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um
16:06
Konzert: Die Nerven
Ort: Harmonie, Bonn
Datum: 22.10.2015
Dauer: 70min
Zuschauer: ca. 200
Der Rockpalast präsentierte wie jedes Jahr sein Crossroads-"Festival" in der Bonner Harmonie. Der Begriff Festival ist hier aber sehr weit gefasst, spielen pro Abend doch nur je zwei Bands auf einer Bühne des relativ kleinen Clubs.
Gespart wurde jedenfalls nicht, die komplette Technik incl. Schlagzeugerkamera an der Decke und Strobo-Lightshow wurde aufgefahren.
Die Nerven waren kurzfristig für eine andere Band eingesprungen, zum Glitterhouse-Label bestehen ja wohl durch das OBS im Sommer immer gute Kontakte.
Da die Nerven hier ihr erstes Konzert nach Veröffentlichung ihrer neuen Platte spielen sollten, dazu in ungewohntem Rahmen und vor dem eigentlichen Tourstart, klang das ganze nach einem interessanten Abend.
In der Harmonie selber ist die Zeit seit jeher stehengeblieben. Fotos alter Blues-und Rockveteranen zieren die Wände des Clubs. Dazu ein Publikum aus Langzeitverehrern des Rockpalastes und jungen Bonner Studenten.
Für die Nerven sicher neues Terrain, nach Jahren in weniger schönen Jugendclubs und Punkschuppen der Republik.
Erstaunlich war, wie wenig sich die Band davon beeindrucken ließ. Schon vom ersten Stück, dem tollen "Die Unschuld in Person" hörte man, wie sich der Sound der Band perfektioniert hat. Dazu die extrem gute Abmischung des Sounds durch die WDR-Profis, so hatte man die Nerven wohl noch nie gehört.
Es wurde der erwartet spannende Abend. Eine Band gerade auf dem Durchbruch zu neuen Ufern. Jetzt stehen die Entscheidungen an. Wie löst man sich vom Untergrund hin zu einem neuen Publikum, wie weit lässt man das Professionelle zu, wieviel Spontanität wird zu Gunsten einer perfekten Show geopfert?
Um es vorweg zu nehmen: Es war ein sehr guter Mix aus allem.
Die besten Songs aus dem neuen Album kamen für mich etwas zu früh ("Barfuß durch die Scherben"), aber vielleicht wächst der Mut zum neuen Programm ja noch während der Tour. Der wechselnde Gesang zwischen Max und Julian tat dem Ablauf ebenfalls gut. Allein die Cover-Version von "No love lost" mit dem teilweisen Gesangvon Drummer Kevin bot für mich keinen Reiz.
Zum Ende hin wurden die instrumentalen Teile dann wie erwartet länger und krachiger, die Spontanität und Spielfreude bei den alten Stücken ging noch leichter von der Hand. "Morgen breche ich aus" und "Angst" beenden den Set nach 60 Minuten, ein langes "Nie wieder scheitern" dient als Zugabe mit kleiner Feedbackorgie.
Die Band zeigt sich überaus freundlich und dankt für den "netten Abend". Viele weitere Abende werden folgen. Bleibt zu hoffen, dass sich alle Beteiligten (Band und Fans) mit den neuen Umständen arrangieren können. Hier zeigten die Nerven aber bereits, dass sie durchaus bereit sind in der nächsthöheren Liga mitzuspielen. Zu gönnen ist es ihnen schon lange.
Der Rockpalast wird dieses Konzert, zunächst gekürzt am 16.11.2015 zwischen 0:15 und 2:15 Uhr im WDR Fernsehen ausstrahlen.
Aus unserem Archiv:
Die Nerven, Rüsselsheim, 11.07.15
Die Nerven, Stuttgart, 06.02.14
Die Nerven, Stuttgart, 17.01.14
Die Nerven, Karlsruhe, 07.12.13
Die Nerven, Stuttgart, 06.09.13
Die Nerven, Stuttgart, 01.08.13
um
15:16
Konzert: Get Well Soon, Brothers & Bones
Ort: Bonn, Harmonie
Datum: 21.03.13
Zuschauer: ca. 300 (ausverkauft)
Dauer: Get Well Soon ca. 80 min, Brothers & Bones ca. 50 min
von Dirk von Platten vor Gericht
Wirft man einen Blick auf die Statistiken dieser Seite, so stellt man fest, dass Get Well Soon für das Konzerttagebuch in etwa das darstellt, was der FC Bayern München aktuell in der Bundesliga ist, nämlich Tabellenführer mit einem unglaublichen Vorsprung. Umso verwunderlicher, dass Christoph ein Konzert der Mannheimer Band auslässt, obwohl es doch „nicht weit von Köln“, also in seiner direkten Nachbarschaft stattfindet. Also mussten wir, um den Tabellenvorsprung von Get Well Soon weiter auszubauen, spontan am Tag des Konzertes noch Tickets bestellen, um nur wenige Stunden später an der Abendkasse zu erfahren, dass dies gerade noch rechtzeitig war, da das Konzert von Get Well Soon und Brothers & Bones in der Bonner Harmonie inzwischen ausverkauft war.

Das Konzert fand im Rahmen des vom WDR veranstalteten Crossroads-Festival statt. „Zwei Mal pro Jahr“, so die Homepage des WDR, „geben sich in angenehmer Clubatmosphäre vier Tage lang internationale Acts die Ehre. Wie umfassend der Rockpalast stets alle Facetten des Rock darstellt und definiert wird wieder deutlich an der musikalischen Bandbreite, für die „Crossroads“ auch in dieser Staffel steht.“ Das durften (oder mussten) wir auch an diesem Abend erleben, denn als erstes betraten frühzeitig um 19:15 Uhr Brothers & Bones, ein Quintett aus Cornwall, die Bühne.

Angekündigt wurden sie uns als hervorragende Live-Band und dieses Versprechen wurde tatsächlich eingehalten. Ein Sänger mit Akustikgitarre und ein E-Gitarrist, dessen Fingerfertigkeit einen der fünf auf der Bühne postierten Kameramänner derart faszinierte, dass das Objektiv über weite Strecken des Sets nahezu an der Gitarre klebte, sorgten dafür, dass sich die zahlreichen, sich im Publikum befindenden Rockpalast-Jünger absolut begeistert waren. Angetrieben wurden sie zudem äußerst dynamisch von einem Bassisten und gleich zwei Schlagzeugern. Zwischenrufe wie „Rock’n’Roll!“ und Szenenapplaus zeigten, dass Brothers & Bones mit ihrer Mischung aus erdigem Folk und Southern Rock eine ideale Wahl für den Rockpalast waren, nur leider nicht für uns.
Setlist Brothers & Bones, Crossroads Festival, Harmonie, Bonn:
01: Here Comes The Storm
02: I See Red
03: Back To Shore
04: Follw Me Down
05: Save Your Prayers
06: Man In Need
07: Skin & Bones
08: On The Run
09: Gold & Silver
10: For All We Know
11: Long Way To Go
12: Hold Me Like The Sun
13: Your Revolution
14: Don’t Forget To Pray
Nachdem uns eine längere Umbaupause von ca. 40 Minuten angekündigt worden war, da „ziemlich viel Kram“ auf die Bühne gebracht werden musste (gemeint war wohl das reichhaltige Instrumentarium von Get Well Soon) betraten gegen 21:00 Uhr nach dem Intro „The End Of The World“ von Skeeter Davis die sechs Mitglieder von Get Well Soon die Bühne. Der Bühnenaufbau war wie gewohnt, also Schlagzeuger Paul und Bassist Timo auf der linken Bühnenhälfte, Konstantin und Verena Gropper im Zentrum, links und rechts von einem mit roten Samttüchern verhangenen Tisch mit weiteren Instrumenten, dahinter Keyboarder Marcus und am rechten Bühnenrand Gitarrist Maxxi, der auch gelegentlich Trompete, Posaune oder Vibraphon bediente. Verzichtet wurde jedoch im Vergleich zum letzten von mir besuchten Konzert in Düsseldorf auf die kristallartige Skulptur sowie die dazugehörige Symbol-Projektion im Bühnenhintergrund.

Wie gewohnt war hingegen wieder die Setliste: „Prologue“ und „The Last Days Of Rome“ führten zunächst ruhig und verhalten ins Programm, die schnelleren und dynamischeren „5 Steps / 7 Swords“, „Roland, I Feel You“ und „Listen! Those Lost At Sea Sing A Song On Christmas Day“ stellten frühe Highlights dar, bevor sich das Set, das sich hauptsächlich aus den letzten beiden Alben zusammensetzte, wieder deutlich beruhigte. Durch die äußerst abwechslungsreiche Instrumentierung, Verena griff u.a. zu Geige, Melodica, Mandoline, Becken und Triangel, kam jedoch keine Langeweile auf. Der Hauptteil des Konzertes wurde von „You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)“ furios beendet.

Konstantin Gropper zeigte sich recht wortkarg, denn außer dem Hinweis, dass Get Well Soon so authentisch seien, dass sie sich noch nicht einmal fürs Fernsehen witzige Ansagen ausdenken würden, und dass Marcus gern seine Mutter und alle, die ihn kennen, grüßen möchte, war nicht viel von ihm zu hören. Im Zugabenteil wurde „I Sold My Hands For Food So Please Feed Me “ noch mit den Worten angekündigt, dass nun noch etwas zum Tanzen käme. Das Bonner Publikum zeigte sich so begeistert, dass Get Well Soon, für eine weitere, nicht auf der ausliegenden Setliste vermerkten Zugabe („Red Nose Day “) noch einmal auf die Bühne „geklatscht“ wurden.
Highlights des Crossroads Festivals 2013 (u.a. mit ... And you will know us by the Trail Of Dead, Rival Sons oder Flowerpornoes) überträgt der WDR am 08.04.13 (00:15-02:15 Uhr), das Get Well Soon Konzert folgt am 07.05.13 um 02:50 Uhr auf 3sat.
Und zum Abschluss noch einen Blick auf die aktuelle Tabelle des Konzerttagebuchs: Get Well Soon führt nun mit 7 Konzerten Vorsprung vor den Blood Red Shoes. Genau so muss es sein - wie auch in der Bundesliga.
Setlist Get Well Soon, Crossroads Festival, Harmonie, Bonn:
01: Prologue
02: The Last Days Of Rome
03: 5 Steps / 7 Swords
04: We Are Free
05: Just Like Henry Darger
06: Roland, I Feel You
07: Listen! Those Lost At Sea Sing A Song On Christmas Day
08: Good Friday
09: Werner Herzog Gets Shot
10: A Gallows
11: Courage, Tiger!
12: Oh My! Good Heart
13: Angry Young Man
14: You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)
15: A Voice In The Louvre (Z)
16: I Sold My Hands For Food So Please Feed Me (Z)
17: Red Nose Day (Z)
Links:
aus unserem Gropper-Verzeichnis:
Get Well Soon, Frankfurt, 21.01.13
Get Well Soon, Frankfurt, 21.01.13
Get Well Soon, Esch-sur-Alzette, 14.10.12
Get Well Soon, Düsseldorf, 04.10.12
Get Well Soon, Düsseldorf, 04.10.12
Get Well Soon, Paris, 24.08.12
Get Well Soon, Dortmund, 28.07.12
Get Well Soon, Frankfurt, 22.06.12
Get Well Soon, Mannheim, 21.05.11
Get Well Soon, Mannheim, 21.05.11
Get Well Soon, Wien, 23.11.10
Get Well Soon, Rüsselsheim, 09.07.10
Get Well Soon, Dortmund, 05.05.10
Get Well Soon, Paris, 16.03.10
Get Well Soon, Heerlen, 07.03.10
Get Well Soon, Frankfurt, 02.03.10
Get Well Soon, Paris, 26.01.10
Get Well Soon, Wiesbaden, 22.08.09
Get Well Soon, Bonn, 04.07.09
Get Well Soon, Paris, 06.05.09
Get Well Soon, Nijmegen, 25.04.09
Get Well Soon, Paris, 14.10.08
Get Well Soon, Wiesbaden, 30.08.08
Get Well Soon, Melt!, 20.07.08
Get Well Soon, Evreux, 28.06.08
Get Well Soon, Frankfurt, 15.04.08
Get Well Soon, Köln, 09.04.08
Get Well Soon, Berlin, 21.09.07
Get Well Soon, Haldern, 02.08.07