Konzert: Laura Stevenson & The Cans, Lightning Dust, The Leisure Society Ort: Le Café de la Danse, Paris Datum: 06.09.11 Zuschauer: leider nicht so viele
Der Name Laura bürgt ja in Folk-und Indiekreisen für hohe Qualität. Laura Veirs, Laura Gibson, Laura Marling, alle diese jungen Chanteusen sind fantastisch.
Laura Stevenson bildet da keine Ausnahme, sondern verstärkt noch den guten Ruf ihres Vornamens. Im Pariser Café de la Danse trat die 27 Jährige New Yorkerin zusammen mit ihrer Band The Cans auf und begeisterte die Zuschauer auf ganzer Linie. Das brünette Mädel mit dem blauen Pünktchenkleid war aber auch wirklich zum Liebhaben. Nett, sympathisch, natürlich, aber auch mit viel Feuer und Leidenschaft ausgestattet. Die als ruhige Folksongs startenden Nummern entwickelten sich dann auch in der Regel zu fetzigen Indierockern, bei denen die Amerikanerin ihr ganzes Talent zeigte und so richtig schön aus sich raus ging.
Wunderbar die Instrumentierung mit dem stimmungsvollen Akkordeon, das sich zu zwei Gitarren, Bass, und Schlagzeug hinzugesellte und den Sound folkiger und wärmer klingen ließ. Stimmlich gab Laura von Anfang bis Ende alles, die Bandbreite reichte von einem wimmernden Hauchen, über ein liebliches Zirpen bis zu einem hysterischen Greinen. Viel Persönliches packte die Künstlerin in ihre Stücke und sang mal vom Leben auf einem Haussboot, mal von einer Liebesbeziehung und dies immer mit einer entwaffnenden Offenheit. (Textauszug von Master Of Art: "you should know that I'm often difficult")
Gefiel mir richtig gut, was die süße Laura da ablieferte und auch der Spruch meiner Freundin Uschi ("klingt Nach Kate Nash"- meine Güte, ich hasse Kate Nash!) konnte mir den Spaß nicht mehr verderben.
Bestes Lied des Sets? Puh! Vielleicht der beschwingte Akkordeon- Schunkelsong The Healthy One? Oder doch die berührende Ballade I See Dark? Oder das melodramatische Nervous Rex, das sie zum Abschluß spielte? Irgendwie alles toll!
Vor Laura war bereits eine andere Dame aufgetreten. Die Rede ist von der Kanadierin Amber Webber, die zusammen mit Joshua Wells, ihrem Partner von Black Mountain und zwei weiteren Musikern (darunter eine barfüßige Cellistin) unter dem Bandnamen Lightning Dust bereits um viertel vor 8 losgelegt hatte.
Amber verfügt über eine kraftvoll-vibrierende Gothikstimme, mit der sie das Café de la Danse sehr ordentlich beschallte. Ihr Gesangesorgan ist demjenigen von Katie Stelmanis aka Austra nicht unähnlich, allerdings spielt sie keinen Elektropop, sondern düsteren Kammerfolk, freilich ebenfalls mit elektronischen Elementen angereichert. Wichtiger Bestandteil der Musik von Ligthning Dust ist die Orgel, die die stark melancholische Stimmung noch unterstreicht. Manchmal fühlte ich mich wohlig an Kristin Hersh erinnert, deren Album The Grotto zu meinen absoluten Favoriten gehört.
Ich mochte auch das melodramatische Element in der Musik von Lightning Dust, das Sehnsuchtsvolle, das Cinematographische. Perfekte Songs zum Schwelgen und Träumen waren das, insofern schade, daß die Traumphase nicht ausgedehnter war und das Konzert nach lediglich gut 30 Minuten sein Ende nahm. Die beiden Alben Infinite Light und Lightning Dust muß jeder Melancholiker in seinem Plattenschrank haben!
Das Gleiche sagt man auch von The Sleeper und Into The Murky Water, den beiden hochgelobten Alben der von Nick Hemming angeführten Engländer The Leisure Society, die als Hauptact als letzte Band antraten. Ihr stark von den Beatles beeinflusster Sixties Psychedelic Pop, konnte mich aber nicht wirklich begeistern. Obwohl die Musiker handwerklich exzellent waren, die Querflöte von Helen Whitaker (Mann, hatte die lange Beine!) herzallerliebst jubilierte, die Geige von Mike Siddell perfekt gestrichen wurde und das Songmaterial erlesen war, blieb das Ganze am Boden kleben und sorgte beim Großteil des Publikums nicht für Begeisterungsstürme. Irgend etwas fehlte. Vielleicht war die Band müde, oder aber das Publikum nach zwei vorangegangenen Bands nicht mehr richtig aufnahmefähig, unter dem Strich musste jedenfalls ein lediglich gehoben durchschnittliches Konzert notiert werden.
Setlist Laura Stevenson & The Cans, Café de la Danse, Paris:
01: Halloween Pts: 1 & 2 02: 8:08 03: Caretaker 04: Holy Ghost! 05: The Healthy One 06: Source And The Sound 07: Web 08: A Shine To It 09: Master Of Art 10: The Pretty One 11: I See Dark 12: Beets Untitled 13: Nervous Rex
Konzerttermine Laura Stevenson & The Cans:
09.09.2011: Aachen, Fest @ AZ 17.09.2011: Franzis, Wetzlar 24.09.2011: Dachau, Kultur-Schranne 26.09.2011: Erfurt, Franz Mehlhose 29.09.2011: Graz, Forum Stadtpark 01.10.2011: Wien, Haus der Musik
Konzert: The Leisure Society Ort: L'Espace B, Paris Datum: 16.01.2010 Zuschauer: halb voll, also etwa 100 Konzertdauer: ungefähr 1 Stunde
Chronique en français plus bas!
Ob ich Monsieur Peel sei, wurde ich von einer jungen, schüchternen Konzertgängerin im Pariser Espace B gefragt. Die Frage verdutzte und amüsierte mich gleichermaßen. Es gibt sie also doch, die Franzosen, die teilweise mittels computerisierter Übersetzungmaschinen versuchen, meine auf teutonisch verfassten Konzertberichte zu verstehen! Und wenn ich dann noch auf französich mit meinem zugegebenermaßen recht albernen englischen Spitznamen angeredet werde, ist das besonders lustig. Zudem wurde ich gelobt. Ich ginge auf so viele gute Konzerte, merkte das nette Mädchen an und ich wollte natürlich sofort wissen, welche sie damit denn genau meine. Sie listete einen ganzen Stapel auf und ich stellte fest, daß wir etliche Gigs gemeinsam besucht hatten. Paris ist ein Dorf, gerade in der Indieszene! Da kennt jeder jeden und ziemlich schnell begrüßt einen der Flyerverteiler vor der Tür per Handschlag. Obwohl die Metropole an der Seine mehrere Millionen Einwohner zählt, ist das Publikum, das sich für Indiekonzerte interessiert, absolut überschaubar. Am eigenen Leibe erfahren mussten das die in England schon recht erfolgreichen The Leisure Society. Auf ihrer Insel mit Kritikerlob überhäuft, hatten sie heute in Paris Probleme, das nicht gerade große Espace B zur Hälfte zu füllen. Maximal 100 Leute dürften sich eingefunden haben und vielleicht überteibe ich damit sogar. Insofern erklärt sich auch die relativ gute Resonanz meiner Oliver Peel Sessions. In unserem Wohnzimmer kriegen wir 50 Leute unter und die werfen nicht nur großzügig Geld in den umgehenden Hut, sondern kaufen auch hinterher noch mehr CDs, als die normalen Konzertgänger. Für kleinere Bands nicht uninteressant.
The Leisure Society in unserem Wohnzimmer unterzukriegen, wäre allerdings ein ambitioniertes Unterfangen. Schließlich standen heute immerhin sieben Leute auf der kleinen Bühne des Espace B. Die könnten wir nicht so ohne weiteres bei uns unterbringen! Aber wer gehört jetzt eigentlich zum vielköpfigen Line-Up? Nun, in erster Linie natürlich der Sänger, Gitarrist und Songwriter Nick Hemming, desweiteren Christian Hardy, der Organist und Produzent der Band, Geiger Mike Siddell , Flötistin Helen Whitaker und Drummer Sebastian Hankins. Der etatmäßige Cellist William Calderbank fehlte heute allerdings, stattdesen gab es eine zweite Dame in der Truppe, die genau wie Mike Geige spielte. Auch der Bassist schien mir nicht zum Standard-Team zu gehören, aber da kann ich mich täuschen. Wie auch immer, besonders wichtig ist natürlich der Sänger Nick Hemming, der zusammen mit Christian Hardy dieses Projekt vorantreibt. Seine Stimme erinnert auf verblüffende Weise an Paul McCartney und die zeitlos schönen Kompositionen der Leisure Society sind in der Tat denjenigen der Beatles nicht unähnlich. Kein Wunder also , daß uns die junge englische Band bei der ersten Zugabe ein Cover der Beatles spendierte, das sie nahe am Original, aber dennoch mit ihrer eigenen Duftnote versehen, aufs Parkett zauberte. Vorangegangen war ein wunderbares, etwa einstündiges Konzert, in dem es mit Cars auch ein anderes Cover gab und zwar von New Wave Ikone Gary Numan. Ansonsten spielten sie ihre eigenen Songs und die konnten sich definitiv auch hören lassen! Mit The Last Of The Melting Snow hatten sie ohne Absicht eine Art Soundtrack zum heutigen Tag geschrieben, denn in der Tat ist in Paris der Schnee der letzten Wochen restlos geschmolzen und nur wenig erinnert noch an das eiszeitliche Klima der ersten Januartage. Aber die Musik der Leisure Society passt nicht nur zu frostigen Temperaturen und zum Kaminfeuer, sondern untermalt eigentllich das ganze Jahr auf stilvolle Weise. Der leicht psychedelische Kammerpop mit der herrlich antiquirten Note funktioniert sicherlich auch beim Sprießen der ersten Knospen im Frühling oder als Hintergundmusik für ein sommerliches Picknick auf einer duftenden Blumenwiese. Man fragt sich, was diese jungen Musiker gehört haben, um sich diesen ausgeprägten Sinn für zeitlose Melodien anzueignen. Die Beach Boys? Simon & Garfunkel? Scott Walker? Sicherlich haben sie Platten dieser alten Helden auf dem Speicher ihrer Eltern gefunden, aber natürlich auch neue Sachen gehört, wie z.B Jens Lekman, Grizzly Bear, die Shins oder Sufjan Stevens. Aber ein gute Musikkultur reicht bekanntlich nicht, um selbst ein gelungenes Album hinzubekommen, da müssen auch die Songs passen! Das ist bei The Leisure Society der Fall, neben dem erwähnten The Last Of The Melting Snow brillierten sie mit We Were Wasted, Save It For Someone Who Cares und vor allem dem das Set abschließenden A Matter Of Time. Wundervoll hier das Arrangement, catchy die Melodie, hervorragend und fast blind das Zusammenspiel, wunderschön die Geige von Mike. Querflöterin Helen Whitaker spielt bei diesem Strück ausnahmsweise Ukulele, wechselte im weiteren Verlaufe aber wieder zur Flöte. Toll, diese Musikalität! Entsprechend stürmisch auch der Applaus des aufmerksamen Publikums, das mit zwei Zugaben verwöhnt wurde. Darunter eines von 3 ganz neuen Stücken, die auf dem zweiten Album Platz finden werden und das erwähnte Beatles Cover Something, das die Truppe für die Zeitschrift Mojo geschrieben hat, die sie wie viele andere Gazetten (und Brian Eno und Guy "Elbow" Garvey) über den grünen Klee lobt. Achso: Sänger Nick hatte am Anfang gefragt, wie die Stimmung im Publikum auf einer Skala von 1 bis 10 sei. Eine junge Frau hatte mit 7 geantwortet, was ihn etwas verdutzt fragen ließ, was den passieren müsse, damit aus der 7 eine 10 würde? Genau die Frage habe ich mir hinterher auch gestellt. Ich selbst hätte das Konzert mit einer 8 von 10 bewertet und was zur 10 fehlte, war ganz einfach ab und zu ein wenig mehr Feuer und eine Variation des durchgängig lieblichen Stils. Aber hey, 8 von 10 ist ja wohl auch fein, oder nicht?! Das Konzertjahr ist schließlich noch sehr lang...
Setlist The Leisure Society, Espace B, Paris:
01. The Darkest Place I Know 02: Love's Enormous Wings 03: Save It For Someone Who Cares 04: A Short Weekend Begins With Longing 5. The Last Of The Melting Snow 06: We Were Wasted 07: Cars (Gary Numan Cover) 08: Although We All Are Lost (neu) 09: The Sleeper 10: neu 11: A Mater Of Time
12: neu 13: Something (Beatles Cover)
Pour nos lecteurs français:
Drôle de faute dans le dernier numéro des Inrockuptibles. Dans un portrait sur le groupe anglais The Leisure Society on peut lire les phrases suivantes:
"On passe notre temps à écouter de la musique contemporaine. Eagles Of Death Metal, Grizzly Bear, Animal Collective... Tous ces groupes ont une approche expérimentale de la musique qui nous inspire."
Cherchez l'erreur! Eagles of Metal comme influence des Leisure Society? Un groupe américain avec un son rock brut et blues, efficace, certes, mais d'une banalité absurde? Non, je pense qu'ils ont mal cité The Leisure Society dans l'article. Je suis persuadé qu'ils parlent d'un autre groupe avec un aigle dans le nom: Department Of Eagles, projet annexe de Daniel Rossen de Grizzly Bear. Eux ont en effet une approche expérimentale de la pop classique des Beatles et des Beach Boys.
Tout en suivant la tradition des chorales célestes, ces groupes cités ajoutent quelque chose de moderne à cette pop psychédélique. The Leisure Society sont certes moins expérimentaux que les Grizzly Bear ou a fortiori les Animal Collective, mais ont le même sens des mélodies intemporelles et pures. De plus leurs compositions élégantes sont tellement bien soignées et harmonieuses qu'on se demande pourquoi ils ne sont pas encore plus connus en France. Rafflant les prix critiques et le soutien de leur pair dans leur Angleterre natale, ils peinent à remplir une petite salle comme l' Espace B parisien. Mais ils prennent cela avec un humour et un flegme typiquement british. Le chanteur guitariste et songwriter Nick Hemming disait donc au milieu du concert: "I think we are not such a big thing in France. Anyway we are happy to play here!" Et ce n'est pas leur première fois en France, puisque qu'ils ont livré une première partie très classe et remarquée octobre dernier en ouvrant pour les français Toy Fight au Café de la Danse. Visiblement Nick a des bons souvenir de cette soirée et logiquement demande au public: "Who has been there watching us playing at Café le la danse? " Je ne dis rien, mais moi aussi j'y étais ce 26 octobre 2009 et le concert m'avais tellement plu que j'avais acheté leur premier album The Sleeper, qui contient plusieurs perles folk pop, dont certaines (The Last Of The Melting Snow, We Were Wasted, A Matter Of Time) pourraient aisément figurer parmis les chansons de l'année 2009. Et bien sûr ils jouent tous ces bijoux toujours un peu méconnus et également trois nouveaux morceaux d'un deuxième album à venir (s'ils ne meurent pas avant plaisante Nick à plusieurs reprises) qui sera un peu plus sombre et un peu plus rock selon le groupe. Joli amuse-gueule, donc que ce Although We Are All Lost, un titre moins orchestré que les autres et qui place Nick Hemming plus au centre de l'attention que d'ordinaire. Sinon ils nous délectèrent de deux reprises, une de la cultissime icône New Wave Gary Newman (Cars) et l'autre des immortels Beatles (Something, titre écrit par George Harrison) qui nous montre à quel point le chant de Hemming est proche de celui de Paul McCartney.*
Les applaudissements sont en conséquence nourris et le groupe va certainement monter encore en puissance de ce côté-ci de la Manche. Une Maroquinerie ou un Nouveau Casino me semble largement à leur portée et avec un peu de bol et la bonne promo pourquoi pas une Cigale à la fin de l'année?!
Links:
- Hübche Akustiksession von Bandstand Busking hier - Eine andere Akustiksession von Save It For Someone Who Cares. Gedreht in Paris von lehiboo.com. Sehr gute Qualität. - sehr gute Fotos von The Leisure Society @ L'Espace B bei DJ Envert
20.01.2010: Moby Dick, Madrid 21.01.2010: Sidecar Fctory Club, Barcelona 23.01.2010: Covo Club, Bologna 24.01.2010: Teatro La Mole, Ancona 27.01.2010: Bad Bonn, Düdingen 28.01.2010: Palace, St.Gallen 29.01.2010: Feinkost Lampe, Hannover 30.01.2010: Admiralspalast, Berlin 11.02.2010: Crane Lane Theatre, Cork 12.02.2010: The Sugar Club, Dublin (für Oliver S.) 20.02.2010: De Le Warr Pavillion, Bexhill On Sea
* d'une manière générale je veux dire. Pourtant Something n'a pas seulement été écrite, mais également chanté par George Harrison. Merci à Philippe D pour la précision!
Konzert: Toy Fight & The Leisure Society Ort: Le Café de la danse, Paris Datum: 26.10.2009 Zuschauer: volle Ränge Konzertdauer: Toy Fight: eine gute Stunde
Il faut que tu écrives en français me disait R., le chanteur du groupe Orouni. Il fait partie d'une scène pop indé parisienne en pleine ébullition. Depuis 2, peut-être 3 ans il y a une poignée de groupes charmants qui squattent les cafés et les bars de la capitale comme Le Motel, Le Pop In, L'International ou L'UFO Bar.
Parmis eux se trouvent des formations comme Please Don't Blame Mexico, De La Jolie Musique, Milk & Fruit Juice,My Girlfriend Is Better Than Yours, Maison Neuve, Eldia, Nelson, Hey Hey My My, The Rodeo et pleins d'autres. Ils aiment la pop autant que le folk et ont tous en commun de sonner incroyablement frais, authentique et joyeux. C'est un vrai plaisir de suivre cette scène sincère, sympa et creative. On voit qu'ils adorent ce qu'ils font. Ce ne sont pas des groupes clonés comme en angleterre, mais des musiciens qui jouent d'abord pour s'amuser et passer un bon moment ensemble. Cette fraîcheur a fini par charmer Christof Ellinghaus, directeur artistique du label allemand renommé City Slang (Arcade Fire, Calexico, Lambchop et tant d'autres)). Selon l'histoire il aurait écrit un message sur le Myspace de Toy Fight en demandant tout simplement: "Vous cherchez un label?" Le groupe a d'abord cru qu'il s'agit d' une blague, mais quelquefois des miracles se produisent en réalité. Sebastien Broca, David Simonetta, Maxime Chamoux, le noyau dur du groupe (ils chantent tous) se sont mis à bosser plus intensivement et ont engagé la charmante et très douée Mina Tindle et le bassiste Bertrand, "El Bert". Le résultat est un très joli premier album Peplum, truffé des morceaux imparables et accrocheurs. Logique donc qu'ils commencent a quitter les petits cafés et bars et jouent davantage dans des salles plus grandes et reputées. Sommet de leur carrière actuelle: le concert de ce soir au Café de la danse qui, avec une capacité de 450 personnes et de nombreux artistes folk de première catégorie dans ses archives, est vraiment un bijou dans son genre à Paris.
Tous leurs amis, collègues de musique, parents et nouveaux fans sont venus fêter cet événement. Leurs amis de Maison Neuve ouvraient le bal avec leurs morceaux sombres, new wave et entêtants. Puis viendront les anglais de The Leisure Society qui jouent une pop de chambre de toute beauté avec pleines de finesse et des compositions soignées et sophistiquées.
Mais vers 21 h 20 tous les yeux étaient fixés vers les Toy Fight. Toy Fight, composé de Sebastien, David, El Bert, Jaune et Maxime et pour quelques morceaux Mina Tindle + Olivier Marguerit venu en renfort à la trompette. Très heureux d'être là, ils ont montré dès le début qu'il possèdent toujours ce charme un brin amateur en commencant par une petite gaffe de Maxime. Mais ce n'est pas grave, au contraire, ça montre qu'ils sont loin d'être des machines, malgré leur signature chez City Slang et des critiques favorables pour leur premier album. Ils recommencent donc et maintenant ça roule. Ils jouent leur seul morceau en français, nommé Les Enfants.
Puis viendront Bob et Lisa avant que Trucmuche fasse vraiment bouger le Café de la danse. Enfin au moins ceux qui sont debout et devant. Un morceau ultra rapide et euphorisant, un pur bonheur! Les bons titres se succèdent et il n' y a aucune mauvaise surprise, seulement quelques pépites qui sont un peu au dessus des autres. Victim's Hairdo p.ex. annoncé comme un des titres le plus vieux par David avec une Mina Tindle qui charme de sa voix sublime et jazzy et un clavier jubilatoire joué par le superbe Maxime. Lequel dédicace d'ailleurs un titre à ses parents et son père le remercie après: "Merci Maxime" -"merci, papa." Joli dialogue qui souligne l'ambiance bon enfant.
Sinon j'ai adoré aussi la melancolie douce de A Drum Drum Boy et la puissance et l'énergie du tube Your Own Fireworks qui me donne envie de sautiller partout et qui finit par un solo de trompette par le fabuleux Olivier Marguerit. Brillant également le batteur Jean, surnommé Jaune, qui un punch incroyable!
Il reste encore de la place pour une toute nouvelle chanson. Streetlights me plait d'emblée et me fait déjà désirer le deuxième album. Mais on n'en est pas encore là et on profite d'abord de High Noon, le tube des tubes qui clôt la partie officielle du concert en beauté.Le clip vidéo est realisé par Laurie "My Girlfriend Is Better Than Yours" Lassale et allie une ambiance western à la Morricone aux vues touristiques parisiennes. Un des clips les plus originaux que j'ai vu depuis des lustres! Je le regarde en boucle et le conseille vivement. Mais revenons au concert qui est loin d'être terminé, même que les héros quitte la scène pour la première fois. Après des applaudissements nourris ils reviennent et appellent Guillaume de Maison Neuve sur scène pour interpreter The House That Jack Kerouac Built, une reprise des regrettés australiens The Go- Betweens. Guillaume bouge beaucoup comme d'hab et embellit la soirée par sa présence.
Avec le If Song ils finissent pour de vrai et quittent la scène définitivement.Je dis bravo!
Setlist Toy Fight, Café de la danse, Paris
01: Les Enfants 02: Bob 03: Lisa 04: Trucmuche (The Punch Line) 05: Where the Avalanches Are 06: Minute song 07: Victim's Hairdo 08: A Drum Drum Boy 09: Your Own Fireworks 10: Golden Make Up 11: Les Indes Noires 12: Streetlights (neu) 13: High Noon
14: The House That Jack Kerouac Built (The Go Betweens) 15: The If Song
Eigentlich hatte ich heute etwas anderes vor. Die Ausrichtung einer Oliver Peel Session mit Arborea nämlich. Aber daraus wurde nichts, weil das amerikanische Folkduo ihre gesamte Tournee in Europa gecancelt hatte. Angeblich hat der Arbeitgeber des Gitarristen seinen Angestellten nicht ziehen lassen. Jammerschade! Aber ich hoffe, die Geschichte wird nächstes Jahr nachgeholt...
Nun aber blieb unverhofft Zeit, auf ein "richtiges" Konzert zu gehen und die Auswahl war wieder einmal verwirrend groß. Die Bowerbirds zusamen mit Damien Jurado und Tom Brosseau Im Point FMR, The XX in einer Black Session bei France Inter und für diejenigen, die es mögen, das Comeback auf Pariser Konzertbühnen der französischen Girlgroup Plastiscines in der Boule Noire. Alles sehr vielversprechend, aber im Café de la danse gab es aus meiner Sicht noch etwas Tolleres. Meine Lieblinge von Toy Fight zusammen mit Maison Neuve und den hochgelobten Engländern The Leisure Society. Kein Zweifel, da musste ich hin!
Leider trudelte ich aber erst gegen 20 Uhr 30 am Ort des Geschehens ein (ich musste vorher noch einkaufen und stand in einer Endlosschlange, die U-Bahn stockte und fuhr superlahm!) und verpasste den Auftritt der Franzosen Maison Neuve. Verflucht! Aber mit The Leisure Society wurde auch Erlesenes geboten. Ein richtiges kleines Kammerorchester hatten die Engländer da aufgeboten, mit Geige und Violincello (mit Mike Siddell und Will Calderbank übrigens die gleichen Burschen wie bei The Miserable Rich) und vor allem einer höchst lieblichen Querföte, die von einer höchst lieblichen Querflöterin (Helen Whitaker) geblasen wurde. Ein Genuß für Auge und Ohr! Insgesamt habe ich sieben Musiker auf der Bühne gezählt, mit dem Sänger und Gitarristen Nick Hemming an der Spitze. Der Kerl sang wie Paul MacCartney, Wahnsinn! Kein Wunder, daß er mit seiner Band ein Beatles Cover (Something) für die Zeitschrift Mojo eingespielt hat. A propos Musikzeitschriften. Die schwärmen in allerhöchsten Tönen von The Leisure Society, lassen es Sterne für das Debütalbum The Sleeper regnen und werden sicherlich dafür sorgen, daß das Album am Ende des Jahres in etlichen Bestenlisten auftauchen wird. Verdient hätten sie es, denn das Werk, das ich mir hinterher am Merch besorgt und inzwischen zahlreiche Male genossen habe, ist wirklich ganz entzückend! Ein rundum harmonisches, profund schönes und exquisit instrumentiertes Opus, vollgepackt mit zeitlosen Songs, an denen man sich im Herbst und Winter das Herz erwärmen kann. Eine ganz besondere Perle davon ist The Last Of The Melting Snow, das nicht nur für einen Award nominiert wurde, sondern wohl auch Guy "Elbow" Garvey mit der Zunge schnalzen ließ. Für Franzosen aber noch unbekannt, was auch Sänger Nick zur der Aussage verleitete: "Ihr in Frankeich kennt das Lied noch nicht, aber in England wurde es schon für einen Preis nominiert. Gewonnen hat es übrigens nicht. Wie auch immer, wir sind froh, es außerhalb der Heimat vor einem so großen Publikum spielen zu dürfen!"
The Last Of The Melting Snow war in der Tat vorzüglich, aber das Songmaterial der Leisure Society ist jetzt schon so hervorragend, daß man im Grunde genommen fast alle anderen Lieder des Sets als Highlights hätte hervorheben können. Die Band erfindet zwar nichts neues, spielt ihre im Stile von Gruppen wie Woodpigeon, The Divine Comedy oder Sufjan Stevens gehaltenen Songs aber so präzise und ausgewogen, daß man einfach nur begeistert Beifall klatschen kann.
Sehr schöne Fotos (des tres belles photos) von The Leisure Society bei Le-hiboo.com Dort gibt es auch ein super Straßenvideo von Rod vor der Opera Bastille. The Leisure Society performen Save It For Someone Who Cares
Gegen 21 Uhr 20 waren dann aber alle Augen auf Toy Fight gerichtet. Und über die habe ich ja schon etliche Male auf dem Konzerttagebuch berichtet. Jedesmal war ich begeistert von der Frische, dem Charme und der Spielfreude der Pariser. Das war auch heute nicht anders, wohl aber der Rahmen, in dem dieser Auftritt stattfand. Anstatt wie bisher als Vorgruppe in Erscheinung zu treten, waren Toy Fight heute Headliner und viele Leute im Publikum waren nur wegen ihnen gekommen. Logisch, daß sich das auch auf die Stimmung übertug, die so ausgleassen und feierlich wie nie zuvor war! Die Leute, darunter auch etliche Freunde und die Eltern der Musiker, gingen von Anfang an mit und klatschten nach jedem Lied euphorisch Beifall. Und auch liedtechnisch und personell gab es Neuerungen. Zum ersten Male überhaupt kam ich in den Genuss eines auf französisch gesungenen Liedes und zwar gleich zu Beginn. Les Enfants hieß der neue Titel, der nicht auf dem glänzenden Debütalbum Peplum verteten ist, das auch im deutschen Musikexpress und der Visions hervorragende Kritiken erhielt. Auch neu und bisher unveröffentlicht: Streetlights, ein Stück mit enormen Hitpotential, teilweise gesungen von der reizenden Mina Tindle, die allerdings auf der kommenden Deutschlandtour nicht dabei sein wird, weil sie sich auf ihre Sololaufbahn konzentriert. Und Hits haben Toy Fight ohnehin in Hülle und Fülle. Die schmissigsten und eingängigsten sind sicherlich Your Own Fireworks und High Noon, aber auch Victim's Hairdo und Trucmuche vergisst man nicht so schnell, wenn man die infektiösen Ohrwürmer einmal gehört hat.
In personeller Hinsicht verstärkte zum ersten Male Olivier Marguerit (ebenfalls aktiv bei Syd Matters, Chicros, Fugu und My Girlfriend Is Better Than Yours) die Kapelle an der Trompete und dies tat dem Konzert sehr gut. Auch Guillaume, der Sänger von Maison Neuve durfte am Ende noch ein Liedchen zwitschern und zwar die Zugabe The House That Jack Kerouac Built, ein Cover der legendären Australier The Go-Betweens, die ein wichtiger Einfluss von Toy Fight sind.
Schließlich gibt es auch den ersten Videoclip der Band zu vermelden und der hat reichlich Charme! Laurie Lassale von My Girlfriend I Better Than Yours hat ihn realisiert und mit reichlich Westernromantik à la Enno Morricone versehen. Besonders toll: das Trompetensolo der entzückenden Mina Tindle am Ende!
Fazit: Toy Fight machen auch beim fünften mal noch riesig Spaß, weil sich bei ihnen keinerlei Routine eingeschlichen hat und jedes Konzert anders klingt. Guckt euch unbedingt ihre Auftritte in Deutschland an, es lohnt sich! Auch ohne Mina Tindle...
Nicht verpassen!
Konzertdaten von Toy Fight in Deutschland!! (Angaben wie immer ohne Gewähr) :
01. November 2009: zusammen mit Mumford & Sons und Get Well Soon im Domicil in Dortmund 04.November: MUT, Nürnberg 05.November: Mediencoop Bremen 07.November: TBC, Berlin 09.November, Bassy, Berlin 10. November, Orangehouse, München 11. November, Café Central, Weinheim
Mein Zuhause. Mein Blog. ist als kleines privates Konzert- Tagebuch entstanden. Und weil es zur Zeit musikalisch so spannend ist, wächst unsere Sammlung schnell. Wir schreiben die Berichte spontan, unüberarbeitet und so zeitnah wie möglich. Die Reviews stehen meist noch in der gleichen Nacht online, spätestens jedoch am nächsten Tag. Musik ist für uns vor allem Spaß und keine Wissenschaft.
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