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Montag, 27. August 2012

Wendy McNeill, Haldern-Festival, 10.08.12

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Konzert: Wendy McNeill
Ort: Haldern-Pop Festival, Spiegelzelt
Datum: 10.08.2012
Dauer: 45 min



Als Wendy McNeill zum ersten Mal in Haldern auftrat, habe ich die Kanadierin verpasst. Hätte mich der Two Door Cinema Club begeistert, wäre mir dies vielleicht auch diesmal passiert. Da die Iren aber eher der One Beat Cinema Club waren, der das immer gleiche Lied mit verschiedenen Texten besang, fiel mir sehr leicht, frühzeitig die Bühnen zu wechseln.

Als die kanadische Künstlerin die Bühne betrat, begann sie damit, wie sehr es sie freue, noch einmal bei diesem besten Festival, das sie kenne, auftreten zu dürfen. Sie habe sich dafür etwas Besonderes überlegt und werde ihre Platte For the wolf, a good meal spielen. Das 2011 erschienene Album erzählt ein Märchen vom alten Fischer Eddy, dem bösen Karo-König, der Sirene Cora, Eddys Frau Mary, der Herzkönigin und allerlei anderer sonderlicher Gestalten. Instrumentiert sind die Lieder, die die Geschichten des Seemanns erzählen, mit Akkordeon, sehr ruhig gespieltem Schlagzeug und Kontrabaß. Nur für zwei oder drei Lieder tauschte Wendy das Akkordeon gegen eine E-Gitarre ein.

Vor jedem Lied erklärte die Künstlerin deren Inhalt, stellte neue Charaktere vor. Sie tat dies mit einer erstaunlichen Ernsthaftigkeit, und das passte, denn obwohl „Märchen“ nach Kinderkram klingt, sind Geschichten und Musik von For the wolf, a good meal enorm düster. Etwas, was ich der so extrem charmant lächelnden Wendy vorher wirklich nicht zugetraut – auch nicht, daß sie mir mit Eddys Geschichte eines der schönsten Konzerte meines kurzen Haldern-Festivals liefern würde.

Das beste Stück war eines von denen, die Wendy mit Gitarre spielte, Toss it away (darüber, daß man die wertvollsten Dinge nicht mit den Händen halten kann, eine Weisheit der Herzkönigin, die Eddy riet, alles wegzuwerfen). Jenseits der Musik (und Wendys Lächeln) war der schönste Moment, als die Sängerin Probleme damit hatte, den Gitarrengurt umzulegen, während sie gerade Lions and lambs erklärte: "The seagrass soldiers fight in a battle that is almost as big as mine."

Ein wundervoller Auftritt zur Geisterstunde!

Setlist Wendy McNeill, Haldern-Pop Festival:

01: Flick oft he wrist
02: Animal
03: Black/white
04: Eddy (Why don’t you put your gun down?)
05: Lions and lambs
06: Toss it away
07: Giver
08: All these wishes
09: Longest dance



Mittwoch, 15. August 2012

Haldern Pop Festival zweiterTag, Rees-Haldern, 09.08.12

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Konzert: Haldern Pop Festival 2012, 2. Tag, mit Wye Oak, Other Lives, Dan Mangan u.v.a.
Ort:Spiegelzelt und Mainstage
Datum:10.08.2012
Zuschauer: Tausende

Der zweite Festivaltag wurde von uns erst um 15 Uhr 30 mit Wye Oak angestochen. Vorher war ausschlafen angesagt, schließlich waren wir im Urlaub, vor allem meine Frau, die sonst immer früh raus muss, pochte auf ihr Recht, lange zu pennen.
Als wir die Vorhänge des Hotelzimmers (wir sind alt und komfortversessen, zelten kommt für uns nicht mehr in Frage) aufzogen, hielt sich die Sonne noch ein wenig zurück und es war leicht bewölkt, aber als wir das Festivalgelände erreichten, war Sonnenschein pur angesagt und die Temperaturen sommerlich warm. Beste Bedingungen für einen großartigen Festivaltag, auf den wir zudem durch ein spätes Frühstück mit herrlich starkem Espresso bei einem Italiener in dem Grenzstädtchen Goch gut vorbereitet waren.
Weniger ausgeschlafen erschienen Andy Stack und Jenn Wasner alias Wye Oak, die heute erst aus Baltimore eingeflogen waren und zugaben, ziemlich durch den Wind zu sein. Leistungsmindernd wirkte sich der Schlafentzug und das Jetlag aber nicht aus. Mit viel Einsatz und Spielfreude präsentierten die beiden ihren erdigen Indierock, der mitunter ordentlich laut wurde. Jen schien eine diebische Freude daran zu haben, ihre Elektrische aufheulen zu lassen, während ihr musikalischer Partner am Schlagzeug (und Keyboard, manchmal gleichzeitig bedient!) hingegen weitestgehend stoisch agierte. Ein Paar voller Gegensätze. Sie die wilde Pipi Langstrumpf, er der fleißige Streber. Trotzdem harmonierten die beiden fast blind miteinander und ihr Set flutschte reibunsglos. Erstaunlich, daß sie es mit ihrem reduzierten Instrumentarium schafften, abwechslungsreich, melodiös und spannend zu klingen. Die Songs ihrer drei Alben waren jedenfalls ziemlich dufte und am Ende war es etwas schade, daß das Set nicht sonderlich lang war. City Slang Chef Cristof Ellinghaus schien mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden gewesen zu sein und auch ich hatte meinen Spaß mit dem explosiven Duo.
Um 16 Uhr 30 dann die Begegnung mit einer der Bands der Stunde. Other Lives aus Oklahoma haben einen kometenhaften Aufstieg hinter sich, der sie sogar ins Vorprogramm von Radiohead katapultierte und etliche ausverkaufte eigene Shows beinhaltete. Dabei waren sie noch vor einem Jahr nahezu unbekannt, als sie vor ein paar glücklichen Zusehern in der kleinen Haldern Pop Bar aufspielten, da aber bereits erkennen ließen, daß mit ihnen unbedingt zu rechnen ist. Ihr drittes Album* Tamer Animals ist aber auch wirklich ein Schmuckkästchen, das mit unglaublich vielen Schätzen gefüllt ist. Kein Wunder, daß dann viele Musikfans auch hören wollen, wie die Liveumsetzung gelingt. Hervorragend nämlich! Jesse Tabish versteht es immer wieder, den tollen Songs der CD live mehr Druck, Schärfe und Tiefgang zu verleihen und seine hervorragende Liveband um die talentierte Cellistin, Geigerin und Autoharpistin Jenny Hsu zu dirigieren. Auch in Haldern 2012 spielten die Musiker wie aus einem Guß und verzauberten das in der Sonne schwitzende Publikum mit einem vielschichtigen, orchestralen Wildwestsound, den Jesse Tabish mit sensationeller Baritonstimme intonierte. Hit (ganz groß der sentimentale Titeltrack) reihte sich an Hit (For 12, Dark Horse) und auch hier hatte man sich durchaus Lust auf ein längeres Konzert, was aber auf Grund des dichtgedrängten Zeitplanes nicht möglich war.
Danach musste ich erst einmal in Ruhe etwas essen und ein wenig chillen. Dazu gab es im hinteren Teil des Geländes bei den Merchständen auf sandigem Boden herrlich Gelegenheit. Hier konnte man prima relaxen, Kraft tanken und fühlte sich fast wie in einer kleinen Hippie Kommune. Alles passte, das Wetter, die netten Leute in Haldern und meine Stimmung (lag das vielleicht am Bier?). Selbst meine Wadenmuskulatur hatte sich ein wenig gelockert, wenngleich es immer noch zwickte und zwackte und ich mich humpelnd wie ein alter Mann fortbewegte. Zu dieser Zeit, es war in etwa viertel vor sechs, spielten die Indierocker White Rabbits auf der Hauptbühne, während kurze Zeit später die Briten Zulu Winter im Spiegelzelt für Stimmung sorgten. Ich selbst war erst um 18 Uhr 50 mit Dan Mangan wieder mit von der Partie.

Der liebenswürdige Kanadier erschien schon bei den Aufbauarbeiten (ein Zeichen seiner Bodenständigkeit) mit grünem Parka und seinem obligtorischen Lächeln im runden Gesicht. Der sympathische Bursche aus Vancouver hat aber auch wirklich gut lachen, denn zusammen mit seiner powervollen Band hat er es geschafft, vom Spiegelzelt (2011) auf die Hauptbühne aufzusteigen. Ein Verdienst seiner explosiven, äußerst inbrünstig vorgetragenen Konzerte, die immer mehr Fans rund um den Globus anzogen.
Auch heute machte Dan Mangan seine Sache gut, konnte aber nicht mehr so ganz von dem "Aha- Effekt" im Publikum profitieren, dass ihn vor einem Jahr kennen- und lieben gelernt hatte. Damals war er ein unbekannter Newcomer und kaum einer wusste, wie wahnsinnig stimmungsvoll und berauschend seine Shows sind, heute aber erwartete jeder ein neuerliches Feuerwerk und noch mehr Extase. Trotzdem blieb es lange Zeit ziemlich ruhig auf den Rängen und erst beim Überhit Robots wurden letzte Blockaden endgültig gelöst. Zuvor hatten Mangan und seine Band einen wohlschmeckenden Cocktail aus den beiden letzten Alben Nice Nice Very Nice und Oh Fortune! bereitet und ein Lächeln auf so manches Gesicht gezaubert. Wir werden ihn also wiedersehen, diesen Pfundskerl mit dem diebischen Lächeln, dessen kann man sich sicher sein!

Gleich nach Ende des Konzertes von Dan Mangan, das auf der Hauptbühne stattgefunden hatte, bemühte ich mich, schleunigst ins Spiegelzelt zu Daughter aus England zu kommen. Hier machte sich mein Pressepass bezahlt, da ich die Möglichkeit hatte, über einen Seiteneingang schneller reinzukommen, ohne vorher in der Schlange zu stehen. Drinnen war es wahnsinnig voll und wegen des starken Nebels war es auch schwierig, die Protagonisten auf der Bühne zu erkennen. Dummerweise stand die britische Sängerin auch auf der rechten Seite, sodass ich die Seiten wechseln musste, da sie vorher im toten Winkel war. Durch meine Linse sah ich eine dünne, gutaufgelegte junge Dame mit E-Gitarre, die eine männliche Begleitgruppe anführte. Ihre Stimme klang sirenenhaft und herrlich verhuscht. Aber der verhallte Dreampop wich im weiteren Verlaufe einer noisigeren Instrumentierung und man konnte fast Postrockelemente erkennen. Laura Marling meets Sigur Ros, so schoss es mir durch den Kopf. Wie auch immer, ich genoß das Set und kann die Programmveranstalter des niederrheinischen Festivals nur beglückwünschen, diesen in Zukunft sicherlich dicken Fisch ans Land gezogen zu haben. Auf dem europäischen Festland waren Daughter noch nicht so oft, insofern waren die Haldener erneut früh am Ball und ich würde mich nicht wundern, wenn wir Daughter in Zukunft einmal auf der Hauptbühne erleben werden.

Erneuter Bühnenwechsel und zurück zur Mainstage auf der nun Thees Uhlmann und seine Band antraten. Mein Bloggerfreund Christoph hatte den Tomte-Sänger erst kurz vorher interviewt und von einem bestens aufgelegten und natürlich-sympathischen Kerl geschwärmt (der im Übrigen auch unser Konzerttagebuch liest! Yeah, baby). Und genauso kam Thees dann auch live rüber. Locker, gerade heraus und uneitel. Ein Typ, der seine Herkunft vom Lande nicht verleugnet und sich höchst erfreut zeigte, auf dem Dorf, sprich dem Haldern zu spielen. Das sei seit langer Zeit sein Traum gewesen. Beim Publikum kam er mit seiner unverkrampften Art ungemein gut an, viele Leute sangen die Texte mit und an dem satten, hochmelodischen Gitarrenrock hatte einfach jeder seinen Spaß. Ich persönlich erfreute mich zudem an dem Anblick der zuckersüßen Keyboarderin, die unverschämt jung aussah, aber sicherlich schon seit einer gewissen Zeit volljährig ist. Einzig der Anblick der Leute neben mir, mit den hässlichen T-Shirts, die unweigerlich auf einen dieser unsäglichen Junggesellenabschiede hindeuteten, irritierten mich ziemlich. Es gibt ja kaum etwas Schlimmeres als Junggesellenabschiede, finde ich zumindest und auch Hochzeitsgags wie das Entführen der Braut erscheinen mir absurd. Ich hätte möglicherweise jedem meine Freundschaft gekündigt, der mir damals bei meiner Eheschließung mit einem solchen Käse gekommen wäre. Aber Schluss mit diesem Exkurs, das Konzert von Thees war kurzweilig und in manchen Teilen gar berauschend. Musik mit deutschen Texten ist also nicht per se zu verdammen.

Gilt sicherlich auch für Niels Frevert, der nun im Spiegelzelt auflief.

Allerdings fehlte mir die Kraft, um mir den sensiblen Barden drinnen anzusehen und richtig aufzupassen. Stattdessen plauderte ich gemütlich auf einer der Bierbänke draußen mit einem Freund, denn wir sehen uns das Jahr über nur selten und haben kaum Gelegenheit, uns mal auszutauschen. Aber auch das gehört zu einem Festival dazu: Freunde treffen, soziale Kontakte pflegen, über die Qualität der Konzerte fachsimpeln. Zu Niels Frevert konnte ich mir keine richtige Meinung bilden, obwohl man den Auftritt auch draußen auf dem großen Bildschirm verfolgen konnte. Ich denke der Hamburger ex Nationalgalerie Mann ist gut, ansonsten hätte er nicht eine solch treue Gefolgschaft und wäre nicht bei dem glänzenden Label Tapete beheimatet.

Fraglich ist hingegen, was ich von Ben Howard zu halten habe. Der Engländer, der letztes Jahr noch beim Haldern Pop im Zelt spielte, hatte 2012 den Aufstieg auf die Hauptbühne geschafft und gefiel meiner Frau, die sich das Ganze aus der Nahe ansah, recht gut. Ich hörte das Konzert nur aus der Ferne, konnte demzufolge auch hier kein Urteil abgeben. In Frankreich, wo ich seit 10 Jahren lebe, ist er bereits ein Star, spielt 1.500er Locations und in Deutschland ist sein Aufstieg sicherlich auch noch nicht beendet. Ob ich dabei bin, wird die Zukunft zeigen.

Dabei war ich dann aber auf jeden Fall beim Konzert der Briten Diagrams. Von denen hatte ich viel erwartet, da sie mir in Paris vor ein paar Monaten ein fulminantes Konzert beschert hatten und meine Erwartungen wurden auch keineswegs enttäuscht. Ex Tunng Vorstand (der vor ein paar Jahren mit seiner alten Band bereits im Spiegelzelt aufgetreten war) Sam Genders und seine Truppe spielten druckvoll, abwechslungsreich und melodiesselig auf. Ihre Mischung aus funkigem Pop, Electronica und Folk war clever arrangiert und wartete auch mit einigen Hits auf. Tall Buildings beispielsweise zog irre gut, war groovy und catchy, ohne dümmlich und platt zu klingen. Unterstützt wurde Genders u.a. von einer hübschen rothaarigen Keyboarderin und einer im Hintergund agierenden Sektion aus Trompete, Saxofon und Geige. Einen Gag hatte sich die sympathische Band für den Schluß aufgehoben. Da wurden nämlich die Zuschauer gebeten, die anfänglich verteilten Luftballons in die Höhe zu werfen und so endete das prima Konzert wie auf einem Kindergeburtstag: Viele Ballons und viele glückliche lächelnde Gesichter. Schön!

Um 22 Uhr 55 ging es dann zurück auf die Mainstage. Dort warteten schon die Iren Two Door Cinema Club, um ihren bubblegumartigen Gitarrenpop abzufeuern. Das klang dann am Anfang auch noch frisch und teilweise enthusiasmierend, entwickelte sich im weiteren Verlaufe aber zu einer eher flachen Angelegenheit, weil einfach jedes Lied, jede Gitarrenmelodie und jeder Schlagzeugrhythmus ähnlich bzw. gleich klang. Immer deutlicher wurde, daß die junge Band keine eigene Identität hat und nur eine uninteressante Mixtur aus Franz Ferdinand, den Maccabees und Foals darstellt. Auch die wenigen neuen Lieder vom demnächst erscheinenden zweiten Album unterschieden sich kaum von den Hitsingles des ersten Albums. Einem Großteil des Publikums schien diese mangelnde Originalität aber egal zu sein. Viele tanzten zu den bisweilen karibisch anmutenden Rhythmen und den poppigen Melodien und gaben keine shit darauf, daß Two Door Cinema Club Klone sind, die dem Mainstream die Füße küssen.

Bessere Musik gab es dann wieder im Spiegelzelt. Es war schon nach Mitternacht als Wendy McNeill und ihre Band loslegten. Die Akkordeonspielerin aus Kanada hatte bereits 2010 das Halderner Publikum im Spiegelzelt entzückt und auch 2012 kam sie hervorragend an. Das lag zum einen Teil an ihrer äußerst liebenswürdigen herzlichen Art, zum anderen an ihrer markanten Stimme und ihren fein arrangierten Kammerpopsongs mit schwarzer Note. Zu jedem Lied erzählte McNeil übrigens auch eine Anekdote, sodass das gesamte Konzert eine Geschichte über den Fischer namens Eddie darstellte. Christoph hatte besonders gut aufgepasst. Er wird in seinem Bericht sicherlich detailliert auf diese interessante Story eingehen.

Ich hingegen verabschiede mich für heute, denn die anschließenden Konzerte waren mir zu spät und dies obwohl ich insbesondere Oberhofer sehr gerne gesehen hätte.

Morgen dann der Bericht vom dritten und letzten Festivaltag. Dann auch hoffentlich endlich Fotos!

* wenn man das Debüt unter dem Bandnamen Kunek hinzurechnet

Setlist Two Door Cinema Club, Haldern Pop Festival 2012:

01: Cigarettes In The Theater
02: Undercover Martyn
03: Do You Want It All?
04: This Is The Life
05: Wake Up
06: Something Good Can Work
07: You'reNot Stubborn
08: Settle
09: Costume Party
10: Handshake
11: Eat That Up, It's Good For You
12: What You Know
13: Sleep Alone
14: Come Back Home
15: I Can Talk

Setlist Other Lives, Haldern Pop Festival 2012:

01: As I Lay My Head Down
02: Old Statues
03: Landforms
04: Desert
05: For 12
06: Tamer Animals
07: Wheater
08: Dust Bowl III

Setlist Dan Mangan,
Haldern Pop Festival 2012:
01: Oh Fortune!
02: Sold
03: If I Am Dead
04: Post War Blues
05: Robots

Setlist Thees Uhlmann,
Haldern Pop Festival 2012:
01: Römer Am Ende Roms
02: Das Mädchen von Klasse 2
03: Vom Delta Bis Zur Quelle
04: Sommer In der Stadt
05: Zum Laichen Und Sterben Ziehn Die Lachse den Fluss Hinauf
06: Die Nacht War Kurz (Ich Stehe Früh Auf)
07: & Jay-Z Singt Uns Ein Lied
08: XOXO
09: Die Toten Auf dem Rücksitz
Setlist Ben Howard, Haldern Pop Festival 2012:

01: Oats In The Water
02: Diamonds
03: Old Pine
04: The Wolves
05: Everything
06: Black Flies
07: Keeo Your Head Up
08: The Fear




Dienstag, 17. August 2010

2. Tag (Spiegelzelt), Haldern Pop Festival, 13.08.10

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Konzert: 2. Tag des Haldern Pop Festivals (Spiegelzelt)

Ort: Spiegeltent Rees-Haldern

Datum: 13.08.2010
Zuschauer: grundsätzlich immer ziemlich viele

Konzertdauer: In der Regel pro Band 45 Minuten



Zu Wendy McNeill waren wir extra pünktlich um 15 Uhr im Spiegelzelt erschienen, weil ich von einem früheren Festivalauftritt im französischen Evreux 2007 her wußte, daß die in Schweden lebende Kanadierin ein Leckberbissen ist.


Ihre Paradedisziplin ist das Akkordeon, aber zunächst begann die schwarz gefärbte, leicht gothisch angehauchte Folksängerin auf der Akustikgitarre. Sie machte sowohl an diesem Instrument als auch auf ihrem geliebten Schifferklavier eine tolle Figur und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn ihr Kleid war sehr hübsch, die Schuhe hochhackig und die Beine tadellos epiliert. Eine unglaublich sympathische und warmherzige Künstlerin präsentierte sich dem Halderner Publikum, lobte den "good vibe" der in dem schönen Zelt herrsche und wunderte sich fast darüber, daß so viele Leute da waren: "Hey, did you look outside? The sun is shining. What are you doing here?" Die anwesenden Gäste hatten allerdings recht auf den Sonnenschein zu pfeifen und stattdessen Wendy und ihrem schwedischen Kontrabassisten zuzuhören. Zu betörend der manchmal an Kate Bush erinnernde Gesang, zu charismatisch die Erscheinung von McNeil und zu fragil-melancholisch die jazzig gefärbten Kabaret-Popnummern, die gespielt wurden.

In der Mitte des Sets gesellte sich sogar noch Ola, der Drummer von Loney, Dear, mit hinzu und verlieh dem Set noch etwas mehr Bums.

Das Konzert gefiel den Haldernern so gut, daß es noch zu einer Zugabe - einer Seltenheit im Spigelzelt, kam. Wendy McNeill hat an jenem Freitag den 13. sicherlich alles andere als Pech gehabt und dürfte einige neue Fans hinzugewonnen haben.

Setlist Wendy McNeill, Haldern Pop Festival 2010:

01: Crossing Hearts
02: Such A Common Bird
03: Ask Me No Questions
04: Stop
05: Beyond All Reason
06: Building A Castle
07: Black Angus
08: Flick Of The Wrist
09: Black/White

10: Lion & Lambs

Gegen 17 Uhr 15 war die große Stunde von Fyfe Dangerfield, dem Sänger der Guillemots auf Solopfaden, gekommen. Ganz elegant präsentierte er sich dem Halderner Publikum. Schicker Anzug, weißes Hemd, Krawatte und dazu rötlich-braune Schuhe. Keine Frage, ein Ästhet! Auch sein Gitarrenspiel (zunnächst auf der Elektrischen, später der Akustischen) war grazil und hochfein, aber es gab wie immer bei ihm ein Problem: Nach zwei bis drei Liedern (u.a Faster Than The Setting Sun) war mir der Zuckergehalt entschieden zu hoch! Seine Songs waren derart schmalzig, daß er sich damit seine lang gewordenen Haare hätte zurückkämmen können. Möglich, daß ein paar Weiber auf solche Softies stehen (und stimmlich ist er ja auch wirklich gut), aber wenn sich der schlanke Kerl hinters Piano setzte, hatte ich das Gefühl einem jungen Elton John zuzuhören. Oder Billy Joel, den er allen Ernstes coverte (Just Like A Woman) und damit wertvolle Einblicke in seinen (zweifelhaften) Musikgeschmack lieferte.

Gut, daß das Line-up durch zwei hübsche Streicherinnen komplettiert wurde, die zwar nicht oft zum Einsatz kamen, aber schöne Beine hatten. Unschwer zu erraten, daß ich dauernd in ihre Richtung glotzte und geschätzte 800 Fotos von ihnen schoß. Fyfe performte unterdessen mit dem Made Up Lovesong # 43 den besten Titel seines Konzertes. Zu dumm nur, daß dieser von den Guillemots stammt und kein anderes Solostück von Fyfe an die Qualität dieses alten Hits rankam.

Als die letzte Note verklungen war, hatte ich nur ein Bedürfnis: saulaut Metallica oder Slayer hören, um nicht gänzlich zu verweichlichen!

Um 20 vor 9 war ich dann erneut im Spiegeltent zugegen. Nun spielten hier Post War Years. Nach ein paar mathrockig klingenden Tönen, war ich zunächst neugierig, merkte aber spätestens nach dem zweiten Lied, daß mir die Musik der flippigen Typen überhaupt nicht zusagte. ich trat die Flucht an und kam erst zu Espen & The Witch wieder, die deutlich mehr meinem musikalischen Beuteschema entsprachen. Düstere Klänge, Elemente des Shoegaze und des Dreampops und eine Sängerin mit einer aufregenden Stimme. Schade, daß man die Akteure wegen des dunklen Schummerlichts kaum erkennen konnte, aber das machte nichts, denn ich hatte eine Band für mich entdeckt, mit der ich mich in Zukunft einmal näher beschäftigen werde.

Das Programm ging im Spiegelzelt noch munter weiter und endete erst gegen halb vier! Soviel Kraft hatte ich aber nicht mehr,obwohl ich nur allzugern Thus:Olws und Junip, das Projekt von José Gonzalez, gesehen hätte. Aber ich nun einmal ein alter Rockopa und brauchte noch Saft für den letzten Festivaltag in Haldern.



Mittwoch, 2. Juli 2008

Wendy Mc Neill, Le Rock Dans Tous Ses Etats, Evreux, 28.06.08

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Konzert: Wendy Mc Neill
Ort: Evreux, Festival Le Rock Dans Tous Ses Eats
Datum: 28.06.2008
Zuschauer: ein paar tausend
Konzertdauer: 40 Minuten
Konzertbühne: Scène B


"Spielt da vorne noch jemand? Die sind fertig, oder?"

Etwas ratlos gucke ich meinen Konzertbekannten Fabien an. Zuvor hatten wir im kleinen Papa Mobil den fulminanten Auftritt von O'Death gesehen und jetzt stehen wir auf der schönen Wiese des reizenden Geländes in Evreux und glotzen von weitem Richtung Scène B, eine der Hauptbühnen des Festivals.

"Ich sehe aber da noch Leute auf der Bühne", merkt Fabien an, der mit seiner Brille wohl schärfer sieht als ich mit meinen milchig gewordenen Kontaktlinsen. Er hat nämlich vollkommen Recht, die in Schweden lebende Kanadierin Wendy Mc Neill ist mit ihrem Programm noch nicht ganz durch.

Zusammen latschen wir näher an die Bühne ran und jetzt kann auch ich unschwer erkennen, dass hier noch nicht Schluss ist. Neben der hübschen Wendy, die zunächst Gitarre spielt, gibt es auch noch junge Frauen an Cello bzw. Piano und einen rotbärtigen Kontrabassisten, der ganz elegant mit schwarzer Anzugsweste, bordeauxfarbener Fliege und Zylinder erschienen ist.

Den Grossteil des Konzertes haben wir verpasst, aber 10 Minuten lang bekommen wir trotzdem noch wundervolle Musik geboten.

Leider kann ich fast keine Titel nennen, denn bisher verfüge ich über keines ihrer bisherigen drei Alben, als da wären "What's Your Whiskey, Baby?" (2001), "Such A Common Bird" (2004) und "The Wonder Show" (2006). Mit dem Namen des letzten Liedes allerdings kann ich an dieser Stelle dienen, es handelte sich um "Asking Your Questions". Ein bisher unveröffentlichter Song (kommt ein neues Album?), der prompt dazu führte, dass ein Franzose mit Bezug auf den Titel eine Frage bereit hatte: "Where do you come from?" - "Originally from Canada", war ihre Antwort. Sie verschwieg aber, dass sie seit geraumer Zeit in Schweden lebt und mit Anna Ternheim und der Norwegerin Ane Brun gut befreundet ist.

Dann schnappte sie sich ihr imposantes Schifferklavier und intonierte mit viel Herzblut ein wunderbar melancholisches Lied mit düsteren Texten (" I walked in the garden and what did I see? - frech blood on some feathers..."), das sie als "Song about temptation" vorgestellt hatte. Ihre Pianistin spielte hierzu traumhaft am Piano und der zylindertragende Kontrabassist liess dunkle Bassläufe durch das herzzereissende Stück poltern.

Schade, dass ich davon nicht mehr mitbekommen habe! Ich werde mich mit Wendy Mc Neill und ihren hübschen Liedern nun einmal intensiver beschäftigen...






 

Konzerttagebuch © 2010

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