Mittwoch, 25. Juni 2014

Marcel Brell, Karlsruhe, 11.06.14

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Konzert  mit Marcel Brell
Datum: 11. Juni 2014
Dauer: 65 min
Zuschauer: 20


Dafür dass ich ja nach so vielen gründlich reflektierten Konzerten eigentlich so etwas wie eine Expertin sein sollte, stolpere ich manchmal ganz schön unbedarft in meine Konzertabende hinein. Marcel Brell hatte mir in dem einen Video gefallen, das ich angesehen hatte. Das fand ich eher ungewöhnlich, weil es deutsche Musik, die etwas poppig daherkommt, bei mir schwer hat. So dachte ich aber, spring über deinen Schatten, guck dir das an, wird bestimmt nett und mal anders.


Vorgestellt hatte ich mir dann einen emotional aufdrehenden Mann am Klavier (so wie in dem Video halt). Als der Abend näher rückte, wurde klar: er kommt mit Band, nämlich mit David Eibl (Schlagzeug) und Georg Kostron (Bass). Beides Österreicher, die es gerad in Berlin interessanter finden. Und statt eines gemütlichen Schwatzes bei einer Tasse Kaffee ging es gleich nach dem Eintreffen der drei Burschen mit aufbauen los: Drums und Kabel und das Keyboard eben. Das braucht seine Zeit. Und wir mussten ein bisschen über die Lautstärke verhandeln, nachdem alles am rechten Fleck war...


Die ersten Konzertgäste trafen pünktlich ein und das Wohnzimmer füllte sich ordentlich. Wegen der sommerlichen Temperaturen ließen wir das Zimmer zum Garten offen. Die Nachbarschaft bekam Konzert (*) und wir hatten den einen oder anderen kleinen Zwischenfall mit fahrenden Boomboxen von der Straße und einem brüllenden Mann (leider blieben wir im Dunkeln darüber, was sein Problem war).


Im Konzert war wohl Für jeden was dabei - das wurde gleich im ersten Song klar. Vom Album wurden viele der Stücke gespielt, wie Alles gut solang man tut,  Weggehn um anzukommen, Das Entscheiden, Nur den Augenblick, Du bist, oder Schweigen mit dir. Sympatisch kam er rüber, der Herr Brell und mit seiner Rolle in unserem Wohnzimmer schien er sehr zufrieden. Das Publikum dankte mit lachen, Applaus und Kleinmusikerrollen als Sänger und Rhythmusfraktion. 



Mich faszinierte ja am meisten der Basser mit seinem fünfsaitigen Instrument und einer geschmeidigen Coolness, die ihresgleichen sucht. Nach dem Konzert war dann auch die Zeit für den Schwatz und Stoff für Gespräche gab es viel und divers. Wir werden wohl nicht auf einen Nenner kommen darüber, was ein interessanter Blogeintrag über ein Konzert enthalten sollte, aber das wär ja irgendwie auch fad. Ich fand es im Nachhinein echt toll, dass Marcel die Burschen aus dem Nachbarland mitgebracht hat und hoffe, dass es mit den Wiedersehensplänen klappt!




Einachtellorbeerblatt zum Album
Konzertbericht Berlin Antje Brandt

Marcel Brell Tour

03.07.  Cafe Tucholsky (Bochum)
04.07.  Murphy’s Law (Ulm)
11.07.  Wohnzimmer (Gelsenkirchen)

09.10.  Pasinger Fabrik (München)
10.10.  Volksbad Buckau (Magdeburg)
11.10.  Prinzenbar (Hamburg)
15.10.  Comet (Berlin)
16.10.  Museumskeller (Erfurt)
18.10.  Hot Jazz Club (Münster)
19.10.  Studio 672 (Köln)
20.10.  Nachtleben (Frankfurt)
22.10.  Goldmark’s (Stuttgart)
23.10.  Zeche (Bochum)


 

Montag, 23. Juni 2014

Tiny Fingers, Berlin, 22.06.2014

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Konzert: Tiny Fingers
Ort: Berlin Privatclub
Datum: 22.06.2014
Zuschauer: 40-50




Die Fussball WM hat auch Berlin Kreuzberg im Würgegriff und so erstaunt es mich kaum, dass der Privatclub fast leer ist, als wir ihn betreten. Ein doch eher seltener Anblick, brilliert dieser Club doch durch seine oft exzellente Auswahl an Künstlern.
An diesem Abend gastieren die isralische Band Tiny Fingers. Psychodelischer Rock oder wie es die Band passend formuliert Atomic Rock from Outer Space and beyond. Als die Band mit einstündiger Verspätung auf die Bühne kommt, haben sich 40-50 Zuhörer eingefunden. Eine angenehme Mischung von Menschen, die sich schnell von der Musik einfangen lässt. Zufällig, so erscheint es, ist an diesem Abend niemand dort. Auch ist der Frauenanteil ungewöhnlich hoch, bei dieser Art von Musik.
Tiny Fingers bestehen aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard. Alle Musiker sind symmetrisch auf der Bühne verteilt. Gitarrist und Bassist stehen sich gegenüber und alle gemeinsam schaffen von der ersten Minute an eine harmonisch aufeinander abgestimmte Klangwelt, die keines Gesangs bedarf.

Der Bass ist wuchtig, die Gitarre jault spacig wie Sirenen auf LSD. Das Publikum wippt wie hypnotisiert zu dieser radikalen Sinfonie. Ein Geisterzug rast durch die Wüste. Wo andere Bands live ein halbes Set brauchen, um ihre Energie zu entfalten, sind Tiny Fingers von Anfang an  mit voller Präsenz da. Entfernt höre ich Elemente des Ghostbusters Theme. Und so schnell wie die Geisterstunde begann, so schnell war sie auch schon vorüber. 
Ein für mich denkwürdiger Abend, der mir eine großartige Live-Band bescherte. Ich hoffe, dass Tiny Fingers beim nächsten Mal mehr Publikum finden werden. Ohne WM. Ohne Sommerloch. Und wieder mit mir im Publikum.

Links:
http://tifimusic.com/
https://www.facebook.com/fingersmusic/






PINS, Hilvarenbeek, 21.06.14

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Konzert: PINS
Ort: Best Kept Secret Festival, Hilvarenbeek
Datum: 21.06.2014
Dauer: 35 min
Zuschauer: 400 vielleicht



Samstags um 13.30 Uhr mäht man den Rasen oder wäscht sein Auto. Oder man kauft die Nackensteaks für den Grillabend. Aber man steht ganz sicher nicht in einem kleinen Zelt in einem Safari-Park und guckt vier Frauen zu, die Bierdosen in der Hand halten und krachige Musik spielen. Irgendetwas scheint da bei mir erheblich schiefgegangen zu sein, und auch wenn das nicht überall leicht vermittelbar ist: mein Nachmittag war natürlich tausendfach besser! Eine kluge Band beschrieb mich vor einigen Jahren. "Jeder ist in seiner eigenen Welt, aber meine ist die Richtige!"


Die vier Musikerinnen mit den Bierdosen sind PINS und kommen aus Manchester. Sie klängen wie eine Mischung aus den Dum Dum Girls und Savages, behauptete das Programmheft und obwohl ich die Referenzen in Festival-Apps nie nachvollziehen kann, traf es das recht gut, Sängerin Faith Holgate hört ich wirklich ein wenig nach Jehnny Beth an. PINS klingen aber weniger wütend als Savages. Von Bands wie den Dum Dum Girls, La Sera, Best Coast und wie diese tollen Gruppen alle heißen, unterscheiden sich PINS durch eine deutlich rockigere Instrumentierung. Und wenn man zwischen zwei tollen Dingen gelagert ist, ist es wenig überraschend, daß man auch toll ist - PINS machten mir trotz der fiesen Anfangszeit großen Spaß!



Die Engländerinnen haben im vergangenen Jahr ihr Debütalbum Girls like us bei Bella Union veröffentlicht und spielten einige Stücke der Platte. Allerdings war das Set deutlich abwechslungsreicher. Bands mit einem Album spielen ja normalerweise nur Stücke davon - und vielleicht eine alte Single oder ein Cover, um das Programm zu füllen. PINS hatten nur vier Lieder der LP im Programm, ein paar B-Seiten, Singles, einen neuen Song (Curse the dreams) und ein Misfits Cover. Ob sie die anderen Lieder nicht gerne oder nicht gut spielen oder die Singles und B-Seiten lieber mögen? Ich weiß es nicht, es ist aber auch vollkommen egal, weil mich das Set von A bis Z überzeugt hat. Dabei war gerade das Misfits-Cover der scheinbar fröhlichste Song des kurzen Programms (hörte man nicht dem Text zu). 


PINS sind neben Sängerin Faith Schlagzeugerin Sophie, Bassistin Anna Donigan und Gitarristin Lois Donald, mit gelbblonden Haaren und breitestem Grinsen die auffälligste der Musikerinnen. Lois sang und brüllte das ganze Konzert über mit. Meist aber vollkommen lautlos, fern von jedem Mikro. Einmal, als sie wieder (scheinbar) laut wie der Chor der Schwarzmeerflotte mitschmetterte, hielt Faith ihr ein Mikro hin, was zu einem großen Lachanfall der Gitarristin führte. Ich fühlte mich als großer Freund der Kunst des lautlosen Mitsingens so bestätigt - und ertappt.


PINS werde ich wiedersehen. Wofür doch so ein Samstagnachmittag gut ist! Und wieder einmal ist es vollkommen irrelevant, ob die Band nach irgendetwas klingt, was es schon einmal gab. Sie klingt gut, das reicht mir. Einzig eines stört mich. Das beste Lied (House of love) scheint auf keiner Veröffentlichung zu sein. Das ebenso tolle Say to me ist immerhin auf einer der EPs der Band zu finden.


Setlist PINS, Best Kept Secret Festival, Hilvarenbeek:

01: Lost lost lost
02: Curse these dreams (?) (neu)
03: House of love
04: Get with me
05: Say to me
06: Luv U 4 Lyf
07: O Lord
08: Girls like us
09: Hybrid moments (Misfits Cover)
10: Shoot you
11: Waiting for the end



Les concerts de la semaine à Paris du 23 au 29 juin 2014

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Les concerts de la semaine à Paris du 23 au 29 juin 2014


Il fait chaud, mais il y a encore pas mal de concerts dans les clubs de Paris. Ceux qui préfèrent la nature trouveront leur bonheur dehors sur la plage du Glazart (avec notamment Coming Soon, Cléa Vincent (photo archive par Oliver Peel ©), Michelle Blades, Les Pirouettes) aux Festival Solidays ou à Evreux (avec Interpol, yes baby!). Notez aussi la belle Oliver Peel Session le 29 juin avec les américains June Madrona le 29 juin !

23.06.2014: 3 ans du label Midnight Special Recors avec: Cléa Vincent, Ashtray, Alice Lewis, La Plage du Glazart 
23.06.2014: Baptiste W. Hamon et Caht et Féloche, La Loge 
23.06.2014: Homeshow Michale Wookey et Amelia Spooner, Facebook event ici
23.06.2014: My Jazzy Child, Le Truskel 
24.06.2014: Italian Boyfriend et Old Mountain Station, International
24.06.2014: Interpol et Childhood, Alhambra, complet
24.06.2014: Julien Gasc  et Michelle Blades, La Plage du Glazart, Soirée Midnight Special Records
24.06.2014: Against Me !, La Maroquinerie 
24.06.2014: Pagan Poetry, concert privé près du métro Tolbiac
24.06.2014. Cléo T et Bastien Lucas et Yellow Flight, Les Trois Baudets
24.06.2014: Kim et Ashtray et Les Chansons de ma Tante, Espace B
24.06.2014: Mermonte et Jesus Christ Fashion Barbe, Le Point Ephémère
25.06.2014: In The Canopy, International 
25.06.2014: Selen Peacock, Le Cirque Electrique
25.06.2014: Lyenn et FrenchTobacco, Young Bloods, Le Buzz
25.06.2014: The Pirouettes, La Plage de Glazart 
25.06.2014: Soirée Water House Records, Le Pop In avec June Madrona, Flowers From The Man Who Shot Your Cousin et Sawtooth
26.06.2014: Jaques Higelin, Le Trianon
26.06.2014: Chinese Robots et Burning Alms et Moslyve, Espace B
26.06.2014: Coming Soon et Island Kizhi, La Plage de Glazart
27.06.2014: Fleur Offwood, les Trois Baudets 
27.06.2014: Festival Le Rock Dans Tous ses Etats à Evreux.
27.06.2014: Chinese Army et Teach Kids Manners et Chinese Robots, Espace B
27 + 28 + 29.06.2014: Solidays @ Hippodrome de Longchamp
26.06.2014: Swann, Le Pop In
27.06.2014: Farewell Poetry et trésors, Auditorium aint-Germain: 4, rue Félibien, Paris 6ème, Faecbook event ici
28.06.2014: Showcase chez Fargo: Uncovered Queens Of The Stone Age
28.06.2014: Le Rock Dans Tous ses Etats avec Interpol et pleins d'autres, Evreux
28.06.2014: The Brillant Corners et When Nalda Became Punk (Another Sunny Night #19), International 
29.06.2014: Oliver Peel Session avec June Madrona !
29.06.2014: Jack White, Olympia, complet 


Sonntag, 22. Juni 2014

Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14

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Konzert: Slowdive
Ort: Best Kept Secret Festival, Hilvarenbeek
Datum: 21.06.2014
Dauer: gut 45 min
Zuschauer: ziemliches volles Zelt




Um 19 Uhr war mein Best Kept Secret Festival nach sieben Stunden und einigen Konzerten (Amatorski, Wild Beasts, Mogwai, Honeyblood & Pins - Berichte kommen nach und nach) bereits wieder beendet. Ich war später zum Fußball verabredet, der Grund meiner frühen Abreise war aber ein anderer, besser würde und konnte es nicht mehr werden!


Vor gut einem Monat hatte ich keine großen Erwartungen an die Slowdive Reunion. In der Nachbetrachtung fünf Wochen und drei Konzerte später, hätte ich ruhig Riesiges erwarten dürfen, ich wäre nicht enttäuscht worden. Die drei Konzerte im Village Underground in London, mit 25.000 anderen beim Primavera und auf der Zeltbühne des Best Kept Secret Festivals waren grandios und wären, meiner Logik folgend, ein Grund, in diesem Jahr keine Konzerte mehr zu sehen. Denn besser kann es eigentlich wirklich nicht mehr werden!


Ich hatte vor Slowdive die Wild Beasts gesehen und war im Zelt geblieben. Auf der Open-Air-Bühne spielte in der Umbaupause Miles Kane, auf den ich keine Lust hatte. Stattdessen beobachtete ich die Vorbereitungen für Slowdive. Da zwischen den Konzerten nur 45 min Pause waren und der Sound bei den Wild Beasts katastrophal schlecht war, rechnete ich nicht mit einem guten Klang, obwohl der Aufbau Chefsache war. Neil, Nick, Christian und Simon bauten ihre Stationen selbst auf und übernahmen den Soundcheck. Dies ging alles in recht knapper Zeit über die Bühne - und viele Konzerte hat die Band seit dem ersten Konzert am 18. Mai noch nicht gespielt. 


Drei Minuten früher als angekündigt, kam dann Rachel mit ihren Kollegen auf die Bühne und begann wie bei meinen beiden ersten Konzerten mit Slowdive. Und wie in London und vor allem in Barcelona klang schon das phänomenal gut! Slowdive scheinen einen fabelhaften Soundmann zu beschäftigen, vielleicht hat sich der aber auch einfach nur seit zwanzig Jahren auf diese Jobs vorbereitet.


Rachels Stimme war im Vergleich zu Neils deutlich leiser, ich denke aber, daß dies so gewollt ist. Die Instrumente, die wundervollen Gitarrenmelodien, waren glasklar definiert und machten den 45-minütigen Auftritt zu einem einzigartigen Vergnügen! Catch the breeze, Avalyn, Machine gut, When the sun hits, ach, es gab nur großartige Lieder! Drei Konzerte vorher hatte ich im gleichen Zelt Mogwai gesehen. Während der letzten fünf, zehn Minuten bei Slowdive, als Rachel Goswell schon am Rand der Bühne stand und den anderen Musikern beim herausragenden Instrumental-Teil von Golden hair zusah, fiel mir auf, wie belanglos die Gitarren-Instrumental-Musik von Mogwai doch im Vergleich war. Schön anzuhörende Fahrstuhlmusik vs. beautiful noise! Nein, auf diesem Festival gab es kein besseres Konzert, auch wenn ich nur einen Bruchteil angesehen habe.


Seit Mitte Mai freue ich mich wie irre auf neues Material von Slowdive. Aber ganz ehrlich: wenn das nicht kommt, reicht es mir auch vollkommen, genau dieses Set immer und immer wieder zu hören und mich an der Schönheit der Melodien der Engländer zu erfreuen! Slowdive, wir beide sind noch lange nicht fertig!

Setlist Slowdive, Best Kept Secret Festival, Hilvarenbeek:

01: Slowdive
02: Avalyn
03: Catch the breeze
04: Crazy for you
05: Machine gun
06: Souvlaki Space Station
07: When the sun hits
08: Golden hair (Syd Barrett Cover) 

Links:

- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14


 

Konzerttagebuch © 2010

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