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Mittwoch, 10. Juli 2024

Alvvays, Heidelberg, 08.07.24

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Konzert: Alvvays
Ort: Karlstorbahnhof, Heidelberg
Datum: 08.07.2024
Dauer: Alvvays 75 min, Girl Scout 30 min
Zuschauer: vielleicht 700



"Ihr seht gut aus! Viel weniger Vokuhilas als in Berlin!"
Molly Rankin war offenbar gut gelaunt und zufrieden mit dem Zuspruch in Heidelberg. Alvvays verbinden zur Zeit Festivalauftritte (u.a. in Glastonbury) mit einer Tour durch europäische Metropolen und Heidelberg. Obwohl sie 2018 das Gebäude 9 ausverkauft hatten, stand Köln nicht auf dem Tourplan. Meine Chancen, die Band, die mir in den letzten Jahren so wichtig geworden ist, live zu sehen, beschränkten sich auf Berlin, Hamburg oder eben Heidelberg. Später kam noch das wundervolle Siren's Call Festival in Luxemburg dazu. 

Im Karlstorbahnhof war ich schon einige Male, seit dem Umzug in den Neubau auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne Ende 2022 aber noch nicht. Das Kulturzentrum ist so wie die vielen kommunalen Spielstätten in den Benelux-Ländern: ein eigens dafür gebauter Ort für Popmusik, keine ehemalige Fabrik mit Säulen und miesem Sound. 

Der große Saal fasst wohl 800 Personen. Auch wenn es noch Karten an der Abendkasse gab, war er trotz sonnigem Wetters sehr gut gefüllt, als Alvvays um 21 Uhr begannen. 

In Luxemburg wurden Alvvays Opfer eines plötzlich aufziehenden Unwetters. Die Organisator:innen des Siren's Call hatten vom Wetterdienst des Flughafens Warnungen bekommen und das Programm kurzfristig umplanen müssen. Vermutlich wurde der Auftritt der kanadischen Band auch deshalb auf gerade mal 30 Minuten gekürzt. 


Das Konzert begann mit Easy on your own? und After the earthquake vom aktuellen, fast aber schon zwei Jahre alten Album Blue rev. Nach den beidem fantastischen Vorgängern habe ich anfangs mit der Platte gefremdelt (so wie die junge Molly auf dem Cover mit dem Ruderausflug). Je öfter ich sie gehört habe, umso mehr liebe ich Blue rev. Und als dann im Laufe des Abends ein Lied nach dem anderen kam, hatte ich insgeheim gehofft, dass Alvvays die Platte ganz spielen würden. Als nach Archie, marry me (180 mio Streams) der Hauptteil des Konzerts nicht wie gedacht endete und die sechs Kanadier:innen noch Pomeranian Spinster und Lottery noises spielten, war das Album komplett, denn Pharmacist, einer der Hits, sollte sicher in den Zugaben folgen (Überraschung! Tat er).


Alvvays
sind eine dieser wenigen Bands, die irre tollen Platten machen, die aber trotzdem live noch deutlich besser sind. 


Bei ihrer Vorgruppe Girl Scout ist das vermutlich ähnlich. Schwer vorstellbar, dass die schwedische Band im Studio ähnlich viel Energie hat. Sie hatten auch in Luxemburg vor Alvvays gespielt (allerdings deutlich länger!) und waren wieder fantastisch. Girl Scout spielen am 01.09. beim wundervollen Golden Leaves Festival in Darmstadt, nicht verpassen!

Setlist Alvvays, Heidelberg:

01: Easy on your own?
02: After the earthquake
03: In undertow
04: Many mirrors
05: Very online guy
06: Adult diversion
07: Bored in Bristol
08: Not my baby
09: Hey
10: Ones who love you
11: Tom Verlaine
12: Belinda says
13: Tile by tile
14: Velveteen
15: Pressed
16: Dreams tonite
17: Fourth figure
18: Archie, marry me
19: Pomeranian Spinster
20: Lottery noises

21: Pharmacist (Z)
22: Next of kin (Z)



 
Links:

- aus unserem Archiv:
- Alvvays, Luxemburg, 29.06.24
Alvvays, Köln, 12.09.17
- Girl Scout, Luxemburg, 29.06.24





Mittwoch, 4. März 2015

Amanda Palmer, Heidelberg, 14.10.08

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Konzert: Amanda Palmer mit Danger Ensemble, 
    Lyndon Chester, Zoë Keating 
Support: Jason Webley und Zoë Keating
Ort:  Karlstorbahnhof Heidelberg
Datum: 14. Oktober 2008
Zuschauer: etwa 500



Ich bekenne: Amanda Palmer ist meine Heldin - ganz unumschränkte Herrscherin auf meinem persönlichen Olymp (naja, es gibt auch noch einen persönlichen Helden, aber das tut hier nichts zur Sache, zumal sich beide kürzlich künstlerisch fanden - aber das ist eine andere Geschichte.)

Daß sie bei den ganz wenigen Terminen zu ihrem erstens Soloalbum Who killed Amanda Palmer in Deutschland ausgerechnet in Heidelberg Station machte... Unglaublich... Und tatsächlich erwies sich der Abend ist so euphorisierend wie als Kind der Weihnachtsabend. 



Aber eins nach dem anderen!

Die Veranstalter hatten Beginn 21 Uhr, Einlass ab 20 Uhr verbreitet. Als wir 20:30 Uhr ankamen, spielte aber schon eine laute Band (Battle Circus aus Auckland in Neuseeland), der Saal war  gefüllt und das Publikum bester Stimmung. Mal was anderes, als ewig darauf zu warten, daß endlich die Show beginnt. Darauf, daß man auf Amanda trotzdem noch eine ganze Weile warten sollte, war ich als fleißige Blogleserin mental vorbereitet. Gespannt wartete ich darauf, den einmaligen Jason Webley life zu erleben und ich wußte auch schon aus Berichten anderer Konzerte, dass Zo
ë Keating sich nicht darauf beschränkt, Amanda zu begleiten, sondern als Support solo ihr Cello in ganz eigener Manier traktiert.

Die Band, die bei unserem Eintreffen aufspielte, war insofern nicht ganz die Klasse Band, auf die ich mich eingestellt hatte, wobei sie mich unter anderen Umständen sicher hätten auf ihre Seiten ziehen können. Gute, starke Stimmen und frisch aufgespielt, aber insgesamt mehr gegen- als miteinander. Die Abstimmung der Instrumente gab mir nicht die Chance, die Stücke wirklich zu hören. Es spricht für die freundliche Stimmung im Publikum, daß die Band trotzdem ordentlich gefeiert wurde.




Wir mußten dann auch gar nicht lang auf meinen ersten Star warten. Es wurde kurz umgebaut und dabei noch einige Mätzchen mit dem Publikum angestellt. Schon stand - freundlich angesagt und vom Publikum begrüßt  auf Amandas "Gedenkfeier" - Jason Webley mit seinem Akkordeon auf der Bühne und nutzte seine halbe Stunde um mit dem Publikum ordentlich abzufeiern.  Gemeinsam wurde gesungen und geschunkelt (getreu dem Motto Dance While the Sky Crashes Down) und wer noch nicht benommen genug vom Alkohol war, bekam als Kur zwölf Drehungen um die eigene Achse verordnet... Eine andere Rezensentin fand den passenden kurzen Satz Cabaret around a gypsy campfire might describe him adequately... Wir sangen zusammen das Trinklied

When the glass is full,
Drink up! Drink up!
This maybe the last time
We see this cup.
If God wanted us sober,
He'd knock the glass over,
So while it is full we drink up!

Jadade, jadada.......

A toast to Mary,
A girl I once loved,
Oh Lord, why do things have to die?
If drinking beer,
Could bring her back here,
I'd drink the damn place dry,
Yes, I'd drink the damn place dry!


Danach wurde es mit Zo
ë Keating eher ruhig und abgespact. Mit ihrem elektronisch verstärkten und abgenommenen Cello baute sie verschiedene Loops zusammen und wieder auseinander und alle lauschten ganz andächtig und klatschten hinterher als wären sie traurig, daß es schon vorbei sein sollte, dabei war doch abzusehen, daß nun der Höhepunkt kommen würde. Doch zunächst erschienen zu elektronisch verstärkter Geige und Cello die vier Gestalten des Danger Ensembles auf der Bühne. Ich kann es sicher nicht angemessen in Worte fassen aber youtube gibt jedem die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von Amandas "Auferstehung" zu machen. Was für ein Auftakt!



Es folgte Amanda in gewohnt radikal expressiver Weise (trotz Gipsfuß aufgrund einer kleinen rechts-links-Schwäche im Straßenverkehr in Irland) an ihrem Keyboard, begleitet meist von Geige und Cello mit den Songs ihrer Soloplatte, einigen Dresden Dolls Liedern und Covern. Unvergeßlich dabei insbesondere Guitar Hero wegen der unglaublichen performance, Coin operated boy mit den Burschen als Kiss for Cash im Publikum, ein todtrauriges Blake Says (It's still Cold in Alaska...) und ebenso nachdenklich Strength through music wo eine Liste der Toten des Shootings an der Virginia High verlesen wurde. Diese Lieder werde ich wohl nicht mehr ohne die eindringlichen Bilder des Danger Ensembles vor meinem inneren Auge hören können.
 

Unbeschwert heiter, fast albern, wurde es u.a. bei Rihannas Umbrella-Song und mein privater Höhepunkt war eine absolut souverän und auf den Punkt stimmig präsentierte Seeräuber Jenny. Abgerundet wurde der Spaß durch eine Fragestunde: Amanda beantwortete Fragen, die zuvor am Merchandisestand in ein Urne eingeworfen werden konnten.



Es wurde um Zugaben gekämpft und sie wurden Runde um Runde gewährt und glücklich mitgesungen zu Bon Jovis Living on a prayer und schließlich eine Ukulele-Premiere: Radioheads Creep als dritte und allerallerletzte Zugabenrunde.

Setlist:
01: Astronaut
02: Ampersand
03: Blake Says
04: Bad Habit
05: Mrs O
06: Strength Through Music
07: Guitar Hero
08: Seeräuber-Jenny (Dreigroschenoper)
09: Coin-Operated Boy
10: Have to drive
11: Zwischenspiel
12: Half Jack
13: Umbrella (Rihanna - Cover

14: Ein Stuhl in der Hölle (Einstürzende Neubauten) Z
15: Livin' on a Prayer (Bon Jovi) Z

16: Another Year Z
17: Girl Anachronism Z

18: Creep (Radiohead) Z

(Alle links führen zu Konzertmitschnitten des Abends in Heidelberg) 

Im Anschluß gab es noch Autogramme und Fotos mit Fan-Stunde. Amanda sah ein bißchen abgekämpft aus, sagte aber später in ihrem Blog: Everybody is in a generally blessed-out mood because our show in Heidelberg was magic... the best one of the tour. Beat London. We were high.


Das Mysterium, warum es eigentlich einen Heidelbergstop gab, klärte sich auch noch wie folgt (ich zitiere aus ihrem Blog, aber sie sprach darüber auch während des Konzerts):


   I briefly lived in Heidelberg when I was 22. I'd just graduated from college and had been offered a scholarship to Heidelberg University. I didn't want to go to school really, but they were offering me free money. And I was not ready to get a job. And I sort of loved germany. I decided to accept it and go. I spent the summer in Harvard Square, street performing. I fell in love with Jonah.  That was not handy. I left him in September and installed myself at a little student dorm in Heidelberg, waiting for classes to start. About 5 days after my arrival, I decided I'd made a huge mistake. I didn't want to go to grad school. I didn't want to live in Heidelberg. I wanted to go home, continue being in love, start my life as a musician. I wondered if I was just afraid, or menstrual, or blinded by naïve feelings. And I was firmly entrenched in a new plan. The people who had given me my scholorship had gone out of their way to hook me up with an apartment, money, insurance, a bank account... 

   I sat at Café Journal for several hours a day, scribbling in my blank black book, trying to decide what to do. I tried to tune into my gut. My gut changed it's mind every few hours. I hated my own guts. I finally just took the plunge. I took a deep breath and I left, having only lived there for about three weeks. I am glad.

Und wie froh wir erst sind, daß Du uns in Heidelberg so einen Abend geschenkt hast!



Weiterführende links zur Minitour 2008

Bericht aus Heidelberg
Fotos aus Heidelberg

Fotos aus Berlin
Fotos aus Dublin


Dienstag, 7. Oktober 2014

Fear Of Men, Heidelberg, 06.10.14

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Konzert: Fear Of Men
Ort: Karlstorbahnhof, Heidelberg (als Support von Hundred Waters)
Datum: 06.10.2014
Dauer: ca. 35 min
Zuschauer: knapp 50



Bei Facebook geistern zur Zeit allerlei musikalische Bestenlisten rum. Auch ich wurde dieser Tage gebeten, meine zehn liebsten Platten zu benennen. Ich dachte vorher immer, daß mich das überfordern würde, dabei war es ganz einfach, spontan die zehn runterzuschreiben, die meinen Musikgeschmack geprägt haben, die mir vor allem aber seit dem ersten Hören - meist vor mehr als 20 Jahren - bis heute riesengroßen Spaß bereiten. "A record is not just a record" Auch wenn ich meine Liste fast komplett ohne Nachdenken aus dem Bauch raus geschrieben habe, gilt eine Einschränkung. "Nein, Loom kommt nicht in die Liste! Nein! Nein! Nein!" Dabei ist das Debüt von Fear Of Men nicht nur mein großer Liebling des Jahres, die Platte wird auch lange bleiben. Nicht unwahrscheinlich, daß sie in meiner Top-10 in zehn Jahren auftauchen wird. Ich versuche, nicht immer so überschwänglich zu loben, manchmal geht es aber nicht anders. Der Beginn von Loom - Alta, Waterfall und Green sea - ist aber vermutlich der beste Start einer Platte seit dem Basslauf auf The Organs Brother



Daß die Konzerte der Band aus Brighton mit diesen drei Stücken und dem ebenso fabelhaften Mosaic starten, die ersten drei ohne Pause, ohne Klatsch-Chancen, ist wunderbar! Und clever, weil danach das (überschaubare) Publikum infiziert war. Sie wollten ihre Konzerte wie das Album beginnen und enden lassen, sagte mir Gitarrist Dan. Der Nebeneffekt eines perfekten Plattenstarts ist dann ein ebensolcher Konzertbeginn.



Es gibt alte Live-Videos, auf denen die Stimme von Sängerin Jess manchmal etwas wackelig klingt. Bei meinen vier Konzerten von Fear Of Men waren Gesang (aber auch alles andere) phänomenal gut und - so heißt es wohl - auf den Punkt. Was sich seit Juli 13 aber geändert hat, ist die Souveränität, mit der die jungen Musiker ihre Shows bestreiten. Fear Of Men werden immer besser, was erstaunlich ist, weil sie auch bei meinem ersten Konzert schon hervorragend waren. Selbst Indiepop-Szene-Größen wie die Pains Of Being Pure At Heart spielten Fear Of Men als Vorgruppe massiv an die Wand. Und nein, ich steigere mich in nichts rein, ich bin hochgradig objektiv!



Der Auftritt in Heidelberg war erneut ein Supportjob. Dreimal habe ich die Engländer bisher in Clubs gesehen, keines der Konzerte war eine Headline-Show. Heute war die Hauptgruppe Hundred Waters, die hochgelobte Band aus Florida, die mich alles andere als begeistert und zu einer frühen Heimfahrt gebracht hat.


Weil sie wieder nur eine gute halbe Stunde Zeit hatten, verzichten die vier Briten auf große Pausen. Viele Lieder, nicht nur der Anfang, gingen in das nächste über. So fühlte es sich wie ein komplettes Konzert an, trotz des kurzen Zeitbudgets. Neben den Stücken von Loom (dem Anfang und dem Ende) spielten Fear Of Men Lieder der ersten Singles, die noch einmal auf der EP Early fragments erschienen waren, u.a. das wunderbare Doldrums und Ritual confession, auf das ich gehofft hatte. 

Und dann war da noch das Chills-Cover Pink frost, für das das gleiche wie für die Konzerte der Band gilt, es wird größer und größer! Fear Of Men haben das 1984 erschienene Stück der Neuseeländer in eine sagenhaft gute neue Form gepackt. "Das Chills-Lied ist toll, oder?" fragte Dan. Ja, schon. Aber Eure Version ist unendlich viel toller! Pink frost ist das einzige Stück, bei dem Jess nicht Gitarre spielt und stattdessen mit geschlossenen Augen tanzt. Das erinnerte mich an Szenen aus Breaking glass, dem Film, mit dem Hazel O'Connor, einer meiner Lieblinge aus der Top-10-Liste bekannt wurde.


Fast wie Loom endete die Platte mit Descent und Inside (Atla, das kurze Schlußstück spielen Fear Of Men nicht live). Descent wird am Ende herrlich schnell, das langsam und ruhig startende Inside wird auf der Bühne am Ende sehr krachig und endet in wahren Gitarrenwänden.

Wow, was für eine grandiose Band, was für grandiose Konzerte! In einer Bestenliste tauchen Fear Of Man auf alle Fälle Anfang Januar auf!

Setlist Fear Of Men, Karlstorbahnhof, Heidelberg:

01: Alta
02: Waterfall
03: Green sea
04: Mosaic
05: Doldrums
06: Luna
07: Seer
08: Pink frost (The Chills Cover)
09: Ritual confession
10: Descent
11: Inside

Links:

- aus unserem Archiv:
- Fear Of Men, Brüssel, 03.10.14
- Fear Of Men, Köln, 25.06.14
- Fear Of Men, Ripley, 28.07.13
- mehr Fotos vom Konzert

Tourdaten Fear Of Men:

07.10. Astra Stube, Hamburg
08.10. Schokoladen, Berlin
09.10. Klub 007 Strahov, Prag
11.10. Freiraum, St Pölten
12.10. Klub Močvara, Zagreb
13.10. Život, Rijeka
14.10. Ohibò, Mailand
15.10. Circolo degli Artisti, Rom
16.10. Mattatoio CultureClub, Carpi (Modena)
17.10. Gewerbehalle, Luzern
18.10. Treppenhaus, Rorschach
20.10. Point Ephémère, Paris




Mittwoch, 23. April 2008

Girls In Hawaii, Heidelberg, 22.04.08

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Konzert: Girls In Hawaii
Ort: Karlstorbahnhof, Heidelberg
Datum: 22.04.2008
Zuschauer: etwa 90
Konzertdauer: 80 min.


Daß auf dem Cover der neuen CD der belgischen Band Girls in Hawaii ein toter (nicht besonders kapitaler) Hirsch abgebildet ist, schien inspirierend zu sein, denn unterwegs Richtung Heidelberg zum Konzert der Belgier hörte ich im Radio: "Achtung Autofahrer, auf der A3 zwischen Idstein und Niedernhausen Gefahr durch Wildschweine" - als ich gerade zwischen Idstein und Niedernhausen fuhr. Von Wildschweinen nichts zu sehen, also auch keine Fotomotive für ein Cover einer dritten Platte.

Die recht hohe Anzahl an "Ich gehe hin" Klicks bei lastfm hatte mich ein wenig nervös gemacht (paranoid ist sicher das bessere Wort), denn ich hatte keine Karte, weil meine Entscheidung, das Konzert zu sehen, sehr spontan war. Also war ich abgehetzt und pünktlich und bekam ohne Probleme ein Ticket. Das hätte allerdings auch noch um halb zehn funktioniert, der Karlstorbahnhof war nämlich leider weit entfernt von ausverkauft. Umgebaut war er allerdings. Früher gab es zwei Ebenen im Saal, von hinten mußte man ein paar Stufen runtergehen, um zur Bühne zu kommen. Jetzt ist alles eine Ebene, es sieht luftiger und moderner aus - aber auch kleiner. Diese Verkleinerung ändert aber nichts daran, daß der Karlstorbahnhof einer meiner Lieblingsclubs ist.

Der Bühnenaufbau war spektakulär. Wären da nicht Unmengen an Instrumenten (Klavier, Glockenspiel, viele Gitarren, Ukulele, Akkordeon, Bass, Schlagzeug) gewesen, hätte es ausgesehen wie in einem Wohnzimmer Modell Gelsenkirchener Barock. Auf dem Boden lag ein farblos gewordener Teppich, überall, wo Platz war, standen kleine Stehlampen. Der Hingucker waren jedoch Türme aus Fernsehern (je zwei) rechts und links der Bühne, sowie im Hintergrund der Guten Stube. Ganz hinten komplettierte eine Leinwand die mediale Deko.

Es ging dann um halb zehn los. Ich war nicht ganz sicher, wie viele Musiker nun zu Girls In Hawaii gehören. Erst einmal nahmen fünf ihren Platz ein, ein Bassist, ein singender Gitarrist, ein sitzender Gitarrist, ein Schlagzeuger und ein weiterer Gitarrist. Das wechselte aber häufiger, einen festen Sänger gibt es beispielsweise nicht, gesungen haben ohnehin die meisten Mitglieder der Band. Aber auch den Leadgesang teilten sich die Belgier.

A propos Belgier: Die englischen Konzerttouristen in Paris und Köln haben wir schon häufiger thematisiert. In Heidelberg sprachen viele Besucher französisch, ich bin ganz sicher, das waren alles Belgier. Naja, die meisten zumindest!

Erstes Lied war das Eröffnungsstück der neuen Platte "This
farm will end up in fire". Die Stimmung im Saal war sofort ausgezeichnet, auch wenn ich nicht den Eindruck hatte, daß viele schon die neue CD kannten, bei jedem alten Stück wurde deutlich mehr mitgesungen.

Die Fernsehmonitore und die Leinwand hatten dann ihren großen Auftritt. Auf ihnen liefen Filme, Szenen aus Großstädten, Strandvideos, manche in Super8-Optik. Natürlich kamen diese Filme nicht an die Visualisierungen von iLiKETRAiNS heran, sie waren aber wirklich gelungene Unterstützungen der Musik.

Tja, die Musik. Selbstverständlich habe ich gedanklich nach ähnlichen Bands gekramt. Sofort kamen mir meine heißgeliebten Galaxie 500 in den Sinn, oft aber auch die Shins, manchmal Built To Spill. Spätestens bei Lied vier, dem grandiosen "Fields of gold" kam mir aber eine andere, wie ich finde, sehr treffende Referenz in den Sinn, die Wrens aus New Jersey.

"Fields of Gold" war eines der Highlights des Abends. Dabei schlug ein sechstes Bandmitglied auf ein an einem Drumstick befestigtes Becken ein. Das Lied ist eigentlich recht monoton - aber auf eine aufregende Weise. Das wird vermutlich niemand verstehen, ich halte die Beschreibung aber für sehr treffend...

Nach diesem ersten Knüller begrüßte uns der (Haupt-) Sänger Antoine (vermute ich). Heidelberg sei der Beginn einer zehntägigen Deutschland-Tour. Deutschland liebten sie sehr, weil man da nette Leute treffe und viel Whiskey trinken könne und sei überhaupt viel besser als Frankreich. Da keine Buhrufe folgten, schloß ich daraus, daß die Französisch sprechenden Gäste Belgier waren.

Die nächste Ansage machte der Bassist. "Ich spreche ganz gut Deutsch," erklärte Daniel (der ganz offensichtlich Deutscher ist), um dann zu erzählen, daß er die anderen Jungs mittags mit Saumagen und Bier abgefüllt habe. Später fragte er, wie wir sein (rosanes) Hemd fänden, das habe seine Freundin ausgesucht. Natürlich kamen sofort Nachfragen nach der Farbe seine Unterhose. Daniel zeigte das hellblaue Stück, das er am gleichen Tag gekauft hatte.

Musikalisch war der Abend noch geschmackvoller. Das Set bestand etwa zu gleichen Teilen aus Liedern beider Alben. Am besten gefallen haben mir die Stücke, bei denen ich das am wenigsten erwartet hätte, zum einen eben "
Fields of Gold", dann aber auch "Birthday call", das live fabelhaft war.

Der schönste Moment des Abends war für mich der Einsatz von vier Gitarren! Trotz all der anderen schönen Instrumente, war das der Höhepunkt des Konzerts!

Nach einer Stunde endete mit "Flavor" der erste Teil. Allerdings kamen die Belgier noch zweimal zu insgesamt fünf Zugaben zurück. Ganz am Ende stand "Plan your escape" nur von der halben Band gespielt.

Ein schönes Konzert voller schöner Melodien, also ein Ausflug, der sich sehr gelohnt hat!

Setlist Girls In Hawaii, Karlstorbahnhof, Heidelberg:

01: This farm will end up in fire
02: Bees & butterflies
03: Sun of the sons
04: Fields of gold
05: The fog
06: Road to luna
07: Time to forgive the winter
08: Coral
09: Couples on TV
10: Colors
11: Found in the ground
12: Birthday call
13: Flavor

14: Bored (Z)
15: Casper (Z)
16: Grashopper (Z)

17: 9.00 am (Z)
18: Short song for a short mind (Z)
19: Taxman (Z)
20: Plan your escape (Z)



Mittwoch, 26. September 2007

Anna Ternheim, Heidelberg, 25.09.07

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Konzert: Anna Ternheim
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg
Datum: 25.09.2007
Zuschauer: ziemlich viele, es schien fast voll zu sein



Einen Künstler zwei Tage in Folge zu sehen, ist nicht-Musikverrückten auch nicht ansatzweise zu vermitteln. Bei mir ist das bei Anna Ternheim auch Premiere, als der Plan ihrer kurzen Tour durch Deutschland bekannt wurde, wollte ich aber auch gar keinen Fall irgendetwas verpassen und kaufte daher Tickets für Heidelberg und Köln.

Der Karlstorbahnhof in Heidelberg ist kein besonders großer Konzertsaal - aber ein sehr schöner. Der Raum scheint breiter als lang zu sein, vor der Bühne ist kein furchtbar großer Platz, dahinter geht es ein paar Stufen hoch und eine ähnlich große Fläche schließt sich weiter oben an, ganz hinten gibt es noch einmal ein paar Stufen. Dadurch hat der Saal irgendwie Theater-Ambiente. Und das paßte perfekt zum folgenden Abend.

Auf der riesigen Bühne standen ein rotes, sehr witzig aussehendes Klavier (ok, die Assoziation ist nicht originell, mir erschien das aber einem Astrid Lindgren-Film entsprungen), zwei Mikros, eines ganz normal aussehend. Das zweite war so ein Verzerr-Mikro, das vor einem Schemel aufgebaut war. Im Hintergrund standen noch
drei Gitarrenhalter - und das war es. Es schien also so wie in Berlin zu sein, wo Anna vergangenen Mittwoch in einer Kirche auftrat, solo, und dies damit begründete, daß ihre Band betrunken sei. Wahrscheinlich hatten die Musiker da wirklich so viel getrunken, daß sie immer noch nicht einsatzfähig waren, mir sollte es recht sein, denn ich hatte Anna Ternheim schon mit Band gesehen (und war begeistert) und wollte sie eben auch alleine und akustischer erleben.

Um viertel nach neun trat die junge Schwedin dann auf. Anna trug ein weißes, hoch zugeknöpftes Hemd, eine weite Stoffhose, die nach Hosen aussah, die man aus uralten Filmen kennt, dazu schwarze Hosenträger und als modernes Element Springerstiefel. Wären die Stiefel nicht gewesen, hätte Anna einem Foto aus den 20er Jahren (und älter) ensprungen sein können.

Die Sängerin nahm sich eine der Gitarren, stellte sich an das normale Mikro und
begann ohne viel Show mit "Better be". Das Lied ihrer Debütplatte ging nahtlos in das grandiose Bowie-Cover "China girl" über. Ich hatte den Eindruck, als verunsicherte das das Publikum, denn kaum jemand wagte da zu klatschen. Auch danach war das Klatschverhalten sehr ungewöhnlich. Meist dauerte es einen Moment länger als sonst, bis Applaus kam, irgendwie wirkte jeder ergriffen von der wundervollen aber leisen Musik, jedes zu frühe Klatschen hätte da gestört.

Was allerdings massiv gestört hat, war eine Frau im Hintergrund, die anfangs in jedes
Lied reinplärrte, redete, dazwischen rief, es war grausam! Anna war auch sehr schnell sehr genervt. Sie hatte vorher gesagt, sie seien mit dem Bus acht Stunden aus Salzburg angereist, erschien anfangs auch müde. Zunächst bat sie die Störerin noch nach vorne, sie solle am Ende mal auf die Bühne kommen und ein Lied mitsingen. Später sagte sie, es sei ein sehr ruhiges Konzert und wir sähen aus wie Kerzen (das stimmte, von vorne sahen die andächtig zuhörenden, sich kaum bewegenden, vom roten Bühnenlicht beleuchteten Leute so aus!). Da gäbe es nur eben diesen Störer. Gottseidank war das aber schnell vorbei. Ich verstehe so Leute auch nicht, selbst nicht zuzuhören und sich zu unterhalten statt dem Konzert zu folgen, ist die eine Sache. So laut rumzustören, daß die anderen Zuschauer und die Künstlerin angepisst sind, ist wirklich das allerletzte!

Glücklicherweise war Annas Laune schnell wieder deutlich besser. Denn sie schien sichtlich erfreut, wie gut ihre ruhige Musik in Heidelberg ankam. Vorher hatte sie sich noch für unser Kommen damit bedankt, daß sie bei einem ersten Konzert in einer Stadt froh wäre, wenn überhaupt jemand käme. Aber auch die vielen, die vermutlich vorher noch nichts (oder nur wenig) von ihr gehört hatten, konnten sich den großartigen Melodien, so fabelhaft zurückgenommen vorgetragen, entziehen. Das
Programm ging weiter mit Liedern aus allen Phasen ihrer Karriere, also (da das so hochtrabend klingt) von beiden Alben, von den naked versions der Alben und den EPs. "I say no" spielte sie in der ursprünglichen Version, "as I recorded it in the kitchen of a close friend." Ein weiterer Höhepunkt am Anfang war "Tribute to Linn", das auch musikalisch perfekt zu diesem Abend passte.

Anschließend kam das Verzerrmikro zum einzigen Mal zum Einsatz. Anna nahm sich die dritte Gitarre, setzte sich auf den Schemel und erklärte, daß das ihr erstes Instrument sei, diese Gitarren seien für die Schule gemacht worden. Sie klänge aber richtig mies. Damit spielte sie dann "Nights in Goodville" von den naked versions der aktuellen Platte. Es klang natürlich alles andere als "crappy".

"No
subtle men", das nächste Stück, begann sie zunächst deutlich zu hoch, bemerkte das schnell und fing lachend und tiefer neu an. Das war aber die einzige kleine "Panne" des Abends, ansonsten klangen ihre Lieder präzise, ihre Stimme war überzeugend, die reduzierten Arrangements traumhaft. Bei ganz wenigen Stücken kamen Begleitungen vom Band, u.a. der Anfang von "Girl laying down", das sie am Klavier spielte. Anna erklärte, bei ihrem zweiten Album hätte sie ein gutes Budget gehabt, sodaß sie Geld für Streicher und ähnliches ausgeben konnte. Nur sei das leider zu teuer, die auf eine lange Tour mitzunehmen. Natürlich sind die üppig instrumentierten Albumversionen grandios, ein akustischer Abend mit Anna Ternheim ist allerdings mindestens genauso fabelhaft.

Anders als früher ist "Shoreline", das Broder Daniel Cover, nicht mehr Abschlußsong ihrer Konzerte. Sie spielte diesen Riesenhit auch am Klavier - und herzerweichend!

Danach folgten noch "Lover's dream" (leider natürlich ohne Fyfe Dangerfield), "To be gone" und Annas Liebling "Halfways to Fivepoints" - welch ein Ende! Aber das Publikum hatte natürlich noch nicht genug (ich denke wirklich, daß viele Anna vorher nicht gut kannten, von ihr aber restlos überzeugt wurden - die Schwedin fragte irgendwann, ob jemand von uns das aktuelle Album hätte, ein paar meldeten sich - "The rest of you are downloaders" - sie habe damit aber kein Problem, es sei eine Möglichkeit, Musik kennenzulernen).

Zwar mit umgehangener Gitarre (aber ohne die zu benutzen) war "A voice to calm you down" die erste Zugabe. Es folgten noch u.a. "Little lies" von der Shoreline EP und "
Elegi" auf Schwedisch. Es war wundervoll! Und für Anna war es nach dem genervten Auftakt auch wohl ein schöner Abend, sie wirkte nämlich immer fröhlicher, immer gelöster, bedankte sich oft mit Verbeugungen, bedankte sich in alle Richtungen. Dabei hätten wir uns verbeugen müssen, vor Annas riesigem Talent!

Setlist Anna Ternheim Heidelberg:

01: Better be übergehend in
02: China girl
03: I say no
04: I'll follow you tonight
05: One to blame
06: Tribute to Linn
07: Nights in Goodville
08: Wedding song
09: No subtle men
10: Words of love
11: Girl laying down
12: Shoreline
13: Lover's dream übergehend in
14: To be gone
15: Halfway to Fivepoints

16: A voice to calm you down (Z)
17: My secret (Z)
18: Little lies (Z) (Fleetwood Mac Cover)
19: Elegi (Z)


Links:

- Anna in: Paris, im Dezember 06
- im März 07 in Köln
- in Paris im Mai 07
- mehr Fotos

Konzerte von Anna Ternheim in Deutschland:

26.09.07: Köln, Stadtgarten
27.09.07: Bielefeld, Ringlokschuppen
28.09.07: Hamburg, Reeperbahnfestival




Samstag, 10. Februar 2007

Razorlight, Heidelberg, 09.02.07

4 Kommentare
Konzert: Razorlight
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg
Datum: 09.02.2007
ausverkauft

Vor zwei Wochen hatte mir Orkan Kyrill einen schönen Konzertabend versaut. Da hatte ich eine Karte für Razorlight aber leider nur die Möglichkeit, die hervorragende Vorgruppe Karpatenhund und zwei Lieder von Razorlight zu hören. Heute hatte ich keine Karte für das letzte Konzert der englischen Band in Deutschland (die wurden bei ebay für über 50 € versteigert), bin aber trotzdem spontan nach Heidelberg gefahren, in der Hoffnung, ein Ticket schwarz kaufen zu können. Das sah erst sehr schlecht aus, weil einige Leute noch suchten aber niemand etwas verkaufte. Kurz vor meiner frustrierten Rückfahrt tauchte aber noch jemand auf, der ein Ticket loswerden wollte. Als ich ihn fragte, was er dafür haben wollte, sagte er "50 €". Als ich schon abwinken wollte, sagte er "Ach Quatsch, 15 €, die haben ja 15 gekostet. Ich will nur das, was auf dem Ticket steht." Das fand ich fair.

Der Karlstorbahnhof ist ein schöner Konzertraum, niedlich klein und dadurch p
erfekt für solch ein Konzert.

Das Publikum bestand erwartungsgemäß aus sehr vielen kleinen Mädchen. Und den üblichen lauten und gutgelaunten Engländern. Die Engländer brüllten ununterbrochen "Kasabian, Kasabian".

Um halb zehn kam sehr zu meiner Freude wieder Karpatenhund auf die Bühne. Und
mein Eindruck von Köln wurde wieder bestätigt. Die junge Band um Sängerin Claire schafft es phänomenal gut, Publikum für sich zu gewinnen. Ich habe das selten so eindrucksvoll erlebt. Keine Frage, Karpatenhund macht tollen deutschen Pop. Mein letzter Vergleich mit Juli ist allerdings Blödsinn. Karpatenhund ist um Nummern besser. Und nach ein zwei Liedern waren selbst die "Kasabian"-Engländer angetan. Claire hat live eine Top-Stimme und es macht Spaß, dieser Band zuzusehen.

Setlist:
01: Ist es das, was du wolltest
02: Nicht wirklich glücklich
03: Zusammen verschwinden
04: Sendet Gegner
05: Neonlicht
06: Alles ist schiefgegangen
07: Ich will, dass du bleibst
08: Meer
09: Eigentlich wollte ich mich nicht mehr verlieben
10: Gegen den Rest


Gut, die Stimmung war also hochgepusht, als dann kurz vor halb elf Razorlight auf die Bühne traten. Vor mir stand ein netter Ordner, der
die Bühne bewachen sollte. Denn im Gegensatz zu den Köln-Konzerten gab es keine Sicherheitsbarriere vor der Bühne. Der Ordner, der ein wenig wie Andreas Hinkel aussah, fragte mich, was Razorlight für Musik machen und warum da so viele Mädchen seien. Als ich ihm sagte, daß Johnny ein Frauenliebling sei, fragte er besorgt, ob denn da Mädchen ohnmächtig würden.

Eröffnungsstück war wieder "In the morning", das natürlich direkt abräumte. Und spätestens bei "Golden touch" war die Stimmung für den Ordner besorgniserregend. Es war toll. Das Set war bunt gemischt aus beiden Platten, keiner meiner Lieblinge fehlte. Obwohl es einige technische Probleme gab (eine Gitarre tat es nicht, mehrere Mikros mußten ausgetauscht werden), war es ein tolles Konzert. Razorlight ist wirklich eine der ganz großen Live-Bands. Mich hat in den letzten Wochen sehr genervt, daß "America" bei SWR3 hoch und runterläuft, mitten zwischen vielem Schrott. Das Konzert heute hat mich aber voll und ganz überzeugt. Ich hoffe (und bin ganz sicher), daß ich die Band noch häufiger sehen werde.


Setlist:
01: In the morning
02: Hold on
03: Golden touch
04: Back to the start
05: Don't go back to Dalston
06: Pop song 2006
07: LA waltz
08: Before I fall to pieces
09: I can't stop this feeling I've got
10: Somewhere else
11: America
12: In the city

13: Stumble and fall (Z)



 

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