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Dienstag, 15. November 2016

Let's Eat Grandma, Reykjavik, 05.11.16

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Konzert: Let's Eat Grandma
Ort: Kex Hostel, Reykjavik, Iceland Airwaves 16
Datum: 05.11.2016
Dauer: 22 min
Zuschauer: rund 200 (wie bei allen Konzerten war das Kex knallvoll)




Im Leben käme ich nie auf die Idee, Dummheiten wie "für eine Frau spielt sie gut Schlagzeug" zu denken, die man leider oft genug liest. Auch wenn ich dieses Jahr viel mehr Bands mit vielen Frauen als ohne gesehen habe, ist mir vollkommen egal, welches Geschlecht die Bandmitglieder haben. Eine Gruppe nur deshalb schlecht zu finden, weil ein Typ an der Gitarre steht, käme mir nie in den Sinn, solange er seinen Job gut macht. Das gilt auch fürs Alter einer Band. Das ist keine Ausrede, in keine Richtung. Am Ende des Konzerts gilt nur, ob es mir gefallen hat oder nicht. 


Bei Let's Eat Grandma erkenne ich an, daß die beiden jungen Musikerinnen aus Norwich für ihre enorm jungen Jahre wahnwitzig viel können, eine durchdachte Show gespielt haben, nicht bloß Konzert, auch Cabaret-Elemente geboten haben und so viel mehr Präsenz auf der kleinen Bühne des Kex gezeigt haben als viele, die seit Jahrzehnten die Livemusik-Situation kennen. Aber durchgängig (musikalisch) spannend fand ich das Konzert leider nicht. 


Jenny Hollingworth und Rosa Walton sehen aus wie Schwestern, sind 17 Jahre alt und stammen aus Norwich. Sie begannen ihr Konzert im Kex sehr speziell: vom Band lief ein Rhythmus, dazu klatschten sich beide wie bei einem Schulhofspiel ab. Eine der beiden blieb am Keyboard, die andere setzte sich auf den Boden. Das Lied mit diesem Abklatschen war Deep six textbook, eine der Singles vom im Sommer erschienen Debüt I, Gemini. 

Vermutlich war mein Problem mit dem Konzert, daß es zu viel von allem gab. Zu viele Ideen, zu viele Choreo-Elemente, zu viele Stile, zu viele Haare. Es ist originell, daß sich bei Eat shiitake mushrooms die beiden Frauen am Keyboard abwechseln und die, die nicht spielt, dann tanzt. Aber es ist bei einem 22-minütigen Set auf eine Spur drüber, wenn so viele dieser Elemente vorkommen, daß ich als Zuschauer mich kaum auf die Songs konzentrieren kann. Auch innerhalb der teilweise langen Lieder wechselte meine Stimmung. Zum Teil gefielen die mir hervorragend, dann trauerte ich wieder einer guten Song-Idee nach, die aufgegeben wurde. Rapunzel fängt mit Keyboard und Blockflöte asiatisch an, dann wechselt eine der beiden Engländerinnen ans Schlagzeug, die andere singt von ihrer toten Katze und ihrem Vater, der sie schlägt.



Ich kann mir gut vorstellen, daß Let's Eat Grandma sehr positive Kritiken erntet, mich hat das Konzert leider nicht umgehauen. Mich beeindruckt enorm, daß zwei 17-jährige sich solche Lieder und solch eine Performance ausdenken. Aber es war nicht das Konzert in Island, an das ich in ein paar Jahren noch denken werde.
Setlist Let's Eat Grandma, Kex Hostel, Reykjavik:
01: Deep six textbook
02: Eat shiitake mushrooms 
03: Rapunzel
04: Sink

Links:

- all unsere Berichte von Iceland Airwaves 16




Sonntag, 13. November 2016

Samaris, Reykjavik, 03.11.16

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Konzert: Samaris
Ort: Kex Hostel, Reykjavik (Iceland Airwaves)
Datum: 03.11.2016
Dauer: gut 30 min
Zuschauer: vielleicht 200 (bis auf den letzten Platz gefüllt)



Zwei Tage später sollten wir in Reykjavik Islands größten Star sehen, eines meiner ersten Konzerte beim Iceland Airwaves bestritt allerdings der kommende Weltstar der so musikalischen Insel: Jófríður Ákadóttir mit ihrer Band Samaris. Björk und Jófríður verbindet einiges: ihr elfenhafter Gesang, das offenbar unbegrenzte Talent und die ebenso unlimitierte Bandbreite, ihre Kunst zu gestalten. Jófríður trat beim Airwaves mit Gangly, ihrer experimentellsten Band (gemeinsam mit Úlfur Alexander Einarsson von Oyama z.B.), mit ihrem Solo-Projekt jfdr und mit ihrer - ja was? Trip Hop? - Band Samaris auf. Lediglich Pascal Pinon waren nicht im Lineup des Festivals, Jófríðurs Schwester Ásthildur ist krank.

Pascal Pinon mag ich eigentlich am liebsten. "Eigentlich" deshalb, weil ich nach dem Airwaves nicht mehr sicher bin. Dafür reichte eine halbe Stunde Samaris.

Die Konzerte im Kex Hostel wurden von KEXP (Seattle) übertragen. Dafür hatte der Radio-Sender eine Ecke des Cafés des Kex in ein Wohnzimmer verwandelt. Dadurch, daß eine Raumecke die Bühne war, gab es bei den Konzerten im Hostel zwei Seiten, um vor ihr zu stehen oder zu sitzen, das war ungewöhnlich, damit passte es aber ganz gut zum Konzert. 

Samaris sind neben Jófríður Þórður Kári Steinþórsson, der für die elektronischen Elemente verantwortlich ist, und Klarinettistin Áslaug Rún Magnúsdóttir. Ich hasse Klarinetten. Ich hasse dieses dumpf-fiese Geräusch, das die Dinger erzeugen. Klarinetten klingen nach rülpsenden Elchen. Daß ich irgendwann eine Band lieben könnte, in der dieses ekligste aller Instrumente eine zentrale Rolle spielt, hätte ich mir nie vorstellen können. Dabei hilft sicher, daß Áslaug sie alles andere als klassisch einsetzt. Die Musikerin, die ein Adidas-Ensemble trug, spielt keine Melodien sondern einzelne Töne, kleine Stücke, die oft verfremdet werden. Wenn man die Klarinette nicht sähe, käme man vermutlich nicht darauf, daß Samaris auch analoge Instrumente einsetzen.

Genauso ginge man wohl davon aus, daß Jófríðurs Stimme elektronisch verändert sein muß. Die Sängerin klingt so sehr elfenhaft, wie man es sich nicht schöner ausmalen kann. Aber es ist alles echt, sie hört sich bei Pascal Pinon oder ihren jfdr-Sachen genauso an. 



Samaris spielten ausschließlich Stücke vom neuen Album Black lights, das im Sommer erschienen ist (und das bereits Nummer drei ist). Am Stil haben Samaris nichts geändert: elektronische Beats, die Jófríðurs Stimme unterlegen - oder umgekehrt. Bei T3mpo sang zwar auch Áslaug einmal, wie ihre Klarinette war die Stimme aber unterstützend und nicht in den Vordergrund drängend. Die restliche Zeit verbringt auch sie hinter ihren elektronischen Instrumenten. Oder sie hält ihre Klarinette wie eine Gitarre. Ich glaube, sie mag das Ding auch nicht.


"There's no relaxing", gab Jófríður irgendwann vor, das stimmt allerdings nicht. Die Art Musik, die Samaris macht, könnte schrecklich anstrengend sein, alleine die Stimme der enorm jungen Sängerin macht es aber schon angenehm, den Liedern stundenlang zuzuhören!


Leider blieb dieser kurze Auftritt mein einziges Samaris-Konzert des Wochenendes. Bei all den grandiosen Künstlern des 330.000-Einwohner-Landes konnte ich nicht immer die gleichen angucken. Und unter all diesen großen Musikern ist Jófríður bald die größte!

Setlist Samaris, Kex Hostel, Reykjavik:

01: T4ngled
02: R4vin
03: T3mpo
04: Wanted 2 say
05: Black lights

Links:

- aus unserem Archiv:
- Samaris, Reykjavik, 03.11.16
- Samaris, Berlin, 17.09.14
- Samaris, Köln, 16.09.14
- Samaris, Paris, 01.02.14
- all unsere Berichte vom Iceland Airwaves 16




Dienstag, 8. November 2016

Kate Tempest, Reykjavik, 04. & 05.11.16

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Konzert: Kate Tempest
Ort: Kex Hostel & Gamla Bió, Reykjavik (Iceland Airwaves Festival)
Datum: 04. & 05.11.2016
Dauer: gut 25 & gut 40 min
Zuschauer: jeweils volle Häuser (200 / 750)



Heute morgen um 4:18 Uhr stand ich an einer Fußgänger-Ampel in Reykjavik und war auf dem Weg zum Shuttle-Bus zum anderen Shuttle-Bus zum Flughafen. 4:18 Uhr. Auch Gemma, Esther, Alicia, Pete, Bradley und zwei andere Londoner sind um diese Zeit wach, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Esther ist Krankenschwester und kommt vom Dienst, Pete wohnt wieder bei seinem Vater und bringt seine Geld mit Alkohol durch, Alicia träumt von ihrem toten Partner. Pete, Gemma und die anderen sind die Hauptdarsteller des neuen Albums von Kate Tempest. 



Ich hatte die Londoner Schriftstellerin und Musikerin 2014 beim tollen Weekend-Fest in Köln gesehen, das Konzert war atemberaubend! Auf dem Iceland Airwaves spielte die Rapperin zwei Shows, die offizielle am Samstag im Gamla Bió, dem alten Opernhaus und eine als Teil des Off-Programms im Kex Hostel, das vom Sender KEXP (Seattle) übertragen wurde.

Im Kex war es knallvoll. Weil ich das befürchtet hatte, war ich sehr früh da. Auch wenn das Zeit für eine kluge Platzwahl ließ, stand kurz vor Beginn um halb neun zielsicher die größte Deppin im Saal (eine angetrunkene Britin) vor mir. An den falschen Stellen lachen und klatschen, ist selten so unpassend wie bei Kate Tempests Texten; nach 100 Selfies bei Europe is lost begeistert zu johlen, ist absurd. 



Kate Tempest, ihre Keyboarderin, ihr Schlagzeuger und ihr Keyboarder wurden von KEXP anmoderiert. Kate stellte ihre Band vor und machte dann klar, daß sie die ersten 25 Minuten ihres Albums spielen würde. Und so war das. Kate Tempests Texte sind eindrucksvoll. Ihre Darbietung, teils als Text, wie bei einem Poetry Slam, dann gerappt oder gesungen mit Band, atemberaubend! Wie merkt sich die Künstlerin die Texte? In 25 Minuten kann man eine ganze Menge vortragen. Natürlich kann ich Let them eat chaos nicht auswendig, mir fiel daher nur eine Abweichung auf: Kate rappte fuck-frei, es wurden f***s daraus, das amerikanische Radio übertrug schließlich.



Wir kamen in der knappen halben Stunde bis zu Pete und dem Sturm, der über der Straße ausbricht. Wie die Geschichte ausgehe, könnten wir auf ihrer Platte weiterhören. Oder am Tag danach in der Oper.

Setlist Kate Tempest, Kex Hostel, Reykjavik:

01: Picture a vacuum
02: Lionmouth door knocker
03: Ketamine for breakfast
04: Europe is lost
05: We die
06: Whoops
07: Brews
08: Don't fall in


Im Hauptkonzert im Gamla Bió trat Kate Tempest vor wiederum ausverkauftem Haus auf. Sie hatte diesmal 40 Minuten Zeit, konnte also mehr von der Geschichte der sieben Londoner erzählen. Allerdings reichte auch das nicht fürs ganze Album - also die ganze Geschichte, die Platte ist schließlich ein vertontes Buch. Die Poetin ließ We die weg - und auch später Grubby, erzählte die Story aber fertig.


Es ist vielleicht etwas weit hergeholt, mich erinnerte Kate Tempest wieder einmal sehr an Anne Clark. Die ältere Britin ist vielleicht poetischer und sicher weniger wütend, ihr Stil ist Wave nicht Rap. Aber der Sprechgesang, die Geschichten, das ist gar nicht so weit auseinander. Daß ich Morgen nach dem zweiten Konzert unbewußt Hope Road von Anne Clark im Ohr hatte, machte mir den Zusammenhang wieder deutlich. Allerdings endet Anne Clarks Straßenlied trotz des Titels anders ("there is no Hope Road"), Kate Tempests Straßenalbum läßt die zumindest zu.

Intensiv ist eines dieser ekligen Worte, die man viel zu oft in Konzertkritiken liest. Mir fällt aber kein besseres ein, die Stimmung eines Kate Tempest-Konzerts zu beschreiben.

Setlist Kate Tempest, Gamla Bió, Reykjavik:

01: Picture a vacuum
02: Lionmouth door knocker
03: Ketamine for breakfast
04: Europe is lost
05: Whoops
06: Brews
07: Don't fall in
08: Pictures on a screen
09: Perfect coffee
10: Breaks
11: Tunnel vision 

Links:

- aus unserem Archiv:
- Kate Tempest, Düsseldorf, 29.10.16

- Kate Tempest, Mannheim, 03.06.16
- Kate Tempest, Köln, 28.11.14
- alle Berichte vom Iceland Airwaves 16



Freitag, 4. November 2016

Coals, Reykjavik, 03.11.16

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Konzert: Coals
Ort: Kex Hostel
Datum: 03.11.2016
Dauer: gut 25 min
Zuschauer: sicher 200




Beim morgendlichen Hören der uns unbekannten Bands des Tages (etwa 500) blieb ich bei Coals aus Polen hängen. Nach ein paar Eindrücken stand "schön!" auf meinem Schmierzettel. Mein erster richtiger Airwaves-Tag sah dann so aus, daß wir um 13 Uhr bei Samaris im Kex Hostel waren und danach ab 17 Uhr wieder ins Programm eingestiegen sind. Konzert - schnell quer durch die Stadt zur nächsten Location (Hostel, Bio-Restaurant, Theater, Museum, Konzerthaus...) und zum nächsten Konzert. Das Irgendwo-mal-Reinhören, das ich eh hasse, geht schlecht, wenn die Bands über die ganze Stadt verteilt sind. Ich hatte mich daher schnell mit mir auf einen Zeitplan verständigt, Coals blieben trotz der wenigen Eindrücke fest drin.

Coals spielten wie Samaris im Kex Hostel in der Innenstadt. Das Kex ist während des Airwaves Hauptquartier des Radiosenders KEXP aus Seattle. Auch Coals wurde von KEXP gefilmt und übertragen. Coals sind ein Duo, ein Keyboarder und eine Sängerin. Beide wirkten schüchtern in der kleinen Wohnzimmerecke des Foyers des Hostels, dircht umringt von Zuschauern auf zwei Seiten der Bühne. Das Kex war wieder randvoll.


Im ersten Lied spielte Sängerin Katarzyna Kowalczyk Gitarre. Dazu sang sie eher Mantren als wirklich einen Liedtext. Auch wenn die musikalische Herangehensweise des Duos komplett anders war, passte Coals ganz perfekt zu Samaris, hätte ich nicht gelesen, daß Coals aus Polen stammen, hätte ich sie für Isländer gehalten. Der verhutschelte Gesang, oft verändert, der einen deutlichen Akzent hatte, hätte auch in den weniger deutlich verständlichen Momenten als Isländisch durchgehen können. Das Entrückte des Gesangs wurde optisch dadurch verstärkt, daß Kasia während des Konzerts einen Kopfhörer trug.


Mich faszinierte die Musik der beiden Polen von Beginn an. Es war leicht, sich (Achtung! Eklige Floskel!) in ihr zu verlieren. Auch wenn vermutlich KEXP für das Booking von Coals verantwortlich waren, sind Coals wohl heimliche Isländer, so sphärische, elfenhafte Musik machen Mitteleuropäer üblicherweise nicht.

Coals spielten vier Lieder. Offenbar sind alle bisher nicht veröffentlicht. Skeleton in the closet, bei dem Keyboarder Łukasz Rozmysłowski mitsingt und das abschließende Brother gefielen mir am besten, wohl aber auch, weil mich das Konzert immer mehr begeisterte, je länger es dauerte. 

Bitte merken: Coals aus Gleiwitz! 

Setlist Coals, Kex, Iceland Airwaves, Reykjavik:

01: Rave 03
02: East streets
03: Skeleton in the closet
04: Brother



Samaris, Reykjavík, 03.11.16

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Konzert: Samaris
Ort: KEX Hostel in Reykjavík (Iceland Airwaves)
Datum: 3. November 2016
Dauer: 35 min
Zuschauer: 150 (randvoll)


Die tollen Bilder sind von Claudia - Vielen Dank!

Das Kex Hostel ist eine Institution - Sæmundur í Sparifötunum der Pub im Zentrum und ein mir schon lange bekannter Konzertort aus den KEXP-Mitschnitten. Das Haus von außen kannte ich vom vorbeischlendern im Juli letztes Jahr. Die Aussicht, es nun endlich kennen zu lernen fand ich sehr spannend, wobei ich aus den Aufnahmen auf die Bühne natürlich gar keine Idee hatte, wie sich der Konzertort anfühlen und wie er aussehen würde. 


Es fand sich ein sehr einladender großer Raum mit großen Fenstern, die den Blick zum Wasser und in einen freundlichen Himmel öffneten. Vielleicht trifft urig gemütlich im besten Sinne es ganz gut. Wir waren vorgewarnt, dass es gern sehr voll wird im KEX und so waren wir selbst für diese Mittagsshow auf ein frühes Erscheinen orientiert. Das sicherte uns Plätze am Bühnenrand mit bester Sicht und die Gelegenheit zu beobachten, wie sich der Raum schließlich bis an den Rand mit 150 - 200 Leuten füllte.
 


Die Zeit des Soundchecks verging wie im Flug und schon waren wir Live on KEXP - sehr lustig, auf einmal "drin" zu sein. Nach der Ansage begannen die drei Musiker Áslaug Rún Magnúsdóttir (Klarinette), Þórður Kári Steinþórsson (an den Knöpfen) und natürlich Jófríður Ákadóttir (Gesang) mit ihrer magischen Performance. Für sie nicht das erste Mal gut dokumentiert von den Kameras der KEXP-Crew.


Ich war natürlich neugierig, wie sie sich entwickelt haben und wie die Songs des neuen Albums Black Lights live klingen würden. Immerhin waen wir hier zu dritt am Bühnenrand und nur einer von uns hat Samaris wirklich schon live erlebt - was auch schon zu lange zurückliegt. Aber vor 18 Monaten hatten wir in der gleichen Gruppe gestaunt über das Konzert von JFRD in Ásbru. Und im August hatte es ein Wiedersehen mit der Musik von Pascal Pinon in Storkow gegeben. Nun also in einem sehr passenden Ambiente Samaris!

Ich halte eigentlich persönlich nicht so viel davon, die Kleidung von Musikern und Musikerinnen zu beschreiben, aber diesmal war es doch irgendwie sehr auffallend, wie jede in der Gruppe ein ganz anderes Modestatement setzte. Aber in jedem Fall hatten sie wohl Kleidung gewählt, in der sie sich wohl fühlten und unverkleidet. Selbst Frisur und make-up waren eher so, wie man sich vielleicht auch zu Hause mit Freunden an den Frühstückstisch setzen würde.


Eine gute Atmosphäre transportierte die umfangreiche freundliche und sehr entspannte Kommunikation in der Band auf der Bühne. Auch wenn nur
Jófríður mit dem Publikum sprach und durch ihren Gesang im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, war es doch eine musikalische Leistung des Trios. Das Publikum gustierte es mit Spannung und Aufmerksamkeit und begeistertem Applaus. Dafür gab es keinen Moment Entspannung, sondern immer rhythmisches Vorantreiben und pulsieren.


Für den Song T3mp0 steuerte "die Klarinette" schließlich auch eine zweite Frauenstimme bei und auch ganz am Schluß durfte sie den perfekten Punkt des Konzertes setzen, indem sie uns wohl alle zum Atmen in einem Rhythmus nötigte.


Heimlicher Höhepunkt oder Punkt auf den das Konzert in der Choreographie hingearbeitet hatte, war Blacklights vom neuen Album. Das war expressiv treibend und fast euphorisch und viel explosiver als auf Platte. Mich begeisterte das musikalische Austrudeln des Stückes auf das Ende hin und ich hätte nie von mir gedacht, dass ich bei elektronischer Musik einmal Gänsehaut haben würde - Samaris haben das geschafft. Ein toller Einstieg in den zweiten Konzerttag.



Aus unserem Archiv:
Samaris, Paris, 01.02.14
Samaris, Berlin, 17.09.14
Samaris, Köln, 16.09.14

Alle Konzertberichte vom Iceland Airwaves

 

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