Samstag, 24. Oktober 2015

Die Nerven, Bonn, 22.10.15

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Konzert: Die Nerven
Ort: Harmonie, Bonn
Datum: 22.10.2015
Dauer: 70min
Zuschauer: ca. 200



Der Rockpalast präsentierte wie jedes Jahr sein Crossroads-"Festival" in der Bonner Harmonie. Der Begriff Festival ist hier aber sehr weit gefasst, spielen pro Abend doch nur je zwei Bands auf einer Bühne des relativ kleinen Clubs. Gespart wurde jedenfalls nicht, die komplette Technik incl. Schlagzeugerkamera an der Decke und Strobo-Lightshow wurde aufgefahren. 

Die Nerven waren kurzfristig für eine andere Band eingesprungen, zum Glitterhouse-Label bestehen ja wohl durch das OBS im Sommer immer gute Kontakte. Da die Nerven hier ihr erstes Konzert nach Veröffentlichung ihrer neuen Platte spielen sollten, dazu in ungewohntem Rahmen und vor dem eigentlichen Tourstart, klang das ganze nach einem interessanten Abend. In der Harmonie selber ist die Zeit seit jeher stehengeblieben. Fotos alter Blues-und Rockveteranen zieren die Wände des Clubs. Dazu ein Publikum aus Langzeitverehrern des Rockpalastes und jungen Bonner Studenten. 

Für die Nerven sicher neues Terrain, nach Jahren in weniger schönen Jugendclubs und Punkschuppen der Republik. Erstaunlich war, wie wenig sich die Band davon beeindrucken ließ. Schon vom ersten Stück, dem tollen "Die Unschuld in Person" hörte man, wie sich der Sound der Band perfektioniert hat. Dazu die extrem gute Abmischung des Sounds durch die WDR-Profis, so hatte man die Nerven wohl noch nie gehört. 


Es wurde der erwartet spannende Abend. Eine Band gerade auf dem Durchbruch zu neuen Ufern. Jetzt stehen die Entscheidungen an. Wie löst man sich vom Untergrund hin zu einem neuen Publikum, wie weit lässt man das Professionelle zu, wieviel Spontanität wird zu Gunsten einer perfekten Show geopfert? Um es vorweg zu nehmen: Es war ein sehr guter Mix aus allem. 

Die besten Songs aus dem neuen Album kamen für mich etwas zu früh ("Barfuß durch die Scherben"), aber vielleicht wächst der Mut zum neuen Programm ja noch während der Tour. Der wechselnde Gesang zwischen Max und Julian tat dem Ablauf ebenfalls gut. Allein die Cover-Version von "No love lost" mit dem teilweisen Gesangvon Drummer Kevin bot für mich keinen Reiz. 

Zum Ende hin wurden die instrumentalen Teile dann wie erwartet länger und krachiger, die Spontanität und Spielfreude bei den alten Stücken ging noch leichter von der Hand. "Morgen breche ich aus" und "Angst" beenden den Set nach 60 Minuten, ein langes "Nie wieder scheitern" dient als Zugabe mit kleiner Feedbackorgie. 



Die Band zeigt sich überaus freundlich und dankt für den "netten Abend". Viele weitere Abende werden folgen. Bleibt zu hoffen, dass sich alle Beteiligten (Band und Fans) mit den neuen Umständen arrangieren können. Hier zeigten die Nerven aber bereits, dass sie durchaus bereit sind in der nächsthöheren Liga mitzuspielen. Zu gönnen ist es ihnen schon lange.

Der Rockpalast wird dieses Konzert, zunächst gekürzt am 16.11.2015 zwischen 0:15 und 2:15 Uhr im WDR Fernsehen ausstrahlen.

Aus unserem Archiv:
Die Nerven, Rüsselsheim, 11.07.15
Die Nerven, Stuttgart, 06.02.14
Die Nerven, Stuttgart, 17.01.14
Die Nerven, Karlsruhe, 07.12.13
Die Nerven, Stuttgart, 06.09.13
Die Nerven, Stuttgart, 01.08.13 



Dienstag, 20. Oktober 2015

Les concerts de la semaine à Paris du 19 au 25 octobre 2015

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Les concerts de la semaine à Paris du 19 au 25 octobre 2015


19.10.2015: Clio, Les Trois Baudets (photo plus haut par Oliver Peel ©)
20.10.2015: Jeanne Added, La Cigale 
20.10.2015: Saycet, Café de la Danse
20.10.2015: Julien Sagot et Nesles, Le Klub 
20.10.2015: Dark Star, Point Ephémère
20.10.2015 et 21.10. et 22.10: Patti Smith, playing "Horses", Olympia, 20.10. et 21. 10 complet
21.10.2015: The Bohicas et Her Magic Wand, Point Ephémère
21.10.2015: Victorine et The Dove & The Wolf et Michelle Blades, Le Pop Up Du Label
21.10.2015: Alexis & The Brainbow, Badaboum
21.10.2015: Maud Octalinn et d'autres, Bateau El Alamein
21.10.2015: Mensch et Claude Violante, Les Bains
22.10.2015: Lower Dens, Badaboum
22.10.2015: Pauline Drand, Showcase Balades Sonores
22.10.2015: Presque L'Amour, Espace B
22.10.2015: Nesles et Céline Tolosa, Les Connétables
22.10.2015: The Strypes, Bataclan
22.10.2015: Philippe Beer Gabel et Wunderland, Péniche Anako
22.10.2015: The Telescopes, Petit Bain

23.10.2015: Yo La Tengo, La Cigale
23.10.2015: Sarah Jeanne Ziegler et Minors, Divan Du Monde
23.10.2015: Girls Names, La Machine du Moulin Rouge
23.10.2015: Gengahr et Oscar, Point Ephémère
23.10.2015: She Dreams In Vedas, Le Pop In
23.10.2015: TOOOD, Le Pop Up Du Label
24.10.2015: The School et Alpaca Sports, Espace B
24.10.2015: Hold YourHorses! et Sydney Valette et Arcan, Divan Du Monde 
24.10.2015: Lux Montes, Bus Palladium
24.10.2015: SoPop, Bistrot Le Nouveau Brooklyn, Ivry-sur-Seine
25.10.2015: Ghinzu, Le Trianon, complet
25.10.2015: The Wave Pictures et The Chap, Petit Bain

 

Montag, 19. Oktober 2015

U2 - Lanxess Arena - 17. + 18.10.2015

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Konzert: U2
Ort: Köln - Lanxess Arena
Datum: 17.-18.10.2015
Dauer: ca. 140 min
Zuschauer: 2x ca. 17.500 ausverkauft




Zu den Beweggründen heute noch ein U2 Konzert zu besuchen, habe ich ja bereits in meinem ausführlichen Bericht über das Amsterdam Konzert Stellung bezogen. Mehrere Konzerte einer Tour zu besuchen, ist vielen Freunden von mir noch schwieriger zu vermitteln. Zum Glück werden mich die beiden Konzerte in Köln auch in Zukunft nicht davon abhalten.

U2 haben seit jeher die Gabe, im Laufe einer Tournee immer "besser" zu werden. Wo bei anderen Bands schnell Betriebsblindheit in anonymen Mehrzweckhallen aufkommt, wissen diese vier immer die Spannung zu halten. Der Luxus nicht jeden Abend und jedes Jahr um die Welt reisen zu müssen, ist sicherlich ein Grund. Am Wochenende schien es jedoch wirklich die Reaktion der Halle zu sein die den Abend unvergesslich machten. Zu rechnen war damit vorab jedenfalls nicht. 

Und so begann der erste Abend im Schmuddelwetter vor der Halle auch mit einem schlechten Witz. Der Innenraumzugang wurde ohne einen Hinweis auf den Tunnel am anderen Ende der Halle verlegt. Dazu hatte sich der Veranstalter wohl den internen Spass erlaubt, genau zwei Scanner für die erstmalig eingesetzten Handy-Tickets mitzubringen. Nach der Gängelung das alle gemeinsam den Einlass passieren müssen, (ein Scan galt für beide Tickets) ein weiterer Beweis für die Missachtung der zahlenden Gäste. Nach ca. 45 Minuten Wartezeit waren die dummen und schroffen Sprüche bei den teilweisen Fehlermeldungen schon nicht mehr lustig.

Hier zeigt sich wieder das die Besucher seit Jahren eine Lücke im Gesetz des Wiederverkaufsrechts ausbaden müssen, die sie nicht zu verantworten haben. Das der Scan von den Händlern vor der Halle trotzdem auf jedes andere Handy weiterkopiert werden konnte, geschenkt.

Das Konzert beginnt für Fans mit Standardkost. "The Electric Co." löst für mich das in Amsterdam grandiose "Gloria" ab. Ansonsten ist der erste Teil des Sets gesetzt. Im zweiten Teil hört man vor "Invisible" Takte von Kraftwerks Autobahn, danach gibt es auch Teile von "Burning down the house". Die Stimmung in der Halle wird immer besser, ich halte das aber noch für den "Samstag-Abend" Effekt. Viele sind in bester (Trink)-Laune und müssen heute mal nicht auf die Uhr schauen. 

Wäre der Sonntag nicht so herausragend gewesen: es war auch am Samstag ein starkes Set mit einem unheimlich kraftvollen "One" am Ende, so kraftvoll das man sich kaum vorstellen konnte diesen Song am nächsten Tag gar nicht zu hören. Daher waren die Erwartungen am Sonntag auch realistisch, die Stimmung vorab aber nicht so dringlich. Zwei Abende hintereinander sind immer eine Gratwanderung. Aber wie so häufig sollte sich dies alles als unbegründet erweisen. Gerade die Konzerte mit niedrigen Erwartungen erweisen sich oftmals als Klassiker. 

Bonos frühe Ansage, der tolle Abend gestern sei nur der Anfang einer noch besseren Show heute, klang noch wie ein übliches Standardkompliment, doch bereits mit "Out of control" und dem Ramones Snippet "Rock`n Roll Radio" liegt die Halle flach am Boden. 



Die ersten vier Songs knallen nur so aus den Boxen. Keine Show, oft nur 4 Spots und ein große Glühbirne lassen die Arena zu einem Club werden, fehlt nur noch Zigarettenqualm aus der Nebelmaschine. The Edge ist heute in besonders guter Laune: er rennt, springt und spielt dabei wie ein Berserker. Adams Bassläufe bei der reduzierten Version von "Sunday, bloody Sunday" direkt vor meinen Augen am Steg sind eine Augenweide. Alles macht irgendwie mehr Spass als gestern. 

U2 spielen auf der kleinen Bühne am anderen Ende der Halle und plötzlich erklingt "Party Girl" und Bono bekommt eine Sektflasche gereicht. Der Gast aus dem Publikum spielt mit, zunächst noch verhalten, Bono gibt die Runde aus und als alles zu einem guten Ende gekommen scheint, wird es noch spontaner. Zusammen mit Bono wird "Angel of Harlem" geboten (wohl ein Wunsch), sie schreitet mit Bono den ganzen Steg entlang und bringt den Song perfekt zu Ende. Damit scheint der Bann gebrochen. Bono gratuliert Bill Gates zum Geburtstag und steigert sich bei der Version von "Bullet the blue Sky" nochmals. Die geänderte Songzeile mit Selbstzweifeln "Can you see the fighter planes, when you fly in private planes?" wird zum wütenden Mantra (gegen sich selbst ?).



"Zooropa" mit seinen prophetischen, mehr als 20 Jahre alten Songzeilen passt perfekt zur Flüchtlingskrise: "And i have no compass, and i have no map, and i have no reasons, no reasons to get back", und dann folgen 30 Minuten die die Fans in Zukunft verehren werden, wie bisher die letzten Hallenkonzerte in Köln aus 2001. 

Bei "..Streets" scheint sich das Dach der Arena zu öffnen, die Leinwand strahlt in Rot wie ein Planet und das Gebrüll der Zuschauer lässt einen Erschaudern. Wie ein einziger Klangkörper verschmelzen hier Band und die Fans. Danach "Pride..", man hat diesen Song schon tausende Mal gehört, ich mag ihn nicht, aber so wird er zum Ereignis. Bis rüber in Block 716 schwappt die Euphorie wie aus einer Kehle.

Keiner würde eine weitere Steigerung für möglich halten, doch jetzt beginnen erst die Zugaben. Die Halle kocht weiter, Bono bittet einen weiteren Zuschauer auf die Bühne. Er singt ihn als sein jüngeres Ich an und der Text "Time, won`t leave me as I am. But time won`t take the boy out of this man" ist Sinnbild des Abends. Dann verschenkt Bono seine Brille, eine sehr ungewöhnliche Geste an einem ungewöhnlichen Abend.

Am Schluss bietet die Band den größtmöglichen Dank. "Bad" und "40" beenden den Abend. "Bad" in einer spontanen Gitarrenversion zu dessen Beginn die Halle so laut ist das einem die Ohren schmerzen. Bei "40" leuchtet Bono den anderen drei den Weg mit einem Spot über den Steg. Sie sind zu Hause.

Welche Band kann normalerweise auf ein solches Ende verzichten? Und wie viele Songs blieben auch heute wieder ungespielt? Und was wurde eigentlich aus Chris Martin?

Aus unserem Archiv:
U2, Amsterdam, 09.09.15 



Samstag, 17. Oktober 2015

Lasse Matthiessen, Karlsruhe, 10.10.15

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Konzert: Lasse Matthiessen & Band mit Support Endless Second
Ort: Kellerhalle in Karlsruhe
Datum: 10. Oktober 2015
Dauer: 50 min + 75 min
Zuschauer: etwa 60



Ich gehe sehr gern zu Konzerten in die Kellerhalle. Wir verstehen uns ohne viele Worte ohne dass wir uns schon lange kennen würden oder viel übereinander wissen. Ein Glückstreffer des Schicksals!! Und wenn dort die Vorfreude siedet, weil mit dem Dänen Lasse Matthiessen eine Lieblingsband gewonnen werden konnte, kann ich das mitfühlen und bin natürlich wenn möglich dabei. Auch wenn ich mich z.B. im April 2014 nicht im Tollhaus eingefunden hatte als Lasse auf TVNoir-Tour mit Pohlmann dort halt gemacht hat. Und auch am Crowdfunding mit dem TVNoir-Team für das aktuelle Album hatte ich mich nicht beteiligt. Also kurz gesagt - auf meiner Lieblingsmusikerliste ist er nicht unter den Top Ten.


Aber im Rahmen der Kellerhalle versprach ich mir einen wirklich guten Abend und wollte auch gern die Freude teilen. Als Support begann die Karlsruher Band Endless Second schon ungewohnt pünktlich das Konzert. Die Truppe um Nicolai Dörr an diesem Abend mit Niklas Kreuz, Artur Timar und Wey Lam semiakustisch (z.B. Cajon statt Drumset) erspielte sich schnell die Gunst des Publikums mit solidem etwas poppigem Rock von Ballade bis extrem tanzbar. Die Stimme von Nicolai ist dabei wohl ein klarer Pluspunkt und unterstützt von einer soliden Gruppenleistung machten sie einfach alles richtig.

Für mich wurde es aber erst wirklich interessant, als Lasse Matthiessen mit seiner Band  aus Niels Knudsen am E-Bass, Johanna Weckesser an der E-Gitarre (und kurz auch Keyboard) und  Martin Krümmling an den Drums auf der Bühne stand. Wie würden sie das hier angehen? Fetzig und druckvoll oder eher folkig und innig? Die Bandbesetzung sprach rein optisch zunächst für die erste Variante und tatsächlich krachte Wintergut ordentlich rein. Aber durchaus in einer Form, die mir sehr gut gefiel. Aber das war tatsächlich nur eine von sehr vielen Facetten des Programms, das wir an diesem Abend erleben durften.  


Wildfire begann z.B. mit wunderbarem Satzgesang und ganz hymnisch. Es klang für mich wie eine Fortschreibung von Musik für klassisch trainierte Ohren, und kam mir fast wie eine Referenz an DDR-Progressiv-Rockmusik meiner Jugend vor (*). Und trotz Bandunterstützung gelang Broken ganz und gar fragil und verletzlich um dann trotzig und rotzig zu stampfen. Ein besonderes Highlight des Sets war für mich wohl Travelling song mit dem in für die Kellerhalle irgendwie so besonders passenden Textpassage something here resonates.


Sehr gut gefiel mir, dass sich nicht nur die Bandbesetzung als sehr wandel- und formbares Medium erwies, sondern Lasse im mittleren Teil des Programms auch solo bzw. im Duo mit Johanna Weckesser aufspielte. Hier war der Fokus noch mehr als im Vierer auf den "nackigten" Liedern und seiner warmen und viele Empfindungen spiegelnden Stimme gerichtet. Und beides präsentierte sich funkelnd und schillernd und rührte mich sehr an. In diesem Mittelteil ist mir besonders das Doppel  Looking for a Reason mit  direktem Übergang zu In Water and Salt in Erinnerung geblieben. Vielleicht auch, weil er hier eine besonders lange inhaltliche Einführung spendiert wurde.


SEHR genossen habe ich es, allen vier Musikern auf die Finger zu schauen. Die Percussions wurden oft so herrlich reingetröpfelt und ganz unscheinbar gehalten und wenn es laut wurde, war es wunderbar furios. Der Mann am Bass hat wahrscheinlich den Rekord in "wie tief kann ich mein Instrument hängen" und war ganz die Ruhe und Verlässlichkeit in Person. Und Johanna Weckesser hat mich ganz und gar hingerissen, wie sie ihrem interessanten Instrument die herrlich dreckigsten und fiepsigsten Töne entlocken konnte. Ich musste zu Hause gleich einmal schauen, was sie sonst noch musikalisch so treibt und werde wohl versuchen, ihr Projekt Bluehead & Robin für Karlsruhe an Land zu ziehen (ja, wer hätte das gedacht...!).


Ich muss wohl nicht extra betonen, dass nicht nur ich ganz und gar eingenommen war von dieser Performance. Es wurde geklatscht und gejubelt was das Zeug hielt und eine ordentliche Zugabe eingefordert, ehe sich alle noch etwas benommen von der Band und der Musik verabschiedeten. Als heimliches Lieblingslied begleitet mich seit dem herrlichen Abend in der Kellerhalle übrigens 7 Ravens, das Lasse aus Mexico mitgebracht hatte und für ihn erst eine Liebe auf den zweiten Blick war.

(*) Die ich damals gar nicht so besonders schätzte sondern erst später als etwas Besonderes wahrnahm


Tourdaten:
08.10.  Studio 104, Ravensburg
09.10. Soho Stage, Augsburg
10.10.  Kellerhalle, Karlsruhe
12.10.  Milla - Live Club, München
13.10.  Jazzclub Tonne, Dresden
14.10.  Museumskeller, Erfurt
15.10.  Waschhaus, Potsdam
19. - 25.10.  Polen
21.11.  Kronenkino, Zittau
25.11.  Cafe Marta, Bern
26.11.  Inox Live, Baden
27.11.  B72, Wien  


Links:
Lasse Matthiessens zweites und drittes Album auf Bandcamp 
Albumplayer Wildfires

Alle Fotos:




Dienstag, 13. Oktober 2015

Morgan Finlay, Karlsruhe, 12.10.15

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Konzert: Morgan Finlay
Ort: Gabrieles Wohnzimmer in Karlsruhe Kirchfeld
Datum:12. Oktober
Dauer: 135 min
Zuschauer:18



Dass mein Oktoberkonzertprogramm nur arbeitsteilig zu stemmen sein würde, hatte ich mir selbst eingebrockt. So recht klappen wollte das mit dem abgeben aber zunächst nicht. Aber das Schicksal hatte wohl nur Anlauf nehmen wollen für eine spezielle Überraschung, ein Finale mit einem Paukenschlag. Denn das Konzert mit Morgan Finlay wurde mir von Gabriele erst am Rande des Konzertes am 7. Oktobers aus den Händen genommen und das, obwohl sie noch nie ein Wohnzimmerkonzert veranstaltet hatte. 


Für den Montag hatte sie Freunde und Nachbarn zu sich eingeladen und ich brachte Morgan vom Bahnhof nach Kirchfeld. Wir alle drei waren sehr neugierig auf den Abend und Morgan war fest entschlossen, ihn für Gabriele zu einem unvergesslichen Abend zu machen. Die Chemie stimmte sofort. Schnell stand noch eine Kürbissuppe auf dem Tisch und eine Thermoskanne schwarzer Tee wurde an den Bühnenrand gebracht - der Rockdrink des Abends. Da wussten wir noch nicht, dass es auch in Punkto Konzertlänge einen neuen Rekord geben würde und uns der Abend unter den Fingern hindurch rinnen würde.


Für den Künstler gab es einen Drehstuhl, der in seiner Welt zum Spin(n)stuhl wurde. Sofort musste herzlich gelacht werden und im Publikum war klar, das Kommen hatte sich gelohnt. Mit dem dritten Song des Sets, Quiet harbor, kam auch das erste Mal das Gespräch auf das aktuelle Album, wo ja inzwischen die Meinung des Publikums eingegangen ist und es mit dem ersten Platz aus dem Rennen hervorgegangen ist - top voting.



Ich hatte den Eindruck, dass Morgan an dem Abend ganz besonders energetisch und gut drauf war. Er erzählte so vieles zu den Songs und ließ uns an seiner erfrischenden Energie teilhaben. Er sei für diese Tour mit der umfangreichsten Sammlung von neuem Material aufgebrochen und hätte auch sonst viele neue Erfahrungen gemacht (wie z.B. Online Konzerte für einige der Unterstützter seiner neuen Platte). Er fühle sich getragen und ermutigt durch das Mittun derjenigen, die den Prozess der Platte mit ihm zusammen tragen.



Für  The fisherman's son wurde es kurz vor Ende des ersten Sets regelrecht rockig! Immer wieder hatten wir Spaß beim gemeinsamen Worte finden (z.B. erschwinglich - statt des rohen Übersetzungsversuches bezahlbar - in Bezug auf Sevilla) und Morgan holte seine liebsten sinnlosen Deutschvokabeln heraus. Zum Glück erst kurz vor Schluss fiel ihm auf, dass die Amseluhr die ganze Zeit stumm mitgeträllert hatte, was ihn so aus der Fassung brachte, dass er den Text von Blow by blow nicht mehr auf die Reihe kriegte. Und dann mussten auch noch zu viele statt mitzupfeifen darüber lachen, dass sie das pfeifen nicht hinkriegten und damit Morgan fast selbst zum lachen bringen. Und lachen und pfeifen - das geht nun einmal nicht gleichzeitig - nicht einmal für Morgan Finlay...



Meine liebsten Momente des Abends waren die besonders stillen Lieder wie Sun dogs und (In)security. Noch heute hängt mir das wiegende Blow by blow im Ohr - und mitpfeifen kann ich immer noch nicht. Da bleibt wohl noch eine Übungsaufgabe bis zum nächsten Konzert!

Setlist:
01: The way it is
02: Merge
03: Quiet harbour
04: Far beyond words
05: So courageous 
06: Until the next time
07: Oh the good times
08: The fisherman's son
09: When this long road ends

- Pause -

10: The hard way
11: Mescaline
12: Let me down gently
13: Allez allez
14: Pixels
15: The one that got away
16: You'd have said bout you
17: Blow by blow
18: The everything about me
  19: Sun dogs (Z)
20: (In)security (Z)
21: My good and nobel friend (Z)



Tourdaten:
Sep 26. @ Gisa's house concert, in Bordesholm
Sep 28. @ private show at Cafe Instinkt, in Sankt Peter-Ording
Sep 30. @ Franzi & Arnt's house concert, in Hannover
Oct 02. @ Sandra's private concert, in Remscheid
Oct 03. @ private house concert, in Herne
Oct 08. @ the Rack N Roll, in Remscheid
Oct 09. @ Cafe Lichtung, in Köln
Oct 10. @ Johannes' house concert, in Heidelberg
Oct 12. @ Wohnzimmer, in Karlsruhe
Oct 16. @ Casablanca, in Bad Iburg
Oct 18. @ Rebecca's house concert, in Berlin
Oct 20. @ Hofcafe Plagwitz house concert, in Leipzig
Oct 21. @ Fango, in Cottbus
Oct 22. @ Lydia & Daniel's house concert, in Cottbus
Oct 23. @ Kaffeesatz, in Chemnitz
Oct 24. @ Scala, in Adorf
Oct 25. @ private house concert, in Lichtenstein
Oct 27. @ Eric's Happy-Shop, in Chemnitz
Oct 29. @ Sandra's Dachboden, in Hof
Oct 30. @ Laden 16, in Reichenbach
Nov 06. @ Pixie's house concert, in Nürnburg
Nov 07. @ Jud & Astrid's house concert, in Frankfurt
Nov 10. @ Nachtschnittchen, in Schwerte
Nov 11. @ Beavers, in Miltenberg
Nov 12. @ Strohalm, in Erlangen
Nov 13. @ Kulturwerk, in Nienburg
Nov 14. @ Wolfram & Marina's house concert, in Schwerin
Nov 18. with special guests @ Essbar im Schlachthof, in Lahr
Nov 19. @ Frapée, in Aalen
Nov 20. @ Da Mario, in Villingen
Dec 01. @ a private show, in Berlin
Dec 02. w Marceese @ Posh Teckel, in Berlin
Dec 03. @ Leonie's house concert, in Berlin
Dec 09. @ Nachtschnittchen, in Bochum
Dec 10. @ Cafe Instinkt, in Sankt Peter-Ording
Dec 11. @ Raucherkate, in Wattenbek
Dec 14. @ benefit for Salariin Cambodia at the Elite, in Langnau
Dec 15. @ Simon & Anna's house concert, in Bern
Dec 16. @ Parterre, in Basel
Dec 20. @ Betti & Jörg's house concert, in Bülach
Dec 23. @ aifach, in Arosa 


Aus unserem Archiv:
Morgan Finlay, Hannover, 30.09.15
Morgan Finley, Adorf, 01.11.14
Morgan Finlay, Adorf, 08.12.13
Morgan Finlay, Chemnitz, 11.10.13 



 

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