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Sonntag, 17. September 2017

Alin Coen, Karlsruhe, 10.09.17

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Konzert: Alin Coen Band mit Support Luisa Babarro
Ort: Tollhaus in Karlsruhe
Datum: 10. September 2017
Dauer: 25 min + 90 min
Zuschauer: etwa 400

 
Das Jahr 2017 wird wohl mit einem Negativrekord in Bezug auf Konzertbesuche in meine persönlichen Annalen eingehen. Aber wenn die Alin Coen Band in einem meiner liebsten Konzertorte in Karlsruhe aufspielt, dann wird das Teilnehmen zum Muss, sogar in einem solchen Jahr! Das letzte Treffen war mir schon viel zu lange her und der letzte Auftritt in Karlsruhe lag sogar schon satte fünf Jahre zurück. Höchste Zeit also, mich endlich wieder von ihren poetischen Liedern bei der Hand nehmen zu lassen und auf ihr leises und nachdenkliches komm mit mir mit zu hören.


Der Abend begann aber mit  Luisa Babarro am Cello - über die größte Zeit des kurzen Sets unterstützt durch Philipp Martin an der Gitarre. Als Eröffnung des Abends mit Liedern von Alin Coen erschien mir das durchaus sinnvoll und mir gefiel das warme Cello, ihre warme Stimme und ihre Trockenhumorigkeit in den Geschichten. Trotzdem blieb da für mich noch zu wünschen übrig - vor allem in Bezug auf die Texte: ...  ich mach die Augen zu du machst die Augen zu und sind die Augen zu kommen wir zur ruh... ergibt in meinem Herzen keine Poesie und erschafft kein inneres Universum, das über die eigentlichen Worte hinausgeht.


Vor dem Konzert habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, was ich von dem Abend mit Alin Coens Musik erwarten könnte. Es gibt ja offiziell kein neues Material. Also würde es wohl ein wiederhören mit vertrauter Musik und wiedersehen mit bekannten Gesichtern geben? Vielleicht auch ein ausprobieren von neuem Material? Mit Beginn des Konzertes zeigte sich zunächst: Es gab sowohl für mich neue als auch alte Bandmitglieder. Es war wieder wunderbar, Fabian Stevens an den Drums zuzusehen, zumal er hinter Alin sehr gut in meinem Blickfeld lag. Mir unbekannt waren Lars Dahlke an der Gitarre und Philipp Martin am Bass und anderen Instrumenten. Ein wenig überraschend für mich war diesmal kein Jan Frisch dabei, dem ich doch zu gern beim Gitarre spielen zusehe...


Im Laufe des Abends zeigte sich dann außerdem: Die bekannten Lieder waren für die Tour sorgfältig neu eingekleidet worden. Und ein wenig neues Material wurde auch untergemischt und damit meine stille Hoffnung erfüllt. Geblieben war die zauberhafte Wirkung von Alins Texten auf mich und das Staunen über die Vielfältigkeit der musikalischen Register iher Musik. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir vom neuen Material Das Beben - wirklich eine neue Perle. Dann Disconnected - der Nutellasong... Der war aber ganz schön flirrig und rumwieselnd unterwegs diesmal in seinen aufgehübschten musikalischen Kleidern.


Sehr eindringlich und wunderschön war der Soloteil: Zwei Songs an der Gitarre und anschließend Wechsel an die Tasten. Schon das erste Lied Die Gefahr war so wunderbar innig und hintupfend - und Andere Hände nicht minder hingebungsvoll und irgendwie so melancholisch tröstend. Wie macht sie das nur? Und als schließlich Du bist so schön angesagt wurde, verursachte das ein tiefes freudiges Aufseufzen neben mir. Dem ich nur aus tiefstem Herzen zustimmen konnte. Ebenso poetische Texte haben ja auch Rückenwind und Wer bist Du - die mit Band dargebracht wurden. Richtig über sich hinauswachsen durften die Jungs zunächst für das klickernde und vorwärts treibende High expectations und schließlich für das furiose Hol mich ein als Rausschmeißer mit Soli für alle Bandmitglieder.
 

Ich rechnete natürlich fest mit Zugaben - und hoffte auf einige Lieblinge, die noch nicht "dran" gewesen waren. Und dieser Wunsch wurde auf das Schönste erfült. Zweimal kam Alin bzw. Alin mit Band wieder heraus und spielte jeweils zwei der sehr etablierten Lieder wie Alles was ich hab (und ich hatte wieder das Gefühl, dass auch an diesem Abend alles gegeben worden war) oder das herrliche Festhalten mit immerwährender Gänsehautgarantie und ganz zuletzt: Das letzte Lied... Was für ein phantastischer Abend!


Setlist:
01: Wolken
02: Same Boat
03: Beben
04: Kites
05: Disconnected
06: Die Gefahr (Solo)
07: Andere  Hände (Solo)
08: Leichtigkeit (Solo)
09: Du bist so schön (Solo)
10: Wer bist Du?
11: Du machst nichts
12: Fountain
13: High Expectations
14: Einer will immer mehr
15: Hol mich ein

16: Alles was ich hab (Z)
17: Ich war hier (Z)

18: Festhalten (Z)
19: Das letzte Lied (Z)
 

Aus unserem Archiv:
Alin Coen Band, Mannheim, 10.08.14
Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13
Alin Coen Band, Karlsruhe, 19.09.12  


Tourdaten:
02.09. Binz, Kurplatz
07.09. Münster, Jovel
08.09. Düsseldorf, Fuchs & Hase
09.09. Mainz, Frankfurter Hof
10.09. Karlsruhe, Kulturzentrum Tollhaus
12.09. Freiburg, Jazzhaus
13.09. Aschaffenburg, Colos-Saal
14.09. Braunschweig, Kulturzelt
16.09. Leipzig, Parkbühne Geyserhaus
17.09. Wien, Porgy & Bess
18.09. Reutlingen, Kulturzentrum franz.K
20.09. Bremen, Modernes
21.09. Rostock, M.A.U. Club
22.09. Magdeburg, Moritzhof
23.09. Potsdam, Waschhaus 


Konzertvideo 2017 



Dienstag, 12. August 2014

1. Seebühnenregatta, Mannheim, 10.08.14

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1. Seebühnenregatta - Meine Konzerte:
  L'Aupaire (50 min)
  Inah (30 min)
  Spaceman Spiff (50 min)
  Enno Bunger (60 min)
  Spaceman Spiff (akustisch, 15 min)
  We invented Paris (60 min)
  Lucid (30 min)
  Alin Coen Band (75 min)

Ort: Luisenpark in Mannheim
Datum:  10. August 2014
Zuschauer: knapp 700


Dieser Bericht wird wohl länglich. Deshalb beherzige ich heute den Ratschlag meines akademischen Lehrers: Das Hauptresultat gehört in die Einleitung - sonst liest das niemand.  Also mein Fazit vorab: Bitte unbedingt eine Zweite Seebühnenregatta planen! 

Für mich sah die Idee von Anfang an super aus: An einem Sommersonntagnachmittag Konzerte an einem bezaubernden Ort anbieten. Gut erreichbar, mit anderen Aktivitäten kombinierbar und so, dass man keinen zu großen Kredit am Montag nehmen muss. Die avisierten Bands waren auch ganz nach meinem Geschmack und so war ich voll hoher Erwartungen. 



Dem schönen Plan stellten sich zwei echte Probleme in den Weg. Die Bahnverbindung nach Mannheim ist gekappt - das ließ sich aber zum Glück durch eine Fahrgemeinschaft beheben. Doch die Gewitterfront konnten wir leider nicht mit guter Laune und bester Musik um Mannheim herumlotsen. In gewisser Weise war es süß und sauer zugleich, mit L'Aupaire und Inah auf der wunderschönen Seebühne zu beginnen und ihren Charme dann anschließend um so mehr zu vermissen im zwar wasserdichten aber doch profanen Quartier der Festhalle Baumhain. Es erwies sich als die absolut richtige Entscheidung, denn später gingen gleich mehrere und ausdauernde Regengüsse auf Mannheim und den Luisenpark hernieder, was uns aber in der Halle egal sein konnte.



Es waren schon zum 15:00 Uhr Termin mit L'Aupaire genug Menschen erschienen, um den überdachten Bereich der Seebühne als besetzt zu empfinden. Die Atmosphäre war locker und entspannt. Auf Picknickdecken wurden um den kleinen See zwischen Bühne und Zuschauerraum noch Plätze hinzudefiniert und immer wieder schweifte mein Blick zu den hinter der Bühne kreuzenden kleinen gelben Booten, von denen einige erstaunte Blicke das Geschehen zu deuten versuchten und in den kostenlosen, wenngleich kurzen Genuss von richtig guter Musik kamen.



L'Aupaire hatten sichtlich Spaß an der Art des Auftritts und spielten die Stimmung spiegelnd sehr entspannt und sommerlich auf. Mir hatten sie ja schon als Vorband von We invented Paris im Februar richtig gut gefallen und auch beim Maifeld im Parcour d'Amour. So gab es keine große Überraschung, aber gute musikalische Kost auf gewohnt hohem Niveau. 




Überraschend war dann schon der Auftritt von Inah. Mit ihrer Gitarre zog sie das Auditorium in den Bann und nur ein Teil des Publikums wagte es, nach etwa 15 min schon in die Halle umzuziehen, um sich dort gute Plätze zu sichern. Die meisten blieben bis zum letzten Lied und spendeten ordentlich (verdienten) Applaus. Eine präsente Stimme und solide Lieder waren wie gemacht für diesen Zwischenslot. Das war in meinen Augen eine sehr gute Idee der Veranstalter gewesen. 


Inah sucht noch Bandkolleg_en in Mannheim - vielleicht hat ja wer Lust, der das hier liest!

Setlist Inah:
01: Dear Mom
02: Felsenfest
03: Breath
04: Alles Gute
05: Paradise
06: Beautiful
07: Trumpets for Anna



Ich war sehr gespannt auf Spaceman Spiff - es war sozusagen meine zweite Chance. Denn beim Maifeld war ich erst sehr spät in den Zugabenteil gestolpert und doch etwas überrascht, wie aufgeheizt die Stimmung war, wo doch "nur" ein Mann mit Gitarre seine Lieder zum besten gab. Diesmal konnte ich von Anfang an dabeisein und im Unterschied zu unserem halb verfehlten Treffen im Mai gab es ein Trio auf der Bühne (Überraschung!) und Unterstützung an Schlagzeug und Cello. Das tat den Songs im Großen und Ganzen gut. Besonders das Cello fand ich toll! Es machte dem Sänger auch sichtlich Spaß (was ja als Publikum auch immer nett zu sehen ist). Mein privater Höhepunkt des Sets war vielleicht Photonenkanonen, wobei es schwer ist, besonderes heraus zu greifen, weil mindestens 3/4 der Songs echte Knüller sind.




Als Ersatzmann mit einem Akustikset im Foyer wenig später (die vorgesehene Frau war wohl ausgefallen - ich habe nicht nachgefragt) bewies der Spaceman auch noch, dass er uns auch nur mit Gitarre locker um den kleinen Finger wickelt. Dort hat man ihn auch gut verstanden. Leider war das in der Halle ein Problem, denn der Sound war bis in die Mitte des Sets ziemlich spacig und man hat auch die relativ deutlichen Ansagen fast nicht verstehen können. Das besserte sich, war aber für den ganzen Abend in der Halle nicht wirklich optimal. Ebenso war es einfach furchtbar, wie sehr man von den Scheinwerfern geblendet wurde. Ich verstehe ehrlich nicht, was der Hintergrund für diese Art der Beleuchtung war.





Setlist Spaceman Spiff
01: Vorwärts ist keine Richtung
02: Ab heute immer jetzt
03: Milchglas
04: Photonenkanonen
05: Egal
06: Hamburg
07: Schnee
08: Teesatz
09: Mind the gap
10: Yellow brick road
11: Straßen 



Währen Enno Bunger auf der Bühne aufbaute, hatte ich Kolleg_en getroffen und wir frotzelten ein bisschen, ob es wohl heute noch eine witzige Ansage geben könnte, die wir nicht kennen (man sehe sich nur die ausführliche Liste der Berichte an und versteht, was wir damit meinten - wir lieben ihn ja heiß und innig - sonst würden wir auch nicht immer wiederkommen). 



Aber diese Überlegungen erwiesen im Anschluss als einigermaßen absurd, denn es kam tatsächlich ganz anders. Es gab fast keine Ansage, dafür Enno Bunger mit Großem Ensemble. Wir hatten über dem Schwatzen nicht genau verfolgt, was da auf der Bühne alles aufgefahren wurde. Zwei Pianos, Gitarren und Schlagzeug - alles nicht zu knapp. Im Set spielten sie meist zu fünft auf, für einige Songs waren sieben Personen auf der Bühne (leider Onno viel zu kurz...). Das verlieh den gewohnten Liedern einen ganz neuen und wirklich überraschenden Glanz und es war eine richtig tolle und komplett gelungene Überraschung. Vielleicht in dieser Beziehung mein Lieblingsset des Abends voller Euphorie und mich komplett in seinen Bann ziehend. 



Und es war so wunderbar, Enno Bunger so dermaßen strahlen und total abgehen zu sehen!



Dem Auftritt der Pariserfinder hatte ich mit der größten Freude und Erwartung entgegengesehen. Er wurde vom Publikum auch ordentlich gefeiert. Nach nur wenigen Lieder standen alle und tanzten und später wurde auch mit den Bällen gespielt und geklatscht und für den Part in der Mitte des Publikums (zum Song Requiem) ganz andächtig gelauscht. Ich hatte den Eindruck, dass nicht wenige den Auftritt als Höhepunkt empfanden.




Für mich war er das leider nicht. Es war viel zu laut - ich brauchte Hörschutz (nur für dieses Set) und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ein Déjà-vu zu erleben. Genau das gleiche Konzert hatte ich im Februar in der Alten Feuerwache erlebt (die Setliste leicht variiert aber im Kern gleich). Und das fühlte sich total seltsam an. So als würden die Jungs nur ihr Programm aus der Retorte abspulen mit einstudierten Worten, Tänzen und Witzen und wären in Gedanken schon wieder woanders und als würden sie auch nach anderem Publikum suchen als noch zu Zeiten der TV-Noir-Tour, wo ich sie als so geerdet und wunderbar spontan erlebt und ins Herz geschlossen hatte.  



Setlist We invented Paris
01: Sleeptalker
02: Auguste Piccard
03: A view that almost kills
04: Philosopher
05: Polar Bears
06: Bubbletrees
07: Bohème
08: Requiem
09: Mont Blanc
10: Everyone Knows
11: Farmer
12: Iceberg
13: Nothing to say
14: More


Die Umbaupause zu Alin Coen und ihrer Band wurde im Foyer von Lucid gefüllt und brachte mir damit noch einmal ein wunderbares und zauberhaftes Geschenk. Was für wunderbare und ans Herz gehende Musik! Eine wahre Entdeckung.


Leider begann im Saal schon das erste Stück von Alin Coen während wir noch das schönste Stück im Set von Lucid zu Ende hörten und ich konnte gar nicht mehr die CD mit heim nehmen. 

Setlist Lucid
01 Mr Y
02 Tuesday Walz
03 Wave
04 Sailboat
05 Berlin
06 Scripted Reality
07 Beautiful Mind 



Alin Coen war ein perfekter Abschluss für diesen Nachmittag und Abend voller Herzensmusik für mich. Sie und ihre Band spielten wunderbar lebendig und da-seiend auf und es war einfach nur eine Freude, sie von Song zu Song vorangehen zu sehen und ihr bereitwillig zu folgen. 


In den Ansagen merkte man ihr an, dass ihr wichtig war, was sie sagte und sie zeigte sich tagesaktuell mit der Empfehlung eines Artikels  über die Wege von Elektroschrott in der ZEIT-Ausgabe des Wochenendes. Es gab einige der mir so lieb gewordenen Lieder wie A No is a No, Wolken, Hol mich ein, Ich war hier und im Zugabenteil schließlich auch Alles was ich hab. 


Es war wunderwunderbar und wir gingen mit einem Alles was ich hab auf den Lippen in die Nacht und bewunderten den besoffen am Himmel hängenden Mond. Ein Abend voll toller Musik mit vielen sehr netten und überraschenden Begegnungen ging zu Ende und es blieb tatsächlich nur ein wichtiger Wunsch übrig: bitte noch einmal versuchen  - vielleicht klappt es ja dann mit der Seebühne?!
 
Setlist Alin Coen
01: Wer bist Du?
02: Hold
03: All it takes
04: High Expectations
05: A no is a no
06: Disconnected
07: Rifles
08: Wolken
09: Kein Weg zurück
10: The Ones
11: Einer will immer mehr
12: Hol mich ein
13: Ich war hier

14: Festhalten (Z, solo)
15: Alles was ich hab (Z)
16: Das letzte Lied (Z) 



Tourdaten 
L'Aupaire
28.10. Frankfurt am Main Ponyhof
30.10. Gießen Ulenspiegel
31.10. Augsburg Grand Hotel
01.11. Berlin Bang Bang
03.11. Hamburg Kleiner Donner
05.11. München Milla
06.11. Mannheim Forum
07.11. Zürich Bar Rossi
08.11. Stuttgart POPNOTPOP Clubfestival


Spaceman Spiff:
15.08. Bad Kissingen - Schmuckhofserenade (trio)
21.08. Berlin - Sommerloft
22.08. Königswusterhausen - Bergfunk Open air
23.08. Oldenburg - Freifeld Festival
18.11. Düsseldorf - Forum Freies Theater (solo)
19.11. Ulm - Roxy (solo)
20.11. Graz - Autumn leaves festival (solo)
21.11. Insbruck - Die Bäckerei (solo)


Enno Bunger:
23.08. Stuttgart - Merlin Klinke Festival
13.09. Neustadt a Rbge - Schloss Landestrost (solo)




We invented Paris:
22.08. Brandenburg Bergfunk Open Air 2014
23.08. Hannover Internationaler Feuerwerkswettbewerb
06.09. Basel Binningen
24.10. Harmonie Bonn
18.11. Kantine Augsburg
19.11. Centralstation Darmstadt
20.11. Hotel Shanghai Essen
21.11. Kulturetage Oldenburg


Alin Coen:
03.09. Düsseldorf, Treibgut
05.09. Leipzig, Parkbühne Clara Zetkin Park
06.09. Dresden, Saloppe




Aus unserem Archiv:
Seebühnenregatta-Bericht von U.
L'Aupaire und Spaceman Spiff, Mannheim, 31.05.14 
Spaceman Spiff, Mannheim, 31.05.14
L'Aupaire und We invented Paris, Mannheim, 19.02.14
Spaceman Spiff, Stuttgart, 04.06.13
Enno Bunger, Frankfurt, 11.11.13
Enno Bunger, Mannheim, 31.05.13
Enno Bunger, Offenbach, 09.05.13
Enno Bunger, Stuttgart, 19.03.13
Enno Bunger, Karlsruhe, 31.01.13
Enno Bunger, Darmstadt, 27.01.13 

We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Mannheim, 19.05.12

Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13
Alin Coen Band, Karlsruhe, 19.09.12  





Sonntag, 7. Juli 2013

Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13

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Konzert: Alin Coen mit Support Florian Ostertag
Ort: Tollhaus in Karlsruhe im Rahmen des Zeltivals
Zuschauer: wohl 350-400
Datum: 04.07.2013
Dauer: 30 min + 105 min


Mein erster Besuch des Zeltivals 2013 fiel auf einen gloriosen Sommerabend. Nach trostlosen letzten Junitagen, die für den ganzen Sommer irgendwie keine gutes Vor-Gefühl aufkommen ließen, war im Freigelände des Tollhauses die Erleichterung darüber förmlich spürbar, dass nun doch noch ein paar schöne Tage kommen würden, an denen man das Angebot des Zeltivals in voller Schönheit genießen kann. Nämlich: draußen den Tag verabschieden (zur Not mit einem Powernap auf der Wiese) dann drinnen der Musik lauschen und anschließend das letzte Tageslicht erahnend noch einen Wein trinken und das Erlebte nachschwingen lassen. 

Auf diesen Abend mit der Alin Coen Band hatte ich mich schon länger sehr gefreut. 


Alin Coen mit Teilen der Band hatte ich im Rahmen der TVNoir Tour #6 im Jubez gesehen. Damals hatte ich schon festgestellt, dass dieses Energiebündel ganz zu Recht eine große Fangemeinde in Karlsruhe hat. Das würde unglaublich gut ins Tollhaus passen und ich könnte mich auch ein Stück weit tragen lassen von der Begeisterung. Eigentlich bin ich ja eher so ein Anhängerin der kleinen Form: am liebsten akustisch, leise und intim. Nur unter diesen Randbedingungen hatte ich mich auch an Alin Coen "rangetraut" (der Form der TVNoir-Kultur vertrauend). Aber nach dem Beschnuppern im Jubez war mir klar, das passt mit uns auch in laut und groß. 


Als dann sogar als Support für das Tollhaus ausgerechnet noch Florian Ostertag aufgeboten wurde, war eigentlich ein wunderbarer Abend vorprogrammiert. Auch ganz ohne Zutun von Petrus musste hier die Sonne aufgehen.
Für mich persönlich passte der Kosmos auch aus dem Grund, dass mich die erste TVNoir-Konzertrunde mit Florian Ostertag und Tex eigentlich auf den TVNoir-Konzert-Trip gebracht hatte und damit auf die Rille, auch Alin Coen dort eine Chance zu geben. 


Noch sehr vorsichtig tastend hatte ich damals extrem lange überlegt, ob sich eine Fahrt zu dem Konzert nach Freiburg lohnen würde. Bestimmt 2 Monate habe ich hin und her überlegt, geplant und wieder verworfen und mir dann ein Herz genommen. Das wurde damals so extrem honoriert, dass der Überraschungskonzertabend mit September Leaves und Tex wohl in meine persönlichen Annalen als eines der größten Konzerterlebnisse eingehen wird. Und den rundum überzeugenden Abend mit Florian Ostertag gab es dann ein halbes Jahr später auch noch im Jazzhaus. Seitdem mag ich seine Musik und sein bescheidenes, ein bisschen selbstironisches aber doch auch witziges Auftreten sehr. Bei Better version z.B. blitzte der Schalk sehr deutlich durch (wie das Foto beweist).


Auf der Bühne fand sich dann auch die Schreibmaschine für den Rhythmus in Home (vielleicht mein Lieblingslied, in jedem Fall ein echter Ohrwurm) und ein kleiner Schwarzweiß-Fernsehapparat mit einem VHS-Recorder, der dann in Love songs einen am Schlagzeug aufgezeichneten Florian zeigen durfte. Das Support-Set war mit seinen 30 Minuten wohl eher ein Appetithäppchen, aber ein sehr leckeres! Das Publikum - sicher zum großen Teil für Alin Coen gekommen - nahm aber den jungen Mann willig in den Arm und ließ sich begeistern. Als das letzte Lied angesagt wurde, ging  gar ein enttäuschtes Stöhnen durch die Reihen.

Der Umbau verlief fix und schon 15 min später war Alin Coen mit ihren zur Zeit vier Jungs von der Band auf der Bühne. Ein Mann am Piano, und je einer an Gitarre, Bass und Schlagzeug bildeten den musikalischen und optischen Ring um die Sängerin, die auch selbst oft zur Gitarre griff und bzw. zusätzliches Keyboard beisteuerte. Ich hatte besonderen Spaß daran, den Gitarristen Jan Frisch zu beobachten und sein häufig sehr virtuoses Wechselspiel mit Philipp Martin am Bass - die verstohlen stolzen Blicke, wenn Doppelläufe der beiden super klappten - und das fast stets lachende Gesicht des Schlagzeugers Fabian Stevens im Blick zu behalten. Das mit der Band im Namen ist schon ernst gemeint und live auch spürbar.


Wenn auch die Rollen schon klar so aufgeteilt sind, dass Alin Coen der eigentliche Hingucker ist mit ihrer Präsenz und ihrer Agilität auf der Bühne. Sicher hängt ihr das schon zum Hals raus, das ständig zu hören, aber ich komme nicht umhin, es hier einmal laut und deutlich zu sagen: als äußerlich so zierliche Person, so eine Energie auszustrahlen, das kann einen als Zuschauer in der ersten Reihe schon ganz schön umhauen!
 

Und als Fotographin um den Verstand bringen - so viele eigentlich wunderbare aber verwackelte Bilder... :) Aber als Konzertbesucher kommt man ja gerade um dieses Extra im Vergleich zur Tonkonserve zu genießen, das es hier überreichlich gab. Es ist schierig für mich, besondere Highlights des Sets zu benennen. Aber ohne Zweifel war Wolken, das sie Solo spielte, ein absoluter Gänsehautmoment.


Vielleicht lag es aber auch mit daran, dass dies das erste Lied war, das die Fans im Publikum schon gut kannten. Es gab förmlich ein aufseufzen "Ach ja, das!"  Bis dahin waren alles Stücke der noch brandneuen CD gewesen.  Wolken diente als Einstieg  für einen Block von Songs, die schon entweder aus TVNoir oder den vorhergehenden Platten gut bekannt waren. Von da an konnte sich das Publikum für eine Zeit absolut Text-sicher zeigen.


Schön und geerdet waren auch verschiedene Geschichten zu den Songs, wie ein zerbeultes Knie nach einem Unfall mit dem Boot oder das Schmieren eines Nutella-Brotes, das plötzlich nachdenklich werden lässt oder ein textliches Missverständnis, das natürlich prompt provozierte, dass ich auch genau den gleichen Verhörer hatte ...


Die neuen Lieder nach einmaliger Live-Begegnung einzuschätzen, fällt mir noch etwas schwer weil es ungerecht bleiben wird. Klare sofortige Aufmerker für mich an dem Abend waren ganz sicher  Disconnected und Fountain. Und Gäsehaut-pur-Momente bei The ones. Die letzten beiden Songs vor den Zugaben ließen fast eine Regenwald-Atmosphäre aufkommen - jedenfalls assoziierte ich da exotische Kulissen beim hören.



Andererseits wäre wohl mein Gefühl für den Abend viel weniger zufrieden und geglückt, wenn es nicht die "alten" Lieder gegeben hätte, wo sich ringsum alle Gesichter verzückt zeigten und die Stimmen mischten. Aber das ist wohl auch ganz in Ordnung so, denke ich.


Man sieht es an der Setlist, dem Publikum fiel es sehr schwer, nach dem etwa 90 minütigen regulären Set schon gut sein zu lassen. Es wurde geklatscht und gejohlt und schließlich eine ordentliche Verlängerung gewährt, für die die zugkräftigen Knallersongs aufgespart worden waren. Mein Ohrwurm für den Heimweg war dann Alles was ich hab. Ja, Alin Coen und ihre Jungs hatten an diesem Abend wohl tatsächlich alles was sie haben mit uns besehen und geteilt. Vielen Dank dafür und an das tolle Publikum im Tollhaus. Der wunderbare Abend wird noch länger in mir nachklingen.



Setlist Florian Ostertag
1) Always waiting
2) Babel
3) Better version
4) Home
5) Lovesongs
6) Simple man 

Setlist Alin Coen
1) All it takes
2) High expectations
3) As I am
4) A No is a No
5) Disconnected
6) Rifles
7) Wolken (solo) 
8) Kein Weg zurück
9) Same Boat
10) Hol mich ein 
11) Einer will immer mehr
12) Du drehst Dich
13) Fountain
14) The Ones
15) Reason 
16) Kites 

17) Wer bist Du? (Z) 
18) Hold (Z)
19) Alles was ich hab (Z)

20) Ich war hier (Z2)

Weitere Tourdaten Alin Coen:

12.07. MAGDEBURG, Volksbad Buckau Open Air
13.07. GERA, 360 Grad
24.07. WIEN, Theater am Spittelberg
25.07. WIEN, Theater am Spittelberg
26.07. KÄRNTEN, Acoustic Lakeside Festival
27.07. LUDWIGSBURG, Residenzschloss - Support für Philipp Poisel



Wunderbarer Mitschnitt aus dem Milla in München



(Danke MissMoreMusic)

Weitere Fotos:
 


Aus unserem Archiv:
Alin Coen Band, Karlsruhe (TVNoir #6) 19.09. 2012

 

Donnerstag, 20. September 2012

Alin Coen Band & Naima Husseini, Karlsruhe, 19.09.12

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Konzert: TVNoir Konzertreise #6 mit Alin Coen & Band und Naima Husseini
Datum: 19. 9. 2012
Ort: Karlsruhe, Jubez
Zuhörer: 300 (ausverkauft)
Dauer: 140 min


Wahrscheinlich ist das eine Zauberlampe... Wie sonst erklärt sich, dass nun schon im sechsten Duo, dass von TVNoir durch die Republik geschickt diese wundersame Magie wirkt: zwei acts gestalten einen Abend mit eigenem Material, mit spontanen Beteiligungen am Bandgefüge des jeweils anderen und im entwickeln von Material das aus der Konzertreihe zwischen ihnen entsteht. Äußeres Zeichen für die Wohnzimmeratmosphäre der TVNoir-Reihe auf der Bühne sind Sofa, besagte (Zauber?-)Lampe und Ölschinken über dem Sofa. Für das Publikum ist das ein dreifaches Geschenk: die Bands sind meist anders aufgestellt als bei ihren eigenen Konzerten, je nach Originalformat z.B. sehr viel akustischer, leiser und kleiner oder  einmal laut und mit Band. Die Abende bieten alle überraschendes Material sogar für die treuen Fans und man ist ein Stück weit dabei, wie sich dies Zusammenarbeit musikalisch entwickelt. Ein bisschen wie ein Werkstattbesuch oder eine Generalprobe. Nicht alles ist so richtig perfekt und erprobt, außer die Spielfreude der Akteure und die offenen Herzen des Publikums.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich doch etwas davon überrascht war, dass im dritten TVNoir Konzert im Karlsruher Jubez endlich das geschehen ist, was sich diese Reihe verdient hat: es war ausverkauft. Die Bestuhlung erstreckte sich bis auf einen schmalen Gang über jedes verfügbare Fitzelchen Platz und es war schon vor dem Konzert eine summende Aufmerksamkeit da - eine fast spürbare Vorfreude.

Alin Coen mit ihrer Band ist schon mehrfach in Karlsruhe aufgetreten und war in der Begrüßung darauf Bezug nehmend besonders nett zum Publikum: "Hallo Karlsruhe, altes Haus!" Tatsächlich saßen wohl einige ganz treue Fans dabei, die sich sogar noch genau auf das erste Konzert besinnen konnten. Für mich war es das erste Live-Erlebnis mit beiden Frauen. Trotzdem war ich mir im Vorfeld relativ sicher, dass es mir gefallen würde - einerseits im Vertrauen auf den Geist der Lampe, andererseits weil sie beide einfach unglaublich tolle Stimmen haben.

Es ist vielleicht ein bisschen unscharf zu sagen, dass die beiden auf mich sehr schwesterlich gewirkt haben (auch weil ich erst ziemlich erwachsen werden musste, um diese Vokabel positiv mit meinen eigenen Schwestern zu erleben...). Aber für den Moment fällt mir noch kein Wort ein, was es besser ausdrückt. Beide waren sich im Musikprogramm nahe und wirkten eindeutig an dem Konzert als einem einzigen ganzen mit. Jede nahm dabei eine etwas andere Rolle an, die sich jeweils so ausrichtete, dass es in der Summe gut passte ohne dabei verstellt oder angestrengt zu wirken. Alin Coen stand als Energiebündel in der Mitte ihrer Band (Schlagzeug, Bass und Gitarre). Sie ist beim hinsehen eine zarte Frau aber wenn sie singt, dann kann man sich nicht vorstellen, dass es auch nur einen Menschen gibt, den sie sich so nicht unterwerfen könnte. Und sie ist ständig in Bewegung. Daneben hat Naima Husseini eine bodenständige Präsenz schon beim ans Mikrofon stellen und das Wort ergreifen. Sie legt den Kopf ein wenig schief, aber sonst sind alle Bewegungen nur durch das Musizieren an und für sich bedingt. Wenn dann in der Zugabe (ein Ane Brun Cover) beide Frauen vierhändig am Klavier sitzen und singen, dann ist dies eine sehr interessant anzusehendes Erlebnis, wie ein Lied entsteht und jede der beiden ihr Temperament einbringt.

Aber auch, wenn Naima Husseini sich wandelt sobald sie mit Unterstützung durch Bass und Schlagzeug der Alin Coen Band spielt und sich dabei auf die anderen Musiker bezieht statt nur bei sich selbst und den loops zu bleiben.

Es gab große Begeisterung, heißen Applaus und zwei Zugaben. Alle gingen mit einem Glitzern im Auge in die Nacht und mit dem Wissen, an etwas ganz besonderem beteiligt gewesen zu sein.


Von mir die wärmste Empfehlung, einen der noch anstehenden Termine wahrzunehmen:

Do     20.09.2012     Freiburg (Jazzhaus)    
Fr     21.09.2012     Heidelberg (Karlstorbahnhof)    
So     23.09.2012     Bochum (Zeche)    
Mo     24.09.2012     Gießen (Konzertsaal im Neuen Rathaus)    
Di     25.09.2012     Köln (Gloria)    
Do     27.09.2012     Münster (Sputnikhalle)    
Fr     28.09.2012     Osnabrück (Haus der Jugend)    
Sa     29.09.2012     Magdeburg (Festung Mark)    
So     30.09.2012     Bremen (Schlachthof)    
Mo     01.10.2012     Hamburg (Uebel&Gefährlich)



 

Konzerttagebuch © 2010

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