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Freitag, 29. Juli 2022

Dean Wareham, Paris, 19.07.22

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Konzert: Dean Wareham (plays Galaxie 500's On fire) 
Ort: Le Petit Bain, Paris 
Datum: 19.07.2022 
Dauer: knapp 85 min 
Zuschauer: vielleicht 350 



Meine Galaxie 500 Platten habe ich im alten Saturn am Hansaring in Köln gekauft. Im Erdgeschoß standen auf den Plattenfächern Nummern, die im Keller dann auf Regalen standen, in denen die Platten waren, die man suchte. Meine musikalische Sozialisierung fand in einer Prozinz-Indiedisco namens Logo statt, in dem - so meine ich - Blue thunder und Fourth of July liefen. Anders habe ich damals eigentlich keine Lieblingsbands kennnengelernt, MTV kam später, Musikzeitungen gar nicht. Daß ich mich an vielen unnützen Quatsch erinnere, aber nicht an wichtige Dinge wie den ersten Kontakt mit Lieblingsbands ärgert mich sehr. Beim Bizarre-Festival auf der Loreley hatte ich Galaxie 500 in ihrem kurzen Leben live gesehen - sie waren da auch schon meine Lieblingsband - ich erinnere mich aber nicht an den Auftritt, verdammt! Dean Wareham hat mir später einmal gesagt, die Band sei live nicht sehr gut gewesen. Aber sie waren nach der Loreley auch noch mein Liebling, es kann also nicht so schlimm gewesen sein. 

Luna, Deans Band nachdem er Galaxie 500 aufgelöst hatte, habe ich am Anfang ignoriert. Nicht, weil deren Musik nicht meinem Geschmack entsprochen hätte (hat sie immer), ich war beleidigt. Aus ähnlichen Gründen war mir Grunge immer egal. Durch all diese neuen US-Bands verschwanden plötzlich meine anderen Shoegaze-Lieblinge wie Lush. Musikliebe - it's complicated. 

Kompliziert (guter Übergang) war es auch, die 2019er Tour des seit Jahren in LA lebenden Dean Wareham zu sehen. Ursprünglich hatte ich Karten für Berlin, irgendwann auch für Köln, das verschwand aber schnell, dann für verschiedene UK-Shows gebucht. Die Pandemie zerschlug alle Pläne. Irgendwann nach mehreren Verschiebungen kristallisierte sich dann heraus, daß Dean mit Britta Phillips und Band im Juli in Europa sein würde. Die deutschen Termine wurden gestrichen. Nachdem sich auch meine Großbritannien-Pläne änderten, kaufte uich kurzentschlossen zwei Tage vorher ein Ticket für das Konzert in Paris. 

... für Paris am heißesten Tag des Jahres. Auf der Fahrt waren es bis zu 40 Grad. Die Tour de France quälte sich durch die Pyrenäen. Mich ließ das alles kalt, das Konzert fand auf einem Hausboot auf der Seine statt, dem Petit Bain, auf dem ich Olivers 100. Oliver-Peel-Session mit Cinerama und Vorgruppe The Wedding Present gesehen hatte. Daher wusste ich, daß der Boots-Club klimatisiert ist. 

Aus gut unterrichteten Quellen weiß ich auch, daß Dean Wareham auch auf der Booking-Shortlist für die 100. Oliver-Peel-Session stand. Wie passend, daß er jetzt mit ein paar Jahren Verspätung da spielen würde. Bei der Tour steht die zweite Galaxie-500-Platte On fire (die mit dem Ohrring) im Fokus. Ich glaube nicht, daß ich einen Liebling unter den drei Alben der Band habe, vermutlich stammen aber zumindest ein paar Lieblingslieder von On fire (Snowstorm, Another day und vor allem Decomposing trees). 

Das sehr gut besuchte Konzert begann mit einigen Liedern von Deans hervorragender Soloplatte I have nothing to say to the Mayor of LA von 2021. Der fantastische Quasi-Titelsong The past is our plaything (der mit "I have nothing to say to the Mayor of LA" beginnt) eröffnete das Konzert. Deans Band bestand diesmal aus Gitarrist Derek See, Schlagzeuger Roger Brogan und Britta Phillips am Bass. 

Nach vier weiteren Liedern von der neuen Soloplatte leitete Dean mit "going back to 1989" zu On fire über. Erstes Lied war wie auf Platte Blue thunder (G500-Trivia: benannt nach Deans damaligen Auto). Danach folgten eine Perle nach der anderen, grob in Plattenreihenfolge. Lustigerweise spielte die Band Strange nicht mittendrin sondern am Schluß des normalen Sets. Das scheint mir eine self-fulfilling prophecy zu sein. Damon Krukowski, Galaxie 500 Drummer, schrieb in einem Blogpost über Stranges merkwürdiges Verhalten bei Spotify: 

In 2018, I noticed that one Galaxie 500 song – “Strange” – was streaming on Spotify far more than any others. There was no obvious explanation. The song hadn’t been included on a popular playlist; it hadn’t been used in a film or commercial; it hadn’t been covered by another band, or mentioned by some celebrity influencer. As far as we could tell, there hadn’t been any change in its public profile for literally decades. What’s more, it hadn’t been one of our singles, or “emphasis tracks” for radio back in the day. There is no music video. It simply wasn’t the logical track to try first, if you wanted to check out what Galaxie 500 sounded like. 

Tugboat (sicher dem Ort geschuldet, allerdings auch ein großer Hit!), das wunderschöne Flowers und das Joy Division / New Order Cover Ceremony beendeten das tolle Set. Dafür nach Paris gefahren zu sein, war eine sehr gute Idee! Auch wenn ich fast noch in eine Kneipenschlägerei geraten wäre. Das Publikum bestand zu großen Teilen aus der gut informierten Pariser Indieszene. Dazwischen standen drei mächtig angetrunkene (Klischee!) Iren. Die vielen Komplimente für Dean ("Du hast schöne Haare!" - "Zieh Dein Hemd aus!") waren witzig, das viele Kneipengequatsche bei den ruhigen Solo-Liedern nervte alle um sie rum. Einige Französinnen und Franzosen baten die drei freundlich, doch bitte stiller zu sein (um ihre Lieblingsmusik zu hören, für die sie seit 2019 Tickets hatten), was den Hauptiren immer wütender machte. Zur Deeskalation gingen die Franzosen in eine andere Ecke des Saals und die Iren an die Bar. Vermutlich hat am Ende die Klamaanlage unsere Nasenbeine gerettet. 

Hatte ganz vergessen, wie aufregend Konzerte sein können! 

Setlist Dean Wareham plays Galaxie 500, Le Petit Bain, Paris: 

01: The past is our plaything 
02: The last word 
03: Robin & Richard 
04: As much as it was worth 
05: Under skys 

On fire: 
06: Blue thunder 
07: Tell me 
08: When will you come home? 
09: Snowstorm 
10: Decomposing trees 
11: Another day 
12: Plastic bird 
13: Leave the planet 
14: Isn't it a pity (George Harrison Cover) 
15: Strange 

16: Tugboat (Z) 
17: Flowers (Z) 
18: Ceremony (Joy Division / New Order Cover) (Z) 

Links: 

- aus unserem Archiv: 
- Dean Wareham, Köln, 29.07.14 
- Dean Wareham, Indietracks, 26.07.14 
- Dean Wareham, Paris, 07.12.13 
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11 
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11 
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Minehead, 11.12.10



Mittwoch, 30. Juli 2014

Dean Wareham, Köln, 29.07.14

4 Kommentare

Konzert: Dean Wareham
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 29.07.2014
Dauer: 85 min
Zuschauer: 50 bis 60




Galaxie 500 waren oft live alles andere als gut, sagt Dean Wareham über seine erste bekannte Band. Luna seien eine viel bessere Liveband gewesen, egal, was man von den jeweiligen Alben gehalten habe. Ich habe Galaxie 500 1990 auf der Loreley beim Bizarrefestival gesehen und war vorher massiver Fan und war es auch danach. Wie genau das Konzert war, weiß ich nicht mehr, es kann aber nicht so schlecht gewesen sein. Luna hatte ich nie live gesehen, auch nicht das einzige Konzert im Gebäude 9 2002. Meine nächste Begegnung mit Dean Wareham war erst 2010 beim zweiten ATP Bowlie. Belle & Sebastian waren für das Line-Up verantwortlich und luden den Sänger ein, der damals als "Dean Wareham plays Galaxie 500" unterwegs war. Die Belle & Sebastian Mitglieder hatten je drei Wunschbands nennen dürfen, Dean Wareham war Stuart Murdochs erste Wahl.


Meine erste Begegnung mit meinen Lieblingsliedern nach zwanzig Jahren war wundervoll! Flowers, Strange, Tugboat, Snowstorm, Don't let our youth go to waste... atemberaubend gut gespielt. Mir fiel erst gegen Ende des Konzertes auf, daß Deans Frau Britta die Bassistin der Band war (als die beiden ein Dean & Britta Stück spielten). Ich hatte nur Augen (nunja) für die Musik. Dean Wareham mit Galaxie 500 ist live sehr viel besser, als seine alte Band es offenbar war. Vermutlich harmonierten die drei Freunde auf der Bühne ähnlich schlecht wie bei strittigen Entscheidungen in der Spätphase ihrer kurzen Karriere. 

Nach der guten und abwechslungsreichen Vorgruppe Die Sonne aus Köln, über die ich in Kürze noch einmal ausgiebiger schreibe (und die feststellte, daß bei es bei ihren Auftritten immer regne, offenbar der Bandname schon die Sonne kompensiere - ich denke eher, daß das schlechte Wetter an den Mitgliedern der Sonne, die früher bei Wolke waren, liegt, war das Gebäude 9 noch erschütternd leer. Es ist Urlaubszeit in NRW, es hagelte den ganzen Tag Unwetterwarnungen - aber es war ein Dean Wareham Konzert! Davon gibt es leider nicht viele - und auch künftig nicht mehr, wenn die Leute aus Trägheit zu Hause bleiben. Die 50, 60, die da waren, erlebten ein Konzert, bei dem ich an Anfang kurz den Eindruck hatte, daß die Band zu deutlich gesehen hatte, wie wenige Zuschauer da waren, das sich aber nach und nach massiv steigerte und am Ende umwerfend war. 


Dean Wareham ist zur Zeit mit einem Gitarristen (Raymond Richards), einem Schlagzeuger, dessen Namen ich wieder nicht mitbekommen habe, und seiner Frau Britta unterwegs. Am Anfang wirkten die Musiker auf mich eine Spur lustlos. Beim ersten Galaxie 500 Stück (Temperature's rising von der ersten Platte), schleppte sich das Schlagzeug träge durch den Song. Bei Holding pattern, einem der zahlreichen Solostücke - beim Indietracks in Ripley hatte das Set am Samstag noch zumeist aus Galaxie 500 Titeln bestanden - sang Dean anfangs stark neben dem Takt, was seine Frau am Keyboard zum Lachen brachte. Irgendwann am Anfang nuschelte der Sänger "this was more" oder "this was no fun". Ich hatte da nicht den Eindruck, ein ähnlich gutes Konzert wie vor drei Tagen sehen zu können. Aber wer kann ihnen das verdenken, wenn ein Konzert so schlecht angenommen wird. 


Gottseidank kippte es aber sehr schnell in die andere Richtung, nach Holding pattern wurde es immer besser. Das kleine Publikum klatschte wie ein ausgewachsenes. Man merke insbesondere bei den Galaxie 500 Liedern, wie wenig Laufkundschaft da war, und das schien auch auf der Bühne anzukommen. Wie bei meinem Konzert im Dezember letzten Jahres spielte die Band (damals eine andere) auch Luna-Lieder. Das erste diesmal war Tiger Lily von der zweiten Platte Bewitched - toll! Später kam noch Lost in space. Der Großteil der Songs stammte aber von Deans Soloplatten (EP und Album). Komischerweise gefiel mir von den Liedern Love is not a roof against the rain plötzlich außerordentlich gut. Bisher zählte es (auf Platte) nicht zu meinen Lieblingen und konnte nicht gegen Stücke wie The dancer disappears, Holding pattern, Beat the devil, My eyes are blue oder Love is colder than death anstinken. Diese Liveversion wurde aber plötzlich enorm schmissig und gefiel mir richtig gut. 


Nach Love is not a roof against the rain wurde es plötzlich lauter. When will you come home hatte ein herrlich krachiges Ende, bei den Zugaben drehte der Mischpultmann noch einmal hoch, hatte ich den Eindruck. Wenn wir schon für zwei klatschten, konnten wir auch für zwei um die Ohren bekommen. Letztenendes war es egal, welches Lied die Band im zweiten Teil anstimmte, alles war hervorragend, auch Babes in the wood, das vorletzte Stück der Soloplatte - und vorletzte Lieder sind, wie ich in Deans extrem empfehlenswerter Biographie Black postcards gelernt habe, meist die schlechtesten Lieder eines Albums. Blue thunder und Tugboat waren aber natürlich die größten Knüller vor den Zugaben!

Die Zugaben begannen mit Happy & free von der Soloplatte. Danach wechselte Britta wieder einmal die Position, sie spielte abwechselnd Bass und Keyboard und musste bei jedem Wechsel die Bühne überqueren, vergaß dabei grundsätzlich immer ihr Kölsch und musste noch einmal zurück. 

Ich war sicher, daß nach Fourth of July Schluß sein würde. Es kam aber ein noch würdigerer Abschluß, das wundervolle Joy Division bzw. New Order Cover Ceremony.  

Es war ein großartiges Konzert! Sind Lieblingsbands heutzutage live schlecht, vergeht mir leicht die Lust an ihnen. Die Gefahr besteht bei Dean Wareham nun wirklich nicht!

Setlist Dean Wareham, Gebäude 9, Köln:

01: Emanzipated hearts
02: Heartless people (Michael Holland Cover)
03: Temperature's rising (Galaxie 500)
04: The dancer disappears
05: Holding pattern
06: Tiger Lily (Luna)
07: Air
08: Love is not a roof against the rain
09: When will you come home (Galaxie 500)
10: Babes in the wood
11: Blue thunder (Galaxie 500)
12: Lost in space (Luna)
13: Tugboat (Galaxie 500)

14: Happy & free (Z)
15: Fourth of July (Galaxie 500) (Z)
16: Ceremony (Galaxie 500 / Joy Division bzw. New Order Cover) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Dean Wareham, Indietracks, 26.07.14
- Dean Wareham, Paris, 07.12.13
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Minehead, 11.12.10

Tourtermine:

30.07.: Privatclub, Berlin 
31.07.: Off Festival, Katowice 
02.08.: Lokalhelden, Augsburg 
06.08.: Club Barby, Tel Aviv ABGESAGT

Mehr Fotos später!

 


Sonntag, 27. Juli 2014

Dean Wareham, Indietracks, 26.07.14

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Konzert: Dean Wareham
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks Festival)
Datum: 26.07.2014
Dauer: gut 60 min



Dean Wareham passt nicht recht ins Lineup des Indietracks Festivals. Die Musik, die er mit seinen Bands Galaxie 500, Luna, Dean & Britta und seit vergangenen Jahr unter seinem Namen veröffentlicht hat, ist für mich schwer in Gernebegriffe zu packen, in der Twee-Pop, Indie-Pop-Welt des Indietracks hätte ich den in LA lebenden Künstler nicht erwartet. Umso toller, daß mein liebstes Festival auch meine Lieblingsmusiker präsentierte! Natürlich hatte ich mein Ticket da schon seit Wochen...

Dean Wareham hat im vergangenen Jahr eine EP, in diesem Frühjahr eine Soloplatte veröffentlicht, seine ersten Solo-Alben 25 Jahre nach dem Debüt der ersten Galaxie 500 Platte (nach dem Ende von Galaxie 500 erschien zwar eine EP unter seinem Namen, die allerdings schon als Luna-Vorläufer gilt). Nachdem Dean Wareham eine Weile mit "Dean Wareham plays Galaxie 500" auf Tour war (und da wundervolle Konzerte z.B. beim Primavera Festival oder beim Bowlie 2 spielte) folgten Ende letzten Jahres drei erste Europa-Konzerte mit dem Solo-Programm - und einem Karriereüberblick, wie das wohl im Musikjournalismus heißt. In Paris spielte er im Dezember Luna, Galaxie 500, vor allem aber Solo-Songs.


Headliner des Indietracks-Samstags war Gruff Rhys, der auf der Outdoor-Bühne die Geschichte eines walisischen Entdeckers erzählte, der nach einem verschollenen Indianerstamm suchte, der walisischen Ursprungs war (fragt nicht...). Auch wenn das erstaunlich gut ankam, wäre Dean Wareham sicher die bessere Wahl für den letzten Spot auf der Hauptbühne gewesen. Der gebürtige Neuseeländer spielte in der Werkstatthalle, die bisher meist durch miese Akustik geglänzt hatte. Mir war das einigermaßen egal, Dienstag werde ich ihn in Köln sehen, da wäre schlechter Klang heute nicht so tragisch. Da zwischen den Bands in der Halle nur zwanzig Minuten Umbaupause eingeplant sind, rechnete ich mit Krach. Um kurz nach acht kamen die vier Musiker - Dean & Britta, Gitarrist Raymond Richards und ein Schlagzeuger, dessen Namen ich nicht verstanden habe - auf die Bühne und begannen mit Emanzipated hearts von Deans EP (dem Lied mit dem Weihnachtssong-Sample).

Es klang wundervoll! 

When will you come home vom zweiten Galaxie 500 Album (On fire), mein aktuelles Lieblings-Solostück The dancer disappears ("bring back the magic") und Holding pattern, danach nicht ganz zur Hitze in der Halle passend (Dean: "ich habe noch nie auf einer so heißen Bühne gespielt. Und ich bin alt und bin rumgekommen") Snowstorm (ebenfalls von On fire) und Love is not a roof gainst the rain von der Soloplatte. Bis dahin schön und gut. Nein, sehr schön und sehr gut. 

Danach klickte aber ein Schalter um und das Konzert wurde weltbewegend gut!


Decomposing trees ("a song about LSD" - in seiner Biografie beschreibt Dean einen Ausflug mit Freunden unter allerlei Drogen, bei dem er in einem Wald auf seine matschigen Schuhe guckt - Shoegazer eben - und feststellt, daß der Matsch aus decomposing trees besteht) war atemberaubend gut! Damit hörte es aber nicht auf... Strange ("a song about LSD") direkt im Anschluß war besser als alles, was ich seit sehr langer Zeit live gesehen habe. Ich glaube, daß es auch dem "nur neugierigen" Teil des Publikums so ging, daß in dieser Konzertphase die Stimmung von gut zu euphorisiert kippte. Der Applaus wurde immer stärker, die Gesichter der alten Fans glücklich-entstellter. Blue thunder half dagegen auch keine Spur! Alle drei Stücke waren brillant, klangen glasklar und passten plötzlich doch ganz wunderbar zu all den Indiepop-Kids.


Babes in the wood vom neuen Album - nicht so lang wie auf Platte - unterbrach die Galaxie 500 Phase kurz. Die letzten beiden Lieder kamen wieder von meinen Lieblingen. Zunächst Tugboat, das eine Stunde später auf der gleichen Bühne bereits Joanna Gruesome gecovert hatten - mit Gastauftritt von Dean Wareham! - der Bericht dazu folgt. Und zum Abschluß Fourth of July, einer der anderen Gassenhauer seiner 1991 aufgelösten Band.

Der Applaus hinterher war außergewöhnlich intensiv. Die Booker des Festivals hatten offenbar sehr viel besser gewußt, was zum Festival passt. Das Konzert war trotz der blöden Indoor-Halle fantastisch und noch einmal um Längen besser als das, das ich im Dezember in Paris gesehen habe. Und schön an der Geschichte ist, daß Dienstag* gleich wieder Deantag ist!

Setlist Dean Wareham, Indietracks Festival, Ripley:

01: Emancipated hearts
02: When will you come home (Galaxie 500)
03: The dancer disappears
04: Holding pattern
05: Snowstorm (Galaxie 500)
06: Love is not a roof against the rain
07: Decomposing trees (Galaxie 500)
08: Strange (Galaxie 500)
09: Blue thunder (Galaxie 500)
10: Babes in the wood
11: Tugboat (Galaxie 500)
12: Fourth of July (Galaxie 500) 

Tourtermine:

29.07.: Gebäude 9, Köln 
30.07.: Privatclub, Berlin 
31.07.: Off Festival, Katowice 
02.08.: Lokalhelden, Augsburg 
06.08.: Club Barby, Tel Aviv

Links:

- aus unserem Archiv:
- Dean Wareham, Paris, 07.12.13
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Minehead, 11.12.10


* Entschuldigung für den bescheuerten Wortwitz, der jetzt kommt! Das liegt an der Euphorie nach dem Konzert!



Sonntag, 8. Dezember 2013

Dean Wareham, Paris, 07.12.13

3 Kommentare

Konzert: Dean Wareham
Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 07.12.2013
Dauer: Dean Wareham gut 70 min, Papercuts knapp 35 min
Zuschauer: 170 bis 200 



Wenn ich gefragt würde - ich werde aber leider nie danach gefragt - welche fünf Bands die wichtigsten meines Lebens wären, Galaxie 500 wäre immer dabei. Das Trio aus Boston, das sich 1990 nach drei Platten in drei Jahren schrecklich früh auflöste (altes Problem: eine Band, die aus einem Paar - Naomi Yang und Damon Krukowski - und einem weiteren Musiker - Dean Wareham - besteht, kann langfristig nicht funktionieren), hat diesen Liebling-Job bei mir seit den ersten Liedern, die ich von ihnen Ende der 80er Jahren gehört hatte, sicher. Im Gegensatz zu fast allen anderen Lieblingsbands hatte ich Galaxie 500 damals live gesehen (auf der Loreley beim Bizarre Festival), ich erinnere mich aber leider nicht mehr an dieses Konzert.


2010 beim von Belle & Sebastian veranstalteten Bowlie 2 stand der Frontmann, der die Jahre nach dem Split mit seiner neuen Band Luna zugebracht hatte, als "Dean Wareham plays Galaxie 500" im Programm. Ich war im Vorfeld skeptisch, nach ein paar Takten Flowers aber noch einmal neu verliebt und hatte mich nicht nur nach diesem Konzert gefragt, warum Galaxie 500 nicht den gleichen Stellenwert wie Gruppen wie  Nirvana haben. Und mir die Antwort gleich selbst gegeben: weil die Musikwelt enorm ungerecht ist - und weil Marketing offenbar nie Dean Warehams Stärke war. 

Vor einiger Zeit wurde Solomaterial des gebürtigen Neuseeländers Wareham angekündigt. Obwohl der Sänger seit 25 Jahren unzählige Platten (zuletzt als Dean & Britta mit seiner Frau und Ex-Luna-Bassistin Britta Phillips) veröffentlicht hat, sind die im September erschienene Single Love is colder than death und die nachfolgende EP Emanzipated hearts erstaunlicherweise die ersten Veröffentlichungen von Dean Wareham. 


Love is colder than death war für mich Liebe auf den ersten Blick. Das Lied ist schlicht grandios. Auch die anderen Stücke der EP überzeugen vollkommen, die Vorabsingle steht aber über allem.

Als Dean Wareham eine kurze Europatour ankündigte und keine Deutschland-Termine dabei waren, war eines der beiden Londoner Konzerte meine erste Wahl. Am Tag des Konzerts musste ich die Pläne kurzfristig ändern und stattdessen auf Paris umbuchen. Auch die Musiker hatten Probleme, in die St Pancras Old Church zu kommen, am Nachmittag twitterte Britta aus einem Zug, daß sie Hilfe benötigten, um es zum Konzert zu schaffen, weil der Zug bei Manchester sturmbedingt stillstehe. Die Band schaffte es nach London - und ich nach Paris in den Point Ephémère, einen kleinen Laden am Kanalufer, der vielleicht 250 Zuschauer fasst, leider aber nicht ausverkauft war.


Um halb neun begann das Vorprogramm zunächst mit drei Sololiedern des Supports Papercuts. Jason Robert Quever aus San Francisco, der sich hinter diesem Namen verbirgt, hat mit Dean Wareham als Produzent bei dessen Solodebüt gearbeitet. Die drei akustischen Lieder am Beginn gefielen mir gut, mit den beiden zusätzlichen Musikern Anthony LaMarca am Schlagzeug und Britta Phillips am Bass und einer elektrischen statt der akustischen Gitarre wurde es sehr gut. Ein tolles Vorprogramm, das perfekt zum Sound der "Hauptgruppe" passte!

Um halb zehn begann dann deren Part, mit Dean (Gitarre), Britta (Bass), Anthony (Schlagzeug) und Jason (Keyboard). Und es begann gleich mit den fabelhaften Love is colder than death. Eigentlich eine Verschwendung, einen solchen Hit gleich an den Anfang zu stellen. Aber da nur Hits folgten, störte das nicht weiter.

Die erste Phase gehörte den Solostücken. Die Band spielte zu Beginn auch The longest bridges in the world, The deadliest day since the invasion began und Emanzipated hearts (mit dem kurzen Weihnachtslied-Sample wie auf Platte). Das dazwischen gestreute When will you come home von On fire machte aber früh klar, daß das, was Dean Wareham auf Facebook angekündigt hatte ("playing the new EP and older tunes too") natürlich ernst gemeint war. Ich hatte auf eine "Werksschau" gehofft, auf Lieder aus allen Karrierephasen. 

Die zweite Konzertphase war dann genau das. Lieder von Galaxie 500, deren ersten Takte vom sehr andächtigen Publikum bereits gefeiert wurden und Moon palace und Lost in space von Luna (beide von Penthouse) wechselten sich ab. Dazwischen spielte das Quartett mit Air noch ein letztes Lied der EP. Air ist ein Cover der Incredible String Band (Dean: "even hippies can write good music").  


Auch wenn Love is colder... oder The longest bridges... oder The deadliest day... grandios waren und für sich wundervolle Lieder sind, standen sie in meinem Fan-Ohr im Schatten der Galaxie 500 Evergreens. Strange, Temperature's rising oder Tugboat gehören zu meinem persönlichen Weltkulturerbe und jedes von ihnen hatte die Fahrt nach Paris gerechtfertigt. Endlich Luna-Lieder live zu hören, war ein wundervoller Bonus zu einem ohnehin schon großartigen Abend! Mit Moon palace und Lost in space war ich auch sehr glücklich und ohne den anderen Luna-Mitgliedern zu nahe zu treten zu wollen, galt auch hier das gleiche wie im Fall von Galaxie 500. Auch solo oder mit "Ersatzband" funktionieren diese Stücke alleine durch Deans Stimme und Gitarre perfekt!

Anfang des Jahres erscheint das Solodebüt des Sängers, die neun Songs dafür sind fertig. 2014 wird eine Europatour folgen. Dabei werden die neuen Lieder sicher deutlich mehr im Vordergrund stehen. Aber es werden genauso sicher großartige Abende werden! Und wenn als Sahnehäubchen immer ein paar ältere Perlen dabei sind (dann vielleicht auch von Dean & Britta), umso besser!


Die beiden neben Fourth of July wohl bekannsteten Galaxie 500 Lieder Blue thunder (bei dem ich das Gefühl hatte, daß Dean einige wenige der ganz hohen Töne ausließ) und Tugboat beschlossen das reguläre Set. Als Zugabe folgte mit Ride into the sun eine Verneigung gegenüber Lou Reed, den Dean extrem schätzte. Das beste der drei Cover des Abends folgte aber danach und sorgte mit den ersten Bass-Tönen schon für Verzückung. Ceremony, der Joy Division Song, der erst von New Order nach Ian Curtis' Tod veröffentlicht wurde, ist auch in der Galaxie 500 Version atemberaubend. Vielleicht war Dean die Idee, das Lied ins Set aufzunehmen, beim unfreiwilligen Bahnstopp gekommen, gestrandet waren die Musiker nämlich in Macclesfield, dem Ort, an dem Ian Curtis starb und beigesetzt ist.

Ein Abend rund um viele musikalische Helden. Und einer, der mich glücklich macht, was für ein gutes Händchen ich doch bei der Wahl meiner Lieblingsbands bewiesen habe, egal, ob mich jetzt jemand nach denen fragt oder nicht.

Setlist Dean Wareham, Point Ephémère, Paris:

01: Love is colder than death
02: The longest bridges in the world
03: When will you come home (Galaxie 500)
04: The deadliest day since the invasion began
05: Emancipated hearts
06: Temperature's rising (Galaxie 500)
07: Strange (Galaxie 500)
08: Air
09: Moon palace (Luna)
10: Lost in Space (Luna)
11: Blue thunder (Galaxie 500)
12: Tugboat (Galaxie 500)

13: Ride into the sun (Lou Reed Cover) (Z)
14: Ceremony (Galaxie 500) (Joy Division / New Order Cover) (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Minehead, 11.12.10



Sonntag, 29. Mai 2011

Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2011
Zuschauer: vielleicht 4.000 (proppenvoll)
Dauer: gut 55 min


Galaxie 500 Lieder, eine wolkenlose, warme Nacht, klarer Sound, Blick aufs Mittelmeer... so machen Festivals Spaß! Dean Wareham spielte auch beim Primavera Festival Stücke seiner alten Band Galaxie 500. Und obwohl ich ein ähnliches Programm schon gesehen hatte, war die Entscheidung, auch heute noch einmal Blue thunder, Flowers, Ceremony oder Fourth of July zu sehen, genau richtig! Nicht hip aber richtig!

Im Falle von Dean Wareham war das Entscheidungsproblem ein besonders kniffliges. PJ Harvey spielte Samstagabend auf der San Miguel Hauptbühne. Das
Konzert überschnitt sich mich Mercury Rev im Auditori und Dean Wareham, die nacheinander spielten. Also entweder ein Auftritt, der mich sehr stark lockte, oder zwei Konzerte, die beide enttäuschend sein könnten. Mercury Rev machte den Unterschied. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seine Deserter's Songs Aufführung in der fabelhaften Umgebung des Konzertsaals zu sehen. Außerdem spielt PJ Harvey demnächst zweimal in erreichbarer Nähe, also war das Motto zwei statt eins.

Galaxie 500 gehörte immer zum ganz engen Kreis meiner Lieblingsbands. Vor vielen Jahren hatte ich die Band in ihrer ursprünglichen Besetzung auch einmal gesehen, bis zum zweiten Konzert sollte es aber bis 2010 dauern. Seit einiger Zeit spielt Galaxie 500 Frontmann Dean Wareham nämlich das Programm seiner Band mit neuer
Besetzung, vor allem mit seiner Frau Britta Phillips, mit der er auch als Dean & Britta unterwegs ist. Wir hatten am Nachmittag bereits ein Minikonzert von Dean & Britta gesehen, in dem sie im Ray Ban Werbezelt drei ihrer Indiepop Stücke und Snowstorm von Galaxie 500 gespielt hatten, der Abend gehörte dann ausschließlich Galaxie 500.

Die Szenerie war toll! Barca hatte gerade die Champions League gewonnen, trotzdem waren massenhaft Leute zur ATP Stage gekommen, die in Dünen und sehr nah am Meer liegt und von Steintribünen begrenzt wird. Dean und Frau Britta hatten einen weiteren Gitarristen und einen Schlagzeuger dabei.

Sicher ist
diese Hilfsbesetzung nicht Galaxie Fire. Aber auch wenn Morrissey Smiths Lieder singt, bleiben es doch Smiths Lieder, auch wenn die ehemaligen Kollegen fehlen. Nur eben ein wenig anders. Der Unterschied zwischen Dean Wareham plays... und dem Original dagegen ist ehrlich gesagt für mich kaum spürbar. Das ist aber auch erst ein Rechtfertigungsversuch, der mit jetzt in den Sinn kommt, am Abend des Konzerts war das piepegal, da wurden Galaxie 500 Lieder gespielt.

Und die Stücke haben nichts an ihrem Charme eingebüßt! Es dauerte nur eine knappe Stunde, in der Zeit spielten die vier Musiker um Sänger Dean elf Hits, ohne einen Hänger, ohne eine langweilige Phase, so etwas wie der FC Barcelona musikalisch: mindestens an diesem Abend nicht und von niemandem besser zu machen.

Dean & Freunde spielten das beste der drei Alben der Band und zum Abschluß das New Order bzw. Joy Division Cover Ceremony. Das Konzert war ein Hauptgewinn des Festivals!


Setlist Dean Wareham plays Galaxie 500, Primavera Festival, Barcelona:

01: Flowers
02: Temperature's rising
03: Snowstorm
04: When will you come home?
05: Strange
06: Summertime
07: Don't let our youth go to waste
08: Blue thunder
09: Fourth of July 
10: Tugboat 
11: Ceremony

Links:

- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.10

Sonntag, 20. Februar 2011

Dean Wareham plays Galaxie 500 & Tu Fawning & Ringo Deathstarr

4 Kommentare

Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500 & Tu Fawning & Ringo Deathstarr (La Route du Rock Sessions)

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 19.02.11
Zuschauer: viele, aber wohl nicht ausverkauft
Konzertdauer: Galaxie 500 gut eine Stunde, die anderen beiden Bands etwas kürzer


Erkenntnisse, Eindrücke, Beobachtungen , Fakten zu den Konzerten:

- Dean Wareham sieht irgendwie aus wie Ex- Tenniscrack Mats Wilander. Der alte Wilander wohlgemerkt. Also immer noch sehr gut.

- Und Britta wie Barbara Schöneberger. Wie Barbara Schöneberger in klug, ohne das Honigkuchenpferd-Grinsen.

- Britta singt wie Hope Sandoval von Mazzy Star. Finde ich zumindest. Toll!

- Galaxie 500 klingen nach Velvet Undergound. Lou Reed könnte ihre Lieder singen.

- Dean Wareham wirkte so müde und undynamisch. Ist der immer so? Verträumt? Auf Valium?

- Etienne Greib, Journalist des hervorragenden Printmusikmagazins Magic verlässt das Konzert von Galaxie 500 enttäuscht nach 20 Minuten. Ich glaube er ist eigentlich Fan. Das riecht nach Verriss.

- Dorothée, die Sängerin von The Rodeo, kennt Galaxie 500 überhaupt nicht und geht schon vorher.

- Aurélia, ihre ehemalige Gesangespartnerin bei Hopper und nun bei Game and Watch aktiv, kennt Galaxie 500 ebenfalls nicht.

- Auch Lucy, Mitglied der französischen Band Arch Woodmann, hat noch nie zuvor von Galaxie 500 gehört.

- Musiker haben keine Ahnung von Musik. Zumindest nicht von der von anderen Bands. Die sollten regelmäßig das Konzerttagebuch lesen, dann wüßten sie Bescheid.
- Ceremony, das Cover nach New Order (bzw. Joy Division) kriegen Dean und Britta super hin. Wow! Ich hörte Cermony heute zum dritten Mal live (vorher: Peter Hook & Section 25, Bad Lieutenant (Barney Sumner).

- Britta hat einen festen, knackigen Po in ihrer engen Jeans. Nur mal so am Rande.

- Wie waren Galaxie 500 also nun? Die einen sagen so, die anderen so. Gemischte Reaktionen. Was sagt Oliver Peel?: Gut, aber nicht überragend. Irgendwie zu routiniert runtergespielt. In Saint Malo bei der richtigen Route du Rock sollen sie kürzlich hervorragend gewesen sein, sagen Insider. Vielleicht haben sie zu viel gefeiert?

Setlist Dean Wareham plays Galaxie 500, La Flèche d'or, Paris:

01: Flowers
02: Pictures
03: Temperature's Rising
04: When Will You Come Home
05: Snowstorm
06: Decomposing Trees
07: Strange
08: Summertime
09: Don't Let Our Youth Go To Waste
10: Blue Thunder
11: Listen, The Snow Is Falling
12: Fourth Of July

13: IKIWM
14: Ceremony (Joy Divison, New Order)

- Tu Fawning gefallen den Zuschauern am Besten. Viele kaufen ihr Album Hearts On Hold auf Vinyl. Auch Florent, der Betreiber des Forums von Chokebore.net und Troy von Balthazar.net. Er äußert sich begeistert.

- Auch Lucie von Arch Woodman hat das Vinyl-Album von Tu Fawning gekauft

- Aurélie, ex-Hopper und nun Game and Watch trägt ebenfalls die Platte der Band nach Hause, sie allerdings die Session Ep.

- Tu Fawning sind vier Musiker, sie kommen aus Portland, Oregan, wie so viele andere. Gilt als liberalste Stadt Amerikas. Also was für Neo-Hippies. Musiker mögen George W. Bush (das ist der, wo sich an einer Brezel verschluckt hatte) nicht, you know? Gut, das weiß jeder. Ist ja auch verständlich. Ringo Deathstarr kommen ihrerseits aus Texas, aber der Texaner George W. Bush war (ist) für sie bestimmt auch ein rotes Tuch.

- An der Spitze von Tu Fawning steht Joe Haege von 31knots.

- Mich interessieren aber eher die Frauen in der Band. Die Keyboarderin hat einen süßen schwarzen Zopf. Sie spielt auch Geige, hält diese aber manchmal sehr seltsam. Wie ein Metaller der Luftgitarre spielt. Ist sie also Luftgeigerin?

Die zweite Frau ist Corrina Repp, eine Blondine mit PJ Havey Stimme.

- Tu Fawning sind stilistisch nicht leicht einzuordnen. Ihr Plattenschrank muss riesig sein, die Einflüsse kommen von überall her. Plattentets.de nennt:

White Magic; 90 Day Men; The Paper Chase; Espers; PJ Harvey; Soap & Skin; Samara Lubelski; Elizabeth Anka Vajagic; Diamanda Galas; The Creatures; Animal Collective; Akron/Family; The Acorn; CocoRosie; Maps & Atlases; Joan Of Arc; Beach House; Shannon Wright; Milenasong; Scarlatti Tilt; Wendy McNeil; Silje Nes; Valleys; 31Knots; Corinna Repp; Tom Waits; Nick Cave & the Bad Seeds; Element Of Crime; Siouxsie And The Banshees; The Cranes; Dead Can Dance; Slowdive; Monster Movie; A Mountain Of One; Arms And Sleepers; Mothlite; Sunset Rubdown; Talk Talk; The Flaming Lips; Destroyer; Arcade Fire; Interpol; Menomena; Islands; Tapes 'N Tapes; Mercury Rev; Lambchop; Elbow; The Beta Band

Reicht das zur Einordnung? Nennen wir es es einfach Dark-Ambient-Shoegaze-Folk. Oder so.

- Tu Fawning haben tausende Ideen, sind manchmal aber ein wenig anstrengend. Sie wollen unbedingt zeigen, wieviel sie künstlerisch drauf haben. Dauernd werden die Instrumente gewechselt, fast jeder darf mal Schlagzeug spielen, auch Corinna Repp. Angeberei. Aber machen ja jetzt alle Bands, um mit ihrer Vielseitigkeit zu prahlen. Musikjournalisten stehen auf so was.

- Tu Fawning klingen durchweg düster, mysteriös und verhuscht. Singt Corinna Hepp nicht auch ein wenig wie Anna Calvi? Nun ja, vielleicht nicht ganz so theatralisch.

- Der Trompeter rast in der Mitte des Sets in die Menge und spielt zwischen den verdutzten Zuschauern weiter.

- Ich brauche das Album von Tu Fawning nicht. Meine Katze mag sowieso lieber Metallica.

- Das Album von Ringo Deathstarr wiederum habe ich gekauft, ohne die Band live auf der Bühne erlebt zu haben. Bin wieder mal zu spät angeschissen gekommen.

- Mein Freund Pascal hat gesagt, ich solle das Album von Ringo Deathstarr kaufen. Sei feinster Shoegaze im Stile von My Bloody Valentine. Pascal hat 10 000 (!) Cds und genauso viele Platten, der weiß wovon er spricht!

- Ringo Deathstarr spielen bald in ihrer Heimat Texas beim SXSW. Sie fragen mich, ob ich auch komme. Schön wär's...

- Die französische Sängerin und Pianistin Cyann (Foto) war auch da. Sie macht solo weiter, nachdem sie Mitglied der sensationellen französischen Dream Pop-Band Cyann & Ben war.

- Ich kriege immer weiche Knie, wenn ich mit Cyann rede, weil ich solch ein riesiger Fan bin.

- Cyann hat herzerweichend gestrahlt, als ich vor allen Leuten sagte, sie sei einer der besten französischen Sängerinnen aller Zeiten. Aber es stimmt! Hört selbst.

Setlist Tu Fawning, La Flèche d'or, Paris:

01: Diamond In The Forest
02: Out Like Bats
03: Sad Story
04: Just Too Much
05: I Know You Know
06: In Silence, We Reached The Palisades
07: The Felt Sense
Ausgewählte Konzerttermine von Tu Fawning:

28.02.2011 München (DE), Feierwerk
01.03.2011 Heidelberg (DE), Karlstorbahnhof
02.03.2011 Nürnberg (DE), MUZ

03.03.2011 Schorndorf (DE), Manufaktur
04.03.2011 Hamburg (DE), Hafenklang
05.03.2011 Berlin (DE), Comet Club
07.03.2011 Amsterdam (NL), Paradiso
08.03.2011 Duisburg (DE), Steinbruch
09.03.2011 Brussels (BE), Maison Des Musiques
10.03.2011 London (UK), Camp Basement
11.03.2011 Offenbach (DE) Hafen 2
12.03.2011 Leipzig (DE), UT Connewitz
Fotos in Kürze!

Aus unserem Archiv:

Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.2010

- Champions League Blogger Klienicum zu Tu Fawning, klick!


Tu Fawning - I Know You Now (Official Video) from City Slang on Vimeo.




Dienstag, 14. Dezember 2010

Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: 45 min


Galaxie 500 haben mich musikalisch über die drögen späten 80er und frühen 90er Jahre hinweg gerettet. Der Stil der Band war damals für mich neu und faszinierend. Daß das irgendwann Dream pop heißen würde, wußte ich damals noch nicht, vermutlich hätte der Begriff mich wegen Assoziationen zu Einhörner und Wasserfallbildern abgeschreckt. Welch ein Glück, daß ich das vorher nicht mitbekommen hatte, mir wären drei grandiose Platten entgangen.

Galaxie 500 waren eine der Wunschbands von Stuart Murdoch. Jedes Belle & Sebastian Mitglied durfte fünf Gruppen wählen, die am Wochenende auftreten sollten. Eine der Wunschbands des Sängers waren die nach einem Ford-Modell benannten Amerikaner. Galaxie 500 in der damaligen Besetzung waren aber nicht realisierbar, ich kenne die genauen Gründe der Trennung nicht, daher weiß ich auch nicht, was gegen ein Comeback sprach. Alternativ wurde Sänger Dean Wareham eingeladen, die Musik seiner Band zu spielen.

Deans Stimme und diese wundervollen Gitarren hatten mich sofort wieder. Warum
höre ich eigentlich nicht jeden Tag Galaxie 500? Warum wird Nirvana immer noch überall als die Band unserer Generation gefeiert und nicht Galaxie 500?

Dean Wareham hatte drei andere Musiker mitgebracht, um die ich mich aber nicht weiter gekümmert habe. Neben ihm ein zweiter Gitarrist und eine Bassistin, dahinter
ein Schlagzeuger. Alle machten ihre Sache sehr ordentlich, Knackpunkt war aber natürlich der Frontmann, dessen perfekte Stimme aus "Dean Wareham plays Galaxie 500" schnell nur noch "Galaxie 500" machte.

Mein Gott, war das toll, noch einmal die grandiosen Songs dieser aufregenden Band in solch unpeinlicher, frischer und würdevollen Form zu erleben. Es gab überhaupt keinen kleinen Makel, es war perfekt. Auch der Sound in dem sicher schwer zu beschallenden Raum spielte mit und versaute es nicht.
Dean Wareham und Band spielten einen Querschnitt aus den beiden ersten Alben Today und On fire, u.a. das Joy Division Cover Ceremony. Ich hätte gerne viel mehr gehört...

Irgendwann sagte der Amerikaner, daß jetzt erstmal einige Lieder seiner alten Band
gespielt worden seien und das nächste Stück von der Bassistin gesungen würde. Bis dahin hatte ich nicht kapiert, daß Britta Phillips am Bass stand. Also kamen wir auch noch in den Genuß eines Dean & Britta Titels vom aktuellen Album 13 Most Beautiful: Songs for Andy Warhol's Screen Tests. Das war eigentlich nicht nötig, es war aber trotzdem ein Sahnehäubchen auf einem vorzüglichen Konzert.
 
Setlist Galaxie 500, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Flowers
02: Snowstorm 
03: Strange
04: Blue thunder
05: When will you come home
06: Tugboat 
07: Don't let our youth go to waste
08: I'll keep it with mine (Dean & Britta)
09: Ceremony

 

Konzerttagebuch © 2010

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