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Donnerstag, 26. Oktober 2017

French for Rabbits, Darmstadt, 19.10.17

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Konzert: French for Rabbits
Ort: Grey Sky Sessions Darmstadt - diesmal im Hoffart-Theater
Datum: 19. Oktober 2017
Dauer: 90 min
Zuschauer: etwa 60


Ich scheine ja hier diensthabende in Bezug auf Konzertberichte zu French for Rabbits zu sein. Wobei ich mir sicher bin, dass ich nicht die einzige unter den Autoren dieses Blogs bin, deren Herz schmilzt, wenn Brooks Stimme erklingt. Immerhin hat sich Oliver nach mehr als 2 Jahren Pause entschieden, ein Konzert in Paris zu organisieren - für die Charmeure aus Neuseeland. Sehr gut kann ich mich noch erinnern an den Tag, wo ich zum ersten Mal eine e-mail erhielt. Damals waren sie als Duo zum ersten Mal auf Erkundungstour in Deutschland. Seitdem kehren sie gern zurück. Leider sind inzwischen auch die Leute auf der britischen Insel aufgewacht und so müssen wir uns inzwischen die vier Wochen French for Rabbits in Europa mit vielen anderen teilen. 


Diesmal reichte es nur vier Stationen in Deutschland. Zum Glück war eine davon in Reichweite und auch noch an einem besonders schönem Ort, der für mich mit sehr vielen schönen Erinnerungen verknüpft ist. Insofern hatte ich mir den Termin fest vorgemerkt. Trotzdem war es dann kurz vorher wieder spannend, ob meine Form hält... Was ich dann geboten bekam, war allerdings die Fahrt und die Aufregung allemal wert - Brooke und John hatten diesmal die neuseeländischen Mitmusiker mitgebracht: Hikurangi am Bass und Ben an den Drums. Und obendrein auch noch Penelope, die zuletzt mit Brooke in Deutschland unterwegs gewesen war als John keine Zeit hatte für die Tour.


Eine volle Band, ein voller Sound und das tat den in meiner Erinnerung immer so zart daherkommenden Liedern richtig gut. In der Setlist spielte natürlich das aktuelle Album The weight of melted snow (*) die hervorstechende Rolle, aber auch Stücke, die mir schon lange lieb und vertraut sind vom ersten ganzen Album Spirits (+) und der EP des Anfangs Claimed by the sea fehlten nicht. 

Insofern spielte die Band virtuos mit meinen Gefühlen und Erwartungen und fügt dem von Anfang an runden Bild immer noch neue und für mich überraschende Facetten hinzu über die 90 Minuten des Konzertes.


Dabe war Brooke bei den Ansagen gewohnt witzig und verschmitzt und es wurde zwischendurch auch gelächelt und laut gelacht. Das Publikum war vom ersten Moment an ganz gebannt dabei und gab sich der musikalischen Reise hin. Mein privater Höhepunkt war wohl in der ersten Zugabe das wiegende Spirits, das so wunderbar hymnisch ist im zweistimmigen Gesang und mit leuchtenden Zymbelpunkten von den Drums die entscheidende neue Qualität in Bandformation erhielt.


Setlist:
01: Time did not*
02: It will be ok*
03: Goat+
04: The other side+
05: Cold+
06: Your Halo*
07: Lean+
08: Woke up to a Storm+
09: One and only*
10: Bird's eye Point of View*
11: The Weight of Melted Snow*
12: Dead Wood*

13: Days Shift (Z)*
14: Spirits (Z)+
15: Gone gone gone (Z)+

16: Claimed by the sea (Z)


Aus unserem Archiv:
French For Rabbits, Karlsruhe, 07.10.15
French For Rabbits, Stuttgart, 25.05.14
French For Rabbits, Karlsruhe, 14.10.13 



Montag, 27. Mai 2013

Woodpecker Wooliams, Darmstadt, 26.05.13

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Konzert: Woodpecker Wooliams
Ort: Gute Stube in Darmstadt
Datum: 26. Mai 2013
Dauer: 60 min
Zuhörer: knapp 50


Auf den Ausflug in die Gute Stube hatte ich mich schon länger sehr gefreut. Es kamen einige günstige Umstände zusammen, dass ich mal wieder der Einladung der Darmstädter folgen konnte.


Nachdem ich die Musik von Woodpecker Wooliams ja in Paris schon begutachtet hatte, konnte ich meinen Mann überreden, mitzukommen, d.h. wir konnten zusammen mit dem Auto fahren. Das macht das Heimkommen sehr viel einfacher und die Vorfreude ist nicht durch Bedenken getrübt, ob ich den letzten Zug kriege und die Anschlüsse alle klappen. Ganz auf die letzte Minute gab es noch die Nachricht, dass wir auch Sebastian aus Berlin dort antreffen würden, der uns die Gäste für unsere ersten Wohnzimmerkonzerte zu treuen Händen überlassen hatte. Wir hatten uns aber zuvor noch nie persönlich getroffen. Das würde nun an einem so netten Ort nachgeholt werden können. Wie schön!



Anfahrt und Eintreffen verliefen gut und es war eine herzliche halbe Stunde vor Beginn des Konzerts drin, in der wir viele Leute in die Arme nehmen konnten und Neuigkeiten austauschen. Die Gute Stube füllte sich auch recht gut und wie immer direkt nach der Tagesschau ging es los.



Gemma war diesmal ohne Begleitband da. Sie trat wie eine Schauspielerin auf die Bühne: Schlurfend kam sie hinter dem Vorhang hervor, legte ihre Jacken ab, drehte eine in der Dekoration stehende Fotographie auf's Gesicht, setzte sich auf den Boden vor dem Telefon, klemmte sich den Hörer zwischen Schulter und Ohr und begann ihr erstes herzzerreissendes Lied an der Harfe:




Auch später im Set gab es stets vollen Körpereinsatz und zum Teil bühnenreife Einlagen. Z.B. wiegte sie ihre Gitarre wie ein Baby in den Schlaf und bettet es anschließend weich mit ihrer Strickjacke als "Kopfkissen" auf den Boden.



Ganz am Ende saß sie mit einer Harfe auf dem Schoß im Publikum und sang von dort aus unverstärkt. Schließlich zog sie sich wieder an und verließ die Bühne so, dass eine Zugabe ausgeschlossen war. Das Publikum klatschte zu allen Stücken wohlwollend und ließ sich auf die teils fast hysterisch zu nennenden Stücke ein. 


Ich ging aber mit gespaltenem Herzen heim. So schön es in der Stube war und so sehr ich die Musik interessant und intensiv finde, bei mehreren Stücken setzte sie Elektronikschnipsel als Hintergrund ein, die ich nicht anders als Körperverletzend beschreiben kann. Gleich im zweiten Stück gab es hohes Gefiepe auf wechselnden Frequenzen während der ganzen Dauer des Stücks von dem mir heute noch die Ohren klingeln (trotz Hörschutz) und auch später spielte sie zum Teil gegen Krach an.  Ich kann darin keinen Sinn erkennen und ich weiß auch nicht, was sie dazu bringt, ausgerechnet die Ohren der Zuhörer so zu behandeln. Der Aspekt hat mich ziemlich runtergezogen. Ich hätte es normalerweise auch direkt Gemma gegenüber angesprochen, aber ich wollte meinen Mann (der dem entflohen war) nicht unnötig lange im Regen warten lassen. So ein Konzert ist ja auch so eine gewisse Vertrauenssache: Ich höre aufgeschlossen zu, was die Künstlerin erzählt. Aber ich fühlte dieses Vertrauen ziemlich grob mißbraucht. In Karlsruhe wäre ich wahrscheinlich während des Fiepsstückes gegangen und nach Hause gefahren.




Aus unserem Archiv:
Woodpecker Wooliams, Paris, 2. April 2013 (Oliver)
Woodpecker Wooliams, Paris, 2. April 2013 (Gudrun).


Samstag, 3. November 2012

Big Fox, Darmstadt, 31.10.12

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Konzert: Big Fox 
Ort: Gute Stube im Hoffarttheater, Darmstadt
Datum: 31.10.2012
Zuschauer: etwa 120Dauer: 60 min

 
Für 60-70 min Konzert 110km nach Darmstadt und wieder zurück zu fahren und anschließend zufrieden zu sagen: Das hat sich wirklich gelohnt! Brauche ich noch mehr Worte zu machen, um zu sagen, dass der Abend in der Guten Stube wunderschön war? 


Wenn mich eine Einladung der Guten Stube erreicht, kommt stets sofort der gespannte Blick in den Kalender, ob ich die Fahrt nach Darmstadt hinkriege. Tatsächlich kommt fast nie die Frage auf, ob es sich lohnt. Trotzdem ist es eben kein Pappenstiel und viel zu selten kam ich in letzter Zeit dazu, den Einladungen zu folgen. Aber diesmal war es der Vorabend eines freien Tages und eine Dame am Piano, da konnte ich sogar meine bessere Hälfte gewinnen.



Angekündigt waren Big Fox aus Schweden. Das ist Songwriterin Charlotta Perers an den Tasten, unterstützt durch die Cellistin Gerda Holmqvist (die aber auch Gesang, Xylophon und Percussion beisteuerte) und  Albin Johansson, der an dem Abend vor allem Gitarre und Pauke aber auch Gesang beitrug. Die Gute Stube war so gut gefüllt, dass Gerda zunächst Probleme hatte, noch einen Platz für das Cello zu finden und es einige in der ersten Reihe gab, denen sie einen Helm gegen herunterfallende Xyolophonstäbe empfahl (nicht ganz zu unrecht). 


 Obwohl wir also mehr oder weniger gegenseitig auf dem Schoß des Nachbarn saßen und mit den Füßen ein bisschen vorsichtig sein mussten, um keinen ernsthaft zu verletzen, war die Stimmung schon vor Beginn sehr entspannt und vorfreudig erregt. 




Was die drei dann boten war natürlich zum einen das erwartete nachdenkliche Frau am Piano Programm. Aber zum einen ist die Stimme von Charlotta Perers wirklich kein bisschen langweilig, sondern zum hinschmelzen schön, zum anderen wurde die besinnliche Stimmung stets nicht dramatisiert. Wir haben sehr viel gelacht und gelächelt. Was mich dann endgültig für die Musikerin einnahm, waren die upbeat-Songs wie "Grow up" und "Cut you out". Das sind Ohrwürmer, die sich echt gewaschen haben und gut dazu geeignet sind, sich morgens vorm Spiegel selbst ein bisschen Mut für den Tag zu zu singen.  


Entsprechend euphorisch war der Applaus und der Absatz des aktuellen Albums. Eine warme Empfehlung für beides von meiner Seite. Die Göttinger haben am Sonntag, 4.11. noch die Gelegenheit dazu. 


Und hier ein Fitzelchen zum Nachklingen lassen (Bedroomdisco TV sei Dank!). 

 



Donnerstag, 28. April 2011

Powerdove, Darmstadt, 17.04.11

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Konzert: Powerdove (Petula)
Ort: Gute Stube, Darmstadt
Datum: 17.04.2011
Konzertdauer: Petula etwa 40 Minuten, Powerdove eine gute Stunde


Gastbeitrag von Dr. Gudrun Thäter (vielen lieben Dank!)

Im März und April ist mir wieder aufgefallen, wie viele sehr schöne kleine Orte es gibt, wo die alternativen Musiker und ihr Publikum ein Zuhause und zueinander finden können, weil ein paar nette Enthusiasten sich darum kümmern.

Mein erstes Erlebnis war das Cafe Central in Weinheim (kürzlich auch hier schon erwähnt) und einem unvergesslichen Abend mit Dear Reader (4.10. 2009, von Heidelberg aus - eigentlich eine Fahrradentfernung...). Nun wohnen wir in Karlsruhe und das bietet gleich eine ganze Handvoll solcher Orte. Im März war ich z.B. zweimal im Cafe Nun (Rue Royal 16.3. und An Island-Film mit Efterklang am 23.3.) und im KoHi (am 27.3. zu Nylonsaiten & Saitenstrümpfe) zu tollen Konzerten.

Am Palmsonntag (also dem 17.4.) hat uns der Weg aber bis Darmstadt in die Gute Stube
http://www.myspace.com/guutestube
geführt, um dort das Konzert von Annie Lewandowski alias Powerdove

http://powerdove.bandcamp.com/ (free download)
bzw. http://www.circleintosquare.com/artist/powerdove

zu erleben. Die A5 ist zwar für die Autos gebaut aber am Sonntag Abend normalerweise nicht zu befahren. So waren wir vorsichtshalber recht pünktlich aufgebrochen. Da dann unterwegs alles glatt lief, erreichten wir tatsächlich schon kurz nach 19 Uhr den Ort des Geschehens: Im Hinterhof bei einer ehemaligen Autoschrauberbude. Eigentlich absolut innerstädtisch aber doch eine stille und grüne Oase.

Am Gartentisch fanden sich schon die Musiker des Abends und die Organisatoren beim Abendessen - dabei die Frühlingssonne genießend.

Es gab ein großes Hallo, als wir uns als Konzertbesucher aus Karlsruhe vorstellten und unversehens saßen wir mit am Tisch und plauderten über Musik, das Leben und weiß gestrichene Klaviere bevor sich ab 19:45 Uhr die gute Stube zu füllen begann (schließlich so etwa 40 Leute zwischen 20 und 60 Jahren).

Start ist 20 Uhr mit der Tagesschau auf einem uralten Röhrenfernseher...

Anschließend gab es zunächst einen mir bis dahin unbekannten Support aus Berlin:

http://www.petula.org/ bzw.
http://petula.bandcamp.com/album/elephant-dresses

interessant geloopte Musik sehr sympatisch vorgetragen. Das Publikum nahm sie freundlich an und auf und für alle ging so der Abend nett los.

Nach etwa 40 min und sehr kurzer Umbauzeit standen dann Annie Lewandowski und ein Begleiter auf der Bühne und bezauberten alle mit ihren minimalistischen Musikstücken.

Meist ist es wirklich nur Annies Stimme und ein kleines bißchen Gitarre dazu plus etwas "Hintergrundgeräusch", was aber vollkommen ausreicht um mich in die Welt des jeweiligen Liedes zu entführen. Die Stücke sind so leise vorgetragen, dass ich mich nicht traue, Fotos zu machen während musiziert wird. Schon das wirklich sehr leise Geräusch des Auslösers würde hier stören.





Gegen 22 Uhr ist das Konzert zu Ende - es gibt noch CDs zu kaufen, ein Autogramm muss natürlich sein und wir fahren sehr zufrieden mit dem Abend zurück nach Karlsruhe.



Schön, dass es Musikenthusiasten gibt, die solche Abende möglich machen.


 

Konzerttagebuch © 2010

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