Montag, 13. April 2015

Max & Laura Braun, Karlsruhe, 10.04.15


Konzert mit Max & Laura Braun
Datum: 10. April 2015
Dauer: 60 min
Zuschauer: 13


Das Leben ist ein Lied....
    singe es.
     (Aristoteles)


Ich hatte mich sehr darauf gefreut, Max und Laura Braun endlich wieder live zu erleben. Sie nehmen sich jeweils nur wenige Tage Zeit für das präsentieren ihrer Musik im Konzert und so war es ein Privileg, in Karlsruhe einen Ort dafür zu finden. Als sie schließlich nach dem zwischen Karlsruhe und Stuttgart üblichen Hürdenlauf ankamen fühlte es sich so an, als würden wir Freunde begrüßen. Alles war einfach und selbstverständlich und mit Leichtigkeit getan. Mitgebracht hatte das Geschwisterpaar noch kundige Unterstützung, nämlich


   Fabian Wendt - E-Bass, Kontrabass und
   Joachim Ambros - Banjo, Pedal Steel, E-Gitarre.



Aktuell sind sie für wenige Termine unterwegs mit dem branntneuen Album Highwire Haywire, das sie selbst als moodily gentle charakterisieren, was perfekt passt. Sanft und zart waren die acht neuen Songs, die wir an dem Abend geboten bekamen und irgendwie alle melancholisch und nachdenklich. In der Kombination aber mit dem faszinierenden Resultat, dass hinterher alle lächelnd nach Hause gingen.


Das Konzert begann mit dem sehr kurzen Plea - nur Stimme und Banjo roh und sehnsuchtsvoll. Vielleicht ein Schlaflied. Ohne Pause eröffnete anschließend eine eindrückliche Basslinie The nature of things. Im nur oberflächlich harmlosen Dreiertakt der Refrain don't cry don't lose any sleep (habe ich mir vorgenommen...). Und schon der erste Höhepunkt - ablesbar auch am enthusiastischen ersten Applaus.


Später hatte ich manchmal das Gefühl, es gibt einen geheimen Wettbewerb, wer hält die Schlussspannung am längsten... wird das Publikum dazwischenklatschen oder die fast-Stille noch einen Moment aushalten und noch einen ... Und ich war ganz hingerissen von Fabian Wendts Bassspiel (unabhängig ob akustisch oder elektrisch verstärkt). Und im Konzert verlosch das letzte grandiose Licht des sommerlichen Tages mit ähnlicher Ausdauer.


Der Titeltrack Highwire Haywire beschwor in mir das innere Bild einer Hängemattenstunde an einem Hochsommernachmittag. In den Himmel schauen und eins mit sich und der Welt sein - schwingend und das Leben mehr so  hingetupft. It has been raining und das Sommerlied aus Kalabrien (wo sie bald wieder sein werden) nutzte dann die von Natur aus sehnsuchtsvolle pedal steel in vollen Zügen.


Ein weiterer Aufmerker im Programm war The telegraphist. So heiter und gleich die Erinnerung ans Konzert im Nuncafe anstoßend. Auch mit einem Lächeln, wenngleich eher einem wissend resignierten, wurde der Refrain von Time is taking all my time im Publikum quittiert. Es entwickelte sich schließlich in ein instrumentales Gespräch über die klopfend vertröpfelnde Zeit. Ein ganz und gar ruhiges While I'm asleep schloß den Bogen zum reduzierten ersten Lied. Es flimmerte sehnsuchtsvoll und hielt die Hand auf für das was kommen mag. Im Gegensatz zum rohen ersten Lied nahm es sich hierfür Zeit. Auch das allerletzte Tired years blieb ganz besonders zart als Ausklang des regulären Sets.


Es musst eine Zugabe her. Und Another Day beendete das Konzert auf einer fast tänzerischen und  Country angehauchten Note. Wir waren rundum froh und irgendwie innerlich gestärkt. Geteiltes Leid, geteilte Sorgen, geteilte Freunden.

Vergesset nicht es ist unsere
gemeinsame Welt die ungeteilte
ach die geteilte

die uns aufblühen lässt
die uns vernichtet
diese zerrissene ungeteilte Erde
auf der wir gemeinsam reisen.  (Rose Ausländer)




Setlist:
01: Plea
02: The nature of things
03: Beyond the houses
04: Highwire Haywire
05: It has been raining
06: Summer song
07: Memories (Hugh Hopper, cover)
08: The telegraphist (*)
09: Time is taking all my time
10: While I'm asleep
11: Tired years 

12: Another evening (*, Z) 

(*) vom Album Telltale (2012)

Tourdaten:
08.4. Bern, Beeflat
13.4. Stuttgart, Montage im Club Tonstudio
14.4. Regensburg, Dombrowsky
15.4. Leipzig, Neues Schauspiel
16.4. Berlin, Badehaus Szimpla
17.4. Bad Frankenhausen, Panoramamuseum

19.-26.3. Italien
 



Aus unsererm Archiv:
Max & Laura Braun, Karlsruhe, 21.12.12 


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