Dienstag, 3. Oktober 2017

Bela B, Düsseldorf, 30.09.2017


Konzert: New Fall Preview-Bela B. + Band
Ort: Sipgate Campus Düsseldorf
Datum: 30. 09. 2017
Dauer: 120min
Zuschauer: ca. 250

Die Festivalsaison scheint vorüber, aber nur fast. Pünktlich zur Blätterfärbung meldet sich das New Fall Festival zurück und bietet, wie schon in letzten Jahren mit Olli Schulz und Asgeir, treuen Kombi-Ticketkunden und Förderern ein intimes Preview-Konzert. 

Wieder im perfekt dafür ausgelegten Firmengelände von Sipgate, einem Sponsoring, das wirklich Sinn macht. Hier scheint die Symbiose von Arbeit und Freizeit zu stimmen, so offen und freundlich wirkt die Anordnung von "Kantine", Büros und funktionalem Außengelände in einem Düsseldorfer Hinterhof. 



Auf der Bühne, nicht weniger als ein Schwergewicht der deutschen Musikszene. Nachdem Bela B. zunächst seine Herbsttournee komplett ausfallen ließ, spielt er hier in kleinstem Rahmen eine sympatische Werkschau seiner Soloalben. 

Begleitet wird er von einer großartigen Band (Peta Devlin & Smokestack Lightnin), alle einheitlich in Westernhemden gekleidet, wird hier nicht nur ein Standardset geboten. Trotzdem präsentiert sich Bela B. zunächst eher als eigene Vorband. 

Die erste Stunde wirkt noch etwas steif und bemüht, doch als man schon das baldige Ende erwartet, kommt es besser. "Vampir mit dem Colt" läutet den zweiten und wesentlich unterhaltsameren Teil des Abends ein, alles wirkt lockerer und gelöster. Die Versionen und gefürchteten Ansagen zwischen den Songs länger, die Weißweingläser auf der Bühne leeren sich schneller.



"Bausparvertrag" und "Einer bleibt liegen" scheinen das Finale einzuleiten, aber spätestens als der Soundmann bei der nicht geplanten Zugabe des Ärzte-Klassikers "Manchmal haben Frauen" die Hände vor den Kopf schlägt, ist der Abend gerettet. 

Dabei soll das alles hier doch eigentlich nur auf das im November stattfindende Festival aufmerksam machen. Mit Konzerttagebuch-Lieblingen wie Glen Hansard, Michael Kiwanuka oder Sophia wird klar, dieses Jahr wird kein schlechtes. 



Die obligatorischen "schönen Orte", seit jeher ein fester Bestandteil im Konzept dürften mittlerweile bekannt sein, die Regel sind sie leider noch lange nicht, vergleicht man sie mit dem tristen Industriehallen-Charme vieler Kölner Konzerte.

Bela B. dagegen wähnt sich mittlerweile auf einer Firmen-Betriebsfeier. Von der Empore fallen Blätter der zu Beginn geforderten nackten Hinterteile vom Kopierer und nicht nur die vielen Freigetränke lassen das Ende zu einer großen Party werden.

"Streichholzmann" und die vierte Zugabe "Missgeschick und Blei" beenden dann einen unerwartet ausgelassenen Abend.

Ein ausführlicher Vorbericht, auch für das Zwillingsfestival in Stuttgart folgt in den nächsten Tagen. Es lohnt sich. 


 

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