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Donnerstag, 18. Juli 2013

Cat Power, Paris 17.07.13

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Konzert: Cat Power
Ort: L'Olympia, Paris
Datum: 17.07.2013
Zuschauer: ausverkauft, also etwa 2500
Konzertdauer: 95 Minuten



Etwas seltsam und ärgerlich, daß viele Leute immer gewisse Standardsprüche auf Lager haben, wenn von Konzerten von Pete Doherty und Cat Power die Rede ist. "Der kommt doch eh zu spät, oder der "sagt bestimmt ab" wird dann im Hinblich auf Pete in schöner Regelmäßigkeit in die Welt posaunt und bei Chan heißt es: "die ist doch wieder besoffen oder "die heult garantiert wieder rum."



Richtige Kenner können das jedenfalls nicht sein. Doherty habe ich nun um die 20 mal gesehen, meistens war er pünktlich, zu spät nur manchmal und abgesagt hat er höchstens 2 mal. Marshall wiederum kam statt Wein fast immer mit ihrer großen Teetasse, geweint hat sie bei meinen bisher 7 Konzerten nie und ein richtig schwaches Konzert, bei der sie völlig neben der Kappe stand, habe ich noch nie erlebt.

Die Toleranz für psychisch labile Musiker scheint also nicht sonderlich hoch zu sein. Ein Armutszeugnis für die ach so aufgeschlossene Indiegemeinde, in der man doch eigentlich Verständnis für seelische Leiden erwarten sollte.



Ja, es stimmt, Doherty und Marschall leiden unter Drogen- bzw Alkoholproblemen und den dazugehörigen Symptomen, aber meistens stehen sie trotzdem auf der Bühne und liefern ordentliche Shows ab. Cat Power hat letztens Jahr ihre Tournee absagen müssen, weil es ihr mies ging, das ist richtig. Ist das aber ein Grund, sie deshalb völlig und für immer abzuschreiben?


Heute stand sie jedenfalls wieder auf der Bühne und selbst wenn sie schon mal fitter und attraktiver ausgesehen hat (aber wer von uns wird nicht älter?), war das trotzdem ein respektables, ja ein gutes Konzert. Zwar merkte man ihr an, daß sie nicht vor Lebensfreude strotzte, aber ihre Stimme, ihre Songs und ihre Einsatzbereitschaft stimmten. Anfänglich klang ihr Gesangesorgan etwas rau und ein wenig schlecht geölt, aber mit jedem gespielten Song wurde ihr Singmuskel wämer und geschmeidiger, kamen auch die sanften Töne immer besser zur Geltung. Und wer singt schon so nahegehend und gefühlvoll wie Cat Power? Besonders bei der Pianoballade Bully hatte ich eine gewaltige Gänsehaut und einen Tennisball großen Klos im Hals. Als textlich von Paris die Rede war, jubelte das Publikum, das aber ansonsten deutlich zu ruhig war und die Sängerin und ihre Band nicht ausreichend unterstützte (außer am Ende, als die Leute Blumen haben wollten, als Andenken; Armleuchter!)



Auch Metal Heart kam ganz großartig rüber, klang allerdings anders als in der Studioversion. Gleiches galt für den Opener The Greatest, auch dieser war neu arrangiert worden und dem aktuellen Sound angepasst. Wie der aktuelle Sound ist? Weniger bluesig als noch bei der Dirty Delta Blues Band, wieder ein wenig mehr indierockig, ohne so lofi wie bei You Are Free zu klingen. Die Gruppe, in der neben Cat Power Pianist und Gitarrist Gregg Foreman im Vordergrund stand, machte ihre Sache jedenfalls sehr ordentlich. Es gab phasenweise gleich zwei Schlagzeugerinnen (eine davon war aber unter anderem auch als Bassistin im Einsatz) und zusätzlich eine am äußeren Bühnenrand agierende Gitarristin.



Was die neuen Songs vom aktuellen Album Suns taugten? Eine ganze Menge. Der groovende Hit Cherokee ("never knew love like this) und das bluesig aggressive Silent Machine in der Anfangsphase und das markant, einprägsame 3, 6, 9 im Mittelteil waren schon einmal gute Werbung für den 2012 Longplayer, das stampende, trocken rockende Peace & Love und das enthusiasmierende Ruin ein richtig gelungener Abschluss unter ein 95 Minuten langes Set.



Natürlich schleuderte die in eine ziemlich häßlich gehüllte helle Jeansjacke Cat Power wieder weiße Rosen ins Publikum, salutierte wie eine Soldatin, klopfte sich auf die Brust und warf Kusshände ins weite Rund, bevor der Abgang geprobt wurde. 
  
Das kannten wir alle schon und doch bewegte es uns zumindest ein wenig. Wir wussten: da hat eine als labil geltende Künstlerin wieder ein vernünftiges (ich sage sogar: ein gutes) Konzert abgeliefert  und uns Fans zumindest nicht hängen gelassen. Zwar bemängelten ein paar Leute nicht zu Unrecht, daß es im Mittelteil Längen gab, das Chan recht abwesend wirkte und in ihrer eigenen Welt zu sein schien, aber ein schwaches Konzert wollte keiner gesehen haben. In die Top Ten des Jahres wird es dieser Auftritt dann aber wohl auch bei mir nicht schaffen. Dazu fehlte diese ganz bestimmte Magie, die aus einem guten Gig, einen ganz besonderen werden lässt. Wenn ihr eine Schulnote wollt: 2-. Angesichts der Tatsache, daß dieses Konzert trotz sehr langer Vorverkaufszeit erst am letzten Tag ausverkauft wurde (die Leute hatten Angst vor einer Absage), ist das doch recht erfreulich, oder nicht?

Setlist, klick!



Montag, 1. Juli 2013

Cat Power, Duisburg, 22.06.13

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Konzert: Cat Power
Ort: Kraftzentrale, Duisburg (Traumzeit Festival)
Datum: 22.06.2013
Zuschauer: vielleicht 2.000, am Ende weniger als die Hälfte
Dauer: gut 90 min



Ich mag Cat Power, ich bin aber kein riesiger Fan. Einige ihrer Platten (aber bei weitem nicht alle) besitze ich, ein Konzert hatte sich bisher aber nicht ergeben. Entweder war sie gerade in einer unzuverlässigen Phase oder sie hatte einen Gospel-Chor dabei, beides wäre kein guter Einstieg für mich gewesen.

Als bekannt wurde, daß Cat Power das Traumzeit Festival in Duisburg headlinen würde, stand für mich fest, daß ich die Amerikanerin dort nicht verpassen wollte - obwohl die Konkurrenz mit dem neuen Best Kept Secret Festival in Holland nicht klein war.


So schön das Traumzeitfestival auch ist - die Kulisse alleine ist wundervoll!, das Lineup gut - so wenig durchdacht erscheint der Zeitplan. Samstag spielten drei größere Namen, Cat Power, Get Well Soon und CocoRosie. Get Well Soon überschnitten sich aber zum großen Teil mit Cat Power, und weil ich die einen bereits zigmal und die andere noch nie gesehen hatte, konnte ich also nur ein paar Lieder meiner deutschen Lieblinge in der wundervollen Giesshalle angucken. Cat Power spielte in der Kraftzentrale, in der die Editors sich am Vorabend aus meiner Gunst gespielt hatten. Kurz vor Konzertbeginn der Amerikanerin war die Halle ähnlich gut gefüllt wie bei den Editors. Mir war bekannt, daß Chan Marshalls Alben auch in Deutschland Charterfolge waren. Daß ihretwegen so viele gekommen waren, hatte ich aber nicht gedacht.


Der Start des Konzerts war spektakulär schön. Nach der Intromusik Bad religion von Frank Ocean kam eine Gitarristin alleine auf die vernebelte Bühne, die an Chans Platz mit Räucherstäbchen dekoriert war, und spielte immer wieder die gleichen wenigen Töne. Irgendwann kam Cat Power dazu und stieg in The greatest ein. Obwohl das Lied noch lauter wurde, war diese Version wohltuend abgespeckt - keine Geigen, keine Background Sängerinnen. Ein Traum und eines der besten Livelieder, die ich dieses Jahr gesehen habe!

Mich auf die Schönheit der Musik zu konzentrieren, war aber nicht ganz einfach, weil ich unentwegt an Beverly Hills Cop II denken musste. Chan Marshall hat ihr Aussehen schon häufig geändert, der Brigitte Nielsen Look war mir neu und... - nunja, es muß ihr schließlich gefallen.


Mit The greatest war der beste Song bereits gespielt, das war schon während des Eröffnungsstücks klar. Aber auch danach blieb es (weitestgehend) sehr schön. Die meisten Lieder des Abends stammten von ihrem aktuellen Album Sun, das sie mit zwei Ausnahmen komplett spielte. 

Vor allen bei dem ruhigeren Stücken, die mit wenig Gitarren auskamen, wurde mir deutlich, daß meine Einschätzung, das Publikum sei wegen der Künstlerin da und kenne ihr Werk, vollkommener Blödsinn gewesen war. Um mich rum standen nur Festivalgänger, die Hintergrundmusik zum Bier suchten. Und als es in der Halle nicht mehr spannend genug war, gingen sie dann raus. Das machten so viele, daß Chan zur Hälfte des Konzerts den Saal schon ziemlich leer gespielt hatte. Ich habe wie gesagt keinen Live-Vergleich, bin aber sicher, daß es keine schöneren Versionen von Cat Powers Liedern gibt. Zuschauer, die auf einen Skandal hofften und enttäuscht wurden, kann ich mir beim besten Willen auch nicht ausmalen, es waren vermutlich wirklich in der Mehrzahl Leute, die sich das mal angucken wollten und dann in (für sie) nette und (für mich) laute Gespräche verfielen. So etwas macht wirklich sehr wenig Spaß und beeinträchtigt ein Konzerterlebnis, wie sehr auch immer man sich bemüht. 


Ob der Mittelteil des Konzerts jetzt wirklich deutliche Längen hatte, wie ich es empfand, oder ob das an meine fehlenden Aufmerksamkeit wegen der Idioten in meiner Umgebung lag... ich weiß es nicht. Lieder wie Bully (der Bonustrack von Sun) oder das Cover Angelitos negros empfand ich nicht als sonderlich spannend. Aber spätestens mit I don't blame you (dem Stück über Kurt Cobains Suicid) und dem wundervollen Metal heart hatte mich die blondierte Sängerin wieder.

Bevor mit Peace and love und Ruin zwei Sun-Stücke das Konzert nach anderthalb Stunden und ohne Zugaben beendeten, spielte Cat Power noch eine Merkwürdigkeit, ein Meshup, wie es auf Hip heißt (wir sagten früher "Medley") dreier Stücke, die ich im Leben nicht erkannt  hätte. Oh sweet nuthin' von The Velvet Underground, Never tear us apart von INXS und Shivers von Rowland S. Howard. Ich hätte aber auch gut und gerne geglaubt, es handele sich um einen Song, der von Chan selbst stamme.

Mich hat Cat Power halb begeistert zurückgelassen. Das Konzert hatte wirklich wundervolle Passagen, stellenweise hat es mich wenig berührt. Und was das Wolfsgeheul bei Manhattan soll, kann ich mir so gar nicht erklären!

Setlist Cat Power, Traumzeit Festival, Duisburg:

01: The greatest
02: Cherokee
03: Silent machine
04: Manhattan
05: Human being
06: King rides by
07: Bully
08: Angelitos negros (Pedro Infante Cover)
09: Always on my mind
10: 3, 6, 9
11: Nothin' but time
12: I don't blame you
13: Metal heart
14: Oh sweet nuthin' / Never tear us apert / Shivers (Velvet Underground / INXS / Rowland S. Howard Cover)
15: Peace and love
16: Ruin


Montag, 4. Juli 2011

Cat Power, Paris, 04.07.11

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Konzert: Cat Power (Ólafur Arnalds)

Ort: Salle Pleyel, Paris
Datum: 04.07.2011
Zuschauer: ausverkauft (ungefähr 2000)
Konzertdauer: Ólafur Arnalds etwa 1 Stunde, Cat Power 2 Stunden


Sublime Cat Power! Elle se produisait juste devant mon nez dans une salle de musique classique qui compte quand même 2000 personnes! J'étais vraiment chanceux d'avoir été si prêt d'elle et parfois j'avais l'impression d'assister à un concert d'appartement. C'était incroyablement intimiste! Merci Rockerparis!!

Et la belle Chan n'a pas déçu. Malgré ses angoisses et agitations habituelles (elle parcourait la scène comme un tigre/une tigresse en cage) elle a su gérer le stress et elle a chanté d'une manière incroyable pendant deux heures de pur bonheur. Parfaitement assisté par son groupe Dirty Delta Blues (Jim White: batterie, Erik Paparazzi: guitare, bass, Judah Bauer: guitare, Gregg Foreman:clavier) discret, mais efficace, elle est montée un peu plus en puissance avec chaque nouveau morceau.
Après un début un brin hésitant elle a pris plus de confiance en elle dans la suite en mettant tout son coeur dans ses chansons magnifiques. Sa voix de velours n'a rien perdu de son charme et ses chansons, notamment celles de son dernier disque Jukebox (2008), ont éte interprétées d'une manière nouvelle et inattendue. On avait également du mal à reconnaître The Greatest, titre phare de l'album du même non, qui a clôs la première partie du concert, stylistiquement plutôt bluesy et calme.

Après Chan et ses musiciens sont devenus plus rock et bruyants et Miss Marshall a pour la premiére fois mis sa guitare autour du cou. I Wanna Be Your Dog n'avait plus grand chose a voir avec l'original des Stooges, tant mieux. Puis après Cherokee (paroles: "marry me to the moon") m'as mis une belle gifle. Morceau fabuleux, fiévreux, habité et rock. Une pure merveille!
Le groupe a su garder cette tension tout au long de la deuxième partie du concert.

Juste avant la fin viendra le titre espagnol Angelitos Negros (Roberta Flack) et on voyait une Chan Marshall très émue, dans un état presque hypnotique. Elle mettait tout qu'elle avait dans cette ballade si triste, mais si touchante en même temps.

Pour finir en beauté, le public a eu droit au classique I'Dont Blame You (de l'album You are free), une fois de plus interpréte d'une manière nouvelle et différente de l'album, montrant parfaitement que Cat Power ne se contente jamais de jouer des morceaux comme sur ses disques, mais toujours à la recherche de nouveaux arrangements.

Et puis il y avait comme d'habitude des fleurs que Chan lançait dans le public, des larmes (de joies), des applaudissements frénétiques, des salutations, des bisous, des remerciements chaleureux ("Paris, je t'aime, merci, je t'aime!").

Un grand concert.


Unfassbar! Sensationell! Atemberaubend! Und diese Superlative beziehen sich zunächst auf die Tatsache, daß ich in diesem verfluchten (bzw. eigentlich sehr schönen) Salle Pleyel in Paris in der allerersten Reihe saß und Chan Marshall quasi zwei Stunden lang direkt vor meiner Nase hatte, während ich bequem in meinem Kinosessel lungerte. Ich altes Glücksschwein! Ich Gustav Gans! Ich war so nah dran, daß mir bei einer unbedarften Bewegung der Chanteuse der Mikrofonständer in meine blöde Fresse geflogen wäre! Ich hätte ihr die Schnürsenkel aufmachen können! Und hinter mir sitzen 2000 Fans, die teilweise meilenweit von der Bühne entfernt waren. So etwas nennt man dann wohl Dusel haben!

Zu verdanken hatte ich meine privilegierte Sitzposition meinem Freund von Rockerparis, der mir gestern zum regulären Preis sein Kärtchen verscherbelt hat, weil er selbst zu einem Konzert von den Doors ins Bataclan gegangen ist Den Doors, Freunde?! Überlegt selbst, was daran seltsam ist...

Statt wie der Rockerparis alten abgehalfterten Musikern dabei zuzusehen, wie sie sich aus Anlaß des vierzigsten Todestages eines gewissen Jim Morrisson die Taschen voll machen, verfolgte ich also genüßlich die ewig jugendliche Cat Power.

Überflüssig zu sagen, daß sie mich fast wieder zu Tränen rührte. Ihr bemerkenswertester Satz (den sicherlich nicht viele mitbekommen haben, weil sie ihn fast beiläufig ins Mikro nuschelte) war sinngemäß: "It's not important to think about our worries and doubts, because they never go away, they are always there." Später habe ich lange darüber nachgedacht, wie sie das meinte. War das nicht sehr fatalistisch? Die Sorgen gehen nie weg. Der Mensch kann einfach nicht glücklich sein.

Oder war der Spruch vielmehr psoitiv zu deuten. So nach dem Motto: "warum machen wir uns überhaupt Sorgen, ist doch eigentlich egal, schließlich machen wir uns ständig neue. Also scheiß drauf!


Aber selbst wenn nicht viele diesen Spruch gehört haben und selbst wenn ich ihn nicht 100 % korrekt widergegeben habe, so wurde doch erneut deutlich, daß dort eine sensible, fragile und teilweise verängstigt bzw. verunsichert wirkende Künstlerin auf der Bühne stand, die gerade deshalb so gut beim Publikum ankam. Die Franzosen lieben Chan Marshall, eben weil sie eine solch verletztliche Person ist. Niemand möchte Roboter in Aktion sehen, die gefühlskalt und routiniert ihre Show abziehen und dann wieder gehen. Stattdessen fiebert man mit einer Cat Power mit, hält den Atem an, wenn sie ihre sensationelle Hauchstimme erhebt, gerät in Ekstase, wenn sie innere Blockaden aus dem Weg räumt und sich in ihre Songs so richtig emotional reinsteigert. Man liebt sie, weil sie trotz iher Bekanntheit so natürlich ist, so liebenswürdig, so saunett. Gerne würde man sie in den Arm nehmen, gegen die Brust drücken, ein Lächeln von ihr geschenkt bekommen. Ihr Charisma ist unbeschreiblich, die Sympathien die ihr heute abend wieder zuflogen fast grenzenlos.

Zwei Stunden lang berauschte ich mich an der samtweichen Stimme, der die Songs untermalenden Theatralik und der natürlichen Schönheit der Amerikanerin, die oft so unfassbar nah vor mir agierte, ja mir manchmal von oben runter scheinbar in die Augen schaute. Das war fast wie ein Wohnzimmer-Konzert in einer 2000 Zuschauer Location! Unbeschreiblich intim!

Morgen mehr...

Setlist Cat Power, Salle Pleyel, Paris:

01: Bully
02: Dreams
03: Don't Explain (Billie Holiday)
04: Nilo/Song To Bobby
05: Woman Left Lonely (Janis Joplin)
06: Silver Stallion (The Highwaymen)
07: Lord Help (Jessie Mae Hemphill)
08: Real Life
09: Brave Liar
10: The Greatest

11: I Wanna Be Your Dog (The Stooges)
12: Cherokee
13: Horizon
14: Let Me Go
15: Monster
16: Woman Of My Word
17: Ruin
18: Angelitos Negros (Roberta Flack)
19: I Don't Blame You

Aus unserem Archiv:

Cat Power, Köln, 04.06.08
Cat Power, Paris, 01.06.08
Cat Power, Paris, 22.01.08
Cat Power, Paris, 21.01.08
Cat Power, Paris, 05.11.06




Montag, 9. Juni 2008

Cat Power, Köln, 04.06.08

2 Kommentare

Konzert: Cat Power
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 04.06.2008
Zuschauer: nicht ausverkauft


Unterwegs. Zwangsaufenthalt Köln-Süd. Ein ICE darf einen Güterzug überholen, daher müssen wir, sprich die Regionalbahn, im Bahnhof warten. Aber gleich - in wenigen Minuten - soll es weitergehen. Sagt zumindest der Zugleiter via Mikrofon. Soviel Informationen in einem Wagen der Bahn AG machen Angst. Dauert es doch länger? Ist dies der erste Schritt zur Fahrgastberuhigung? Ich lausche den Gesprächen im Viererblock hinter mir. es geht um Studienfahrten nach Rom und Urlaube in Barcelona. “Ich bin zum ersten Mal mit 19 oder 20 Jahren geflogen. Nach Rom.” sagt die weibliche Stimme. “Cool”, entgegnet die männliche Stimme,”ich war noch nie in Rom. Bin aber mit 17 Jahren das erste Mal geflogen. Das war ein aufregendes Gefühl.” Männliche Einschmeicheltaktik der Generation Billigflieger. Ich überlege kurz, mein erster Flug war mit 28 Jahren, und dann auch noch umweltpolitisch inkorrekt innerdeutsch. Es geht weiter, der Zug rollt. In Köln-West steigen die beiden Stimmen und ich aus.

Gegen 20 Uhr erreiche ich die Live Music Hall. Klappte
Cat Power 04062008 ja ganz gut! Natürlich ist es vor der Bühne unerträglich! Eine Luft zum schneiden, dabei spielt die Vorband gerademal 10 Minuten. Ich habe hier einiges über sie gelesen. Bin also nicht vorurteilsfrei. “Ist das jetzt gut?” überlege ich, während der Compi auf der Bühne Elektrobeats ausspuckt, die gar nicht so schlecht zusammengestellt wirken, während die weibliche Hälfte des Duos dazu singt. (Naja, sie versucht es zumindest.) das Duo nennt sich Appaloosa, kommt aus Frankreich und setzt sich zusammen aus Sängerin Anne-Laure und Max Krefeld. In guten Momenten erinnern sie ein bischen an die frühen Intastella, diese 90er Jahre Band aus England mit dieser einen guten Single “dream some paradise”.

Aber singen kann Anne-Laure nun wirklich nicht richtig, da hat Oliver schon recht. Aber vielleicht will sie das auch gar nicht können. Sei es drum, den Bonus einer englisch singenden / sprechenden Französin kann sie voll verbuchen (das klingt immer sehr lustig, so ohne h und mit schönem französischen Akzent, höre auch Soko) und die Sounds sind so schlecht nicht.

Man munkelt, dass sie nur hier stehen darf, weil sie eine Freundin von Chan Marshall sei.

Die und ihre Bandkollegen von der Dirty Delta Blues Band betreten nach einer überschaubaren Umbaupause gegen 21 Uhr die Bühne. Natürlich ist es mittlerweile noch wärmer, die LMH hat sich gut gefüllt. Cat Power 04062008Meine Entscheidung, mich rechts vor der Bühne zu postieren war die richtige, denn während der Umbaupause wurde die Seitentür geöffnet und so kam wenigstens noch ein bischen frische Luft herein.
Chan ist die Nervosität deutlich anzusehen. Sie weiss nicht wohin mit ihrer linken Hand, versucht immer wieder ihren Daumen in der hinteren Hosentasche einzuhaken oder die Hand vorne in die Tasche zu stecken. Beides scheint ihr aber nicht voll und ganz zu behagen, so wechselt es immer hin und her. Nach den ersten zwei, drei Liedern hatte sie sich aklimatisiert.

Die Band spielt viel vom letzten Album. Genau wie die Vorgruppe steht auch die Band unter verschärfter Beobachtung. Sind sie wirklich so verschnarcht gelangweilt wie ich gelesen habe? Also, der Keyboarder wirkt fidel, ist mit Abstand der jüngste der vier und würde jeden Rod Stwart Frisur look-a-like Wettbewerb gewinnen. Sein Keyboard / Klavier ist links auf der Bühne aufgebaut. Die anderen drei stehen im hinteren Bühnenbereich. Sie wirken wie typische Tourbegleitmusiker, die mit der eigentlichen Show nichts zu tun haben wollen. Abseits der Lichtkegel verrichten sie ihre Arbeit. Solide, aber ohne grosses Aufsehen.

Aufsehen erweckt Chan, und dreimal auch der Keyboarder. Cat Power 04062008Einmal übernimmt er im Refrain den zweiten Gesangspart, einmal tanzt er leicht mit der Rassel in der Hand über die Bühne und irgendwannmal im Mittelteil der Show bekommt er von Chan Cola und eine Zigarrette gereicht. Letztere wanderte dann noch in die Hände des Publikums.

Sonst drehte sich alles um Chan. Klar, sie ist Cat Power. Sie bestimmt den Weg. Und der führt heute über all die Coversongs, die auf dem letzten Album zu finden sind. Das Konzert beginnt ruhig. Es herrscht eine gelassene und wohlwollende Stimmung. Die Hitze schlägt allen ins Gesicht. Chan scheint das nicht sehr zu stören. Mit Shirt, langer Skinny-Hose und weissen Lederschuhen bekleidet trägt sie auch alles andere als ein Sommeroutfit. Die Musik passt gut zu den Temperaturen. man muss sich nicht allzu viel dazu bewegen, kann einfach nur da stehen und zuhören.

Der erste ganz grosse Moment dann, als Metal Heart erklingt. Gänsehautschauer bei gefühlten 30 Grad. wie geht das physikalisch, so ganz ohne frieren?

Nach einer Stunde verschwindet Chan kurz hinter der Bühne. Sie braucht wohl ne Pause. Die Musiker jammen derzeit als Pausenfüller auf der Bühne weiter. Das Publikum bleibt ruhig. Irgendwie glaubt keiner, dass das Konzert jetzt schon zu Ende ist. Stimmt auch, nach fünf Minuten taucht Chan wieder auf. Es soll noch eine Stunde weitergehen bis zum regularen Konzertende.
Cat Power 04062008
So langsam wird es einigen dann doch zu unerträglich. Die Reihen vorne lichten sich ein wenig. Der Flüssigkeitshaushalt bedarf einer Ausgleichung. Auch ich verziehe mich Richtung Theke, erst hier hinten merke ich, dass es vorne so richtig warm war. Leider gehe ich zwei Lieder zu früh. Jetzt werden die obligatorischen Blumen ins Publikum geworfen.

So schön der Auftritt gestern Abend auch war. Die grosse Bühne, die Band, das irritierte. Ich dachte kurz an den letzten Auftritt zurück, den im Gebäude 9 im Jahr 2003. Der war zwar chaotisch, dauert ewig lang, wirkte aber durch die Verwirrtheit auf mich authentischer und besser zur zerbrechlichen Musik Cat Powers passend als die grosse Live Music Hall. Aber vielleicht ist das nur mein subjektiver Eindruck. Und diesmal wurden ja auch kaum eigene Songs gespielt, und die Coverversionen sind doch eine andere Kategorie als die “You are free” Sachen und älteren Stücke.

Es war ein schönes Konzert. Ich hatte im Vorfeld schlimmeres befürchtet.

von Frank von Pretty Paracetamol



Montag, 2. Juni 2008

Cat Power, Paris, 01.06.08

4 Kommentare

Konzert: Cat Power
Ort: l'Olympia, Paris
Datum: 01.06.08
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: knapp 2 Stunden


"Aufstehen, Oliver, es ist schon 19 Uhr 10!"

Ach Herrje, jetzt war ich gerade so friedlich weggedämmert...

Das ganz Wochenende über war ich auf den Beinen, um der wunderbaren Hochzeit von meinem Konzertfreund Pierre und seiner netten Frau Satha beizuwohnen. Ein schönes Pärchen, diese Franzosen mit asiatischen Wurzeln, die am Sonntag in eines der besten und bekanntesten China- Restaurants von Paris geladen hatten und uns mit allerlei exotischen Köstlichkeiten verwöhnten. Krönender Abschluss war der Anschnitt der üppigen Hochzeitstorten, die gleich danach mit einem Gläschen Champagner runtergespült wurden. Um 17 Uhr 30 war der über 4 stündige Fress-und Tanzmarathon dann beendet und für circa. ein Stündchen legte ich mich zu Hause noch einmal aufs Ohr.

Aber der Sonntag war für mich noch nicht beendet, schliesslich stand Cat Power im Olympia auf dem Programm, da hat man fit zu sein! Und glücklicherweise war ich gegen 20 Uhr als ich mich auf den Weg in den altehrwürdigen Konzertssal machte, auch wieder recht munter.

Vor dem Eingang sah ich zu meiner Überraschung und Freude die französische Folksängerin Marie-Flore am Boden kauern. Sie war in ein Gespräch mit Jim White, dem weisshaarigen Drummer der Band von Cat Power vertieft. Da wollte ich auch nicht stören und sagte nur kurz "Salut". Ich freute mich für sie, dass sie anscheinend Kontakte zu den Dirty Delta Blues aufgebaut hat und bekam auch hinterher die Neuigkeit mitgeteilt, dass Marie-Flore wohl ein Projekt mit Gregg Foremann, dem Orgelspieler von Cat Power am Laufen hat. Nicht zu Unrecht wird die junge französische Sängerin mit Chan Marshall verglichen und das hat sich wohl auch bis Amerika durchgesprochen...

Schade, dass sie nicht das heutige Vorprogramm bestreiten durfte, das hätte stilistisch gut gepasst. Stattdessen hüpfte eine dunkelblonde Französin (?) namens Appaloosa über die Bühne und sang zu elektropoppigen Klängen, die von einem Mischpult ausgingen, neben dem ein junger männlicher Gitarrist und Keyboarder agierte. Warum man diesen Act verpflichtet hatte, blieb mir ein Rätsel. Hinterher wurde gemunkelt, Appaloosa sei eine Freundin von Chan Marshall, was wohl stimmen dürfte, denn schon im Januar im Batclan bestritt sie das Vorprogramm. Wenn man die Stücke bei MySpace hört, bekommt man den Eindruck, dass das doch eigentlich ganz nett sei, live war das aber eine fast grotesk schlechte Zumutung, die im besten Falle mit einem Schmunzeln von der Zuschauern im Olypia quittiert wurde.

Appaloosa hat sich mit diesem in etwa halbstündigen Auftritt auf jeden Fall für die Top 5 der schlechtesten Vorgruppen des Jahres 2008 qualifiziert. Ich glaube sie würde sogar bei den Superstars in der ersten Runde ausscheiden.

Danach war erst einmal eine längere Pause angesagt. Das Olmpia füllte sich von Minute zu Minute und einige Besucher verharrten auf dem Boden, um Kräfte für Cat Power zu sparen. Ich sah mich um und entdeckte zahlreiche junge Leute, aber auch Mitdreissiger -und vierziger waren vertreten; die Mischung im Publikum stimmte also.

Als Chan Marshall dann zum ersten Mal sichtbar wurde und die Spots ihr hübsches Gesicht anstrahlten, rief ein Mädchen vor mir verzückt aus: "Elle es trop belle! - sie ist einfach zu schön!" Damit hatte das Mädel nicht unrecht, Chan sah wirklich entzückend aus. Ohne ihre Halbhandschuhe, dafür aber mit einem ähnlichen (dem gleichen?) mintfarbenen Hemd wie im Jananuar im Bataclan und einem lässig gebundenen schwarzen Tuch und engen Jeans verkörperte sie perfekt das fanzösische Schönheitsideal. Stylish, aber nicht zu aufgedonnert und ausgestattet mit viel Charme und natürlicher Ausstrahlung. Ihr niedlicher Pferdeschwanz verlieh ihr zusätzlichen Pfiff und Jugendlichkeit. Optisch hatte sie also schon gewonnen, bevor es überhaupt richtig losging und böse Zungen behaupteten gar vorher, Cat Power könne eigentlich singen wie sie wolle, das Publikum werde sie eh lieben. Gerade meine Konzertgängerfreunde von der Hochzeit waren am kritischsten, viele von ihen waren heute abend gar nicht erst erschienen. Sie beschwerten sich über chaotische Vorstellungen, die sie auf früheren Konzerten geboten bekommen hatten oder aber die Blueslastigkeit und fehlende Modernität des aktuellen Albums "Jukebox".

Und ganz unrecht hatten sie nicht. Der Auftakt war regelrecht lahm und fad! Und dass, obwohl persönliche Favoriten wie "Don't Explain" oder "Silver Stallion" gespielt wurden. Wo war die Dynamik und der Schwung, der noch im Januar von der Dirty Delta Blues Band bei "Silver Stallion" ausging? Nichts von zu spüren! Stattdesen wirkten die alten Herren um Chan Marshall ein wenig wie gelangweilte Kneipenmusiker, die ihr alltägliches Programm abspulten. Man muss sich nur einmal das gelangweilte Gesicht von Gitarrist Erik Paparazzi auf den Fotos anschauen, um zu verstehen, was ich meine! Auch Gregg Foreman, den ich noch als quirlig und aufgeweckt in Erinnerung hatte, schob in der linken Bühnenhälfte eine ruhige Kugel und Judah Bauer versteckte sich hinter seiner dunklen Sonnenbrille. Die ersten 45 Minuten des Konzertes, ein Flopp! Kein Wunder, dass es vom Publikum zumindest während der Lieder kaum Reaktionen gab. Der Funke wollte nicht überspringen, obwohl Chan Marshall selbst sehr engagiert wirkte. Allerdings zu engagiert! Jede Geste und Mimik bei ihr wirkte einstudiert und aufgesetzt, echte Gefühle sehen anders aus! Viel Power also bei Cat aber wenig Seele! Und die Stimmlage war regelmässig zu tief gewählt. Das passte nicht so recht und ich fragte mich ernsthaft, ob sie sich mit den bluesigen Cover-Songs einen Gefallen getan hat. Irgendwie waren das nicht ihre Lieder, sie schien sich Stücke aneignen zu wollen, die sie selbst gerne hört, aber nicht authentisch performen kann. Geradezu symptomatisch war es dann , dass erst mit einer Neufassung ihres eigenen Songs, nämlich "Metal Heart", zum ersten Mal Stimmung aufkam. Endlich passte die Stimme und das Gefühl zu dem vorgetragenen Stück! Es wurde aber auch höchste Zeit, es war nämlich schon mehr als eine dreiviertel Stunde absolviert. Und ausgerechnet jezt verliess Chan für geschätzte 10 bis 15 Minuten die Bühne, während ihre Band instrumental vor sich hinklimperte. Das kannte ich schon vom Konzert im Bataclan und ich befürchtete, dass nach zwei bis drei zusätzlichen Liedern nach circa 70 Minuten Schluss sein würde. In diesem Falle hätte ich heute ein recht bescheidenes Konzert gesehen, zumindest angesichts des enormen Talents von Cat Power. Aber es kam anders, es wurde noch deutlich länger weitergespielt und das Verschwinden von der Bühne markierte nur die Halbzeit des Gigs.

Mit einem schwarzen und lässig fallenden Oberteil kam Chan unter grossem Applaus zurück und performte zunächst die Ballade "Blue", eine Cover Version nach Joni Mitchell. Obwohl mich der Song nicht vom Hocker riss, hatte sich irgend etwas zum Positiven gewendet. Die Sängerin wirkte entspannter, ihre Mimik nicht mehr so aufgesetzt und ihre Band hatte wohl auch die lange Aufwärmphase hinter sich gelassen. Einer meiner persönlichen Favoriten, das Schmachtstück "Where Is My Love" kam sehr soulig daher und erzielte bei mir nicht die erhoffte Wirkung auf die Tränendrüse, aber spätestens mit dem Doppelschlag vom Vorgängeralbum "The Greatest", nämlich dem Titeltrack selbst und einem famosen und gegen Ende explodierenden "Lived In Bars" war der Knoten geplatzt. Gerade die im Vergleich zur CD stark veränderten Versionen waren alleine schon das Eintrittsgeld wert. Das beschwingt daherkommende "Aretha Sing One For Me" riss das Publikum mit und von da an gab es eigentlich kein Halten mehr. Die mir immer recht lästige lange Vorstellung der Band (nach "Could We") kam bei den Parisern ungemein gut an und wurde von rythmischem Klatschen begleitet und gipfelte in den nahtlosen Übergang zu "Satisfaction" von den Stones. Obwohl ich kein Fan der rollenden Steine bin, begeisterte mich Chan's fetzige Version des Klassikers. Wow, ein Highlight! Mit "Do You Do You Do" und "Naked If I Want to" wurde das hohe Tempo gehalten, bevor mit dem schönsten Lied des Abends, "Angelitos Negros" etwas fürs Herz folgte. Gerade als sie am Ende gefühlvoll, (ha) lalalalala ins Mikro hauchte, ging bei mir der Puls höher. Einfach ergreifend!

Genau wie das schon fast traditionelle Blumenwerfen ins Publikum am Schluss der fast zweistündigen Show. Chan befeuerte mindestens 10 Minuten lang die Pariser mit weissen Rosen und anderen Gewächsen (ich bin kein Florist und weiss daher nicht, was das für welche waren!) und verbeugte sich wie eine Theaterschauspielerin. Der Applaus wollte nicht abreissen und Paris lag Cat Power erneut zu Füssen. Für die gelungene zweite Spielhälfte hatten sie und ihre Delta Blues Band das auch verdient und der müde Beginn war nur noch eine schwache, verblassende Erinnerung...

Setlist Cat Power, Olympia, Paris:

01: Don't Explain
02: Woman Left Lonely
03: Silver Stallion
04: New York, New York
05: Lost Someone
06: Dreams
07: Lord Help
08: Song To Bobby
09: Dark End
10: She's Got You
11: Making Believe
12: Metal Heart
13: Blue
14: Where Is My Love?
15: Moon
16: The Greatest
17: Lived In Bars
18: Aretha, Sing One For Me
19: Life Of The Party
20: Could We
21: (I Can't Get No) Satisfaction
22: Do You Do You Do
23: Naked If I Want to
24: Angelitos Negros
25: Ramblin' (Wo)man
26: I've Been Loving You Too Long

Links: Fotos von Cat Power (Chan Marshall)


Anmerkung: an die Setlist, die das junge blonde Mädchen auf dem Foto in den Händen hält, hat sich Cat Power nicht genau gehalten. Man verlasse sich da eher auf meine Fassung...



Mittwoch, 23. Januar 2008

Cat Power, Paris, 22.01.08

3 Kommentare

Konzert: Cat Power

Ort: Studios des Senders Canal +, Paris ("Album de la semaine")
Datum: 22.01.2008
Zuschauer: kein Plätzchen mehr frei


"Je suis un peu resté sur ma faim" hatte ich einer Freundin hinsichtlich der Beurteilung des Cat Power Konzertes im Bataclan geschrieben. Ich mag diesen Ausdruck, "Rester sur sa faim" bedeutet soviel wie "Ich hab' den Hals noch nicht voll genug bekommen", oder aber "Ich hätte gerne noch einen Nachschlag". Da traf es sich bestens, daß mein Freund Philippe nachfragte, ob ich Intereresse daran hätte, mit ihm nach St.Denis rauszufahren, um Cat Power in den Sudios des Privatsenders Canal + wiederzusehen. Natürlich hatte ich Bock darauf! Seiner Einladung (er hatte mal wieder zwei Sitzplätze gewonnen) folgte ich deshalb nur zu gerne, obwohl ich von den Vortagen ein beträchtliches Schlafdefizit mitbrachte.

Aber wenn Chan Marshall in der Stadt der Liebe weilt, bleibt einfach keine Zeit rumzudösen, da gilt es am Ball, bzw. den Fersen der hübschen Dame, zu bleiben. Ich also ohne Abendessen raus nach St Denis und rein in das mir bereits bekannte Studio. Wie immer gab es zunächst die Guignols, dieses politische Kasperletheater, in dem hochaktuell das Börsenbeben aufs Korn genommen wurde und auch die aktuelle Justizministerin Rachida Dati ihr Fett wegbekam. Besonders ihr im Wahlkampf ständig gebrachter Spruch "mir wurde nie etwas geschenkt" wurde durch den Kakao gezogen und sorgte für so einige Schmunzler im Publikum.

Danach ging es rüber, auf die Stühlchen vor der improvisierten Konzertbühne. Der auf tapsige Weise nette, aber dennoch wahnsinnig nervige Moderator, übte mit den Besuchern wie gewohnt das richtige Klatschverhalten. Nicht nur dadurch (wir mußten den Vorgang als Trockenübung 10 mal wiederholen), sondern vor allem durch seine Ignoranz hinsichtlich Cat Power ("Cat Power? Wer is'n das? Kann mir das mal jemand erklären?) brachte er mich regelrecht auf die Palme. Zudem war es unerträglich heiß mit all den Kameras und Scheinwerferlichtern und meine Zunge klebte fest. Ich hatte seit langem nichts mehr getrunken und hechelte wie ein Hund. All dies war aber vergessen, als endlich Chan Marshall und ihre mir inzwischen bekannte Dirty Delta Blue Band einmarschierte und loslegte. Der Pianist war wieder der Allercoolste, mit seiner Fluppe im Mundwinkel, der schwarzen Sonnenbrille und der Vokuhila - Frisur. Aber die Band interessierte mich zumindest in optischer Hinsicht reichlich wenig, weil ich erneut wie gebannt auf Chan Marshall starrte. Sie war noch hübscher als schon am Vortag im Bataclan! Heute trug sie eine schwarze Skinny Jeans, weiße Schuhe im Stile von Serge Gainsbourg, ein schwarzes Hemd und darüber eine graue Anzugsweste. Selbstredend hatte sie natürlich auch heute ihre schwarzen Halbhandschuhe an. Ich war hin und weg und zugegebenermaßen ein wenig verknallt, was neben ihrer Attraktivität aber auch mit ihrer rauchigen Stimme zu tun hatte. Heute war ihr Gesangesorgan allerdings besonders kratzig, was nicht weiter verwunderte, da sie am Vortag ihren 35. Geburtstag gefeiert hatte. Um ihr Kehlchen zu ölen, hatte sie deshalb gleich zwei große Tassen Tee mitgebracht, an denen sie in den Pausen zwischen den Liedern immer wieder nippte. Das Gesöff hatte es ihr wirklich angetan, einmal hielt sie sogar völlig begeistert die Tasse hoch und sagte: "Mensch dieser Tee ist sowas von köstlich, zeigt den Mal im Bild!" - Dies war allerdings keine Schleichwerbung, es wurde kein Name genannt und das Schildchen des Teebeutels war auch nicht zu entziffern. Chan Marshall ist schließlich nicht Andrea Kiewel!

Musikalisch gefielen mir wie schon am Vortag "Don't Explain" und "Metal Heart" besonders gut, aber schon der Auftakt mit "New York, New York" war nicht von schlechten Eltern. Im Gegensatz zu dem "regulären" Konzert gab es aber keine Kostproben von "The Greatest", sondern ausschließlich Stücke von der "Jukebox". Schließlich war Thema des Abends ja auch das Album der Woche. Erfreulicherweise wurde aber diesmal "Song To Bobby" (Bob Dylan) gespielt. Wenn ich nicht völlig gepennt habe, fehlte diese Ballade im Bataclan. Insofern eine gute Ergänzung, wie überhaupt dieses Fernsehkonzert seinen Zweck erfüllte, am Vortag Gehörtes noch einmal tiefer aufzusagen und mit dem neuen Album vertrauter zu werden. So konnte ich dann auch noch einmal "Lost Someone", "Ramblin' Woman" und "Aretha, Sing One For Me" genießen. Letzgenanntes Stück sogar gleich zweimal, da es bei der Zugabe wiederholt wurde. Chan war der Meinung, sie hätten es im regulären Teil etwas verpatzt. Dies war mir nicht aufgefallen. Ich persönlich hatte ein sehr hörenswertes Konzert mitbekommen, daß netto sogar fast 50 Minuten dauerte. Es hatte sich gelohnt, raus nach St.Denis zu fahren. Der Hunger auf Cat Power war nun befriedigender gestillt.

Setlist Cat Power, Canal +, Album de la Semaine, Paris:

01: New York, New York
02: Silver Stallion
03: Metal Heart
04: Don't Explain
05: Song To Bobby
06: Aretha, Sing One For Me
07: Lost Someone
08: Rumblin' (Wo) Man

09: She's Got You
10: Aretha, Sing One For Me
11: She's Got You



Cat Power, Paris, 21.01.08

5 Kommentare

Konzert: Cat Power
Ort: Le Bataclan, Paris
Datum: 21.01.2008
Zuschauer: ausverkauft


"Nimm Deine behandschuhten Grapschfinger von meiner Chan, Karl!"

Dieser gehässige Satz schwirrte mir im Kopfe rum, als ich zur Einstimmung auf das Konzert die neue CD von Cat Power ("Jukebox") hörte. Kurz zuvor hatte ich nämlich gelesen, daß Karl Lagerfeld Chan Marshall aka Cat Power zu seiner neuen Muse für Chanel auserkoren hatte und daß die Sängerin mit ihrer Band auch bei einer Haute Couture Show für das Modehaus live aufgetreten war. Bildlich stellte ich mir vor , wie der "Modezar" (im Gegensatz zu dem armen Moshammer auch wirklich einer, der diesen Namen verdient) die hübsche Sängerin mit seinen Halbhandschuhen betatscht und sie durch seine dunkle Chrome Heart - Sonnenbrille begafft. Ein widerlicher Gedanke! Verflixt! Hätte Karl nicht bei Kylie Minogue bleiben können? Mußte er sich ausgerechnet an die Indie-Ikone ranmachen? Und immer wieder dieses Bild des weißhaarigen Alten mit den Motorradhandschuhen vor meinem geistigen Auge. Schrecklich!

Ein paar Stunden später stehe ich im seit Wochen ausverkauften (aber seltsamerweise nicht proppevollen) Bataclan und starre auf die Bühne, auf der sich gegen 21 Uhr 15 etwas regt. Es ertönt ein Intro, das sich über 1 1/2 Minuten erstreckt, bevor Chan zum ersten Mal ihre rauchige Stimme erklingen läßt. "Bonsoir Paris!" Und: "Merci Paris!" "J'adore, Paris!" Solche Sätze gab es natürlich auch schon beim letzten Pariser Cat Power Konzert vor ca. 1 1/2 Jahren im Grand Rex, als Fräulein Marshall und ihre Memphis Rythm Band am Ende stürmisch gefeiert wurde und Tränen flossen. Aber was sehe ich denn da, als ich zum ersten Mal Chan in voller Pracht erkennen kann? - Das gibt's doch nicht! Sie trägt sie also auch! Diese Handschuhe! Die Dinger von Karl! Bloß: ihr stehen sie. Wie überhaupt alles was sie sonst trägt, das heißt das legere Hemd, die Skinny Jeans und vor allem der niedliche Pferdeschwanz. Mädchen mit Pferdeschwanz fand' ich immer schon toll, schon in der Grundschule. Was das Optische betrifft hatte sie also auf Anhieb bei mir gewonnen, die Süße. Die Frage war folglich nur noch, wie gut mir ihre neuen Titel live gefallen würden...

Der Einstieg mit "Don't Explain" (Billie Holiday - Cover) gelang ihr und ihrer Dirty Delta Blue Band schon eimal vortrefflich. Wunderbar allein schon das gefühlvolle Piano-Spiel von Gregg Foreman, einem Mann mit unfaßbarer 80er Jahre Vokuhilafrisur, der später von Chan scherzhaft als Leonhard Cohen vorgestellt wird (während jener die Sängerin dem verblüfften Publikum als Martin Luther King präsentiert!). Von seiner beknackten Frisur mal abgesehen, hat es der Bursche aber wirklich drauf, er trifft jeden Ton und spielt im Laufe des Abends eine wichtige Rolle, denn sein Instrument kommt immer wieder zum Einsatz und er macht sich auch am Tambourin verdient.

Kurze Zeit später mit "New York, New York" schon ein früher Höhepunkt des Abends. Der Sinatra Klassiker wird auf gekonnte Weise äußerst bluesig dargebieten und die Amerikanerin geht hierzu mit ihrer Stimme noch ein paar Oktaven tiefer runter. Wie eine Raubkatze tänzelt sie auf der Bühne von links nach rechts und wieder zurück, oft gebückt und auf Augenhöhe zu ihren verzückten Fans. Schlank ist sie, wendig, grazil und auf natürliche Weise wunderschön und charmant. Man könnte sie für eine Pariserin halten, vielleicht wird sie deswegen von den Franzosen so geliebt.

Nach einem sehr guten und vom Publikum früh erkannten "Ramblin' (Wo)man" wird das Tempo plötzlich phasenweise stark angezogen. "Silver Stallion" wird nämlich wesentlich schneller als auf dem Album "Jukebox" gespielt und das tut dem Stück live nur gut. Gesanglich unterstützt wird sie hierbei von einem ihrer Bandmitglieder. Die Tatsache, daß ich hinterher nicht mehr weiß, wer denn den männlichen Gesangespart beigesteuert hat, macht deutlich, wie stark meine Augen auf Chan kleben. Aber sie ist nun einmal die Hauptperson! Außerdem hat sie heute Geburtstag! Ja, 35 ist sie geworden, man mag es kaum glauben, so unverbraucht sieht sie aus. Dabei hat sie in der Vergangenheit nicht immer gesund gelebt, auch mal ein Gläschen zuviel getrunken. Diese Zeiten scheinen hinter ihr zu liegen. Heute genießt sie auf der Bühne lieber...Kaffee!

Alles andere als kalter Kaffee sind jedoch ihre aufgemotzten, bluesigen Versionen alter Klassiker. An denen hat sie sich schon seit einigen Jahren versucht. Im Jahre 2000 gab es nämlich schon ein mal ein Cat Power Album, das sich um das Thema drehte, "The Covers Record". Eine Kostprobe davon gibt es nach circa zwanzig Minuten Spielzeit: "Naked If I Want To" nach Moby Grape ist an der Reihe. Vorher mußten jedoch erst einmal Probleme mit der richtigen Beleuchtung geregelt werden, Chan wollte kein weißes Licht, sondern blaues, außerdem einen Spot, der auf sie gerichtet ist. Ihre Versuche, den Wunsch auf Französisch verständlich zu machen, scheitern aber zumindest teilweise, so daß einer ihrer Musiker ein Machtwort sprechen muß. "Turn the fucking frontlights on" raunzt der Rüpel die Techniker an und schon klappt alles wie gewünscht. Mit der richtigen Beleuchtung kann in der Folge nichts schiefgehen. Aber wie auch? Schließlich ist "Metal Heart" (eine neue Version ihres eigenen Liedes vom Album "Moon Pix") einfach traumhaft schön. Zum Niederknien, wirklich! Als die letzten Takte des Schmachtfetzens verklungen sind, wird sie von einem Mädchen im Publikum erneut an ihren Geburtstag erinnert. Chan reagiert darauf ganz cool. "I made it this far, I'm so happy, I'm o.k." Der Satz des Abends, keine Frage!

Die Vorstellung der Musiker erfolgt schließlich bei einer im Vergleich zum letzten Album völlig veränderten Version von "Could We". Ich erkannte den Song in dieser treibenden, polternden Form ehrlich gesagt kaum wieder. Kaum wiederzuerkennen waren auch die von Chan vorgestellten Bandmitglieder. Robert de Niro, Leonhard Cohen und Richard Burton suchte man vergeblich. War allerdings auch nur ein Spaß, denn die Jungs auf der Bühne heißen in Wirklichkeit Erik Paparazzi, Judah Bauer und Gregg Foreman (Und der vierte Typ im Bunde?- Ich weiß es nicht). Wie auch immer ihre Spitznamen sein mögen, gut eingespielt waren sie auf alle Fälle. Sie gefielen mir deutlich besser als die ziemlich käsige (aber dennoch mit Sicherheit sehr versierte) Memphis Rhythm Band, die noch bei The Greatest- Tour dabei war. Folgerichtig hörte sich auch "Willie" dann ganz anders an.

Ja und dann...war der Spaß auch schon fast zu Ende. Nach ziemlich genau einer Stunde verschwand Fräulein Marshall von der Bühne, die Band spielte weiter und intonierte schon einmal das Intro zu "Where Is My Love", bevor das Geburtstagskind mit einem weißen T-Shirt bekleidet zurückkam und auf herzzerreißende Weise "Where Is My Love" ins Mikro hauchte. Hach, da hätte man schon ein Tränchen verdrücken können!

Krönender Abschluß war dann noch eine Neuinterpretation von Otis Reddings "I've Been Loving You Too Long", bevor ein minutenlanger Applaus einsetzte. Cat Power wurde wie eine Prinzessin gefeiert und um auch etwas zurückzugeben, warf sie sichtlich gerührt weiße Blumen und am Ende auch die Setlist ins Publikum. Ein letzter soldatischer Gruß und der Vorhang fiel. Diese Katze hatte wirklich jede Menge Power zu bieten. Und Liebe, so viel Liebe...


Setlist Cat Power, Paris, Le Bataclan:

01: Don't Explain (Billie Holiday)
02: New York, New York (Frank Sinatra)
03: Ramblin' (Wo)man (Hank Williams)
04: Silver Stallion (The Highwaymen)
05: Lost Someone (James Brown)
06: Aretha, Sing One For Me (George Jackson)
07: Naked If I Want To (Moby Grape)
08: Metal Heart
09: She's Got You
10: Woman Left Lonely (Janis Joplin)
11: The Tracks Of My Tears
12: Could We
13: (I Can't Get No) Satisfaction (Rolling Stones)
14: Willie

15: Where Is My Love? (Z)
16: I've Been Loving You Too Long (Otis Redding) (Z)

Spieldauer: circa. 75 Minuten (leider etwas kurz!)

Mehr Pics von Cat Power (Chan Marshall) hier



Dienstag, 7. November 2006

Cat Power, Le Grand Rex, Paris, 5 novembre 2006

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Concert: Cat Power & the Memphis Rhythm Band
Date: 5 novembre 2006
Lieu: Le Grand Rex, Paris
Concert complet

Voilà enfin le grand jour arrivé! Cela fait déjà plusieurs mois que j‘ai acheté les tickets de ce concert très attendu et donc complet. Cat Power & the Memphis Rhythm Band se produisaient au Grand Rex, une (comme le nom l‘indique) grande salle aux allures de théâtre, également utilisée comme cinéma. Après avoir gravi les trois étages, je me lovais au sein d‘un fauteuil de velours rouge presque trop confortable pour un concert et contemplais le plafond bleu nuit en attendant les artistes. Autour de la scène vide, des statues plus ou moins heureusement inspirées de modèles antiques, campées dans des décors de colonnes et de paysages devant plus à Walt Disney qu‘à Rome, créent une atmosphère pour le moins curieuse.

Mais déjà les lumières s‘éteignirent et onze personnages pénétrèrent sur la scène, accueillis par les applaudissements du public. Le premier contact avec les Memphis Rhythm Band s‘avera quelque peu indigeste, lorsque chacun se mit en devoir de présenter, l‘un après l‘autre, son instrument et de nous livrer un petit aperçu de son talent. J‘avoue que ma patience fut légèrement mise à mal par ces prestations un peu longuettes. Toutefois, ce qui m‘a le plus énervé fut la chanteuse, dont la puissance de voix était proportionnelle au volume physique. Entendons-nous bien, une très belle voix, à la Aretha Franklin ou une des Weather Girls, mais qui a eu l‘inconvénient de s‘avérer trop pénétrante et trop puissante par rapport à celle plus évaporée de Cat Power.

Celle-ci, par ailleurs, se fit attendre un bon quart d‘heure avant de faire une entrée que l‘on pourrait qualifiée de flegmatique, voire quelque peu somnolente. Les premiers accords retentirent sur le piano et le public averti reconnut immédiatement la chanson „The Greatest“, qui a donné son nom au dernier album. Comme cela ne l‘indique pas il ne s‘agit pas d‘un best-of, mais plutôt d‘une évocation de Mohammed Ali. Les six premiers titres n‘apportèrent guère de surprise, vu qu‘ils furent joués dans l‘ordre même de l‘album. La septième chanson ne fut pourtant pas „Where is my love“, qu‘elle préfera garder pour plus tard, enchaînant d‘abord sur „The Moon“. Puisque nous en sommes à „Where is my love“, je me dois d‘avouer qu‘il s‘agit là de ma chanson favorite sur l‘album et dont l‘interprétation m‘a ému presqu‘aux larmes, d‘autant plus qu‘“Aretha“ l‘a bouclée pendant (presque) tout le morceau!

Après cela s‘acheva la première partie du concert; Chan Marshall, alias Cat Power, quitta la scène nous laissant une fois de plus seuls en compagnie des Memphis qui nous offrirent de nouveau une démonstration plutôt superflue de leur capacité.

Quelques minutes plus tard, Cat Power revint sur scène et les Memphis, mais oui je ne rêve pas, nous font leurs adieux (pas définitifs comme on allait le remarquer)! C‘est alors qu‘un concert plus intime commença, la chanteuse timide seule en scène avec sa guitarre pour nous livrer de magnifiques interprétations de ses anciennes chansons (notamment de son album de reprises „the Covers Record“), dont „I love you“ et „I don‘t blame“ furent mes préférées. Les Memphis revinrent avec Cat pour nous présenter une reprise inédite et spectaculaire de „Crazy“ de Gnarls Barkley. Cat était visiblement très émue et distribua des fleurs aux spectateurs du premier rang, pendant que les Memphis chantaient une sorte de gospel.

Cat Power parut apprécier la soirée et la ville („Paris, j‘adore, j‘adore, j‘adore!“) et nous régala de ses prouesses linguistiques en français („fait chier, enculé,etc.“) comme en anglais, en annonçant les morceaux avec un fort accent franchouillard! En conclusion, Cat a toujours le Power, mais la Soul, à la longue, ça me saoûle!

Oliver



Montag, 6. November 2006

Cat Power & the Memphis Rhythm Band, Paris, 5.11.2006

1 Kommentare
Konzertbericht Cat Power & the Memphis Rhythm Band
Datum 5.11.2006
Location: Le Grand Rex, Paris

Schon seit Monaten geordert (richtigerweise, denn inzwischen war das Konzert ausverkauft!), stand nun heute endlich Cat Power, begleitet von der Memphis Rhythm Band auf dem Programm. Austragungsort war das Grand Rex, ein großer Theatersaal, der ansonsten auch als Kino genutzt wird.Ich machte es mir in ziemlich luftiger Höhe auf den roten Kinosesseln bequem und wartete - auf das nachtblaue Deckenfresco starrend - darauf, daß es endlich losging. Man fühlt sich in diesem Saal übrigens ein wenig wie im Disney-Land, da versucht wurde, eine pseudo-römische Landschaft mit Statuen, Putten und Säulengängen, herbeizuzaubern.

Dann ging das Licht aus und 11 Gestalten, die Memphis Rhythm Band nämlich, trat unter lautem Applaus auf die Bühne. Der Beginn sollte sich äußerst zäh gestalten, denn zunächst führten uns der Reihen nach sämtliche Musiker vor, was sie draufhaben am Schlagzeug, Saxophon, der Blues-Gitarre, etc. Ich gebe zu: das ging mir gewaltig auf die Nerven! Vor allem aber nervte die schwarze Matrone mit der kraftvollen souligen Stimme à la Aretha Franklin. Oder vielleicht doch eher wie eine von den Weather Girls. Die Background-Sängerin hatte also von Anfang an den Zorn auf mich gezogen. Nicht, daß ihre Stimme nicht gut gewesen wäre, nein, nein. Sehr gut war sie, aber laut und penetrant!

Nach geschlagenen fünfzehn Minuten kam dann endlich Chan Marshall alias Cat Power etwas verpennt auf die Bühne geschlichen. "The Greatest" wurde angestimmt und schnell vom Publikum erkannt. Dies ist übrigens der Titeltrack des aktuellen Albums, kein Best-Off übrigens, sondern eher eine Anspielung auf Muhammed Ali. Die ersten sechs Titel wurden genau in der Reihenfolge des Albums gespielt, folglich für Kenner des Albums überhaupt keine Überraschung. Dann eine kleine Abwandlung, denn "Where is my love " wollte sie sich für später aufheben, zunächst gab es "The Moon". Wo wir bei "Where is my love" sind: Das ist mein Lieblingsstück auf dem Album und es brachte mich auch hier fast wieder zum Weinen, vor allem weil das Weather Girl vom Background mal ihre Klappe hielt!

Mit dieser interessant interpretierten Ballade wurde dann auch der erste Teil des Sets abgeschlossen, bevor wieder ein instrumentales "Outro" der Band aus Memphis folgte. Übrigens langatmig und überflüssig!

Nach ein paar Minuten kam endlich Cat zurück und ja! endlich, die Band verabschiedete sich zunächst einmal. Jetzt konnte der intime Teil nur mit der schüchternen Sängerin und ihrer Gitarre beginnen. Dieser Teil gefiel mir außerordentlich gut und jetzt spielte sie auch Stücke von alten Alben, von denen mir die Songs: "I love you" und "I don't blame you" am besten gefielen. Das Ende dann noch mal spektakulär: Zusammen mit dem Orchester überraschte sie mit einer Cover-Version von Crazy von Gnarls Barkley, bevor dann noch mal ein überflüssiges Gospel angestimmt wurde. Cat war sichtlich grührt und verteilte Blumen einzeln an Zuschauer in den ersten Reihen. Überhaupt schien sie Paris zu mögen: Paris j'adore, j'adore!!

Lustig war auch noch, daß sie ein paar ihrer erlernten Schimpfwörter abfeuerte "fait chier, enculer, etc." und noch witziger oft englisch mit hervorragend imitiertem französischem Akzent sprach. Fazit: Cat still has the power, aber die (musikalisch tolle) Band aus Memphis braucht kein Mensch.

Setlist:

01-06: wie auf dem Album "The Greatest"
07: The Moon
08: Islands
09: Where is my love?

10: House of the rising sun (Cover)
11: I love you
12: Silent (wild?) is the wind
13: ?
14: I don't blame you
15: ?
16: Hit the road Jack (Cover)
17: I can't get no satisfaction (Cover)
18: Crazy (Cover)
19: Gospel

von Oliver



 

Konzerttagebuch © 2010

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