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Samstag, 24. März 2018

Loch Lomond, Karlsruhe, 21.03.18

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Konzert mit Loch Lomond in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 21. März 2018
Dauer: 90 min
Zuschauer: knapp 30


Bericht und Fotos von Simon - Vielen Dank! 

Loch Lomond sind momentan in Europa unterwegs und touren mit Typhoon. Ich verfolge die Band schon ein paar Jahre lang, jedoch waren sie bisher leider nur selten in Euroa zu Gast. Zuletzt hatte ich die Loch Lomond (viel mehr Ritchie Young solo) vor über dreieinhalb Jahren gesehen. Das aktuelle Album Pens From Spain ist inzwischen immerhin auch schon wieder fast zwei Jahre alt.
 


Heute war es dann endlich soweit: Loch Lomond aus Portland, Oregon spielten in Karlsruhe. Genauer: im Wohnzimmer von Gabriele, die uns zu diesem tollen Konzert eingeladen hat. Wenn ich es richtig überschlagen haben, dann waren es 25 - 30 Leute, die den Weg in Gabrieles Wohnzimmer gefunden haben. Dort wurde es ganz schön eng, zumal Loch Lomond in einer Vierer-Besetzung auftraten: Ritchie Young spielte hauptsächlich Gitarre und Ukulele, dazu wippte er mit viel Gefühl im Fuß noch auf einem Schellenring, was für eine detailreiche Untermalung der Songs sorgte. Die zweite Gitarre spielte Pete Bosack.
 


Die beiden Musikerinnen - Brooke Parrott und Anna Hoone - wechselten sich während des gesamten Konzerts regelmäßig an Ihren Instrumenten (hauptsächlich Keyboard und Xylophon) ab. Das war in dem dicht besiedelten Wohnzimmer gar nicht so einfach, hat jedoch ganz gut geklappt. Aus den Songs von Loch Lomond sticht der Gesang von Ritchie Young - der im Gegensatz zu seinen Bandkollegen komplett in weiß gekleidet war (der Rest spielte komplett in schwarz) - heraus. Ritchie hat eine sehr markante Stimme und verleiht den Songs dadurch einen ganz besonderen Charakter. Ergänzt wurde der Gesang bei vielen Songs zusätzlich durch den Einsatz der weiteren Bandmitglieder, was sehr harmonisch und wohlklingend war!
 


Das Konzert war in zwei Teile aufgeteilt, dazwischen eine Pause von etwa 15 Minuten. Mein Highllight des ersten Sets war A Field Report. Den Song hatte ich schon lange nicht mehr gehört, obwohl er zu meinen Loch Lomond Lieblingen gehört. Dazu gesellte sich ein Coversong von den Magnetic Fields und eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Nach der Pause fanden sich unter anderem Tiny Steps, Tic und der wohl bekannteste Song Wax and Wires in der Setlist. Auch hier gab es mit The Book Of Love erneut einen Song von den Magnetic Fields. Richtie hat sich in der zweiten Konzerthälfte gleich mehrfach bedankt und dabei auch die ein oder andere Anekdote zur laufenden Tour erzählt.
 

Zum Abschluss erhielten wir kurz nach 22 Uhr noch den Egg Song aus dem Album Little Me Will Start A Storm als Zugabe. Wie bei so vielen schönen Konzerten, hätte der Abend gerne  länger sein dürfen, denn ich habe mich in der Wohnzimmergesellschaft sehr wohl gefühlt. So blieb aber noch Zeit für ein paar Worte der Band und dem obligatorischen Kauf einer Schallplatte (natürlich mit Unterschriften der Band - das gehört dazu).


Berichte von Ursula zu Tourstationen 2018:
Loch Lomond in Wetzlar
Wohnzimmerkonzert Loch Lomond in Montabaur 

Aus unserem Archiv:
Loch Lomond, Paris, 23.02.13
Loch Lomond, Paris, 04.03.12



Montag, 25. Februar 2013

Loch Lomond, Paris, 23.02.13

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Konzert: Loch Lomond
Ort: L'International, Paris
Datum: 23.02.2013 
Zuschauer: etwa 250
Konzertdauer: ungefähr 50 Minuten



Zu dumm nur, daß die Portlander Loch Lomond  Paris ausgerechnet an einem Samstag und dann noch in einem der schon von Haus auf lärmendsten Läden besucht haben. Zwar spielten die Sympathen aus Oregon vor sehr vielen Zuschauern, aber nur die wenigsten davon waren an dem Konzert interessiert. Das International ist ein Gratisschuppen und viele kommen, gerade am Samstag, nur zum Saufen und Plaudern hierhin. Warum sie das nicht im oberen Raum tun, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Der feinsziselierte Kammer-Folk von Loch Lomond ging bei dem ganzen Krach leider ziemlich unter. Zu schade, denn die neuen Songs des demnächst erscheinenden Albums Dresses klangen äußerst vielversprechend, Stargeiger Peter Broderick war mit dabei und insgesamt sorgten hier zwei Violinen, zwei Keyboards und die Akustikgitarre des sanft intonierenden Sängers Ritchie für Wohlklänge.

Ich denke unter besseren Bedingungen hätte man das voll und ganz genießen können, deshalb an dieser Stelle meine Frage an die Leser? Wie habt ihr die deutschen Konzerte von Loch Lomond erlebt? Hattet ihr mehr Glück mit der Location und den äußeren Umständen? Erzählt doch mal! Ich hätter gerne selbst mehr berichtet, mich dann aber nur über die unsäglichen Störenfriede und das blöde Samstagsabendpublikum geärgert, deshalb habe ich es ausnahmsweise sehr kurz gehalten.

Hier gibt es noch deutlich mehr Fotos von dem Konzert.




Montag, 5. März 2012

Loch Lomond & Cyann, Paris, 04.03.12

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Konzert: Loch Lomond & Cyann
Ort: l'Espace B, Paris
Datum: 04.03.2012

Zuschauer: etwa 40-50



Nicht ganz meinen hohen Erwartungen gerecht werden konnte das Konzert der liebenswürdigen Truppe Loch Lomond aus Portland, Oregon im Pariser Espace B. Ich hatte vorher ein Top Ten Konzert erhofft, das es aber nicht ganz wurde.



Die Kammerpop-Gruppe verfügte zwar über reichlich Charme, fein arrangierte Songs und Spielfreude, aber der teilweise sehr hohe Falsettgesang von Sänger Ritchie Young (ein ziemlicher Nerd mit riesiger Brille) war bisweilen ein wenig (Betonung auf ein wenig) anstrengend und ähnliche Musik hatten wir in den letzten Jahren schon von den Decemberists, June Madrona, The Leisure Society und den New Pornographers so oder so ähnlich gehört.


Hiermit habe ich aber schon alle Kritikpunkte genannt, denn insgesamt sprechen wir über ein Konzert, das ich mit 7/10 Punkten, also absolut positiv benoten würde (ich habe es in letzter Zeit mit Noten, will ich etwa noch Lehrer werden?). Es fehlte lediglich der Funke, der überspringen muss, damit aus einem guten eine sehr gutes Konzert wird.

Sehr löblich hervorzuheben das Wechselspiel zwischen akustischen (teilweise ganz ohne Mikro) und elektrischeren Phasen, in denen auch der Bass herrlich präsent war und die harmonische Stimmung innerhalb der sechsköpfigen (4 Männer, zwei Weiblein) Band. Da wurde viel geschmunzelt, nett miteinander umgegangen und alles nicht so tierisch ernst genommen. Das Sextett hatte gerade eine Tour durch deutsche Clubs absolviert (sie lobten insbesondere Feinkost Lampe in Hannover) und war nun wahnsinnig froh, zum ersten Mal in der französischen Metropole zu spielen.

Die besten Momente hatte das Konzert, wenn kammerpoppige Zungenschnalzer wie die Single Blue Lead Fences, oder der Indie Hit Elephant & Litte Girls gespielt wurden. Diese Nummern hatten einen feinen altmodischen Charme und betörende Melodien zu bieten. Ganz besonders toll wurde es aber gegen Ende, als der von einem Xylophon aufgehübschte Schmachtsong Wax And Wire geschmettert wurde. Das hatte etwas von Seefahrerromantik, war wunderbar melancholisch und gekonnt arrangiert.

Anschließend kam auch noch ein Cover von Damien Jurado (ich glaube es handelte sich um Yuma) und als Zugabe ein Lied, das man mitten im Publikum zum Besten gab. Damit ging ein schönes Konzert zu Ende, das eine Gruppe mit Potential zeigte. In den nächsten Jahren ist sicherlich ein Top Ten Konzert drin, man muß die Truppe unbedingt im Auge (und im Ohr!) behalten.

Setlist Loch Lomond, Espace B, Paris

01: ?
02: Blood Bank
03: A Field Report
04: Kicking With Your Feet
05: Ghost Of An Earthworm
06: Egg Song
07: White Dresses
08: Blue Lead Fences
09: Made Of Ink
10: Your Eyes
11: Elephants & Little Girls
12: Wax And Wire
13: Yuma (Damien Jurado Cover)

14: ?


Ebenfalls immer hörenswert ist die französische Pianistin Cyann, die nach dem Ausscheiden aus ihrer vorigen (Kult)- Band Cyann & Ben Solowege einschlägt. Ein halbes Dutzend Lieder sind inzwischen schon so weit gereift, daß man sie veröffentlichen könnte, eine erste EP oder gar ein Debütalbum ist aber vorerst noch nicht in Sicht. Dabei haben die Stücke durchaus Potential. Wie jeher klang bei Cyann heute alles tiefmelancholisch und rabenschwarz, der Gesang ätherisch und verhallt, das Piano moll bis zur Schmerzgrenze. Fast mit Wut im Bauch drosch das zierliche Persönchen auf ihre Tasten ein und verzerrte den Sound mit einem kleinen grauen Kasten namens Delay, mit dem man Halleffekte erzeugen und Sequenzen sampeln kann. Das verlieh dem Ganzen eine experimentelle und bisweilen gothische Note. Lieder von Cyann sind grundsätzlich sehr cinematografisch, man könnte sie sich auch perfekt als Soundtrack zu einem Film vorstellen, sie eignen sich aber auch zum Tagträumen oder meditieren. Hört man ihr zu, taucht man ein in eine verwunschene Welt voller Senhsüchte, halluzinogener Gedanken und Traumbilder. Wenn man sich fallen läßt, kann man sich kilometerweit fort tragen lassen und unentdeckte Landschaften kennenlernen. Natürlich war das in einem Saal wie dem Pariser Espace B mit den Bargeräuschen und dem funzeligen Licht nicht so leicht, aber wenn man die Augen schloß und etwas Talent zur Meditation oder Selbsthynpose hat (ich haber beide Techniken erlernt), gelang dies gar nicht schlecht.





Highlight in ihrem Set war erneut Walls Of Silence, das eine solch verführerische und himmlische Atmosphäre erzeugte, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Aber auch You'd Beter Run entzückte durch seine Luftigkeit, seinen verwunschenen Zartschmelz.




Toll auch Tongue Of Ashes, bei dem die aus der Ukraine stammende und in den USA aufgewachsene Yelena Valer'evna Moskovich einen schönen Gastauftritt hatte. Sie sprach stoisch und fast dominalike die Texte ("the wind is more than science), die von Cyann dann regelmäßig wiederholt wurden.



Nach etwa 40 Minute war das hypnotische Spektakel beeendet und die Bühne wurde frei für die deutlich heiteren Loch Lomond. Wie die sich geschlagen, wisst ihr ja schon...



 

Konzerttagebuch © 2010

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