Samstag, 24. November 2012

The Frank and Walters & The Cribs, Köln, 23.11.12

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Konzert: The Frank and Walters / The Cribs
Ort: Die Werkstatt, Köln
Datum: 23.11.2012
Dauer: ca. 50 bzw. ca. 60 min
Zuschauer: ca. 200


von Dirk von Platten vor Gericht

Als ich einem Freund schrieb, dass uns meine Freundin nicht zum Konzert der Frank and Walters begleiten würde, weil sie die Band für ein One-Hit-Wonder hält, meinte er: „Schade, dass du dich von ihr getrennt hast. (Das entnehme ich zumindest zwischen den Zeilen deiner Mail...)" 

Trennungen wegen musikalischer Differenzen gab es bei The Frank and Walters nicht, auch wenn das Trio in über 20 Jahren drei Wechsel auf der Position des Gitarristen vollzog. Besagter Freund kann den musikalischen Stellenwert der Band wesentlich besser einordnen als meine Freundin - ich habe noch einmal ein Auge zugedrückt - und war bereits 1993 mit beim Great Xpectations Festival im Londoner Finsbury Park um The Frank and Walters zu sehen (auch wenn wir ihn glauben ließen, dass wir wegen seiner Lieblingsband The Cure dorthin fahren würden).

In Köln scheint es Menschen zu geben, die dem Britpop ebenso zugetan sind wie wir und die in der Werkstatt „Das Gipfeltteffen der guten Laune" mit zwei Live-Bands (The Frank and Walters und The Cribs) organisierten. Und so betraten um 23 Uhr, nach einer guten Stunde mit Musik von The Charlatans bis The Stone Roses, Paul Linehan (Gesang, Bass), Ashley Keating (Schlagzeug) und Rory Murphy (Gitarre) die Bühne. Gekleidet waren sie uniform mit Stoffhose, Hosenträgern, orangefarbenem Hemd und dunklem Schlips. Sie eröffneten ihr Set, von dem wir zuvor wussten, dass es nicht einmal eine Stunde dauern sollte, mit „Trust In The Future" vom Album „Greenwich Mean Time". Bedenken, dass die älteren Titel zu Gunsten der neusten Platte zurückstecken müssten, wurden schnell zerstreut, denn es folgte „John And Sue" und „Fashion Crisis Hits New York" vom Debütalbum „Trains, Boats And Planes" (das schon allein 5 Single-Hits aufweist, werte Freundin!). 

Während Rory Murphy, der erst 2010 zur Band stieß, im Verlauf des Auftritts stumm blieb, unterhielten sich (und das Publikum) Paul Linehan und Ashley Keating in der ersten Konzerthälfte aufs Trefflichste. So erfuhren wir, dass Keating zum ersten Mal in über 20 Jahren vom Hintergrund, da dort das Schlagzeug der Cribs bereits aufgebaut war, nach vorne rücken durfte und sich „godlike" fühlte. Linehan „bedankte" sich für Passivrauchen, denn dadurch werde seine Stimme im Verlauf des Abends immer tiefer, wofür wir im Rod Stewart / Tom Jones-Style noch eine Kostprobe erhielten. Und vor dem Song „Berlin" flachsten die extra für dieses Konzert angereisten Iren noch über die frühere Hauptstadt Bonn und die ihnen bekannte Rivalität zwischen Köln und den benachbarten Düsseldorf und Leverkusen. Doch irgendwann schien ihnen aufzufallen, dass sie bei dem ganzen Gerede niemals ihre Setliste rechtzeitig vor der nächsten Band, die um 24:00 Uhr beginnen sollte, fertig haben würden und so wurde - ich muss wieder darauf herumreiten - ein wahres Hitfeuerwerk („Indie Love Song", „After All", „Colours", „This Is Not A Song") abgebrannt. 

Zwischendurch gaben sie noch, womit man zuvor rechnen konnte, „The Model" von Kraftwerk in typischer Frank and Walters-Marnier zum Besten und ließen anschließend, wovon man fest ausgehen konnte, auch ihren kurzen Trademark-Song „We Are The Frank And Walters" vernehmen. Nach rund 50 Minuten war Schluss mit nostalgisch und man konnte glücklich nach Hause fahren.

Setlist The Frank and Walters, Werkstatt, Köln:

01: Trust In The Future 
02: John And Sue 
03: Fashion Crisis Hits New York 
04: Each Tree 
05: Berlin 
06: Little Dolls 
07: That's Life 
08: Indie Love Song 
09: The Model (Kraftwerk Cover) 
10: We Are The Frank And Walters 
11: Walter's Trip 
12: After All 
13: Colours 
14: This Is Not A Song

Man hätte glücklich nach Hause fahren können, doch die Chronistenpflicht hielt uns noch vor Ort. Früher hatten The Frank And Walters eine Vorband namens Radiohead (hier ist der Beweis) und an diesem Abend eben eine Nachband namens The Cribs, die den verbliebenen Zuschauern mit ihrer Mischung aus Garage Rock und Punkrock gehörig eins auf die Ohren gaben.

 Neben der Setliste ist zu vermeldet, dass The Cribs offensichtlich abergläubisch sind, da auf der Setliste „Be Safe" (mit Videoeinspielung) nicht als 13. Song, sondern als „12a" vermerkt war und dass neben den drei Jarman-Brüdern ein vierter Musiker mit Gitarre auf der Bühne stand, der sich aber im hintersten Eckchen verborgen halten musste. Wenn sie dies mit Johnny Marr ebenso gehalten hatten, ist klar, warum er nur kurzzeitig (2008 - 2011) der Band beigetreten war. Ross Jarman spielte Schlagzeug und das kann er nicht nur im Sitzen, sondern auch im Stehen, wahlweise auf seinem Hocker oder dem Schlagzeug selbst. Die Zwillinge Gary und Ryan bearbeiteten Bass und Gitarre und sangen so gut es eben ging bzw. schrieen was Stimmbänder und Lungen hergaben, wobei Ryan durch eine 1a-Playmobil-Frisur bestach.

Letztendlich konnte man den Veranstaltern für einen tollen, extrem preisgünstigen (12,- €) Konzertabend dankbar sein. Doch warum weist mich einer von ihnen am Merchandise-Stand darauf hin, dass „Greenwich Mean Time" das neue Album der Frank And Walters ist? Das weiß sogar meine Freundin! Man erklärt schließlich auch keinem Iren, wer St. Patrick ist!

Setlist The Cribs, Wektstatt, Köln:

01: Come On Be A No-One
02: Our Bovine Public 
03: I'm A Realist 
04: We Share The Same Skies 
05: Glitters Like Gold 
06: Jaded Youth 
07: You Were Always The One 
08: Cheat On Me 
09: Bolthole 
10: Mirror Kissers 
11: Anna 
12: Another Numbers 
13: Be Safe 
14: Hey Scenesters 
15: Mens Needs 
16: City Of Bugs


Clara Luzia, Paris, 22.11.12

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Konzert und Burchpräsentation: Clara Luzia & Sarah Haas
Ort: Gals Rock, Paris-Pigalle
Datum: 22.11.2012
Zuschauer: 15
Konzertdauer: knapp 40 Minuten


Ist schon interessant (aber in jeder Hinsicht wundervoll!), daß eine junge homesexuelle Wienerin einem alten heterosexuellen Wahl-Pariser wie mir aus der Seele spricht bzw singt. Dass sie mich mit ihren hochmelancholischen Songs und den persönlichen Texten so berührt und aufwühlt wie kaum eine Zweite in diesem Jahr. 



Von der Sensibilität, Fragilität und Weltklugheit von Clara Luzia fühle ich mich fast magisch angezogen. Sie drückt bei mir einfach die richtigen Knöpfe und bringt mich regelmäßig an den Rand der Tränen. Schmalztriefend ist bei ihr trotzdem nichts und sie ist auch keines dieser süßen Mädels, die belanglosen, auf Schönheit getrimmten Folkpop ins Mikro hauchen. Man spürt bei ihr eine sanfte Revolte, ein Aufbäumen gegen widrige gesellschaftliche Verhältnisse, nicht selten auch eine Abrechnung mit Leuten die sie als "assholes" bezeichnet. In gleich zwei ihrer heute in der tollen Galerie Galsrock gespielten Songs (Monster & Nutrition) ging es um solche Arschlöcher, die es eigentlich nicht wert sind (O-Ton Clara Luzia), daß man sich mit ihnen beschäftigt. Aber es gab auch einen wundervollen Lovesong für ihre kunstschaffende und auch heute anwesende Freudin Sarah Haas namens The Waving Ones. Ein Lied, das ich seit Wochen nicht mehr aus dem Ohr bekomme, daß mir so nahe geht, daß es schon fast weh tut.



The Waving Ones ist ein älteres Stück von Falling Into Place, aber heute bei Galsrock gab es mehrheitlich Lieder vom im März 2013 erscheinden Longplayer We Are Fish zu hören. Lieder, die allesamt so authentisch und herzerwärmend klangen, daß ich kaum bis nächstes Jahr warten kann, um das Machwerk mitsamt dem Cover und dem gesamten Artwork in Händen zu halten. Diese optischen Aspekte sind mir nämlich auch wichtig und bei Clara Luzia dürfte es ähnlich sein, denn ihre Freundin Sarah Haas hatte extra für den heutigen Showcase einen wundervollen Bildband mit Namen Faces To The Sound angefertigt, in dem man auch Songtexte und natürlich fabelhafte Fotos finden kann. Für 25 Euro ging er über den Ladentisch und wer daran interessiert ist, wird sicherlich die passenden Links im Internet dazu finden.

Aber reden wir noch ein einige über die heute performten Lieder. Da gab es nämlich mit Sink Like A Stone und Morning Light zwei Tracks die exemplarisch noch einmal genannt werden sollten. Zu Sink Like A Stone findet man im Buch einen herrlichen Bergsee in Kanada und kann zudem die Gitarren-Tabs und Songetxte mitverfolgen.To sink like a stone ain't nice, no I rather swim like a seal, that's right, love", sang Clara Luzia so wundervoll und bei Morning Light spielte sie extra die traurige Version und intonierte den nahegehenden Text mit viel Gefühl "I know this look it's the sadness in your eyes that always shook me deep inside"...



Trotz dieser traurigen Lieder wurde aber auch viel gelacht zwischen den Songs, wenn Clara Luzia zum Beispiel wieder ewig brauchte um ihre Gitarre mit Hilfe ihres I-phones zu stimmen ("I i love my i-phone, it does everything, beside paying my bills") und dabei immer wieder ein wenig fluchte, oder wenn sie kopfschüttelnd erklärte, zu viele Songs über Arschlöcher zu schreiben.

Nach knapp vierzig Minuten war der Showcase dann aber leider vorbei und nun wartet ganz Paris drauf, daß Clara Luzia mit neuem Album im Gepäck und zusamen mit ihren Band wieder live in Paris spielt!

Setlist Clara Luzia, Paris, Galsrock

01: Quiet
02: Sink Like A Stone
03: Monster
04: No One's Watching
05: Fall
06: Nutrition
07: Waving Ones
08: Love In The Times Of War
09: Morning Light (Sad Sad Song)






The xx, Esch-sur-Alzette, 23.11.12

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Konzert: The xx (& Austra)
Ort: Rockhal, Esch-sur -Alzette (Luxemburg), Sonic Visions
Datum: 23.11.2012
Dauer: The xx gut 70 min, Austra 38 min
Zuschauer: vielleicht 2.500 (nicht ausverkauft, bei xx aber recht gut gefüllt)



Bisher habe ich noch nie einen Konzertbericht vorgeschrieben. In einem meiner Lieblingsbücher ("Stories we could tell" vom ehemaligen NME-Journalisten Tony Parsons) kostet ein Phantasie-Konzertbericht einen der Helden des Romans seinen Job, also schreibe ich nur über Dinge, die ich erlebe, der Rest ist zu riskant. Trotzdem war ich auf dem Weg nach Esch sehr sicher, wie mein Artikel über den Auftritt von xx sein würde. Der Abend würde mich langweilen, der Zauber, vielleicht nur das Neue der Band von vor ein paar Jahren, wäre weg. Ich hätte, wie immer, wenn mir eine Gruppe nicht mehr gefällt, die groß geworden ist, zu erklären, daß meine flötengegangene Liebe nichts mit dem mittlerweile großen Erfolg der Band zu tun hätte. Daß Musiker, die plötzlich im Radio laufen, oft in meiner Gunst sinken, folgt nicht dieser fiesen Hipster-Regel, nur Künstler zu hören, die keiner kennt, sondern hängt einfach eng damit zusammen, daß Mainstream-Erfolg eben meist Folge einer musikalischen Umorientierung ist. Im Prinzip (und im Kopf) war der Kram also schon geschrieben, bevor ich in der Rockhal ankam, allerdings machten mir The xx einen Strich durch die Rechnung, sie waren nämlich verflucht gut!

Das, was ich auf der Hinfahrt quasi als Joker in der Tasche hatte, Austra aus Kanada, von denen ich sicher war, daß sie mich wieder bestens unterhalten würden, enttäuschten dagegen, vielleicht habe ich die jetzt wirklich zu oft gesehen.

Die Band aus Ontario ("we're Austra from Torronno." - "Torronno, Cänädäää!"), macht Elektro-Pop, der besonders vom Gesang ihrer Frontfrau Katie Selmanis lebt, die als Kind eine klassische Ausbildung bekommen hat und Mitglied des Canadian Children's Opera Chorus war. Ihre hohen "Oh-ohs" in Stücken wie Lose it, sind eines der herausragenden Merkmale von Austra. Bei den Live-Shows sind aber die beiden Background-Sängerinnen Romy und Sari Lightman, die den immer wieder operettenhaften Pop mit Ausdruckstanz und lustigen Outfits bereichern. Den Lightman-Zwillingen zuzusehen, war auch heute ein großer Spaß, die Musik dagegen ließ mich deutlich kälter als bei unseren ersten Begegnungen. Da saßen einige der hohen Töne nicht richtig, und vielleicht ist der Witz beim dritten mal einfach nicht mehr komisch genug, um den Auftritt mehr als ok zu bewerten.

Setlist Austra, Rockhal, Esch-sur-Alzette, Luxemburg:

01: The choke
02: The future
03: The villain
04: Darken her horse
05: Painful like (neu)
06: Beat and the pulse
07: Lose it
08: Spellwork


Die zweite xx Platte Coexist, die eigentlich hervorragend ist, habe ich so gut wie nie gehört, ihre Vorgängerin hingegen zig mal. Irgendwie fehlt mir immer wieder die Lust, das aktuelle Album aufzulegen, ich habe keine Ahnung warum. Dabei hatte ich mich nach dem herausragenden Festival Auftritt im Mai in Barcelona so sehr auf Platte zwei gefreut. The xx hatten da in einer warmen Mittelmeer-Nacht viele der neuen Titel gespielt, die mich extrem begeistert hatten. Wenn mich Coexist dann enttäuscht hätte, verstünde ich mein eingebrochenes Interesse, aber so? Ich bin mir ein Rätsel.


Nach Austra hatte sich alles ein wenig verzögert. Bis zum angesetzten Starttermin (in Luxemburg weiß man immer, wann was anfängt), blieben keine 20 min, das erschien mir für eine so vom Klang abhängige Hauptgruppe arg optimistisch. Es dauerte fast eine halbe Stunde länger bis das Licht im großen Saal der Rockhal ausging und die drei xx hinter einem transparenten Vorhang erschienen und Angels anstimmten. Daß das und das folgende Heart skipped a beat vom Debüt, nachdem der Vorhang gefallen war, überragend waren, machte mich noch nicht stutzig, das sind eben Über-Hits. Spätestens in der Mitte, als einige der neuen Stücke nach einander kamen, wurde mir klar, daß ich meinen Kopf-Bericht wieder löschen muß. Es blieb so aufregend, wie The xx bisher immer waren. Die Band ist groß geworden, ihr Bühnenverhalten ist routinierter als bei den kleinen Clubkonzerten von vor drei Jahren. Auf einer riesigen Bühne wie der in Esch stehen Gitarristin Romy Madley Croft und Bassist Oliver Sim weit auseinander. Dies passt aber besonders bei ihren asynchronen Duetten ganz ausgezeichnet. Kleine Bühnen werden die Londoner auch nicht mehr erleben.


Daß Romy und Oliver aneinander vorbei singen und dabei herrlich gelangweilt klingen, ist eines der prägenden Elemente der Band. Das andere ist die Art, wie Elektro-Chef Jamie Smith seine Instrumente bedient. Bei Reunion fiel mir zwar auf, daß Jamie offenbar mehr vorbereitete Sounds benutzt (nicht zu ernst nehmen, ich habe keinerlei Ahnung!), bei den folgenden Stücken spielte er aber wieder jeden Beat live. Es gibt so viele Elekro-Bands, bei denen ich mich frage, was die Typen hinter den Mac-Books machen, ob sie vielleicht doch nur bei Facebook surfen, bei Jamie xx sieht man, was er macht. Es ist eine herrlich analoge Herangehensweise für einen Elekro-Musiker, nicht nur an Drehreglern zu spielen, sondern den Grundrhythmus wie ein Schlagzeuger live einzuspielen. Wäre das nicht mehr da (so mein Eindruck eben bei Reunion), es wäre ein ganz großer Knüller weg!


In der Mitte des Konzerts, so zwischen Night time und Shelter, flossen die Lieder ineinander über. Diese Phase war atemberaubend gut! Aber Durchhänger gab es eh keine, wenn ich ein Haar in der Suppe suchen müsste, dann die dumpfen, schmerzhaften Bässe bei Fantasy und Missing. Hätten die wenigstens dafür gesorgt, die sich laut unterhaltenden Französinnen hinter mir zu vertreiben (die vermutlich wegen der nachfolgenden DJ-Band C2C da waren), aber die waren stumpf und blieben. Das versaute mir das Konzert aber nicht, ebenso wenig die gute Laune-Klatsch-Geselligkeit.

Wenn mich solches Unverhalten nicht stört, spricht das wirklich für ein Konzert.


Ein durch und durch grandioses Infinity beendete das normale Programm. Währenddessen wurde ein Vorhang hinter der Bühne hochgezogen, auf den vorher immer wieder Filme projeziert worden waren. Darunter erschien ein riesiges dreidimensionales beleuchtetes x. Dies beim letzten Lied erst zu zeugen, ist irgendwie sinnbildlich für die Musik, bei der auch vieles so beiläufig klingt. Wahrscheinlich deute ich da viel zu viel rein, das späte Zeigen des sicher irre teuren Deko-x war jedenfalls ein Effekt, der perfekt war!

Daß die erste Zugabe dann ausgerechnet Intro war, passt in dieses Bild! Das x nahm jetzt die bunten Farben des Coexist Covers an, unter ihm folgten noch Tides und Stars, und nach knackigen 70 Minuten war das Spektakel beendet. 


Alles an diesem Auftritt war stimmig! Wie froh bin ich doch, daß ich nicht auf das ausverkaufte Palladium angewiesen war, um The xx zu sehen. Die Rockhal erfordert zwar mehr Anreise, ist aber mehr und mehr einer meiner Lieblingsplätze, Bands zu sehen, wobei mir schon manchmal recht wäre, wenn das Programm des Kulturzentrums etwas weniger toll wäre.

Setlist, The xx, Rockhal, Esch-sur-Alzette, Luxemburg:

01: Angels
02: Heart skipped a beat
03: Fiction
04: Crystalized
05: Fantasy
06: Missing
07: Reunion
08: Sunset
09: Night time
10: Swept away
11: Shelter
12: VCR
13: Islands
14: Chained
15: Infinity

16: Intro (Z)
17: Tides (Z)
18: Stars (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- The xx, Barcelona, 31.05.12
- The xx, Köln, 26.08.10
- The xx, Barcelona, 27.05.10
- The xx, Paris, 18.02.10
- The xx, Frankfurt, 03.11.09
- The xx, Köln, 15.10.09
- Austra, Köln, 24.05.12
- Austra, Paris, 28.08.11
- Austra, Köln, 25.06.11
- Austra, Paris, 01.04.11
- Austra, Paris, 20.01.11 


Donnerstag, 22. November 2012

Allo Darlin', Köln, 21.11.12

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Konzert: Allo Darlin' & Making Marks
Ort: Die hängenden Gärten von Ehrenfeld, Köln
Datum: 21.11.2012
Dauer: Allo Darlin' 80 min, Making Marks knapp 20 min
Zuschauer: 60 (ausverkauft)


2012 sind sicherlich viele tolle Platten erschienen. So genau weiß ich das aber nicht, weil bei mir vor allem Europe von Allo Darlin'* läuft. Wieder und wieder. Was soll ich da auch blöde Experimente machen, wenn ich doch weiß, was ich an der zweiten Platte der englischen Indie-Pop Gruppe habe?

Vor ein paar Monaten war ein Konzert der in London ansässigen Band in Münster angekündigt, kurz danach aber wieder gestrichen worden. Als Allo Darlin' dann schließlich bei Facebook nach einem Konzerttermin in Köln suchten und zu meiner Erleichterung schnell ein Auftritt angekündigt wurde (während ich noch überlegte, ob ich mir das zutrauen sollte), war alles gut! Die Band zur Platte des Jahres würde ich also doch noch live sehen. Als auf der Website der Kneipe, in der das Konzert stattfinden sollte, keine Vorverkaufsinfos folgten, dachte ich mir nichts Böses, bis ich kurz später bei lastfm lesen musste, daß das Konzert bereits ausverkauft wäre. Standortnachteil Landleben und riesengroße Katastrophe!


Ich schreibe einen Konzertbericht, man ahnt, es gab noch eine Karte für mich (dank einer guten Fee!), ich war mit selten großer Vorfreude zeitig in den hängenden Gärten vom Ehrenfeld, einer Bar mit kleiner Bühne im hinteren Teil, die ihren Namen durch an der Decke befestigte Rosen rechtfertigt. Sehr schön! Die Bühnenecke ist wie ein kleines Wohnzimmer (Typ: Oma mag es gemütlich) inklusive eines Sofas eingerichtet. Dort war bereits aufgebaut, als ich ankam.


Auch auf die Vorgruppe Making Marks, die früher einmal mylittlepomy hießen, hatte ich mich extrem gefreut. Die norwegische Tweepop-Band hatte ich im April 2011 als Vorprogramm von Asobi Seksu gesehen, die sie massiv an die Wand spielten. mylittlepony hatten damals gesagt, es sei ihre Strategie, im Frühjahr durch Deutschland und im Herbst durch Spanien zu touren; als Norweger hielten sie das aus klimatischen Gründen für clever. Ob die falsche Jahreszeit der Grund dafür war, daß Making Marks nur als Duo auftraten weiß ich nicht, jedenfalls betraten um halb neun nur Sängerin Nina und einer der beiden Gitarristen (Ola oder Simen, ich weiß es nicht) die Wohnzimmerbühne.

Die fünf gespielten Lieder der beiden gefielen mir sehr gut, wobei Making Marks in voller Bandbesetzung erst ihren ganzen Charme ausspielen. Außerdem waren die 19 Minuten ihres Konzerts wirklich nur ein Appetitanreger und kein volle Vorspeise. Eine mündige Bürgerin in der Nachbarschaft, die vermutlich eine zu gute Rechtschutzversicherung hat, erlaubt nur Konzerte bis halb elf, also wurde vorne gekürzt.

Allo Darlin' traten mit der kompletten Mannschaft an. Neben Sängerin Elizabeth Morris sind dies Schlagzeuger Paul Rains (Bart), Gitarrist Mikey Collins (Bart) und Bassist Bill Botting (Walross-Schnauzbart). 

"Making Marks haben uns eingelullt, wir beginnen daher auch ruhig", klang viel böser, als es sicher gemeint war, die ersten beiden Stücke des Konzerts Some people say und Let's go swimming waren aber langsam, erst mit Neil Armstrong begann der schmissige Teil des Sets. Allo Darlin' sind so sehr Indie-Pop, wie ihr Name, das Styling der Bandmitglieder und die Texte der Stücke vermuten lassen. Wundervoll! Wer singt schon Lieder über Pop-Kassetten im Auto? Biffy Clyro sicher nicht. An Allo Darlin' ist alles, wirklich bis in kleinste Detail liebenswert!

Christoph, sachlich bleiben!

Bei den ersten Stücken, auch denen die flotter sind, spielte die gebürtige Australierin Elizabeth Ukulele. Erst zum wundervollen** Capricornia schnallte sie sich eine E-Gitarre um, die nach drei Liedern wieder gegen die Ukulele ausgetauscht wurde.


Die Minigitarre hatte unter anderem den Vorteil, daß es sich mit ihr besser hüpfen lässt! Immer wieder hüpften Elizabeth und der proppere Bill synchron auf der Stelle.

Auch wenn er nicht sprang, war es herrlich, dem Bassisten zuzugucken, in dessen sehr charismatischen Gesicht eine scheinbar ausgezeichnete Laune abzulesen war, er strahlte rund um seinen Schnurrbart.

Ich fange gar nicht erst an, beste Lieder rauszupicken, sie waren es alle. Was soll ich auch zu Neil Armstrong oder If loneliness was art, Wonderland oder all den anderen sagen? Oder dem Polaroid Song?

Mittendrin kündigte Elizabeth ein Cover ihrer australischen Landsleute Go-Betweens an. Das war das gute fremde Lied des Abends. Mitten in Kiss your lips bauten Allo Darlin' das totgenudelte You can call me Al von Paul Simon an, das mir früher schon gehörig auf den Keks ging. So eingebettet in ein schönes Lied und gespielt im Stil einer fabelhaften Band, ging das nervöse Ding aber auch schon viel besser.

Vor den Zugaben verschwand die Band gar nicht erst, der Raum war zu klein, das Sofa auf der Bühne zu verlockend. Dort und auf dem Boden blieben die drei Männer sitzen, während Elizabeth nur mit Ukulele einen meiner Lieblinge anstimmte. "And you were searching something to sing to as the radio played another terrible song. But lucky for you, you found the tape with Tallulah on..." Blöderweise nutze das ein blonder Besucher für einen 15-Minuten-Ruhm Auftritt und unterbrach Elizabeth mit lautem Gesang der Bratwurst Zeile und einem Kazoo-Solo. Die Sängerin brachte das merklich aus dem Tritt, sie reagierte allerdings erstaunlich und vorbildlich gelassen, bat nur irgendwann, damit aufzuhören. Manchmal bin ich schon wahnsinnig glücklich, daß mir zum vollem Ausleben meiner rheinischen Frohnatur oft der Mut fehlt. Schade, schade um dieses wundervolle Lied.

Auf (guten) Zuruf hin (danke!) spielten alle vier Darlins dann noch ihre uralt-Single Henry Rollins don't dance, obwohl Bill vorher erklärte "we found out, he actually does!"

Nach 80 Minuten und fünf vor der Klage der Wutnachbarin, die laut Elizabeth mal feiern gehen solle, verließ die Sängerin die Bühne. Ihr Bassist erkärte, wenn sie einmal gehe, sei es vorbei. Ich hätte mir das noch stundenlang anhören können, aber so ist das nun mal bei Lieblingsbands.

Danke dafür, sie nach Köln geholt zu haben, gute Fee! Ohne wäre das Musikjahr nicht richtig gewesen.

Setlist Allo Darlin', Die hängenden Gärten von Ehrenfeld, Köln:

01: Some people say
02: Let's go swimming
03: Neil Armstrong
04: Europe
05: The Polaroid song
06: If loneliness was art
07: Capricornia
08: Wonderland
09: Dive for your memory (The Go-Betweens Cover)
10: Silver dollars
11: Kings and queens
12: Woody Allen
13: My heart is a drummer
14: Still young
15: Kiss your lips (mit You call me Al (Paul Simon Cover))

16: Tallulah (Z)
17: Henry Rollins don't dance (Z)

Links:

- Allo Darlin', Paris, 25.02.11
- Allo Darlin', Köln, 28.07.10
- Allo Darlin', Paris, 27.07.10


* Reihenfolge sehr wichtig!
** benutze ich hier oft. Aber sonst passt ja auch nichts.


Mittwoch, 21. November 2012

Female Noise Pop/New Wave Revival, Paris im Spätherbst 2012

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Konzerte: Female Noise Pop/New Wave Revival mit Video Love, Alex June, Happy New Year, Animal Bodies, Bestial Mouths, U.S. Girls
Orte: International und Espace B, Paris
Daten: 29.10.2012 (Video Love, Alex June und Happy New Year), 12.11.2012 (Animal Bodies & Bestial Mouths), 19.11.2012 (U.S. Girls)




Verschiedene Konzerte in einem Bericht zu verwursten mache ich sonst selten, aber hier passt es einfach musikalisch, so daß  eine Koheränz besteht. Bei all diesen Shows gab es nämlich Paralellen. Es stand jeweils eine Frau bzw. Sängerin an der Spitze der Band bzw. des Soloprojekts, die stilistischen Wurzeln langen in den (frühen) 1980 er Jahren und Vorbilder für all diese Acts dürften Künstlerinnen wie Blondie, Souxsie and The Banshees und X-Ray Spex gewesen sein. Dennoch klangen alle anders, manche punkiger und roher (Bestial Mouths) andere poppiger und schriller (Alex June) oder elektronischer (Animal Bodies). Die Chancen, mit dieser Musik auch einen Teil des Mainstreampublikums zu erreichen, scheinen mir bei den meisten dieser Damen gering zu sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß dies das wichtigste Ziel dieser Musikerinnen ist. Sie spielten und spielen für ein Publikum, daß zwar überschaubar, aber zu fast 100 % indie und neugierig auf schräge Kost ist.



Im International fand am 29. Oktober eine Show statt, die im Zeichen der Veröffentlichung der ersten EP von Alex June stand. Die june Dame stammt aus Chile, wohnt aber seit 2007 in Paris. Ein richtig bunter Vogel diese Alex, mit stilechter Fönfrisur im Stile der Achtziger, Glitzer-Oberteil und einem hohen Kleinmädchen Gesang, der von synthetischen Klängen begleitet wurde. Eine kunterbunte Mischung aus Lene Lovitch, Grimes, Cocteau Twins, Coco Rosie und französischen New Wave Sängerinnen. Sie sang nämlich auch ab und zu auf französisch, ansonsten aber auf englisch. Größter Hit war sicherlich das Stück Alaviksertaxz, das fast sücht machend wirkte und irgendwie stark japanisch klang. Ein wahnsinnig tanzbares Lied mit einer absolut einprägsamen Melodie, das mit dem Marketing Etat eines Majorlabels (das sie nicht hat, da sie bei dem kleinen aber feinen Lentonia Records veröffentlicht) definitiv Chancen auf eine Chart-Platzierung hätte. Also Daumen hoch für Alex June, die gefiel mir richtig gut. Was für ein Paradiesvogel! Was für eine Stimme! Und ihre Ep Plan X kaufe ich mir sofort, wenn sie auf CD erhältlich ist, bisher gibt es sie nur digital.

  Alaviksertaxz by alexjune 



Von Video Love, die vorher aufgetreten waren, gibt es bereits Tonträger. Es handelt sich um ein gemischtes französisches Duo, das ziemlich düstere Eletroklänge mit französischen Texten kredenzte. Ebenfalls ein bemerkenswerter Act mit einer leicht krautrockigen, experimentellen und industriellen Seite und... wie könnte es bei dem Namen auch anders sein!, mit Videos im Hintergrund.

  video love by Lentonia  

  TROU NOIR by alexjune


Den guten Konzertabend beschloß die in New York lebende Australierin Eleanor Logan, die unter dem Moniker Happy New Year firmiert. Ein ausgeflipptes, sehr abenteuerlustiges Mädel, das auf der Bühne sehr sexy und sinnlich agierte, ihre Stimme mit starken Halleffekten versah und ihre Gitarren- und Synthieparts loopte. Mit Noise Pop oder Dream Pop konnte man das Ganze beschreiben, denn das Girl hatte ihre helle Freude an massiv lauten Geräuschen und verhuscht-verhallten Instrumentalparts, wenngleich sie mit dem Sound nicht immer zufrieden schien. Ihr war alles zu leise und gleich mehrfach versuchte sie vergeblich, den Soundmenschen dazu bewegen, die Regler stärker aufzudrehen. 


Gegen Ende mischte sich die hübsch tätowierte Blondine gleich mehrfach unters Publikum und heizte vor allem den jungen Männern ganz schön ein. Wow, das war heiß! Ihr französisches Label heißt übrigens SVN SNS RCRDS und die haben auch noch andere gute Acts am Start. Also ruhig mal reinhören.

  HAPPY NEW YEAR 'HAPPY NEW YEAR' by HAPPY NEW YEAR 






Am 12. November 2012 gab es dann im Espace B einen ziemlich krassen Konzertabend. War wirklich was für Nachtschattengewächse, gothisch angehauchte Leute und Freunde derberer musikalischer Genüsse. Bestial Mouths aus Los Angeles machten den Anfang und der Name war gut gewählt, denn das Set hatte in der Tat eine bestialische Note. Eine hübsche brünette Furie mit pinkfarbener Strumpfhose wirbelte 25 Minuten lang wie auf Extasy durch den Saal und keifte die Gäste aus nächster Nähe förmlich an. Die meiste Zeit verbrachte sie wirklich zwischen den Fans und nicht auf der Bühne. Sie schrie wie vom Teufel besessen, guckte grimmig drein und gab, von einer formidabel aufspielenden Drummerin angetrieben, eine halbe Stunde lang Vollgas. Das war roher radikaler Punk (manche nennen das vorliegende Genre auch Deathrock) wie ich ihn mag. Gemein, furchteinflößend, höllisch schnell und immer voll auf die Zwölf. Das Ganze hatte Züge von einer Hexenverbrennung oder einem Horrorfilm und bei einem Lied stieß die Sängerin einen solch langen spitzen Schrei aus, als sei sie gerade über eine Leiche gestolpert.

  Hollowed (Live) by Bestial Mouths 


Ihr Gesang erinnerte recht stark an Siouxsie Sioux, war aber noch agressiver und hysterischer und daher auch mit der morbiden Diamanda Galas zu vergleichen. Aber nicht nur ihre Stimme und ihre außerordentliche Energie trugen zu einem gelungenen Kurzkonzert bei, sondern auch die herrlich gruseligen Synthieparts und das tribalische Schlagzeug.

Sicherlich nicht für jeden etwas, diese Band aus L.A., aber wir sind ja auch hier nicht im ZDF Fernsehgarten.

Beeindruckender Auftritt!




Setlist Bestial Mouths, Espace B, Paris

01: Deathrattle
02: Gulls
03: White Eyes
04: Hollowed
05: Small Prey
06: Yes A Great Silence Is Waiting
07: Rattling The Teeth





Animal Bodies im Anschluß waren dann ähnlich speziell, aber für softe Ohren doch wohl etwas erträglicher. Hier gab es keine spitzen Schreie und keine durch das Publikum rasende Sängerin, dafür aber schnelle harte Synthiebeats, einen verhallten Frauengesang, Machinedrums und ab und zu verzerrte Postpunk- Gitarren. Das gemischte Duo (Natasha und Sam) kam aus Vancouver/Kanada, stellte sich aber nicht vor, sondern spulte ihr Programm, zu dem sowohl das obercoole Fata Morgana als auch das rasante Venus Transit gehörte, kühl und distanziert ab. Die Rhythmen waren absolut tanzbar, aber einen Pogo legte hier und heute keiner aufs Parkett. Die meisten Leute begnügten sich damit, energisch den Kopf hin-und her zu schütteln.

  FATA MORGANA by Animal Bodies 

  VENUS TRANSIT by Animal Bodies 



Stilistisch würde ich das New Wave, Dark Wave oder Synth Punk nennen, kennzeichend war die repetitive Drummaschine und der geisterhafte Nachtwandlerinnengesang von Natasha, einer legitimen Nachfahrin von Nico.


Auch ihre Musik würde sich prima für einen Horrofilm eignen, aber auch beim Joggen dürfte der zackige Rhythmus einen mächtig antreiben und durch den Park hetzen lassen. Der Geist von Ian Curtis war manchmal nicht weit, aber Natasha sah definitiv lebendiger aus, wenngleich sie ihre Augen hinter einen schwarzen Sonnenbrille verbarg.

Animal Bodies spielten ebenfalls ein kurzes Set, das noch nicht einmal dreißig Minuten dauerte und einen etwas hungrig zurückließ. Ich hätte gerne mehr düstere Musik für mein Geld (das ich nicht bezahlt habe) gehört, musste mich aber von meiner genügsamen Seite zeigen.

Wenn die Acts mal wieder nach Europa kommen, dann bitte etwas länger. Danke, Ende der Durchsage!


  JUNGLE CATHEDRAL by Animal Bodies



So, kommen wir aber auch noch kurz auf U.S Girls zu sprechen. Obwohl man das dem Namen entnehmen könnte, handelt es sich hierbei nicht um eine amerikanische Girlgroup, sondern um das Soloprojekt einer einzigen Dame, der feschen Blondine Meghan Remy, die mich mit ihren strahlend blauen Augen ganz verrückt machte. Sie spielte am 19. November allerdings nicht allein, sondern wurde von den Jungs von Slim Twig begleitet, die auch das Vorprogramm bestritten und hierbei eine gute Figur abgegeben hatten. Gemeinsam boten sie ein druckvolles Set, daß allerdings trotzdem nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte. Die auf Platte so markante Kleinmädchenstimme von Meghan ging live doch etwas unter und auch der Sixties-Charme, der die Tonträger auszeichnet, kam nicht richtig zur Geltung.

Ausnahmsweise konnte ich einem Act also live weniger abgewinnen als der Konserve. Die Melodieseeligkeit und der Zuckerguss ging einfach flöten und zudem dauerte das Konzert wegen eines Problems mit der Orgel nur dürftige 25 Minuten. Viel zu wenig, um richtig warm zu werden und sich ordentlich zu amüsieren. Trost konnte man freilich hinterher finden, indem man sich den auf Fatcat Records erschienenen Tonträger zulegte, oder sich mit der sexy Meghan abknipsen ließ. 





 

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