Dienstag, 4. September 2012

The Waterboys, Rock en Seine, 26.08.12

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Konzert: The Waterboys @ Festival Rock en Seine

Ort: Domaine National de Saint Cloud bei Paris
Datum: 26.08.12
Zuschauer: Tausende
Konzertdauer: ungefähr 45 Minuten


Legenden bei Rock en Seine, das gibt es immer wieder. In der 10 jährigen Geschichte waren schon die Pixies hier, aber auch Morrissey, The Jesus And Mary Chain und vor nicht allzu langer Zeit Roxy Music. 2012 also die Waterboys aus Irland.


Man hatte der Band um Chef Mike Scott keine allzu lange Auftrittszeit gewährt und der Termin lag um 17 Uhr 10 auch nicht unbedingt zur attraktivsten Zeit. Das machte aber nichts, denn die alten Haudegen nutzten ihre 54 Minuten optimal, hatten sichtlich gute Laune und spielten mit viel Schmiss und Einsatzfreude. Es war erfrischend, Scott und seinen Jungs, allen voran dem glänzenden Fiedler Steve Wickham, zuzusehen. Der spielte so unfassbar schnell und melodiös, das man unweigerlich mitgerissen wurde.


Nun ist keltischer Folk ja nicht gerade besonders hip, aber dieser leicht antiquierte Folkloresound gemischt mit klassischem Rock'n Roll entwickelte seinen ganz besonderen Charme. Zugegeben werden muss allerdings, daß vorwiegend ältere Semester die mittelgroße Scène de la Cascade bevölkerten. Eine Nostalgieshow wurde es trotzdem nicht, lediglich ein Set das auf modernden Schnickschnack verzichtete und mit einer perlenden Orgel und eben der omnipräsenten Geige aufwarten konnte.


Im Mittelpunkt stand aber dennoch immer der charismatische Leader Mike Scott und seine whiskygteränkte Reibeisentimme, die mich angenehm an John Bramwell von I Am Kloot erinnerte. Ansonsten fiel mir auf, daß sich Razorlight unglaublich viel von den Waterboys abgekupfert haben müssen, denn der Rhythmus und die Intonation der Band von Johnny Borrell klang verdammt nach den Waterboys.

Hinsichtlich der performten Songs gab es viele Highlights. Der Glastonbury Song zog auch außerhalb Englands auf einer französischen Festivalbühne hervorragend, das mit aufwändigen Theater-Masken. vorgetragene Mad As The Mist And Snow gefiel auch wegen seiner literarischen Note und das äußest schwungvolle The Whole Of The Moon wurde passenderweise dem gerade verstorbenen Mondfahrer Louis Armstrong gewidmet.


Alle warteten allerdings auf den eingängigen und stimmungsmachenden Fisherman's Blues, der ganz am Ende serviert wurde. Zur Freude/zum Entsetzen (je nachdem,wie man den Kerl findet) der Zuschauer hatte der französische Chansonier Cali dort eine Gastrolle, spielte breit wie ein Honigkuchenpferd grinsend Gitarre und sang auch die Texte aus voller Kehle mit. Lästerer buhten laut als sie Cali sahen, andere ließen sich auch davon nicht aus dem Takt bringen und feierten bis zur allerletzten Minute mit.


Unter dem Strich 8 tolle Songs, ein klasse Konzert und eine altgediente Band, die man sich noch öfter live wünscht. Schön! Weitermachen!

Setlist The Waterboys, Festival Rock en Seine 2012

01: Rags
02: Killing My Heart
03: A Girl Called Johnny
04: Glastonbury Song
05: Mad As The Mist And Snow
06: The Pan Within
07: The Whole Of The Moon
08: Fisherman's Blues (mit Cali)



Les concerts de la semaine à Paris du 3 au 9 septembre 2012

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Les concerts de la semaine à Paris du 3 au 9 septembre 2012


Mon agenda concert est de retour! C'est pas mal pour une semaine de rentrée ce qu'on peut voire dans les clubs indés parisiens. Le concert que j'attends le plus c'est celui des fantasques américains Deertick. Ils ont du tempérament, de bonnes chansons, du charisme, tout quoi! Il faut aller les voire le 4 septembre au Divan Du Monde! Mais n'oubliez pas Maud Lübeck et Hannah Cohen le 6 septembre et puis Lidwine le 7 septembre! Et puis Tender Trap le 8!

03.09.2012: Jeff The Brotherhood, La Mécanique Ondulatoire
03.09.2012: Aloha Aloha, International
04.09.2012: Family Of The Year, La Maroquinerie, annulé!
04.09.2012: Deer Tick, Le Divan Du Monde
05.09.2012: The XX, Album de la semaine, La Plaine Saint-Denis, gratuit sur inscription
05.09.2012: Lawrence Arabia, Le Divan Du Monde
06.09.2012: The XX (& 2:54), Cirque d'Hiver, complet
06.09. Hannah Cohen & Maud Lübeck, Le Divan Du Monde
06.09.2012: Apollo, Pop In, gratuit
06.09.2012: Dent May & Wintercoats, La Plage du Glazart, gratuit
06.09.2012. Showcase Sarah Jeanne, La Fabrique des Balades Sonores
06.09.12: LA//KVLKD & New Ivory, International, gratuit
07.09.2012: Liwine (& DAäri & Astor), Scop Club, 5 avenue de l'Opera, 8 Euro
07.09.2012: Edward Barrow & Arlt, Magasin Agnès B. /Rue du jour, gratuit
07.09.2012: Rachel Sermanni, Showcase @ La Fabrique des Balades Sonores, gratuit
08.09.2012: Tender Trap & The Hobbes Fanclub, International, gratuit
08.09.2012: Peter Doherty, Bus Palladium, complet?



Montag, 3. September 2012

Grandaddy, Paris, 26.08.12

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Konzert: Grandaddy
Ort: Festival Rock en Seine, Domaine National de Siant Cloud bei Paris
Datum: 26.08.12
Zuschauer: Tausende
Konzertdauer:ungefähr 1 Stunde



Jedes Festival bietet zahlreiche Bands auf, aber es kann nur eine die Krone des besten Auftritt des Festivals gewinnen. Bei Rock en Seine 2012 fiel mir die Wahl ziemlich leicht. Zwar hatten Get Well Soon und Bloc Party ganz vorzügliche Konzerte geboten, aber niemand kam an den herrlichen Lofi-Charme und die unwiderstehliche Melancholie der US-Indierocker Grandaddy ran.


Dabei war es alles andere als eine ausgemachte Sache, daß das mit hohen Erwartungen erfüllte Comeback auch so gut werden würde, wie es dann schließlich wurde. Im letzten Jahr hatte man schließlich auch gehofft, mit den alten englischen Pubrockern The La's ein Highlight geliefert zu bekommen und erlebte dann schließlich ein fades, todlangweiliges, ja peinliches Set.


Bei Grandaddy war aber irgendwie schon nach den ersten Takten klar, daß nichts anbrennen konnte. Nach einem spacigen Intro ertönten ziemlich bald die typischen analogen Synthieklänge und es dauerte auch nicht mehr lange, bevor Jason Lytle seinen fantastischen Falsettgesang erklingen ließ. Keine Frage, die Band aus Kalifornien war zurück und wie! Alles klang stimmig, harmonisch und euphorisierend. Endlich bekam ich meine Chance, die Gruppe, die mir mit The Software Slump und Sumday zwei der tollsten Alben der letzten 15 Jahre geschenkt hatte, auf einer Bühne zu sehen. Sie kamen live noch besser rüber als aus der Konserve, da die Gitarren noch knarziger und direkter, die Synthielinien noch perlender und eingängiger und die Stimme von Jason noch schöner und trostspendender klang. Nach einem soliden Start wurde es bei Song vier mit Crystal Lake dann so richtig mitreißend. Der Track hatte nichts von seiner Sogwirkung verloren und fegte mit Vollgas mitsamt seiner hinreißenden Melodie über die Domaine National de Saint Cloud hinweg. Zwar beschwerten sich hinterher ein paar Besucher über die übertriebene Lautstärke und die zu hohe Saturierung, aber ich persönlich hatte nichts gegen die stärker ausgeprägte noisige Note einzuwenden. So hatte man fast das Gefühl, auch noch einen Hauch von Pavement gratis mitgeliefert zu bekommen. "I've lost my way again" sang Lytle mit zerbrechlicher Stimme und erinnerte mich an viele meiner schwermütigen Lieblingssänger. An Elliott Smith, mit dem er damals getourt hatte, an Sufjan Stevens, aber auch an Wayne Coyne von den Flaming Lips, die sicherlich auch für den Sound von Grandaddy Pate stehen. Wenn Lytle allerdings weniger das Falsett bemühte, dann dachte ich auch an Michael Stipe von REM. Glänzende Referenzen also, die ein Teil eines Puzzles sind, zu dem Lytle selbst ELO und die Beatles als Hauptteile hinzufügt. Aber das tollste ist, daß es eben keine Band auf der Welt gibt, die wie Grandday klingt. Keine andere Gruppe vermochte in den letzten Jahren die klaffende Lücke zu schließen, die der Split 2006 in die amerikanische Indie-Musiklandschaft gerissen hatte. Niemand vermochte so herrlich zwischen erdigen und luftig-leichten Tönen zu variieren, gleichzeitig organisch und synthetisch zu klingen. Zwar hatte Litle ein schönes Solalabum veröffentlicht, aber wir Fans wollten eben noch einmal die ganzen Klassiker hören und wurden großzügig bedient. Das bereits erwähnte Crystal Lake, der mit großem Applaus aufgenommene Überhit A.M. 180 (bei dem der Drummer ganz lässig eine Zigarette rauchte), Hewlett's Daughter dessen liebliche Melodie immer wieder von krachenden Gitarren gekontert wurde und das unfassbar rockige Summer Here Kids ("I'm not having a good time"), all diese super Nummern bekamen wir noch einmal um die Ohren gehauen.


Aber nichts, absolut gar nichts kam an die emotionale Wucht der bitter-süßen Ballade He's Simple, He's Dumb, He's The Pilot heran. Da stellten sich bei mir wirklich fast alle Nackenhaare auf, stand ich mit feuchten Häden und trockener Kehle da zwischen Tausenden von Leuten und guckte gebannt auf die Leinwand, auf der man die Silhouette von New York und eine Stadt in Schutt und Asche sehen konnte. Der 11. September war damit nicht explizit gemeint, da man keine Flugzeuge ausmachen konnte, aber allein die Anspielung reichte, um bittere Erinnerungen wieder hochkommen zu lassen.


Währenddessen sah man nun auch auf der Leinwand Jason Lytle in rötlichen Farben und er wimmerte "Are you givin' in 2000 man?" Das waren magische, sehr bewegende Momente und wenn eine Songzeile auf den heutigen Tag und die Rückkehr von Grandaddy wie die Faust aufs Auge passte, dann war es diese: "I heard all your controls were jammed, well it's just nice to have you back again."


In der Tat, toll diese alten Indie-Helden zurück zu haben! Ein neues Album ist zumindest vage geplant, was auch auf weitere Konzerte hoffen lässt. Andererseits wird es auch in diesem Jahr noch ein neues Soloalbum von Jason Lytle geben. Man weiß also nicht ganz genau, was mit Grandaddy in der Zunkuft passieren wird. Es bleibt spannend!


Setlist Grandaddy Rock en Seine 2012:

01: El Caminos In The West

02: Now It's On
03: "Yeah" Is What We Had
04: The Crystal Lake
05: Jed's Other Poem (Beautiful Ground)
06: A.M. 180
07: The Go In The Go-For-It
08: My Small Love
09: Levitz
10: Charstengrafs
11: Stray Dog And The Chocolate Shake
02: Hewlett's Daughter
13: Summer Here Kids
14: He's Simple, He's Dumb, He's The Pilot



Samstag, 1. September 2012

Konzertankündigung Tiny Ruins

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Konzertankündigung Tiny Ruins

Die Musikerin des Jahres steht jetzt schon fest. Es ist natürlich die aus England stammende Neuseeländerin Tiny Ruins, die ihr atemberaubend hübsches Album Some Where Meant For Sea auch live brillant umsetzt und sogar mit neuen Songs aufwartet. Tiny Ruins wird sowohl an dem glänzend besetzten Torstraßen-Festival in Berlin (Zeitplan hier!) heute abend in der Z-Bar auftreten, sondern auch morgen beim Sound Of Bronkow Festival in Dresden. Das darf man auf keinen Fall verpassen! Beim Sound Of Bronkow Festival spielt sie übrigens zusammen mit dem tollen Briten Thos Henley und dem Hamburger Niels Frevert. Für lediglich 10 Euro kann man sich auch Karten für 10 Euro (Abendkasse 12) getrennt vom Festivalticket kaufen. Das Ganze findet in der Dreikönigskirche statt und wird sicherlich göttlich!

Konzerttermine Tiny Ruins:

01.09.2012: Z-Bar in der Bergstraße 2 im Rahmen des Torstraßen-Festivals in Berlin
02.09.2012: Sound Of Bronkow Festival, Dresden, Dreikönigskirche mit Thos Henley und Niels Frevert, 12 Euro an der Abendkasse

Video: Tiny Ruins spielt auf meiner Terrasse in Paris:



Bericht über die Oliver Peel Session mit Tiny Ruins, klick!



Konzertankündigung And Also The Trees

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Konzertankündigung And Also The Trees
Orte & Daten: siehe unten




Freunde der Nacht aufgepasst! Die gothisch angehauchten Melancholierocker And Also The Trees werden im September ein paar Termine in Deutschland und der Schweiz spielen. Das wird sicherlich überragend werden, denn die englische Kult- Band ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters immer noch innovativ und experimentierfreudig und live absolut packend. Ich habe sie schon ein paar mal in Paris gesehen, es war immer ausgezeichnet.

Also, nicht verpassen!

Konzerttermine And Also The Trees:
04.09.2012: Viadukt, Zürich
05.09.2012: Martigny, Caves du manoir, Schweiz
06.09.2012: Theatre Casino, Genf
07.09.2012: Garage Deluxe, München
08.09.2012: Das Bett, Frankfurt


Aus unserem Archiv:

And Also The Trees, Paris, 18.04.12
And Also The Trees, Paris, 30.10.09
And Also The Trees, Paris, 10.06.09
And Also The Trees, Paris, 21.09.08




 

Konzerttagebuch © 2010

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