Montag, 4. April 2016

We Used To Be Tourists, Adorf, 02.04.16


Konzert: We Used To Be Tourists
Ort: Scala Adorf
Datum: 02.04.2016
Dauer: 90 min
Zuschauer: 25

Benjamin, Isa und Konstantin sind We Used To Be Tourists und kommen aus Köln. Just an diesem 2. April kam mit der Band auch der Frühling in Adorf an, so dass wir den Begrüßungskaffee und Tee auf der Terrasse servieren konnten. Isa war letzten Sommer bereits bei uns gewesen und hatte als Savetyville ein federleichtes Konzert gespielt.



We Used To Be Tourists nun ist das gemeinsame Projekt der drei Wahlkölner.

Der Aufbau der Bühne war doch einigermaßen umfangreich für einen fast rein akustischen Abend. Bass, Gitarren, Keyboard werden hereingetragen, unser Klavier in die Runde integriert und dann kann das Einspielen schon beginnen. Die Verstärker werden auf den Raum angepasst und eine erste Ahnung dessen, was uns heute Abend erwarten wird, macht sich breit.


Bis zum Beginn des Konzerts hat sich die Scala mit 25 Gästen gefüllt, die gespannt sind auf den Auftritt des imposanten Ensembles. We Used To Be Tourists haben im Herbst 2015 ihr aktuelles Album "Making Friends With Ghosts" veröffentlicht. Die meisten Songs des Abends stammen von diesem Album. Ich hatte die Veröffentlichung nicht sehr aktiv begleitet und war daher wie die meisten im Publikum sehr gespannt auf die Musik. Um den nun folgenden Abend zu charakterisieren, muss ich gleich auf das Ende verweisen: Ich hätte ewig weiter zuhören können, und dem Publikum ging es ebenso, denn Ben, Isa und Konstantin mussten gleich zweimal für Zugaben zurück an ihre Instrumente.


Es ist ja heute nichts Besonderes mehr, englisch zu singen, die Folkschiene zu bedienen und eingängige Melodien zu finden. Was aber die Lieder von We Used To Be Tourists ausmacht, ist etwas was ganz Besonders für mich. Es sind nicht die gewöhnlichen Abfolgen von Strophe, Refrain, Strophe, Refrain und maximal ein solistischer Übergang dazwischen. Jeder Titel hat bei We Used To Be Tourists eine ganz eigene Seele. Das sind manchmal sich aufbauende Spannungsbögen, die durch die Lautstärke der Instrumente und Stimmen getragen werden und dann abrupt durch ganz stille Passagen abgelöst werden. Das sind kleine Einsprengsel von percussiven Takten. Und das ist oft und sehr beeindruckend (weil sehr selten in zeitgenössischer Musik) der Satzgesang der 3 Musiker. Oder es sind die zum Teil gegenläufigen Gesangsparts, die sich bis zu einem gewissen Punkt so sehr voneinander entfernen, dass die Zusammenführung - ob laut oder leise - wie eine Befreiung wirkt und das Publikum mit offenem Mund und am Ende des Liedes mit verzücktem Applaus, Pfeifen und Rufen dem Hall des eben Gehörten ungläubig nachlauscht. 




Hier offenbart sich für mich die Stärke der Band, die sie so einzigartig macht. Sie legen, wie sie selbst auch nach dem Konzert bestätigten, sehr viel Wert auf genau diese Elemente: ausgefeilte Arrangements von Gesang und Instrumentierung, Aufbrechen der einfachen Songstruktur durch mehr Abwechslung und Kontraste. Dass dies natürlich einen erheblichen Aufwand beim Proben der Songs erfordert ist klar, wird aber eben von den wenigsten Künstlern betrieben. Und so war der Lohn des Abends ein begeistertes Publikum und ein gut gefüllter Hut.



Setlist:
01. The Things We Left Behind
02. Making Friends
03. Vultures
04. Cottage Market Liquors
05. Thicker Skin
06. I Am The Onion
07. Little Schnieps
08. Bonnie & Clyde
09. Minus x Minus
10. Long Beach, CA
11. I Cried The Whole Way Home
12. The Bullfighter's Girl
13. BHWC
14. ?? (Z)
15. ?? (Z)

Aus unserem Archiv:
We Used To Be Tourists, Köln, 24.09.2015

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