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Dienstag, 6. August 2024

Heimspiel Knyphausen Festival - Eltville - 26.07.-28.07.24

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Konzert: Heimspiel Knyphausen Festival
Ort: Eltville
Datum: 26.07.-28.07.24
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: ausverkauft


Gisbert lädt ein. Frederik öffnet die Pforten, Benjamin und Anna kuratieren und produzieren. Ein tolles Team bringt alles aufs Gelände. Auf ein Neues in 2024. Das Weingut Baron Knyphausen, direkt am Rhein gelegen mit dem feinen Sinn für musikalischen Geschmack und nicht nur für guten Riesling, begrüßt einmal im Jahr eine treue Fangemeinde zu gutem Essen, besten Weinen und hervorragendem Lineup. 

Newcomer, gestandene Singer-Songwriter, Hamburger Schule und immer wieder überraschende Topacts, über die sich alle freuen, aber die irgendwie nie jemand auf dem Zettel hat. Brockhoff, Dekker, Die Sterne, Gisbert himself oder Emilíana Torrini. Auch so geht LineUp.


Anreise am Donnerstag. Base auf der Obstwiese. In diesem Jahr gänzlich Familien vorbehalten, alle anderen können erstmals ein zweites Camp auf dem Sportplatz bevölkern. Erster Überblick und einmal "Hallo" im Headquarter I (der Vinothek) und im Headquarter II (dem Produktionsbüro). Völlig neu ab diesem Jahr ein Graben vor der Bühne. Ich feiere ihn. Und mit Doro kommt eine Fulltime Stagemanagerin.

Zwei Neuerungen, die auf den immer professionelleren Impact dieses außergewöhnlichen Liebhaberfestivals hinweisen. Freitagmorgen und es regnet. Gehört ja dazu. Dennoch startet alles entspannt. Frühstück, Hardware einrichten, ein Glas Wein… 16:00 Uhr Einlass. 

Brockhoff als Opener. Beim OBS wetterbedingt noch aus der Ferne vom FOH gehört und fotografiert, nun erstmals im neuen Festivalgraben. Die Hamburgerin zieht schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Mit 23 Jahren das Heimspiel so souverän zu eröffnen, spricht für sich und ihr Potential. Ihre Songs musikalisch ausgereift, stimmlich ginge bestimmt noch etwas.


Ganz anders Dekker. Der fotoscheue amerikanische Singer-/ Songwriter Brookln Dekker zeigt sich von seiner fast besten Seite. Üblicherweise mit seiner Ehefrau Rue Royals unterwegs, seit 2020 mit Erscheinen des Debütalbums „Slow Reveal: Chapter One“ auch Solo. Ein wenig genervt wirkend spielte er sein Set routiniert durch. Und dennoch sind alle hin und weg. Kein Wunder, der zelebrierte Indie-Folk findet den Takt zum Publikum. Dies ist eben ihre Insel.


Gisbert Knyphausen & Band sind der Headliner am ersten Tag. Wenn eine Band nach Jahren wieder zusammenkommt, das Publikum nicht weiß, ob es Regen oder Tränen im Gesicht sind, dann braucht es keinen Text mehr. Der Abend verklingt dabei ganz wunderbar. 

Samstagmorgen und es regnet schon wieder. Warum auch nicht? Dennoch, Haare und Hardware richten und ab zur Reederei Robert Stolz, am Anleger Eltville unterhalb der Burg Kratz. Wahl-Düsseldorfer Rob Godwin spielt sein neustes Projekt, abseits von The Slow Show. Irgendwie, aber zunächst alles verzögert. Rob hatte die Ruhe weg und der Regen ließ nach. Als das Set startete war dann doch irgendwie alles wie immer. Stimmlich ließ Rob nichts vermissen. 


Dabei klangen die Songs noch einen Tick dunkler und tiefer als sonst. Wenn das überhaupt noch möglich sein konnte. Aber ohne Graben und Bühne, dicht davor konnte es schnell, ganz intensiv werden. Konzerte auf dem Heimliner sind eben auch ganz besondere Konzerte.

KaBi & Kuchen mit Anna und Jana, sowie Wein & Käse mit Stefan und Katharina im Rahmenprogramm des Heimspiels. Zwei grossartige Weinproben mit viel Hintergrundwissen und besten Weinen aus dem Rheingau, feinstem Backwerk aus dem Geisenheimer Plattenstübchen und klar, Käse aus dem Eltviller Käseladen. KaBi steht übrigens für Riesling Kabinet und passt tatsächlich besser zum Kuchen als Kaffee. Das Ende vom Lied war jedoch, dass ich mich derart verspätete, dass Soft Loft diesmal ohne mich zurechtkommen mussten. 

Susan O‘Neil; Für mich im nun schon dritten Konzert wächst die irische Songwriterin immer mehr über sich hinaus. Tiefgründig und stimmgewaltig zieht sie die geneigte Hörerschaft in ihren Bann. Es ist begeisternd.


Die Sterne vertreten in diesem Jahr, die zur Zeit heiß diskutierte Hamburger Schule und Frank Spilker macht kurzen Prozess mit der musikalischen Zeitreise durchs Wirken und nichts Müssen. 

Timber Timbre gab es für mich nur aus der Ferne zu verfolgen. Die engen Vorgaben der Band um Taylor Kirk wollten keine Fotografen im Graben. Sei’s drum. Die erste Reihe wird es gefreut haben, bot sich doch nun von Beginn an ungestörter Folkblues mit reichhaltigen musikalischen Facetten. Mal düster, fast morbide, dann wieder poppig daherkommend. Ein eindrucksvolles Rundumsorglospaket. 

Wer wie ich Calexico noch nie live erlebt hat, war erstmal beeindruckt. Eine souveräne Kapelle, die mexikanischen Mariachi, Folk-, Tex-Mex, Country Rock und Latin Jazz vereint. Das musst du erstmal so machen und damit so erfolgreich eine Vielzahl von Festivalbühnen bespielen. Wenn am Ende des Konzertes sowohl Susan O’Neill als auch Festivalmacher Gisbert zu Knyphausen auf die Bühne zu gemeinsamer Performance gebeten werden, dann ist ein musikalisches Erlebnis perfekt, und ein großartiger Abschluss eines dichtbepackten und verregneten Festivalsamstags gelungen.


Am Sonntag schaut dann endlich die Sonne vorbei und traditionell früh, nach Yoga mit Nina und dem Wellness-Frühstück startet mit Willow Parlo die erste Band des Tages. Die Hamburger stehen für verträumten Indie-Pop, und Frontfrau Noemi Bunk bietet dazu stimmlich etwas an, was tatsächlich nachklingt. Meine persönliche Überraschung an diesem Wochenende. 

Der Songwriter Enno Bunger vertont bedeutsame Meilensteine seines Lebens im Piano Pop Style. Tiefsinnig und melancholisch. Nicht selten traurig und tränenrührend. Um der Schwere auch mal die Last zu nehmen, kommt schon mal das Applausometer zum Einsatz und das Publikum darf abstimmen, ob der nächste Song von Depressionen handeln oder die Klimakrise besingen soll. 

Aber ein wenig Selbstironie ist bei dieser Tragik wohl notwendig und hilft nebenher auch dem geneigten Festivalbesucher nicht den Glauben an "… am Ende wird alles gut…" zu verlieren.


Zum grandiosen Abschluss des diesjährigen Heimspiels lässt Emilíana Torrini Miss Flower über Freundschaft, Liebe, Begehren und letztendlich doch beständige Unabhängigkeit erzählen. Das Ganze wird eingerahmt mit Songs aus ihrer jetzt schon langen Bühnenkarriere. Ein ganz ein feiner Abschluss. 


Und dann war es das auch schon wieder. So schnell wie sich am Freitag die Wiese mit Picknickdecken und Familien gefüllt hatte, so schnell leerte sie sich auch wieder. Jeder hatte die wunderbaren Festivalweingläser und den Festivalriesling in der limitierten Edition im Gepäck. Eine großartige Tradition des Heimspiels. Aufräumen, Aftershow und ab nach Hause. 

Sämtliche Spenden, und auch das hat Tradition, ob in bar oder als Pfandspende, gingen in diesem Jahr übrigens an die Eltviller Tafel. 


Am 01.08.2024 startet schon der VVK für das Heimspiel Knyphausen vom 25.-27.07.2025. Schnell sein lohnt sich, das Festival ist seit Jahren stets ausverkauft und wir freuen uns jetzt auf die nächste Ausgabe.

Text und Fotos: Denis Schinner

Mittwoch, 23. Juli 2014

Emiliana Torrini, Karlsruhe, 19.07.14

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Konzert: Emilíana Torrini
Ort: Zeltival im Tollhaus Karlsruhe
Datum: 19. Juli 2014
Dauer: 95 min
Zuschauer: knapp 650


Seit 1999 steht Emilíana Torrinis erste CD Love in the time of Science in meinem Regal. Und vom Album Me and Armini kann ich auch die eine oder andere Weise mitsingen. Persönlich im Konzert begegnet waren wir uns aber bisher noch nicht, obwohl es schon im Juli 2009 die Möglichkeit gegeben hätte, sie im Karlsruher Zeltival zu erleben. Das war das Jahr, in dem sie allein 68 ihrer bisher 152 Konzerte gespielt hat und das Jahr in dem ihr Song Jungle drum in Europa alle Charts erobert hatte (was total an mir vorbeigegangen ist - wie auch der Fakt, dass sie ihre Stimme Golumn's song schenkte).


In der Zwischenzeit hat sie viel Musik für ander Künstler als Produzentin begleitet und ist Mutter geworden. Im letzten Jahr ist ihr jüngstes Album Tookah erschienen und wurde mittels einiger Konzerte in die Welt getragen.  Im Jahr 2014 sahen sie im Mai die Berliner, im Juni Brighton und Glastonbury, und in den Julitagen der vergangenen Woche Pordenone, Warschau, Bratislava, Ostrava und Karlsruhe. Mit Aarhus im September wird ihr Konzertjahr abgeschlossen sein. Warum ich das alles so buchhalterisch aufschreibe? In meinen Augen beweist es zwei Dinge: 

i) Karlsruhe hat bei Emiliíana Torrini wohl einen ordentlichen Stein im Brett. 

ii) Sie ist nicht zu kategorisieren. Sie macht Nische und Mainstream und vor allem einfach ihr Ding.


Ob es sich lohnen würde, war vor dem Konzert deshalb keine Frage für mich. Und anscheindend teilten viele Karlsruher diese Auffassung bzw. hatten das Konzert von 2009 in bester Erinnerung behalten. Denn das Tollhaus war richtig gut gefüllt. Als die Show begann, wurde ich dann aber doch etwas unruhig. Auf der Bühne wurden ordentlich Leute aufgefahren: Zwei Gitarren, eine tolle Bassistin, Keyboard und Drums verschafften einen riesigen Sound.  Im großen und ganzen stand die Stimme von Emiliana zwar noch im Vordergrund, aber zwischendurch verlor sich der Fokus manchmal ganz schön im Instrumente"gedudel". 



Beruhigend war es, auch im neuen Material sofort die Handschrift von Emilíana Torrini wieder zu erkennen. Nur Sie singt in diesem Timbre und in dieser harmonischen Art. Den Abend begann Sie mit dem Titeltrack ihres 2013er Albums und später folgten alle weiteren Titel. Eingemischt waren auch ältere Stücke mit Wiedererkennungswert. Für mich waren die Stärken des Abends eindeutig die ruhigeren und kontemplativen Sachen wie Elisabet (ihrer Tante gewidmet), Birds und Today has been ok.  Wobei mir auch das flotte Big jumps wieder zu gefallen wußte.



Auch ihre fröhliche Bühnenpräsenz und die Anekdötchen, die sie in der Hitze des Abends arg schwitzend einflocht - sehr oft in einem sympatisch gewürfelten Deutsch. Auf das Ende des Sets hin wurde es immer Dance-Musik-mäßiger und damit für mich belanglos und eigentlich auch kurz vor zu laut (aber im Publikum wurde schwer mitgetanzt und begeistert applaudiert - trotz der Temperaturen um 30 Grad). Ich erwischte mich schon bei dem Gedanken, eher zu gehen wäre vielleicht besser gewesen...

Aber in der Zugabe kriegte sie mich dann doch erst so richtig. Beggar's prayer ist einfach ein wunderbares Lied und Jungle Drum mag ich nach größerem Zeitabstand auch gern wiederhören. Das Publikum ließ anschließend nicht locker und holte die Band noch zu einer weiteren Zugabe auf die Bühne und Summerbreeze war passend für den Abend und wie ein Geschenk für mich.


Alles in allem also doch ein wirklich gelungener Konzertabend, der sicher für alle etwas zu bieten gehabt hat und viele glückliche Menschen in den tropischen Abend schickte.


Mischnitt aus Paris 2013:

   
 
Setlist:
01: Tookah (T)
02: Home (T)
03: Animal Games (T)
04: Caterpillar (T)
05: Sunny Road (F)
06: Autumn Sun (T)
07: Elisabet (T)
08: Lifesaver (F)
09: Birds (A)
10: Today has been ok (F)
11: Big jumps (A)
12: Me and Armini (A)
13: Blood Red (T)
14: When fever breaks (T)
15: Speed of Dark (T)

16: Beggar's Prayer  (Z) (A)
17: Jungle Drum (Z) (A)

18: Summer Breeze (S)
19: Echo Horse (T)

(T) Tookah 2013
(A) Me and Armini 2008
(F) Fisherman's Woman  2005
(S) Love in the time of Science 1999

Einführung zum Konzert vom Tollhaus
Bericht Hannes Mezger zum Konzert Tollhaus 20.07.2009
Weitere Bilder  von Paolo Costanzo
Blogothèque Session 2013

Aus unserem Archiv:
Emiliana Torrini, Cergy Pontoise, 05.07.09

 


Montag, 6. Juli 2009

Gossip, Mogwai, u.a., Furia Sound Festival, 05.07.09

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Konzert: Furia Sound Festival, 2. und letzter Tag, mit: Tunng, Mono, Herman Dune, Isis, Emiliana Torrini, Gossip, Mogwai, Dillinger Escape Plan, Suicidal Tendencies
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Ort: Cergy Pontoise bei Paris
Datum: 05.07.2009
Zuschauer. tausende



Kurzzusammenfassung:

Tunng: Leider habe ich einen Großteil des Konzertes verpasst, weil die Anreise von Paris fast 1 1/2 (!) Stunden gedauert hat. Vor allem das abschließende Bullets war aber großartig und sorgte für gute Stimmung. Vermutlich 7,5/10 Punkte

Setlist Tunng:

01: Take
02: Bodies
03: Beautiful And Light
04: Woodcat
05: Tale From Black
06: King
07: Jenny Again
08: Hustle
09: Soup
10: Bricks
11: Bullets

Mono: fabelhafte Entdeckung! Himmelhochjauchzender Postrock aus Japan. Melodisch, dramatisch, packend. Klare Konzertempfehlung: 8/10

Herman Dune: Eine leichte Enttäuschung vor allem für einen Fan wie mich. Das war nicht wirklich aufregend und nur My Home Is Nowhere Without You in einer ziemlich rockigen Version ragte heraus. 6,5/10

Auszug aus der Setlist: Try To Think About Me, Next Year In Zion My Home Is Nowhere Without You, When The Water Gets Cold And Freezes On The Lake

Konzerttermine Herman Dune:

09.07.2009: Ardentes Festival, Liège (Lüttich)
16.07.2009: Montreux Jazz Festival
20.07.2009: Thau Festival
22.07.2009: Bregenz Festival
23. 07.2009: Registratur, München
24.07.2009: Festsaal Kreuzberg, Berlin
25.07.2009: Knust, Hamburg

Isis: Brutal hart, aber dennoch melodisch und euphorisierend. Wäre der diabolische Gesang nicht (wer brüllt da, der Teufel persöhnlich?), würden mir Isis noch deutlich besser gefallen. Aber auch so verbuche ich ihren Auftritt als gelungen: 7/10 Punkte


Konzerttermine Isis:

06.07.2009: Effenaar, Eindhoven
08.07.2009: BHF Langendreer, Bochum
09.07.2009: Wagenhallen, Stuttgart
10.07.2009: Beatpol, Dresden
11.07.2009: Feierwerk, München
12.07.2009: Dachstock, Bern
13.07.2009: Spaziale Festival, Turin
15.07.2009: Exaus Open Air, Trier
16.07.2009: Dour Festival

Emilian Torrini: Gähn! Über weite Strecken zum Einschlafen! Leider! Von der kessen Isländerin hatte ich mir deutlich mehr versprochen, das hier war lediglich halbwegs gefälliger Pop/Rock, der niemandem weh tut. 5,5/10 Punkte

Setlist Emiliana Torrini:

01: Fireheads
02: Heartstopper
03: Big Jumps
04: Nothing Brings me Down
05: Today Has Been OK
06: Sunny Road
07: Me And Armani
08: Birds
09: Ha Ha
10: Gun
11: Jungle Drum

Konzerttermine von Emiliana Torrini:

09.07.2009: Les Ardentes Festival, Lüttich
10.07.2009: Fritz Im Freien, Zitadelle Berlin
20.07.2009: Zeltival Festival, Karlsruhe
24.07.2009: Kulturarena, Jena
25.09.2009: Reeperbahn Festival, Hamburg
29.09.2009: Olympia, Paris (unglaublich, aber wahr!)
04.10.2009: Muffathalle, München
06.10.2009: Live Music Hall, Köln
07.10.2009: Central Station, Darmstadt
08.10.2009: Alter Schlachthof, Dresden

Dillinger Escape Plan:

Deutlich zu viel Gebrüll. Klingt als würde eine Sau geschlachtet. Wir sind hier auf dem Konzerttagebuch, Dillinger Escape Plan überlassen wir der Visions. Ohne Wertung.


Gossip:

Grandios! Beth Ditto ist der größte Rockstar unserer Zeit! Ein fulminanter, hochspektakulärer Festivalauftritt, der kaum zu toppen war. Beim Furia Sound Festival habe ich in den letzten Jahren schon Granaten wie Sonic Youth und Queens Of The Stone Age in Aktion gesehen, aber gegen die urwüchsige Kraft von Beth sind das alles nur kleine Fische. Gossip spielten heute alles in Grund und Boden und walzten platt, was ihnen in den Weg kam. Die Ditto rammte mich mit ihrer unfassbar lauten und durchdringenden Stimme ungespitzt in die Wiese und hinterher fühlte ich mich als hätte mich ein Bus gestreift. Ein tolles Gefühl! Wer kann Beth auf dem Weg nach ganz oben noch aufhalten? Ich sehe da niemanden, die Frau ist ein Vulkan, eine Naturgewalt, ein Weltwunder (deshalb der Titel 8th Wonder?) !!! 10/10 Punkte


Gespielte Songs (Auszug): 8th Wonder, Love Long Distance, ein Auszug von Psycho Killer (Talking Heads Cover, Textzeile "Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?"), Listen Up, Yr Mangled Heart, Jealous Girls, Standing In The Way Of Control und zum Abschluß Heavy Cross

Gossip spielen in Deutschland beim Melt! Festival (17. Juli) und am 9. Juli in Hamburg, Docks.

Mogwai:

Majestätisch, dramatisch, brilliant. Präziser und packender kann Instrumentalmusik nicht zelebriert werden. Mein drittes Mogwai Konzert war mit Abstand das beste. Es passte alles: Die Uhrzeit (22 Uhr 20, ideal für diese Art von Musik), die Songauswahl und die Lichtshow. Die Schotten waren sensationell gut und ließen desöfteren meinen Atem stocken! Wie bekifft taumelte ich am Ende mit tauben Ohren über den Rasen und konnte kaum fassen, was ich da zuvor erlebt hatte. Wie ist es möglich, daß solch brachiale Musik gleichzeitig so wunderschön ist? Und wie kann es sein, daß man ohne Texte soviel aussagen kann? Eine essentielle Band, ich würde gerne über die Rauhbeine eine Biografie schreiben, so fasziniert bin ich von ihnen!

9,5/10 Punkte

Setlist Mogwai, Furia Sound Festival, Cergy Pontoise 2009 (Merci à Stéphane!)

01: Friend Of The Night
02: Killing All The Flies
03: I'm Jim Morrison, I'm Dead
04: You Don't Know Jesus
05: Hunted By A Freak,
06: Mogwai Fear Satan
07: Batcat



Suicidal Tendencies: Überlassen wir ebenfalls der Visions und ihren Lesern.

Zum Abschluß hätte ich auch noch einen Geheimtipp des Furia Sound Festivals zu bieten: Yo Yo Acapulco kommen aus Norwegen, lieben den Klang von Ukulelen und sind musikalisch irgendwo zwischen Herman Dune, den Moldy Peaches und Coming Soon anzusiedeln, mit denen sie auch das französische Label Kitchen Music teilen. Charmant!




 

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