Dienstag, 21. April 2015

Eliza Rickman, Karlsruhe, 18.04.15

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Konzert: Eliza Rickman mit Support Stanley Roy Williamson und Tina Löffler
Ort: Kellerhalle in Karlsruhe
Datum: 18. April 2015
Dauer: 20 min + 60 min
Zuschauer: etwa 60


Meine Liebesaffaire mit der Kellerhalle hatte mit dem Konzert von Zoë Boekbinder begonnen. Um so passender fand ich es, dass ich Eliza Rickman an diesem Ort zum ersten Mal begegnen würde. Im November hatte Eliza ihre Fühler für eine mögliche Europatour vorsichtig ausgestreckt und war dabei Tipps von Zoë gefolgt (die hatte Kellerhalle ein dickes Lob-Sternchen).


Mir war ihr Name im Zusammenhang mit dem Margaret-Projekt von Jason Webley ins Auge gefallen und anschließend ins Herz. Ich hatte das Gefühl, dass sie im November zwar mit der Idee spielte, aber nicht recht daran glauben konnte, dass es funktionieren könnte. Aber in gemeinsamer Anstrengung vieler Musikenthusiasten haben wir sie schließlich über den Ozean zu uns gelockt. Und am Ende fiel es so, dass ich zu meinem Geburtstag das Geschenk eines unvergesslichen Abends in der Kellerhalle erhielt und ihn mit meinen Lieben teilen konnte.


Eliza Rickman zu erleben ist spektakulär: Es ist ein Spektakel; ein Spaß, bei dem einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt, aber auch unterhaltsam, abwechslungsreich, facettenreich und mitreißend. Eine Prinzessin, eine Diva. Aber ganz dem Publikum zugewandt, immer mit einem Augenzwinkern. Ihre Stimme hat mich gleich gefangen genommen, aber auch die Arrangements haben es in sich. Die Instrumente des Abends in der Kellerhalle waren schließlich: Der Kellerhallen-Flügel, ein rosa Spielzeugklavier, ein Glockenspiel, diverse Glocken, eine Vogelpfeife, eine Ukulele und eine Autoharp.


Was ich im Vorfeld verschlafen hatte, war ihre Entscheidung sich auf die letzte Minute Stanley Roy Williamson als Begleiter für die Tour einzuladen, der mit seiner Ukulele eine schillernde, Versatile und bejubelte Performance ablieferte. Er hat eine warme Stimme und gab halb den Clown, der mit seinem Imaginary friend spricht, halb den Künstler, der uns ganz und gar sein Herz ausschüttete darüber wie er unter dem Disco light den richtigen fand.

Sehr angenehm war es, dass Eliza nach dem Set von Stanley sofort mit ihrer Autoharp den Teil des Abends eröffnete, auf den alle im Publikum so gespannt waren. Ihr erstes Lied Fools rush in führte uns ihre stimmlichen Fähigkeiten gleich sehr eindrücklich vor und setzte im Finale noch eins drauf, als eine Spieluhr das letzte "Wort" erhielt. Klar, dass ihr in diesem Moment schon alle zu Füßen lagen. Etwas ernsthafter und mir sehr vertraut war der Song Devil's flesh and bones vom O, you Sinners-Album (2012). Sie nutzte hier den Flügel und ein Metronom als Percussion. Und das wirkte sehr eindrücklich.


Ich musste mir später von meiner Familie allerhand Vorhaltungen gefallen lassen, dass ich bei der Frage, wer The Princess bride kennt, aufgezeigt hatte. Falls meine Familie recht hat und dieses Film-Kleinod noch nicht allgemein zum Kult-Gut zählt, bitte unbedingt an einem regnerischen Tag von ihm verzaubern lassen. Das hiervon angeregte Lied Dove of mine jedenfalls war hinreißend und zum Kult taugend, gab es doch neben einer mitreißenden Performance am Flügel auch noch ein Vogelpfeifen-Solo. Anschließend wechselte Eliza auf ihr Spielzeugklavier für einen ihrer Klassiker Start With Goodbye, Stop With Hello. Das mit seinem bezaubernden Dreiertakt sofort im Ohr hängen bleibt.



Gar nicht niedlich war ihr Song Pretty little head - auch wenn die Instrumentierung mit Glockenspiel das wahrscheinlich scheinen lassen könnte. Im Gegenteil - er war ganz schön gruselig (und das bei so einer eingängigen Melodie!). Und mit ihrem Cover von Moon river ließ sie uns danach gar das Blut in den Adern gefrieren. Der Klang der Glockenspielstäbe, wenn sie mit einem Geigenbogen gestrichen werden, hat einen wirklich furchterregenden und zugleich doch auch faszinierenden Sound.



Als Unterstützerin des Margaret Projektes kannte ich schon das nächste Lied Lark of my heart, das durch ein Hochzeitsfoto angeregt wurde. Und Black rose - das erste Stück des 2012er Albums, das wieder auf dem Spielzeugklavier begleitet wurde. Manchmal sind ja herausfordernde Spielchen zu etwas gut. So wie der Vorstatz, 20 songs in a day zu schreiben. Vielleicht sind dann zwei davon ganz gut und so etwas schönes wie Only for today entsteht unter dem Druck. Oder ein ganz neues Instrument. Jason Webleys Drängen verdanken wir wohl den wunderschönen Ukulele-Walzer Waiting around again (jedenfalls berichtete Eliza uns das so).  


Natürlich trampelten anschließend alle um eine Zugabe. Und Stanley und Eliza bedienten sich am Pophimmel und coverten Dark horse. Glücklicherweise wurde mir die Peinlichkeit erspart, meine radiohörende Tochter fragen zu müssen, was für ein Song das war, weil ich es erst kürzlich in einem Indie-Konzert als Cover gehört hatte....

Ein einmalig bezaubernder Abend war damit leider zu Ende. Aber die Freude im Herzen wird nicht so schnell erlöschen!

Für Tina Löffler kamen wir etwas zu spät an.

Setlist:
01: Fools rush in
02: Happy birthday
03: Devil's flesh and bones
04: Dove of mine
05: Start with goodbye, Stop with hello
06: Pretty little head
07: Moon river (cover)
08: Lark of my heart
09: Black rose
10: Only for today
11: Waiting around again

12: Dark horse (Kate Perry cover, mit Stanley Z)

Tourdaten:
14.04. Berlin  House Concert
15.04. Berlin Ä
16.04. Berlin Madame Claude
17.04. Frankfurt Cowhide House Concert
18.04. Karlsruhe Kellerhalle
19.04. Adorf Scala Adorf

20.04. Leipzig Basislager
21.04. Köln Kulturlichtung
22.04. Duisburg Ketan & Petra’s Living Room
23.04. Wuppertal Bürger Bahnhof
24.04. Stuttgart In die Wohnzimmer
25.04. Bern Theaterplatz 2
29.04. Zürich Kafi für Dich
30.04. La chaux de fonds Le Entree’ Deux
01.05. Bern Progr
03.05. Zürich Wohnzimmer Bar




Aus unserem Archiv:
Jason Webley, Heidelberg, 14.10.08 
Zoë Boekbinder, Karlsruhe, 27.04.14
Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15



Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15

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Konzert: Eliza Rickman
Ort: Scala Adorf
Datum: 19. April 2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: 28

Wie steht es derzeit auf Elizas Webseite: „… Prinzessin Eliza ist mehr als begeistert, in dem Land zu sein, wo die Prinzen aus den Märchen herkommen.“ Damit herzlich willkommen im Lande der Gebrüder Grimm! Wir schmückten die Scala für Eliza mit Rosen, weiten Tüchern auf der Bühne und hängten beleuchtete Kleider in den Kirschbaum im Garten.
Per Mail hatte Eliza einen Reisebegleiter angekündigt. Am Nachmittag entstiegen beide dann dem Auto nach der langen Fahrt von Karlsruhe nach Adorf. Dieser Sonntag war der erste in diesem Frühling, den wir auf der Terrasse sitzend verbringen konnten. Bei Kaffee und Tee machten wir uns bekannt. Bis 19 Uhr füllte sich die Scala, bis 28 Gäste gespannt auf den Beginn warteten.

Eliza begrüßte das Publikum und stellte ihren Begleiter Stanley Roy vor, selbst Musiker und Performer. Er eröffnete den Abend mit Liedern seiner EP „Imaginary Friend“, spielte ausschließlich Ukulele und verzauberte die Runde mit seiner Ausstrahlung, der Intensität seines Ausdrucks, der Stimme, seiner Gestik. Die ca. 20 Minuten waren ein Wechsel von Laut und Leise, vorgetragen in höchster Intensität. Dafür wurde Stanley Roy begeistert gefeiert.

Prinzessin Eliza betrat die Bühne und begann den Reigen ihrer Lieder und die Parade unglaublicher und nie gesehener Instrumente. Zunächst spielt sie mit einer Art Harfe oder Zither, auf der Akkorde gegriffen werden können. Danach setzt sich Eliza an das Klavier des Hauses, spielt Vogelzwitschern ein und wendet sich im Anschluss dem Spielzeugklavier zu sowie den bunten Handbells. Schließlich lässt sie sich von Stanley noch die Ukulele für einen Titel reichen. Zwischendurch erzählt sie einige Geschichten aus ihrem Leben, aus ihrer Karriere, unter anderem dass der Ukulele-Song aus einem Auftrag ihres Produzenten (und Musikers) Jason Webley entstanden ist, der ihr beim Songwriting die Ukulele gab mit der Bitte, dafür ein Lied zu schreiben. Beim Schreiben hat sie sich das Instrument noch beigebracht.
Wir hörten an diesem Abend Lieder ihres Albums „O You Sinners“ und aus ihrer Zusammenarbeit mit Jason Webley zum Album „Margaret“ und natürlich neue Songs. Diese werden später im Jahr veröffentlich auf 2 Alben, einem Cover-Album und einem mit neuen Songs von Eliza Rickman. Die knappe Stunde verflog aber viel zu schnell, so gebannt waren alle im Publikum von der Musik und der Prinzessinnenstimme Elizas. Die Spannung im Publikum war spürbar, es herrschte absolute Stille bis zum Ausklingen des letzten Tons jedes Liedes.

Für 2 Zugaben holt sich Eliza noch Stanley auf die Bühne, wo die beiden ausdauernd gefeiert werden. Dieser Abend bleibt sicher lange in Erinnerung wegen der fragilen und gerade dadurch packenden Performance von Eliza Rickman und Stanley Roy.


elizarickman.com
stanleyroy.bandcamp.com

Beth Wimmer & Suzie Candell, Karlsruhe, 19.04.15

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Konzert mit Beth Wimmer & Suzie Candell
Datum: 19. April 2015
Dauer: 80 min
Zuschauer: 22

(c) Hans-Jürgen Sommerfeld
Vor diesem Konzert war eine Rekordzahl an Nachrichten hin und her gegangen. All das war vergessen, als wir Beth Wimmer und Suzie Candell an diesem heiteren Sonntag Mittag persönlich Hallo sagen konnten. 


Zwar war ich kurz vorher doch ziemlich nervös geworden, wie es an einem Sonntag Mittag klappen würde und hatte auch der Idee eines Gartenkonzertes im letzten Moment adé gesagt. Aber in großer Runde hatten sich schließlich sehr pünktlich die gerade richtige Zahl von Gästen in unserem Wohnzimmer eingefunden und die beiden Sängerinnen waren bereit. 

(c) Hans-Jürgen Sommerfeld

Die Spezialmischung ihrer Lieder, die sie für uns vorbereitet hatten, reichte zwar fleißig den Autorenhut hin und her, aber stets musizierten beide mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme und so flossen die persönlichen Erfahrungen der einen und der anderen Frau hinüber und herüber und ließen auch das Publikum nicht ungerührt.
 
(c) Hans-Jürgen Sommerfeld

Es waren Lieder, die viel von vergeblicher Liebesmüh zu erzählen hatten und von den Katastrophen, denen uns ein Leben aussetzt in dem wir versuchen nach den Sternen oder wenigstens nach unserem Glück zu greifen. Auch ein paar wenige, die Gelingen und Freude zum Inhalt hatten.


Beide Aspekte gaben uns beim zuhören die Kraft für unser eigenes Leben, nicht nachzulassen und nicht aufzugeben. Auch wenn man wohl zurecht für sich selbst weiß: Die Prinzen machen unser Frauenleben nicht aus
 
(c) Hans-Jürgen Sommerfeld

Hinterher versammelten wir uns um Kaffee und Kuchen und schließlich gingen alle mit einer Melodie im Herzen in den Sonntag Nachmittag, der seinem Namen alle Ehre machte.

Alle Fotos 
(herzlichen Dank an Hans-Jürgen Sommerfeld für die sprechenden Bilder!)




Montag, 20. April 2015

Les concerts de la semaine à Paris du 20 au 26 avril 2015

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Les concerts de la semaine à Paris du 20 au 26 avril 2015


Il faut très beau depuis quelques jours, mais les soirs restent frais, conditions idéales donc pour aller voir des concerts. Cette semaine encore il y a des chouettes trucs, notamment Pauline Drand (photo archive by Oliver Peel ©) avec sa Release Party aux Trois Baudets, puis les post rockers Godspeed avec deux concerts au Bataclan. Profitez du beau temps et des chouettes concerts !

20.04.2015: Charlène Darling, Rev Galen et This Is The Kit (solo), Les Nautes
20.04.2015: Jo Wedin et Jean Felzine, La Loge
20.04.2015: Fête Souterraine: Savon Tranchard, Les Lignes Droites, Weli Noël, L'International 
20.04.2015: Nesles et Delmar, Les Connetables
21.04.2015: We Are Bodies, Le Divan Du Monde, reporté
21.04.2015: Passion Pit, La Maroquinerie, complet
21.04.2015: Only Real, Badaboum
21.04.2015: Pauline Drand, Les Trois Baudets
21.04.2015: Velasco, Le Pop In
21.04.2015: The Pains Of Being Pure at Heart, La Maroquinerie 
21.04.2015: Vanille au Baron, 24 h
22.04.2015: The Gentle Storm, Divan Du Monde
22.04.2015: Jacco Gardner, Point Ephémère, complet
22.04.2015: Blondino, Le Pop-Up du Label 
22.04.2015: Tropical Horses et Boca River, La Mécanique Ondulatoire
22.04.2015: S.R. Krebs, La Mverte et d'autres, Badaboum
22.04.2015: Dan Mangan + Blacksmith, Batofar
22.04.2015: Sleaford Mods, La Dynamo De Banlieues Bleues, complet
22.04.2015: Godspeed You ! Black Emperor, Bataclan, complet
23.04.2015. Godspeed You ! Black Emperor, Bataclan avec Carla Bozulich
23.04.2015: Drenge, La Fléche d'or
23.04.2015: Angus et Julia Stone, Le Zénith
23.04.2015: Jaune !, Le Pop Up Du Label 
23.04.2015: Blind Digiral Citizen et Inigo Montoya et Caandides, Petit Bain
23.04.2015: Showcase Manuel Bienvenu, La Fabrique Balades Sonores
24.04.2015: These New Puritans, Badaboum 
24.04.2015: Vendège, L'Ogresse 
24.04.2015: Les Guillotines/Foca/Water Babies, Olympic Café
24.04.2015: Inès Desorages, La Joie Du Peuple
24.04.2015: Cléa Vincent et Biche et Melody Says
24.04.2015: Amour Propre, Le Truskel
24.04.2015: Bantam Lyons et Djokovic, Espace B
25.04.2015: Kim, Release Party à la Loge
25.04.2015: Furs et Light On The Sea
26.04.2015: Calexico, Le Trianon

Sonntag, 19. April 2015

Axolotes Mexicanos, The Catenary Wires & Los Bonsáis, Madrid, 18.04.15

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Konzert: Axolotes Mexicanos, The Catenary Wires & Los Bonsáis
Ort: Sala Siroco, Madrid (Elefant Club)
Datum: 18.04.2015
Dauer: Axolotes Mexicanos 30 min, The Catenary Wires 37 min, Los Bonsáis 38 min
Zuschauer: 150 vielleicht (voll)




Juli 2014
Im letzten Sommer saßen wir auf der Wiese des Indietracks Festivals in England und warteten auf eine Band, auf die wir uns schon sehr freuten - The Royal Landscaping Society aus Spanien. Weil wir eine Ecke früher als geplant waren, erlebten wir vorher aber schon eine andere spanische Gruppe, die uns vollkommen begeisterte. Axolotes Mexicanos spielten eine Art Twee-Punk und waren phänomenal unterhaltsam.


Oktober 2014
Als Luna ihre Comeback-Tour 10 Jahre nach dem Split ankündigten und die in Spanien stattfinden sollte, brauchte es ein paar mails und Anrufe und die Verabredung für ein paar Tage Madrid war fix. Und da es ein paar Tage sein sollten, fände sich ja sicher noch ein anderes Konzert in der spanischen Hauptstadt. Aber da war nichts - nicht weiter schlimm.


Juli 2014 
Auf der Wiese des Indietracks fiel mir ein (ich las gerade wieder mal seine Biographie Black Postcards), daß ich Dean Wareham, der beim Indietracks, aber ein paar Tage später auch im Gebäude 9 in Köln spielen würde, die Single Fred vom Jupiter von Andreas Dorau schenken könnte. Er hatte ein Kapitel seines Buchs nach dem Song benannt, nachdem er ihn mit Freunden begeistert irgendwann in New York gehört hatte. Zwischen den spanischen Bands ersteigerte ich eine Dorau-Single und schenkte sie in Köln dem Luna- und Galaxie 500-Frontmann.

Februar 2015
Im Februar bestellte ich mir die neue EP von Axolotes Mexicanos bei deren spanischen Label Elefant Records. Weil auch die sehr gut klingenden Los Bonsais eine neue EP hatten, bestellte ich die gleich blind mit.

März 2015
Was für Spielsüchtige der Gang zum Daddelautomaten, ist für mich das Öffnen von lastfm. Ein erneuter Blick auf die Seite präsentierte plötzlich doch ein Konzert für Madrid für unseren Anreisetag. Mit Axolotes Mexicanos und Los Bonsais. In unmittelbarer Nähe unseres Apartments, das durch puren Zufall direkt an die Calle de la Luna grenzt. Und an das Theater, in dem Luna spielen.

April 2015
Als Axolotes Mexicanos ihren Auftritt vorbereiteten, legte der tolle Indiepop DJ Fred vom Jupiter auf.

Is so!

Aber nicht nur wegen des Traums aller Fraun war der Abend im Sala Siroco erinnerungswürdig!


Er begann mit Los Bonsáis, die dieses Jahr beim Indietracks spielen werden. Los Bonsáis sind Gitarristin Helena Toraño und Bassist Nel González. Für ihr Konzert hatten sie einen zweiten Gitarristen (Mario) und einen Schlagzeuger dabei. Die Band bezeichnet ihre Musik als Noisepop und das traf es gut. Die beiden Gitarren und vor allem das Schlagzeug machten ordentlich Krach und gaben dem popigen Gesang von Helena den richtigen Pfiff. Mir gefiel das ausgezeichnet! Die besten Stücke sind aber die, bei denen auch Nel mitsingt. Der bärtige Bassist hat eine tiefe Stimme, die billant zu der seiner Partnerin passt. Er war ein wenig leise, ansonsten war das Konzert wundervoll! 

Die ersten Stücke stammten allesamt von der neuen EP Nordeste. EP ist vielleicht nicht richtig, die Platte enthält zehn Lieder - auf 10". Vor Nordeste hatte die Band aus Gijon eine anderes Minialbum veröffentlicht, das ich bisher nicht kannte, und von dem viele der nachfolgenden Lieder stammten. Ach, und wie gut das alles war!



Komplettiert wurde der kompakte Auftritt (16 Lieder in 38 min!) von einem labelinternen Cover, Los genios von Aventuras de Kirlian, und einem Lied, dessen Melodie ich kannte, mit dem ich aber erst nichts anfangen konnte. Aber Helena hatte irgendwo zwischen den spanischen Ansagen "Television Personalities" eingebaut. Leider verstehe ich gesprochenes Spanisch gar nicht, das typisch schnell gesprochene Spanisch erst recht nicht. Aber die "la la la" Phase machte es klar: das Stück war eine übersetzte Version von Part time punks der TV Personalities und es war toll wie die eigenen Sachen!



Ein wundervolles Konzert war das! Wie schön, Los Bonsáis im Sommer noch einmal sehen zu können!

Setlist Los Bonsáis, Sala Sciroco, Madrid:

01: Nordeste
02: Temporal
03: Vacaciones permanentes
04: Como si nada
05: Martin Pescador
06: Himno latino
07: La mecedora
08: Medio tiempo
09: Los genios (Aventuras de Kirlian Cover)
10: Después de todo...
11: Plan B
12: Part time punks (Television Personalities Cover auf Spanisch!)
13: Los perdimos de vista
14: Ultramarinos
15: Serin
16: Nubes y claros

Als zweite Band traten nicht Axolotes Mexicanos sondern The Catenary Wires auf. Hinter diesem Namen verbergen sich Amelia Fletcher und Rob Pursey, die bereits in Heavenly, Talulah Gosh, Marine Research oder Tender Trap gemeinsam gespielt haben. Amelias Ansage "we are slower and quieter than before" bezog sich zwar auf die Bonsáis vorher, beschrieb aber auch ein wenig die Musik der neuen Band. Das Debüt-Album erscheint am 01.06.15 auf Elefant Records, daher kannte ich vorher nichts außer den beiden Liedern, die digital veröffentlicht wurden. 

Die Stücke der beiden sind sehr ruhig und leben vor allem von den tollen Stimmen des Paars. Oft singen sie abwechselnd, bei Intravenous aber synchron. Aber nicht nur deshalb gefiel mir der Titel am besten. Daß die beiden vor allem Musiker sind, auch wenn sich Amelia als VWL-Professorin nebenberuflich ganz anders betätigt, merkt man solchen Textstellen wie "the answer lays in the records we never play" an. 

Amelia stand, Rob saß. Sie sang und spielte ab und zu Melodica, er spielte Gitarre. Das Konzert der beiden war etwa gleich lang wie das der ersten Band. "Slower and quieter" bedeutete neun statt 16 Lieder. Aber da (wohl) nur ein Stück nicht vom Debütalbum stammte und die beiden als Catenary Wires vermutlich nicht über mehr verfügen, passte es zeitlich in den "40 min pro Band" Rahmen.

Das eine Stück, das Amelia als älter vorstellte ("wahrscheinlich kennt ihr es gar nicht"), war Shallow von Heavenly. Natürlich war die Ansage Koketterie. Das Publikum hatte einen Twee-Pop-Hintergrund.


Der Auftritt der beiden, die mit ihren beiden Kindern in Madrid waren, war sehr schön. Auch The Catenary Wires werde ich im Sommer beim Indietracks wiedersehen!

Setlist The Catenary Wires, Sala Sciroco, Madrid:

01: The records we never play
02: Too late I love you
03: Intravenous
04: When you walk away
05: Throw another love song
06: You save me from myself
07: Like a fool
08: Shallow (Heavenly)
09: A different scene

Und dann wurde es wild...


Nach und nach strömten immer mehr Menschen nach vorne. Axolotes Mexicanos waren wohl doch nicht zufällig als letzte Band angesetzt worden, sie waren das Zugpferd der Veranstaltung. Vorher hatten die drei Musiker (Sängerin Olaya, Gitarrist Juan und Bassist Stephen) mit Freunden neben uns gestanden. Stephen ist mittlerweile erblondet, Olaya hat keine roten Haare mehr und Juan scheint ihr Bruder zu sein.

Meine Bedenken vorher waren, ob ich gleichviel Spaß wie im letzten Sommer haben könnte. Ein guter Teil dieses Spaßes kam vom Wechselspiel zwischen Olaya und Stephen. Die Sängerin machte lange Ansagen in ihrer Muttersprache, die zu großem Gelächter der Spanier führten. Danach übersetzte Stephen und die Engländern gröhlten vor Lachen. Die Erklärungen, wovon die Stücke handeln, waren phänomenal komisch! Noch besser waren aber Olayas Aussagen, wie schlecht sie doch Keyboard spiele. Es war allerbeste Unterhaltung! In Madrid würde die Band die Ansagen nicht übersetzen, das würde dem Konzert also schon einmal fehlen. 

Als sie eine gute halbe später fertig waren, hatten wir ein verrücktes Konzert gesehen, bei dem ich zwar nichts von dem verstanden habe, was neben der Musik passierte, mich aber nicht weniger als im letzten Jahr amüsiert hatte. Axolotes Mexicanos spielten vielleicht fünf, sechs Lieder, einige klappten nicht, andere brachen sie ab, weil das Notebook, das Keyboard und Schlagzeug ersetzte rumzickte. Das war aber alles undramatisch (und gehört zum DIY-Charme). Das Mitschreien der Texte von allen (bis auf mich leider), der große Spaß beim Publikum und der Band hätte das Konzert auch mit nur einem beendeten Lied zu einem irre tollen gemacht!

In der irrsten Phase warf sich Olaya ins Publikum und crowdsurfte. Juan gab irgendwem die Gitarre und sprang auch. Der Gitarrenhalter stieg nach oben und tat so, als spiele jetzt er. Danach kamen ein paar andere Freunde auf die Bühne und tanzten mit. Und weil Olaya nicht immer singen konnte, gröhlte eben das Publikum. Axolotes Mexicanos haben offenbar eine sehr treue und feierstarke Fanbasis in Madrid.

Die meisten der Lieder stammten von der aktuellen EP. Gut waren sie alle! Auch wenn Olaya keinen Ton auf dem Keyboard vor ihr gespielt hatte und der Drumcomputer sich so doof angestellt hatte.

Meine Sorgen, daß es unter keinen Umständen noch einmal so viel Spaß machen könnte, die Band zu sehen, waren großer Unsinn! Ich habe weder die Ansagen noch das Konzert richtig verstanden, habe mich aber prächtig amüsiert. Welch eine Knüllerband! 

Setlist Axolotes Mexicanos, Sala Siroco, Madrid:

01: Me da igual
02: Aborto
03: Perro salchicha
04: Te miro mientras duermes
05: El basuero
06: Interestelar
07: Disparo de amor

Links:

- aus unserem Archiv:
- Axolotes Mexicanos, Ripley, 27.07.14


 

Konzerttagebuch © 2010

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