Sonntag, 22. Oktober 2017

Weezer, Köln, 16.10.17


Konzert: Weezer
Ort: Köln, E-Werk
Datum: 16.10.2017
Dauer: 80min
Zuschauer: ca. 1.800 ausverkauft



Das Weezer innerhalb von zwei Jahren noch einmal in Europa touren würden, war wohl wirklich nicht zu erwarten. Über den enttäuschenden Auftritt 2016 in Amsterdam hatte ich damals berichtet (s. Archiv) und hätte auch keine weitere Energie in erneute Reisen investiert, wäre die Ankündigung für ein Konzert in Köln nicht zeitlich mit dem wachsenden Interesse meines Sohnes  an Weezer kollidiert. 

Da kann man als Vater natürlich nicht Nein sagen. Musikalische Früherziehung ist wichtig, bevor diese von Cloud-Rap hörenden Schulkollegen übernommen wird. Also auf zum ausverkauften E-Werk.

Wie fast immer stehen nur eine Handvoll Konzerte in Europa an. Die neue CD ist noch nicht erschienen und so war wieder die große, alte Ladung an Hits zu erwarten. In diesem Punkt sind Weezer ja echte Dienstleister. Sperrige B-Seiten oder andere Quertreiber und Stimmungskiller stehen bei Sänger Rivers Cuomo nicht hoch im Kurs. 

Und so startet der Set nach der neuen (wirklich guten) Single "Mexican Fender" auch mit viel altbekanntem, das aber heute wenigstens mit der nötigen Begeisterung und Spielfreude präsentiert wird. 



Keine Ahnung, was da letztes Jahr in Amsterdam los war, heute erlebt man Weezer, so wie es sich gehört. Voller Ironie, Harmoniegesängen und sägenden Rock-Gitarren die sich mit fröhlichen Surfsounds abwechseln.

Dazu ein Sänger, der wohl bei seiner erneuten QE2-Überfahrt noch eine Stunde "Deutsch mit Babelfish" konsumiert hat. Immer wieder versucht er sich in deutschen Ansagen, zur Freude des stimmgewaltigen und bestens aufgelegten Publikums. 

Mitten im Set wird die Stimmung immer ausgelassener, ein mit Cuomo`s Namen bepflocktes Orginal-FCKöln-Trikot fliegt auf die Bühne und wird vom Sänger eher skeptisch betrachtet. 

Dann folgen (für Weezer) obskure Coverversionen. "Hey Ya!" von OutKast kann Rivers in den hohen Passagen überhaupt nicht singen, warum er dann ausgerechnet diesen Song auswählt, bleibt sein Geheimnis. 

Viel besser dagegen die akustische Version von "I took a pill in Ibiza", die nathlos in "Island in the sun" übergeht. Das passt. Als Zugabe dann leider nur noch ein langen "Say it ain`t so", aber eigentlich ist auch alles gesagt.



Rivers verabschiedet sich mit einem, vom Publikum nicht verstanden "oans zwoa g`suffa" und kündigt für bald neue Termine in Europa an. Ob damit eine Hallentour des neuen Albums oder endlich die Rückkehr zu den großen Festivalbühnen gemeint ist, bleibt unklar.

In dieser erstarkten Form wären Weezer, als selten gesehene Gäste, dort sicher ein heißer Kandidat für die zuständigen Booker.




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