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Samstag, 13. April 2013

Malvina Meinier & Michelle Blades, Oliver Peel Session # 45, Paris

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Konzert: Oliver Peel Session # 45 mit Malvina Meinier & Michelle Blades
Ort: Oliviers Wohnzimmer, 3. Pariser Arrondissement
Datum: 30.03.2013
Zuschauer: etwa 40
Konzertdauer: pro Artist etwa 45 Minuten




Fast 6 Monate lang keine Oliver Peel Session, eine solch ausgedehnte Pause gab es in der Historie dieser Veranstaltung seit 2008 nicht mehr. Aber die Umstände haben sich geändert seit sich im Juli 2012 ein Nachbar lautstark beschwert hat und die Sessions nicht mehr in unserem eigenen Wohnzimmer (bzw. auf der Dachterrasse) stattfinden können. Ich muss nun immer Freunde und Bekannte anbetteln, ob sie mir nicht ihren Salon zur Verfügung stellen, da bleibt die Spontaneität natürlich etwas auf der Strecke.

 

Freundlicherweise hat mir ein netter Franzose namens Olivier (ausgerechnet ein Namensvetter, schon witzig!) angeboten, in seinem geräumigen und stilvollen Keller eine Homeshow zu veranstalten und da ich bereits ein mal bei ihm als Gast eines solches Konzert war, wußte ich, daß er Platz hat und sich die Räumlichkeiten bestens eignen.

4 Tage vor der Session war Olivier aber gar nicht gut drauf, er klagte am Telefon über Fieber und eine schmerzhafte Nasennebenhöhlenentzündung. Meine bange Frage, ob wir canceln sollen, verneinte er aber glücklicherweise.
 
Gecancelt werden musste aber schließlich der Auftritt des weiblichen französischen Duos Boy And The Echo Choir, die ich als Headliner der Session engagiert hatte. Die Mädels hatten zwar angefragt, was wir aufbieten können, um ein verstärktes Konzert durchzuführen, daß sie aber große Profiboxen und einen Mixtabel brauchten, hatte ich nicht erwartet. Einen Tag vor der Session erfuhr ich erst von diesen hohen technischen Anforderungen. Es folgte eine schlaflose Nacht, in der ich permanent darüber grübelte, wo ich so plötzlich solche Boxen herkriegen könnte und am nächsten morgen leider die Übereinkunft, die Geschichte zu annulieren. Für alle Beteiligten schade, aber manchmal ist eben Pech im Spiel.

Zum Glück hatte ich mit Malvina Meinier eine zweite Künstlerin gebucht und da die Amerikanerin Michelle Blades ihre WG-Genossin ist, konnte Letztgenannte zudem als "Edel-Joker" gewonnen werden.

Das Line-Up war also zum mit der Zunge schnalzen und spätestens im nächsten Jahr werden mir die schlafmützigen Pariser Blogger auf die Schulter klopfen und sagen: "Mensch Oliver, du hattest Malvina und Michelle schon wieder als Erste auf dem Schirm!" Dann wird es aber vermutlich schwierig werden, sie für Wohnzimmerkonzerte zu gewinnen, weil die Venues deutlich größer werden dürften.

Aber hören wir auf in die Kristalkugel zu blicken und uns selbst zu beweihräuchern und erinnern und erst einmal an diese wundervollen Auftritte im Keller von Olivier.

 

Es war wieder einmal ein solch stressiger Tag vorher, weil es erst oben geschilderte Absage gab und ich mit meiner Frau dann auch noch 1 1/2 mit dem Auto (eine schwachsinnige Idee!) durch den schlimmsten Pariser Verkehr fuhr, um vom 17. ins 3. Arrondissement zu kommen. Eigentlich keine weite Strecke, aber der Verkehr in Paris ist diabolisch, vor allem am Wochenende. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig vor den Künstlern einzutreffen, kippte Chips in Plastikteller, schnitt Salami in Scheibchen, trug Bier in den Keller und rödelte von oben nach unten und zurück. Hektik pur! Und meine Frau suchte derweil ewig lange nach einem Parkpatz. Ohne sie bin ich einfach aufgeschmissen mit meinen zwei linken Händen! (aber es ging dann doch irgendwie...)

 

Die letzten zwei Stunden vor den Sessions sind sowieso grundsätzlich schrecklich, sobald aber die Musiker und die ersten Gäste eintrudeln, das erste Beruhigungsbier die Kehle runtergelaufen ist und alles seine geplanten Wege geht, sinkt mein Puls wieder und Glücksgefühle stellen sich ein. So war es auch am letzten Samstag und ich stellte zufrieden fest, daß sich ungefähr 40 Leutchen im Kellergewölbe eingefunden hatten.



Malvina und ihr Lebens- und Musikpartner Marius standen auf der improvisierten Bühne bereit und nachdem ich sie mittels einer kurzen Rede meinem Publikum vorgestellt hatte, ließen sie ihren traumhaften Schwebesound auf das Publikum los. Das Kellergewölbe erwies sich als hervorragender Resonanzkörper, der Sound kam intensiv und druckvoll aus den Boxen. Malvina sang zum Steine erweichen schön und Marius kredenzte einen Orgelsound, der perfekt zu dem Stück passte. Es hieß Drawing Roads und ist auf einem Sampler des kleinen Pariser Labels Midnight Special Records enthalten. 


Stilitisch ein ziemlich Bruch mit dem fast klassischen Kammerpop, den Malvina auf ihrem ersten, in Eigenregie releasten Album, gepflegt hatte. Statt Cello, Violinen und klassischem Piano gab es nun pluckernde Beats, vibrierende Synthies und artifizielle Geräusche. Für die Fans des Albums ungewohnt und gewöhnungsbedürftig, letztlich aber keineswegs abschreckend, denn Malvinas sensationelle Stimme klang mindestens genauso kraftvoll, kristallklar und hoch wie bisher. Falls es wirklich möglich ist, Glas mittels seiner Stimme zum Bersten zu bringen, dann dürfte die fragile Französin das schaffen. Wahnsinn wie sie singt, wie sie Vokale ziehen kann, welche atemberaubende Höhen sie erklimmt!

 

Im Gepäck hatte sie auch zwei neue Kompositionen Peek Out und Thick Throat, aber am beeindruckendsten blieb wohl ihre Perle vom Album, Covered In Silence. Ein fantastisches Lied, das auch in der Elektroversion zu gefallen wusste. Besonders als der Refrain einsetzte und synthetische Glöckchen die Stimme wie auf einem weichen Kissen betteten, wurden Glanzlichter gesetzt. Das Björk Cover Unravel war ebenfalls wunderschön. Malvina setzte hier ihre Stimme ganz variabel und sehr berührend ein. Spärliche Eletroklänge bildeten den Hintergrund. während Meinier den Text sang:

While You Are Away
My Heart Comes undone
slowly nravels
in a ball of yrn
the devil collects it
with a grin
our love
in a ball of yarn
he'll never return it
so when you come back
we'll have to make new love

Beonders die mehrfach wiederholet Zeile "he'll never return it", war zum Umfallen schön.


Abschließend gab es auch noch eine neue Elektroversion des Titeltracks des Albums The Wise One.

 

Dann folgte Teil 2, nämlich die klassische Variante am Piano. Eigentlich sollte diese laut Plan nur ein einizes Lied lang dauern. Weil mich Bath Noises aber so begeisterte, wurde ich kess und fing an, mir zunächst noch Covered in Silence und dann noch das zweiteilige Winterlied En Attendant L'Hiver und Hiver zu wünschen. 







Malvina am Klavier war einfach eine Wucht. Die klassisch ausgebildete Französin spielte mit einer Leichtigkeit, Flüssigkeit und Eleganz, daß es einem den Atem verschlug. Keiner im Kellergewölbe muckte, alle hörten sie wie gebannt hin. Ihr wundervolle Stimme kam nun besonders gut zur Geltung und ich hätte am liebsten noch weitere 15 Stücke gehört. Aber etwa 45 Minuten Spielzeit am Stück sollten bei Homeshows nicht überschritten werden, sonst werden die Gäste quängelig. Die Leutchen wollen sich eben bewegen, essen, trinken, rauchen flirten, vielleicht eine Eroberung abknutschen.

Für einige Gäste war gerade dieser letzte Abschnitt das Beste am Konzert, für andere war der elektronische Teil toller.

Setlist Malvina Meinier, Oliver Peel Session # 45, Paris:

01: Drawing Roads
02: Peek Out
03: Covered In Silence
04: Thick Throat
05: Unravel (Björk Cover)
06:The Wise One

07: Bath Noises
08: Covered In Silence
09: En Attendant L'Hiver
10: Hiver

Gleich geht es hier mit Michelle Blades weiter, stay tuned!

Sonntag, 7. April 2013

Malvina Meinier & Woodpecker Wooliams, Paris, 02.04.13

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Konzert: Woodpecker Wooliams und Malvina Meinier
Ort: L'Espace B. in  Paris
Datum: 2. April 2013
Zuschauer: etwa 25
Konzertdauer: 35min + 35 min


Wenn ich die von Oliver zusammengetragenen Konzerttipps studiere, erwische ich mich regelmäßig bei dem Gedanken: es sind nur lumpige drei Stunden mit dem Zug (nach Berlin dauert es doppelt so lang!), man müsste einfach mal losfahren. Trotzdem ist ein ganzes Jahr vergangen zwischen dem letzten Konzerterlebnis, das ich mit Oliver teilen konnte und dieser Osterwoche. 

Der Termin 2.-4. April in Paris war nicht von mir gesetzt und die anliegenden Konzerte für diesen Zeitraum sahen erst gar nicht besonders vielversprechend aus. Ausgerechnet die Osterwoche war irgendwie mau besetzt.


Aber dann kam quasi auf den vorletzten Moment für den 2. April das sympatische Konzert im Espace B. herein und im allerletzten Moment wurde Malvina Meinier als Support bestätigt.  Mein Himmel hing voller Geigen. Immerhin die Künstlerin einer meiner Lieblingsplatten für 2012! Das war nicht leicht zu toppen. Für 20:30 Uhr war das Konzert angesagt und so war ich etwa 20:10 Uhr vor Ort. Dass der Espace B. eigentlich eine Nachbarschaftskneipe ist mit einem kleinen Saal zum essen und einem weiteren kleinen Saal für Musik hatte ich mir nicht so vorgestellt (aber ich hatte auch vorher nicht darüber nachgedacht). Als ich ankam, sah ich die Künstler essen und genau genommen habe ich sie länger beim essen beobachten können als beim Musik machen. Für 45 min hielt ich mich an einem Glas Wein fest und spielte das Ratespiel: wer will wohl auch in das Konzert? Aber als es 21 Uhr immer noch keine Bewegung gab, fasste ich mir ein Herz und sprach Malvina an: Wann fängst Du an? Oh, wir wollten 21 Uhr anfangen, ach das ist ja jetzt schon, dann wohl 21:15 oder so. Nun gut, damit musste ich wohl leben.


Das Set selbst war dann sehr interessant und sehr anders als auf der CD. Sehr elektro-frickelig. Aber die Stimme von Malvina hielt alles aufs wunderbarste zusammen und als Version neben der CD-Version war es nicht schlechter oder besser, sondern einfach anders. Der einzige Kritikpunkt: die Kürze des Sets.


Für den Umbau brauchten die Künstler dann erfrischend wenig Zeit und die Wooliams-Spechte machten sich frisch an ihr Werk. Wirklich lohnend - faszinierend zu sehen und zu hören und ganz meine Wellenlänge. Als Zugabe durfte auch ein Luftballon mitsingen. Wieder so ein zartfühlender Bär am Schlagzeug, der mich neben der Sängerin in seinen Bann zog. Oliver hat das alles viel besser beschrieben!

Ich war hinterher trotzdem nicht ganz zufrieden, weil es auf den Abend gerechnet zu wenig Musik gegeben hatte. 

Aus unserem Archiv:
Woodpecker Wooliams am 2. April 2013 Oliver zum gleichen Konzert
Malvina Meinier am 19. Juli 2012 


Woodpecker Wooliams & Malvina Meinier, Paris, 02.04.13

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Konzert: Woodpecker Wooliams und Malvina Meinier
Ort: L'Espace B, Paris
Datum: 02.04.2013
Zuschauer: etwa 25
Konzertdauer: pro Künstler etwa 35 Minuten


Eine britische Harfespielerin mit der Stimme von Joanna Newsom und dem putzigen Babygesicht der beiden Schwestern von First Aid Kit, was hat Gemma Williams aka Woodpecker Wooliams denn Eigenes zu bieten?

Ha blöde Frage, eine ganze Menge natürlich! Erst einmal klingt ihre Stimme nur in bestimmten Tonlagen der Newsom verdammt ähnlich, dann spielt sie auch auf andere Weise Harfe als die Amerikanerin und für ihr Gesicht, das in der Tat sehr dem von Klara und Johanna Söderberg ähnelt, kann sie ja nichts. 

Aber diese Sache musste einleitend schon einmal geklärt werden, damit wir uns ganz unbeschwert dem Oeuvre und vor allen Dingen dem Konzert von Woodpecker Wooliams im Espace B zu Paris widmen können.



Leider kamen zu dem Gig optimistisch geschätzt nur 25 Leute (Pessimisten redeten eher von 20), aber dafür war immerhin (und tollerweise!) Gudrun Thäter da, die extra aus Karlsuhe angereist kam. Wir waren also mehr oder weniger unter uns und wurden zumindest nicht von Labertaschen gestört.


Woodpecker startete gegen 22 Uhr in ihr Set. Sie war nicht alleine gekommen, hatte männliche Begleitung an Schlagzeug und Keyboards mit dabei. Im Mittelpunkt stand (bzw. vielmehr saß) aber die puztige Brightonerin und ihre kleine weiße Harfe. Wie sie mir hinterher erzählte, hätte sie gar nicht den Platz und das Geld, ein solch riesiges Teil wie die Newsom zu besitzen, aber auch die Miniaturausgabe des althergebrachten Instrumentes erzeugte himmlische Töne, die freilich von ein paar noisigen Geräuschen bewußt konterkariert wurden. Woodpecker spielt diesen Harfensound also absichtlich modern und wenig klassisch, bricht immer mal wieder mit dem Schönklang und haut auch Ecken und Kanten in ihr Klangmuster rein. Zudem benutzte sie auch ein Omnichord, ein Keyboard und ein kleines Teil, mit der sie zu dem tollen Songs Sparrow verzerrte Geräusche und pluckernde, treibende Beats produzierte. Das war ein absolut tanzbares Stück (obwohl natürlich keine Sau tanzte, weil alle nur faul rumsaßen), der definitiv viel Eigenes zu bieten hatte, inklusive einer kleinen feinen Synthiemelodie. Ähnlich gelagert und ebenfalls spannend: Crow.




Toll ihr Temperament. Das niedliche Mädel scheute sich nicht ab und zu auf Grazie und Anmut zu verzichten und mit hochrotem Kopf und mit weit aufgerissenem Mund dicht an der Harfe "abzurocken". Da war sie dann ganz in ihrem Element und ihre Stimme klang noch höher und infantiler als ohnehin schon, aber auch ziemlich zornig und trotzig.

Highlight im schönen Set war möglicherweise Gull, ein sehr liebliches Lied, das freilich auch nicht völlig auf ein paar (störende?) Geräusche verzichte. Eine Lied über eine Möwe (oder auch nicht), sprich einen Vogel, wie auch alle anderen Songs auf dem Debütalbum The Bird School Of Being Human, von dem alle 7 Songs gespielt wurden, wenn ich das richtig erinnere. Viel schräger als Gull klang Hummingbird, das war phasenweise fast ein wenig Free Jazz.


Nach etwa 35 war allerdings die Messe schon gelesen, schließlich ist das Album von Woodpecker nicht einmal eine halbe Stunde lang.

Der Auftritt hatte definitiv Lust auf mehr gemacht, wenngleich Gudrun Thäter hinterher etwas rumnörgelte. Mehr bekamen wir Pariser im Übrigen nur zwei Tage später. Im kleinen Plattenladen der Balades Sonores gab es Woodpecker Wooliams noch einmal in einem Instore Gig zu genießen und selbst da wurde zum Leidwesen des Betreibers (der Arme hatte Angst, die Nachbarn zu stören!) nicht ganz auf das Schlagzeug verzichtet. Scheint also live wirklich ein Trio zu sein, obwohl hier die Frau der unumstrittene Chef ist. Die Sache dauerte in diesem Falle sogar nur 25 Minuten. Wenn man bedenkt, daß die drei Engländer hinterher mit dem Bus (!) eine ganze Nacht hindurch nach Großbritannien zuürckgefahren sind, ist das viel Wegstrecke für so eine kurze Spielzeit. Aber Indie-Musiker sind nun einmal die wahren Helden der Neuzeit, nehmen für Minigagen Riesenstrapazen auf sich, um uns zu entertainen. Zum Lohn habe ich mir das Album mit dem Hahn auf dem Cover dann auch noch einmal auf Vinyl gekauft, obwohl ich es bereits auf CD besaß. Diese Musiker muss man einfach unterstützen!

Bericht Malvina Meinier am Sonntag!



- Lesenswerte Plattenkritik zu Woodpecker Wooliams bei Plattentests. de, klick

Sonntag, 9. Dezember 2012

Malvina Meinier (chronique française), Paris, 19.07.12

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Concert: Malvina Meinier et Kinrisu
Lieu: Théâtre de Ménilmontant 
Date: 19/07/12
Spectateurs: environ 80



Un compte-rendu d'un concert qui a eu lieu le 19 juillet, publié le 9 décembre? Ben oui, pourquoi pas? Surtout si le concert en question était tellement beau, envoûtant, voir épique comme celui de Malvina Meinier. De toute façon je voulais écire ce texte déjà en juillet, mais après il y avait les vacances d'été et tout ça. En plus je possède le très beau disque de Malvina Meinier, intitulé The Wise One, seulement depuis quelques jours, c'est donc l'occasion de faire revivre ce concert absolument mémorable!

Si ma mémoire est bonne le 19 juillet 2012 fut une journée assez ensoleillée et chaude dans un juillet pourri et pluvieux. C'était le temps des festivals open air et les grandes vacances venaient de commencer.


Mais il restait ce concert au Théâtre de Ménilmontant que je ne voulais pas du tout rater, parce qu'il y avait Kinrisu en première partie, une artiste américaine résidant à Paris qui fut une de mes grandes découvertes en 2012. Malvina Meinier, la tête d'affiche de ce soir, je reconnais que je la connaissais moins bien. Je l'avais seulement vue accompagner son amie américaine Michelle Blades à L'International quelques jours avant (photo ci-dessus). Mais j'étais néanmoins très curieux de découvrir sa musique en live.


Kinrisu ne me décevait pas. Son étrange mélange ultra original et personnel entre weird folk et pop psychédélique faisait mouche, sa voix de gamine avait comme à l'habitude cette curieuse sonorité et ses paroles étaient complètement space. Seule avec sa guitare acoustique, elle faisait des miracles et brilla aussi par un fingerpicking très spécial et bien à elle. Une artiste qui mérite beaucoup plus que ces quelques lignes ici, mais je l'avais déjà chroniquée deux fois en allemand récemment (cela vous fait une belle jambe, hein?!).


Il restait quelque 15 minutes pour se rafraîchir et prendre une bière au bar. Mais je me suis dépêché pour me trouver une bonne place sur une chaise pas loin de la scène. Les artistes entrèrent. Il y avait Malvina bien sur, qui jouait du piano, son ami Marius qui faisait des beats électroniques à l'aide de son noteboook apple, puis trois jolies choristes avec des voix très pures (Andrea Perdue, Cassandra Jetten, Michelle Blades, toutes les trois américaines). Sur le côté gauche de la scène (vu depuis la salle) il y avait un trio à cordes, avec deux garcons au violons et une fille au violoncelle.

La magie de leur musique opérait quasiment tout de suite. C'était divinement planant, élégant, doux, aérien et envoûtant. Et Malvina, quelle voix! Elle était capable d'exprimer toutes les émotions, chanta tout le long du concert comme un ange et montait incroyablement haut. Un chant que je me plaisais à qualifier d'islandais, tellement il me faisait penser aux elfes nordiques comme Stina Nordenstam Björk, même Jonsi de Sigur Rós.

C'était une musique hantée, poétique, cinématographique, parfaitement utilisable pour la bande dessiné d'un beau film.

Une des influences de Malvina parait être My Brightest Diamond, surtout sa sublime chanson The Wise One ("you are already dead in mind") me rappelait Shara Worden.

Mais Malvina a déjà un univers bien à elle. Son mélange de musique classique et de pop de chambre est sous cette forme unique et fut rarement présenté d'une manière plus aboutie et mieux arrangée.

C'est aussi ça la grande force de Malvina, son talent pour les arrangements d'orfèvres, son sens pour des mélodies mélancoliques et cristallines. L'harmonie entre le chant, le subtil jeu de piano et les cordes étaient parfaite tout au long de ce concert.


Mais la jeune pianiste n'a pas envie de s'arrêter là et est déjà en train de pousser sa musique plus loin. L'influence de la musique électronique va être plus grande dans le futur et déjà au Théâtre de Ménilmontant on sentait aussi la patte de Marius, qui modernisait le son assez classique du disque avec ses nappes de synthés.


Mon morceau préféré du set?  Impossible à dire. Chaque chanson était plus belle et ensorcelante que l'autre et je ne peux vraiment pas dire si je préfère The Wise One, Covered in Silence ou Bath Noises, elles sont toutes si intenses et captivantes!


Grand compliment aussi aux choristes qui ont aussi contribuer à rendre cette soirée inoubliables!

Finalement le moment n'est pas si mal choisi pour publier la chronique, car les compositions ont une touche assez hivernales qui s'accordent bien au climat de décembre! J'aimerais bien m'enfermer avec se disque dans une cabane, faire un feu et allumer des bougies en l'écoutant en boucle.

Malvina Meinier est un très grand espoir et je suis persuadé qu'elle va avoir du succès. Son disque est en écoute intégrale sur son Bandcamp et vous pouvez le commander avec la belle pochette (signé Cassandra Jetten)  pour la modique somme de 10 Euros. En revanche elle serait heureuse, si elle pouvait trouver un label qui distribue ce disque partout, parce ce qu'en ce moment elle envoie des exemplaires tous les jours par la poste et perds du temps pour composer son deuxième album!







Malvina Meinier und Kinrisu, Paris, 19.07.12

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Konzert: Malvina Meinier & Kinrisu
Ort: Théâtre de Meinilmontant
Datum: 19. 07.2012
Zuschauer: etwa 80

Ein Konzertbericht vom 19. Juli, geschrieben am 8. Dezember?

Nun ja, ihr dürft gerne darüber schmunzeln. Ich aber nehme mir diese Freiheit raus, schließlich veröffentlichen auch Leute ihre Bestenliste für 2012 im November.

Zudem: das Konzert von Malvina Meinier war absolut denkwürdig, großartig, ja episch! Und ich hätte auch schon längst darüber berichtet, wenn nicht die Sommerferien dazwischen gekommen wären. Blablabla, alles Ausreden, ich weiß. Jetzt aber endlich der Bericht. Los geht's!

Der 19. Juli 2012. Meiner Erinnerung nach ein ziemlich heißer Tag in einem ansonsten verregneten Juli. Die Sommerferien standen vor der Haustür. Open Air Festivals liefen hüben wie drüben und in den Pariser Konzertclubs war schon die Saure-Gurken-Zeit angebrochen.


Doch im Théâtre de Ménilmontant fand noch eine Veranstaltung statt, die mich brennend interessierte. Eine meiner Entdeckungen des Jahres, die rotblonde Amerikanerin Rachael Wellington alias Kinrisu sollt dort auftreten und danach die französische Pianistin Malvina Meinier zusammen mit einem Streichertrio und einem Frauenchor, gebildet aus Andrea Perdue, Michelle Blades und Cassandra Jetten (Foto rechts), allesamt aus den USA aber mit Wohnsitz in Frankreich.

Kinrisu war wie erwartet großartig, begeisterte mit ihrer Kleinmädchenstimme, ihren irren Texten und ihrem innovativen Fickerpicking und leitete perfekt in den Hauptteil ein, der etwa 15 Minuten später beginnen sollte.

Ich bestellte mir ein Bier an der Bar, setzte mich dann auf einen Hocker in der Nähe der Bühne und harrte der Dinge die da kommen würden. Vorbereitet hatte ich mich zu Hause vorher nicht, ich ging ganz unbeleckt in dieses Konzert, kannte die Musik von Malvina Meinier bis dato noch nicht.



Die Band betrat die Bühne und nahm ihre Plätze ein. Malvina positionierte sich rechts hinter ihren Flügel, ihr Freund Marius stand hinter einem Apple Notebook, Andrea Perdue, Cassandra Jetten und Michelle Blades links von ihm. Vorne links saßen zwei Violinisten und eine Cellistin.


Es konnte losgehen. Der Zauber der absolut himmlischen Musik entfaltete sich quasi unmittelbar. Die Stimme von Malvina war so was von schön, daß man es kaum beschreiben konnte. Sie schwebte förmlich durch den Raum. In Kombination mit den Streichern und den zarten Pianoklängen war das unwiderstehlich. Ich hörte mein Herz pochen, es klopfte ganz laut gegen meinen Brustkorb, meine Hände wurden feucht. Die Cellistin strich samtweich durch ihre Saiten und Malvina erreichte gesanglich höchste Höhen. Sigur Rós waren ein Scheißdreck dagegen. Das hier war der Inbegriff von Anmut, Stil, Eleganz und Wohlklang. Die Musik war so wundervoll, daß ich mich am liebsten in sie hineingelegt hätte.


Bei Wise One sang Malvina fast wie eine My Brightest Diamond, die berührenden Zeilen: "you are already dead in my mind", es war zum Steineerweichen. An kristallener Klarheit war der Gesang nicht zu überteffen und das dramatische Pianospiel untermalte ihn auf das Beste.

Bei Covered In Silence wurde das Tempo verlangsamt. Das Klavier schritt ganz gemächlich und repetitiv voran, wurde aber von Minute zu Minute intensiver und lauter, bis die Streicher einsetzten und das Tempo plötzlich sehr lebhaft wurde. Ein meisterliches Arrangement, das mir den Atem, ja den Verstand raubte!


Ich konnte es nicht fassen, ich saß in einem recht gammeligen Theater, aus der Küche drangen etwas unangenehme Gerüche und auf der Bühne präsentierte sich eines der größten Talente, das ich je gesehen hatte. Wie konnte es sein, daß sich noch nicht die gesamte französische Musikpresse auf sie gestürzt hatte? Ich war sprachlos, wusste aber insgeheim, daß ich hier bei etwas ganz Großem dabei war, von dem ich noch Jahre später schwärmen würde. Innerlich kostete ich schon meinen Triumph aus, wenn ich Leuten aus der Musikszene gegenüber damit angeben könnte, Malvina schon 2012 live gesehen zu haben. Sie würden erst auf sie stoßen, wenn der ganze Medienrummel und der kometenhafte Aufstieg längst begonnen hat. Denn seien wir mal realistisch, ein solches Talent wie Malvina Meinier hat man nicht für immer für sich alleine.

Ich wusste also, daß jede Minute des Konzertes kostbar war, wusste auch, in welch privilegierter Situation ich mich befand. "Oliver, das alte Trüffelschwein", immer wieder kam mir dieser Spruch in meinen albern Kopf, "Oliver, das alte Trüffelschwein".

Nach einer halben Stunde Konzert war ich ohnehin schon besinnungslos, war hoffungslos dem Schwebesound der Malvina Meinier und ihrer Band verfallen, betete, dieses Konzert möge nie zu Ende gehen. Ich wollte bei besonders himmlischen Passagen die Zeit anhalten und sagen: "Stop! Jetzt möchte ich sterben, das ist der richtige Moment, besser kann es nicht werden." Man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist...

Bath Noises ("I am still in love with you") und En Attendant L'Hiver 2 kamen noch gegen Ende. Das Warten auf den Winter, im Juli passte das und heute ist er da, der Winter. Die Musik von Malvina Meinier passt perfekt zu ihm. Das ist nämlich Musik, die das Herz mehr wärmt, als jede dicke Deke oder der längste Schal. Mit dem Album The Wise One würde ich mich am liebsten zwei Wochen in einer einsamen Skihütte einschließen und es andächtig immer wieder und wieder hören, bis ich den Zustand des vollkommenen Glücks erfahren habe.


Das war ein sensationelles Konzert, daß ich nie vergessen werde, sofern mich Herr Alzheimer verschont!


Setlist Malvina Meinier, Théâtre de Ménilmontant, Paris

01: 24
02: The Miracle
03: The Wise One
04: Covered In Silence 
05: Bath Noises
06: En Attendant L'Hiver 2
07: Grace In A Dive

08: Now, You Just Watched Me

Hört euch hier ganz komfortabel das ganze Album an!








 

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