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Mittwoch, 4. Juni 2014

Dum Dum Girls, Barcelona, 31.05. & 01.06.14

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Konzert: Dum Dum Girls
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 31.05. & 01.06.2014
Dauer: gut 50 min & 40 min



Bei meinem ersten Primavera Festival 2010 waren die Dum Dum Girls eine der besten Bands. Ich mochte den Auftritt der Amerikanerinnen auf der Bühne unter dem Betondach, unter dem seit ein paar Jahren die Ess- und Trinkstände sund, sehr. Der nie zu liebliche 60s-Pop der Band wird auch auf der dritten Platte nicht langweilig (etwas, was die anfangs tollen Long Blondes nicht vollbracht haben - weder spannende Songs nach dem ersten Album noch eine dritte Platte - und im Gegensatz zu den Long Blondes sind die Dum Dum Girls eine sehr gute Liveband).

2012 hatte ich die Band um Frontfrau Dee Dee Penny in Frankfurt wiedergesehen und ein großartiges Konzert erlebt, bei dem sie mit Sight of you noch ein Lied meiner Lieblinge Pale Saints coverten. Natürlich wollte ich sie auch in Barcelona sehen.

Wie La Sera (folgt) und Speedy Ortiz (hier) traten die Dum Dum Girls auch mehrfach auf. Ihr erstes (das reguläre) Konzert fand auf der Pitchfork Bühne statt und litt auch unter dem mäßigen Sound, den es hier öfter gab. Dee Dees Stimme war viel zu leise. So etwas kann ja Sinn machen, wenn ein Stimmchen live nicht viel hergibt, das gilt für die Amerikanerin aber nicht. Offenbar hatten die Soundleute dieser Bühne einfach Lust auf mehr Gitarren.


Das fünfzigminütige Set am Nachmittag (20 Uhr) bestand überwiegend aus Stücken vom letzten sehr guten Album Too true und der kurz vorher erschienenen EP End of daze. Die ersten beiden Alben und (drei) EPs füllten das Programm mit Evergreens wie Coming down oder Bedroom eyes.


A propos füllen... Dum Dum Girls war diesmal nicht ganz richtig, die Band hatte einen Mann an einer der Gitarren. Immerhin hielt er sich an die aktuelle Kleidervorschrift und trug ein wenigstens ansatzweise netziges Oberteil.


Wäre der Sound professioneller gemischt gewesen, das Konzert hätte sehr viel mehr Spaß gemacht. Aber wie schon bei Speedy Ortiz gab es dafür ja das Parkkonzert am kommenden Nachmittag.

Setlist Dum Dum Girls, Primavera Sound Festival, Barcelona:


01: Cult of love
02: I got nothing
03: In the wake of you
04: Too true to be good
05: He get's me high
06: Bedroom eyes
07: Are you ok?
08: Rest of our lives
09: It only takes one night
10: Under these hands
11: Rimbaud eyes
12: Lord knows
13: Lost boys & girls club
14: Coming down


Am Sonntag, also dem Tag nach dem Ende des eigentlichen Festivals, traten einige Bands tagsüber im Park oder abends in den Theatern Apolo und Barts auf. 


Für den Park hatte ich mir nur dei Dum Dum Girls rausgesucht, der Rest des Sonntagprogramms reizte mich dort nicht. Die Band spielte vor bzw. unter dem eindrucksvollen Glasdach eines (vermutlich) ehemaligen Gewächshauses vor vollem ähm Park. Einige hundert Zuschauer hatten die Gelegenheit ergriffen, die Gratis-Konzerte am Nachmittag anzusehen. 


Die Amerikanerinnen (und der Mann) spielten eine um zehn Minuten abgespeckte Version des Vorabends, drei Lieder fielen weg, der Rest blieb unverändert. Die kürzere Spielzeit wurde durch Sonne und deutlich besseren Sound kompensiert. Auf einmal war alles so, wie ich es mir vorstelle. Dee Dee war gut zu verstehen, das Konzert das deutlich bessere der beiden. 


Wer noch nie beim Primavera war, sollte ganz dringend die Rückreise an die Konzerte nach dem eigentlich Festival-Ende anpassen. Nicht nur Künstler, die nicht Donnerstag bis Samstag auftreten, auch die, die ein zweites Konzert in der Sonne im Grünen spielen, rechtfertigen dies auf alle Fälle!

Setlist Dum Dum Girls, Park Ciutadella, Barcelona:

01: Cult of love
02: I got nothing
03: In the wake of you
04: He get's me high
05: Bedroom eyes
06: Are you okay?
07: It only takes one night
08: Rimbaud eyes
09: Lord knows
10: Lost boys & girls club
11: Coming down


Links: 


- aus unserem Archiv:
- Dum Dum Girls, Frankfurt, 07.09.12
- Dum Dum Girls, Paris, 27.03.12
- Dum Dum Girls, Paris, 23.07.10
- Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10
- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10



Samstag, 8. September 2012

Dum Dum Girls, Frankfurt, 07.09.12

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Konzert: Dum Dum Girls
Ort: Zoom, Frankfurt
Datum: 07.09.2012
Zuschauer: knapp 100
Dauer: gut 55 min



Es ist eine Weile her, daß ich die Dum Dum Girls live gesehen habe. 2010 spielte die äußerst stylishe kalifornische Band beim Primavera Festival in Barcelona und beeindruckte mich da auch musikalisch. Danach habe ich zwar immer wieder von Konzerten der Frauen gehört, dabei fielen aber meist wenig charmante Beschreibungen. "Schlafmützig" war dabei eine der netteren Formulierungen.

Trotzdem hatte ich spontan mehr Lust auf den 60s Pop der Dum Dum Girls als auf die ursprünglich eingeplanten Unwinding Hours in Köln.

"21 Uhr gehen die Dum Dum Girls auf die Bühne", war die Ansage. Wegen der sichergeglaubten Staus auf der A3, die blöderweise ausblieben, war ich zwanzig Minuten zu früh. Außer mir waren zehn andere da, es füllte sich auch im Anschluß sehr langsam. Hätte das Konzert wie geplant angefangen, hätten die Dum Dum Girls vor höchstens 20 Zuschauern gespielt (ihre Ex-Drummerin Frankie Rose hatte in Köln ein deutlich größeres Publikum). Man verschob also alles nach hinten und hoffte offenbar, daß nur Coolness und nicht das packende WM-Qualifikationsspiel gegen Färör** (übrigens nicht "Färör Inseln", "Ör" heißt schon Insel, als kleine Besserwisserei) die Frankfurter hinderte, rechtzeitig da zu sein.

Als die vier Musikerinnen schließlich auftraten, hatten sie Rosen in der Hand, die zunächst an den Mikroständern befestigt wurden. Von neuen Mitgliedern der Band hatte ich gehört, wusste aber nicht mehr, wer ausgetauscht wurde. Auch Sängerin Dee Dee erkannte ich nur auf den zweiten Blick, da sie jetzt strohblondes Haar trägt (sie ist von Kalifornien nach New York umgezogen). Die Bassistin. lernte ich später, ist neu dabei, während des Konzerts hätte ich das aber nicht sagen können. Bekannt kamen mir alleine die Netz-Strümpfe vor, allerdings hat das intensive Touren Spuren hinterlassen, sie waren sehr löchrig (oder, damit das auch die Jüngeren verstehen,
vintage). Auch Neu-Bassistin Malia scheint die Leggins ihrer Vorgängerin Bambi aufzutragen (den Satz darf man auch nicht aus dem Zusammenhang reißen).

Neu war auch das erste Lied. Mine tonight erscheint auf der End of daze EP Ende des Monats. Das Stück ist sehr getragen, aber nicht ohne Reiz und war ein guter Auftakt. Diese Ruhige vieler ihrer Lieder wirkt auf der Bühne schon wie Lethargie, das kann ich an der Dum Dum Girls Kritik nachvollziehen. Die punkigen Momente, die "Frauenband aus LA" und die Outfits nahelegen, sind selten. Wenn dann Musikerinnen wie Ex-Bassitin Bambi den immer gleichen Gesichtsausdruck haben, verstärkt das den Eindruck.

Mir ging das nicht so, das Konzert war keinen Augenblick langweilig, auch wenn die drei vorne aufgereihten Musikerinnen keine Trapeznummern hinlegten. Ihnen schien der Auftritt auch trotz des überschaubaren Publikums Spaß zu machen. Gitarristin Jules grinste (nein, lächelte) vor sich hin und Sängerin Dee Dee verkaufte hinterher sehr gut gelaunt Merch. Jules' an die Editors oder oft Interpol erinnernde Gitarren beeindruckten mich das ganze Konzert über sehr.

Einige Stücke kannte ich nicht. Das waren neben Mine tonight auch Season in hell und I got nothing von der kommenden EP, aber auch das seit einiger Zeit gespielte Lavender haze. Von denen hat es mir vor allem I got nothing besonders angetan! Das Lied ist ein großer Knüller und alleine schon der Grund, die Platte zu kaufen. I got nothing war neben Always looking und dem ein wenig schief gesungenen Jail la la (erste Zugabe) das beste Stück des Abends!

So richtig ging mir aber das Herz auf, als Dee Dee das letzte Lied begann. Sight of you von den wundervollen Pale Saints (einer der Bands, die mich neben Galaxie 500 oder Lush durch die musikalisch oft schrecklichen 90er Jahre gerettet haben)! Ich wusste nicht, daß die Dum Dum Girls das covern und war überrascht und sehr angetan.

Der Abend hat Spaß gemacht und war sicher nicht mein letztes Dum Dum Girls Konzert. Vielleicht bin
ich da aber auch nur Opfer der subtilen psychologischen Tricks der Band, ich guckte nämlich (wenn nicht auf die Bandmitglieder) auf eine Stagekiste mit der Aufschrift "lust, lust, lust, lust".

Setlist Dum Dum Girls, Zoom, Frankfurt:

01: Mine tonight (neu)
02: He gets me high
03: Catholicked (Patti Smith Cover)
04: I will be
05: Bhang bhang
06: Bedroom eyes
07: Hold your hand
08: Season in hell (neu)
09: Rest of our lives
10: Teardrops on my pillow
11: I got nothing (neu)*
12: Always looking
13: Lavender haze
14: Sight of you (Pale Saints Cover)

15: Jail la la (Z)
16: Coming down (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Dum Dum Girls, Paris, 27.03.12
- Dum Dum Girls, Paris, 23.07.10
- Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10
- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10

* vermutlich! Zumindest kam die Zeile mehrfach vor, und ich kannte das Lied nicht.
** wie kann man Podolski nicht von Beginn an aufstellen?


Donnerstag, 29. März 2012

Dum Dum Girls & Masquer & Mensch, Paris, 27.03.12

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Konzert: Dum Dum Girls & Masquer & Mensch
Ort:Le Divan Du Monde, Paris

Datum: 27.03.12

Zuschauer: etwa 400

Konzertdauer: Dum Dum Girls 50 Minuten, die beiden anderen etwa 40 Minuten



Alle sprachen sie nur von der neuen Bassistin der Dum Dum Girls. Obwohl, was heißt hier schon "alle"? Die lüsternen Männer natürlich, ich mittendrin. Die glotzten die dunkelhaarige Schönheit namens Malia an, bis ihnen die Augen aus dem Kopf fielen. Wenn sie nicht gerade die Gitarristin Jules begafften und hofften, daß sie sich umdreht, damit sie ihren Hintern begutachten konnten. Der fiel nämlich halb aus dem schwarzen Slip raus.

Ja, es gab wirklich viel zu sehen, bei den vier heißen Dum Dum Girls aus Kalifornien. Trendiger Fummel, lange Beine, wohlgeformte Hinterteile und eine laszive Bühnenshow zogen die Blicke an. Übrigens nicht nur die der Männer, auch viele Frauen im Publikum standen auf das coole Image der Girlgroup.

Stellte sich natürlich sofort die Frage, ob bei soviel Modenschau auch die Musik was taugte? Und glücklicherwiese konnte ich zumindest für den heutigen Abend guten Gewissens: "ja" sagen. Zwar hatte ich auch live Probleme, über die banal-süßlichen Texte hinwegzusehen, erfreute mich aber an der ungemein zackigen Darbietung, der ungewöhnlich hohen Spielfreude der Dum Dum Girls und dem Punch der tollen Schlagzeugerin Sandy, die von hinten massiv Druck machte und die Mädels vorne pausenlos anpeitschte. Da war wirklich Zug drin, wurde einem keine Sekunde zum Verschnaufen gegeben. Die vier Girls feuerten die Songs ab wie aus einem Maschinengewehr, spielten tight und dynamisch auf und kommunizierten sogar bisweilen untereinander, ein Novum für mich. Sängerin Dee Dee und Gitarristin Jules lieferten sich ein paar Phasen wilde Gitarrenduelle und erhöhten die ohnehin schon hohe Temperatur im gut gefüllten Divan Du Monde noch einmal um ein paar Grad. Die Kameras der Fotografen klickten unablässig, jeder wollte den Schuß schlechthin landen.

Und die Songs erfuhren live noch eimal ein uplifting, kamen wirklich gepfeffert rüber. Waste Away und Bhang Bhang, I'm Burnout hießen die Highlights, die auch eine kitschige Schnulze wie Teardrops On My Pillow vergessen machten.

Das Allerbeste hatten sich die Kalifornierinnen aber für die Zugabe aufgehoben. Coming Down berauschte durch seine melodisch-sphärischen Gitarren wiklich ungemein, vor allem auch durch die super Passage, in der Dee Dee langgezogen "here I go" intonierte und dabei ihren Mund bis zur Schmerzgrenze aufriss.

Dann war Schluß und ich um die Erkenntnis reicher, die Dum Dum Girls zu früh abgeschrieben zu haben. Vielleicht halten die sich tasächlich doch länger, als ich dachte.

Vor den Dum Dum Girls waren aber noch zwei andere Acts an den Start gegangen.

Eröffnet hatten Masquer, ein gemischtes Duo aus Schweden, das passablen, aber nicht weltbewegenden Neo New Wave im Stile der 1980 er Jahre spielte. Kicki Hamlos am Keyboard und Pelle Lundqvist an der Elektrischen verrieten stilistisch ziemlich schnell, daß sie viele Platten von The Cure und New Order gehört haben müssen. Keine schlechten Referenzen, aber leider war hier alles relativ leicht vorhersehbar und ohne die Lieder vorher zu kennen, war mir immer schon nach ein paar Takten klar, wohin die Reise gehen würde.

Mensch, ein weibliches Duo aus Paris (Vale Poher + Bassistin) waren da schon einfallsreicher, erweiteren ihren Post Punk Sound um noisige und garagige Momente und boten ein fetziges Set ohne Schnörkel. Leider war aber der Akzent der Sängerin im Englischen sehr stark ausgeprägt, so daß der Gesamteindruck darunter etwas litt. Zum Abschluß spielten die beiden ein instrumentales Joy Division Cover (She's Lost Control) zu Ehren des Organisators des Festivals, Stéphane Amiel.

Unter dem Strich ein gelungener Abend im Divan Du Monde, der seinen Abschluß in einer Kneipe im verruchten Pigalle Viertel fand, wo man dann auch noch einmal die Dum Dum Girls sehen konnte. Verflucht, die neue Bassistin ist wirklich zu süß!

Aus unserem Archiv:

Dum Dum Girls, Paris, 23.07.10
Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10
Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10



Sonntag, 13. November 2011

Anna Calvi & Le Prince Miiaou & Dum Dum Girls & Ema, Paris, 07.11.11

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Konzert: Anna Calvi & Le Prince Miiaou & Dum Dum Girls & Ema
Ort: L'Olympia, Paris

Datum: 07.11.11

Zuschauer: nicht ausverkauft, aber bei Anna Calvi waren viele da, also etwa 2000
Konzertdauer: Anna Calvi 62 Minuten, die anderen etwas kürzer, Ema gut 35 Minuten


Der Aufstieg in den Olymp des französischen Pophimmels kam so schnell und unerwartet, daß selbst die Veranstalter ihre liebe Mühe und Not hatten, sich den kuriosen Bandnamen zu merken. Aus Le Prince Miiaou (mit zwei "i"), machten die für die Leuchtreklame zuständigen Mitbürgerinnen und Mitbürger vom renommierten Olympia Le Prince Miiiaou (mit 3 "i"). Erst auf Reklamation der Künstlerin wurde der Name richtig geschrieben und man fragt sich, ob da ein kleiner Chinese eine hohe Leiter raufklettern musste, um den Fehler zu korrigieren.

Sei es drum, Maud-Elisa Mandeau war nach Anna Calvi Headlinerin dieses wunderbaren Konzertabends im Rahmen des Festival des Inrocks. Eine Sensation, wenn man bedenkt, daß sie ihre allerersten Konzerte in Paris erst 2009 gegeben hat und sie die ersten beiden Alben in Eigenregie verlegte. Kein Label wollte sie signen, allen war wohl die Musik der blonden Sängerin und Gitarristin zu bizarr und zu wenig massenkompatibel. Ich hingegen hielt von Anfang an große Stücke auf Le Prince Miiaou und hatte von ihrem Projekt schon Wind bekommen, bevor sie jemals auf einer Pariser Bühne stand (ich toller Hecht, ich!). Die Musikerin selbst hatte mir bei einem Konzert ihrer Freundin Marie Flore anvertraut, sie mache auch Musik und wenn ich 5 Minuten zu verschwenden hätte, könne ich ja mal ihre Songs bei MySpace anhören.* Ich war auf Anhieb hin und weg und bescheinigte ihr großes Potential.

Ihr Talent blieb mittelfristig nicht unentdeckt und so stürzte sich spätestens nach Erscheinen des dritten Albums Fill The Blank With Your Own Emptiness die Presse auf die junge Frau aus Jonzac (3. 500 Einwohner, Département Charente-Maritime). Sie war plötzlich überall. Im Fernsehen, im Radio, in allen Zeitungen und Zeitschriften: In Be, bei France Inter, bei TV5, im Figaro, Le Mouv, bei Telerama, GQ, L'Express, Glamour, Marie Claire, Biba, Libération, Modzik, Le Parisien, Le Nouvel Observateur, 20 Minutes. les Echos, Grazia, Muteen, Rolling Stone, Marianne und nicht zuletzt auf dem Konzerttagebuch. Insgesamt fünf mal habe ich euphorisch über ihre grandiosen Konzerte berichtet.

Der Zeitschrift Les Inrocks, die dieses Festival veranstaltete, muss man zu Gute halten, daß sie auch sehr früh auf den mit Volldampf fahrenden Zug bei Le Prince Miiaou aufgestiegen sind. Insofern war es nur konsequent, daß sie sie auch auf ihr schönes Festival einluden.

Und Maud-Elisa rechtfertigte diesen Vertrauensvorschuss voll und ganz. Zwar war gerade der Sound am Anfang nicht so toll (ein Zuschauer rief rein: "le son est pourri!"), aber im Laufe des Konzerte besserte sich das und die dürre Blondine wurde immer intensiver und selbstsicherer, glänzte durch ihre tolle und sehr variable Stimme und auch ihre männliche Begleitband an Cello, Gitarre und Schlagzeug spielte groß auf.

Sie startete ganz energisch, genauer gesagt trommelnderweise und performte ihre Single J'ai Deux Yeux. Die besten Stücke kamen aber später. Eine massive Gänsehaut bereitete sie mir mit I Don't Know My Name, dem besten Lied, das Cat Power nie geschrieben hat. Samtweich hier ihre Stimme, aber auch verzweifelt, zornig, rebellisch. Die als Ballade startende Nummer entwickelte sich zu einem fetzigen Rocksong, bei dem Maud so richtig schön die Zähne fletschte. Ich bebte vor Erregung!



Ebenfalls ein ganz großes Highlight in ihrem Set war das französische Lied No Compassion Available, bei dem der Cellist besonders positiv auffiel und unwahrscheinlich einfühlsam fiedelte. Ein Song mit einem total wirren, aber enorm nahegehenden Text. Hypnotisch. Und als Maud am Ende sinnlich "empty" hauchte und schrie: "je voudrais que tu rentres" = ich will, daß du rein kommst (worein überhaupt??), war es wieder einmal um mich geschehen. Mein Herz raste, ich hatte einen Plus von 120 und wollte am liebsten auf die Bühne springen, tanzten, postrocken. Es war einfach nur geil, geil, geil.



Zum tanzbaren Turn Me Off verteilte Maud schließlich mehrere bunte Flöten. Sie schmiss die Dinger ins Publikum und wollte, daß die Zuschauer mitspielen, was sie auch prompt taten. Aus mehreren Ecken piepste es nun und alle grinsten blöd.

Ganz zum Schluß kamen sogar noch die Fans des Turnsports auf ihre Kosten, denn Le Prince Miiao kam plötzlich bei We Both Wait auf die Idee, mit dem Rücken zum Publikum auf einem Bein Gitarre zu spielen. Das andere hob sie immer höher und höher und hielt diese akrobatische Position richtig lange, fast bis sie einen Krampf bekam. Unbewegliche Leute wären an ihrer Stelle auf die Fresse gefallen (vor allem bei dem Stress!), aber sie feixte nur rum, nahm irgendwann wieder ihr Beinchen runter und rockte noch einmal so richtig ab. Der abschließende Applaus war wahnsinnig tosend und ich bin mir sicher, daß die Künstlerin hier im Olypia nicht das letzte Mal aufgetreten ist. Ich traue ihr locker zu, daß sie hier auch einmal Headlinerin wird und glaube ohnehin, daß sie zum Weltstar taugt. Sie wird über kurz oder lang auch Indie-Deutschland erobern, da kann man einen drauf lassen!

Setlist Le Prince Miiaou, Festival des Inrocks, Olympia, Paris

01: J'ai Deux Yeux
02: Be Silent
03: I Don't Know My Name
04: Frénésies Horizontales
05: Football Team
06: Hollow Hero
07: No Compassion Available
08: Turn Me Off
09: We Both Wait


Aus unserem Archiv:
Le Prince Miiaou, Paris, 03.05.11
Le Prince Miiaou, Paris, 10.03.10
Le Prince Miiaou, Paris, 30.01.10
Le Prince Miiaou, Paris, 03.10.09
Le Prince Miiaou, Paris, 28.03.09

* diese Ankedote erzähle ich jedesmal. Always the same shit. Aber sie gefällt mir einfach so gut!


Berichte A. Calvi, Dumme Girls und EMA etwas später. Servus!



Freitag, 23. Juli 2010

Dum Dum Girls, Paris, 23.07.10

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Konzert: Dum Dum Girls (Angil & The Hiddentracks & Carp)

Ort: La Plage du Glaz'Art,Paris
Datum: 23.07.10
Zuschauer: 250-300
Konzertdauer: 40 Minuten


Gestern die Vivian Girls im Nouveau Casino, heute die Dum Dum Girls am Strand des Glaz'Art, da konnte man natürlich prima Vergleiche anstellen. Welche 60ies Pop infizierte Girlgroup war besser? Klarer Fall: Die Vivian Girls! Stilistisch sind die beiden Mädchenbands wirklich ähnlich und auch die Einflüsse scheinen die Gleichen zu sein, aber die Dum Dum Girls zeigten abgesehen von der charismatischen Sängerin und Gitarristin Dee Dee einen ziemlich pommadigen Auftritt. Die rothaarige Bassistin schien sich regelrecht zu langweilen und machte nicht gerade den Eindruck, heute abend gerne auf einer Bühne vor einem künstlich aufgeschütteten Strand in Paris zu stehen. Auch die vom Zuschauer aus links agierende Gitarristin mit dem stylishen schwarzen Pagenkopf wirkte desinteressiert und mehr auf die perfekte Pose bedacht als auf das Übermitteln von ungestümer Lebens-und Spielfreude. Zugegeben ihr Anblick war entzückend, aber reichen erotische Spitzenstrümpfe wirklich aus , um den gleichgültigen Gesichstausdruck zu überspielen? Zum Glück gab es die dynamische Frontlady Dee Dee, die mit Schmackes in ihre Saiten griff und sang wie dereinst Kate Jackson von den Long Blondes. Hinzu die rote Lippen und die schwarzen Haare, bei ihr stimmte auch (aber eben nicht nur) die Optik. Neben der "Chefin" machte auch die asiatische Drummerin mit ihrem energiegeladenen Spiel einen guten Eindruck, wenngleich auch ihr nie ein einziges Lächeln über die Lippen kam.

Die gespielten Songs hatten recht hohen Wiedererkennungswert. Obwohl ich die Dum Dum Girls vorher erst einmal live gesehen und das Debütalbum nicht allzu oft gehört habe, waren mir die zuckersüßen Refrains von Songs wie Bhang Bhang oder Jail La La auf Anhieb bekannt. Ein paar Mädchen im Publikum (von denen es recht viele gab, die Dum Dum Girls scheinen vor allem bei Frauen anzukommen, warum auch immer) hüpften wild rum, der Rest hielt sich eher vornehm zurück. Nach gut einer halben Stunde hatten die vier Girls dann auch all ihre Lieder abgespult und es gab lediglich noch ein kurze Zugabe. Insgesamt kein schlechtes Konzert, aber ich werde den Verdacht nicht los, daß sich das Interesse an dieser Girlgroup sehr schnell abnutzen wird. In ein paar Jahren kräht eh kein (gallischer) Hahn mehr nach denen!

Anmerkung: Fotos sind Archivaufnahmen vom Point FMR, die aktuellen Pics kommen noch.

Setlist Dum Dum Girls, Plage de Glaz'Art, Paris:

01: Play With Fire
02: Hey Sis
03: Catholicked
04: I Will Be
05: Oh Mein M
06: Yours Alone
07: Bhang, Bhang, I'm A Burnout
08: Jail La La
09: Baby Don't Go
10: It Only Takes One Night
11: Everybody's Out
12: Rest Of Our Lives

Aus unserem Archiv:

- Dum Dum Girls, Primavera Festival, 28.05.2010
- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10



Montag, 31. Mai 2010

Dum Dum Girls, Barcelona, 28.05.10

4 Kommentare

Konzert: Dum Dum Girls
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2010
Zuschauer: sehr viele vor der zweitgrößten Bühne
Dauer: knackige 34 Minuten


Eine gewagte Ansetzung auf dem Papier: die noch wenig bekannten Dum Dum Girls aus Los Angeles spielten um 0.15 Uhr zwischen den Headlinern Charlatans und Pet Shop Boys und bekamen damit von den Veranstaltern einen äußerst prominenten Platz im Lineup. Ob das so gerechtfertigt wäre, hatte ich mich vorher mehrfach gefragt. Nach gut einer halben Stunde kam ich nicht zu eindeutigen Ergebnissen; wir haben zu viele Hypes, berechtigt oder nicht, kommen und gehen gesehen. Schwer also einzuschätzen, ob in einem Jahr noch jemand von Dee Dee und ihren drei Kolleginnen sprechen wird. Geht man nach dem Applaus der Zuschauer, ist Skepsis nacheliegend, der Beifall war eher höflich-zurückhaltend.

Geht man allerdings nach mir (hmmm...), waren die Amerikanerinnen einer der Top-Acts des Festivals! Natürlich hat man solche Musik (und Attitüde) schon gesehen, aber das macht sie nicht schlechter. "Langweiliger als die Vivian Girls" habe ich irgendwo gelesen. Der Vergleich zu denen - oder auch zu den Long Blondes zum Beispiel - liegt nahe. Aber mir reichte das phänomenale Play with fire als Auftaktsong, um die Dum Dum Girls zu aktuellen Lieblingen zu machen (die Liveversion ist übrigens um Klassen besser als die CD Aufnahme).

Wie der Rest war, kommt sofort!

Setlist Dum Dum Girls, Primavera Festival, Barcelona:

01: Play with fire
02: Hey sis
03: Catholicked
04: I will be
05: Don't talk to me
06: Oh mein M
07: Yours alone
08: Bhang bhang, I'm a burnout
09: Jail la la
10: Everybody's out
11: Rest of our lives

Links:

- Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10



Freitag, 21. Mai 2010

Seabear & Dum Dum Girls, Paris, 20.05.10

2 Kommentare

Konzert: Seabear & Dum Dum Girls

Ort: Le Point Ephémère
Datum: 20.05.2010
Zuschauer: ich glaube es war ausverkauft
Konzertdauer: Seabear 1 Stunde, Dum Dum Girls 35 Minuten


Mann o Mann! Die heißen Ladys der Dum Dum Girls bräuchten eigentlich einen Waffenschein, so schwere Geschütze wie die auffahren! Allesamt mit extrem kurzen Röcken, Netzstrumpfhosen und High Heels (halbwegs) bekleidet, starteten sie allein schon optisch einen Frontalangriff auf das männliche Urteilsvermögen. Den Herren im Publikum fielen schon beim Soundcheck der Garagenrockerinnen aus Los Angeles die Augen aus dem Kopf. Alle glotzten sie sabbernd Richtung Bühne, als die vier Girls an ihren Gitarren rumstimmten und sich auch von hinten zeigten. Man konnte ihren Slip sehen! Ähem, ja. War wirklich so. Hat jetzt natürlich nicht direkt mit Musik zu tun, aber bei den Dum Dum Girls gehört das wohl zum Programm dazu und den provokanten Fummel tragen sie sicherlich auch nicht nur, weil es endlich etwas wärmer und frühlingshafter in Paris geworden ist.

Seabear aus Island wirkten dagegen recht züchtig. Nur der Sänger (er schien irgendwie gelangweilt, oder ist der immer so?) trug am Ende ein Muskelshirt, das den Blick auf seine tätowierten Oberarme preisgab.

Wie das Ganze musikalisch war, erzähle ich euch dann in Kürze. Dann auch Fotos und die Setlisten!

Ausgewählte Konzertdaten Dum Dum Girls (ohne Gewähr):

20.05.2010: Point Ephémère, Paris
21.05.2010: Molotow, Hamburg
22.05.2010: West germany, Berlin
23.05.2010: Festival Theatron, München
24.05.2010: Arena/Dreiraum, Wien
27.05.2010: Bad Bonn Festival, Dudingen
29.05.2010: Primavera Sound Festival


Setlist Dum Dum Girls, Point Ephémère, Paris:

01: Play With Fire
02: Hey Sis
03: Catholicked
04: I Willl Be
05: Oh Mein M
06: Yours Alone
07: Bhang Bhang, I'm A Burnout
08: Jail La La
09: Everybody's Out
10: Rest Of Our Lives

11: Baby Don't Go


Setlist Seabear Point Ephémère, Paris:

Die Band hat bis auf eine Ausnahme sämtliche Songs des aktuellen Albums We Built A Fire gespielt und zusätzlich (hoffentlich erinner ich das richtig, der Sänger hat mir das hinterher gesagt, da sie keine geschriebende Setlist hatten): Cat Piano, Seashell, (letztes Lied des Sets) Libraries und Arms vom Vorgänger The Ghost That Carried Us Away.



 

Konzerttagebuch © 2010

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