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Sonntag, 10. März 2013

Kinrisu & Julie Doiron, Paris, 14.02.13

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Konzert: Kinrisu und Julie Doiron (La Route du Rock Session)
Ort: L'Espace B
Datum: 14.02.2013
Zuschauer: etwa 70
Konzertdauer:  Kinrisu ungefähr 35, Julie Doiron fast 90 Minuten

Version française en bas


Aktualität ist Trumpf. So zumindest haben wir uns das auf die Fahne geschrieben. Aber wozu gibt es die schöne Erfindung die da lautet: Ausnahme? Ja, Platz für Ausnahmen sollte es immer geben, zumal wenn die begutachteten Konzerte (Vorgruppe & Hauptact Julie Doiron) so gut waren wie diese hier. Ich kam schlichtweg bisher einfach nicht dazu, darüber zu schreiben. Dies hole ich hiermit nach. Also...

Der 14. Februar 2013: Valentinstag. Eine alte Vereinbarung mit meiner Frau besagt, daß wir diesen Tag nicht gemeinsam feiern. Von oben verordnete Liebe zu einem bestimmten Tag finden wir doof. Und Blumen kaufen wir, wenn uns danach ist. Wir sind da ganz unromantisch und eine inzwischen 18. jährige harmonische Beziehung gibt uns recht.

Meine (musikalische) Liebesbeziehung zu Julie Dorion ist noch nicht ganz so alt, aber zumindest 6 oder 7 Jahre hält sie schon an.

Und meine Liebesbeziehung zu Kinrisu, die hier als Support Act auftrat datiert vom 15.04.2012. Damals hatte ich die rothaarige Kalifornierin bei einem Wohnzimmerkonzert kennengelernt und war sofort hin und weg von ihren schrägen, scheinbar infantilen Kompositionen.

Seitdem arbeitet sie fleißig an ihrem neuen Album namens It Felt Like Destiny, das nun endlich auch ein richtiges Label finden soll. Ihre bisherigen Werke hat sie in Eigenregie hergestellt und auf Bandcamp hochgeladen, ohne daß sie je in den Handel gekommen wären.


Für den neuen Longplayer bin ich da sehr optimistisch, die Songs sind durch die Band weg originell, sehr eigenständig und höchst charmant. Da sollte es doch mit dem Teufel zugehen, falls sich hierfür kein Label finden ließe.

Trantütig wie ich bin, hatte ich allerdings den ersten Titel Bloodshot verpasst, weil ich mal wieder zu spät am Ort des Geschenes aufkreuzte. Bei Green Canary ZBD8263, bei dem es textlich unter anderem um suizidale Gedanken ging (die sich aber zum Glück in Luft auflösten) war ich dann aber voll mit dabei.
  
Mir blieb gerade noch die Zeit, Julie Doiron und ihren neuen Lebens -und Musikgefährten Christopher zu begrüßen, bevor ich mich voll und ganz dem Genuß des Konzertes von Kinrisu widmete. Das rothaarige dürre Mädel saß da ganz alleine auf ihrem Stühlchen und trällerte mit kindlicher Stimme ihre abgefahrenen Texte und spielte dazu sehr innovativ Gitarre.

Das hatte etwas Rührendes und man hatte irgendwie das Bedürfnis, das Mädel in den Arm zu nehmen.

Die Grundstimmung bei Gang Of verzweifelt, einsam, traumversunken, fragil.

Sie sang:

"you never call but i dream of you
riding on a big black horse like the cowboys do"


Bei dem nachfolgenden Don't Tell Me änderte sich aber die Atmosphäre  Nun war sie schnell, positiv, lieblich, unbeschwert und leicht. Kinrisu summte zu diesem Lied ein paar Passagen und bediente sich auch des ihr eigenen Guitar Tappings, das sie immer mal wieder geschickt einbaute.
 
Bei Nowhere kam ihr großes Heimweh nach Kalifornien zum Ausdruck. Erneut klang sie verzweifelt, einsam, und sehr verletztlich, es wirkte wie ein Hilferuf.

Textlich aß sie Kuchen gegen die Einsamkeit, nahm ein Toxin gegen den Schmerz.

Der Song war stilistisch in zwei Teile aufgesplittet. War der erste noch langsam und holprig, wurde das Tempo im zweiten deutlich erhöht. Ihr Guitartapping klang hierbei wie ein Bass, der Gesang war wehmütig und zärtlich, vor allem als sie über ihre Familie sang, die sie sehr vermisst ("I wish we lived in California, I left my family in California")

Bei Misfits In The Sun war die Stimmung zu Beginn ein wenig wie bei alten Stücken von Grizzly Bear, es wirkte wie vom Meeresgrund kommend und sehr lieblich, fragil und verwunschen. Zarte Chöre, betörende Gitarre, verhuschte Stimme, einfach unwiderstehlich. Gesanglich wechselten sich das kleine, manchmal etwas trotzige Kind und die verletztliche junge Frau ab.

Radical News war eine Art Wüstenlied und auch textlich hieß es: "The Moon comes out in the desert."

Bei Jupiter herrschte zumindest zu Beginn wieder ein höheres Tempo und der Gesang erinnerte in der Tat ziemlich an.. Coco Rosie. Dann verlangsamte sich die Geschwindigkeit aber wieder und die Stimmung wurde leicht bluesig. Textlich ging es um " ein tower building, einen black trench coat und black boots", alles etwas wirr, aber gerade deshalb so herrlich. Plötzlich kamen aufwallende, herrlich warme Gitarrenklänge hinzu und die Intensität wurde immer stärker. Wiederum verstand es Kinrisu meisterlich bei Tempo und Stimmung zu variieren. Außerdem blieb bei mir eine Textzeile haften:

"Two girls kissing one boy indian braids baby blue"

R and Charm kurz vor Schluss hatte etwa stark Anziehendes. Kinrisu flüsterte manchmal und machte Geräusche, die einem Ausatmen glichen, was eine unglaublich intime Atmosphäre erzeugte. Niemand unter den Zuschauern muckte, alle hörten wie gebannt zu und erfreuten sich auch noch an einem sehr starken neuen Track als Closer, der es nicht auf das Album schaffen wird, dafür aber beim darauffolgenden Longplayer Berücksichtigung findet.

In lediglich 35 Minuten hatte sich Kinrisu eindrucksvoll für weitere Konzerte empfohlen. Die Booker in Paris dürften bald nicht mehr an ihr vorbeikommen, so viel geballte Kreativität und Originalität sieht und hört man schließlich selten!

Dann aber endlich Julie Doiron. Immer wieder ein Highlight eines Konzertjahres, wenn die Kanadierin in Paris aufkreuzt. Leider sieht das wohl nicht jeder in der Seine-Metropole so, denn die Gigs von Doiron ziehen in der Regel maximal 100 Zuschauer an, was angesichts des Talents und der langen Karriere der Sängerin doch recht dürftig ist. Diejenigen, die am Valentinstag gekommen waren, waren aber fast alle richtige Fans, so daß die Stimmung sehr angenehm und locker war.

Doiron selbst alberte auch wieder einmal permament rum, machte Witzchen über ihre häßlich gewordene Frisur ("kennt ihr einen guten Frisör, der morgen gegen 10 Uhr auf hat und mir den Pony schneiden kann?"), ihr wallendes Oberteil ("damit könnte ich gleich ins Bett hopsen, um einen Film anzusehen"), ihre Unlust, ihre Gitarre richtig zu stimmen ("oh scheiße, das habe ich gerade sehr seltsam und schief gespielt, auf dem Album klingt das besser") oder ihre Schüchternheit ("kaum zu glauben, daß ich schüchtern bin oder? Deshalb rede ich so viel"...)




Bei ihr wirkt es oft so, als trete sie vor ein paar guten Freunden auf und oft ist das ja auch wirklich so. Da werden dann handwerkliche Fehler mit einem Schmunzeln kenntlich gemacht ("Mist, verspielt!") und nicht vertuscht, Titelwünsche von Fans berücksichtigt und aus der Seele keine Mördergrube gemacht. Julie kaschiert nie, wen sie müde und etwas lustlos ist, oder gerade Liebeskummer hat, sie redet immer frei Schnautze und plaudert gerne über das Leben auf der Tour. "Ach, ich bin so steif und zudem noch so kurzatmig, das kommt davon, daß ich immer nur im Van sitze und mich nicht bewege." Oder auch: "Ich fange meine Konzerte immer gerne dick eingemummelt an, denn wenn ich schwitze, fühle ich mich ein wenig wie ein richtiger Rockstar. Am Ende stehe ich aber meistens im T-Shirt da."



Nun, zumindest stand sie heute meist nicht allein da, denn an der zweiten E-Gitarre wurde sie von ihrem Partner Christopher begleitet. Ihr neuer Lover, mit dem sie auch über weite Strecken die Bühne teilte. En herrlich pflegmatischer Kerl, den niemand und nichts aus der Ruhe zu bringen schien. Als Julie nach einem Glas Wasser verlangte und er gefragt wurde, ob er auch Wasser wünsche, verzog er nur kurz seine Miene, kratzte an seinem grau-schwarzen Bart und meinte staubtrocken: "no water please, don't you have a beer or... wine? You know?" Natürlich bekam er sein Bier und Julie auch ihr Wasser und gut geölt schmetterten die beiden dann auch auf wesentlich rockigere Weise die Stücke des neuen Albums So Many Days Kratzigste Gitarren bildeten einen hübschen Kontrast zur ansonsten vorherrschenden Lieblichkeit, die überwiegend von Julies gutherziger Stimme ausging. Songs wie The Gambler, By The Lake oder Homeless klangen wesentlich angriffslustiger als auf der CD Version.

Natürlich wurden aber auch wieder alte Klassiker gespielt, die quasi nie im Programm der Kanadierin fehlen. So erklangen zu unser aller Freude Snowfalls In November, Swan Pond, The Tailor, The Wrong Guy oder Mon Charmant Coeur (von der rein französischen CD Desormais).

Persönlicher Lieblingssong der Künstlerin* selbst schien The Gambler zu sein. Gleich mehrfach erwähnte sie, daß es auf der Albumversion so herrliche Chöre gäbe und das sie beim Ersthören der Studioversion des Liedes vor Rührung geweint habe (bevor sie dann sofort ihre Mutter anrief). Die Harmoniegesänge fehlten natürlich heute, aber das war vielleicht gar nicht so tragisch.



Stellt sich die Frage, was man grundsätzlich von dem neuen Album und der Liveumsetzung zu halten hat. Nun, ich finde es ist ein gelungenes Werk geworden, das aber thematisch manchmal ein klein wenig eintönig wirkt. Ein Lovesong (mit unmissverständlichen Liebesbeteuerungen an wen? Sicherlich an Christopher) jagt den nächsten und man fragt sich, ob das auf Dauer nicht ein bißchen banal ist. Nicht, daß die Liebe an sich ein banales Thema sei, aber in den Texten wird alles so offen und direkt formuliert, daß die Kitschschwelle bisweilen nicht zu weit entfernt ist. Andererseits sind die Lyrics aber auch gleichzeitig so extrem ehrlich, wie sie nur eine Julie Dorion glaubwürdig formulieren kann.


Beim Konzert in Paris spielte das aber eh keine große Rolle. Altes und neues Material wurde so gekonnt miteinander vermischt und mit soviel Spielfreude und Herzblut vorgetragen, daß man nur mit der Zunge schnalzen konnte. 1 Stunde und 25 Minuten lang wurde man in jeder Hinsicht bestens unterhalten und erlebte erneut eine Künstlerin, die in punkto Natürlichkeit einfach unschlagbar ist.

Konzerte von Julie sind immer herzlich und erfrischend und wenn es denn stimmt, sehen wir die mehrfache Mutter in Paris bereits im Mai wieder.

* mein persönlicher Favorit? Die alte Ballade Dirty Feed vom 2004 er Album Goodnight Nobody. Ungemein nahegehend!

Version française:

Bon, normalement nous sommes très rapide et réactif ici sur Konzerttagebuch,  mais parfois on prend aussi un peu de retard. C'est pour cela que je publie seulement maintenant le compte-rendu du très beau concert de Kinrisu et Julie Doiron à L'Espace.

C'etait le 14 février, le jour de la saint Valentin. Avec ma femme nous sommes d'accord de ne pas fêter ce jour ensemble. Nous trouvons ça trop kitsch et on s'offre des fleurs quand nous  avons envie. Nous ne sommes pas romantiques, c'est vrai, mais notre rélation amoureuse est harmonieuse et dure quand même 18 ans maintenant.

Ma relation amoureuse avec la musique de Julie Dorion dure un peu moins que ça, mais 6 ou 7 ans tout de fois.

Ma relation amoureuse avec la musique de Kinrisu est plus récente. Elle a commencé le 15 avril 2012, le jour ou je l'avais découverte par hasard dans un concert d'appart. J'était tout de suite sous le charme de sa voix infantile et de ses compositions étrangement belles.

Depuis la californienne rousse travaille avec ferveur  sur son nouvel album intitulé It Feels Like Destiny, pour lequel elle veut enfin trouvé un vrai label. Ses disques précédents, elle les avait mis sur son bandcamp, mais ce n'est jamais réellement sortie.


Pour le nouvel opus je vois de bonnes chances que tout cela change. Il y a plein de morceaux originaux et charmants, le potentiel est énorme.

Les chansons de cet album à venir, Kinrisu les interpreta quasiment en intégralité ce soir à l'Espace B.

Comme souvent j'avais pris en peu de retard et rata Bloodshot, le premier titre. Mais pour Green Canary j'étais bel et bien présent et attentif.

Ça parla des idées suicidaires, qui finissent heureusement par s'évaporer.


 

Puis elle chanta Gang Of, un morceau sublime où toute la fragilité de la jeune fille ressortait. On la sentait seule, en désespoir et anxieuse. L'ambiance était très rêveuse.


Elle chanta:

"you never call but i dream of you
riding on a big black horse like the cowboys do"

Pour Don't tell Me l'ambiance changa. C'était un morceau plus rapide et entrainant, léger, aérien, insouciant. Kinrisu fredonnait et tapait sur le bois de sa gitarre, un geste qu'elle utilise fréquemment.

Nowhere parlait de son mal du pays et de sa solitude ici en France. Elle chante que sa famille en Californie lui manque énormément et qu'elle aimerait bien y être. La chanson est divisé en deux parties, une assez lente et mélancolique une autre plus rapide et agitée, comme deux chansons en une en fait. Ce changement d'ambiance et de rythme était épatant et montra le grand talent de chanteuse.

Un des temps fort du concert était certainement Misfits In The Sun, une chanson qui me rappella les vieux titres de Grizzly Bear qui, eux aussi, semblaient venir du fond de la mer. C'était envoûtant, ensorcelant, doux et magnifiquement beau. Kinrisu chanta avec deux voix. Une fois il y avait cette gamine un peu révoltée et puis aussi la jeune femme fragile, mais gracieuse. Parfois on avait l'impression que son chant venait d'un vieux grammophone. Un clip vidéo est en préparation, j'ai hâte de voir le résultat.

Un autre temps fort était Jupiter. Là aussi l'artiste varia parfaitement l'ambiance et la vitesse. Parfois il y avait un côté bluesy, parfois c'était plus folk expérimental. Son jeu de guitare y était particulièrement chaud et séduisant. Le texte parlait de Black Boots et d'un black trench coat mais aussi d'un tower building. Pas facile à déchiffrer et comprendre le sens derrière les paroles, mais c'est ça aussi qui rend cette musique si fasçinante. Les paroles sont assez étranges et laissent plein de place à la libre interprétation. Elles sortent de l'ordinaire et font partie de l'univers particulier et ultra passionnant de l'artiste. Elle ne fait pas de rimes plates et banales, chez elle c'est un puzzle de mots, d'expressions, d'observations, des parties de rêves... C'est un  univers ultra coloré et créatifs, très intuitif, venant du ventre. C'est bricolé, lo-fi a souhait et très personnell laissant places à l'imagination et toujours balançant entre la gamine qui réside toujours en elle et la jeune mère responsable. Sa musique semble comme un refuge pour elle pour s'échapper a une réalité quelquefois un peu triste et déprimant, mais aussi d'un défouloir pour faire sortir des pensées intérieures. Elle crée avec sa musique un monde féerique, poétique, parfois insouciant, parfois ménacant, mais toujours divinement beau.

Je suis complètement sous le charme en tout cas et j'ai eu l'impression que les autres spectateurs avaient aussi beaucoup apprécie cette prestation.








Sonntag, 9. Dezember 2012

Malvina Meinier (chronique française), Paris, 19.07.12

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Concert: Malvina Meinier et Kinrisu
Lieu: Théâtre de Ménilmontant 
Date: 19/07/12
Spectateurs: environ 80



Un compte-rendu d'un concert qui a eu lieu le 19 juillet, publié le 9 décembre? Ben oui, pourquoi pas? Surtout si le concert en question était tellement beau, envoûtant, voir épique comme celui de Malvina Meinier. De toute façon je voulais écire ce texte déjà en juillet, mais après il y avait les vacances d'été et tout ça. En plus je possède le très beau disque de Malvina Meinier, intitulé The Wise One, seulement depuis quelques jours, c'est donc l'occasion de faire revivre ce concert absolument mémorable!

Si ma mémoire est bonne le 19 juillet 2012 fut une journée assez ensoleillée et chaude dans un juillet pourri et pluvieux. C'était le temps des festivals open air et les grandes vacances venaient de commencer.


Mais il restait ce concert au Théâtre de Ménilmontant que je ne voulais pas du tout rater, parce qu'il y avait Kinrisu en première partie, une artiste américaine résidant à Paris qui fut une de mes grandes découvertes en 2012. Malvina Meinier, la tête d'affiche de ce soir, je reconnais que je la connaissais moins bien. Je l'avais seulement vue accompagner son amie américaine Michelle Blades à L'International quelques jours avant (photo ci-dessus). Mais j'étais néanmoins très curieux de découvrir sa musique en live.


Kinrisu ne me décevait pas. Son étrange mélange ultra original et personnel entre weird folk et pop psychédélique faisait mouche, sa voix de gamine avait comme à l'habitude cette curieuse sonorité et ses paroles étaient complètement space. Seule avec sa guitare acoustique, elle faisait des miracles et brilla aussi par un fingerpicking très spécial et bien à elle. Une artiste qui mérite beaucoup plus que ces quelques lignes ici, mais je l'avais déjà chroniquée deux fois en allemand récemment (cela vous fait une belle jambe, hein?!).


Il restait quelque 15 minutes pour se rafraîchir et prendre une bière au bar. Mais je me suis dépêché pour me trouver une bonne place sur une chaise pas loin de la scène. Les artistes entrèrent. Il y avait Malvina bien sur, qui jouait du piano, son ami Marius qui faisait des beats électroniques à l'aide de son noteboook apple, puis trois jolies choristes avec des voix très pures (Andrea Perdue, Cassandra Jetten, Michelle Blades, toutes les trois américaines). Sur le côté gauche de la scène (vu depuis la salle) il y avait un trio à cordes, avec deux garcons au violons et une fille au violoncelle.

La magie de leur musique opérait quasiment tout de suite. C'était divinement planant, élégant, doux, aérien et envoûtant. Et Malvina, quelle voix! Elle était capable d'exprimer toutes les émotions, chanta tout le long du concert comme un ange et montait incroyablement haut. Un chant que je me plaisais à qualifier d'islandais, tellement il me faisait penser aux elfes nordiques comme Stina Nordenstam Björk, même Jonsi de Sigur Rós.

C'était une musique hantée, poétique, cinématographique, parfaitement utilisable pour la bande dessiné d'un beau film.

Une des influences de Malvina parait être My Brightest Diamond, surtout sa sublime chanson The Wise One ("you are already dead in mind") me rappelait Shara Worden.

Mais Malvina a déjà un univers bien à elle. Son mélange de musique classique et de pop de chambre est sous cette forme unique et fut rarement présenté d'une manière plus aboutie et mieux arrangée.

C'est aussi ça la grande force de Malvina, son talent pour les arrangements d'orfèvres, son sens pour des mélodies mélancoliques et cristallines. L'harmonie entre le chant, le subtil jeu de piano et les cordes étaient parfaite tout au long de ce concert.


Mais la jeune pianiste n'a pas envie de s'arrêter là et est déjà en train de pousser sa musique plus loin. L'influence de la musique électronique va être plus grande dans le futur et déjà au Théâtre de Ménilmontant on sentait aussi la patte de Marius, qui modernisait le son assez classique du disque avec ses nappes de synthés.


Mon morceau préféré du set?  Impossible à dire. Chaque chanson était plus belle et ensorcelante que l'autre et je ne peux vraiment pas dire si je préfère The Wise One, Covered in Silence ou Bath Noises, elles sont toutes si intenses et captivantes!


Grand compliment aussi aux choristes qui ont aussi contribuer à rendre cette soirée inoubliables!

Finalement le moment n'est pas si mal choisi pour publier la chronique, car les compositions ont une touche assez hivernales qui s'accordent bien au climat de décembre! J'aimerais bien m'enfermer avec se disque dans une cabane, faire un feu et allumer des bougies en l'écoutant en boucle.

Malvina Meinier est un très grand espoir et je suis persuadé qu'elle va avoir du succès. Son disque est en écoute intégrale sur son Bandcamp et vous pouvez le commander avec la belle pochette (signé Cassandra Jetten)  pour la modique somme de 10 Euros. En revanche elle serait heureuse, si elle pouvait trouver un label qui distribue ce disque partout, parce ce qu'en ce moment elle envoie des exemplaires tous les jours par la poste et perds du temps pour composer son deuxième album!







Malvina Meinier und Kinrisu, Paris, 19.07.12

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Konzert: Malvina Meinier & Kinrisu
Ort: Théâtre de Meinilmontant
Datum: 19. 07.2012
Zuschauer: etwa 80

Ein Konzertbericht vom 19. Juli, geschrieben am 8. Dezember?

Nun ja, ihr dürft gerne darüber schmunzeln. Ich aber nehme mir diese Freiheit raus, schließlich veröffentlichen auch Leute ihre Bestenliste für 2012 im November.

Zudem: das Konzert von Malvina Meinier war absolut denkwürdig, großartig, ja episch! Und ich hätte auch schon längst darüber berichtet, wenn nicht die Sommerferien dazwischen gekommen wären. Blablabla, alles Ausreden, ich weiß. Jetzt aber endlich der Bericht. Los geht's!

Der 19. Juli 2012. Meiner Erinnerung nach ein ziemlich heißer Tag in einem ansonsten verregneten Juli. Die Sommerferien standen vor der Haustür. Open Air Festivals liefen hüben wie drüben und in den Pariser Konzertclubs war schon die Saure-Gurken-Zeit angebrochen.


Doch im Théâtre de Ménilmontant fand noch eine Veranstaltung statt, die mich brennend interessierte. Eine meiner Entdeckungen des Jahres, die rotblonde Amerikanerin Rachael Wellington alias Kinrisu sollt dort auftreten und danach die französische Pianistin Malvina Meinier zusammen mit einem Streichertrio und einem Frauenchor, gebildet aus Andrea Perdue, Michelle Blades und Cassandra Jetten (Foto rechts), allesamt aus den USA aber mit Wohnsitz in Frankreich.

Kinrisu war wie erwartet großartig, begeisterte mit ihrer Kleinmädchenstimme, ihren irren Texten und ihrem innovativen Fickerpicking und leitete perfekt in den Hauptteil ein, der etwa 15 Minuten später beginnen sollte.

Ich bestellte mir ein Bier an der Bar, setzte mich dann auf einen Hocker in der Nähe der Bühne und harrte der Dinge die da kommen würden. Vorbereitet hatte ich mich zu Hause vorher nicht, ich ging ganz unbeleckt in dieses Konzert, kannte die Musik von Malvina Meinier bis dato noch nicht.



Die Band betrat die Bühne und nahm ihre Plätze ein. Malvina positionierte sich rechts hinter ihren Flügel, ihr Freund Marius stand hinter einem Apple Notebook, Andrea Perdue, Cassandra Jetten und Michelle Blades links von ihm. Vorne links saßen zwei Violinisten und eine Cellistin.


Es konnte losgehen. Der Zauber der absolut himmlischen Musik entfaltete sich quasi unmittelbar. Die Stimme von Malvina war so was von schön, daß man es kaum beschreiben konnte. Sie schwebte förmlich durch den Raum. In Kombination mit den Streichern und den zarten Pianoklängen war das unwiderstehlich. Ich hörte mein Herz pochen, es klopfte ganz laut gegen meinen Brustkorb, meine Hände wurden feucht. Die Cellistin strich samtweich durch ihre Saiten und Malvina erreichte gesanglich höchste Höhen. Sigur Rós waren ein Scheißdreck dagegen. Das hier war der Inbegriff von Anmut, Stil, Eleganz und Wohlklang. Die Musik war so wundervoll, daß ich mich am liebsten in sie hineingelegt hätte.


Bei Wise One sang Malvina fast wie eine My Brightest Diamond, die berührenden Zeilen: "you are already dead in my mind", es war zum Steineerweichen. An kristallener Klarheit war der Gesang nicht zu überteffen und das dramatische Pianospiel untermalte ihn auf das Beste.

Bei Covered In Silence wurde das Tempo verlangsamt. Das Klavier schritt ganz gemächlich und repetitiv voran, wurde aber von Minute zu Minute intensiver und lauter, bis die Streicher einsetzten und das Tempo plötzlich sehr lebhaft wurde. Ein meisterliches Arrangement, das mir den Atem, ja den Verstand raubte!


Ich konnte es nicht fassen, ich saß in einem recht gammeligen Theater, aus der Küche drangen etwas unangenehme Gerüche und auf der Bühne präsentierte sich eines der größten Talente, das ich je gesehen hatte. Wie konnte es sein, daß sich noch nicht die gesamte französische Musikpresse auf sie gestürzt hatte? Ich war sprachlos, wusste aber insgeheim, daß ich hier bei etwas ganz Großem dabei war, von dem ich noch Jahre später schwärmen würde. Innerlich kostete ich schon meinen Triumph aus, wenn ich Leuten aus der Musikszene gegenüber damit angeben könnte, Malvina schon 2012 live gesehen zu haben. Sie würden erst auf sie stoßen, wenn der ganze Medienrummel und der kometenhafte Aufstieg längst begonnen hat. Denn seien wir mal realistisch, ein solches Talent wie Malvina Meinier hat man nicht für immer für sich alleine.

Ich wusste also, daß jede Minute des Konzertes kostbar war, wusste auch, in welch privilegierter Situation ich mich befand. "Oliver, das alte Trüffelschwein", immer wieder kam mir dieser Spruch in meinen albern Kopf, "Oliver, das alte Trüffelschwein".

Nach einer halben Stunde Konzert war ich ohnehin schon besinnungslos, war hoffungslos dem Schwebesound der Malvina Meinier und ihrer Band verfallen, betete, dieses Konzert möge nie zu Ende gehen. Ich wollte bei besonders himmlischen Passagen die Zeit anhalten und sagen: "Stop! Jetzt möchte ich sterben, das ist der richtige Moment, besser kann es nicht werden." Man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist...

Bath Noises ("I am still in love with you") und En Attendant L'Hiver 2 kamen noch gegen Ende. Das Warten auf den Winter, im Juli passte das und heute ist er da, der Winter. Die Musik von Malvina Meinier passt perfekt zu ihm. Das ist nämlich Musik, die das Herz mehr wärmt, als jede dicke Deke oder der längste Schal. Mit dem Album The Wise One würde ich mich am liebsten zwei Wochen in einer einsamen Skihütte einschließen und es andächtig immer wieder und wieder hören, bis ich den Zustand des vollkommenen Glücks erfahren habe.


Das war ein sensationelles Konzert, daß ich nie vergessen werde, sofern mich Herr Alzheimer verschont!


Setlist Malvina Meinier, Théâtre de Ménilmontant, Paris

01: 24
02: The Miracle
03: The Wise One
04: Covered In Silence 
05: Bath Noises
06: En Attendant L'Hiver 2
07: Grace In A Dive

08: Now, You Just Watched Me

Hört euch hier ganz komfortabel das ganze Album an!








Dienstag, 17. Juli 2012

Kinrisu, Paris, 13.07.12

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Konzert: Kinrisu
Datum: 13.07.12

Ort: Lomography Gallery Store, Paris 10

Konzertdauer: etwa 35 Minuten



Ich habe es ja (hier) schon einmal geschrieben: die in Paris lebende Amerikanerin Kinrisu (auf dem Foto rechts) ist eine meiner ganz großen Entdeckungen des Jahres! Ich bin völlig von ihr hingerissen, ja ihr geradezu verfallen. Was das rothaarige Mädel mit dem blassen Teint so alles auf ihrer Gitarre anstellt* ist einfach famos, ihr kindlicher Gesang verblüffend, die Arrangements subtil und äußerst fein.


An einem Freitag, dem 13. sah ich sie wieder live und war begeisterter denn je. Das Ganze fand im Rahmen des tollen Festivals Bitter Sweet Paradise der Balades Sonores statt und wurde in einem Lomography Laden ausgetragen. Zu mittäglicher Stunde fanden sich etwa 20 Leutchen in dem originellen Shop ein und lauschten gespannt dem bizzaren Universum der wahnsinnig jung ausssehenden Kalifornierin.





Kinrisu war zunächst sehr nervös, ihr zitterten die Hände beim Gitarre spielen, aber von Lied zu Lied wurde es besser, ließ ihre Anspannung nach und wurde ihr lieblich-infantiler Gesang eindringlicher. Der Applaus steigerte sich ebenfalls ständig. War er am Anfang noch ein wenig zaghaft, schrien am Ende die Leute reglmäßig laut "Bravo" und klatschten frenetisch Beifall. Es war ein außergewöhnlich innovatives und verwunschenes Set, das eine Künstlerin zeigte, die ein begnadetes Talent hat. Keine klingt wie Kinrisu, obwohl ständig nervende Vergleiche zu Coco Rosie kommen, die Kinrisu weder besonders gut kennt, noch wirklich schätzt. Auch die Texte der Wahl-Pariserin sind sehr eigen, genial wirr und erfrischend schräg und haben oft eine autobiografische Note.


In dem Lomography Store präsentierte sie auch unveröffentliches Material, was hoffentlich bald auf einen Tonträger gebannt wird und einen regulären Relase erfährt. Bisher enstanden die vier vorhergehenden Alben nämlich in Eigenregie und sind physisch nicht zu erwebern, allerdings bei Bandcamp zu genießen.


Hört euch das an und werdet auch Fan von Kinrisu!

* sie klopft, zupft, streicht, etc. pp



Donnerstag, 3. Mai 2012

Kinrisu, Paris, 15.04.12

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Konzert: Kinrisu, Feather Feather, My Jazzy Child
Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, aber nicht mein eigenes

Datum: 15.04.2012

Zuschauer: geschätzte 70




An einem Sonntag im April habe ich ein Fabelwesen gesehen. Eine rothaarige Fee mit seltsam infantilem Gesang, eigenartiger Gitarrentechnik (klopfen war oft angesagt) und wundersamen Texten namens Kinrisu hatte mich völlig verzaubert.

Woher stammte sie? Wer war sie? Warum hatte ich nie vorher von ihr gehört oder gelesen?


Nun, Rachael, so heißt die junge Dame bürgerlich, stammt aus Kalifornien, wohnt seit ein paar Jahren in Paris und ist hier eher sporadisch aufgetreten. Theoretisch hätte ich sie aber schon einmal live sehen können, sie war unter anderem im International oder Petit Bain zu bewundern. Aber Konzerte von ihr waren insgeamt doch eher rar gesät. Dabei hat sie in den letzten sechs Jahren fleißig Songs geschrieben und stattliche 4 Alben in Eigenregie aufgenommen. Sie heißen Make Love & Cake (2007), Monster Wisp (2008), Early Pastries (Feb 20120) und Lucent Animal Chimes (Nov 20120). Alle verfügen sie über ein außerordentlich charmantes Artwork, das die Künstlerin selbst gefertigt hat. Rachael zeichnet auf kindliche und pointilistische Weise Menschen und Tiere in bunten Farben.

Sie selbst beschreibt sich so: "Kinrisu reveals a dreamlike and personal universe favored by experimental and instinctive folk music & pointilist drawings made of intricate characters and enigmas and colorful stains."

Diese Beschreibung passte perfekt! In der Tat war ihre auf einer Akustikgitarre vorgetragene Folk-Musik experimentell, eigen und kam aus dem Bauch (oder aber dem Herzen?) raus. Vor einer Leinwand mit einer ihrer Zeichnungen spielte sie vor einer vorbildlich leisen Gruppe von Musikfans ihre verhuschten Songs und verblüffte die Leute vor allem mit ihrer an die frühe Joanna Newsom oder Coco Rosie erinnernde Kleindmädchenstimme. Sie benutzte im Gegensatz zu den Tonaufnahmen aber keinerlei Effekte oder Loops, sondern spielte rein akustisch und althergebracht auf. Ich war hin und weg, begeisterte mich neben der Stimme auch an der Klopftechnik auf der Gitarre und verbrachte traumhafte 35 bis 40 Minuten, die auschließlich mit ganz neuen, unveröffentlichten Songs bestückt waren. Textlich ging es um die Verarbeitung eigener Erlebnisse, teilweise sehr düsterer Art. Immer aber blieb die kindliche Sichtweise (Kinrisu ist bereits Mutter vielleicht liegt es daran) und man hörte von Astronauten, Panda Babies oder auch Space Frogs (Weltraum Frösche?). Abgedreht, was?


Wie ich schon sagte, ein Fabelwesen. Ich bin heute, fast drei Wochen später noch völlig geplättet von der jungen Dame. Sie hat ein immenses Talent, ist absolut außergewöhnlich. Nach den entzückenden Däninnen Nór mache ich also zum zweiten Mal in diesem Jahr bei einer Homeshow eine ganz prima Entdeckung.







Die heutige Show hat übrigens ein netter Mitbürger namens Serge organisiert. Er ist Novize in dem "Geschäft", fragt mich hinterher, was ein "Profi" wie ich (so nannte er mich, ich wies das zurück) ihm als Verbesserungsvorschlag unterbreiten würde. Da fiel mir nicht viel ein, denn ich fand die Atmospähre sehr angenehm und entspannt, die Künstler gut gewählt und die Location geräumig und gemütlich. Eine Sache gab ich ihm dann doch noch auf den Weg, weil mir das grunsätzlich wichtig erscheint. Serge hätte die jeweiligen Bands kurz ansagen und vorstellen müssen, das schafft eine gute Verbingdung zwischen Künstler und Publikum und wird leider bei Wohnzimmerkonzerten relativ oft vergessen.

Achso, neben Kinrisu traten noch zwei andere Acts bei dieser Veranstaltung auf. In den Nachmittag eingeleitet hatte der Franzose My Jazzy Child, der traurige Lieder im Stile von Nick Drake auf der Akustischen vortrug, bevor dann Feather Feather den Staffelstab übernahmen. Von dem Projekt des Franzosen Philippe, der auf einer traditionellen finnischen Kantele spielt und sich zwei amerikanische Gastsängerinnen dazu geholt hat, hatte ich ja schon vor nicht allzu langer Zeit ausführlich geschwärmt. Heute hatte er übrigens zwei andere Vokalistinnen als beim vorigen Mal dabei (ihre Namen: Austin (Foto) und Melody) und der umtriebige Kerl wird am 19. Mai dann auch ins Aufnahmestudio gehen, um die bildschönen Kompositionen für die Ewigkeit auf Tonträger zu bannen.



 

Konzerttagebuch © 2010

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