Mittwoch, 21. Dezember 2016

Lieblingsplatte-Festival / The Notwist, Düsseldorf, 12.12.2016

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Konzert: The Notwist
Ort: ZAKK-Düsseldorf /Lieblingsplatte-Festival 
Datum: 12.12.2016
Dauer: ca.120min
Zuschauer: 800 ausverkauft



Düsseldorf entwickelt sich in den letzten Jahren immer mehr zur Ideenschmiede für neue Festivalkonzepte. Neben dem "New Fall Festival" und dem besonders schönen Freiluftevent "Open Source", dehnt das "zakk" nun die Festivalzeit endgültig von Januar bis Dezember und präsentiert das neue "Lieblingsplatte-Festival". 

Eine ganze Woche stellen deutsche Künstler ihre "wichtigsten" Alben auf der Bühne komplett vor. Wer den Booking-Aufwand für normale Konzerte kennt, kann nur ahnen, wieviel Arbeit und Überredungskunst hier nötig sein durfte, um diese Konzertreihe stemmen zu können.

Die meisten Alben wurden so noch nie auf die Bühne gebracht und entfalten aber gerade durch die noch nie, oder selten gehörten Tracks eine ganz neue Dimension und erinnern an die Hörgewohnheiten früherer Jahre. Gerade bei Notwists "Neon Golden" schießen sofort Gedanken durch den Kopf . Wo und wann hat man dieses Album eigentlich immer gehört ?

Die "Hits" sind bekannt, aber bei den selteneren Songs kommt die Erinnerung erst langsam wieder. "The Notwist" sind eine der wenigen Bands, die ihr Album bereits komplett in dieser Form aufgeführt haben, trotzdem schadet es dem Konzert überhaupt nicht. 

Wiederholung ist für die Band ja noch nie eine Option gewesen und daher ist sowieso jeder Auftritt der Weilheimer eine Premiere. Hier beginnen sie mit dem kompletten Album, allerdings in veränderter Reihenfolge und schnell wird klar, warum diese Band bis heute nichts von ihrer Spannung verloren hat. 

Perfekt eingespielt, nach einer langen Tour und dem gerade erschienenen Live-Album, ist die musikalische Bandbreite fast unerschöpflich. Etwas weniger Gitarren sind im ersten Teil zu vernehmen, doch das ändert sich nach dem Ende von "Neon Golden" schlagartig. 

Wer vermutet hatte, es würde bei dem vorzustellenden Album bleiben, sah sich zum Glück getäuscht. "The Notwist" traten in großartiger Spiellaune an und kamen am Ende auf fast zwei Stunden Spielzeit. 

Auch wenn Markus Acher immer noch aussieht wie der Anti-Frontmann einer Band ist seine Leistung für die deutsche Musikszene, elektronische Sounds und Indierock zu vereinen, unbezahlbar. 

Es muss an diesem Abend oft an Radiohead gedacht werden, so wie er wahlweise die Gitarre bearbeitet und dann wieder, anscheinend gedankenverloren, die traurigsten Liebeslieder in sein Mikro haucht.

Fast alle Hits folgen noch, "One dark love Poem und "Kong" füllen die Halle mit perfekten Arrangements und großartigen Melodienfolgen und entlassen die Besucher mit einem warmen Gefühl im Bauch in die triste Dezember Nacht. 

Den Veranstaltern ist hier ein großer Wurf gelungen. Wenn das Konzept im nächsten Jahr evtl. noch um internationale Acts (Afghan Whigs, Mercury Rev o.ä. würden sich anbieten) erweitert werden kann und auch die Möglichkeit einer Art "Dauerkarte" geboten würde, wäre alles perfekt.


Dienstag, 20. Dezember 2016

Martha Rose, Paris, 07.12.16

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Konzert: Martha Rose
Ort: Le Motel
Datum: 07.12.2016
Zuschauer: etwa 40


Manchmal ist Facebook doch eine sinnvolle Erfindung! Hätte nämlich mein bayerischer Bloggerfreund Eike mir keine Event Einladung für das Pariser Konzert der in Berlin lebenden Britin Martha Rose geschickt, ich hätte es glatt verpasst!


Dabei verfolge ich seit 2013 eigentlich ziemlich genau was Martha Rose so treibt. Damals hatte ich sie zufällig über gemeinsame Musikfreunde beim End Of The Road Festival kennengelernt* und in der Folge glatt zu einer meiner OP Sessions nach Paris eingeladen. Das Wohnzimmerkonzert mit ihr war wundervoll und die Wahlberlinerin war auch ansonsten ein sehr angenehmer, höflicher, liebenswürdiger Gast.

2014 kam sie dann noch einmal nach Paris um ein paar Songs ihrer selbstverlegten EP im Plattenladen Balades Sonores vorzustellen, dann aber hörte ich eine Weile nichts mehr von ihr.


Nun hat also Martha inzwischen ihr erstes richtiges Album Spit auf einem deutschen Label namens Treibender Teppich auf Vinyl rausgebracht und glücklicherweise stattete sie ihm Rahmen ihrer kleinen Tour hierzu der französischen Hauptstadt einen Besuch ab. Austragungsort des Konzert war das kleine aber feine Motel, in dem immer sehr viele Indiemusiker und Musikliebhaber abhängen. Auch an jenem Montag im Dezember war es wieder gut besucht und leider wurde auch dieses Mal teilweise zu viel geschwatzt während Martha und ihre beiden Berliner Musiker spielten. Da gibt es dann immer ein paar respektlose Plaudertaschen die in unmittelbarer Nähe zur kleinen Bühne lautstark ihren letzten Abend beschreiben und dabei keinerlei Rücksicht auf die Künstler nehmen.

Aber ich war viel zu gut gelaunt und froh die Britin wieder mal live zu erleben, um mir davon den Abend versauen zu lassen. Ich versuchte einfach mich nur auf das Konzert zu konzentrieren und mich nicht über die Plauderer zu ärgern.

Musikalisch wurde hier so einiges geboten. Am Anfang spielte Martha ein traditionell klingendes Folklied (Hares On The Mountain), aber im Laufe des Abends wurde eher flotter Indiepop als karger Folk gespielt. Alles klang wahnsinnig frisch, lieblich und melodiös und die wundervolle Stimme von Martha schwebte über allem. Die beiden Jungs in der Band steuerten die catchy Gitarren bei. Ansteckend auch die Fröhlichkeit von Miss Rose, die wie immer sehr charmant lächelte und sichtlich Spass hatte.


Einiges war richtiggehend tanzbar, so zum Beispiel der Uptempo Song Can't Not Say oder der tolle Titelsong Spit, aber es gab auch melancholische, dreampoppige Titel wie Kiss Me, bei der die Stimme von Rose regelrecht Kapriolen schlug. Mann war das charmant !

Dann aber immer wieder schnelle Lieder mit viel Rhythmus und Popappeal wie z.B Cowcat, das hinsichtlich der Gitarrenparts fast an Motorama erinnerte, stimmlich nicht weit von Kate Bush entfernt war. Stark auch der Midtempo Song Lips.



Gegen Ende wurde es im Motel immer ausgelassener und immer mehr Leute tanzten. Dass das neue Lied Infanta auf Anhieb so grandios rüberkam, lässt auf ein wundervolles zweites Album hoffen. Aber so weit sind wir noch nicht, feiern wir erst einmal den ersten Longplayer Spit gebührend ab! Ein Album, das man unbedingt gehört haben sollte!

Setlist:


* sie spielte Geige in dem Projekt Laish von Danny Green. Danny hat heuer auf Talitres ein neues Album veröffentlicht.



Sonntag, 18. Dezember 2016

Rieke Katz, Karlsruhe, 17.12.16

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Weihnachtliches Konzert mit dem Rieke Katz Duo - 
   Sternkind in der Karlsruher Waldstadt
Datum:  17. Dezember 2016
Dauer: 90 min
Zuschauer: 12
 

Das ward in unsererm Wohnzimmer noch nicht gesehen: Ein jazzig besinnlicher Vorgriff auf das baldige Weihnachtsfest. Gleichzeitig ein Angebot, gemeinsam mit meinen Freunden auch in der uns so lieb gewordenen Wohnzimmerkonzertatmosphäre Abschied von einem besonderen Jahr zu nehmen, das musikalisch mal wieder alle Register gezogen hat  - nicht zuletzt mit dem uns noch allen so präsenten Konzert #100 mit Dark Rooms.
  

 
Schön, dass ein Besuch des Konzerts in den einen oder anderen vorweihnachtlich vollen Zeitplan gepasst hat. Alle, die es erlebt haben, wurden belohnt mit einem von Rieke Katz und Gabi Kohler mit viel Liebe vorbereiteten Programm. Das meint einerseits die Lieder, die sich an die Geschichten anschlossen, die für Weihnachten in unseren Herzen wohnen seit Kindertagen oder die so wohl vertrauten Weisen neu interpretierten. 

 

Das meint aber auch die Dekoration - die sogar mit dem musikalischen Programm verwoben wurde - den weihnachtlichen Merch und die durch Musik und Ansagen - inklusive Gedichten und einer Geschichte - eine ganz wunderbare Atmosphäre schufen und uns in winterliche Landschaft entführten (wenn auch nur in Gedanken). Mit Gesang, Klavier, Glockenspiel, Glöckchen, Flöte und Cajon war es zwar vielseitig aber doch wohltuend sparsam instrumentiert und auf die beiden Stimmen konzentriert.
 

 
Interessant für mich war auch das Zusammenspiel von fränkischem Ruhepol am Klavier und der um Perfektion in allen Aspekten bemühten Rieke. Wie es das Schicksal so wollte, war auch ein Säugling mit von der Partie und so bekamen die Wiegen- und Marienlieder gleich eine noch viel persönlichere Note als man es für so einen Abend planen kann.
 

 
Mein musikalischer Höhepunkt war kurz vor dem Finale der Weihnachtsgospel. Vielen Dank für diesen besonderen Abend!!

Schnell entschlossene haben heut (am 4. Adventssonntag) noch die Chance das Programm um 17 Uhr in  der Evang. Kirche Philippsburg zu erleben.


Rieke Katz mit Band - Mitschnitt
Rieke Katz im Schwarzwälder Boten



Samstag, 17. Dezember 2016

Vanishing Twin, Paris, 12.12.16

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Konzert: Vanishing Twin
Ort: Le Supersonic, Paris
Datum: 12.12.2016
Zuschauer: etwa 150


Als ich Cathy Lucas beim diesjährigen Haldern Festival im August zufällig über den Weg lief, war das wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl  des Indiemusikgottes, dass man auf die junge Dame, die dereinst bei Fanfarlo die Geige gezupft und gestrichen hatte, aufpassen muss. In Haldern spielte die Britin für Daughter Synthesizer, aber darüber hinaus hat die vielseitige Musikerin seit 2015 auch ein eigenes Projekt ins Rollen gebracht, in dem sie die Hauptrolle spielt: Vanishing Twin.

Über den Namen war ich im Herbst ein paar Mal gestolpert, aber so richtig neugierig wurde ich erst, nachdem ich einen Titel (The Conservation Of Energy) auf einem Sampler des französischen Musikmagazins Les Inrocks gehört hatte. Das klang für mich ein bisschen wie Stereolab, war aber auch irgendwie artverwandt mit Laure Briard, Julien Gasc, Aquaserge oder Barbagallo, allesamt Franzosen die dem Psychedelic Pop Revival huldigen und mir sehr gefallen.


Nachdem ich dann noch gelesen hatte dass Julien Gasc und Aquaserge mit Cathy Lucas aktuell zusammenarbeiten, war meine Neugierde vollends entflammt. Ich musste Vanishing Twin live sehen und zwar so schnell wie möglich! Und siehe da!, kurz vor Jahresende ergab sich die Möglichkeit ein Konzert der Briten zu besuchen: "Vanishing Twin le12 décembre, Supersonic, Paris" las ich entzückt auf Facebook.

Ich war nicht der Einzige, der auf Vanishing Twin aufmerksam geworden war. Eine gute Promo in Frankreich und der aktuelle Neopsychedelic Hype hatten dafür gesorgt, dass viele Leute in den Pariser Gratisclub Supersonic gekommen waren, um die ausgeflippte Formation zu begutachten. Es hatte zwar Vorgruppen gegeben, aber die hatte ich bewusst ausfallen lassen, was diejenigen, die diese beiden Bands gesehen hatten, augenzwinkernd als cleveren Zug meinerseits bezeichneten. 


Gegen 22Uhr30 kletterten dann Vanishing Twin auf der Bühne. Eine fünfköpfige Band, mit zwei Mädels, Valentina Magaletti an den Drums (The Oscillation, Tomaga, Neon Neon, Shit And Shine, Raime) und der oben vorgestellten Cathy Lucas an Gesang, Flöte Geige. Analoge (?) Syntheziser wurden von einem langhaarigen, guruhaft aussehenden Burschen  namens Phil M.F.U. bedient, Bass spielte Susumu Mukai und Flöte und Keyboard Elliott Arndt.


Das Quintett hatte ausgefallene Weltraumkostüme an, man fühlte sich wie bei Raumschiff Enterprise! Und so spacig die Glitzerkostüme, so "Not from this world" auch die Musik! Allein die eingesetzten Instrumente waren kurios*. Cathy Lucas spielte zum Beispiel am Anfang auf einer speziellen kurzen Flöte die bizarre Töne absonderte und  Phil M.F.U (Man from Uranus) erzeugte sehr obskure und fast umheimlich wirkende Töne auf seinen Synthesizern. Das Ganze nahm dann bisweilen experimentelle und krautrockige Züge an.

Aber es gab auch ein paar Titel mit fast klassischen Popstrukturen wie beispielsweise das wundervolle Telescope oder das bereits oben erwähnte The Coversation Of Energy, das wirklich deutlich an Stereolab erinnerte, nicht nur wegen der Stimmverwandheit von Caty Lucas und Laetitia Sadier. Diese beiden Stücken gehören ohne Zweifel zum Besten, was das Musikjahr 2016 hervorgebracht hat.

Manche Lieder waren tanzbar und so schwangen dann auch ein paar langbärtige Hipster mit ihren obligatorischen Mützen das Tanzbein zu den loungeartigen Klängen, feierten hierbei aber eher sich selbst als die Band auf der Bühne. Aber darauf war geschissen, irgendwer nervt ja immer ein wenig bei Konzerten.


Die Vorstellung von Vanishing Twin kam so gut an und der Beifall am Ende war so frenetisch und langanhaltend, dass noch eine nicht eingeplante Zugabe gegeben wurde.

Der Andrang nach Vinyl und Band T-Shirts war dann hinterher auch entsprechend rege, und man sah so einige Pariser Nachtschwärmer das Supersonic mit einer Platte unterm Arm  verlassen.

Man muss Vanishing Twin für 2017 im Auge behalten, das geht was, die Gruppe hat Potential!

Setlist:



* auf dem Sticker der CD kann man hierzu lesen: "Vanishing Twins use forgotten drum machines, home-made electronics, vibraphones, tablas and harp"



Donnerstag, 15. Dezember 2016

Allo Darlin', London, 10.12.16

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Konzert: Allo Darlin' (mit The Hayman Kupa Band)
Ort: MOTH-Club, London
Datum: 10.12.2016, 20 Uhr Show
Dauer: Allo Darlin' 90 min, The Hayman Kupa Band knapp 35 min
Zuschauer: 300 (ausverkauft)



Wenn ich mir vorher ausgemalt hätte, wie das perfekte Abschieds-Konzert am Allo Darlin'-Wochenende aussehen müsste, das wäre dabei herausgekommen:


Um halb sechs hatten wir die letzten Töne des ersten Konzerts gehört, um acht standen wir wieder vor der Bühne. Support des zweiten Teils der Abschieds-Veranstaltung war The Hayman Kupa Band. Auch dies war eine ausgezeichnete Wahl, da die beiden Hauptpersonen - Darren Hayman und Emma Kupa (eigentlich Cooper) - zum nahen Umfeld von Allo Darlin' gehören. 

Das Konzert der beiden, die von einer Schlagzeugerin und einem Bassisten begleitet werden, begann wunderschön. Das erste Lied Reach out sang nur Emma, Darren begleitete sie mit ruhigen Gitarrenklängen. Emmas Stimme ist speziell, keine klassisch-schöne Popstimme. Und genau das macht sie so toll! Darrens Gesang passt ganz wunderbar dazu. Das nächste Lied Let's do nothing war das erste Duett mit voller Band. Darren, bekannt durch seine Zeit bei Hefner, trug dem Anlaß des Konzerts angemessen einen dreiteiligen Anzug. "Das ist etwas, das ich von James Hetfield von Metallica gelernt habe. My guitar matches my tanktop and my tie!" 

Emma und Darren sind Frontleute, die Situation in der Hayman Kupa Band sei aber besonders. "Everyone is in five bands, I'm in five bands, nothing special." Die THKB sei aber die einzige seiner Bands, in der er Gitarrensoli spielen dürfe, erklärte Darren nach dem tollen Draw the line. Das Solo da war nicht schlimm, er drohte aber mehr an! "They think it's too much, you think it's too much, I think it's too much!"

Viertes Lied, vierter Knüller: A tent of blankets, ein perfekter Pop-Song, wieder von beiden gesungen. Das übernächste Stück war mein Liebling des Konzerts: Then we kissed, das ich auf keine Veröffentlichung gefunden habe. Dabei hatten sie dabei vorher ein paar Abstimmungsprobleme. "It's la la laa la?" - "No, it's more like laaaa laaa la la la." "This is normal." Emma und Darren waren trotzdem zufrieden. "I'd say it's in the Top-5 gigs - out of six."



Vor No more bombs (super!) schlug Darren ein Bühnen-Bingo mit Bandfloskeln vor: "This is a new song!" - "We haven't done this one many times before (we haven't)" - "How are you doing?" - "Hello Hackney!"


Als Hayman Kupa Band haben Emma und Darren bisher zwei Singles veröffentlicht. Die zweite (Someone to care for) war das letzte Lied des kurzen aber fantastischen Konzerts. "I'm an asshole, I forget names, I forget faces."



Vor dem letzten Lied lobten die beiden Allo Darlin', Darren: "2016! Why? One more thing! I love Allo Darlin' too. Kind of."

Setlist The Hayman Kupa Band, MOTH-Club, London:

01: Reach out
02: Let's do nothing
03: Draw the line
04: A tent of blankets
05: Overs now overdue
06: Then we kissed
07: No more bombs
08: Someone to care for

Als Allo Darlin' auftraten, war deren Bühnenoutfit nicht mehr überraschend. Die "Allo", "Darlin'", "Herzchen" und "you"-Shirts trug die Band auch schon bei der frühen Show. Aber natürlich war den vier, die wie viele aus der Indiepop-Szene auch Musikfans sind (Bill Botting ist jedes Jahr Gast beim Indietracks), bewußt, daß ein guter Teil des Publikums mindestens zwei der Shows sehen würde. Daher gab es natürlich nicht die gleiche Setlist. Statt mit If loneliness was art begann das späte Konzert mit Wonderland, bevor mit We come from the same place das erste "neue" Stück gespielt wurde. Beim Matinee-Konzert hatte Elizabeth manchmal bei Ansagen und Liedern eine leicht flattrige Stimme, sie schien extrem bewegt zu sein. Beim zweiten wirkte es auf mich so, als würde die Band den Auftritt noch mehr genießen. Das ist aber vermutlich Unsinn. 

Vor dem ersten Lied hatte die Frontfrau gebeten, nicht mit dem Mitsingen zu warten, dafür sei jetzt keine Zeit mehr, es sei das vorletzte Konzert. Wir sollten also bitte von Beginn an mitsingen!

Nach dem großen Mitsing-Hit Capricornia spielte Elizabeth mit der Tatsache, daß sie wußte, daß viele auch am Nachmittag schon da waren. "Das nächste Lied singt Bill, vermutlich zum letzten Mal! Bitte bejubelt ihn, immer wenn er singt!", die gleiche Ansage wie mittags und dadurch urkomisch! Der Jubel für den schnauzbärtigen Bassisten war riesig, Dreaming wunderschön. Dummerweise blieb aber kaum Luft, dies zu genießen, weil gleich danach Bright eyes, das Duett mit Gitarrist Paul kam, das eines meiner Wunschlieder (neben History lessons) für das Abschieds-Wochenende war.


Darren Hayman war natürlich noch da, also brachten Allo Darlin' dem Sänger ihr Ständchen Darren (als 7" Picture disc erschienen - mit einem gezeichneten Darren auf der Platte). "Let's make Darren feel very awkward!"

Emma bekam danach einen Gastauftritt bei Silver Dollars, fabelhaft! Auch Geiger Dan, der am Vormittag immer mal wieder auf die Bühne kam (und auf zwei Platten mitgearbeitet hat), wurde zum Beispiel für Some people say hochgerufen. 




Gegen Ende des Sets bekam dann auch Darren Hayman seinen richtigen Gastauftritt. Er sang gemeinsam mit Elizabeth das Allo Darlin' Cover Wu Tang Clan seiner Band The French (B-Seite von Darren). 

Die letzte Single Hymn on the 45 beendete wieder den Hauptteil des Konzerts. Dazu kam die Saxophonistin auf die Bühne - "The one and only other Emma Cooper."

Tallulah - ergänzt um Country roads ("Central Queensland, beautiful beaches") war wieder die erste Zugabe, My heart is a drummer mit kompletter Band die zweite. Diesmal kamen die Allo Darlins noch zu einem dritten Lied (Kiss your lips) zurück.

An das Wochenende werde ich mich lange zurückerinnern, an dieses Konzert besonders. Immer wenn ich denke, musikalisch alles gesehen zu haben, kommen solch weltbewegende 90 Minuten! Das wäre ein würdiges letztes Konzert der Bandgeschichte gewesen, aber es kam ja noch eines.

Setlist Allo Darlin', MOTH-Club, London:

01: Wonderland
02: We come from the same place
03: Crickets in the rain
04: Capricornia
05: Dreaming
06: Bright eyes
07: Some people say
08: Darren
09: Silver Dollars (mit Emma Kupa)
10: Still young
11: Europe 
12: Let's go swimming
13: Wu Tang Clan (The French Cover) (mit Darren Hayman)
14: Hymn on the 45

15: Tallulah (Elizabeth solo) (Z)
16: My heart is a drummer (Z)

17: Kiss your lips (Z)


Links:


- aus unserem Archiv:
- Allo Darlin', London, 10.12.16 (15 Uhr)
- Allo Darlin', Köln, 01.12.14
- Allo Darlin', Ripley, 25.07.14
- Allo Darlin', Köln, 21.11.12
- Allo Darlin', Paris, 10.07.12
- Allo Darlin', Wien, 04.03.11
- Allo Darlin', Paris, 25.02.11
- Allo Darlin', Köln, 28.07.10
- Allo Darlin', Paris, 27.07.10
- Mammoth Penguins, Köln, 20.10.16



 




 

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