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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Mono, Karlsruhe, 15.12.14

3 Kommentare

Konzert: Mono mit Support Helen Money
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 15. Dezember 2014
Dauer: 35 min + 90 min
Zuschauer: knapp 250


Jede Regel lebt durch die Ausnahmen. Mono ist meine unerklärliche Liebe. Denn eigentlich bin ich auf Stimmen geprägt.  Und obendrauf ist laut und arg durcheinander total nicht meins. 2012 war ich ziemlich blind vertrauend in ein Monokonzert in Karlsruhe gestolpert und anschließend komplett dieser japanischen Ausnahmeband verfallen - obwohl es instrumentaler Postrock ist.



Deshalb habe ich diesem zweiten Treffen zwei Jahre später mit großer Vorfreude entgegen gesehen. Diesmal hatten die Japaner eine sehr klug ausgewählte Frau als Support dabei: Helen Money, die mit ihrem Cello und Loops eine wirklich interessante halbe Stunde zelebrierte.


Die Musik war wild und mitunter richtig laut und kreischend. Dann aber wieder gestrichen und getragen und innig. Das Cello musste sich neigen und beugen und dem Lautsprecher zuraunen. Das Publikum hatte sie mit der ersten halben Minute auf ihrer Seite und es wurden reichlich CDs in der Pause gekauft. Viele schöne Fotos von ihrem Auftritt in München einen Tag später in München sind im unten verlinkten Bericht enthalten.


Mit Recoil, Ignite begann das Set von Mono mit einem neuen Song (Album Rays of Darkness, 2014) betont ruhig und melodiös und nahm sich dann 13 min Zeit,  ergänzte erst einen ruhig bestätigenden Bass und entwickelte die einfache Melodie, fast als sollte das Publikum erst einmal beruhigt werden. Aber natürlich simmerte es unter dieser Oberfläche die ganze Zeit und schließlich begann die glatte Oberfläch zu blubbern (und der Schlagzeuger bekam ordentlich zu tun). Das Gas wurde noch einmal etwas heruntergeregelt, aber schließlich kam es zur Eruption, auf die jeder im Publikum schon hingefiebert hatte und die die so wohlvertraute und geliebte Euphorie auszulösen wußte. Und Mono setzte noch eins drauf mit einer Ostinato Basslinie, die alle vor sich her trieb. Am Ende dieses ersten Stückes wussten wir: Ja, es wird wie immer mit Mono ein ganz einmaliger Abend werden.


Unseen Harbor (Album My Parents, 2012) hat dieses herzzerreißend sehnsuchtsvolle Motiv, das vom Piano stoisch harmonisch unterlegt wird. Aber auch dieses wurde irgendwann herausgeschrieen bis einem beim zuhören fast das Herz vor Fülle platzt. Wenn alles verloren scheint, kommt das Stück ganz zum Stillstand und die beiden Gitarren sprechen sich tröstlich zu. Die Bassistin trat derweilen vom Klavier wieder an ihr Saiteninstrument. In dem Moment musste auch der Schlagzeuger zum großen Gong "greifen". Und es wäre nicht Mono, wenn nicht anschließend noch einmal groß Fahrt aufgenommen würde. Zunächst durfte sich vor allem der Drummer ausarbeiten, aber auch das sehnsuchtsvolle Motiv tauchte wieder auf und wurde sozusagen in der Luft zerrissen.


Kanata (Album The last dawn, 2014) begann unglaublich tröstlich mit einem Klavierintro, dem wenig später eine Gitarrenmelodie antwortete. Ganz zart stimmte schließlich der Drummer ein, die Initiative wurde von den Gitarren übernommen, die den Raum weiteten und in die Öffnung riefen. Wunderbar sanft durfte schließlich das Piano den Schlußton setzen.



Pure as snow (Album Hymn To The Immortal Wind, 2009) ist von unfassbarer Delikatess. Man hat förmlich etwas ganz zerbrechliches vor Augen, wenn die Gitarren die ersten fünf Minuten ihre Idee von reinem Schnee malen. Freilich blieb das Stück nicht so idyllisch, sondern wurde laut und fordernd und schließlich ein ausgewachsener Schneesturm in dem mir Hören und Sehen verging mit einem finalen Schrei als Ausrufezeichen.  Halcyon (Album Holy Ground, 2010) ist dagegen fast ereignislos zu nennen. Es rief bei mir das innere Bild eines schönen Sommertags am See wach (was auch der Übersetzung des Titels entspricht). Ein Moment an diesem Abend, an dem alle ruhig durchatmen durften.


Where we begin (Album The last dawn, 2014) zwang die Gitarristen, die sonst meist auf ihren Hockern sitzen ins Stehen. Es zeigte sich erst recht ruhig und dabei eher unstrukturiert - gar nicht melodiös. Im letzten Viertel steigerte es sich aber auf dreckig rockig bevor es "seine" Melodie finden durfte.


Bei Ashes in the snow (Album Hymn To The Immortal Wind, 2009) spielte die Bassistin eine zauberhafte Melodie auf dem Glockenspiel. Die sogleich von einer Gitarre mit einem wahren Ohrwurm umspielt wurde. Es entwickelte sich anschließend wohlbekannt dramatisch und feierlich um schließlich wieder ganz ruhig und in einem Beethovenschluss zu enden mit "Pauken und Trompeten" ekstatisch im Gong.



Everlasting light (Album Hymn To The Immortal Wind, 2009) begann surrend und vibrierend bis das Piano mit einer Melodie einsetzte, die mir noch auf dem Weg nach Hause und Tage später im Kopf herumgehen wird. Der Drummer verharrte minutenlang wie im Gebet zusammengesunken. Bis die Post abging und Mono das tat, was sie am besten können: Jubilieren und die Tränen in die Augen des Publikums pumpen. Durch das ganze Stück webte sich diese Melodie und man könnte direkt zum Glauben an eine wohlmeinende höhere Kraft bekehrt werden.



Der Abend endete danach mit euphorischem Applaus und ohne Zugabe (wie immer bei Mono). Wir alle mussten ein wenig blinzeln, um ins jetzt zurück zu kommen und nicht wenige nahmen sich ein Stück der Erfahrung als CD mit heim, um dort die Musik den Nachbarn vorzuspielen (ja, diese Musik muss man so laut es die heimischen Boxen vertragen hören!).



Setlist:
01: Recoil, Ignite
02: Unseen Harbor
03: Kanata
04: Pure as snow
05: Halcyon
06: Where we begin
07: Ashes in the snow
08: Everlasting light 


Aus unserem Archiv:
Mono, Karlsruhe, 12.12.12
Mono, Köln, 12.07.09
Mono, Cergy Pontoise, 05.07.09


Konzertbericht Helen Money aus München 16.12. 2014
Konzertbericht Mono aus München 16.12. 2014
 (beide mit sprechenden Bilder)
 



Donnerstag, 13. Dezember 2012

MONO, Karlsruhe, 12.12.12

0 Kommentare

Konzert: MONO + Support Microphonics
Ort: Jubez, Karlsruhe
Datum: 12.12. 2012
Zuschauer: ziemlich voll, 200
Dauer: 25 min + 80 min 



Das Jahr 2012 hat einiges mit mir angestellt. Zum Beispiel bin ich am 12.12.12 in ein Konzert der japanischen Band Mono gegangen, weil jemand (den ich persönlich nicht mal kenne) im Konzert von Mono in Köln war und es gut fand. Dabei ist Postrock echt nicht meine Musik. Ich kannte Mono nicht und habe vorher nicht einmal reingehört. Bewusst wurde mir das in dem Moment als ich im Jubez ankam: um Himmels Willen, du weißt überhaupt gar nicht, wie die klingen... Und das mir! 

Ein bisschen mag auch hineingespielt haben, dass ich mich mit diesem Abend über das Verpassen von Efterklang in Strasbourg (eigentlich so nah, aber doch so schwer erreichbar) trösten wollte. 

Somit war ich 20:20 Uhr im Jubez und harrte der Dinge, die da kommen würden. Es war schon gut gefüllt und eine erwartungsfrohe Atmosphäre im Saal. Die meisten hatten versucht es sich ein bisschen gemütlich zu machen, tranken ein Bier und schwatzten bis  20:45 Uhr Microphonics sein Set begann. Manche schwatzten und kicherten auch dann noch... Das passte nicht wirklich gut zu der Musik und dem allgemeinen Lautstärkepegel. Der Auftritt dauerte etwa 25 min  und umfasste dabei 2 Titel. Ich hatte mich vor der Bühne auf den Boden gesetzt. Von dort konnte ich nicht nur gut hören sondern auch gut sehen. Nicht vorhersehbar war, dass ich im Sitzen die Musik auch gut fühlen konnte - der Boden vibrierte überdeutlich. Was ich leider bei den Soundlandschaften nicht so recht mitbekam war, wie sie eigentlich entstanden - einerseits rein technisch vor meinen Augen erzeugt, andererseits aber auch die Wandlungen beim Hören. Das fand ich persönlich etwas unbefriedigend.

Ich brachte in der Umbaupause mein leeres Weinglas zurück und musste hinterher feststellen, dass mein schöner Sitzplatz in der Zwischenzeit ganz unhöflich (und eigentlich auch unnötig, denn es war noch genug Platz) okkupiert worden war. Die Welt ist schlecht!


Gegen 21:40 Uhr aber kamen Takaakira Goto (Gitarre), Tamaki (Bass), Yasunori Takada (Drums) und Yoda (Gitarre) auf die Bühne und begannen ohne weitere Umstände ihr Set. Die Gitarristen saßen auf Drehhockern und die Frau am Bass hatte hohe Stiefel mit hohen Absätzen und musste stehen. Die Gitarren sahen von nahem ganz schon abgerockt aus. Als wären sie seit einem frühjugendlichen Alter der Protagonisten treue Begleiter. Am Schlagzeug begeisterten mich ein gut sichtbarer Gong und eine übergroße Kesselpauke.

Die Stücke begannen eigentlich alle mit einer schönen, meist einfachen Melodie, die dann bearbeitet wurde zwischen den beiden Gitarren und irgendwann explodierte. Die Stimmung wurde dabei entweder euphorisch oder dramatisch. Der Gitarrist rechts (vom Publikum aus gesehen) tanzte die ganze Zeit ziemlich ekstatisch auf seinem Hocker sitzend und spielend. In einem Stück steigerte sich das zu einem richtigen Ausdruckstanz im Gitarrenspiel: Die rechte Hand wurde so weit es ging nach oben geschleudert um dann wie ein Adler nach unten zu sausen und den Akkord zu schlagen. In einem späteren Stück stürzte er sich gegen Ende vom Stuhl und wandt sich minutenlang am Boden. Pina Bausch hätte ihn bestimmt in ihr Ensemble aufgenommen. Es wirkt hier vielleicht ein bisschen flapsig aufgeschrieben. Aber dafür, dass es keinerlei Ansagen und auch keinen richtigen Blickkontakt zum Publikum gab (ich habe von dem linken Gitarristen der direkt 1m vor mir spielte die ganze Zeit nicht einmal das Gesicht gesehen...) war das der Ersatz. Die Emotionen wurden halt auf diese Art transportiert. 


Mir persönlich haben die Stücke am besten gefallen, wo das Klavier beteiligt war, an dem die Bassistin dann auch für einige Minuten sitzen konnte.


Erst nachdem das Konzert von Mono schon etwa 20 min lief, wurde mir klar, dass hier niemand singt. Und dass mir das trotzdem gefällt... Genauer gesagt singen hier wohl die Gitarren.

Schließlich nach einem letzten sehr emotionalen Stück bei dem die Spieler sich zum Ende hin alle um den Mann am Schlagzeug geschart hatten, war Schluss und unmissverständlich wurde klargemacht, es gibt keine Zugabe, obwohl der Saal tobte. 


Nach Sichtung der Setlist kann ich Mono-Greenhorn hier verkünden, dass an dem Abend  das aktuelle Album For my parents (hier auf bandcamp) und das  Album Hymn to the immortal wind gemischt wurden. Spontan hatte ich mir die CD mit dem interessanten Cover und dem interessanten Namen vom unsterblichen Wind mitgenommen. Zu Hause musste ich sie bis Mitternacht noch meinen Nachbarn vorspielen. Ich glaube, Mono haben an diesem Abend an mir einen neuen Fan gefunden.



Setlist Mono:
Legend (parents)
Nostalgia (parents)
Dream Odyssey (parents)
Pure as Snow (wind)
Follow the Map (wind)
Unseen Harbor (parents)
Ashes in the Snow (parents)
Everlasting Light  (wind)

Auszug Tourdaten im neuen Jahr:

Thu – 07/02/2013 – Vienna, Austria – Arena
Fri – 01/03/2013 – Mulhouse, France – Noumatrouff
Sat – 02/03/2013 – Dudingen, Switzerland – Bad Bonn
Sun – 03/03/2013 – Luzern, Switzerland – Schüür
Mon – 04/03/2013 – Innsbruck, Austria – PMK
Tue – 05/03/2013 – Nurnberg, Germany – K4



Sonntag, 12. Juli 2009

Mono, Köln, 12.07.09

5 Kommentare

Konzert: Mono
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 12.07.2009
Zuschauer: etwa 300
Dauer: 82 min


Meine beiden ständigen Konzertbegleiter Müdigkeit und Neugierde buhlten den ganzen Samstag um meine Aufmerksamkeit. Erst am frühen Abend war der Hamburg-Ausflug beendet (hier jede Rechtfertigung dafür, für 24 Stunden in den Norden zu fahren), und ein erneutes Konzert schien wirklich keine gute Idee zu sein. Eine kurze Unachtsamkeit meiner Schlappheit bedeutete aber dann, daß ich mich plötzlich im Gebäude 9 wiederfand.

Immerhin hatten meine realen Begleiter und ich verabredet, die Vorgruppe gezielt auszulassen und pünktlich zu Mono da zu sein. Entgegen der üblichen Kölner Unsitte (die mir heute enorm recht gewesen wäre), Konzerte am Wochenende viel früher als an Werktagen starten zu lassen, kamen die japanischen Postrocker erst um zehn auf die Bühne. Als wir den Konzertraum betraten, begann es unwirklich zu werden. Die vier Mono-Bandmitglieder beendeten gerade das Einrichten ihrer Instrumente und waren dabei in herrlich kalt-blaues Licht getaucht. Die aufgebauten
Musikstationen wirkten zunächst einmal nicht ungewöhnlich. Bis auf den großen Gong hinter dem Schlagzeug (zuletzt bei den Postrockern Morrissey und Coldplay gesehen...).

Viel weniger ungewöhnlich als gedacht war auch das Publikum. Erwartet hatten wir die üblichen Postrock Zuschauer, Ü30-Männer eben. Allerdings war die Menge viel weniger monothematisch (da ist er, der Wortwitz), erstaunlich viele junge Frauen hatten Instrumentalmusik den gleichzeitig stattfindenden Kölner Lichtern vorgezogen.

Zu klassischen Tönen* kamen die vier Japaner auf die Bühne. Auf Schnickschnack
wie Mikros für Ansagen hatte man komplett verzichtet, also kam auch kein "Hello Cologne" oder irgendein anderer banaler Unterbrecher des Programms. Takaakira Goto und Yoda (nicht verwandt) bauten sich mit ihren Gitarren rechts und links auf, während Bassistin Tamaki mittig vor Schlagzeuger Yasunori stand.

Und dann begann um 22 Uhr anderthalb atemberaubende Stunden intrumentaler Klangwelten. Faszinierend waren dabei viele Aspekte. Die vier Musiker kommunizierten überhaupt nicht miteinander, auch nicht merklich nonverbal (nur einmal war mir aufgefallen, daß Tamaki auf Yasunori achtete). Trotzdem spielten sie ihre langen und enorm komplexen Stücke mit einer wahnsinnigen Präzision. Oft begannen die Lieder ruhig und leise - und vor allem mit einfachen Melodien. Doch plötzlich wurde daraus etwas Lautes, Schnelleres. In der Zeit, in der sich die Stücke so entwickelten, hätten The View schon ein Album durchgespielt. Als ich nach dem zweiten Lied auf die Uhr guckte, waren fast 30 Minuten vorbei!

Das dritte Stück brach ein wenig aus. Bassistin Tamaki setzte sich ans Keyboard und
begleitete ihre männlichen Kollegen von dort. Das Lied war neben der anderen Instrumentierung vor allem auch extrem kurz, höchstens drei Minuten.

Zwei weitere Stücke und die erste Stunde war vorbei. Die beiden Gitarristen hatten in dieser Stunde kaum einmal (oder gar nicht) Richtung Publikum geguckt. Kein Wunder, sie haben vermutlich noch nicht einmal ihre Instrumente zwischen ihren vielen und langen Haaren sehen können. Umso faszinierender, wie wahnwitzig schnell und präzise die beiden, vor allem aber der von uns aus rechte Gitarrist, spielten (ich weiß leider nicht, wer wer war). Ich glaube nicht, daß ich schon einmal solch aufregendes Gitarrenspiel gesehen habe.

Die beiden hatten Quasi-Zwillinge im Publikum... Rechts vorne standen zwei
Männer, die mit irrer Kondition ihre Arme im Takt nach vorne warfen. Sie machten das nicht zum gleichen Beat, allerdings vollkommen synchron!

Das sechste Stück barg wieder Überraschendes. Statt der Besetzung Bass, Gitarre, Gitarre, Schlagzeug kamen zwei Glockenspiele, Gitarre und Bass zum Einsatz. Es änderte aber nichts an Stil und Qualität des Lieds, es machte nur mehr "blink"...

Noch einmal elf Minuten, ein wenig Keyboard (dann wechselte Tamaki vollkommen teilnahmslos zum Bass) und die gewohnten Gitarrenwände und der Abend war vorbei - und der Saal fasziniert. Schweigen ist Gold, eindrucksvoll bestätigt!

Setlist Mono, Gebäude 9, Köln (bei DeadPassenger hier gefunden):

01: Ashes in the snow
02: Burial at sea
03: Follow the map
04: Pure as snow
05: Yearning
06: Halo
07: Everlasting light

Links:

- Mono beim Furia Sound Festival bei Paris
- mehr Fotos von Mono

*
vielleicht Donizetti - aber ich bin zu sehr Banause - jedenfalls erinnerte es mich an den Italiener




Montag, 6. Juli 2009

Gossip, Mogwai, u.a., Furia Sound Festival, 05.07.09

1 Kommentare

Konzert: Furia Sound Festival, 2. und letzter Tag, mit: Tunng, Mono, Herman Dune, Isis, Emiliana Torrini, Gossip, Mogwai, Dillinger Escape Plan, Suicidal Tendencies
...
Ort: Cergy Pontoise bei Paris
Datum: 05.07.2009
Zuschauer. tausende



Kurzzusammenfassung:

Tunng: Leider habe ich einen Großteil des Konzertes verpasst, weil die Anreise von Paris fast 1 1/2 (!) Stunden gedauert hat. Vor allem das abschließende Bullets war aber großartig und sorgte für gute Stimmung. Vermutlich 7,5/10 Punkte

Setlist Tunng:

01: Take
02: Bodies
03: Beautiful And Light
04: Woodcat
05: Tale From Black
06: King
07: Jenny Again
08: Hustle
09: Soup
10: Bricks
11: Bullets

Mono: fabelhafte Entdeckung! Himmelhochjauchzender Postrock aus Japan. Melodisch, dramatisch, packend. Klare Konzertempfehlung: 8/10

Herman Dune: Eine leichte Enttäuschung vor allem für einen Fan wie mich. Das war nicht wirklich aufregend und nur My Home Is Nowhere Without You in einer ziemlich rockigen Version ragte heraus. 6,5/10

Auszug aus der Setlist: Try To Think About Me, Next Year In Zion My Home Is Nowhere Without You, When The Water Gets Cold And Freezes On The Lake

Konzerttermine Herman Dune:

09.07.2009: Ardentes Festival, Liège (Lüttich)
16.07.2009: Montreux Jazz Festival
20.07.2009: Thau Festival
22.07.2009: Bregenz Festival
23. 07.2009: Registratur, München
24.07.2009: Festsaal Kreuzberg, Berlin
25.07.2009: Knust, Hamburg

Isis: Brutal hart, aber dennoch melodisch und euphorisierend. Wäre der diabolische Gesang nicht (wer brüllt da, der Teufel persöhnlich?), würden mir Isis noch deutlich besser gefallen. Aber auch so verbuche ich ihren Auftritt als gelungen: 7/10 Punkte


Konzerttermine Isis:

06.07.2009: Effenaar, Eindhoven
08.07.2009: BHF Langendreer, Bochum
09.07.2009: Wagenhallen, Stuttgart
10.07.2009: Beatpol, Dresden
11.07.2009: Feierwerk, München
12.07.2009: Dachstock, Bern
13.07.2009: Spaziale Festival, Turin
15.07.2009: Exaus Open Air, Trier
16.07.2009: Dour Festival

Emilian Torrini: Gähn! Über weite Strecken zum Einschlafen! Leider! Von der kessen Isländerin hatte ich mir deutlich mehr versprochen, das hier war lediglich halbwegs gefälliger Pop/Rock, der niemandem weh tut. 5,5/10 Punkte

Setlist Emiliana Torrini:

01: Fireheads
02: Heartstopper
03: Big Jumps
04: Nothing Brings me Down
05: Today Has Been OK
06: Sunny Road
07: Me And Armani
08: Birds
09: Ha Ha
10: Gun
11: Jungle Drum

Konzerttermine von Emiliana Torrini:

09.07.2009: Les Ardentes Festival, Lüttich
10.07.2009: Fritz Im Freien, Zitadelle Berlin
20.07.2009: Zeltival Festival, Karlsruhe
24.07.2009: Kulturarena, Jena
25.09.2009: Reeperbahn Festival, Hamburg
29.09.2009: Olympia, Paris (unglaublich, aber wahr!)
04.10.2009: Muffathalle, München
06.10.2009: Live Music Hall, Köln
07.10.2009: Central Station, Darmstadt
08.10.2009: Alter Schlachthof, Dresden

Dillinger Escape Plan:

Deutlich zu viel Gebrüll. Klingt als würde eine Sau geschlachtet. Wir sind hier auf dem Konzerttagebuch, Dillinger Escape Plan überlassen wir der Visions. Ohne Wertung.


Gossip:

Grandios! Beth Ditto ist der größte Rockstar unserer Zeit! Ein fulminanter, hochspektakulärer Festivalauftritt, der kaum zu toppen war. Beim Furia Sound Festival habe ich in den letzten Jahren schon Granaten wie Sonic Youth und Queens Of The Stone Age in Aktion gesehen, aber gegen die urwüchsige Kraft von Beth sind das alles nur kleine Fische. Gossip spielten heute alles in Grund und Boden und walzten platt, was ihnen in den Weg kam. Die Ditto rammte mich mit ihrer unfassbar lauten und durchdringenden Stimme ungespitzt in die Wiese und hinterher fühlte ich mich als hätte mich ein Bus gestreift. Ein tolles Gefühl! Wer kann Beth auf dem Weg nach ganz oben noch aufhalten? Ich sehe da niemanden, die Frau ist ein Vulkan, eine Naturgewalt, ein Weltwunder (deshalb der Titel 8th Wonder?) !!! 10/10 Punkte


Gespielte Songs (Auszug): 8th Wonder, Love Long Distance, ein Auszug von Psycho Killer (Talking Heads Cover, Textzeile "Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?"), Listen Up, Yr Mangled Heart, Jealous Girls, Standing In The Way Of Control und zum Abschluß Heavy Cross

Gossip spielen in Deutschland beim Melt! Festival (17. Juli) und am 9. Juli in Hamburg, Docks.

Mogwai:

Majestätisch, dramatisch, brilliant. Präziser und packender kann Instrumentalmusik nicht zelebriert werden. Mein drittes Mogwai Konzert war mit Abstand das beste. Es passte alles: Die Uhrzeit (22 Uhr 20, ideal für diese Art von Musik), die Songauswahl und die Lichtshow. Die Schotten waren sensationell gut und ließen desöfteren meinen Atem stocken! Wie bekifft taumelte ich am Ende mit tauben Ohren über den Rasen und konnte kaum fassen, was ich da zuvor erlebt hatte. Wie ist es möglich, daß solch brachiale Musik gleichzeitig so wunderschön ist? Und wie kann es sein, daß man ohne Texte soviel aussagen kann? Eine essentielle Band, ich würde gerne über die Rauhbeine eine Biografie schreiben, so fasziniert bin ich von ihnen!

9,5/10 Punkte

Setlist Mogwai, Furia Sound Festival, Cergy Pontoise 2009 (Merci à Stéphane!)

01: Friend Of The Night
02: Killing All The Flies
03: I'm Jim Morrison, I'm Dead
04: You Don't Know Jesus
05: Hunted By A Freak,
06: Mogwai Fear Satan
07: Batcat



Suicidal Tendencies: Überlassen wir ebenfalls der Visions und ihren Lesern.

Zum Abschluß hätte ich auch noch einen Geheimtipp des Furia Sound Festivals zu bieten: Yo Yo Acapulco kommen aus Norwegen, lieben den Klang von Ukulelen und sind musikalisch irgendwo zwischen Herman Dune, den Moldy Peaches und Coming Soon anzusiedeln, mit denen sie auch das französische Label Kitchen Music teilen. Charmant!




 

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