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Donnerstag, 2. Februar 2012

Papier Tigre (en première partie d'Explosions In The Sky), Paris, 30.01.12

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Concert: Papier Tigre (en première partie d'Explosions In The Sky)
Lieu: Le Casino de Paris
Date: 30.01.12
Spectateurs: environ 1.200
Durée du concert environ 40 Minuten


Récemment j'ai donné ma toute première interview radio à propos de mes activités comme blogeur de concert. On m'avait demandé entre autres, si le public français était plus enthousiaste que le public allemand. J'ai répondu, que ni en Allemagne ni en France se trouvaient les fans les plus enthousiastes du monde et que ça bougeait certainement beaucoup plus en Angleterre.

J'ai encore eu la preuve de ma thèse au Casino de Paris. Pendant le concert des fulgurants Explosions In The Sky, qui pourtant donnaient tout et se déchiraient littéralement, cela restait étrangement calme et il y avait très peu de réactions dans le public.


Mais ce 30 janvier 2012 j'ai dû encore constater autre chose. Il y a quand même un désavantage par rapport à l'Allemagne. Les concerts en France commencent trop tôt! J'arrive essoufflé à 20h 15 et les excellents nantais Papier Tigre avaient déjà commencé depuis bien longtemps. Mais finalement mon retard n'était pas si dramatique que ça, parce qu'il n'y avait pas besoin de me chauffer! Les français allaient droit au but, jouaient de manière complètement libérée, sans aucun frein et avec une énergie et une agressivité folle! Leur son était très original, ultra rythmique, bien groovy et rentre-dedans. Un groupe très novateur, qui mélangeait savamment le post-harcore, le mathrock et le rock indé pour un résultat frais, moderne et captivant. Parfait aussi leur présence sur scène. Le fait que le ultra puissant batteur se défoulait au beau milieu de ses confrères, permettait une performance dense, offensive et directe.



Ils jouaient vraiment comme si leur vie en dépendait! La rage dans la voix du chanteur était énorme et me faisait penser à Nirvana, mais aussi Mars Volta. Malgré ces références potentielles, Papier Tigre ont leur propre univers et n'ont pas du tout besoin de se cacher derrière des groupes internationaux. Leur rôle dans le collectif nantais muraillesmusic souligne leur satut indé et experimental. Ils vont publier leur nouvel album Recreation (le troisième après Papier Tigre (2007) et le sublime The Beginning And End Of Now (2008) ) le 1 mars et, pour le défendre, ils partiront en tournée à travers en France en passant par le Point Ephémère à Paris le 7 avril. J'y serai à coup sûr! Voici deux titres prometteurs du nouvel album:




Afternoons | Live from Papier Tigre on Vimeo.



Setlist Papier Tigre, Casino de Paris, Paris

01: Restless Empire
02: Office Hours
03: Afternoons
04: Demand
05: Intelligent Horses
06: Wandering Cage
07: Pricing
08: A Killer Gets Ready
09: I'm Someone Who Dies
10: Home Truth

Dates de concert de Papier Tigre:


24.02.2012: Nantes, Le Stakhanov
29.02.2012: Limoges, La Fourmi
01.03.2012: Lausanne (CH), Le Romandie
02.03.2012: Mâcon, Les 20 ans de la Cave à Musique
03.03.2012: Vagney, L'Estaminet
04.03.2012: Strasbourg, Le Mudd Club
05.03.2012: Besançon, La Cour Des Miracles
06.03.2012: Clermont-Ferrand, Le Raymond's Bar
22.03.2012: Bourges, Emmetrop
23.03.2012: Mouscron (B), El Bar
25.03.2012: Bruxelles (B), le Magasin 4
05.04.2012: Brest, La Carène (tbc)
07.04.2012: Paris, Le Point Ephémère, Release Party
18.04.2012: Toulouse, Le Connexion Café
19.04.2012: Montpellier, tba



Mittwoch, 1. Februar 2012

Explosions In The Sky & Papier Tigre, Paris, 30.01.12

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Konzert: Explosions In The Sky & Papier Tigre
Ort: Le Casino de Paris

Datum: 30.01.12
Zuschauer: fast ausverkauft, geschätzte 1200
Konzertdauer. Explosions In The Sky etwa 85 Minuten, Papier Tigre etwa 40 Minuten



Neulich habe ich mein erstes Radioninterview gegeben. Eine der Frage lautete: "Wo geht denn das Publikum besser mit, in Paris oder in Berlin?" Ich antwortete, daß das in etwa gleich sei und in beiden Ländern nicht unbedingt die euphorischsten Zuschauer anzutreffen seien. Ich ergänzte, daß wohl in England am meisten abgeht.

Nach dem Pariser Konzert von Explosion In The Sky (Foto) ist mir noch einmal deutlich geworden, daß ich recht hatte und die Franzosen wirklich oft sehr lahmarschig und hüftsteif sind. Es herrschte nämlich fast durchgängig eine maue, träge Stimmung und dies obwohl die Band aus Texas vorne ihr Allerletztes gab und die Leute mit epischen Gitarren und Schlagzeugsalven geradezu beschoss.



Ein anderer Nachteil bei Pariser Konzerten: sie fangen viel zu früh an! Die Vorgruppe wurde heute wieder deutlich vor 20 Uhr in den Ring geschickt und da verpasste ich fast zwansgsläufig die Hälfte des Sets. Was ich aber noch von Papier Tigre aus Nantes mitbekam, war atemberaubend. Eine beinhart agierende Band, tight wie sau, motiviert bis in die Haarspitzen und angriffslustig wie ein gereizter Bulle. Die drei Heißsporne ließen es wirklich krachen, kredenzten eine groovige Mischung aus Mathrock, Post-Hardcore und Indierock und versohlten mir damit gehörig den verpoppten Hintern. Sie schossen durchgängig aus allen Rohren, beeindruckten aber auch mit vielen Ideen und abrupten Brüchen, so daß das Ganze nie zu vorhersehbar war. Und hinter der rauhen Schale konnte man durchaus eine sanften Kern in Form von schönen Melodiebögen finden.



Die meisten Stücke stammten vom letzten Album The Beginning And End Of Now, aber es gab auch Songs von einem neuen, im April erscheinden Opus. Auf Bandcamp kann man in zahlreiche Werke von Papier Tigre reinhören:




Setlist Papier Tigre, Casino de Paris, Paris

01: Restless Empire
02: Office Hours
03: Afternoons
04: Demand
05: Intelligent Horses
06: Wandering Cage
07: Pricing
08: A Killer Gets Ready
09: I'm Someone Who Dies
10: Home Truth


Um kurz vor neun standen dann die Texaner Explosions In The Sky auf der Bühne. Zur Überraschung Vieler ergriff der äußerst rechts stehende Gitarrist (der hübsche, der mit den braunen Haaren) das Mikro und sagte in einem sehr odentlichen Akzent auf französisch: "Bonsoir Paris, nous sommes Explosions dans le Ciel, enjoy the show."

Explosions dans le Ciel das klang in der Tat noch eine Ecke poetischer als der eigentliche englische Bandname, der aber im Übrigen perfekt gewählt ist, weil er so treffend beschreibt, was man als Hörer empfindet, wenn man dem Funken sprühenden, bunt perlenden instrumentalen Gitarrensound der Amerikaner zuhört.


Und es dauerte auch nicht allzu lange, bis - bildlich gesprochen- die ersten Feuerwerkskörper explodierten- und die Zuschauer in die Galaxie beförderten. Wie erwähnt genossen die Pariser eher still und andächtig und selbst das bei Postrockkonzerten so häufig gesehene energische Kopfschütteln in den wilden Passagen blieb fast komplett aus. Im positiven Falle waren die Leute in eine Art hypnotische Trance verfallen, im negativen langweilten sie sich zu Tode. Letztere Variante war aber eher unwahrscheinlich und selten, obwohl es ein paar Leute gab, die in weniger dichten Phasen anfingen, Mails über ihre Smartphones zu verschicken und ihre Facebook Seite zu checken. Womit wir bereits bei zwei Kritikpunkten wären. Es gab sie in der Tat, die etwas langatmigen, unspektakulären Passagen und ein guter Bekannter äußerte hinterher noch eine andere Beschwerde. Er fand die Stücke nicht hinreichend überraschend konstruiert, meinte, die jeweilige Exlosion der Gitarren sei oft absehbar und einer bestimmten Logik folgend.


Beide Kritikpunkte waren nicht völlig an den Haaren herbeigezogen, vermochten jedoch nichts an der Tatsache zu ändern, daß die positiven, die packenden, die berauschenden Momente deutlich überwogen. Es war erneut beeindruckend, wie leidenschaftlich die Amis zu Werke gingen, Gitarren über Gitarren türmten, dann mal wieder innehielten, nur um kurz später wieder loszupoltern und mit 300 Sachen und einer unbeschreiblich epischen Wucht nach vorne zu galoppieren. Allein das bildschöne, ästhetische und heroisch- kraftvolle Catastrophe and The Cure hätte mir ausgereicht, um von einem guten Abend zu sprechen. Aber es kamen ja noch so viele andere Perlen. Das nachfolgende The Only Moment We Were Alone klang ungemein feierlich und wahnsinnig tröstlich und Be Comfortable, Creature belegte, daß auch das aktuelle album Take Care Take Care Take Care so schlecht nicht sein kann. Greet Death im Anschluß war dann sicherlich das metallischste, aggressivste Stück, das mich ein wenig an Glasgow Mega Snake von Mogwai erinnerte.



Die Hymne überhaupt war aber natürlich The Birth And Death Of Day und wer Phantasie und Vorstellungskraft besaß, konnte sich das wundervolle Naturspektakel der auf- und untergehenden Sonne vor seinem geistigen Auge ins Leben rufen.

Als zehntes und letztes Lied dann noch einmal neues Material und zwar Let Me Back In, das über 10 Minuten lang wohlig prickelte, wunderbar Tempo und Stimmungen wechselte und klar machte, daß es nicht nötig ist, Texte zu singen, um starke Emotionen beim Hörer zu wecken. Ein himmlisches Stück und ein sehr guter Abschluss unter ein gelungenes Konzert. Wären doch bloß die Leute etwas enthousiastischer gewesen! Seltsamerweise wurden sie erst so richtig lebhaft, als es zu spät war. Nicht wissend (Blödmänner!), daß Explosions In The Sky nie Zugaben geben, klatschten sie noch 10 Minuten lang vergeblich rum, um die Gruppe noch einmal auf die Bühne zu bewegen.


Setlist Explosions In The Sky, Casino de Paris, Paris

01: Postcard From 1952
02: Catastrophe And The Cure
03: The Only Moment We Were Alone
04: Be Comfortable Creature
05: Greet Death
06: Six Days At The Bottom Of The Ocean
07: The Birth And Death Of The Day
08: Your Hand In Mine
09: Let Me Back In

Aus unserem Archiv:

Explosions In The Sky, Haldern, 13.08.11
Explosions In The Sky, Barcelona, 27.05.11
Explosions In The Sky, Paris, 20.05.11
Papier Tigre, Paris, 20.11.07



Mittwoch, 21. November 2007

Faustine Seilman, Paris, 20.11.07

4 Kommentare

Konzert: Faustine Seilman

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 20.11.2007
Zuschauer: mittlere Füllung


Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Konzertbericht über Black Rebel Motorcycle Club folgen. An diesem Dienstag klappte aber auch so gar nichts wie geplant, so daß ich schließlich im Nouveau Casino bei der entzückenden Folksängerin Faustine Seilman landete. Die junge Frau aus Nantes spielt glänzend Klavier und ihre Band Postrock im Stile von A Silver Mount Zion.

Den kompletten Bericht gibt es morgen hier.

Und da kommt er, der angekündigte Bericht:

Also, mal ganz von vorne. Mit der Karte von Black Rebel Motorcycle Club (BRMC) in der Tasche machte ich mich sehr früh auf den Weg in die Stadt. Ich wollte um 17 Uhr 30 eine Bekannte im Café Charbon treffen, das im Ausgehviertel Oberkampf liegt. Meine Armbanduhr zeigte 16 Uhr 30 an, ich glaubte perfekt in der Zeit zu liegen. Normalerweise bräuchte ich für die Strecke eh nur eine gute halbe Stunde. An diesem Dienstag war aber nichts normal. Es fing damit an, daß meine Metro-Linie 8 komplett blockiert war. Eiserne Gitter versperrten den Zugang zu den Gleisen. Mir war klar, daß auch heute wieder gestreikt würde, einen Totalausfall der Linie hielt ich jedoch für unwahrscheinlich...

Zurück auf der Straße machten aufgebrachte Gewerkschafter ihrem Ärger auf die Regierung Luft. Mit ihren CGT -Fahnen hätten sie lieber zum Fußball gehen sollen, da hätten sie den Verkehr weniger gestört. So aber blockierten sie auch noch die Straßen rund um den Invalidendom. Das Chaos war unbeschreiblich, selten habe ich so viele Polizeifahrzeuge gesehen. Es wurde also nicht nur gestreikt, sondern zusätzlich auch noch demonstriert und zwar von Seiten der Beamten, die mit den Verkehrsbetrieben nichts zu tun haben.

Wie kam ich jetzt bloß zu meiner Verabredung? 40 Minuten hatte ich vergeblich auf ein Taxi gewartet, das nie kam. An einem anderen Stand hatte ich nach einer weiteren halben Stunde schließlich mehr Glück. Die Fahrt durch das Chaos auf den Straßen dauerte allerdings mindestens 50 (!) Minuten. Zu meinem Date kam ich mit über einer Stunde Verspätung und somit vergeblich!

Mir war gewaltig die Laune vergangen, ich brauchte erst einmal Nervennahrung. Die bekam ich in meiner Lieblingscrêperie auf der anderen Straßenseite. Der unglaublich nette und kommunikative Betreiber servierte mir nicht nur zwei köstliche Crêpes - ein herzhaftes und ein süßes - sondern fungierte auch als Psychater. "So ist das in Paris nun einmal mit den Streiks und den Demos", sagte er gelassen, "da darf man sich nicht drüber aufregen." Wenn Du aber gleich noch ins Elysée Montmartre willst, mußt du mindestens eine halbe Stunde latschen. Geh doch einfach ins Nouveau Casino, das ist gleich gegenüber!" Der Mann hatte Recht und für den spendierten Espresso danke ich ihm auch, indem ich mal den Namen seines Ladens nenne: marche ou crêpe, 88 rue Oberkampf, 75011 Paris. Sein Geschäft hebt sich wohltuend von den üblichen, oft sehr banalen und nicht immer hygienisch einwandfreien Crêperies ab. Bei ihm gibt es topsaubere Auslagen, mit völlig ausgefallenen Crêpes, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Ich hatte vorher z.B. noch nie ein Crêpes mit Karamellstückchen gegessen. Köstlich!

Ich also raus aus dem Reich der Verlockungen und zurück auf den harten Pariser Asphalt. Es regnete inzwischen in Strömen. Jetzt bis zum Montmartre latschen? - Nein, danke! Gute Idee, daß mit dem Nouveau Casino, zumal dort das kleine aber feine französische Label Effervescence einen Abend mit seinen Künstlern veranstaltete. Hierzu gehörten auch Percevalmusic, die als erste dran waren. Eine ziemlich experimentalle Sache das. Erinnerte mich an Battles. Vielleicht aber nur deshalb, weil das die einzige Band auf dem Gebiet Math-Rock ist, die ich kenne. Und math-rockig schienen mir auch Percevalmusic draufzusein. Amüsanterweise spielten sie nicht auf, sondern vor der Bühne. Auf Augenhöhe mit den Zuschauern also. Abgefahren!

Die danach folgende Künstlerin Faustine Seilman aus Nantes interessierte mich aber noch viel mehr. Durch Zufall bin ich beim Stöbern durch den riesigen CD-Laden Fnac auf ihr Album "Silent Valley" aufmerksam geworden und habe mich spontan in ihre Stimme und ihr fast klassisch zu nennendes Piano-Spiel verliebt. Nach dem heutigen Abend ist mir auch die junge Frau selbst ans Herz gewachsen. Bekleidet mit einer Pippilangstrumpf-artigen roten Strumpfhose auf schwarzem Kleid hauchte sie ein schönes, melancholisches Lied nach dem anderen ins Mikro. Das hatte etwas vom Folk-Gesang einer Cat Power, oder einer Shannon Wright, aber wenn ihre Band aufspielte, ging das Ganze in Richtung Postrock. Der flehentliche Gesang und die langgezogegen Soli erinnerten mich spontan an A Siver Mt. Zion, die ich auch prompt auf ihrer MySpace Seite als Haupteinfluss wiedergefunden habe. Parallelen gab es aber auch zu Cyann & Ben, die ich heiß und innig liebe. Hach, es war herrlich! Glockenspiel, Akkordeon, Spielzeugpianos, versponnenes Herz, was willst Du mehr?

Gefiel glaube ich auch den anderen im Publikum. An dieses richtete Faustine dann auch dankende Worte: "schön, daß ihr trotz der Streiks so zahlreich gekommen seid."

Ehrensache Faustine, schön, daß ich trotz der Streiks und der Karte für BRMC bei Dir gelandet bin. So ist Paris...

Setlist Faustine Seilman, Nouveau Casino, Paris:

01: Nocturne, Italy Square
02: The Ballad Of A Starving Man
03: Steppenwolf
04: Sincerely Yours
05: Mum
06: In A Silent Valley
07: Soap Opera
08: Road Of Silence
09: Keys Are Bound To Be Found
10: The Man Who Said No

Die danach aufspielenden Papier Tigre aus Nantes waren auch nicht übel. Das Trio bot hektischen (Grunge?) Rock im Stile von Fugazi und Q And Not U. Ich war allerdings ziemlich müde von dem Tag und nicht mehr richtig aufnahmefähig. Hört Euch Papier Tigre aber auf jeden Fall mal an und ebenso die anderen Bands des Effervescence-Labels, als da wären Chevreuil, My Name Is Nobody. Melodramatic Sauna, oder auch Room 204.



 

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