen, die natürlich noch nie von New Order gehört hatten. "Perlen vor die Säue geworfen" ist eine sehr euphemistische Beschreibung des Auftritts. Bernard Sumners Laune sank von Ansage zu Ansage. "Das nächste Lied werdet ihr auch wieder nicht kennen. Es war ein Hit in Europa. Blue Monday." Bitter! Wenn "fremdschämen" nicht 

Immerhin hatte der Tag etwas Gutes. Ich stand auf dem Rasen, auf dem Toni Schumacher, Dieter Müller, Heinz Flohe, Poldi, Pierre Littbarski und Thomas Häßler geglänzt haben. Und die andere Vorgruppe, die ich nicht erwartet hatte. "We are Ash" [nicht Äsh] sagte Sänger Tim Wheeler irgendwann mitten im Konzert, nachdem sie bereits Hits wie Goldfinger, Burn baby burn und A life less ordinary gespielt hatten und bei meiner Begleitung und mir Glückseligkeit erzeugt hatten. Die großartigen Ash als Überraschung serviert zu bekommen! Wow!


Meine nächsten Ash-Konzerte kamen erst 2007, danach wurde es wieder still um die Band mit den riesengroßen Rocksongs und der noch viel größeren Platte 1977.

Um neun Uhr wurde es laut, von Band ertönte ein (glücklicherweise sofort als harmlos zu identifizierender) Knall und Ash kamen auf die Bühne und begannen mit dem schönen Instrumental-Stück Evel Knievel. Seit dem Ausstieg von Charlotte sind Ash wieder die drei ursprünglichen Musiker, Sänger Tim Wheeler, Bassist Mark Hamilton und Schlagzeuger Rick McMurray. Vermutlich ist auch die Rollenverteilung seit Bandgründung gleichgeblieben. Tim läuft und hüpft während der Stücke über die Bühne (ist dabei ein wenig ruhiger geworden), während Bassist Mark die 20 ekligsten Rockstargesten nachstellt. Das Posen des langhaarigen Bassspielers und die fiesen Animationen (etwas vorsingen und das Publikum singt nach, die Mitklatschdinge) sind eigentlich nicht tolerierbar. Bei Ash stören sie mich aber nicht, warum auch immer. Auch die vielen schiefen Töne vor allem am Anfang machten nichts. Bei A life less ordinary singen Tim und Rick. Beide trafen nicht alle Töne, gemeinsam klang es manchmal wie Kassetten, die damals zu lange im warmen Auto lagen. Aber mein Gott, wer Lieder wie Goldfinger oder Kung Fu geschrieben hat, kann sie ruhig ein wenig schief singen.


Mit Kung Fu wurde das Konzert toll. Nach dem Lied von 1977 kamen nur noch Hits. Let's ride von der aktuellen Platte Kablammo! funktioniert live ausgezeichnet, Evil eye, Oh yeah, Orpheus, Shining light, das Lufthol-Stück Machinery und danach Girl from Mars. Das war schon enorm stark!

Um uns rum standen textsichere Briten und textsichere Deutsche, die eine Stimmung erzeugten, die verdeutlichten, daß nicht nur wir vor allem (oder nur) wegen der Vorgruppe gekommen waren!

Setlist Ash, Luxor, Köln:

01: Evel Knievel
02: Cocoon
03: A life less ordinary
04: Go! Fight! Win!
05: Goldfinger
06: Free
07: Kung Fu
08: Let's ride
09: Evil eye
10: Oh yeah
11: Orpheus
12: Shining light
13: Machinery
14: Girl from Mars

Links:

- aus unserem Archiv:
- Ash, Köln, 19.09.07
- Ash, Hohenfelden, 19.08.07
- Ash, Wiesbaden, 04.05.07
- Ash, Köln, 03.05.07

- We Are Scientists, Oxford, 06.03.14
- We Are Scientists, Highfield, 15.08.08
- We Are Scientists, Luxemburg, 21.06.08
- We Are Scientists, Paris, 16.11.06
- We Are Scientists, Köln, 14.11.06


(zu wenig Photos... das Luxor erlaubt hat seine Kamera-Toleranz verschärft - bestimmt aus Sicherheitsgründen. Mir wurden "zwei oder drei" Bilder zugestanden, beim nächsten Mal dürfe ich aber diese Kamera (mit festem Objektiv und alles andere als professionell) nicht mehr mitnehmen. Kölns härteste Tür, die ich aber künftig nicht mehr so oft von innen sehen werde)


Mittwoch, 22. August 2007

Ash, Hohenfelden, 19.08.07

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Konzert: Ash

Ort: Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 19.08.2007
Zuschauer: volles Zelt


Ash traten nach Tegan & Sara im Coca Cola Zelt auf und das Trio gewann schnell die Sympathien des Publikums, als sie mit dem Opener "Burn Baby Burn" von ihrem bisher erfolgreichsten Album 1977 ihr Set begannen. Diesen Hit, aber bestimmt wohl auch "Oh Yeah" und "Girl From Mars", die ebenfalls gespielt wurden, kennt wohl fast jeder, der in den Neunzigern schon Indie-Rock gehört hat. Etwas schwieriger tun sich die Iren hingegen, das Publikum und Krtiker mit ihrem neuen Opus "Twilight Of The Innocents" zu gewinnen. Live zogen Stücke wie Polaris oder der Titeltrack zwar nicht schlecht, an die Begeisterungsstürme, die beispielsweise "Girl From Mars" auslösten, kamen sie aber nicht heran. Lag es vielleicht daran, daß sich besagtes Girl from Mars, die Ex-Gitarristin Charlotte Heatherly, von der Band verabschiedet hat, um auf Solo-Pfaden zu wandeln? Hmm, gute Frage, die ich nicht so ohne Weiteres beantworten kann...

Fest steht aber, daß in den 2000er Jahren etliche Bands in England aufgekommen sind, die Ash ein wenig abgedrängt haben, so z.B. Franz Ferdinand, Bloc Party oder auch die Arctic Monkeys. Wenn ich ganz ehrlich bin, muß ich zugeben, daß ich trotz der Sympathien, die ich für Ash hege, diese Entwicklung nachvollziehen kann und heute nicht so richtig begeistert war. Vielleicht hatte ich gerade ein kleines Konzentrationsloch, möglicherweise lag es aber ganz einfach daran, daß die Iren zu wenig eigenständig waren, um aus der Masse guter Bands herauszuragen...

Setlist Ash Highfield:

01: Burn Baby Burn
02: You Can't Have It All
03: Orpheus
04: Renegade Cavalcade
05: Polaris
06: Kung Fu
07: Blacklisted
08: Oh Yeah
09: Girl From Mars
10: Twilight Of The Innocents



Samstag, 5. Mai 2007

Ash & Muff Potter, Wiesbaden, 04.05.07

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Konzert: Ash & Muff Potter (Visions Spring Tour)

Ort: Schlachthof Wiesbaden
Datum: 04.05.07
Zuschauer: nicht zu viele


Zwei Tage in Folge das gleiche Konzert bzw. Festival zu sehen, ist zugegebenermaßen nicht furchtbar originell. Ich hatte aber vergangene Woche bei myspace einen Gästelistenplatz von Ash gewonnen und wollte das auf alle Fälle wahrnehmen. Das gestrige Konzert war auch Motivation genug, die Iren noch einmal zu sehen.

Ich kam erst sehr spät im Schlachthof an, hatte leider in Kauf genommen, heute die Good Shoes zu verpassen. Im großen Saal spielten Muff Potter in einer unglaublichen Lautstärke. Der Schlachthof war auch höchstens zur Hälfte gefüllt, die Werbekampagne der Visions scheint also wirklich extrem dürftig gewesen zu sein.

Muff Potter spielten (zumindest nachdem ich da war) das Set von gestern. Aber es gab einen Unterschied: meine Einstellung, es gefiel mir nämlich deutlich besser als gestern. Das Köln Konzert war ja auch absolut überzeugend, nur war ich nicht richtig überzeugt . Heute haben mich die Münsteraner schon ein Stück mehr erobert. Zweite Chancen sind also keine so schlechte Idee. Das schreibe ich übrigens nicht, weil ich seit vorhin überzeugt bin, daß Muff Potter Sänger Thorsten unseren Blog liest, denn vor dem letzten Lied bedankte er sich und wünschte viel Spaß bei "Äsh, die heißen aber gar nicht Äsh sondern Ash, denn die sind gar nicht aus England." Brav! Auch heute war die Stimmung bei Muff Potter wieder hervorragend, das ist eine echte Liveband.

Wieder wach dank zweier Afri Cola (ein toller Laden, der Schlachthof!) stellte ich mich weiter nach vorne, um auf Ash zu warten. Der Umbau ging deutlich schneller als in Köln. Wie gestern war die Intromusik "When I fall in love" in der Version von Nat King Cole. Auch Ash spielten das Set von gestern, auch heute war das Publikum begeistert, heute waren die Lücken vor der Bühne allerdings deutlich größer. Trotz der gleichen Lieder war es für mich überhaupt nicht langweilig. Es hat im Gegenteil fast noch mehr Spaß als gestern gemacht. Die neuen Lieder sind schon vertrauter und funktionieren live gut. Und fünf neue Titel Monate vor der neuen CD sind ja nicht so schlecht. Nach der ersten Zugabe ("I started a fire") ging Sänger Tim zu seinen beiden Kollegen und sprach etwas ab. Abweichend kam dann nicht "Kung Fu" als Abschlußlied sondern "Uncle Pat", das sie eine Weile nicht gespielt hätten. Danach das gleiche Spiel: kurze Absprache und zusätzlich "Jack names the planets". Erst danach endete mit "Kung Fu" dieses grandiose Konzert.

Setlist Ash:


01: Burn baby burn
02: Orpheus
03: You can't have it all
04: Goldfinger
05: Ritual
06: Walking barefoot
07: Polaris
08: A life less ordinary
09: Oh yeah
10: Girl from Mars
11: Twilight of the innocents

12: I started a fire (Z)
13: Uncle Pat (Z)
14: Jack names the planets (Z)
15: Kung Fu (Z)

Mehr Fotos gibt es hier.
Videos von "Oh yeah" und "Girl from Mars".


Freitag, 4. Mai 2007

Ash, Good Shoes & Muff Potter, Köln, 03.05.07

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Konzert: Ash, Good Shoes & Muff Potter (Visions Spring Tour)

Ort: Bürgerhaus Stollwerck, Köln
Datum: 03.05.2007
Zuschauer: sehr dürftig besucht


Man kann über diese Musikzeitungs-Konzerte sagen, was man will: Das Line-Up der Visions Spring Tour, die gerade durch Deutschland zieht, ist unbestritten exzellent. Neben den jungen, sehr gehypten englischen Bands The Enemy und Good Shoes waren Muff Potter und Ash aus Irland für die Mini-Tour angekündigt.

Als ich vollkommen abgehetzt im Bürgerhaus Stollwerck ankam, folgte gleich eine Ernüchterung: "The Enemy fällt krankheitsbedingt aus", stand auf einem Zettel am Eingang. Das war bitter, weil ich die jungen Engländer gerne gesehen hätte - und weil auf einmal eine Stunde zu überbrücken war.

Nach irre langem Warten ging es dann laut Zeitplan pünktlich um zehn vor neun mit den Good Shoes los. Die Debüt-Platte der Londoner (sie stammen aus Morden, einem Londoner Vorort) "Think before you speak" habe ich einige Male gehört, seit ich Sie bei iTunes gekauft habe - und sie gefällt mir außerordentlich gut. Also war ich sehr gespannt, ob die Band live hält, was ich mir von ihr versprach. Und das tat sie. Auch meine wenigen Mithörer hatten sichtbar Spaß am Auftritt der Good Shoes, denn die Stimmung war trotz des leeren Saals prima. Die Zuschauermenge war aber wirklich frustrierend. Ich denke, jede Schülerband hat bei Auftritten an ihrer Schule mehr Zuhörer. Traurig, daß eine Band, die im vergangenen Jahr (ohne bis dahin eine Platte veröffentlicht zu haben) beim Reading and Leeds Festival gespielt hat, vor 50 Leuten spielen muß. Aber das scheinen die vier Jungs um Sänger Rhys Jones erfolgreich verdrängt zu haben, denn sie spielten, als stünden sie auf einer großen Bühne. Man mag jetzt über die vielleicht wenig originelle Musik streiten, mir hat der Auftritt aber viel Spaß gemacht. Der 30-Minuten Auftritt begann wie die Platte mit dem herausragenden "Nazanin", gefolgt von "The photos on my wall." Weitere Highlights waren natürlich die Single "Mo-hor-den, Morden, Mo-hor-den" und "Never meant to hurt you." Sänger Rhys sagte mir hinterher, daß die Band im September, Oktober noch einmal in Deutschland ist, in Köln werden sie im Prime Club auftreten.

Setlist Good Shoes:

01: Nazanin
02: The photos on my wall
03: Wait
04: Ice age
05: Blue eyes
06: Everybody's talking
07: Never meant to hurt you
08: Morden
09: We are not the same
10: All in my head

Sehr angenehm war, daß der Tonmann (so wie ich) das neue Modest Mouse Album toll findet, denn das lief in jeder Pause, mindestens dreimal komplett. Die folgende Umbaupause für Muff Potter war dann auch aufwendiger, denn da mußte nicht nur ein riesiges Transparent hinter der Bühne aufgehängt werden, sondern auch die Bühne liebevoll mit gemütlichen Wohnzimmerlämpchen dekoriert werden. Zu Muff Potter hatte ich vorher keine rechte Meinung, ich kannte nur ein paar Lieder, war aber bisher nicht neugierig genug, mich damit intensiver auseinander zu setzen. Der Großteil des Publikums war aber wohl wegen Muff Potter da, denn so voll (nicht voll, nur voller) war es vor- und nachher nicht.

Mit Bands aus Münster scheine ich mich schwer zu tun. Samba und Ghost of Duweißtschonwer hatten mich dieses Jahr schon ziemlich wenig begeistert. Muff Potter gehört natürlich nicht in die gleiche Liga, wie die Nachbarn. Ich kann schon verstehen, daß die Band eine große Anhängerschaft hat. Aber mich haben sie nicht vom Hocker gerissen. Schade. Ich will jetzt auch nicht behaupten, daß die Band das schuld ist, mir gefällt dieses Virginia Jetzt! in gitarrenlastiger einfach nicht so gut wie anderes. Aber der Großteil des Publikums war restlos begeistert, tanzte, sang mit und hatte Spaß. Und der Auftritt war hochprofessionell und gut.

Und sie haben mich dann doch noch bekommen... Sänger Thorsten fragte irgendwann, ob Express-Leser da seien. Sein Schlagzeuger Brami wolle nämlich
dringend wissen, was aus Frank Fussbroich nach all dem Scheiß geworden sei. Sehr schön! Ich werde nachher mal recherchieren, denn das interessiert mich auch. Der Junge hat ja so viel Pech gehabt. Thorsten bedankte sich auch noch bei den anderen Bands und bedauerte, daß The Enemy schon abgereist seien. Aber er hätte die auch nicht kennengelernt, denn die seien 16 und hätten wohl Angst vor älteren Herren. In der Halle war übrigens striktes Rauchverbot. Das habe ich bisher nur einmal im Gebäude 9 erlebt, als The Wedding Present das gewünscht hatten. Hier liefen dann wirklich Ordner rum, die mit "Hier wird nicht geraucht" (was ja so sprachlich nicht ganz korrekt war), auf Kippenjagd gingen. Muff Potter fragten dann auch, ob das toll oder scheiße sei, daß es ein Rauchverbot gebe, sie fänden das eher scheiße. Aber ich schweife ab. Toller Auftritt von Muff Potter, auch wenn es nicht ganz meine Musik ist.

Setlist Muff Potter:

01: Punkt 9
02: Wunschkonzert
03: Wenn, dann das hier
04: Elend 16
05: Take a run at the sun
06: Bitter Lemon
07: Born blöd
08: Wir sitzen so vor Molotow
09: Fotoautomat
10: Den Haag
11: Allesnurgeklaut

Um elf kam dann der Hauptgrund meiner Anwesenheit, Ash (ausgesprochen Ash wie Asche und nicht Ash wie Esche, Thorsten!). Ich hatte die Band, die ich seit Jahren liebe, bisher erst einmal gesehen, bei einem der spektakulärsten Line-Ups, die ich bisher erlebt habe. Damals trat (ich schreibe das jetzt ganz leise) Robbie Williams im Müngersdorfer Stadion auf. Vorgruppen waren Ash und New Order. Unabhängig davon, daß es immer schon mein Traum war, im Innenraum des FC-Stadions zu stehen, traten damit zwei meiner Helden auf. Ash kannten (hatte ich den Eindruck) außer einer Freundin und mir kaum Leute und New Order verlebten sicher einen der schrecklichsten Abende ihrer Karriere. Nach einer Weile kündigte Sänger Sumner fast jedes Lied an mit "Das werdet Ihr auch wieder nicht kennen, es war aber Hit in England." Ich habe mitgelitten.

Die Tour jetzt ist die erste nach dem Ausstieg der Gitarristin Charlotte. Ash traten also in Besetzung Gitarre & Gesang, Bass und Schlagzeug auf. Und es klang wirklich gut. Die Band spielte einige liebgewonnene Lieder von den Alben "1977" und "Free all angels" und "Meltdown", vor allem aber einige neue Titel, die auf der im Juli erscheinenden CD enthalten sein werden. "You can't have ist all" ist bei iTunes bereits als Vorabveröffentlichung erhältlich, "Ritual", "Polaris", "Twilights of the innocents" und die Zugabe "I started a fire" waren neu für mich. Stilistisch bewegen die sich in der 1977-Ecke, denke ich, "You can't have it all" ist sogar eine Ecke poppiger als vieles andere, ich denke, daß darin ein großes Hitpotential liegen wird. Meine Vorfreude auf die CD hat die Band in Köln massiv erhöht.

Leider, das ist wieder der rote Faden, war es wieder merklich leerer als bei Muff Potter. Ein so tolles Konzert vor solch jämmerlicher Kulisse ist wirklich eine Verschwendung. Ash sind eine brillante Live-Band. Der Gesang ist top, die sehr retroaussehenden Instrumente bedienen die Ashs perfekt. Es war ein ganz großes Vergnügen, den Verrenkungen des Bassisten zuzusehen. Schade, daß das nicht mehr Leute erlebt haben.

Setlist Ash:

01: Burn baby burn
02: Orpheus
03: You can't have it all
04: Goldfinger
05: Ritual
06: Walking barefoot
07: Polaris
08: A life less ordinary
09: Oh yeah
10: Girl from Mars
11: Twilight of the innocents

12: I started a fire (Z)
13: Kung Fu (Z)



 

Konzerttagebuch © 2010

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