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Mittwoch, 11. Juli 2007

Erase Errata, Köln, 10.07.07

4 Kommentare

Konzert: Erase Errata

Ort: Tsunami Club, Köln
Datum: 10.07.2007
Zuschauer: ca. 100, sehr voll


"Erase Errata, Support: Endearment" stand auf meiner Karte für das heutige Konzert. Und Beginn 22 Uhr. Das erste klang gut, nämlich nach einer erwähnenswerten Vorgruppe, das zweite schlecht, weil nach einer kurzen Nacht.

Meine Hoffnung bezüglich der Vorgruppe wich schnell Ernüchterung: Endearment aus Köln war eine Band, die mich nicht vom Hocker gerissen hat. Die Pferde-T-Shirts tragende Band spielte punkige Lieder, die sehr nach England 1977 klangen. Also nicht furchtbar originell. Modernstes Element war ein Basslauf bei "City", den ich genauso vor drei Wochen bei Tokyo Police Club gehört habe. Vielleicht wäre mein Eindruck besser, wenn die Band einen Sänger hätte. Daß der Bassist den Gesangspart übernimmt, kann nur eine Behelfslösung sein.

Nach sicher mehr als 30 Minuten war die Vorgruppe durch, und in Bühnennähe wurde es voller. Da ich weiß, daß meine einspaarundneunzig Größe anderen ordentlich die Sicht nehmen kann, habe ich mich nicht mittig vor die Bühne gestellt sondern an den Rand, so daß ich zwar gut sehen aber auch niemanden zustellen würde. Pünktlich zum ersten Lied hatte aber eine Zweimeterfrau mit Nasenring Modell Pamplona, die vorher noch neben mir stand, diese Hemmungen nicht und stellte sich unmittelbar vor mich. Da es mittlerweile so eng war, daß nicht viel Platz zum Ausweichen da war, war ich glücklich, eine kleine Sichtlücke neben der Riesin gefunden zu haben. Genau die baute aber dann der nächste 1,95 Typ zielsicher zu. Ich stand dann zwar noch in unmittelbarer Bühnennähe - aber hinter einen Sichtschutz. Vermutlich war heute in Köln eine Konferenz rücksichtsloser Großgewachsener. Der tolle Platz und die Tatsache, daß der große Mann auch ab Mitte des Konzerts während der Lieder pfiff, die er sicher gar nicht kannte, hatten mir die Stimmung reichlich verhagelt aber sie (die Stimmung) reichte noch, um ein gutes Konzert zu genießen.

Erase Errata zeigten ihrer Vorgruppe schnell, wie Postpunk* geht. Die drei Frauen (Sängerin Jenny Hoyston, Bassistin Ellie Erickson und Schlagzeugerin Bianca Sparta) machten von Beginn an ordentlich Krach. Auch wenn die Band deutlich härter als naheliegende Vergleiche wie The Organ spielen, geht das nicht auf Kosten der Hörbarkeit der Lieder. Besonders die letzte Platte "Nightlife" enthält viele melodiöse Stücke. Von "Nightlife" stammte auch der Großteil des Sets, zwei Lieder stammten vom Vorgänger "At Crystal Palace" - und der Rest war mir unbekannt.

Leider war das Konzert unglaublich schnell vorbei. Also lag ich auch mit meiner zweiten Annahme falsch. Nach knapp 30 Minuten - und einer Zugabe (die aber in den 30 Minuten enthalten war) - trat Schlagzeugerin Bianca noch einmal ans Mikro und sagte: "We'd love to play more songs but actually we don't have more songs." Mir kommt das ein wenig merkwürdig vor, da die Band von ihrer ersten Platte "Other animals" nichts gespielt hat. Vielleicht ist aber auch das Gedächtnis zu schlecht. Als ich Ellie & Jenny nach dem Konzert nach der Zugabe gefragt habe, die nicht auf der Setlist stand, waren beide vollkommen unsicher, wie das Lied denn eigentlich heiße. Sie einigten sich dann auf "Owls", das 2003 veröffentlich wurde. Sei's drum, das Konzert war musikalisch toll, Erase Errata können mir The Organ nicht ersetzen, sind aber eine Band, die ich immer wieder gerne höre und hören werde.

Setlist Erase Errata Köln:

01: Dark cruisin
02: Money
03: Driving test
04: Hotel suicide
05: Cloud warrior
06: Star dust
07: Beacon
08: Wasteland
09: New song laut setlist
10: Tax driver
11: Rider
12: Trilogy

13: Owls (Z)

Links:

- Erase Errata in Paris 2006
- mehr schlechte Fotos mit Hinterköpfen

* In diesem angeblich ach so großen Internet findet sich kein Foto von einem Postboten mit bunten Haaren. Grrrr.




Donnerstag, 26. Oktober 2006

The Parisians & Erase Errata, Paris, 25.10.2006

2 Kommentare

Konzert: The Parisians & Erase Errata

Datum 25.10.2006
Location: Batofar & Point Éphémère, Paris


Heute standen für mich gleich zwei Konzerte in unterschiedlichen Locations auf dem Programm. Zunächst einmal begab ich mich gegen 19 Uhr 30 zum Batofar, eine dunkelrot-bemalte sog. peniche, also ein an der Seine gelegener Kahn. Wie man sich denken kann, ein äußerst szeniger Ort, um ein Rock-Konzert zu veranstalten. Der Eintritt war übrigens frei. Zu meiner Überraschung traf ich dort auch meine zwei neuen Freunde, nämlich Tine aus Mainz, alias Girl from Mars und den jungen Engänder aus Carlisle, namens Finn. Dann ging es auch schon los mit den vier jungen, ungestümen Parisern mit dem passenden Namen The Parisians. In der lokalen Szene schon recht bekannt, versuchen sie zur Zeit mit aller Kraft, sich einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Sie singen natürlich auf englisch und ihr Set erinnerte stark an das, was in England gerade so hipp ist, als da wären die Libertines, The Arctic Monkeys, The Subways oder The View. Tine ist aus England schon besseres gewohnt und so fiel ihr Urteil folgendermaßen aus: "Für Franzosen nicht schlecht". Das lass ich dann auch mal unkommentiert so stehen.

Leider mußte ich mich dann schon von Tine und Finn verabschieden, denn ich wollte unbedingt noch Erase Errata im Point Ephemere sehen, einer alten Fabrikhalle, idyllisch am Canal St Martin gelegen. Ich hatte Glück, daß hier alles immer ein bißchen später losgeht und so konnte ich noch das komplette Konzert der drei punkigen jungen Damen verfolgen. Ursprünglich war die Band zu viert, aber Sara ist kurzfristig ausgestiegen, um sich an der Uni weiterzubilden. Erase Errata, die aus dem warmen San Francisco, Kalifornien stammen, haben so gar nichts sonniges an sich, sondern rocken durchweg hart und trocken. Punk in seiner rohsten Form, ohne Kompromisse also. Wer Placebo für eine Punkband hält, sollte das hier mal hören, um zu sehen, daß die Band um Brian Molko eher Musik für Kindergeburtstage macht. Die Mädels gehen von Anfang bis Ende hohes Tempo und so etwas wie eine Ballade ist hier nicht vorgesehen. Jenny Hoyston, die Sängerin, die ab und zu auch zur Trompete griff, schmettert einem regelrecht ihre miese Laune entgegen. Vergleiche zu Mark E. Smith von The Fall wurden da bei mir wach. Wer vergleichbare Bands sucht, hat mit The Gossip, oder vor allem Sleater-Kinney sicher eine gute Orientierungshilfe. Ich habe mich übrigens gänzend amüsiert und das coole Völkchen um mich herum ebenso. Sicherlich nicht Musik für jedermann, aber dieser Blog richtet sich nicht an jedermann, sondern an ganz tolle Hechte und besonders flotte Bienen.

Setlist Erase Errata:

01: Dark Cruisin
02: Rider
03: Money
04: Hotel Suicide
05: Driving Test
06: Star Dust
07: Beacon
08: Hey Beautiful
09: Cloud Warrior
10: Trilogy
11: Wasteland
12: Tax Dollar

von Oliver


 

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