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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Belle & Sebastian, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Belle & Sebastian
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: ca. 105 min


Als ich am Morgen mit irgendeinem Kaffee-Milch-Zeugs auf der Terrasse der Bar Rosso saß und versuchte, online zu gehen, begann im Hintergrund der Soundcheck von Belle & Sebastian. Drei- oder viermal hörte ich so am späten Vormittag schon Judy and the dream of horses, sicher nicht die schlechteste Art, einen Festivaltag zu beginnen.

Butlins Minehead ist eine Ferienanlage in der Grafschaft Somerset im Süden Englands. Der Komplex liegt direkt am Meer, mit Blick auf Wales. Der Ort selbst machte einen sehr netten Eindruck, Zeit, mehr als den großen Supermarkt und die Hauptstraße anzusehen, blieb aber wegen des hervorragenden Programms des Festivals nicht. Der Ferienkomplex besteht aus vielerlei verschiedenen Unterkünften, Holzhütten, zweistöckigen Häusern und einer Menge langer, flacher Häuser, die von Arbeitersiedlungen in Nordengland von vor 100 Jahren inspiriert zu sein schienen. Diese Häuser hatten Straßennamen, die ihnen einen Hauch zusätzlicher Exotik verschafften wie Flamingo Drive etc.

Zwischen den Unterkünften liegen die Attraktionen; ein Wasserpark, Kletterkrams, Minigolf, Fußballplätze, ein Bob der Baumeister Bereich... Für uns war allerdings nur der zentral gelegene Pavilion interessant, dessen Zeltdachkonstruktion man schon von weitem sah. Dieser Pavillon ist ein kreuzförmiges Gebäude, das an eine dieser kleinen innerstädtischen Einkaufspassagen erinnert. An den Seiten liegen einige Restaurants, Kneipen und Läden, vor allem aber Spielhöllen, Billard- und Kegelanlagen. An einem Ende des Kreuzes geht es im ersten Stock zur Center Stage, der mittelgroßen Raum, die wirkliche Hauptbühne befindet sich aber im Foyer des Pavilion.

Natürlich war jeder zu diesem Konzert gekommen (bis auf die Los Campesinos! Mitglieder, die regelmäßig twitterten, was sie gerade im Fernsehen anguckten). Trotzdem war das Foyer so groß, daß es nicht eklig überlaufen war.

Es war mein drittes Belle & Sebastian Konzert 2010, es fehlte also ein wenig der Reiz des Neuen, es war mehr, als esse man ein Lieblingsessen anstatt etwas Unbekanntes und Köstliches zu entdecken.

In der Setlist steckten nicht viele Überraschungen, eine davon hatte ich schon beim Soundcheck gehört, A century of fakers. Später folgten mit
Dirty dream # 2 und Lazy line painter Jane zwei weitere, über die ich mich extrem freute. Ansonsten war es die gewohnte Mischung aus den Hits der neuen Platte und einem Querschnitt aus den früheren Platten. Am Mittag hatte Stuart Murdoch aus seinem ersten Buch gelesen und dabei in der anschließenden Fragerunde auf eine Frage danach, was dahinter steckte, daß bei einem der letzten Konzerte I fought in a war das erste und Me and the major das letzte Lied war, geantwortet, daß wir uns eines merken sollten: Bands machten nie irgendetwas bewußt. Alles, was irgendwie nach versteckten Botschaften aussehe, sei Zufall. So komplex denke keine Band. Auf die Nachfrage, wie denn die Setlisten entsänden, antwortete der Sänger, er entscheide das spontan ausschließlich nach Lust und Laune. Bei manchen Stücken wisse die Band zwar, daß sie besonders gut klappten, daher seien sie immer dabei, den Rest entscheide er aber spontan. Die Fragestunde nach seiner Lesung war übrigens einer der vielen großen Höhepunkte des Wochenendes. Geleitet wurde sie von Dougie Anderson, der schon die Belle & Sebastian TV Show moderiert hatte. Hier hatte der Filmer zwar eigentlich nichts außer "nächste Frage bitte" zu sagen, machte daraus aber eine große und urkomische Show. "Die erste Frage stammt von dem Gentleman in der ersten Reihe. Für die, die ihn nicht sehen können: er trägt eine dunkle, elegante Hose und einen... was ist das? Ein Cardigan oder ein V-Ausschnitt-Pullover? Ah, ok, ein Pullover. Sehr schön! Ihre Frage bitte?!"

Aber zurück zum Konzert: das war natürlich großartig, wie soll es auch anders gewesen sein?! Mir fehlten zwar ausnahmslos alle Lieblingslieder, ich bekam keine Medaille fürs Tanzen auf der Bühne (was ich selbstverständlich auch gelassen habe!), aber ich war genauso glücklich wie alle anderen. Das waren schließlich Belle & Sebastian!

Aber eines war dann doch besonders besonders. Als die Gruppe zu Lazy Line Painter Jane, der ersten Zugabe, zurückkam, begann das Lied ganz normal. Zur zweiten Strophe tanzte aber Linnea Jönsson, die Those Dancing Days Sängerin, auf die Bühne und legte ein herzerweichendes Duett mit Stuart Murdoch hin, ganz und gar wundervoll! Ob Belle & Sebastian meine Lieblingslieder spielen oder nicht, macht keinen Unterschied, ihre Konzerte sind immer großartig!

Setlist Belle & Sebastian:

01: I didn’t see it coming
02: I’m a cuckoo
03: Step into my office baby
04: A century of fakers
05: I’m not living in the real world
06: If you’re feeling sinister
07: I want the world to stop
08: Lord Anthony
09: Sukie in the graveyard
10: Stars of track and field
11: Write about love
12: Dirty dream # 2
13: The boy with the arab strap
14: If you find yourself caught in love
15: Judy and the dream of horses
16: Sleep the clock around

17: Lazy line painter Jane (Z)
18: Get me away from here I’m dying (Z)

Links:

- Belle and Sebastian, Williamsburg, 30.09.10
- Belle and Sebastian, Latitude Festival, 17.07.10



Dienstag, 21. Dezember 2010

Saint Etienne, Bowlie, 10.12.10

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Konzert: Saint Etienne
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2 (präsentiert von ATP und Belle & Sebastian)
Datum: 10.12.2010
Dauer: 45 min


Wie schmal der Grat zwischen toll und fies doch oft ist, mußte ich am ersten Bowlie-Tag leidvoll erfahren. Als Saint Etienne gemeinsam mit Camera Obscura spät noch bestätigt wurden, war mein Traumlineup so gut wie beisammen. Saint Etienne, wie toll! Ein wenig hatte ich damit spekuliert, daß die Indiedance-Band Teil des Belle and Sebastian Wochenendes sein würde, als ich im September irgendein britisches Indie-Revolverblatt durchgesehen hatte, war da nämlich auf einer Seite eine Bowlie Anzeige und auf der nächsten ein Hinweis auf eine kurze England-Tour von Saint Etienne unmittelbar im Anschluß.

Im vergangenen Jahr hatte ich Saint Etienne in Berlin gesehen und war sehr angetan. Die Engländer waren so, wie ich sie mir gewünscht hatte, sie schafften es, ihre Musik auch live hervorragend umzusetzen. Dazu kam mit Sarah Cracknell eine grazile, sehr elegante Erscheinung am Mikro, an der mich noch nicht einmal die alberne Federboa gestört hatte.

Diesmal war genau dieses elegante Wesen das Problem, sie war nämlich erst einmal gar nicht da. "Wir können noch nicht anfangen, weil die wichtigste Person noch fehlt. Sarah ist aus Oxford mit dem Auto unterwegs und stand im Stau, sie ist allerdings jeden Moment da," teilte ein Helfer mit, worauf aus dem Publikum ein herrlicher Kommentar von einer dunklen Männerstimme kam: "I know the words!" Der Saal lachte - noch.

Irgendwann kam Sarah, sie trug Boa und ein Glitzerkleid, allerdings endete der Glamour damit auch bereits. Die Sängerin wirkte von Beginn an fahrig, das Besondere des Berliner Konzerts fehlte vollkommen - und weil es so deutlich wurde, wie schwach die Performance war, schadete das der Musik selbst auch kräftig, ohne den Hingucker Sarah Cracknell und ihre Lässigkeit wurden die Lieder ziemlich brutal bloßgestellt. Gratwanderung zwischen coolem Indiedance und Eurodisco - und beim Bowlie schlug das Pendel in die falsche Richtung.

Leider wurde es bei Only love can break your heart besonders fies, Sarah vergaß nämlich den Text. "No idea, no idea", stammelte sie nur noch; es war schrecklich! "Not my day!" Natürlich kann das passieren, auch die Ankündigung, wegen des Staus (hatten andere Bands glücklicherweise nicht!) kürzer zu spielen, hätte sicher niemanden geärgert, wenn nicht Sarahs miese Performance gewesen wäre. So aber, nach Rückkopplungen, die mir den Rest gaben, war mir das Konzert schnell egal und ich - zwei Lieder später - glücklich, daß Saint Etienne nur 45 Minuten spielen würden.

"I know the words"... Vielleicht hätte man wirklich den Mann aus dem Publikum nehmen sollen, ach Unsinn, ganz sicher hätte man das machen sollen, es hätte den Unterhaltungswert massiv gesteigert.

Setlist Saint Etienne, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Who do you think you are
02: Spring
03: Girl VII
04: This is tomorrow
05: Nothing can stop us
06: You're in a bad way
07: Milk bottle symphony
08: Only love can break your heart
09: Like a motorway
10: Making out to DJ
11: She's on the phone




Montag, 20. Dezember 2010

Edwyn Collins, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Edwyn Collins
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: 48 min


Daß ich noch kurz vorher gar nicht sicher war, ob ich Edwyn Collins sehen würde oder meine Kräfte für eines der vielen anderen Konzerte des Abends schonen sollte, verstehe ich hinterher wirklich nicht mehr. Ich - der fast vollkommen resistent gegen gefühlsduselige Momente bei Konzerte ist - hätte das emotionalste und gleichzeitig beste Konzert des Wochenendes verpasst.

Wann ich zuletzt Musik von Edwyn Collins gehört hatte, weiß ich nicht mehr, es ist eine Weile her. Seine 2010er Platte Losing sleep kannte ich beispielsweise noch gar nicht.

Ich war also extrem gut vorbereitet...; das zeigte sich auch bei meinen erstaunten Blicken, als ich sah, daß Teenage Fanclub den Soundcheck vornahmen - ganz Teenage Fanclub. Als diese Schotten damit fertig waren und nach kurzem Verschwinden wiederkamen, kündigte Norman Blake "Mr. Edwyn Collins" an, der mit Stock als Gehhilfe auf die Bühne kam und sich auf eine Kiste setzte.

Edwyn Collins hatte 2005 zwei Schlaganfälle erlitten, die ihm fast komplett die Möglichkeit der Sprache nahmen. Er konnte nur noch drei Worte bzw. Sätze und den Namen seiner Frau sagen, er konnte nicht lesen und natürlich auch nicht singen.

In einer Therapie hat der Sänger sich diese Fähigkeiten zurückerobert und sogar wieder angefangen, Musik zu schreiben. Das erste Stück des Konzerts war eines dieser Lieder, die nach seiner Erkrankung entstanden sind, und es war wundervoll. Wenn Edwyn Collins singt, hört man kaum etwas von seiner Vorgeschichte. Ich habe dieses Jahr viele Sänger gehört, die eine schwankendere Stimme hatten! Wenn er spricht, ist er langsamer, so als suchte er manchmal Worte, beim Singen ist dies weg, der Schotte scheint hierin seine Medizin gefunden zu haben.

"I actually think I sing a lot better now than I did on the early Orange Juice singles. My voice was awful on some of those tracks. Awful!", zitiert ihn ein online-Artikel.

Von seiner alten Band spielte Edwyn Collins vieles, u.a. What presence, Falling and laughing oder
Rip it up. Im Zusammenspiel mit Teenage Fanclub klang das so, als spielten die Musiker in dieser Konstellation bereits seit Jahren gemeinsam. Ein fabelhaftes Konzert mit einem hochgradig sympathischen Sänger! Ich habe ein etwas ambivalentes Verhältnis dazu, Krankheiten oder besser deren Folgen explizit zu präsentieren. Natürlich bewundere ich Muhammad Alis Kampf gegen Parkinson, aber manches Mal bezweifele ich, ob seine Berater ihm mit dem ein oder anderen Auftritt einen Gefallen tun, es ist sicherlich eine Gratwanderung. Beim Auftritt von Edwyn Collins hatte ich diesen Gedanken nie. Das selige, manchmal verschmitzte Lächeln des Sängers sprach da eine deutliche Sprache! Ihm zuzusehen, war auf unpeinliche Weise bewegend und erzeugte ein Gefühl tiefer Anerkennung und Dankbarkeit.

Irgendwann, als ich schon hochbegeistert dem Konzert folgte, bat Edwyn Collins einen Gast auf die Bühne, Ryan Jarman, den Sänger der Cribs. Gemeinsam sangen Edwyn und Ryan What is my role?, das in der Form auch auf Losing sleep veröffentlicht worden ist. Was für ein Knüller!

Aber es gab an diesem Wochenende immer noch ein zusätzliches Sahnehäubchen, auch wenn man dachte, auf den Kakao passe keines mehr drauf. "Please welcome
Alex Kapranos and Nick McCarthy!" So standen dann also auch noch halb Franz Ferdinand mit auf der Bühne, um gemeinsam mit Edwyn Do it again zu spielen und zu singen.

Wir haben einige Male am Bowlie-Wochenende Witzchen gemacht, daß "würdevoll Altern" wohl das inoffizielle Motto der Veranstaltung ist. Das galt nicht nur fürs Altern, wie dieses wundervolle Konzert zeigte.


Setlist Edwyn Collins, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Losing sleep
02: Dying day (Orange Juice)
03: What presence!? (Orange Juice)
04: Make me feel again
05: Consolation prize (Orange Juice)
06: Falling and laughing (Orange Juice)
07: It dawns on me
08: What is my role? (mit Ryan Jarman)
09: Rip it up
10: Do it again (mit Alex Kapranos & Nick McCarthy)
11: A girl like you

Links:

- mehr Fotos von Edwyn Collins beim Bowlie




Dienstag, 14. Dezember 2010

Zoey Van Goey, Bowlie 2, 12.12.10

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Konzert: Zoey Van Goey
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 12.12.2010
Dauer: ca. 45 min


Sonntag, Mitternacht - nach einem langen Festival ist das der Auftritt, den man nicht mehr unbedingt sehen muß, sofern die Band nicht einen besonders großen Namen hat. Den haben Zoey Van Goey aus Glasgow noch nicht, gesetzt waren sie allerdings trotzdem, denn ich liebe ihre Debütplatte und wollte um nichts in der Welt die seltene Chance nutzen, Zoey Van Goey live zu sehen.

Zoey Van Goey sind nach einer New Yorker Street Art Künstlerin* benannt, die nach Deutschland kam, um da Wim Wenders zu groupieren. Ob diese Geschichte so stimmt, weiß ich nicht, ganz erfunden ist der Name allerdings nicht, denn in Niedersachsen lebt ein Herr Van Goey, der allerdings ganz offensichtlich nichts mit der Band zu tun hat. Zoey... besteht aus drei Mitgliedern: Kim Moore aus England, Matt Brennan aus Kanada und dem Iren Michael John McCarthy. Weil John Theaterautor ist, und mir die Vorstellung schwerfällt, daß Wim Wenders Groupies hat, könnte die Geschichte, von dem Amish-Mädchen, das über New York nach Berlin kommt, allerdings auch ein wenig erflunkert sein. So oder so ist der Bandname toll.

Die drei trafen sich aber in Glasgow, und ihre Musik klingt auch nach dieser Welthauptstadt des Indiepop. In ihrer jungen Bandgeschichte haben Zoey Van Goey bereits mit großen Namen zusammengearbeitet. Ihre Debütsingle Foxtrot vandals
wurde von Stuart Murdoch produziert (den Bass spielte Belle & Sebastians Bobby Kildea), die zweite und das Album The cage was locked all along von Delgados-Mann Paul Savage.

Vom ersten (und bisher einzigen) Album kamen stammten auch drei der ersten vier Lieder. Ich hatte The cage... irgendwann vor gut einem Jahr blind über die Bandhomepage bestellt und seitdem sehr oft gehört. Die wundervollen Indiepop-Melodien, die immer auch eine Portion Verschrobenheit beinhalten hatten es mir schnell angetan. Und das war live keine Spur anders, denn obwohl der Rahmen für sie ungewohnt war ("wie spielen normalerweise in viel kleineren Räumen" - die Center Stage war noch dazu sehr gut gefüllt), merkte man nichts von etwaiger Nervosität, Zoey Van Goey spielten frisch, die mehrstimmigen Gesänge passten perfekt, der Sound war herrlich abgestimmt - es machte einen wahnsinnigen Spaß den unfassbar sympathischen Musikern zuzusehen.

Live wurden die eingewanderten Schotten von einem barfüßigen Bassisten** unterstützt. Ansonsten spielte Kim Geige und Keyboard, Matt Schlagzeug und
Michael Gitarre. Bei You told the drunks I knew Karate, einem neuen Song, wechselten sie einmal reihum, Kim ging ans Schlagzeug, Michael nahm ihren Platz ein, Matt Michaels, das nächste Stück spielten sie ohne Schlagzeug.

Viele der Lieder kannte ich nicht, denn der Großteil stammte vom zweiten Album, das im Februar erscheinen wird. Und wenn es nicht vollkommen kaputtproduziert wird, freue ich mich jetzt schon sehr darauf, weil alle gespielten Stücke toll waren! Und so nett!

Irgendwann erzählte Matt von ihrem Tourmanager, einem riesigen Kerl, der anderen locker die Kniescheiben brechen kann, der an einem der Bowlietage aber plötzlich Angst bekam weil er zerklirrendes Glas hörte und Randalierer oder Einbrecher befürchtete. Als er vorsichtig nachguckte, waren das aber bloß Indiekids, die ihr Glas recycelten! "Die Geschichte ist nicht spannend. Aber wir müssen umbauen, daher
muß ich euch etwas erzählen!" Später redete er noch von seinem Onkel Jim in Kanada, der es liebt, mit dem Auto Eisdonuts zu fahren.

Am schönsten war es aber bei T-Rex. Da riefen nämlich alle Sauriernamen nach vorne und die Band kommentierte das.

Hoffentlich kommen Zoey Van Goey 2011 mit ihrem neuen Album auch nach Deutschland! Ihr Bowlie Konzert war so wundervoll, daß ich die Band unbedingt wiedersehen will!

Setlist Zoey Van Goey, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: The best treasure stays buried
02: Extremities (neu)
03: Sweethearts in disguise
04: We all hid in basements
05: You told the drunks I knew Karate (neu)
06: Sackville (neu)
07: Another day (neu)
08: T-Rex (neu)
09: Little islands (neu)
10: Aviator (neu)
11: ?
12: Foxtrot vandals
13: We don't have that kind of bread
14: I'm sticking with you (Velvet Underground Cover)

- mehr Fotos

* jaja, ich weiß
** wohl Adam Scott, mittlerweile das vierte Bandmitglied



Sons And Daughters, Bowlie 2, 12.12.10

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Konzert: Sons And Daughters
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 12.12.2010
Dauer: 75 min


Bericht folgt! Ich komme gerade nicht nach.

Setlist Sons And Daughters
, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Axed actor
02: The nest
03: Don’t look now
04: Guilt complex
05: Broken bones
06: Breaking fun
07: Rama lama
08: The model
09: Taste the last girl
10: La lune
11: Rose red
12: Just relax
13: Dance me in
14: Johnny Cash



Amphetameanies, Bowlie 2, 12.12.10

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Konzert: The Amphetameanies
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 12.12.2010
Dauer: ca. 45 min


Manchmal sind ja diese kleinen Überraschungen die großen Perlen eines Festivals. Ich kannte die Amphetameanies, diese Glasgower Ska-Band, besitze auch seit Jahren eine CD der Band, hätte sie aber im Vorfeld nicht unbedingt zu den wahrscheinlichen Höhepunkten des Wochenendes gerechnet. Wir hatten großen Hunger, wir waren aber neugierig. Nur mal schnell reingucken, dann verpassen wir wenigstens nichts.

Die Amphetameanies spielten im Reds, einer im Sommer sicher unerträglichen Disko, ganz in (Überraschung!) Rot, mit vielen Spiegeln, seitlichen Bars und in der linken Ecke Daddelautomaten (diese Münzeinwurfspiele, bei denen man andere geschichtete Münzen runterschieben muß). Wir kamen pünktlich, die Band hatte gerade die Bühne betreten. Die ersten Minuten brauchte ich für erstauntes Zugucken, da standen nämlich viele, sehr viele Leute! Eine Keyboarderin, daneben Gitarre, die Sängerin mit zwei mädchenhaft-niedlichen Zöpfen, der weder mädchenhafte noch niedliche Sänger, ein Bassist, ein Schlagzeuger und die dreiköpfige Bläsergruppe, ein Saxophonist und zwei Trompeter, darunter Belle & Sebastians Mick Cooke.

Ich weiß, daß Ska nicht jedermanns Sache ist. Aber ich glaube nicht, daß sich viele im Saal dem schmissigen Auftritt der vielen Schotten entziehen konnten. Das Wechselspiel zwischen den beiden Sängern, der zierlichen Jane Chalmars und dem stiernackigen Stan Millar war schon einmal fabelhaft. Aber dazu all die anderen hüpfenden und wippenden Musiker - herrlich!

Mir kam die ganze Zeit der Gitarrist mit der Schiebermütze wahnsinnig bekannt vor, ich konnte ihn aber nicht einordnen (er erinnerte mich an Matthias Scherz vom 1. FC
Köln). Beim Sichten der Fotos fiel es mir wieder ein, das war John Clark (bzw. John Disco), den ich mit seiner anderen (Glasgower) Band bis auf dem Primavera in Barcelona gesehen hatte.

Nicht nur die Band wippte, die Stimmung steckte an. Von "kurz mal reinsehen" war keine Rede mehr. Irgendwann mussten wir aber dem Hunger nachgeben und an den Rand zum Hotdog-Stand gehen. Von etwas weiter oben verfolgten wir das Geschehen weiter. Die beiden
Sänger kündigten da einen Gastgitarristen an, das ließ mich aber kalt. Gut, dann ist da eben ein Gast, hatten wir schon mal dieses Wochenende.

Die Amphetameanies spielten ein erstes Lied (Last night) mit dem zusätzlichen Musiker. Als dann die ersten Takte des nächsten Stücks anfingen und mir einfiel, daß das ein Ska-Cover von This boy von Franz Ferdinand war, guckten wir uns den Gast genauer an.
Und es war natürlich Alex Kapranos, der früher einmal bei den Amphetameanies gespielt hat. Alex stand hinten, wippte und hüpfte mit und hatte sichtbar viel Spaß.

Nach dem gemeinsamen Backbeat fucker war leider Schluß. Auch ohne Alex Kapranos wäre der Auftritt ein Schmuckstück gewesen, ich hatte aber auch nichts dagegen, daß es diese besondere Überraschung gab.

Solche gar nicht eingeplanten großartigen Konzerte waren es, die das Bowlie Wochenende für mich so einzigartig machten. Oder wie Sänger Stan sagen würde: "Magic!"

Setlist Amphetameanies, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Say something special
02: Dutch courage
03: Be yourself
04: ?
05: Good one go
06: Another train
07: Love you just the way you are
08: Goodbye boyfriend
09: Hand of god
10: Nothing’s okay
11: Life without you
12: Last night
13: This boy (Franz Ferdinand Cover)
14: Backbeat fucker

- Links
- mehr Fotos






Franz Ferdinand, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Franz Ferdinand
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: 45 min


Alex Kapranos war einer der Running gags des Festivals. Hätte er auch den Merchstand bedient oder Hot Dogs verkauft, gewundert hätte es uns nicht mehr, nachdem der Franz Ferdinand Sänger mindestens bei drei Konzerten Auftritte hatte.

Der richtige Bericht folgt!

Setlist Franz Ferdinand, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Cheating on you
02: Shopping for blood
03: Tell her tonight
04: Walk away
05: Bite hard
06: Matinee
07: Van Tango
08: The fallen
09: The witch
10: Michael
11: Ulysses
12: Outsiders


Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: 45 min


Galaxie 500 haben mich musikalisch über die drögen späten 80er und frühen 90er Jahre hinweg gerettet. Der Stil der Band war damals für mich neu und faszinierend. Daß das irgendwann Dream pop heißen würde, wußte ich damals noch nicht, vermutlich hätte der Begriff mich wegen Assoziationen zu Einhörner und Wasserfallbildern abgeschreckt. Welch ein Glück, daß ich das vorher nicht mitbekommen hatte, mir wären drei grandiose Platten entgangen.

Galaxie 500 waren eine der Wunschbands von Stuart Murdoch. Jedes Belle & Sebastian Mitglied durfte fünf Gruppen wählen, die am Wochenende auftreten sollten. Eine der Wunschbands des Sängers waren die nach einem Ford-Modell benannten Amerikaner. Galaxie 500 in der damaligen Besetzung waren aber nicht realisierbar, ich kenne die genauen Gründe der Trennung nicht, daher weiß ich auch nicht, was gegen ein Comeback sprach. Alternativ wurde Sänger Dean Wareham eingeladen, die Musik seiner Band zu spielen.

Deans Stimme und diese wundervollen Gitarren hatten mich sofort wieder. Warum
höre ich eigentlich nicht jeden Tag Galaxie 500? Warum wird Nirvana immer noch überall als die Band unserer Generation gefeiert und nicht Galaxie 500?

Dean Wareham hatte drei andere Musiker mitgebracht, um die ich mich aber nicht weiter gekümmert habe. Neben ihm ein zweiter Gitarrist und eine Bassistin, dahinter
ein Schlagzeuger. Alle machten ihre Sache sehr ordentlich, Knackpunkt war aber natürlich der Frontmann, dessen perfekte Stimme aus "Dean Wareham plays Galaxie 500" schnell nur noch "Galaxie 500" machte.

Mein Gott, war das toll, noch einmal die grandiosen Songs dieser aufregenden Band in solch unpeinlicher, frischer und würdevollen Form zu erleben. Es gab überhaupt keinen kleinen Makel, es war perfekt. Auch der Sound in dem sicher schwer zu beschallenden Raum spielte mit und versaute es nicht.
Dean Wareham und Band spielten einen Querschnitt aus den beiden ersten Alben Today und On fire, u.a. das Joy Division Cover Ceremony. Ich hätte gerne viel mehr gehört...

Irgendwann sagte der Amerikaner, daß jetzt erstmal einige Lieder seiner alten Band
gespielt worden seien und das nächste Stück von der Bassistin gesungen würde. Bis dahin hatte ich nicht kapiert, daß Britta Phillips am Bass stand. Also kamen wir auch noch in den Genuß eines Dean & Britta Titels vom aktuellen Album 13 Most Beautiful: Songs for Andy Warhol's Screen Tests. Das war eigentlich nicht nötig, es war aber trotzdem ein Sahnehäubchen auf einem vorzüglichen Konzert.
 
Setlist Galaxie 500, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Flowers
02: Snowstorm 
03: Strange
04: Blue thunder
05: When will you come home
06: Tugboat 
07: Don't let our youth go to waste
08: I'll keep it with mine (Dean & Britta)
09: Ceremony

 

Konzerttagebuch © 2010

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