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Freitag, 11. Dezember 2009

Karpatenhund, Wiesbaden, 10.12.09

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Konzert: Karpatenhund
Ort: Schlachthof Wiesbaden (Räucherkammer)
Datum: 10.12.2009
Zuschauer: ca. 70
Dauer: Karpatenhund 95 min, Katze gut 40 min


Wenn Karpatenhund eine Frau wäre, hätten wir eine romantische
Kennenlerngeschichte. "Weißt du noch, damals in der Sturmnacht?" Am Abend, als Orkan Kyrill Holzfäller spielte, war ich wegen Razorlight in der Live Music Hall. Dort bestritt eine sehr junge Kölner Band das Vorprogramm, die mich auf Anhieb überzeugte, und das nicht nur wegen des Namens. In den folgenden sechs Wochen erlebte ich drei weitere Karpatenhund-Auftritte. Damals bestand die Band aus den Mitgliedern von Locas In Love, erweitert um Sängerin Claire Oelkers.

Seitdem ist einiges passsiert. 2007 veröffentlichten Karpatenhund ihr Debüt bei Virgin, Gegen den Rest wurde Vorspann-Melodie der Emmy nominierten Serie
Türkisch für Anfänger, Claire wurde neben ihren Jobs als Sängerin und Schauspielerin VJane bei MTV. Ich sah die anderen Bandmitglieder danach nur noch als Locas In Love und verlor über tolle Veröffentlichungen wie Winter im vergangenen Jahr Karpatenhund aus den Augen. Das erste Lebenszeichen, das ich wieder mitbekam, war deren zweite Platte (Der Name dieser Band ist Karpatenhund) im August. Vor allem die düstere Single Wald hatte es mir extrem angetan!

Karpatenhund hatten sich irgendwann dazwischen personell verändert. Neben den ursprünglichen Mitgliedern Claire, Bassistin Stefanie Schrank und Gitarrist Björn Sonnenberg kamen
Saskia v. Klitzing (Fehlfarben), die Schlagzeuger Maurizio ersetzte, und wohl zumindest zeitweise Gitarristin Jennifer Jasmin Keßler (für Jan Niklas Jansen) neu dazu. Höchste Zeit, mir die Band wieder einmal anzusehen.

Das Konzert fand in der Räucherkammer des Wiesbadener Schlachthofs statt. Vorgruppe war Katze, die ich offengestanden wegen großer Müdigkeit auslassen
wollte. Nicht etwa, weil ich Katzen auf den Tod nicht ausstehen kann.* Jedenfalls war ich zu früh und kam rechtzeitig zum Beginn der Berliner Band.

Wie gut, daß erste Eindrücke oft Unsinn sind, denn der war eindeutig, ich war sicher, es würde grausam. Sänger Klaus Cornfield sprach und wirkte nerdig bis zum Anschlag. Neben ihm stand eine blondierte kurzhaarige Frau im schwarzem Kleidchen hinter einem Bügelbrett, auf dem Instrumente standen. Dazu Schlagzeuger und eine Bassistin. "Das erste Lied heißt 'In dem Brief, den du mir gabst, steht nur Scheiß!'" Hmmm...

Erstaunlicherweise gefiel mir das Stück aber trotzdem sehr gut. Und auch die nächsten... Vielleicht, weil mich Katzes Musik an viele Bands erinnerte, die ich sehr
mag, an Locas In Love natürlich, an die ersten MIA. Sachen, an die Quarks und manchmal an Ralley.

Die blonde Frau mit dem Bügelbrett (Minki Warhol) hatte ich sofort ins Herz geschlossen, als sie beim ersten Lied Stylofon spielte! Später packte sie ein Miniglockenspiel aus, das nach Heftbeilage einer Kinderzeitung aussah, fabelhaft!

Ein ganz toller Auftritt, der mir viel Spaß gemacht hat. Wie gut, daß mein Timing so mies war!

Setlist Katze, Schlachthof, Wiesbaden:

01: Der Brief
02: Größter Anhänger
03: Das Geld, der Ruhm und die Mädchen
04: Fabrikmädchen
05: Schmerzlos und schnell
06: Herr Traurigmann
07: Shampoo Beach (?)
08: Bei mir wird immer alles schmutzig
09: Der Einsame (The Bates Cover)
10: Hübsch aber dumm
11: ??? (ein Cover, das ich nicht erkannt habe)
12: Punk's not dead
13: Komm wir klauen uns Pistolen

Als die Hauptgruppe dann um zehn auftrat, war es noch eine andere Besetzung, als
ich gedacht hatte. Neben Stefanie, Claire und Björn erschienen zwei zusätzliche Gitarristinnen, Jennifer Jasmin Keßler und Silvia Wersing (Mikrofisch, Telley) und ein männlicher Schlagzeuger (Wolfgang von Sternbuschweg). Die Frauen trugen einheitliche Glitzerkleider, alle Bändmitglieder Stirnbänder. Die sollten noch mehrfach Thema werden.

Es begann mit... ach, die Musik lasse ich jetzt erstmal weg, die war hervorragend. Wirklich wirklich erzählenswert ist nämlich der ganze Rest. Nach dem ersten Lied stellte jemand eine Flasche Sekt auf die Bühne. Welch glänzende Idee, das muß ich mir merken! Daraus entstand die erste Diskussion über die Stirnbänder.
Claire hielt die für ein Silvester-Outfit, was Björn merkwürdig vorkam. Sie fragten uns dann irgendwann, wie uns die Verzierungen gefielen. Ein paar Leute fanden die mies und äußerten das, was den Gitarristen sichtlich erschütterte. "Das ist eine Frechheit!! Würdet ihr euch bei anderen Bands auch so benehmen?" Bassistin Stefanie teilte uns nämlich mit, daß das Outfit aus ihnen eine Mischung aus Tennisspielern und Rockstars mache, und genauso fühlten sie sich!

Über die vielleicht ehrliche aber unhöfliche Stirnbandsituation kam Björn (nach Borg
benannt) nicht weg: "Wenn hier nebenan demnächst die Beatsteaks vor 3.000 Leuten spielen, würdet ihr denen dann bitte auch sagen, wie bescheuert ihre Hüte aussehen!"

Vorne auf der Bühne stand ein ausgestopfter Dachs, den die Band in Hamburg
geschenkt bekommen hat. In dessen Maul steckte ein Brief, der für einen Frank wäre. Leider outete sich niemand als dieser Frank (für die Jüngeren: das ist ein Name, der in den 70ern schrecklich beliebt war, so wie andere ausgestorbene Vornamen wie Thomas, Sabine, Holger, Daniela - ich hatte vier (!) Franks in meiner Grundschulklasse), ich hätte zu gerne gewußt, was in dem Brief steht.

Dachs oder Stirnband, das wahre Staraccessoire war das Metallgestänge unter der Gewölbedecke der Räucherkammer. Früher hingen da vermutlich Würste, heute abend recht häufig Musiker. Von der völlig bescheuert die Bühne teilenden Säule
(über die sich Björn beschwert hatte, weil sie ihn quasi vom Konzert ausschließe) gehen mehrere dieser Metallstangen ab. Keiner der Karpatenhunde konnte widerstehen, sich daran zu hängen. Stefanie führte dabei Klimmzüge vor und bestand darauf, zukünftig Danger-Stef genannt zu werden. Irgendwann war das nicht genug. "Schaffst du es, hochzuklettern und oben ein Lied zu singen, Claire?" - "Ich kann es versuchen."

Die Sängerin schaffte es... Sie saß plötzlich oben unter der Decke und sang von da aus. Es war unfassbar! Claire hielt sich am Rand fest,
ansonsten schien das aber das Normalste zu sein, was die Sängerin so tut! Akrobaten-Claire!

Aber doch noch ein paar Worte zur Musik... Mein Favorit war auch live ganz eindeutig Wald. Das Lied ist auch Platte wie auf Bühne einfach fabelhaft! Ein anderer Knüller (den ich nicht kannte) war
Herz aus Glas. Dieses Duett zwischen Claire und Björn gefiel mir ausgezeichnet. Aber auch der Rest war toll. Vor allem die vielen Gitarren sorgten für tolle Arrangements.

Ist es das, was du wolltest? Ja, absolut.


Setlist Karpatenhund, Schlachthof, Wiesbaden:

01: Anfang
02: Ist es das, was du wolltest
03: Bitte bitte bitte
04: Zusammen verschwinden
05: Plastic soul
06: Alles ist schiefgegangen
07: Herz aus Glas (neu)
08: Wald
09: Wir waren niemals hier
10: Rorschach
11: Notfalls werde ich für immer warten
12: Ich will, daß du bleibst
13: Boden
14: Gegen den Rest
15: Wie fühlt es sich an?
16: Lost weekend

17: Top 10 Hit (Z)
18: Tag, der nicht vergeht (Z)
19: Ende (Z)

Links:

- mehr Fotos aus der Räucherkammer
- Karpatenhund, Köln, 15.03.07
- Karpatenhund, Köln, 26.02.07
- Karpatenhund, Heidelberg, 09.02.07
- Karpatenhund, Köln, 18.01.07

* Oliver, es gibt eine Ausnahme, richte ihm das bitte aus.





Freitag, 16. März 2007

Love of Diagrams, Polarkreis 18 & Karpatenhund, Köln, 15.03.07

4 Kommentare
Konzert: Love of Diagrams, Polarkreis 18 & Karpatenhund (intro intim)
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 15.03.2007
Zuschauer: annähernd voll

Schon auf dem Weg zum Gebäude 9 liefen mir mehr Leute über den Weg als vergangenen Sonntag bei den Blood Red Shoes. Vor allem standen aber vor dem Eingang auch entschieden mehr Fahrzeuge, die meisten vom WDR, der das Konzert für den Rockpalast aufzeichnete.

Für überschaubare elf Euro sollten heute im Rahmen eines intro intim-Konzerts vier Bands auftreten. Ich kannte nur eine der vier besser (Karpatenhund) und hatte das Ticket vor allem wegen meiner Neugierde auf Polarkreis 18 gekauft. Love of Diagrams und Trans Am sagten mir nichts, interessierten mich aber natürlich auch.

Gegen halb neun - der Saal war noch ziemlich leer - trat die erste der Bands auf: Love
of Diagrams aus Australien. Die Gruppe besteht aus drei Personen, Bassistin Antonia Sellbach, Gitarrist Luke Horton und Schlagzeugerin Monika Fikerle (die scheinen alle einen deutschen Migrationshintergrund zu haben). Das erste Lied klang anfangs nach Bands wie Interpol. Spektakulär wurde es dann aber, als Bassistin Antonias Gesang einsetzte. Denn auf einmal hatte ich das Gefühl, eine meiner Live-Wunschbands (neben den Smiths und James etwa) zu erleben. Hätte ich die Augen geschlossen, hätte ich geglaubt, bei Siouxsie & the Banshees zu sein. Antonias Stimme ist umwerfend. Die Band sah zwar auf der Bühne wenig aufregend aus, der Sound war allerdings grandios. Love of Diagrams spielten 40 Minuten und fesselten mich (und den Saal) zunehmend mehr. Leider bekam ich ihre EP hinterher nicht. Das werde ich aber ganz dringend nachholen müssen.

Zu der nächsten Band - Polarkreis 18 aus Dresden - hatte ich keine eindeutige
Meinung. Kein Wunder, denn ich kannte nur ein Lied der Band, die Visions Chefredakteur Carsten Schumacher als Poser und schlechten Abklatsch von Sigur Rós bezeichnet hatte. Aber ich war gespannt. Und das sollte sich lohnen. Der erste Eindruck war noch anders: Da traten sieben (denke ich) in weiße Hosen und weiße Hemden gekleidete Musiker auf die Bühne, die an eine Eisdielenmannschaft aus Cottbus erinnerten. Angenommen, weiße Hosen wären tragbar, weiße Kurzarmhemden wären es auch dann auf keinen Fall. Aber sei's drum, es ging ja schließlich nicht um Mode. Die Instrumente sahen zumindest interessant aus: Neben Gitarren, Bass, Schlagzeug und zwei Keyboards waren da noch ein Horn und eine Trompete. Obwohl als nächste Abschreckung der Sänger der Sachsen ganz furchtbar rumtanzte und anfangs eine anstrengende Stimme hatte, wurde es dann immer besser. Der Stil der Band ist schwer zu beschreiben, für mich klang das schon sehr originell. Die Lieder sind lang, wechseln Tempi und Lautstärken und bauen wundervolle Melodien auf. Die Nervstimme von Sänger Felix wurde auf einmal sehr passend. Ob mich das ganze auf CD ähnlich fesselt, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, daß ich mich mit der CD schwerer tue. Live war die Band aber toll. Das scheinen auch die gebannt zuhörenden Besucher empfunden zu haben, denn viele wippten immer intensiver mit.

Wieder gut 40 Minuten später und nach einer Zugabe begann der Umbau für Karpatenhund. Das WDR hatte bei Polarkreis 18 angefangen, das Konzert aufzunehmen. Einer der drei Kameraleute (der nicht furchtbar groß war), hatte zu diesem Zweck ein High-Tech-Podest mitgebracht: Eine Postkiste. Anfang Mai werde ich überprüfen, ob die Bilder trotzdem etwas geworden sind.

Um halb elf war dann meine meistgesehene Band der letzten Wochen dran: Karpatenhund aus Köln. Und es hat
sich einiges bei der Gruppe um Sängerin Claire getan. Auffällig war als erstes, daß die Bandmitglieder erstmals einheitlich gekleidet waren (zumindest für mich erstmals). Alle trugen schwarzes Hemd bzw. Bluse mit weißen "K" auf der Brust und schwarze Hose bzw. Rock. Vor dem schwarzen Bühnenhintergrund wirkte das zwar ein wenig düster, sah aber nett aus. Dann fehlte das obligatorische Megaphon, das Claire bisher eingesetzt hatte. Stattdessen war ein zweites Mikro vor ihr installiert (das Stimmverzerrdings, wie immer das auch heißen mag). Nach den ersten Takten klang auch der Sound anders als bisher. Ich hatte das Gefühl, Karpatenhund spielten eine Ecke härter als sonst. Nicht, daß mir das nicht gefallen hätte. Ganz im Gegenteil, das war sehr gut. Ich bin ganz sicher, daß Karpatenhund 2007 den großen Durchbruch schaffen werden. Das ist allerdings keine sonderlich mutige Aussage, haben die Kölner doch als Act bei Southside- und Hurricane-Festival und Titelmelodie-Geber der ARD-Serie "Türkisch für Anfänger" den Durchbruch vermutlich schon sehr weit vorbereitet. Große Überraschungen bot das Set nicht, das habe ich aber auch nicht erwartet. Nach einer Zugabe war dann gegen halb zwölf Schluß.

Setlist Karpatenhund:

01: Und es fängt an
02: Zusammen verschwinden
03: Sendet Gegner
04: Nicht wirklich glücklich
05: Ist es das, was Du wolltest
06: Alles ist schiefgegangen
07: Ich will, daß Du bleibst
08: Neonlicht
09: Meer
10: Tag, der nicht vergeht
11: Gegen den Rest
12: Eigentlich wollte ich mich nicht mehr verlieben

Für mich war dann auch insgesamt Schluß, Trans Am sollte erst um 23.40 Uhr anfangen, das war mir zu spät. Aber für mein Geld hatte ich drei aufregende Konzerte gesehen.



Dienstag, 27. Februar 2007

Karpatenhund, The Magic Numbers & Aereogramme, Köln, 26.02.07

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Konzert: Karpatenhund, The Magic Numbers & Aereogramme (Hurricane Southside Clubtour II)
Ort: Bürgerhaus Stollwerck, Köln
Datum: 26.02.2007
Zuschauer: Leider bei weitem nicht ausverkauft

Als ich vor einigen Wochen die Karte für die Clubtour des Hurricane bzw. Southside Festivals gebucht habe, wußte ich nur, daß The Magic Numbers, Get Cape. Wear Cape. Fly. und Aereogramme im Bürgerhaus Stollwerck auftreten sollten. Kurz vor Razorlight in Heidelberg hatte ich dann gelesen, daß auch Karpatenhund bei diesem Minifestival dabei sein sollten. Da ich wohl nicht richtig verbergen kann, wie gut mir die Kölner Band gefällt, war ich natürlich sehr begeistert. Für 14,55 € zwei Bands, die ich sehr schätze und zwei, auf die ich neugierig war, zu sehen, ist kein so schlechter Deal. Bei einem Grönemeyer-Konzert bekommt man dafür wohl maximal ein "sich tröööööt" geboten.

Im Stollwerck war ich lange nicht mehr. Im letzten Jahr habe ich da zwei der besten
Konzerte des Jahres gesehen: Die Arctic Monkeys und Art Brut. Ich hatte damit gerechnet, daß der Abend wegen der vier Bands vermutlich nicht viel nach acht beginnen würde. Als ich um kurz vor acht ankam, war der Laden noch sehr leer und wirkte viel kleiner als ich ihn in Erinnerung hatte.

Kurz vor neun - der Laden war immer noch ziemlich spärlich gefüllt - fing dann Karpatenhund an. Mittlerweile kenne ich einige Lieder, eigentlich alle, denke ich. Aber auch beim dritten Mal habe ich mich prima amüsiert. Allerdings war die Stimmung leider nicht so gut, wie bei den ersten Malen. Ich denke, daß das an dem zu leeren Raum und dem Aereogramm-Publikum lag, das eben ein anderes ist, als das von Razorlight, nicht an der Leistung der Band, denn die war wieder sehr unterhaltsam und gut. Es war auch nicht so, daß keine Stimmung aufgekommen wäre, keine Frage. Aber es war eben merklich ruhiger als in Heidelberg oder in der Live Music Hall. Auch heute hatte ich wieder das Gefühl, daß Karpatenhund (beziehungsweise "Karpenten", wie die Magic Numbers sie nannten), das Publikum ruckzuck von sich überzeugen konnten.

Setlist Karpatenhund:
01: Ist es das, was Du wolltest?
02: Nicht wirklich glücklich
03: Sendet Gegner
04: Alles ist schiefgegangen
05: Ich will, daß Du bleibst
06: Neonlicht
07: Meer
08: Tag, der nicht vergeht
09: Ich will mich nicht mehr verlieben
10: Gegen den Rest*

Nach dem Umbau kamen für mich überraschend die Magic Numbers auf die Bühne. Erwartet hatte ich Get Cape. Wear Cape. Fly. Die hatten aber die Tour abgesagt, also traten schon früh die langhaarigen und bärtigen Londoner auf. Das erste Lied war gleich das fantastische "This is a song" vom aktuellen Album. Mich hat vom ersten Moment an fasziniert, wie perfekt die Stimmen der beiden Frauen und des Sängers miteinander harmonieren. Das ist mir selten so irgendwo aufgefallen. Auch wenn das Konzert
schrecklich laut war, war es ein einmaliger Genuß. Die Musik der beiden Geschwisterpaare hat etwas sehr Ästhetisches.

Irgendwann sagte Sänger Romeo, daß das heute ein besonderer Abend für sie sei. Denn vor genau vier Jahren hätten die Magic Numbers ihren ersten Auftritt gehabt. Herzlichen Glückwunsch! Ein weiterer Höhepunkt des Konzerts war "Slow down", das irgendwann fließend in ein "Running up that hill"-Cover übergeht. Wundervoll!

Setlist The Magic Numbers:
01: This is a song
02: Forever lost
03: The mule
04: Take a chance
05: I see you, you see me
06: Running out
07: Slow down
08: Love me like you
09: Mornings 11

Beim nächsten Umbau sah die Bühne komisch aus. Das Schlagzeug stand nicht hinten mittig sondern ganz links, rechts stand eine Pauke und ein Mikrophon für einen Sänger und in der Mitte war viel Platz. Da sollten sich dann, als der Hauptact
des Abends (für mich nicht) auftrat, zwei Typen (Gitarre und Bass), die wie die großen Brüder der Magic Numbers aussahen, aufbauen. Der glatzköpfige Sänger nahm rechts an der Pauke Platz.

Aereogramme ist sicher sehr interessant, mir hat sich die Musik der Gruppe heute nicht erschlossen. Ich hatte einige Titel vorher quergehört. Das heute war wirklich originell aber dann doch nichts für mich. Wahrscheinlich war es aber auch sehr unglücklich, vorher einen solchen Höhepunkt wie die Magic Numbers zu erleben.

Fazit: Zwei tolle und ein nettes Konzert, in der Chronologie.

*Als ich mir die Setlist von Karpatenhund einsteckte, kam die Super Nanny der Konzertordner und sagte mir: "Das macht man nicht".


Samstag, 10. Februar 2007

Razorlight, Heidelberg, 09.02.07

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Konzert: Razorlight
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg
Datum: 09.02.2007
ausverkauft

Vor zwei Wochen hatte mir Orkan Kyrill einen schönen Konzertabend versaut. Da hatte ich eine Karte für Razorlight aber leider nur die Möglichkeit, die hervorragende Vorgruppe Karpatenhund und zwei Lieder von Razorlight zu hören. Heute hatte ich keine Karte für das letzte Konzert der englischen Band in Deutschland (die wurden bei ebay für über 50 € versteigert), bin aber trotzdem spontan nach Heidelberg gefahren, in der Hoffnung, ein Ticket schwarz kaufen zu können. Das sah erst sehr schlecht aus, weil einige Leute noch suchten aber niemand etwas verkaufte. Kurz vor meiner frustrierten Rückfahrt tauchte aber noch jemand auf, der ein Ticket loswerden wollte. Als ich ihn fragte, was er dafür haben wollte, sagte er "50 €". Als ich schon abwinken wollte, sagte er "Ach Quatsch, 15 €, die haben ja 15 gekostet. Ich will nur das, was auf dem Ticket steht." Das fand ich fair.

Der Karlstorbahnhof ist ein schöner Konzertraum, niedlich klein und dadurch p
erfekt für solch ein Konzert.

Das Publikum bestand erwartungsgemäß aus sehr vielen kleinen Mädchen. Und den üblichen lauten und gutgelaunten Engländern. Die Engländer brüllten ununterbrochen "Kasabian, Kasabian".

Um halb zehn kam sehr zu meiner Freude wieder Karpatenhund auf die Bühne. Und
mein Eindruck von Köln wurde wieder bestätigt. Die junge Band um Sängerin Claire schafft es phänomenal gut, Publikum für sich zu gewinnen. Ich habe das selten so eindrucksvoll erlebt. Keine Frage, Karpatenhund macht tollen deutschen Pop. Mein letzter Vergleich mit Juli ist allerdings Blödsinn. Karpatenhund ist um Nummern besser. Und nach ein zwei Liedern waren selbst die "Kasabian"-Engländer angetan. Claire hat live eine Top-Stimme und es macht Spaß, dieser Band zuzusehen.

Setlist:
01: Ist es das, was du wolltest
02: Nicht wirklich glücklich
03: Zusammen verschwinden
04: Sendet Gegner
05: Neonlicht
06: Alles ist schiefgegangen
07: Ich will, dass du bleibst
08: Meer
09: Eigentlich wollte ich mich nicht mehr verlieben
10: Gegen den Rest


Gut, die Stimmung war also hochgepusht, als dann kurz vor halb elf Razorlight auf die Bühne traten. Vor mir stand ein netter Ordner, der
die Bühne bewachen sollte. Denn im Gegensatz zu den Köln-Konzerten gab es keine Sicherheitsbarriere vor der Bühne. Der Ordner, der ein wenig wie Andreas Hinkel aussah, fragte mich, was Razorlight für Musik machen und warum da so viele Mädchen seien. Als ich ihm sagte, daß Johnny ein Frauenliebling sei, fragte er besorgt, ob denn da Mädchen ohnmächtig würden.

Eröffnungsstück war wieder "In the morning", das natürlich direkt abräumte. Und spätestens bei "Golden touch" war die Stimmung für den Ordner besorgniserregend. Es war toll. Das Set war bunt gemischt aus beiden Platten, keiner meiner Lieblinge fehlte. Obwohl es einige technische Probleme gab (eine Gitarre tat es nicht, mehrere Mikros mußten ausgetauscht werden), war es ein tolles Konzert. Razorlight ist wirklich eine der ganz großen Live-Bands. Mich hat in den letzten Wochen sehr genervt, daß "America" bei SWR3 hoch und runterläuft, mitten zwischen vielem Schrott. Das Konzert heute hat mich aber voll und ganz überzeugt. Ich hoffe (und bin ganz sicher), daß ich die Band noch häufiger sehen werde.


Setlist:
01: In the morning
02: Hold on
03: Golden touch
04: Back to the start
05: Don't go back to Dalston
06: Pop song 2006
07: LA waltz
08: Before I fall to pieces
09: I can't stop this feeling I've got
10: Somewhere else
11: America
12: In the city

13: Stumble and fall (Z)



Freitag, 19. Januar 2007

Razorlight, Köln Live Music Hall, 18.01.07

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Konzert: Razorlight
Ort: Live Music Hall Köln
Datum: 18.01.2007
ausverkauft

Da ich sturmschadenbedingt meine Teilnahme am Razorlight-Konzert nach kurzer Zeit abbrechen mußte (die Band um Johnny Borrell war bei dem wenigen, das ich gesehen habe, mitreißend - wie schon beim Konzert im Palladium, als sie als Vorgruppe für Mando Diao herhalten mußte), möchte ich diesen Bericht der Vorgruppe widmen. Eigentlich hätte ich mir (wegen der Palladium-Sache) Mando Diao gewünscht, nicht, weil ich die unbedingt zum dritten Mal sehen wollte, sondern um die Verhältnisse wieder zurechtzurücken. Es trat dann aber eine junge deutsche Band auf, von der ich immer wieder Konzertankündigungen gesehen, bisher aber nichts gehört hatte.

Karpatenhund kommen aus Köln und Hamburg, sind
ganz offensichtlich nach Folge 3 (bin ziemlich sicher, daß es Folge 3 ist) der Drei Fragezeichen benannt und machen deutschen Pop, der wirklich erstaunlich ausgereift wirkt. Erstaunlich, weil die Band, vor allem Sängerin Claire, verflucht jung wirkt. Das Publikum in der Live Music Hall bestand wieder einmal zu einem bemerkenswert hohen Teil aus Engländern, die anfangs sehr reserviert wirkten. Das wunderte mich überhaupt nicht, wenn man bedenkt, was in England an Vorgruppen auftritt. Karpatenhund (wieder vor allem Sängerin Claire) hat es aber mit einer wirklich tollen Performance und sehr charmanter Art geschafft, das zu tun, was Vorgruppen tun sollen, nämlich für Stimmung gesorgt. Ich habe Silbermond nie live gesehen (das wird sich wohl auch nicht ändern), zumindest Juli kann sich aber mehr als eine Scheibe von der Livequalität von Karpatenhund abschneiden. Vor allem die live doch sehr quäkende Juli-Sängerin wäre im Vergleich verdammt blaß geworden.

Ich denke, daß wir von Karpatenhund noch viel hören werden. Das war ein sehr schönes Konzert!

Setlist:
01: Ist es das, was du wolltest
02: Nicht wirklich glücklich
03: Zusammen verschwinden
04: Sendet Gegner
05: Neonlicht
06: Alles ist schiefgegangen
07: Ich will, dass du bleibst
08: Tag, der nicht vergeht
09: Eigentlich wollte ich mich nicht mehr verlieben
10: Gegen den Rest


 

Konzerttagebuch © 2010

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