Montag, 13. Oktober 2014

Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer, Karlsruhe, 10.10.14


Konzert: Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer
Ort: Kohi in Karlsruhe
Datum: 10. Oktober 2014
Dauer: 70 min
Zuschauer: 15



Sieht das Meer von unten genauso blau aus wie hier oben bei mir?

Es ist schon eine seltsame Sache mit der Empfindung für Zeit. Im Mai 2012 war ich im Kohi zum ersten Mal über die Musik von Nadine Maria Schmidt gestolpert und doch erscheint es mir so, als würden wir schon ewig unsern Weg teilen und nicht erst gerade so 2 1/2 Jahre. Andererseits ist das letzte richtige gemeinsame Konzert schon 22 Monate her, was viel länger ist, als mir mein Bauchgefühl sagt. Wir hatten uns im September 2013 in Leipzig gesehen bei einem Vortrag in der Frauenkultur, aber das letzte Konzert war in den ersten Tagen des Jahres 2013. Nicht zu fassen!




In der Zwischenzeit ist ein neues Album enstanden - Lieder aus Herbst - von dem ich vor dem Abend im Kohi 2014 eigentlich nur Fitzelchen wahrgenommen hatte. Kostproben vor dem Erscheinen des Werkes.  Die CD lag seit Mitte September noch unberührt bei den Sachen, die liegen geblieben sind über ziemlich viel Rumreiserei. Geplant gewesen war eigentlich, dass mich meine Route am 20. September in Leipzig vorbeiführt zur Geburtsfeier des Albums. Das hatte leider nicht geklappt. 


Vielleicht würde sich ja die Begegnung mit den neuen Liedern auch ohne Vorbereitung ganz richtig anfühlen sozusagen live und in Farbe und nicht in der Sonntagsfassung von der Konserve. Für die kurze Herbst-Tour zum neuen Album ist Nadine wieder mit Frühmorgens am Meer aka Chris Turrak am Bass und Till Kratschmer am Piano unterwegs. Es würde also ordentlich Drive und auch ein bisschen Bums geben, aber schon die ersten Töne verrieten mir: es wird nicht zu laut, sondern fein dosiert (bis auf ein immer wieder unversehens störendes knacken).



Der Abend begann mit einem Klangteppich und Nadines Brummen in tiefsten Tiefen, fast schon wie ein Versuch, uns in Trance zu bringen, um schließlich dem Song Das Meer von unten Raum zu geben mit der Frage, welche Farbe wohl das große Wasser von unten haben mag und wie man überhaupt antworten soll auf Kinderfragen für die man selbst noch nicht bereit ist.


Im Herbstwind ist tänzerisch nicht nur im Text, sondern auch musikalisch sehr einladend und freundlich ohne wirklich in einer besonders heilen Welt zu spielen (der Ruf nach deren Namen war schon etwas verstörend im Mittelteil...). Im wiegenden Dreiertakt ging es auch weiter für Josephine. Ein Lied das so traurig/tröstlich und aus Herbst ist, wie es für diesen Abend wohl Programm sein wird. Jedenfalls ein erster musikalischer Höhepunkt ganz subjektiv für mich.


Marie begann wild und schreiend und ist dabei doch auch ein Walzer. Nadines Stimme wurde hier besonders schwarz und fast wütend aber gleichzeitig auch werbend und streichelnd. Das kann so nur sie.

Schönste und allesamt Gänsehaut-Momente des Abends wurden schließlich für mich Stille Nacht, Feinliebchen und An die Schönheit. Und ich reibe mir im Nachdenken über den Abend ein bisschen die Augen, was aus der Nadine geworden ist, die auch immer ein bisschen zappelig und giggelig war und nun das stand wie als wäre sie ein gutes Stück erwachsener geworden und fast schon angekommen. Und das steht ihr prima.



Setlist:
01: Das Meer von unten
02: Im Herbstwind
03: An Josephine
04: Marie
05: Alter Mann - was nun?
06: Dshamilja
07: Der Wal
08: Von Bord
09: Stille Nacht 
10: Und keiner hat's gemerkt
11: Feinliebchen
12: Bitte lob mich
13: An die Schönheit (Text: H. Hesse)

14: Raus hier (Z)


Tourdaten: 
07.10. Holzhausen, Kirche
09.10. Tübingen, Vorstadttheater
10.10. Karlsruhe, Kohi
11.10. Köln, Cafe Lichtung
13.10. Fürth, Kofferfabrik
14.10. Bayreuth, Sübkültür
15.10. Hannover, Medienhaus
17.10. Plauen, Malzhaus
18.10. Dresden, Blaue Fabrik


Alle Bilder des Abends:



Aus unserem Archiv:
Nadine Maria Schmidt, Adorf, 12.01.13
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 14.09.12
Nadine Maria Schmidt, Leipzig, 01.06.12
Nadine Maria Schmidt, Karlsruhe, 03.05.12 


 

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