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Montag, 22. August 2011

Wir Sind Helden, Gisbert zu Knyphausen, Bodi Bill, Haldern pop Festival, 11.-13.08.11

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Konzerte: Wir Sind Helden, Gisbert Zu Knyphausen, Bodi Bill

Orte: Hauptbühne und Spiegelzelt, Festivalgelände Rees-Haldern
Daten: 12 & 13.08.2011
Zuschauer: 'ne Menge


Zu den Freuden des Lebens in Frankreich gehört es, von deutscher Musik weitgehend unbehelligt zu sein. Kein Mensch hier redet über Tomte, Kante oder Kettcar und was die Frau Holofernes gerade wieder so altklug daherlabert, bekomme ich in Paris nicht mit. Kein einziges deutsches Musikmagazin kann man hier am Kiosk kaufen und wenn ich ehrlich bin fehlt mir Musik mit deutschen Texten wie Matjes Filets (igitt), Currywurst (bäh), Grünkohl mit Pinkel (röchel), Leute mit Socken in den Sandalen oder germanische Frauen mit Achseln unter den Haaren, sprich überhaupt nicht. Aber es gibt natürlich Ausnahmen, Element Of Crime und Tocotronic mag ich sehr und es gibt sicherlich auch noch andere tolle Künstler aus Germany, die in der Sprache Goethes texten und singen.

Gisbert zu Knyphausen zum Beispiel, Winzerssohn aus dem malerischen Eltville, gehört zweifelsohne dazu. Und dies obwohl ich mich hinterher an keine einziges Strophe erinnern konnte (fragt mich nicht wie das geht, keine Ahnung). Als völlig Uneingeweihter in dieses Konzert gegangen, war ich vielmehr darauf konzentriert, die Reaktionen der Zuschauer zu beobachten (sehr viele sangen die Texte mit) und auch der Aufkleber auf der Gitarre lenkte mich ab: "Musik ist scheiße" stand dort zu lesen und ich fragte mich, ob der Barde seine eigene Musik miteinbezog. Scheiße fand ich sie nämlich nicht. Besonders die knackigen Gitarren und die packenden Melodien hatten es mir angetan und da wurden die Texte plötzlich völlig zweitrangig. Warum sollte man da bei deutschen Lyrics auch strengere Maßstäbe anlegen als bei englischen, auf die auch nicht sonderlich viele Leute besonders achten?

Auch geil: die ausgezehrt, aber prima aufspielende Begleitband von Gisbert, vor allem der Bassist mit den tiefen Augenringen (der einzige Schmuck den ein Mann tragen sollte). Was für eine kuriose Truppe!



Ähnliche Eindrücke bei Wir Sind Helden: Texte piepegal, Gitarren saftig und berauschend, Melodien ohrwurmig und die Tanzeinlagen von Judith waren auch hübsch anzusehen, da ihre Beine ein Hingucker sind. Die besten Momente hatte das Konzert für mich bei Wenn es passiert, Nur Ein Wort und dem unvermeidlichen Abschluss mit Denkmal. Wenn ich ehrlich bin, fand ich das Lied damals durfte und eigentlich höre ich es immer noch recht gerne. Ein ordentliches Konzert also, das allerdings auch ein paar sehr mittelprickende Phasen hatte, das Zitieren von Titeln zur Verdeutlichung erspar ich mir lieber.

Eine gewisse Enttäuschung jedoch der Auftritt von Bodi Bill im Spiegelzelt. Sich hinter englischen Texten versteckend (ist jetzt nur so ein Spruch von mir), ließen die Berliner vor allem ihre Synthesizer sprechen und dies war wahrscheinlich mein Problem. Sicherlich machen Bodi Bill Elektromusik mit Grips und Ideen, Folkrock oder Indierock sind mir im Zweifel jedoch deutlich lieber und so verließ ich frühzeitig das Zelt. Nicht unterschlagen werden sollte aber, daß Bodi Bill sogar in Frankreich recht erfolgreich sind und schon ein paar Mal in Paris gespielt haben, was man von Gisbert zu Knyphausen bislang nicht behaupten kann. Er war zumindest als Sänger noch nie in Paris. Schade! Wenn er aus seiner Wahlheimat Hamburg keine Matjesfilets mitbringt darf er nämlich sehr gerne in der Stadt der Liebe aufkreuzen. Musik mit deutschen Texten ist also letztlich doch gar nicht so schlimm...





Samstag, 14. Mai 2011

Bodi Bill, Köln, 12.05.11

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Konzert: Bodi Bill (& Norman Palm)

Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 12.05.2011
Zuschauer: fast ausverkauft
Dauer: Bodi Bill 95 min, Norman Palm 35 min


Am Donnerstag stellte sich für Kölner Konzertgänger die Bill-Frage; Bill Callahan oder Bodi Bill. Schnittmengen unter den potentiellen Besuchern gibt es nicht viele, dafür ist die Musik der beiden Acts zu weit auseinander. Bill Callahan, der amerikanische Songwriter hat 2011 ein Album veröffentlicht, das überall als Meisterwerk gefeiert wird, mich aber bisher nicht erreicht hat. Sicher entdeckt man irgendwann das Meisterliche in und zwischen den karg arrangierten und vorgetragenen Stücken, mir war das bisher aber nicht vergönnt. Da ich außerdem Lust auf Krach und Remmidemmi hatte, stand für mich Bodi Bill im Gebäude 9 auf dem Programm.*

Ich hatte neulich schon mehrfach erwähnt, daß es mir zur Zeit extrem schwerfällt, richtig einzuschätzen, wie sehr eine Band zieht. In den letzten Jahren war das immer recht einfach. Zumindest welche Säle eine Gruppe ausfüllen kann, konnte man immer sagen. Dieses Jahr liege ich bei solchen Einschätzungen oft kläglich daneben. Daß Asobi Seksu zum Beispiel so klein sind, hatte ich nicht erwartet, daß Bodi Bill im Gegenzug den Frankfurter Mousonturm ausverkaufen und ein Zusatzkonzert nötig machen, auch nicht.

Bodi Bill haben ganz klar das Zeug dazu, Massenlieblinge (der hippen Szene) zu sein, das wusste ich schon. Ich hatte die Berliner einmal gesehen und war angetan. Schon da, als Vorgruppe der damaligen Nr. 1 Band Polarkreis 18, war klar, daß man von Bodi Bill noch hören würde. Es dauerte aber eine Weile, bis ich wieder Gelegenheit bekam, die Band zu sehen.

Das Gebäude 9 war randvoll, als Bodi Bill fertig aufgebaut hatten, und der Altersdurchschnitt war jung, sehr jung. Bodi Bill hatten wohl einen Song in der Viva-Rotation, das macht auch in den Endtagen des Musikfernsehens wohl noch etwas aus.

Bodi Bill hatten die Bühne einfach aber effektvoll dekoriert. Hinten standen zwei Tische, Pulte für Notebooks, die mit eigener Bastelarbeit dekoriert waren, der rechte mit zerknüllter Alufolie, der linke mit einem Bambus-Balkonsichtschutz, der irgendwann weggerissen wurde, und darunter mit weißem Stoff oder Watte. Die drei Bandmitglieder Fabian Fenk, Alex Stolze und Anton Feist legten in der ersten Konzertviertelstunde eine grandiose Show hin! Es blieb auch danach toll und hochgradig unterhaltsam, der Anfang war aber auffallend gut!

Was genau wann passierte, was gespielt wurde, weiß ich nicht mehr im Detail. Der Auftritt war aber auch keiner, der das Mitpinnen der Setlist benötigte, Bodi Bill hätten Kinderlieder vortragen können, die Stimmung wäre ebenso gut gewesen.

Ein paar der Sachen, die passierten: Alex trug irgendwann ein Federkleid und zupfte dazu auf seiner Geige. Sänger Fabian zog sich irgendwann den manngroßen Pappstein über, der vorher am Bühnenrand gestanden hatte. Er hatte aber auch eine Tiermaske auf oder einen riesigen Knochen in der Hand. Vieles erinnerte mich an die zehn Minuten Deichkind, die ich einmal gesehen haben, allerdings mit dem Unterschied, daß Bodi Bill auch musikalisch vollkommen überzeugten! Schade, daß auch sie in Haldern nur im Zelt spielen, und damit für 3/4 des Festivals nicht zu sehen sind!

Vor Bodi Bill hatte ein anderer namhafter Berliner gespielt, Norman Palm, über den wir u.a. hier schon vor einiger Zeit erstmals berichtet hatten. Norman Palm war mit zwei Begleitern, dem Finnen Janne Lounatvuori (Keyboard) und einem mir unbekannten Gitarristen erschienen. Ich hatte Norman Palm noch nie gesehen, hatte mich auch mit seiner Musik noch nicht beschäftigt (doof, denn City Slang Künstler sollte man schon kennen) und kannte nur Olivers ältere Schilderungen. Ich hatte weniger Elektronik erwartet, auch weniger Lautstärke. Zwischendurch dachte ich eigentlich, mich zu langweilen - aber ich hörte gebannt zu, ein komischer Effekt! Es kann also doch nicht so schlimm gewesen sein. Nein, im Ernst, mir gefiel Norman Palm gut, ich werde ihn mir noch einmal länger ansehen!

Aber die Band mit den Zusatzkonzerten ist Bodi Bill - und das ist kein Zufall!

Links:

- Bodi Bill, Köln, 29.11.08
- Norman Palm, Paris, 28.02.11
- Norman Palm, Paris, 30.09.09
- Norman Palm, Rennes, 21.03.09

* und so war Bill Callahan: Bericht bei Pretty Paracetamol




Sonntag, 30. November 2008

Polarkreis 18, Köln, 29.11.08

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Konzert: Polarkreis 18 (& Bodi Bill)
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 29.11.2008
Zuschauer: restlos ausverkauft
Dauer: Polarkreis 18 75 min, Bodi Bill 45 min


Normalerweise ernte ich meist fragende Blicke, wenn ich erzähle, welche Band ich mir ansehe. The Indelicates? I Like Trains? Tiger Lou? Nie gehört. Heute war das anders. Polarkreis 18 kennt man mittlerweile. Vergangenes Jahr war das noch anders. Als ich die Dresdner Band erstmals im März 2007 im Gebäude 9 gesehen hatte, sagte mir die Gruppe auch kaum etwas. In den Monaten danach sah ich Polarkreis 18 noch weitere vier Male, lernte sie immer mehr zu schätzen, an den fragenden Blicken änderte sich aber nichts. Polar was? Selbst eine Vorgruppe der Sachsen konnte sich den Namen nicht merken und kündigte sie im Kölner Underground als Polarkreis 7 an. Genau anderthalb Jahre später beim nächsten Konzert in Köln sollte ich mir dann plötzlich eine Band ansehen, die seit Wochen auf Platz eins der deutschen Singlecharts steht!

Als ich im August von dem Konzert gehört hatte, gab es noch keine Single und kein aktuelles Album. Zwischenzeitlich hatten sich die Ausgehalternativen in Köln für diesen Samstag massiv erweitert. Neben der Indie-Folk Band Dodos trat im Gloria die für den schwedischen Grammy nominierte Lykke Li auf. Keine leichte Entscheidung. Letztlich entschied ich mich aber doch am Tag vorher für Polarkreis 18, obwohl die beiden anderen Acts für mich neu gewesen wären. Aber ehrlich: wann sieht man schon einmal eine Nummer eins Gruppe? Also Gebäude 9!

Richtig früh war ich zwar nicht da - der Saal war geöffnet - trotz des ausverkauften Konzerts war aber viel Platz. Aufgebaut waren vor dem Polarkreis Equipment drei Keyboardständer mit Tastenkram und Notebooks. Bodi Bills Arbeitsgeräte. Von dem
Berliner Trio hatte ich schon viel (Gutes) gehört, es selbst aber noch nicht gesehen.

Und das, was kam, war grandios! Und sehr komisch. Allerdings sah man im Publikum sehr viele sehr verwirrte Blicke, denn Bodi Bill war nicht die typische Nummer eins Vorgruppe (woher will ich das eigentlich wissen...). Viele der Lieder der
Berliner waren wirklich sehr tolle Elektropoplieder. Allerdings war das nur ein Teil der Geschichte. Denn zur Darbietung gehörte auch eine exzentrische Bühneshow.

Die drei Musiker bedienten vor allem ihre Keyboards, Sampler und Notebooks. Aber auch Gitarre und Geige kamen oft zum Einsatz. Gleichwichtiges Stilelement waren
aber Tanzeinlagen. Vor allem der links stehende Keyboarder (ich glaube Anton), der ein herrliches ballonseidenes buntes Hemd anhatte, begeisterte mich immer wieder mit seinem Robot-Ausdruckstanz. Auch extrem beobachtungswert waren die vielen und schnellen Platzwechsel. Tanzte der eine gerade irgendwo (oder spielte er ein anderes Instrument), kam irgendwann einer der anderen an seinem Platz vorbei und drückte die gerade nötigen Tasten.

Während des zweiten Lieds (ich zögere, das ein Cover zu nennen, weil nur Teile des Textes von Nothing compares 2 u stammten) stieg der Sänger ins Publikum und sang da weiter. Als er zurückkam, zog er Strümpfe, Hemd und Hose aus und stand in Unterhose da. Das schien ihm schnell peinlich zu sein, er hielt nämlich dann irgendein Kleidungsstück vor den entblößten Körper. Später merkte er, daß der Strip blöd gewesen sei, so was könne man nicht rückgängig machen. Dann versuchte er irgendwann, das Polarkreis Schlagzeug zu erklettern, scheiterte aber
erst. Ich hatte einen riesigen Spaß, Bodi Bill zuzusehen - und abwechselnd den diversen sehr verwundert blickenden Zuschauern. Eine Frau guckte vollkommen verdutzt, daß in meiner Ecke viel geklatscht wurde. Ja, das meinte ich ernst! Einige der Lieder (die ohne zu lange nur-Beat-Phasen) gefielen mir außerordentlich gut!

Nach gut einer halben Stunde war gerade wieder so eine Phase nur mit Rhythmus. Der Sänger sagte uns da, daß sie noch zwölf Minuten hätten. Er wollte das so instrumental beenden und forderte seine Bandkollegen auf, den Spaß nicht zu verderben. Das taten sie aber und drückten die "falschen" Knöpfe, so daß noch Zeit für ein zusätzliches Lied war. Ein sehr erfrischender Auftritt, der aber auf den ein oder anderen gewirkt haben mag, als hätten sie oben Hühnern die Hälse durchgebissen.

Nachdem die Bühne für Polarkreis bereitet war (von den Bandmitgliedern selbst!),
begann als Intro das Lied, das der Grund für die Anwesenheit vieler war. Nach ein paar Takten (und dem Kinderchor) ging es dann aber in The colour of snow über, den Titelsong des neuen Albums. Ich mag das Lied sehr, trotz der ahhh-ahhhh Stelle, die exakt wie You're the voice von John Farnham, diese ekelhafte Scheußlichkeit aus den 80ern, klingt. Schon früh fiel auf, daß viele Elemente, die auf Platte wichtig sind, fehlen, die Streicher, die teilweise mächtigen Bläserarrangements waren im bayerischen Uphon-Studio geblieben, in dem die Band The colour of snow aufgenommen hat. Mit den Bläsern hatte ich ein wenig gerechnet. Bei früheren Konzerten hatten die Dresdner einige Hornisten dabei, Keyboarder Bernd hatte uns in einem Interview verraten, daß deren Einsatz vor allem Kostenfrage ist. Da der Charterfolg zumindest schon einmal tolles neues Licht (und einen großen Tourbus) ermöglicht hatte, war ich sicher, neben der Band auch Blasmusiker zu sehen. Aber die fehlten, man besann sich wohl auf die eigene Livequalität, sicher keine schlechte Entscheidung!

Beim Aufbau hatten die Polarkreise noch Zivil-Klamotten
an, beim Konzert trugen sie wieder polarweiße Sachen. Bassist Uwe Pasora trug zu weißer Hose und Muskelhemd einen weißen (eher crèmefarbenen) Bowler - elegant!

Sicherlich kannten nicht alle Zuschauer viel von Polarkreis 18 (ich habe ein paar solcher Gespräche vorher mitbekommen), die Hauptstilelemente, allen voran Felix' Stimme, die ja nicht nach Hitparade klingt, war aber sicher nicht überraschend. Ich bin immer wieder angetan davon, wie energisch Felix Räuber singt. Er reißt die Augen auf, leidet scheinbar jeden Ton mit! Mit ihm standen Schlagzeuger Christian Grochau (mit wenigen Haaren und riesigen Kopfhörern),
Bassist Uwe, die beiden (u.a.) Keyboarder Bernd (Silvester) Wenzel und Ludwig Bauer und Gitarrist Philipp Makolis auf der Bühne. Die Keyboarder wechseln regelmäßig ihre Positionen, mit perfekter Präzision und unter erschwerten Bedingungen. Der Platz für die Band und all ihre Instrumente war nämlich viel zu klein. Und dazu wurden in den Liedpausen alle Scheinwerfer runtergedreht, sodaß es stockdunkel war, wenn die Plätze getauscht werden mussten. Für die Künstler sicher nicht ganz leicht, für das Publikum ein sehr schöner Effekt! Meine Lieblingsszene war dabei vor dem Nummer eins Hit, als einer der beiden Keyboarder das Instrument vom anderen Platz mit einiger Mühe abbaute und zu sich rüberzog.

Prisoner, das zweite Lied, stammt auch vom aktuellen Album. Danach kam dann mit
Somedays sundays ein erstes Stück vom Debüt der Band - ein großartiger Titel! 130/70, das Stück über ein männliches Herz, ging dann über in das wundervolle instrumentale Herbstlied, bevor mit Crystal Lake und Comes around zwei Knüller vom Debüt folgten, beide mag ich sehr gerne und bei beiden war ich froh, das sie nicht aus dem Programm geflogen sind! Zu Comes around kletterte auch Felix ins Publikum und stellte sich rechts in der Halle auf eine Bank (vermute ich) und sang da weiter.

Zurück auf der Bühne verschwand die Band. Felix setzte sich ans Klavier und spielte da
River loves the ocean ganz allein. Allein das hätte meine Entscheidung für den Abend mit der Band aus Sachsen gerechtfertigt!

Dreamdancer (wieder mit Band) ist immer toll, ich habe aber schon bessere Versionen gehört. Nach
Name on my ID und Tourist von der neuen Platte folgte der Charthit, auf den viele lange gewartet hatten. Denn als jemand in das Intro reinrief, quittierte das jemand mit "Schnauze!" (also: Wenn du jetzt reinbrüllst, versaust du den ganzen Abend...?).

Nach kurzer Abwesenheit erschienen die Dresdner wieder zu den beiden Zugaben, Happy go lucky und Look, das alle meine bisherigen (regulären) PK 18 Konzerte beendet hatte. Dabei prügelte der Bodi Bill Geiger als zusätzlicher Schlageuger auf der einen alleine stehenden Trommel rum. Diese war vorher immer wieder zum Einsatz
gekommen, am eindrucksvollsten immer dann, wenn die beiden Klavieristen gleichzeitig (aber abwechselnd) den Rhythmus verstärkten.

Ein sehr schönes Konzert! Entgegen der
Indie-Leuten üblichen Skepsis gegenüber erfolgreich werdenden Lieblingen, hat es gar nicht wehgetan, eine Band, die jetzt auch Teil des Mainstreams ist, zuzusehen. Polarkreis spielt noch viele der Lieder, mit denen Radiohörer normalerweise nichts anfangen können. Also sorgen sie vielleicht dafür, daß der durchschnittliche Musikgeschmack ein kleines Stück besser wird. Denn wer Dreamdancer hört, kann in der Zeit keine Aufmerksamkeit Anastacia, Reamon oder anderen fiesen Sachen widmen. Ich habe also eine Art musikalisches Goethe-Institut erlebt. Und ich hatte Spaß dabei!

Setlist Polarkreis 18, Gebäude 9, Köln:

00: Intro
01: The colour of snow
02: Prisoner
03: Somedays sundays
04: 130/70
05: Herbstlied (kurz)
06: Crystal Lake
07: Comes around
08: River loves the ocean (Felix Solo)
09: Dreamdancer
10: Name on my ID
11: Tourist
12: Allein allein

13: Happy go lucky (Z)
14: Look (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Polarkreis 18, Dortmund, 29.03.08
- Polarkreis 18, Hohenfelden, 17.08.07
- Polarkreis 18, Haldern, 03.08.07
- Polarkreis 18, Köln, 20.05.07
- Polarkreis 18, Köln, 15.03.07
- mehr Fotos von Polarkreis 18 in Köln



 

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