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17:54
Konzert: Ladytron
Ort: Kraken, Stockholm
Datum: 31.05.2019
Dauer: gut 80 min
Zuschauer: vielleicht 500
Es ist irgendein einfacher psychologischer Effekt, daß die Dinge, die schwer zu bekommen sind, besonders attraktiv erscheinen. Da ich mich von solchen miesen Spielchen nicht austricksen lasse, war mir schon bewußt, daß ein großer Teil meiner Vorfreude auf Ladytron von der Knappheit bestimmt wurde. Es ist zehn Jahre her, daß die Band aus Liverpool zuletzt in Köln gespielt hat. Zwar gab es im vergangenen Herbst eine Tour in Großbritannien, für die ich Karten hatte, es funktionierte aber nicht. Das ist der Katalysator der Knappheit. Wenn etwas schon da war, aber wieder weggenommen wird, ist der Wunsch danach umso größer.
Über all diesen wirren Kram hatte ich ausgiebig nachdenken können, als ich vor der Tür des Kraken in Stockholm darauf wartete, daß der Einlass beginnen würde. Auf Ticket und Website stand 20 Uhr, ob Beginn oder Einlass war nicht auszumachen. Um kurz vor acht warteten eine Menge Menschen vor der unbeschrifteten Club-Tür. Das Kraken ist in der Nähe der Multifunktionshalle Globen und kommt komplett ohne Hinweis-Schilder aus. Es dauerte eine Weile, bis man uns mitteilte, daß es das erste Konzert der Tour sei und Ladytron gerade noch soundcheckten. Als den Kraken-Leute klar wurde, daß aus "in ein paar Minuten" locker eine Stunde wurde, bekamen wir alle einen Roulette-Jeton in die Hand gedrückt, der ein Getränk bedeutete (bei den Alkoholpreisen in Schweden eine sehr großzügige Geste).

Das Kraken ist ein sehr stylisher aber auch ein wenig merkwürdiger Club. Er ist - so wirkt es - ins Erdgeschoß eines normalen Bürogebäudes gepackt worden. Es gibt Fensterfronten und ganz viele Winkel, aus denen man die Bühne nicht sieht. Die Fläche des Clubs ist riesig, vermutlich für 1.000 Zuschauer ausgelegt, ein guter Teil von denen sähe dann aber nichts.
Ladytron haben bewegte Jahre hinter sich. Das Nachfolgealbum von Gravity the Seducer sollte ursprünglich bereits 2013 erscheinen, wurde aber erst 2018 konkreter, als die Band aus Liverpool ankündigte, ihre sechste Platte über PledgeMusic zu finanzieren. Die Finanzierungsziele wurden schnell erreicht, erste Teile der Pakete ausgeliefert. Bei mir steckte da schon ein wenig der Wurm drin. Die erste Single The animals, die Teil meines Bundles war, erreichte mich nie. Irgendwann kam die Single The island und mit ihr der Hinweis, daß es die zweite Auskopplung sei. Nach Nachfrage beim Logistikdienstleister von PledgeMusik versicherte der mir, The animals neu rauszuschicken. Ich erhielt noch einmal The island. Also schrieb ich ein neues mail, fragte, ob ich die doppelte Single zurückschicken solle und bekam kurz danach ein Päckchen mit... The island (3). Die Geschichte ist pointenlos, denn eine Woche später kam auch The animal endlich an.
Ob ich damit eine Mitschuld am Zusammenbruch von PledgeMusik habe, weiß ich nicht. Kurz vor dem geplanten Veröffentlichungstermin von Ladytron erklärte der kräftig wackelnde Finanzierer, man stehe in Verhandlungen mit der Musikindustrie, bald sei wieder alles prima. Am 1. Februar erschien das Album (auch Ladytron) dann digital bei PledgeMusic. Vor dem Versand (und in manchen Fällen der Produktion) der anderen Teile der von Fans gekauften und bezahlten Pakete brach PledgeMusic aber zusammen. Eine Woche nach der Veröffentlichung schrieb die Band ihre Fans an und teilte mit, daß sie erfahren habe, daß kein Versand mehr stattgefunden habe. Platten und Merch lagen in einem Versandhaus, der Dienstleister von PledgeMusic hatte auch kein Geld mehr bekommen.*
Stockholm...
Gegen 22 Uhr kam eine einzelne Frau auf die komplett von Keyboards und Synthesizern vollgestopfte Bühne. Roya aus Stockholm hatte den swedischen Indiemusik-Preis fürs Synthie-Album des Jahres gewonnen, langweilte mich aber ein wenig, obwohl sie nur 22 Minuten zu Liedern vom Band sang.
Um kurz nach elf wurde es ganz dunkel, das sollte bis auf einzelne Lichtblitze so bleiben. Ladytron kamen mit zwei Verstärkungen auf die Bühne, einem Drummer und der Glasgower Musikerin Sarah J Stanley (HQFU), die schon in Helen Marnies Band gespielt hatte.
Diese "Lichtblitze" waren Videoanimationen, die auf die Band projeziert wurden und die die einzige Bühnenbeleuchtung blieben. Dadurch hatten die beiden Sängerinnen Helen und Mira immer wieder große Schatten im Gesicht, ihre Kollegin und die drei Männer hinten waren meist komplett schattig. Zur kühlen elektronischen Musik von Ladytron passte diese einfache aber wirkungsvolle Nicht-Ausleuchtung perfekt, für Fotografen war es aber wohl kein so toller Abend.
Weil es so lange her ist, daß ich Ladytron einmal gesehen hatte, war ich gespannt, wie sehr mich die Musik, die ich auf Platte so liebe, live packen würde. Sie tat - und wie! Abseits der Lieder gibt es keinerlei Entertainment, keine großen Ansagen. Aber warum auch? Auf den sechs Alben der Liverpooler sind so viele Hits, da sind keine Ablenkungen nötig.
Natürlich spielte die Band vor allem Stücke von der aktuellen Platte Ladytron. Es hatte eine Weile gedauert, bis ich die mir erschlossen hatte, mittlerweile bin ich riesiger Fan und halte sie für gleichwertig den Vorgängern gegenüber. Dadurch entstand nie dieses Gefühl, daß es jetzt mal gut mit neuem Kram sei und ruhig ein paar alte Lieblinge kommen könnten. Die vier Singles der aktuellen Platte (The animals, The island (3)) sind eh Hits, vor allem The animals liebe ich abgöttisch.
Irgendwann nach knapp einer Stunde Konzert kündigte Helen ein weiteres neues Lied an. You've changed sollte das letzte Stück vom aktuellen Album sein. Der Rest sollte ein fast schon protziges Best-of werden. White elephant von Gravity the Seducer, dann Discotraxx (leider das einzige Stück von Debüt 604 - vielleicht könnte die Band deren 20. Geburtstag 2021 feiern?) und als Zugaben White gold, Seventeen und Destroy everything you touch. Wenn man so wenige Konzerte wie ich dieses Jahr sieht, ist es ein wenig albern, über Top-10s nachzudenken. Ladytron spielten aber definitiv ein Konzert, an das ich mich lange erinnern werde. Und das dazu führte, daß ich mich unendlich ärgere, nicht im vergangenen Herbst meinen Fanboy-Pflichten nachgekommen zu sein! Kommt nicht wieder vor!
Setlist Ladytron, Kraken, Stockholm:
01: Black cat
02: The island
03: Ghosts
04: Soft power
05: The animals
06: Paper highways
07: Deadzone
08: Runaway
09: Far from home
10: Fighting in built up areas
11: International dateline
12: You've changed
13: White elephant
14: Discotraxx
15: White gold (Z)
16: Seventeen (Z)
17: Destroy everything you touch (Z)
Links:
- Ladytron, Köln, 15.10.08
* Erst Monate später sollten Ladytron dieses Problem lösen, indem sie ihre Fans baten, noch einmal Porto zu zahlen, nachdem die Frage des Eigentums der eingelagerten Produkte geklärt war. Mein Vinyl (und CD und Kassette) kamen dieser Tage bei mir an. Die ebenfalls angekündigte DVD des Konzerts im Astoria, das auf Vinyl erschienen ist, wurde von PledgeMusic nie produziert.
um
23:02
Konzert: Anna Ternheim
Ort: Orionteatern, Stockholm
Datum: 08.12.2008
Zuschauer: ca. 250 (ausverkauft)
Dauer: ca. 80 min
Dreimal hatte ich Anna Ternheim bisher gesehen, das letzte Konzert liegt allerdings schon fünfzehn Monate zurück. In der Zwischenzeit ist bei der schwedischen Sänger einiges passiert. Sie veröffentlichte zunächst in den USA mit Halfway to Fivepoints ein Album, das eine Art Best Off bisher ist, und tourte danach intensiv durch Nordamerika (mit El Perro Del Mar & Lykke Li und als Support für Joseph Arthur).
Mit ihrem Produzenten Björn Yttling (dem Kumpel von Peter und John) nahm sie danach und dazwischen ihr drittes Album Leaving on a mayday auf; zunächst in Schweden, anschließend in New York, Annas neuen Wohnort. Bei der Aufnahme der Platte wirkte unter anderem Sonic Youth Schlagzeuger Steve Shelley mit.
Leaving on a mayday ist am 12. November in Schweden erschienen, international wird die Platte Mitte Februar veröffentlicht. Weil ich nicht warten konnte, habe ich sie importiert, in der limitierten Version mit einer fabelhaften EP mit Sinatra Covern. Genauso wenig mochte ich auf ein Konzert irgendwann in ferner Zukunft warten. Da nämlich nicht abzusehen war, wann Anna Ternheim das nächste Mal nach Deutschland kommt, wollte ich die Chance nutzen, eines ihrer drei kleinen Konzerte in Schweden zu sehen. Am besten erreichbar (und auch am attraktivsten) erschien mir der Auftritt im Orionteatern in Stockholm - und da saß ich dann am Montagabend gemeinsam mit etwa 250 anderen Besuchern.
Das Orionteatern ist das wichtigste Avantegarde-Theater Stockholms. Spektakulär ist das Gebäude von innen, denn der Theatersaal ist in einer ehemaligen Werkstatt
untergebracht. Von der Straße aus, sieht man davon noch nichts, denn das Orion liegt mitten in einem Wohngebiet.
Eine Bühne im eigentlichen Sinne gab es nicht. Technik und Instrumente (z.B. Annas rotes Klavier) standen in einer Ecke der Werkstatt auf dem Boden. Außenrum waren als Dreiviertelkreis (also pacmanförmig) Schnellbautribünen aufgebaut, dabei waren die ersten Reihen im Prinzip schon Teil der Bühne. Die Tribüne machte ungefähr die Hälfte der Halle aus. Man ging also durch die Rohrkonstruktion in den Konzertsaal im Saal. Zwischen diesen Metallstangen hingen Projektionen des Artworks der Platte, u.a. ein traumhaftes Portrait der Sängerin.
Um kurz nach acht waren alle Plätze eingenommen. Anna Ternheim erschien nicht alleine. Sie hatte eine komplette Band dabei. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Tour im September 2007 bestritt die Sängerin alleine und spielte da vorwiegend die sogenannten Naked Versions ihrer Lieder. Ich war nicht sicher, ob mich dies in
Stockholm auch erwarten würde. Die Instrumente, die auf der Bühne lagen, sprachen eine andere Sprache. Neben Annas Klavier standen ihre Gitarren. Dann gab es einen elektronischen und einen Kontrabaß, Keyboards hinter dem Klavier, ein Cello und das Schlagzeug. An diesen Instrumenten nahmen dann die ganz schwarz gekleideten Musiker Platz (a propos ganz schwarz: Polarkreis 18 traten am gleichen Abend mit Bodi Bill in London auf!). Dies waren die Keyboarderin Ellekari Larsson, Schlagzeuger Nils Törnqvist, Bassist Patric Thorman und Cellist Leo Svensson. Und natürlich Anna.
Terrified vom neuen Album war das erste Stück des Abends. Es war instrumentiert, wie ich das Lied von Leaving on a mayday kenne, mit Kontrabass, Cello und Gitarre.
Überhaupt sollten die neuen Titel fast alle sehr nah an den aufgenommenen Versionen bleiben. Von What have I done, der ersten Single, existieren zwei Variationen. Vorab konnte man auf ihrer Homepage eine naked version des Lieds downloaden. Auf der CD - und beim Konzert - war aber die etwas üppiger arrangierte Form des Songs zu hören, mit den beiden Streichern und einem dreiköpfigen Frauenchor. Allerdings - und auch das gefiel mir ganz ausgezeichnet - sind und waren diese Arrangements sehr dezent, also alles andere als killeresque. Im Mittelpunkt steht die Stimme der Sängerin.
What have I done war für mich insofern eine Premiere, daß Anna Ternheim dabei nur sang, also weder Gitarre noch Klavier spielte. Dabei machte sie solch lustige Schaukelbewegungen über die kleine Bühne, stand dabei oft unmittelbar vor den Leuten in der ersten Reihe, weil alles unglaublich dicht beieinander war.
Black sunday afternoon folgte. Und es war fantastisch! Dieses Stück ist dermaßen
packend live. Die Stelle, an der Ellekari Trompete spielt, war ein erster ganz großer Höhepunkt des Abends! Auch Damaged ones im Anschluß stammt von der neuen Platte. Daß Leaving on a mayday in Schweden von null auf eins in die Charts eingestiegen war, merkte man dem Publikum an, denn jeder kannte die neuen Stücke aus dem Effeff. Bei Damaged ones fiel erstmals das sehr intensive Schlagzeugspiel auf. Sicherlich ist dieser Einfluss des Sonic Youth Manns ein wichtiges Stilelement des Albums. Trumslagare Nils setzte dies eindrucksvoll um!
Today is a good day hatte ein Intro aus Annas Gesang und Leos Glockenspiel -
umwerfend! Diese alternative Version hatte ich noch nie gehört, sie war fabelhaft. Daß Anna Ternheim Lieder immer wieder (stilsicher) abwandelt, weil sie ihr sonst langweilig werden (das hatte sie uns in einem Interview im letzten Jahr verraten), ist eine Besonderheit der Sängerin. So war mir auch die singende Säge bei I'll follow you tonight neu, die der Cellist (und Säger) spielte. Das Instrument, das auch Meret Becker meisterhaft beherrscht, ist seit langem einer meiner ganz großen Lieblinge!
Girl laying down klang auch wundervoll in der gespielten neuen Version, wäre aber fast vor allem das Motto des anschließenden A french love gewesen. Denn diese Perle wurde immer lauter und härter, und Anna lief über die ganze (kleine) Fläche der Bühne und stolperte über den Kontrabass, konnte aber einen Sturz gerade vermeiden. Das hätte den Fluß dieses Lieds sicher unterbrochen und uns um den
Höhepunkt des Abends gebracht. Die Celloläufe dabei, dazu die schneller werdenden Gitarren. Phänomenal!
Danach konnte es nur schlechter werden. Tat es aber nicht (jaja, das ist unlogisch, mir aber vollkommen egal). Denn Anna setzte sich alleine (der Rest verschwand backstage) an ihr rotes Klavier und spielte Shoreline (auch immer ein heißer Kandidat für das beste Lied des Abends). Und als wäre das nicht genug, kam danach nicht nur die Band zurück sondern auch die in Schweden lebende norwegische Sängerin Ane Brun, über die wir hier auch schon mehrfach geschrieben haben. Ane und Anna hatte zwar erst Probleme mit der Technik, Anes Gitarrenkabel funktionierte erst nicht, nutzen die Pause aber, sich ein wenig zu unterhalten. Ich
meine eine Frage von Anna zu Anes Urlaub verstanden zu haben (oder so). Konzerte im Ausland, bei denen in Landessprache angesagt wird, sind eine echte Prüfung...
Irgendwann klappt es, und die beiden Sängerinnen spielten Off the road von Annas neuer Platte. Das Lied packt mich etwas weniger als der Rest. Aber diese zusätzliche Stimme und Gitarre machte es live zu einem weiteren echten Erlebnis!
Und die Erlebnisse gingen weiter: Lovers dream, das Stück, von dem es das traumhafte (haha!) Duett mit Fyfe Dangerfield gibt (bei dem Lied hatte ich mich beim Rippen von der CD vertippt und aus Dangerfield Dnagerfield gemacht, weshalb ich lange Zeit Tophörer bei lastfm war - von der Fyfe Dnagerfield Version - vermutlich bin ich es immer noch). Lovers dream habe ich wahnsinnig oft gehört, sicherlich fast zu oft. Aber auch hier war die abgewandelte Fassung so aufregend, als wäre der Titel für
mich nagelneu. Diesmal zupfte Leo das Cello am Anfang, während Ellekari Glockenspiel spielte. Die Lautstärke des Stücks steigerte sich immer weiter, als die anderen Musiker einstiegen. Ein Zuhörer Traum!
Das waren auch die beiden nächsten neuen Lieder No, I don't remember und Let it rain, quasi der Titelsong des Albums und von Anfang an einer meiner Favoriten. I say no (wunderschön!) mit viel Säge und Glöckchen klang dann irgendwann aus, erst verließen Anna gemeinsam mit
der Keyboarderin, dann nach und nach die anderen Musiker die Bühne. Nach einer guten Stunde war damit der Hauptteil beendet und alle Zuschauer restlos begeistert!
Während wir alle noch so vor uns her klatschten, tauchten zunächst unbemerkt Anna, Ane Brun, Ellekari und die drei Chorsängerinnen auf der Empore oder Gallerie über der Werkstatt auf. Nur zur rhythmischen Fußtritten sangen die sechs Summer rain. Ein herausragender Moment, ohne Frage! Noch im irre langen Applaus erschien die Band wieder und spiele mit My heart still beats for you leider das letzte Spiel des Konzerts. Ich habe erst ein wenig gebraucht, um auf der Platte zu merken, wie brillant das Lied ist. Hätte ich es gleich live gesehen, hätte ich das auch sofort gemerkt. Was für ein Knüller, der vollkommen zurecht am Ende des Sets stand! Ganz besonders toll war der Schluß, denn da trommelte Nils Herzschläge, als alle anderen schon still waren.
Anfang des Jahres ist Anna übrigens auf Tour in Schweden... Just in case.
Setlista Anna Ternheim, Orionteatern, Stockholm:
01: Terrified
02: What have I done
03: Black sunday afternoon
04: Damaged ones
05: Today is a good day
06: I'll follow you tonight
07: Girl laying down
08: A french love
09: Shoreline (Broder Daniel Cover)
10: Off the road (mit Ane Brun)
11: Lovers dream
12: No, I don't remember
13: Let it rain
14: I say no
15: Summer rain (a cappella) (Z)
16: My heart still beats for you (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Anna Ternheim, Paris, 29.04.09
- Anna Ternheim, Frankfurt, 28.04.09
- Anna Ternheim, Nijmegen, 24.04.09- Anna Ternheim, Paris, 01.10.07
- Anna Ternheim, Köln, 26.09.07
- Anna Ternheim, Heidelberg, 25.09.07
- Anna Ternheim, Paris, 31.05.07
- Anna Ternheim, Köln, 12.03.07
- Anna Ternheim, Paris, 12.12.06
- Interview mit ihr in Köln
- mehr Fotos
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23:52
Konzert: Franz FerdinandOrt: Debaser Medis, StockholmDatum: 15.11.2008Zuschauer: 600 (ausverkauft)Dauer: Franz Ferdinand 70 min, Park Hotell 20 min
Als Franz Ferdinand einige Termine in Europa (Konzertsprache für "außerhalb Britanniens") für November ankündigten, war Stockholm das für mich am
leichtesten und billigsten erreichbare Ziel. Und dazu ist die schwedische Hauptstadt bekanntlich eine der schönsten Städte der Welt, also zögerte ich nicht lange (eine knappe Minute, glaube ich) und bestellte ein Flugticket.
Und so stand ich dann statt in einem deutschen Konzertsaal im schönen Debaser Medis im Süden Stockholms und erfreute mich zunächst einmal an dem wundervollen Ambiente. Von aussen ahnt man noch nicht, welch ein angenehmer und intimer Saal das Debaser Medis ist. Denn der erschlagende, am Medborgarplatz gelegene Kulturbau, sieht erst einmal nach nordischer
Architektur der 50er Jahre aus. An den Securities mit orangefarbenen Winterjacken mit Fellkaputze vorbei, stand ich dann erst einmal in einer sehr luftigen Bar, an deren Seiten Szenen der Rockgeschichte in Öl hingen. Bis dahin hatte ich noch einen riesigen Konzertsaal erwartet. Doch als sich die Türen öffneten und alle Engländer, Finnen, Portugiesen, die vorher in der ersten Reihe gewartet hatten, reinrannten, war ich erstaunt darüber, wie angenehm klein
das Debaser Medis ist. Es ist etwa so groß wie der Frankfurter Mousonturm unten oder eine schmale Ausgabe des Stollwerck. Am hinteren Ende ist wieder eine Bar, die Seiten werden durch eine Art Kreuzgang begrenzt und vorne - und das war der nächste Clou - befindet sich die runde Bühne. Halbrund ist richtiger; zumindest aber bildet der Bühnenteil zu den Zuschauern einen Halbkreis. Zwar war der dann mit Gittern abgesperrt, die standen aber nur etwa einen Meter vom Bühnenrand weg, sodaß man glänzend nah am Geschehen sein konnte.
Vor den Schotten eröffnete eine schwedische Band den Abend. Park Hotell kommen
wohl aus Luleå in Nordschweden und bestehen aus zwei Gitarristen (einer ist der Sänger), einem Bassist und einem Schlagzeuger. Außerdem gehören zwei Frauen als Backgroundsängerinnen zur Band. Die beiden, die ganz offensichtlich Schwestern sind, hatten sich rechts der anderen Musiker aufgebaut und machten herrlich dramatische Gesichter, wenn sie sangen. Ihre Parts bestanden (wohl) weniger aus Text, als mehr aus Geräuschen, so genau war das aber leider nicht auszumachen, weil Park Hotell grausam abgemischt waren. Auch der Sänger war leider so gut wie nie zu verstehen, was sehr schade war, denn ansonsten machte die Musik der Schweden einen hervorragenden Eindruck. Ich wüßte gerne, wie sie mit Gesang klingt... Gitarren und Bass hatten viel von The Cure, anders als die Shout Out Louds schien mir aber das fröhlich-melancholische Element zu fehlen. Das hätte interessant werden können. Der Ton bekam aber auch keine
Chance, besser zu werden, denn nach zwanzig Minuten waren Park Hotell durch. Ich glaube, die Band war sehr gut...
Vierzig Minuten Umbau folgten. Vierzig lange Minuten, denn es gab einen DJ, der leider einen ganz anderen Geschmack als ich hatte. Aber auch das ging vorbei. Vom Umbau selbst sah man nichts, denn der schwere Theatervorhang war nach Park Hotell zugezogen worden, motorbetrieben.
Um Punkt zehn gab es dann mein verschobenes Wiedersehen mit Franz Ferdinand. Ich hatte die Schotten erst einmal gesehen, bei einem einslive Festival vor drei Jahren in Herzogenrath. Im
Sommer wäre beim Melt! Festival Gelegenheit gewesen, sie live zu erleben, widrige Umstände verhinderten das aber. Also nun dann...
Auch wenn Franz Ferdinand lange nicht richtig präsent waren, sind sie unbestritten eine der wichtigsten bzw. die wichtigste Band der letzten Jahre. Ihre Erfolge bescherten uns viele andere Gruppen und sorgten damit für einen enorm frischen Wind in der Musikszene. Damit haben sie mit ihrem Namenspatron gemeinsam, mit vielen Umwälzungen zu tun zu haben.
Vor großen Veränderungen hatte ich auch jetzt ein wenig Angst. Das, was über die neue Platte zu lesen war, die Aussagen der Band über einen größeren
Tanzschwerpunkt, liessen mich Schlimmes ahnen. Von den neuen Stücken kannte ich bisher nur ein paar Fetzen, die kaum aussagekräftig waren.
Mit einem der neuen Lieder fing es auch gleich an, mit Bite hard. Der Anfang des Titels ist unglaublich langsam und ruhig, von einer Leierkastenmusik unterlegt. Allerdings ändert einer der Franz Ferdinand-typischen Rhythmus- und Tempo-Wechsel Bite hard dann doch noch zu einem flotten und sehr interessanten Song. Aber sicher muß ich ihn noch ein paar mal hören, um mir ein Urteil erlauben zu können. Danach wurde es bekannt und wild. Alex Kapranos, der wenn ich mich nicht täusche, neulich ein koreanisches Restaurant eröffnet hat (er ist ja ausgebildeter Koch und hat ein sehr amüsantes Buch über Essen auf Tour geschrieben - leider ist das Kapitel über Köln sehr kurz), hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Er wirbelt umher, kniet sich hin, tanzt, läuft und hüpft. Sein Gitarrenkollege Nick McCarthy
(der aus Bayern) steht ihm da nicht viel nach, Frontmann ist aber eindeutig Alex.
Auch wenn das unglaublich platt ist, sind Franz Ferdinand sicher die am nächsten an die Beatles herankommende Band unserer Zeit (nun ja, es gibt ja auch noch die Bishops...). So, genauso, würde ich mir die Fab Four vorstellen, wenn sie Anfang der 2000er Jahre ihre Karriere begonnen hätten (wobei Eleanor put your boots on besser klingt als Yoko put...). Gut, das Gekreische war weniger - aber auch nicht verkehrt!
Do you want to? und Matinée bedeuteten dann den richtigen Einstieg in dieses
Konzert. Endlich konnten auch alle mitgröhlen. Ein richtiges Mitsinglied folgte aber danach mit Walk away, schon immer einer meiner Stars im Repertoire der Glasgower. Allerdings versaute Alex Kapranos das Ende ein wenig. Seine Gitarre erzeugte vor der letzten Strophe eine dermaßen fiese Rückkopplung, daß der Sänger laut lachen und abbrechen mußte! Ich war sicher, daß sie damit Walk away abbrechen würden, er nahm die Strophe aber wieder auf und spielte das Stück mit Anstand zu Ende.
Das zweite neue Lied folgte. No you girls never know wird auch auf Tonight: Franz Ferdinand enthalten sein. Auch hier fehlt mir noch das häufigere Hören, es war eine Premiere. Aber es war gar nicht verkehrt, sehr catchy (widerspreche ich mir gerade?), ein wenig bluesig. Wegen des häufigen "Kiss me" dachte ich erst, es handele sich um
Katherine kiss me vom neuen Album, allerdings ist der Refrain "No you girls" sehr eindeutig, denke ich.
Danach wieder ein Klassiker mit 40 ft. Aber egal ob alt oder neu, Nebengeräusch war bei allem ein Dauergekreische der Fans - herrlich! In die blendende Stimmung rein spielten Franz Ferdinand Turn it on, das nächste der unveröffentlichten Lieder. Ich glaube nicht, daß das mein Liebling auf der neuen Platte wird, dafür ist mir das Stück zu ereignisarm. Sehr spektakulär gestaltete Alex Kapranos aber das Ende. Nach dem letzten Akkord sang er noch ein
paar mal "you know you turn it on" - und am Ende dann "you know, you know, you take me out"...
Und nach dem Hit kam dann das, mit dem ich am wenigsten umgehen kann. Ulysses beginnt fast mit einem gerappten Part (besser, als es klingt), hat dann viele Keyboards (immer gut!), eine lalala-Passage (Pluspunkt!), die in eine an die Scissor Sisters erinnernde Stelle (schrecklich!) übergeht. Wäre das Falsett nicht, wäre Ulysses für mich der kommende große Hit der Schotten. Aber so...? Ich weiß nicht. Vielleicht gewöhne ich mich noch dran. Aber es wäre eine furchtbare Verschwendung, das Lied zu hassen, allein schon wegen des wundervoll ausgesprochenen "Ulysses."*
What she came for sollte dann das letzte neue Stück sein, ein mindestens sehr solider Titel. Eindrucksvoll war das Ende, denn die vier Habsburger schrammelten, was die Instrumente hergaben!
Und punktgenau nach einer Dreiviertelstunde war mit Michael leider vorerst Schluß. Nach ein paar Minuten erschien aber zunächst Alex Kapranos zurück und stimmte
solo Jacqueline (Chakeliene in Köln) an. Ganz gemütlich trotteten auch Nick, Bob und Paul wieder zu ihren Instrumenten und stiegen in den Hit ihres Debütalbums ein. "It's always better on holiday!"
Auch die anderen Zugaben hatten es in sich. The Fallen ist eh eines der schönsten Lieder der Ferdinands. Mir hätte zwar eine akustische Version auch gefallen, die "normale" war aber perfekt! Das nächste Stück widmeten sie uns: "This one is for all of you - Outsiders." Na, danke! Aber mein Gott, was hatte das Lied für ein Ende? Erst tauchte der Tourmanager (oder wer auch immer) auf, nahm Drumsticks und trommelte mit. Am Ende des Lieds legten die drei Bass bzw. Gitarrenspieler ihre Instrumente weg
und halfen beim Trommeln. Es enstand kurzfristig die coole Version der Blue Man Group, ohne all die alberne Schminke.
Ein im besten Sinne stadiontaugliches This fire beendete ein kurzes und knackiges, vor allem aber sehr eindrucksvolles Konzert nach siebzig Minuten. "Tack you very much, Stockholm!" - "Tack detsamma, Franz Ferdinand!" Setlist Franz Ferdinand, Stockholm, 15.11.08:
01: Bite hard02: Do you want to?03: Matinée04: Walk away05: No you girls never know
06: 40 ft
07: Turn it on08: Take me out09: Ulysses10: What she came for11: Michael12: Jacqueline (Z)13: The Fallen (Z)14: Outsiders (Z)15: This fire (Z)
Links:
- Franz Ferdinand auf dem Melt! Festival
- mehr Fotos
* Anmerkung nach zigmaligem Hören von Tonight: Franz Ferdinand!: Ulysses hat sich für mich in eine Richtung entwickelt, die ich nicht erwartet hatte, das Lied ist ein riesiger Hit, die Mika-Passagen sind überhaupt nicht mehr schlimm. Tonight: Franz Ferdinand! ist ein grandioses Album, das sicher in meiner Jahres Top Five sein wird.
um
10:23
Konzert: The Second Band & Lisa Bouvier
Ort: Restaurang Sjöhästen, Stockholm
Datum: 02.02.2008
Zuschauer: vielleicht 150 (sehr voll)
Eigentlich sollte hier jetzt ein Bericht eines Los Campesinos! Konzerts im Fritz's Corner in Stockholm stehen. Die Band aus Cardiff hatte ihren Auftritt vor ein paar Wochen absagen müssen, weil zu wenige Karten verkauft worden waren. Glücklicherweise hatten wir noch keine Tickets erworben, weil es die nur an der Abendkasse geben sollte, mußten uns also nicht mit komplizierten Rückgaben beschäftigen.
Nach Stockholm zu fahren erschien während des Karnevals Wochenendes trotzdem eine blendende Idee zu sein, schließlich ist die Stadt sicherlich eine der schönsten Europas. Und natürlich eine der musikalischen Hauptstädte...
Ersatz für Los Campesinos! war schnell gefunden, zwei bei Lastfm extrem gut klingende Indie-Pop Bands aus Schweden sollten im Rahmen des Club King Kong in einem Lokal namens Restaurang Sjöhästen auftreten. Konkret war das Konzert die Album-Release-Party der Gruppe mit dem schönen Namen The Second Band. Vorgruppe sollte Lisa Bouvier aus Lund sein. Um es vorweg zu nehmen: Ersatz ist großer Blödsinn, beide, The Second Band und Lisa Bouvier waren so viel mehr als bloßer Los Campesinos! Lückenfüller...
Das Restaurang Sjöhästen war ein richtiges ausgewachsenes Restaurant mit vielen kleinen Tischen, an denen Leute zu Abend aßen, als wir reinkamen, nachdem wir unsere etwa fünf Euro Eintritt bezahlt hatten. In der hinteren Ecke des Ladens, gleich neben der Tür zur Küche befand sich eine kleine Bühne, auf deren Boden ein großer Persertepich lag und auf der schon Schlagzeug, Keyboard und mehrere Mikros
aufgebaut waren. Es passierte aber erst einmal nichts, die Bands saßen nämlich noch an Tischen und unterhielten sich.
Erst um viertel nach elf betrat eine Frau die Bühne und nahm eine der Gitarren (vorher hatte es einige Fehlalarme gegeben, denn immer wenn jemand vom Musikertisch Getränke holte - und dafür bezahlte - mußte er über die Bühne gehen, weil es mittlerweile knackig voll geworden war. Ich hatte bis dahin eifrig gerätselt, welcher Musiker wohl zu welcher der Bands gehören). Jedenfalls war ich durch die einzelne Sängerin sehr verunsichert, denn eine Singer/Songwriterin hatte ich nicht erwartet. Das, was die ein schwarz-weiß geschlängeltes Kleid tragende Musikerin vortrug, war aber genau so etwas; ein wunderschönes Lied gar nicht weit von Anna Ternheim entfernt.
Allerdings hüpften dann plötzlich, als das Eröffnungslied zu Ende zu sein schien, einige andere (jedoch von mir trotz guter Sicht kaum bemerkt) auf die Bühne,
vollkommen ohne Vorwarnung krachten ein Schlagzeug und ein paar andere Instrumente los. Wow, was für ein spektakulärer Auftakt!
Die anderen Musiker waren eine zweite Sängerin, ein Bassist (den ich vorher für den Tourmanager gehalten hatte), ein Gitarrist, ein Keyboarder und der Schlagzeuger. Das war dann ganz plötzlich natürlich kein ruhiger Singer/Songwriter-Pop sondern kräftiger, fröhlicher Indiepop, bei dem dauernd überall etwas passierte. So, als kämen Architecture in Helsinki aus Schweden und hätten die Fähigkeit, runde, schöne Poplieder zu schreiben. Insofern passte der nicht-Ersatz also auch zu den ursprünglich geplanten Los Campesinos!, zumindest
ähnelten sich die Energie, der mehrstimmige Gesang, der Spaß auf der Bühne - der auch kräftig in den Liedern drinsteckte - und die Melodica...
Kurz und gut, Lisa Bouvier waren ein riesengroßer Knaller! Da es bisher wohl leider erst eine Veröffentlichung gibt - die EP "Princess of Aggravation" (die enthaltenen Lieder kann man zur Zeit bei myspace downloaden) - und die Band auch wohl noch nicht furchtbar viel mehr hat, war der Auftritt nach 20 Minuten leider schon beendet. Die myspace-Lieder klingen wirklich gut, live war es allerdings noch eine ordentliche Portion aufregender! Diese 20 Minuten hätten eine Fahrt nach Stockholm vollkommen gerechtfertigt!
Setlist Lisa Bouvier Stockholm (vielen Dank an Lisa!):
01: My heart to myself
02: Andrew
03: Guiding light
04: I can't make someone love me with a song (but I can try)
05: Chambermaid
06: Belgium tomoroow (or today)
07: Capital City
Aber es war ja noch nicht vorbei.
Lisa Bouvier bewegten sich nach draußen, um die Instrumente in ihren vor dem Club parkenden Volvo zu packen. Weil es aber (zumindest für uns Südeuropäer) eine knackig kalte Nacht war, war der Wagen so zugefroren, daß sich die Türen nicht öffnen ließen. Also wurde Hilfe benötigt, einer der Köche kam mit dem Crème Brûlée Bunsenbrenner und brannte das Schloß frei.
Drinnen baute da die zweite Band des Tages (der Wortwitz war unvermeidlich, 'tschuldigung) bereits ihre Instrumente auf. "Bereits" ist nicht ganz zutreffend, es war Mitternacht, als die Gruppe aus Örebro und Stockholm dann auf die Bühne stieg. Auch von The Second Band kannte ich nur wenig, nämlich die Fetzen, die man bei
lastfm hören konnte. Aber auch die Stockholmer begeisterten mich sofort. Mir blieb kaum Zeit, mich über den Wolfgang Petry der Band (den Bassisten, der neben schönen Haaren auch eine lustige Wollkutte trug) zu freuen, denn die Musik war von Beginn an aufregend.
Wie beschreibe ich den Stil? Mir kamen einige Schweden in den Sinn, an die das ein oder andere erinnerte, ich täte The Second Band aber unrecht, sie nur mit anderen zu vergleichen. Maches klang wie Pelle Carlberg in fröhlich oder wie die Shout Out Louds ohne Glöckchen. Wohl die auffallendsten Elemente waren großzügige "la la la" und "oh oh oh" Zeilen und eine oft und deutlich eingesetzte Trompete. Die Trompete spielte der Keyboarder der Band, wobei es umgekehrt richtiger wäre, da die in fast jedem Lied vorkam. Ein gutes Beispiel dafür ist "The urgency of now" von der ersten echten Platte der Gruppe, deren Veröffentlichung eben gefeiert wurde.
Neben der Trompete ist die Instrumentierung eher konservativ, zumindest an diesem
Abend. Zwei Gitarren (eine spielt der Sänger Hampus), Schlagzeug und Bass. Auf der CD "The definite form" singen auch webliche Stimmen mit, auf den beiden EPs, die ich hinterher kaufen konnte, spielt eine der Frauen auch Geige. Da die Second Band nach Aussagen auf ihrer Website gerade einige Ab- und Zugänge zu verzeichnen hatte, scheint da einiges im Fluß zu sein. Aber zusätzlich Frauenstimmen hin oder her, das was sie da spielten, war herrlich! Das Restaurang war begeistert, da brauchte es gar nicht die vielen Anfeuerungsgesten des Bassisten, die aber trotzdem toll waren! Musikalisch - darüber waren wir uns im Anschluß einig - war (für uns) Lisa Bouvier aufregender, das ist allerdings furchbar schwer zu sagen, denn beide waren großartig! The Second
Band erzeugte wahnsinnig gute Partystimmung. Zwar sind auf den Platten auch viele melancholische Stücke, im Sjöhästen standen aber die fröhlichen Songs im Vordergrund.
Leider kann ich mit keinen Setlisten dienen (doch, kann ich dank der Bands jetzt schon!). Die Second Band spielte acht Lieder, darunter einige von ihren neuen Platte, etwa "The future", "The flood" als vorletztes Stück, "The urgency of now". Leider war auch hier nach 40 Minuten (inclusive einer Zugabe) Ende. Ich kann mir aber nur schwerlich vorstellen, daß diese beiden unglaublich talentierten Bands niemals in Deutschland auftreten werden, vielmehr würden mich die Haldern-Organisatoren nicht überraschen, wenn z.B. da Lisa Bouvier und The Second Band irgendwann spielten.
Setlist The Second Band Stockholm:
01: The killer comeback line
02: The future
03: The wedding speech
04: The urgency of now
05: Wild is the wind
06: She's exactly what I don't need but she's everything I've ever wanted.
07: The flood
08: Bellystings & Sunshowers (Z)
Anmerkung: Beide Gruppen hätte ich auch früher schon für mich entdecken können, wenn ich mir auf Eikes unfassbar kompetenten Blog die Tips besser gemerkt hätte. Hier könnt Ihr schon einmal mehr von den Bands lesen, von denen wir hier vielleicht zukünftig begeistert berichten werden.
Links:
- mehr Fotos
- ein sehr sehr lesenswerter anderer Bericht (von Christina)