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Freitag, 27. September 2013

Motorama, Paris, 19.09.13

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Konzert: Motorama und The Revival Hour
Ort: Le Petit Bain, Paris
Datum: 19.09.2013
Zuschauer: gut besuchte Veranstaltung, ich tippe auf 300 Leute



Motoroma! Seitdem ich die Russen Ende 2012 zum ersten Mal live im Pariser Point Ephémère gesehen habe, kann ich von denen gar nicht genug bekommen. Einen ersten Nachschlag gab es in diesem Jahr vor ein paar Monaten in der Maroquinerie. War ein gutes Konzert, das allerdings nicht ganz an die Wucht und Euphorie des Point Ephémère ran kam.


Wie würde es heute werden? Ich war extrem gespannt, zumal ich den Sommer gemeinsam mit meiner Frau in Russland verbracht hatte und deshalb noch mehr an diesem großartigen Land, seinen Menschen (vor allem den hübschen Frauen!) und seiner Kultur interessiert bin. Und Motorama schätze ich jetzt auch noch mehr, da mir bewusst wurde, daß selbst in einer modernen Stadt wie Moskau gräßlicher Mainstream Pop aus den 80 er Jahren nach wie schwer angesagt ist. Die hören da tatsächlich noch Sandra, Modern Talking und Alphaville! Insofern logisch, daß Motorama, die nicht in Moskau, sonder im in musikalischer Hinsicht noch minder entwickelten Rostow- on- Don am Kaukasus wohnen, ihre Hauptinspiration aus dem Internet beziehen. Musikjournalisten reden  faulerweise immer nur von Joy Division als Einfluss, aber Motorama hören etliche ander Sachen, viel Aktuelles, darunter die Franzosen Aline, Police des Moeurs, die gothisch angehauchte Schwedin Molly Nilsson,  aber auch Bands von Captured Tracks wie DIIV oder Beach Fossils. 

Und das ganze Geschwafel von ähnlichen Bands ist ohnehin unerheblich, denn was zählt ist auf dem Platz! Sprich auf der Konzertbühne! Und da sind Motorama einzigartig gut!


Bis die Russen auf den Platz durften, war es aber noch eine Weile hin. Zunächst standen The Revival Hour an, ein Projekt des mir bereits bekannten DM Stith, welches er mit JM Lapham betreibt. Es gab aber auch noch andere Livemusiker mit auf der Bühne, so daß sich eine ausgewachsene Rockband einem bereits zahlreich erschienenen Publikum präsentierte. Die Gruppe spielte bluesig-düsteren Indierock, der mit seiner Verwunschenheit und seiner speziellen psychedelischen Atmosphäre an Grizzly Bear erinnerte. DM Stith sang hierzu mit seiner makellosen Falsettstimme und drückte der Sache seinen persönlichen Stempel auf. Gute Musiker, ein exquister Sänger und interessante Songs, aber ich hatte nicht besonders viel Geduld mitgebracht, wollte eigentlich am liebsten sofort Motorma hören und sehen.


Die Russen fingen gegen 21 Uhr 30 dann auch endlich an und begannen gleich wie die Feuerwehr. Die Haare der blonden Bassistin flogen wild durch die Gegend und vor allem der Drummer drückte gleich schon ordentlich auf  die Tube. Unberechenbarer hingegen Sänger Vlad. Der brummelte mit seiner kautzigen Baritonstimme mal statisch und traumversunken in sein Mikro, rastete dannn aber auch urplötzlich wieder mal total aus. In diesen Momenten schien ihm die Bühne zu klein zu sein und er wusste auch nie wohin er mit seiner Brille solle. Auflassen? Oder mit Brille in der Hand performen? Oder doch gleich am besten an die Seite legen?

Der Sound allerdings ein wenig enttäuschend. Ziemlich dumpf und basslastig kam er aus den Boxen und die Stimme von Vlad hörte man bisweilen kaum. Wie er hinterher sagte, war die Nuschelei aber beabsichtigt, vermutlich um die morbide Atmosphäre seines Gesanges noch zu verstärken. Manchmal hätte sie mir aber deutlich lauter und artikulierter gewünscht und das war auch die vorherschende Meinung anderer Leute nach dem Konzert.


Lässt man diese Schwachpunkte aber mal weg, konnte man letztlich  wieder nur Positives beobachten. Die Frische und Tanzbarkeit der Musik war überwältigend, so daß ich ohne Unterlass das Tanzbein schwang, die Songs herrlich melodiös und dabei nie zu bombastisch, die Band unarrogant und ohne Allüren. Man merkte, daß die noch richtig Bock haben, außerhalb Russlands zu touren, neue Fans für sich zu gewinnen und eine gute Zeit zu haben. Zwar wirkte Basserin Airin (oder auch Erin geschrieben) immer mal wieder leicht gelangweilt, aber das deutete ich eher als Schüchternheit als als Ignoranz oder Arroganz. Es ist schon ein Riesenunterschied, eine gehypte Postpunkband aus Großbritannien oder eben Motorama aus Russland zu sehen. Bei den Musikern aus dem ehemaligen Zarenreich gibt es keine affektierten Rockstarposen oder Gehabe, da erfeut man sich eher noch an einer gewissen Ungeschicktheit und Linkischheit, an kleineren Pannen und einer nicht einstudierten Bühnenshow. Dieses Unvorhersehbare macht Motorama interessant und sorgt dafür, daß man bei ihnen nie zweimal das gleiche Konzert sieht.


Die Lieder sind ja ohnehin konkurrenzlos gut und werden live ständig weiterentwickelt und in verbesserten Versionen gespielt. Ob das melancholische To The South, das karibisch anmutende Wind In Her Hair oder ein alter Fetzer wie das unverschämt melodiöse Alps, bei ihnen war jeder Stich ein Treffer. Leerläufe gibt und gab es da keine, Tanznummer wird an Tanznummer gereiht, die Leute hüpfen, schwitzen, johlen vor Freude, haben trotz der schwarzen Note der Musik gewaltigen Spaß. Das war bei bisher allen Konzerten von Motorama so.



So verbrachten wir alle wieder einen prima Abend mit der Band aus Rostov und ich denke, daß auch die Fans in Deutschland von ihren Auftritten begeistert sein werden.

Motorama, baby!!

Setlist

01: Compass
02: Eyes
03: To The South
04: Young River
05: Wind In Her Hair
06: White Light
07: Sometimes
08: Rose In The Vase
09: One Moment
10: Winter At Night
11: Far Away From The City
12: Scars
13: Ghost
14: Alps

15: During The Years



Freitag, 27. Mai 2011

Sufjan Stevens, Barcelona, 26.05.11

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Konzert: Sufjan Stevens (& DM Stith)
Ort: Auditori, Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 26.05.2011
Zuschauer: ca. 3.000 (so gut wie voll)


[Leider ist das Livebloggen vom Primavera Festival wieder schwierig, weil WLAN zwar auf dem Gelände vorhanden ist, es aber nicht tut, wie man in Köln sagt]

Der erste Tag des Primavera Festivals gestaltete sich als viel komplizierter als geplant. Erst funktionierte der technische Teil nicht richtig. Zusätzlich zum Bändchen erhält man eine Plastikkarte, die seit diesem Jahr neu auch Zahlfunktion an den Getränkeständen hat. Dafür muß man diese allerdings im Internet freischalten. Diese Aktivierung war aber auch Voraussetzung dafür, gewonnene Sufjan Stevens Tickets im Auditori nutzen zu können. Aber dazu später.

Nachmittags, nachdem wir die Bändchen und Karten abgeholt hatten, funktionierten die Server nicht mehr, eine Aktivierung der Karte klappte nicht. Erst vor Ort konnte das Problem behoben werden, da hatte die erste Band, die wir sehen wollten, ihr Programm schon fast beendet. Immerhin war durch die Aktivierung gewährleistet, daß wir Sufjan Stevens sehen konnten.

Der Amerikaner spielt zwei Shows während des Festivals, beide allerdings außerhalb des Geländes in einem Konzertsaal. Da der nur gut 3.000 Zuschauern Platz bietet, wurden die Tickets verlost. Freitag ist die Show vor dem eigentlichen Festivalprogramm, daher hatte ich gehofft, Karten dafür zu gewinnen. Es wurde dann immerhin Donnerstag, das riss unsere Planung aber komplett auseinander, weil parallel zu der Show zum Beispiel P.I.L. spielen sollten, die ich unbedingt sehen wollte.

Daß Sufjan Stevens dann zwei Stunden spielte, brachte die Pläne endgültig aus dem Tritt. Aber das war nach der Neon-Show vollkommen egal, denn vermutlich habe ich schon gleich zu Beginn das beste Konzert des Festivals gesehen. Brillanter Sound, 12* Musiker auf der Bühne, ein Raumschiff, eine Begrüßungsrede auf Spanisch, riesige Luftballons, eine grandiose Zugabe... wow! Das war so unglaublich viel besser, als ich erwartet hatte!

[Genaueres in den nächsten Tagen, wenn das mit dem Netz besser klappt!]

Setlist Sufjan Stevens, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: Seven swans
02: Too much
03: Age of adz
04: The one I love (R.E.M. Cover)
05: I walked
06: Now that I'm older
07: Get real get right
08: Vesuvius
09: I want to be well
10: Futile devices
11: Impossible souls

12: Chicago (Z)

Aus unserem Archiv:

- Sufjan Stevens, Paris, 10.05.11
- Sufjan Stevens, Berlin, 07.05.11
- Sufjan Stevens, Köln, 10.11.06- Sufjan Stevens, Paris, 09.11.06

* mindestens


- Fotos Sufjan Stevens, Primavera Festival, Barcelona, klick!



Montag, 9. Mai 2011

Sufjan Stevens, Berlin, 07.05.11

2 Kommentare

Konzert: Sufjan Stevens & DM Stith
Ort: Admiralspalast, Berlin
Datum: 07.05.2011
Zuschauer: 1500 vielleicht?


Der herzige Inhaber des Café Nord-Sud, ein Franzose wie er im Bilderbuch steht, schaute bestürzt, als wir ihm plötzlich mitteilten, dass wir augenblicklich wegmüssten und auf die Nachspeise verzichten würden. Wir wollen gar nicht wissen, was sich der Herr dachte (Familientragödie? Revolution in der Heimat?), ebenso wenig wie die Passanten, die uns wohl für Zechpreller hielten, so rasant wie wir wegstürzten.

Was war passiert? Ein Freund hatte uns ein Sms geschrieben, dass DM Stith schon mit seinem überraschend kurzen Set fertig sei und Sufjan Steven mit dem Umbau ebenso. Das ist blöd, wenn man noch nicht im Konzertsaal ist, sondern woanders gemütlich zu Abend isst. Noch blöder allerdings, wenn man extra für Sufjan Stevens nach Berlin reist und dann vielleicht nur die Hälfte sieht.

Zum Glück liegt das Nord-Sud, hinter dem Tacheles, nicht weit vom Admiralspalast, weswegen wir kurz nach halb zehn dort eintrafen und unsere Plätze bezogen. Nach zehn Minuten war uns klar, dass der ganze Stress nicht nötig gewesen wäre, nach fünfzehn läuteten die Pausenglocken und nach zwanzig kam Sufjan Stevens auf die Bühne.

Und spielte gleich mal einen alten Song. Seven Swans wars und verdammt gut. Das Paar von mir hatte die Bedeutung von andächtiger Stille und Theateratmosphäre leider nicht ganz verinnerlicht, aber ansonsten war weit und breit ein jeder Atem anhaltend gespannt und aufgeregt. Eine ganz außerordentlich erhabene Location, dieser Admiralspalast!

Nach diesem Song, im Halbdunkel und hinter einem transparenten, schwarzen Vorhang gespielt, bedankte sich der Amerikaner und entschuldigte sich für die lange Abwesenheit in Berlin. Er hätte eine tolle Zeit untertags in der Sonne und auf seinem Fahrrad gehabt. Recht hat er, es war ein wunderbarer Tag, es hatte deutlich über 20°, während in Wien wettermäßig eher Trübsal geblasen wurde.

In einer Indoor-Location kann man sich aber nicht auf gutes Wetter als Stimmungsgarant verlassen und so musste das Mr. Stevens himself übernehmen. Gut gelaunt und charmant führte er durch die Setlist, die er als von neuen Stücken dominiert und tanzbar vorstellte, erzählte mal hier eine Anekdote, mal dort ein philosophisches Geschichtchen.

Das ihn begleitende Orchester erwies sich als großartig, die Tänzerinnen im Hintergrund hatten phasenweise leichte Probleme, die Choreographie einzuhalten, ergänzten aber die musikalische Darbietung sehr schön. Auf eine Leinwand wurden ab und zu strange Visuals projeziert, mal auch auf den Bühnenvorhang, mal stakste Sufjan Stevens mit großen Flügeln über die Bühne, mal trug er futuristische Kopfbedeckungen und gebrauchte Stimmverzerrer.

Vorläufiger Höhepunkt, und mit nichts anderem hatte ich gerechnet, wurde Vesuvius. Ein Wahnsinnssong! "Follow me now, as I favor the ghost..."
Wen einem hier nicht Tränen kommen dürfen, dann weiß ich auch nicht. Hinter dem Vorhang - eine Szene wie aus einer anderen Welt, aus einer Zwischenebene von Dies- und Jenseits, wie der Gesang der Sirenen. Wunderschön, betörend - so nahe geht einem selten ein Song.

In der Tonart ging es weiter, Sufjan Stevens gab eine Biografie eines Malers zum Besten, der ihn sehr inspiriert hatte, eine etwas skurrile Geschichte. Jedenfalls widmete er diesem, man nannte ihn Royal Robertson, sein Album und recht viel größere Geschenke darf man auf dieser Erde eigentlich nicht erwarten.

Nach Futile Devices meinte er lapidar, dreiminütige Folk-Songs zu schreiben sei ja ganz nett, hier käme allerdings ein fünfundzwanzigminütiges, psychotherapeutisches Epos. Ob wir bereit dafür seien? Und ob!

Herausfordernd, körperlich wie seelisch, war es auch vor allem für den Sänger und seine Musiker, weniger für uns. Denn Sufjan Stevens zog echt beinhart Impossible Soul durch. Was das für ein Kraftakt gewesen sein muss, kann sich wohl nur vorstellen, wer vor Ort war. Gegen Ende des Songs begann das Publikum dann zum ersten Mal aufzustehen, mitzuklatschen, bisweilen auch zu singen. "Boy, we can do much more together..."
Impossible Soul geriet zum Triumphzug.

Danach verdrückten sich die Protagonisten in den Hintergrund, das Publikum nahm sich allerdings nicht zurück und erreichte nach zehn Minuten rhythmischen Klatschens, Stampfens und Rufens die Rückkehr des Mister Stevens, der vorerst die ganze Bühne für sich alleine hatte und alles Tempo radikal raus nahm. Concerning the Ufo Sighting Near Highland, Illinois stand auf dem Programm.

Dann aber kam die Band zurück, die ersten Akkorde von Chicago erklangen und wie auf Kommando riss es alle aus den bequemen Stühlen, noble Zurückhaltung war längst vergessen, hier wurde ein Kunstwerk zelebriert. Luftballone schwebten von der Saaldecke herab, Bühne und Saal erstrahlten in leuchtenden Farben, im Hintergrund lauerte die schwarze Wand.

Ist der Hinweis auf seine christliche Haltung fixer Bestandteil (kritischer) Betrachtungen der Person Sufjan Stevens, so muss man seinem Konzert Spiritualität im besten Sinne attestieren. Im Sinne einer Heimat, nicht im Sinne von starrer Dogmatik. Die Welt, möge sie doch rational nicht erklärbar sein, Sufjan Stevens versteht sie auch nicht, aber er liebt sie und als wäre das noch nicht Hippie genug, gibt er diese Liebe auch weiter. Und ich bin mir sicher, hätte Jean-Claude vom Cafe Nord-Sud gewusst, weswegen wir so Hals über Kopf abgedampft waren, was ihm da entging, er hätte es uns bestimmt gleich getan. Wenn sich diese Wochenendfahrt nicht ausgezahlt hat... It's the age of Sufjan!



Setlist Sufjan Stevens, Admiralspalast, Berlin:

01: Seven Swans
02: Too Much
03: Age Of Adz
04: Heirloom
05: I Walked
06: Now That I'm Older
07: Vesuvius
08: Enchanting Ghost
09: Get Real Get Right
10: All For Myself
11: I Want To Be Well
12: Futile Devices
13: Impossible Soul

14: Concerning The Ufo Sighting Near Highland, Illinois (Z)
15: John Wayne Gacy, Jr. (Z)
16: Chicago (Z)


Die hübschen Fotos stammen von Anne-Hèlène Lebrun (merci beaucoup). Sie enstanden im Admiralspalast und wurden bereits für ihre Webseite le Cargo.org verwendet. Ihre gesamten Fotoarbeiten kann man auf ihrer Webseite frall-photo.com bewundern.



Donnerstag, 14. Mai 2009

Shearwater, Paris, 13.05.09

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Konzert: Shearwater (DM Stith, Hospital Ships)
Ort: Le Café de la danse, Paris
Datum: 13.05.2009
Zuschauer: gute Raumauslastung, nicht ganz so voll wie bei A. Ternheim an gleicher Stelle



Es soll ja nerdige Zeitgenossen geben, die hauptsächlich wegen des Vorprogramms zu Konzerten gehen. Ich kenne da jemanden, der hat sogar eine Tasche, auf der in großen Lettern: "Ich bin nur wegen der Vorgruppe hier", eingraviert ist. Konsequenterweise verlässt dieser jemand sogar gelegentlich den Saal, bevor der Headliner auf der Bühne steht.

Ob ich auch noch zu einem solchen Vorgruppenliebhaber mutiere? Der junge Amerikaner DM Stith hat mir zumindest eine ausgezeichnete halbe Stunde bereitet! Der Bursche hat eine Folkstimme, bei der ausnahmsweise der häufig zitierte Nick Drake Vergleich perfekt passt. Wenn er ins Falsett abdriftet, sind aber auch Spurenelemente von Bon Iver nachweisbar, was ja wahrlich nichts Schlechtes ist! Zusammen mit einer versierten Band, in der die Streicherinnen schon Erfahrung bei Sufjan Stevens , My Brightest Diamond und Clare & The Reasons gesammelt haben, zelebrierte DM atemberaubend schöne, reduzierte Songs.


Aber bin ich dann auch nach der Vorgruppe gegangen? Natürlich nicht! Denn ganz unabhängig davon, wie gut der Support ist, es fehlt regelmäßig ein ganz wichtiges Kriterium für ein tolles Konzert: Die Stimmung. Die war quasi auf Knopfdruck bei Shearwater mit von der Partie und hielt auch über die gesamte Länge an.

Jonathan Meiburg hat eine solch sensationell gute Falsettstimme und einen solch unglaubliche Inbrunst, daß man sich fragt, warum er noch nicht so bekannt wie Win Butler ist. Sind Shearwater etwa schlechter als die ungleich berühmteren Arcade Fire? Keineswegs! Nach dieser absolut beeindruckenden Vorstellung im Café de la Danse, bei der sich rockige und melancholische Parts wunderbar abwechselten und die gespickt war mit fesselnden Songs (Leviathan Bond, Rooks etc.) scheint mir für die Band aus Austin, Texas kein Superlativ für übertrieben! Das Quintettt (zumindest live, ansonsten sind sie wohl nur ein Trio) spielte etliche gehypte Acts an die Wand, die ich in den letzten Wochen gesehen hatte! Sie waren definitiv packender als gestern Beirut oder vor ein paar Tagen Andrew Bird.

Ich habe also eine der momnetan besten Bands der Welt gesehen, bei der es instrumententechnisch so unglaublich viele Finessen gibt. Fein dosiert werden Melodica, diverse Glöcken, Klarinette und Trompete eingesetzt. A propos Trompete: Die fehlte heute! Das edle Teil ist dem armen Musiker, der unter dem Namen Hospital Ships als allererster ins Programm startete, zu Bruch gegangen. Er hatte sogar noch mehr Pech: Am Vortag wurde ihm sein ganzes Hab und Gut geklaut, Tasche, Laptop, wichtige Dokumente. Diese Schweine, die immer die armen Indiebands bestehlen, sollte man wirklich amtlich mit Sackratten infizieren! Aber niemand wird diesen Musikern ihre wichtigsten Qualitäten nehmen können: Ihr Talent, ihre Hingabe und ihre Liebe, die sie so großzügig ans Publikum weitergeben.

Shearwater should be huge!

Nicht verpassen:

15. Mai 2009: Café Glocksee, Hannover
16. Mai 2009: Pop Up Festival Leipzig

Setlist DM Stith, Café de la danse, Paris (ohne Rücksicht auf die Reihenfolge der Songs):

- Around The Lion Legs
- Abraham's Song (Firebird)
- Pity Dance
- Pigs
- Thanksgiving Moon
- Morning Glory Cloud
- Braid Of Voices

Links:


Fotos von Shearwater hier
Fotos von DM Stith hier





 

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