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Donnerstag, 30. Mai 2013

Prag, Köln, 28.05.13

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Konzert: Prag 
Datum: 28.05.2013 
Ort: Werkstatt, Köln 
Zuschauer: Ca. 150 
Dauer: Ca. 105 Minuten 


von Ursula von neulich als ich dachte


Seit letztem Freitag bin ich Besitzerin einer Bahncard 100, was mich dazu befähigt, ohne weitere Kosten ein Jahr lang innerhalb Deutschlands jeden Zug zu nehmen. Das befähigte mich, vorgestern nach dem Büro mal eben in den Schnellzug nach Köln zu steigen und dort in der Ehrenfelder Werkstatt ein Konzert der Band Prag zu besuchen. 

Prag sind vor allem dafür bekannt, dass ihr prominentestes Mitglied die Schauspielerin Nora Tschirner ist. Leser des Konzerttagebuchs konnten sich aber schon in nicht weniger als drei positiven Rezensionen darüber informieren, dass die Band nicht nur ein Promi-Vehikel ist. 

Kennt man diese Berichte, stellt man fest, dass am Dienstag vieles "wie sonst" war, insbesondere die Setliste, die ist nämlich bei allen Konzerten der aktuellen Tournee gleich. Los ging es also auch in der Werkstatt mit dem Instrumentalstück "Leisetreter", für das zunächst eine aus drei Streichern (Geige, Bratsche, Cello), einem Trompeter, einem Keyboarder, einem Schlagzeuger und einem Bassisten bestehende, komplett schwarzweiß gekleidete Band einlief, dann auch die drei Protagonisten Erik Lautenschläger, Tom Krimi und Nora Tschirner. 

Nach dem ersten Lied mit Text, "Zeit", forderte Nora Erik auf, jetzt mal etwas
zum Publikum zu sagen, worauf wir kurz angeleuchtet wurden, damit die Band uns sehen konnte. Nora erzählte, in Köln habe es letztes Jahr bereits ein Prag-Konzert gegeben, und forderte die Besucher, die dort gewesen waren, auf, sich zu melden - was drei auch taten. 

Bei dem recht ausführlichen Geplänkel, vor allem von Nora, zwischen den einzelnen Liedern blieb es den ganzen Abend lang, was dazu führte, dass Prag es trotz ihres übersichtlichen Gesamtwerks auf eine Spiellänge von ca. 105 Minuten brachten. So ging es auch viel um einen Stuhl, den die ziemlich fortgeschritten schwangere Nora vorsorglich auf die Bühne gestellt bekommen hatte, und zu dem sie erklärte, sie habe ihn zwar ursprünglich haben wollen, er stehe aber eigentlich bloß im Weg. So bekam das Publikum den Stuhl ausgeliehen, um ihn abwechselnd zu nutzen, den frei gewordenen Platz nutzte Nora dann demonstrativ zum Tanzen. Erst für die erste Zugabe ("Einkauf") wurde er dann, wiederum mit vielen Scherzen, kurz zurück gefordert. 

"Wieder gut" wurde - auch das kann man bereits in anderen Berichten lesen - in einer neuen Countryversion dargeboten, von der Erik erzählte, sie sei von Tom arrangiert worden, um ein für alle Mal einen Streit mit Nora zu gewinnen - sie sei nämlich der Meinung, das Lied sei traurig gemeint, während Tom überzeugt sei, das der Text positiv zu verstehen sei. Was nun stimmt, verriet der Liedautor Erik nicht, allerdings meinte er scherzhaft, so, wie es jetzt klinge, sei das Lied sicher nicht gemeint gewesen. 

Extra für den Country-Teil setzte Nora einen Cowboyhut auf, und zwei Kölner Gäste fühlten sich dazu inspiriert, vor der Bühne besonders wild zu tanzen - auch zu "Warten", das sich ohne Unterbrechung anschloss. Diese Kölner! Sobald man irgendwo den Hauch einer Verkleidung sieht, denken sie, es sei Karneval! 

Der Band gefiel das Gehopse sehr gut, später gesellte sich Nora sogar kurz zu den vor der Bühne Tanzenden - um danach allerdings festzustellen, dass diese Begegnung hinsichtlich der selbst und vom Publikum empfundenen Peinlichkeit irgendwie wie "Schuldisco unter Fünfzehnjährigen" gewesen sei. Auch der Rückweg auf die Bühne fiel etwas beschwerlich aus, nachdem die Bandkollegen mit dem Kommentar "Nun sieh zu, wie du da wieder hoch kommst!" ihre Mithilfe verweigert hatten. 


Ein weiteres Kompliment erhielt Köln dann, als vor "Und jeder hält die Luft an" von Erik festgestellt wurde, die Bar am Rande des Publikums sei ungewöhnlich leise. Normalerweise nutzt die Band wohl das Gläserklirren als Einleitung zum Song ("Sie steht dort an der Bar und nippt kühl an ihrem Wein"), was angesichts der Abwesenheit von typischen Bargeräuschen nicht so recht klappen wollte. 

Bereits ein Klassiker der aktuellen Tournee ist die Einleitung zum letzten Lied
des Hauptteils, "Argumente 1000fach". Anscheinend war das kurze Intro, das Nora bei diesem Lied auf der Gitarre spielt, so ziemlich das erste, was sie für die Band eingeübt hatte, und sie beherrschte es lange Zeit perfekt. In letzter Zeit hat sich aber eine Blockade eingeschlichen, so dass sie versucht, sich während des Spielens abzulenken, damit sie es nicht verpatzt. Und so wurde das Publikum gebeten, Vorschläge zu machen, wen Nora während des Intros nachmachen könnte. Wir erfuhren auch, dass in den vergangenen Tagen bereits Angela Merkel und Farin Urlaub verwendet worden seien. Til Schweiger lehnte sie ab, weil sie keine Freunde imitieren wolle. Letztlich versuchte sie es mit Helge Schneider - und verhaute das Solo dennoch. Also wurde ein neuer Vorschlag gesucht, und mit Louis de Funes klappte es dann doch noch. 

Bereits vor Ende des Hauptteils war uns auch gesagt worden, dass die Band in jedem Fall für Zugaben zurückkehren werde, wenn wir es auch nur ein kleines bisschen wollten, schließlich seien die Lieder eingeübt - und so kam es dann auch, nach nur einigen Sekunden Pause ging es weiter mit "Einkauf", dem neuen Lied "Kein Abschied" und einer Coverversion der französischen Chansonistin Barbara, die angeblich zwischen Ace of Base und Dr. Alban auf Noras iPod vertreten ist. 

Als allerletzten Abschluss - auch das ist ein regelmäßiges Feature bei dieser Tour - wurde das Publikum darauf trainiert, für das Lied "Schicht im Schacht" eben diese Worte zu singen. Wie hier zwischen den Männer- und Frauenstimmen letztlich ein Kanon entstehen sollte, hat sich für mich zwar nicht wirklich erklärt, auch sonst würde ich den Song nicht gerade als Highlight bezeichnen - dennoch blieb ein positiver und unterhaltsamer Gesamteindruck des Abends zurück. Tatsächlich gefällt mir mittlerweile auch Prags Debütalbum immer besser. Sowohl musikalisch als auch unterhaltungstechnisch ein gelungener Abend und ein guter Einstand für meine Bahn-Dauerkarte. 

Setlist Prag, Die Werkstatt, Köln:

01: Leisetreter 
02: Zeit 
03: Sie ham's ja so gewollt 
04: Sophie Marceau 
05: Zweiter 
06: Einfach 
07: Ende 
08: Wieder gut 
09: Warten 
10: Vögel 
11: Und jeder hält die Luft an 
12: Drehbuch 
13: Bis einer geht 
14: Einfach ist gar nichts 
15: Argumente 1000fach 

16: Einkauf (Z)
17: Kein Abschied (Z)
18: Wenn schon sterben (Z)

19: Schicht im Schacht (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Prag, Frankfurt, 13.05.13
- Prag, Tübingen, 11.05.13
- Prag, Köln, 17.10.12



Samstag, 24. November 2012

The Frank and Walters & The Cribs, Köln, 23.11.12

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Konzert: The Frank and Walters / The Cribs
Ort: Die Werkstatt, Köln
Datum: 23.11.2012
Dauer: ca. 50 bzw. ca. 60 min
Zuschauer: ca. 200


von Dirk von Platten vor Gericht

Als ich einem Freund schrieb, dass uns meine Freundin nicht zum Konzert der Frank and Walters begleiten würde, weil sie die Band für ein One-Hit-Wonder hält, meinte er: „Schade, dass du dich von ihr getrennt hast. (Das entnehme ich zumindest zwischen den Zeilen deiner Mail...)" 

Trennungen wegen musikalischer Differenzen gab es bei The Frank and Walters nicht, auch wenn das Trio in über 20 Jahren drei Wechsel auf der Position des Gitarristen vollzog. Besagter Freund kann den musikalischen Stellenwert der Band wesentlich besser einordnen als meine Freundin - ich habe noch einmal ein Auge zugedrückt - und war bereits 1993 mit beim Great Xpectations Festival im Londoner Finsbury Park um The Frank and Walters zu sehen (auch wenn wir ihn glauben ließen, dass wir wegen seiner Lieblingsband The Cure dorthin fahren würden).

In Köln scheint es Menschen zu geben, die dem Britpop ebenso zugetan sind wie wir und die in der Werkstatt „Das Gipfeltteffen der guten Laune" mit zwei Live-Bands (The Frank and Walters und The Cribs) organisierten. Und so betraten um 23 Uhr, nach einer guten Stunde mit Musik von The Charlatans bis The Stone Roses, Paul Linehan (Gesang, Bass), Ashley Keating (Schlagzeug) und Rory Murphy (Gitarre) die Bühne. Gekleidet waren sie uniform mit Stoffhose, Hosenträgern, orangefarbenem Hemd und dunklem Schlips. Sie eröffneten ihr Set, von dem wir zuvor wussten, dass es nicht einmal eine Stunde dauern sollte, mit „Trust In The Future" vom Album „Greenwich Mean Time". Bedenken, dass die älteren Titel zu Gunsten der neusten Platte zurückstecken müssten, wurden schnell zerstreut, denn es folgte „John And Sue" und „Fashion Crisis Hits New York" vom Debütalbum „Trains, Boats And Planes" (das schon allein 5 Single-Hits aufweist, werte Freundin!). 

Während Rory Murphy, der erst 2010 zur Band stieß, im Verlauf des Auftritts stumm blieb, unterhielten sich (und das Publikum) Paul Linehan und Ashley Keating in der ersten Konzerthälfte aufs Trefflichste. So erfuhren wir, dass Keating zum ersten Mal in über 20 Jahren vom Hintergrund, da dort das Schlagzeug der Cribs bereits aufgebaut war, nach vorne rücken durfte und sich „godlike" fühlte. Linehan „bedankte" sich für Passivrauchen, denn dadurch werde seine Stimme im Verlauf des Abends immer tiefer, wofür wir im Rod Stewart / Tom Jones-Style noch eine Kostprobe erhielten. Und vor dem Song „Berlin" flachsten die extra für dieses Konzert angereisten Iren noch über die frühere Hauptstadt Bonn und die ihnen bekannte Rivalität zwischen Köln und den benachbarten Düsseldorf und Leverkusen. Doch irgendwann schien ihnen aufzufallen, dass sie bei dem ganzen Gerede niemals ihre Setliste rechtzeitig vor der nächsten Band, die um 24:00 Uhr beginnen sollte, fertig haben würden und so wurde - ich muss wieder darauf herumreiten - ein wahres Hitfeuerwerk („Indie Love Song", „After All", „Colours", „This Is Not A Song") abgebrannt. 

Zwischendurch gaben sie noch, womit man zuvor rechnen konnte, „The Model" von Kraftwerk in typischer Frank and Walters-Marnier zum Besten und ließen anschließend, wovon man fest ausgehen konnte, auch ihren kurzen Trademark-Song „We Are The Frank And Walters" vernehmen. Nach rund 50 Minuten war Schluss mit nostalgisch und man konnte glücklich nach Hause fahren.

Setlist The Frank and Walters, Werkstatt, Köln:

01: Trust In The Future 
02: John And Sue 
03: Fashion Crisis Hits New York 
04: Each Tree 
05: Berlin 
06: Little Dolls 
07: That's Life 
08: Indie Love Song 
09: The Model (Kraftwerk Cover) 
10: We Are The Frank And Walters 
11: Walter's Trip 
12: After All 
13: Colours 
14: This Is Not A Song

Man hätte glücklich nach Hause fahren können, doch die Chronistenpflicht hielt uns noch vor Ort. Früher hatten The Frank And Walters eine Vorband namens Radiohead (hier ist der Beweis) und an diesem Abend eben eine Nachband namens The Cribs, die den verbliebenen Zuschauern mit ihrer Mischung aus Garage Rock und Punkrock gehörig eins auf die Ohren gaben.

 Neben der Setliste ist zu vermeldet, dass The Cribs offensichtlich abergläubisch sind, da auf der Setliste „Be Safe" (mit Videoeinspielung) nicht als 13. Song, sondern als „12a" vermerkt war und dass neben den drei Jarman-Brüdern ein vierter Musiker mit Gitarre auf der Bühne stand, der sich aber im hintersten Eckchen verborgen halten musste. Wenn sie dies mit Johnny Marr ebenso gehalten hatten, ist klar, warum er nur kurzzeitig (2008 - 2011) der Band beigetreten war. Ross Jarman spielte Schlagzeug und das kann er nicht nur im Sitzen, sondern auch im Stehen, wahlweise auf seinem Hocker oder dem Schlagzeug selbst. Die Zwillinge Gary und Ryan bearbeiteten Bass und Gitarre und sangen so gut es eben ging bzw. schrieen was Stimmbänder und Lungen hergaben, wobei Ryan durch eine 1a-Playmobil-Frisur bestach.

Letztendlich konnte man den Veranstaltern für einen tollen, extrem preisgünstigen (12,- €) Konzertabend dankbar sein. Doch warum weist mich einer von ihnen am Merchandise-Stand darauf hin, dass „Greenwich Mean Time" das neue Album der Frank And Walters ist? Das weiß sogar meine Freundin! Man erklärt schließlich auch keinem Iren, wer St. Patrick ist!

Setlist The Cribs, Wektstatt, Köln:

01: Come On Be A No-One
02: Our Bovine Public 
03: I'm A Realist 
04: We Share The Same Skies 
05: Glitters Like Gold 
06: Jaded Youth 
07: You Were Always The One 
08: Cheat On Me 
09: Bolthole 
10: Mirror Kissers 
11: Anna 
12: Another Numbers 
13: Be Safe 
14: Hey Scenesters 
15: Mens Needs 
16: City Of Bugs


Samstag, 17. Oktober 2009

Billie The Vision & The Dancers, Köln, 16.10.09

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Konzert: Billie The Vision & The Dancers
Ort: Werkstatt, Köln
Datum: 16.10.2009
Zuschauer: leider nur etwa 100
Dauer: 80 min


Zurück zur Normalität nach den überragenden The xx gestern. Normalität? Weit gefehlt! Normal ist nicht der erste Begriff, der mir in den Sinn kommt, wenn ich über Billie The Vision & The Dancers nachdenke.

Im Mai hatte ich die schwedische Band erstmals gesehen, da hatten sie im Tsunami gespielt - und auch "gespielt" trifft nur ansatzweise die Party, die Lars Lindquist mit seinen Kollegen und dem begeisterten Publikum in dem kleinen Club veranstaltet hat. Damals habe ich mir geschworen, Billie Dings niemals auszulassen, wenn sie in
Köln auftreten würden. Für eine andere Band hätte ich mich vermutlich nicht aufraffen können, auch heute Musik zu sehen, aber - Stay awake - das wollte ich nicht verpassen.

Leider schaffte ich es nicht rechtzeitig, die fabelhafte Köln/Bonner Gruppe Periscope ganz zu sehen. Periscope waren mir schon dreimal musikalisch über den Weg gelaufen und hatten mir jedesmal ausgezeichnet gefallen. Gerne hätte ich sie auch heute komplett erlebt, so blieben mir aber nur die letzten beiden Lieder, die toll waren. Mich tröstete, daß ich die local boys ganz sicher noch häufiger sehen werde, sie haben zu große Qualitäten, um in der Versenkung zu verschwinden.

Die Billies traten heute zu acht auf. Zusätzlich zu den Musikern, die im Tsunami dabei waren, war eine weitere Frau dabei, Fia Janninge, die sang, Geige spielte und
trommelte. Dazu waren neben Sänger Lars Gitarrist Gustav, Trompeterin Frida (mit einem traumhaften grünen Glitzerkleid), Schlagzeuger Jon, Percussionist Silvio (aus Argentinien), Gitarrist John und jemand am Bass dabei. Bei der Person mit der Prinz Eisenherz Frisur war ich extrem verunsichert. Richtig erkennen konnte ich sie nicht, und das, was ich sah, war extravagant. Da die Band ohnehin nicht spießig gekleidet ist (Lars trug wieder Mini und Top, John rote Hosen, rotes Stirnband und rote Hosenträger, Silvio die tollste himmelblaue Hose, die ich je gesehen habe, vermutlich aber auch die erste), wunderte mich die (meine Theorie) um den Bauch gewickelte 60er-Jahre-Tischdecke nicht weiter. Erst als der Sänger seine Freunde vorstellte, kam die so viel naheliegendere Lösung: "am Bass heute zu zweit Mia* und Zlatan Ibrahimovic." Die Bassistin war ganz enorm schwanger; so sehr, daß, hätte ich das vorher gewußt, ich mir vermutlich den ganzen Abend eingeredet hätte "bloß nicht umkippen, wenn es gleich losgeht!"

In den Anfang des Konzerts verpackten Billie The Vision & The Dancers zwei neue Stücke;
How things turned out to be und I'm alive. Der Rest stammte von einer der vier bisherigen Platten. Und was soll ich groß über die Lieder schreiben? Sie sind alle großartige Mitsing-Stücke, die Feierstimmung verbreiten und selbst das letzte Fitzelchen Müdigkeit vorübergehend vertrieben.

Irgendwie sind die Malmöer eine weniger ernste Version von Arcade Fire. Auf der Bühne passiert ähnlich viel, die Instrumentierung ist fast gleich, bis hin zu Geige und Akkordeon. Nur trägt Win Butler eben kein Kleid, lächelt Régine nicht und tanzen die
anderen sich nicht an, als wären sie in einer Großraumdisco in der Eifel! Party auf der Bühne ist toll, alleine begeistert mich das aber nicht. Daher konnten mich Architecture in Helsinki auch nicht überzeugen oder die Flaming Lips nicht hinterm Ofen herlocken; dafür mag ich deren jeweilige Musik zu wenig. Aber Lars Lindquists Stücke sind wundervoll! Jedes einzelne!

Und so waren wir uns hinterher einig, daß wir Billie, Pablo und alle anderen jetzt gerne jedes Wochenende sehen würden...

Setlist Billie The Vision & The Dancers, Werkstatt, Köln:

01: How things turned out to be (neu)
02: My love
03: Scared
04: I'm alive (neu)
05: Stay awake
06: Overdosing with you
07: Good and bad
08: Summercat
09: Groovy
10: I miss you
11: Someday, somehow
12: A man from Argentina
13: Nobel Square
14: I saw you on TV

15: Ghost (Z)
16: Vamos a Besarnos (Z)
17: Nightmares (Z)**

Links:

- Billie The Vision & The Dancers im Tsunami im Mai

* das war doch Mia, oder?
** jetzt stimmt sie, die Setlist

Tschuldigung für die schlechten Fotos - das waren die besten...





Sonntag, 3. Mai 2009

Wintersleep & ter haar, Köln, 02.05.09

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Konzert: Wintersleep & ter haar (Visions Party)
Ort: Werkstatt, Köln
Datum: 02.05.2009
Zuschauer: zwischen recht voll (Wintersleep) und halbvoll (ter haar)
Dauer: Wintersleep knapp 60 min, ter haar 45 min


Eine Visions Party mit exzellentem Programm: es eröffneten die fabelhaften Wintersleep aus Kanada, bevor dann ter haar aus Berlin ein sehr hörenswertes Set spielten.

Ups, Bericht fehlt noch. Kommt!

Setlist Wintersleep, Werkstatt, Köln:

01: Miasmal smoke & The yellow bellied freaks
02: Archaeologist
03: Excyclopedia (?)
04: Dead letter
05: Drunk on Aluminium
06: Weighty ghost
07: Murderer
08: Caliber
09: Astronaut
10: Search party
11: Laser beams
12: Oblivion



Samstag, 10. Januar 2009

Hjaltalín, Köln, 09.01.09

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Konzert: Hjaltalín
Ort: Werkstatt, Köln
Datum: 09.01.2009
Zuschauer: ganz gut gefüllt, vielleicht 200
Dauer: 60 min.


"Wir heißen Hjaltalín. Hjaltalín mit einem H-J-A-Laut am Anfang", stellte der weißblonde isländische Sänger Högni Egilsson seine Band vor. Ich hielt das für eine nützliche Information, weil ich sicher bin, daß die wundervoll instrumentierte Band bald in Indie-Kreisen allgemein bekannt sein wird. Sucht man jetzt bei den üblichen Verdächtigen findet man bisher nichts. Das wird sich ändern. Die rheinischen Herzen werden die Isländer spätestens in Haldern im Sommer erobern.

Bevor ich mich spontan nach Köln aufgemacht hatte, hatte ich auf der Seite der Werkstatt hatte gelesen, daß das Konzert um 22.30 Uhr beginnen sollte. Weil ich nicht lange in dem sicher kalten Saal stehen wollte, kam ich recht spät an, um kurz
nach zehn. Da war allerdings absolut niemand auf dem Grundstück, das sich der Club mit einem Getränkehandel teilt. Verdammt, fällt es aus oder habe ich mich im Datum geirrt? Nach so vielen Monaten (gef.) Konzertpause war ich vielleicht einfach verpeilt? Glücklicherweise ging es anderen auch so, die es vergeblich an der kurz geöffneten Tür versucht hatten und die ich dann fragen konnte. "Fängt um 23.30 Uhr an!" Puh, als nicht umsonst da (das Arbeiten heute morgen konnte ich da noch verdrängen).

Während der Einlaßprozedur verteilten Werkstatt-Leute Jägermeister an die durchgefrorenen Konzertgänger.
Hjaltalín machte in der Zwischenzeit Bandfotos auf und in einem Einkaufswagen, dem Tourbüschen und einem Schneehaufen. Solche knackigen Temperaturen wie zur Zeit sind sie von Island sicher auch nicht gewohnt.

Kurz nach halb zwölf ging es dann ohne Vorgruppe los. Ich hatte gelesen,
Hjaltalín bestehe aus acht (oder neun, es gab beide Versionen) Mitgliedern. Heute waren sie aber bloß sieben. Es fehlte wohl der Klarinetten-Spieler. Die Instrumente, die besetzt wurden, reichten mir aber vollkommen aus, denn Gitarre, Schlagzeug, Bass, Geige, Keyboard und Fagott (!) versprachen viel! Vor allem mein Lieblingsblasinstrument verzückte mich vollkommen. Vor nicht einmal einer Woche hatte ich mir überlegt, daß ich noch nie eine Band mit Fagott erlebt habe, und daß das einmal wahnsinnig toll wäre! Und schwupps! Da war es!

Den Haupt-Gesangspart übernimmt der blonde Frontmann. Neben ihm singt Sigrídur Thorlacius wichtige Teile. Die Sängerin spielt sonst kein weiteres Instrument. Dritter Sänger ist Bassist Gudmundur Óskar Gudmundssson. Komplettiert wird die Band durch Schlagzeuger Axel Haraldsson, Keyboarder Hjörtur Ingvi Jóhansson und Fagottistin Rebekka Bryndís Björnsdóttir.

Hjaltalín veröffentlichen beim Haldern-Label. Die Leute vom Niederrhein haben dabei wieder ein gutes Händchen bewiesen. Ich kannte vorher nur die paar Myspace-Lieder. Die ersten vier Stücke gehörten nicht dazu, waren aber bereits sehr hörenswert. Man hört den Musikern schon ihre isländische Heimat an, manches erinnerte mich aber auch an Beirut. Der ganz große Hit The trees don't like the smoke dagegen ist nicht so weit von Noah And The Whale entfernt.

Neben der wundervollen Intrumentierung ist vor allem
Högnis Stimme prägnant. Sie ist hoch (aber nicht sehr hoch) und hat einen echten Wiedererkennungswert. Sigrídurs Stimme klingt fast schon nach der einer klassischen Sängerin. Goodbye July/Margt Ad Ugga ist ein Lied, das aus drei Teilen besteht, am Anfang und Ende ein pompös arrangierter von Högni gesungener Part, dann ein an ein Kunstlied erinnerndes Stück, das Sigrídur begleitet von Streichern singt. Sehr sehr schön!

Andere Höhepunkte i
n dem einstündigen Set waren für mich Debussy (ohne echten Gesang, zumindest scheint es nur eine isländische Version eines Lalala-Textes zu sein) und Traffic music. Eine echte Perle war aber das Cover des isländischen Sängers Páll Óskar Hjálmtýsson, Þú Komst Við Hjartað Í Mér, ein unglaublich eingängiger Popsong, vielleicht ein wenig kitschig... Aber wunderbar!

Sprich, es war ein wirklich schönes, hörenswertes Konzert. Und ich freue mich darauf, die Band in Haldern wiederzusehen! Es gibt aber auch vorher schon eine Gelegenheit,
Hjaltalín kommen nämlich in gut einer Woche wieder nach Köln, dann spielen sie im Rahmen der Cologne Music Week im Stadtgarten.

Setlist Hjaltalín, Werkstatt, Köln:

01: I lie
02: Selur
03: The boy next door
04: Sweet impression
05: Goodbye July/Margt Ad Ugga
06: The trees don't like the smoke
07: Debussy
08: Radiohead ? (neu)
09: Þú Komst Við Hjartað Í Mér (Páll Óskar Cover)
10: Traffic music

11: Trailer music (Z)

Links:

- mehr Fotos von
Hjaltalín


Tour-Termine Hjaltalín:

10.01.09 Atomic Café, Munchen
11.01.09 B72, Wien
12.01.09 Weekender, Innsbruck
13.01.09 Kulturwerk 118, Sursee
14.01.09 Exit 07, Luxemburg
15.01.09 Eurosonic - Schouwburg, Groningen, Niederlande
16.01.09 Platosonic Instore Festival
, Groningen, Niederlande
16.01.09 Eurosonic - Magic Mirror Tent, Groningen, Niederlande
17.01.09 Cafe Maison, Maldegem, Belgien
18.01.09 Rotonde @ Botanique, Brüssel
19.01.09 Cologne Music Week, Stadtgarten, Köln
20.01.09 Cafe de la Danse, Paris



Sonntag, 7. Dezember 2008

Tiger Lou, Köln, 06.12.08

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Konzert:Tiger Lou
Ort: Werkstatt, Köln
Datum: 06.12.2008
Zuschauer: gut 400 (ausverkauft)
Dauer: ca. 75 min


Eine Premiere für mich, in der Wekstatt, dem jüngsten Konzertort für solche Bands, die wir hier mögen, in Köln, war ich bisher noch nicht. Und ich war sehr angenehm überrascht, denn die Halle in einem Gewerbegebiet in Flaschenwurfreichweite von Underground und Live Music Hall, gefiel mir sehr gut. Sie wirkt luftig, hat eine sehr schöne Bühne und das mit Abstand tollste Konzertlicht in Köln!

Weil die Nachfrage nach Tiger Lou erstaunlicherweise wahnsinnig hoch war, hatte man sogar im anderen Saal der Werkstatt ein Public Viewing für Tiger Lou eingerichtet. Mich hatte extrem überrascht, daß die Schweden so gut ankommen, ich hatte sie ja auch noch nicht gesehen. Das aktuelle Album der Band (A partial print) ist eine meiner Lieblingsplatten des Jahres - aber ein ausverkauftes Konzert...?

Vor Tiger Lou spielten Atlantic/Pacific, eine Band bestehend aus Garrett Klahn (Texas Is The Reason, Solea), Sergie Loobkoff (Solea, Samiam) und John Herguth (House & Parish), die mit drei Gitarren akustisch ein paar neue Lieder und einige Hits ihrer alten Bands spielten. Da ich die Musik ihrer "lauten" Bands bislang nicht kenne, waren auch die akustischen Versionen neu. Es waren ruhige Gitarrensongs, die teilweise von üblem Boxenknacken begleitet wurden.

Schlimmer waren aber unsere Plätze. Weil wir am Rand standen, hatte wir zumindest an einer Seite Ruhe. An der anderen wurde es immer enger, so daß man sich schließlich gar nicht mehr rühren konnte, selbst Klatschen ging irgendwann nicht mehr. Dazu hatten die Lüftungsrohre eher dekorativen Wert, es war unerträglich stickig.

Ich dachte schon, daß mir das das Konzert von Tiger Lou vollkommen verderben würde. Nach 45 Minuten Atlantic/Pacific und Umbaupause - und den ersten Minuten Tiger Lou - war das aber irgendwo auszublenden, denn ein gutes Stück der widrigen Umstände spülte die Brillanz der Band locker weg. Hätte das ganze in einer angenehmeren Umgebung stattgefunden, stünde der Abend herausragenden Konzerten von The National, Interpol oder den Editors in nichts nach.

Nach Trust falls bestätigte Sänger Karl Rasmus Kellerman, daß sie heute ihre aktuelle Platte von Anfang bis Ende spielten. Das muß nicht immer eine gute Idee sein, wenn eine CD Längen hat. A partial print hat aber keine. Also perfekt, daß sie das alles spielen wollten!

Tiger Lou bestehen im Studio ausschließlich aus Karl Rasmus. Live hatte er Unterstüzung dabei (es wäre ja auch ein wenig unpraktikabel, alle Instrumente auf der Bühne selbst zu spielen). Die Unterstützung bestand aus Schlagzeuger, zwei Gitarristen (einer spielte aber meist Keyboard - aus Gründen des Satzbaus nenne ich ihn Gitarristen) und einem Bassisten (auch mit Keyboard). Karl Rasmus stand nicht etwa in der Mitte, er hatte sich links aufgebaut.

Dadurch, daß das Album gespielt wurde, hatte man schöne Vergleichmöglichkeiten. Mir gefiel vor allem, daß eine ordentliche Portion Härte live dazukam. Die drei Gitarren hörten sich meist enorm kräftig an. Den hochmelodiösen Stücken gab das den letzten Kick. Vielen Lieder, nicht nur das abschließende A partial print, endeten in wildem Gitarrengeschrammel.

Nachdem das Album durchgespielt war erschienen Tiger Lou zu vier Zugaben von den beiden ersten Platten. Dabei waren The war between us, zu dem Karls Frau Andrea (Firefox AK) die zweite Stimme sang (mit einer anderen Frau hatte sie vorher schon einmal background gesungen) und The loyal besonders toll!

Ein wahnsinnig gutes Konzert! Die Band kommt im Frühling wieder nach Deutschland, eine Pflichtveranstaltung, komme was wolle!

Wahnsinng gute Konzerte verdienen ausführlichere Berichte. Das funktioniert bei mir aber gerade nicht (vielleicht kann man hier Montag nachlesen, warum). Aber mehr folgt sicherlich noch im Laufe der Woche! Die Botschaft ist aber wohl rübergekommen. Ansonsten:

Tiger Lou -> großartig -> live noch besser -> bald wieder auf Tour -> hingehen!

Setlist Tiger Lou, Werkstatt, Köln:

(01: The more you give)

02: The less you have to carry
03: So demure
04: Trust falls
05: An atlas of those our own
06: Odessa
07: Trails of spit
08: Coalitions
09: Crushed by a crowd
10: A partial print

11: The war between us (Z)
12: Nixon (Z)
13: The wake / Hooray hooray (Z)
14: The loyal (Z)



 

Konzerttagebuch © 2010

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