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Mittwoch, 14. März 2012

Feist, Köln, 13.03.12

6 Kommentare

Konzert: Feist
Ort: E-Werk, Köln
Datum: 13.03.2012
Zuschauer: ausverkauft

Dauer: Feist 110 min, Fionn Regan 25 min


Seit heute ist der Streaming-Dienst Spotify auch aus Deutschland erreichbar. Ich bin noch nicht sicher, was von dieser Möglichkeit, Musik online hören zu können, ohne dafür etwas zu bezahlen, zu halten ist. Für Musik hat man gefälligst zu bezahlen. Wenn ich tagein tagaus in Buchhandlungen stünde und Bücher gleich da lesen würde statt sie zu kaufen, würde ich vollkommen zurecht als irre gelten. Bei Musik ist dies gesellschaftlich vollkommen anerkannt. Dienste wie Spotify geben diesem Verhalten einen rechtlich abgesicherten Rahmen. Organisiertes und abgesegnetes Betrügen von Künstlern also. Allerdings bekommen Musiker eine gewisse Entschädigung für das Hören ihrer Stücke über Spotify, auch wenn der Betrag offenbar elendig niedrig ist. Muß man die Schlecker-Löhne also vielleicht doch gut finden, weil mies bezahlt immerhin besser als nicht bezahlt ist? Schwierige Sache.

Leslie Feist braucht die Spotify-Einnahmen sicher lange nicht mehr für ein annehmbares Leben, dafür verkauft sich das Werk der Kanadierin zu gut. Auch das E-Werk (welch ein Wortwitz...) war heute ausverkauft, und das, obwohl der Ticketpreis mit gut 40 Euro gesalzen war.

Um es vorweg zu nehmen: man bekam einiges geboten für dieses Geld. Wir bekamen fast zwei Stunden Konzert geboten, zwei entzückende Zugaben, einige grandiose, druckvolle Rocknummern, wir bekamen aber auch von manchem deutlich zu viel; an einigen Stellen zu viel Bombast und vor allem zu viele Musiker auf der Bühne: die tanzenden und schnippsenden Gospel-Schwestern rechts nahmen eine Menge der Magie weg, die mein vorher einziges Feist Konzert vor ein paar Jahren in Frankfurt so wundervoll gemacht hatte. Es war ein durchwachsenes Konzert, auch wenn ich mit dieser Meinung vermutlich ziemlich alleine dastehe.

Feist war heute immer dann mehr als nur ok, wenn sie entweder ganz leise oder ganz laut war. Die letzten beiden Zugaben waren das viele Geld dann doch noch richtig wert, da spielte Leslie Feist alleine, und da war dieses Besondere, das ich mir für den Abend insgesamt so sehr erhofft hatte reichlich vorhanden. Das konnten selbst in allerlei Rhythmen mitklatschenden und schrecklich schief und laut mitsingende Menschen (an den Stellen, an denen man leise - wenn überhaupt - mitsingt) nicht versauen. Ebenso brillant waren die lauten Stücke: My moon my man und I feel it all gleich nacheinander. Neben den beiden akustischen Zugaben und So sorry vor den Encore-Blöcken waren das die mit Abstand besten Stücke des Abends. Es waren also die alten Lieder, die die Magie mitbrachten.

Zu den unmagischen Momenten (gibt es ein Gegenteil von magisch?) in Kürze mehr!

Setlist Feist, E-Werk, Köln:

01: Undiscovered first
02: A commotion
03: Graveyard
04: How come you never go there?
05: Mushaboom
06: The circle married the line
07: My moon my man
08: I feel it all
09: So sorry
10: Anti-pioneer
11: The bad in each other
12: Pine moon
13: Comfort me
14: Caught a long wind
15: Get it wrong, get it right

16: Cicadas and gulls (Z)

17: Sea lion woman (Z)
18: Let it die (Z)

19: Mushaboom (solo) (Z)

20: Intuition (Z)

Setlist Fionn Regan, E-Werk, Köln:

01: 100 acres of sycamore
02: Sow mare bitch vixen
03: ? (Könnte ein Puff the magic dragon Cover gewesen sein, klang zumindest sehr ähnlich. Irgendwas mit Japanese Poetry)
04: Violent Demeanour
05: Put a penny in the slut
06: For a nightingale

Links:

- aus unserem Archiv:

- Feist, Paris, 03.06.08
- Feist, Frankfurt, 01.06.08
- Feist, Paris, 09.10.07

Foto: Archiv by Oliver Peel



 

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