Sonntag, 30. Oktober 2016

New Fall Festival, Tag 2, Düsseldorf, 28.10.2016


Konzert: New Fall Festival Tag 2
Ort: Düsseldorf
Datum: 28.10.2016


Am zweiten Abend des New Fall Festivals gab es gleich zwei Premieren. Nicht nur, dass mit der Verpflichtung von Regina Spektor ein einmaliger Coup gelungen war, auch die CCD Stadthalle wurde zum ersten Mal Mittelpunkt eines Konzertabends beim New Fall.

Glück hatte allerdings, wer in den beiden Mittelblöcken saß, am Rand sollte durch den zentral aufgebauten Flügel die Sicht auf die Künstlerin doch sehr eingeschränkt bleiben. 

Der von außen sehr kühl und außerhalb der Stadt liegende Bau, innerhalb der Messe Düsseldorf, bietet im Saal für seine Größe allerdings eine schöne Atmosphäre mit perfektem Klang. 

Mehr zu Regina Spektor folgt in den nächsten Tagen noch ausführlich von Christoph und Gudrun (Konzert in Stuttgart). Vorab nur soviel: Regina Spektor waren die lange Live-Pause und der Jet-Lag bei einigen Aussetzern anzumerken. Die charmante und liebevolle Art wie sie mit diesen Problemen umging, waren jedoch beeindruckender als ein perfekt durchgeplanter Abend. 



Danach war etwas Hektik angesagt. schließlich wollten viele noch um 22:30 Uhr zu Dillon in den Robert-Schumann-Saal. Gut beraten war, wer sich schon vorab den Weg zum Parkautomaten gemerkt hatte...

Am Ende aber klappte alles hervorragend. Dillon begann einfach etwas später und der ebenfalls fast vollständig gefüllte Saal blickte auf einen recht bizarren Bühnenaufbau.



Neben den erwarteten Mikrofonen für den angekündigten Chor und einem Keyboard gab es noch einen der üblichen "Apple"-Arbeitsplätze für die Beats und eine Art riesige Satellitenschüssel als Lichtinstallation in der Mitte der Bühne.

Ansonsten von einer echten Licht-"show" zu sprechen wäre wohl zuviel verlangt. Fast durchgängig schwarz blieb die Bühne während des ganzen Konzerts. Nur einzelne Spots, meist wie Suchscheinwerfer angeordnet, durchzuckten den dunklen Saal. 



Passend zur Musik war das allemal, und hier zeigte sich schnell das riesige Potential der immer noch sehr jugendlich wirkenden brasilianischen Sängerin, die ja schon seit längerem in Berlin ihr zu Hause gefunden hat.

Mit ihrer tiefen, und zutiefst souligen Stimme sorgt sie für eine unglaublich emotionale Performance inmitten der düsteren und schleppenden Beats. Der Chor ist präsent aber nicht zu sehr im Mittelpunkt und gibt den besten Songs der beiden Alben eine zusätzliche Intensität. 

Ein paar der besten Stücke kommen etwas früh im Set. Das immer noch bezaubernde "You are my winter" sowie eine wundervolle Version von "Tip Tapping", in der das Publikum im Kanon gegen den Chor singt, sind die Highlights des späten Abends. 

Vor den Zugaben wird es dann etwas beatlastiger und heller auf der Bühne, endlich kommt auch die "Sat"-Schüssel als Kaleidoskop zum Einsatz. 

Nach Ende des regulären Chor-Sets dann noch Dillon Solo am Keyboard mit ruhigeren Songs, die einen nach 24:00 Uhr in die Nacht entlassen.

Schluss war damit aber immer noch nicht...Im Club des Capitols wartete noch der Rest des NRW-Abends. Also rein in die gute Stube des Clubs, der eigentlich eine wunderschöne Halle ist.

Fünf Bands spielen hier auf, der NRW-Abend ist seit Jahren fester Bestandteil des Programms und auch an diesem Abend sehr gut besucht. Immerhin gab es hier bereits vor Jahren Perlen zu entdecken die bereits jetzt die großen Hallen füllen. 

Die "Giant Rooks" sind gerade auf der Bühne, und genau wie beim Haldern Pop können sie auf ganzer Linie punkten. Eine Band die ihren Weg machen wird. Toller Indiepop, gerade noch als Support für "The Tamper Trap" unterwegs, der einfach Spaß macht. Klaus Fiehe (1Live) hält sie für die beste Band aus Hamm seit 30 Jahren. Da hat er wohl wie immer recht.  

Die abschließenden "Moglebaum" sind dann leider gar nicht mein Geschmack. Gefälliger Elektropop mit Saxophon regt zwar grundsätzlich immer zum Tanzen an, weder die Songs noch das etwas anstrengende Bühnengehabe der Band wirken aber besonders einladend.

Doch das soll nicht den Abend voller toller Momente und erstaunlicher musikalischer Bandbreite schmälern. Bald mehr zum dritten Tag mit "Kate Tempest". 

Fotos Dillon: Michael Graef



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