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Montag, 21. Mai 2012

Friska Viljor, Mannheim, 18.05.12

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Konzert: Friska Viljor
Ort: Maifeld Derby, Mannheim
Datum: 18.05.2012
Dauer: 75 min



Friska Viljor habe ich 2008 aus den Augen verloren. Irgendwann hatte sich der Party-Folk der Schweden bei mir so weit abgenutzt, daß ich das Interesse an den beiden Musikern, die sich (so die Legende) betrunken und liebesunglücklich entschlossen hatten, gemeinsam Lieder zu schreiben, verloren habe. Seitdem habe ich Friska Viljor nicht mehr verfolgt, im Schatten vieler anderer Folkbands gerieten
sie in Vergessenheit, bis die Band als einer der Headliner des Maifeld Derbys angekündigt wurden. Ach, die gibt es also auch noch.

Mein Interesse vor dem Wochenende ging allerdings nicht so weit, daß ich mich mit der Band noch einmal näher beschäftigt hätte. Vermutlich war das Konzert 2008 im Gebäude 9 das letzte Mal, daß ich ihre Musik gehört habe. Daß es mittlerweile vier Platten gibt, war mir ebenso neu. Umso dankbarer war ich, daß das Konzert mit bekannten Stücken begann. Das war ein guter Start zum Wiederreinkommen.

Nach vier Stücken kam mir es aber komisch vor, daß immer noch alte Kracher kamen. Sind die neueren Lieder so schwach? Da ich extrem müde (und kein Fan mehr) war, hatte ich mir vorgenommen, noch abzuwarten, bis etwas Neues kommt, um dann zu fahren. Das passierte aber nicht. Während des achten Lieds (We are happy now - das Cover von Shotgun sister) klärte die Band dann auf: "wir spielen heute unser erstes Album Bravo!"

Das ist ja kein neues Konzept; viele Bands spielen ihre wichtigen Album in voller Länge. Aber Friska Viljor? Haben die Bläck Fööss das auch mal gemacht? The Bläck Fööss perform Links eröm, rächs eröm? Hätte ich verpasst.

Aber das war ja alles andere als verkehrt. Ich mochte Bravo! vor einigen Jahren sehr und auch heute hat sich nichts daran geändert, daß die Lieder des Albums mitreißende Stücke sind. Dazu scheinen Daniel und Joakim und ihre drei anderen Bandkollegen unglaublich viel Spaß gehabt zu haben und der übertrug sich auf das Partyvolk im Zirkuszelt. Auch mir machte das alles, trotz meiner Abnutzungserscheinungen viel Freude, ich blieb natürlich bis zum Schluß. Nach Tell me waren Platte und Konzert beendet.

Friska Viljor (frischer Wille) kamen aber noch zu sechs Zugaben zurück, die ich nur zum Teil kannte. Ob es an meiner Müdigkeit lag, oder doch daran, daß Bravo! das mittlere Werk überstrahlt, weiß ich nicht. Von den letzten Liedern blieb jedenfalls nichts so sehr haften wie die Melodien des Konzertstarts, die ich auch Stunden später immer noch im Ohr hatte.

Ein guter Abschluß des ersten Festivaltages!

Setlist Friska Viljor, Maifeld Derby, Mannheim:

01: Shotgun sister
02: Gold
03: Four points
04: Oh oh
05: I gave my life
06: Friskashuffle
07: Puppet cabaret
08: We are happy now (la la la)
09: Goldfish
10: Monday
11: Tell me

12: On and on (Z)
13: What you gonna do? (Z)
14: If I die now (Z)
15: Wohlwill (?) (Z)
16: Arpeggio (Z)
17: Old man (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Friska Viljor, Köln, 04.09.08
- Friska Viljor, Haldern, 04.08.07



Samstag, 19. Mai 2012

Maifeld Derby, Mannheim, 18.05.12

1 Kommentare

Konzert: Erland and the Carnival und andere
Ort: Maifeld Derby, Mannheim (Tag 1)
Datum: 18.05.2012
Zuschauer: rund 2.000
Dauer: Susanne Sundfor 45 min, Erland and the Carnival knapp 50 min, Olli Schulz vermutlich 60 min, Balthazar knapp 45 min, Friska Viljor 75 min


Tag eins des schönen Maifeld Derbys in Mannheim. Hier ein paar erste Eindrücke:

Es begann für mich (noch ohne Regen) um 19.20 Uhr mit einem der Überraschungsgäste auf der Tribüne des Reitstadions. Der Sänger der Schweizer Band We Invented Paris spielte dort einige akustische Stücke. "Es hat Vorteile, wenn man alleine spielt. Man kann Lieder spielen, die die Band noch nicht kann." Es war sehr schön, was er vortrug, allerdings mußte ich nach der Hälfte gehen, um Susanne Sundfor zu sehen.

Die gefiel mir aber nicht.

Danach folgte mit Erland and the Carnival eine sichere Bank. Ich habe die Band einige Male gesehen, allerdings noch nie auf einer Bühne, die größer als 10 Quadratmeter groß war. Die zusätzliche Freiheit hemmte die Briten nicht, sie spielten gewohnt großartig, was den einsetzenden Regen erträglich machte. Sensationelles Konzert!

Setlist Erland and the Carnival, Maifeld Derby, Mannheim:

00: The Derby Ram (nur beim Soundcheck)

01: My name is Carnival
02: So tired in the morning
03: Emmeline
04: Trouble in mind
05: Nightingale
06: Was you ever see
07: Everything came too easy
08: You don't have to be lonely
09: Gentle Gwen
10: Love is a killing thing

Olli Schulz hatte da schon angefangen. Wie viel ich verpasst habe, weiß ich nicht. Viele seiner Geschichten kannte ich schon, es war trotzdem großes Entertainment, wie der Liedermacher das volle Zirkuszelt bespaßte!

Setlist Olli Schulz, Maifeld Derby, Mannheim:

- Schrecklich schöne Welt
- Spielerfrau
- Halt die Fresse, krieg ein Kind
- Song ohne Grund
- Bettmensch
- Du bist so lange einsam
- Wonderwall (Oasis Cover mit Patricia)
- Die Ankunft der Marsianer
- Bloss Freunde
- Und dann schlägt dein Herz
- Der Rumäne
- Nimm mein Mixtape, Babe
- Safe tonight (Eagle Eye Cherry Cover)
- Der Moment

Danach eine Band, die ich nicht kannte. Balthazar aus Belgien machen experimentellen Pop, vielleicht vergleichbar mit den Guillemots oder sogar Tu Fawning (die morgen auftreten; bzw. nachher). Mir gefiel die Musik der fünf Musiker sehr gut, das tollste Stück war ein neues, das der Keyboarder (der André Schürrle gleicht) singt.

Anschließend dann noch die schwedischen Höhner. Friska Viljor haben mir vor einigen Jahren in Haldern große Freude mit ihren alkoholdurchtränkten Lala- und Ohoh-Liedern gemacht. Danach hatte ich schnell das Interesse verloren, wollte sie mir aber nach der längeren Pause gerne wieder einmal ansehen. Allerdings kannte ich alles. Es kamen nur Lieder, die sie auch in Haldern vor Jahren gespielt hatten. Die beiden (begleitet von drei anderen Musikern), klärten nach acht Liedern auf: "wir spielen heute unser erstes Album!" Ein Konzept, das gerade hip ist. Allerdings wäre ich bei Friska Viljor zuletzt drauf gekommen, daß sie dies auch mit ihrem klassischen ersten Album macht. Nun denn, so konnte ich wenigstens mitgröhlen. Erst die Zugaben waren mir neu.

Setlist Friska Viljor, Maifeld Derby, Mannheim:

01: Shotgun sister
02: Gold
03: Four points
04: Oh oh
05: I gave my life
06: Friskashuffle
07: Puppet cabaret
08: We are happy now (la la la)
09: Goldfish
10: Monday
11: Tell me

12: On and on (Z)
13: What you gonna do? (Z)
14: If I die now (Z)
15: Wohlwill (?) (Z)
16: Arpeggio (Z)
17: Old man (Z)



Freitag, 5. September 2008

Friska Viljor, Köln, 04.09.08

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Konzert: Friska Viljor
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 04.09.2008
Zuschauer: ca. 300
Dauer: 60 min


Für kühle Herbsttage und daruas resultierender schlechter Laune kennt die Nichtradio-Musikszene ein gutes Heilmittel: schwedischen Indie-Pop. Meine Gute-Laune-Dosis sollte an diesem Donnerstag Friska Viljor sein, diese fröhliche Band, die so herrliche Mitgröhl-Lalala-Lieder macht. Um hier keinen ironischen Unterton reindeutbar zu machen: ich mag diese Art von Musik, Kirmesmusik (bei uns kein Schimpfwort) und halte Friska Viljor für eine sehr sehens- und hörenswerte Band. Natürlich sind die Texte und Liedstrukturen für die intellektuelleren Indie-Hörer indiskutabel, überhaupt sollte ja Musik keinen Spaß machen, wenn man reif und cool ist... Sicherlich ein Ansatz, über den man nachdenken kann. Ich
stattdessen zog es vor, mir die lustigen Schweden anzusehen und jede Menge Spaß zu haben.

Die Vorgruppe Stompin' Souls hatte sicher auch irgendwo einen ironischen Unterton - und zwei Friska Viljors an Keyboard und Gitarre. Gut war die halbe Stunde allerdings in meinen Ohren überhaupt nicht. Ein riesiges Plakat mit Bandnamen bzw. Logo hinter der Bühne vermittelte den Eindruck, daß die schwedische Gruppe größer als eine durchschnittliche lokale Vorgruppe ist. Besser waren sie nicht. Der Sänger, der immer mehr Kleidung ablegte, fühlte sich zwar ganz offenkundig wie ein Rockstar, es blieb allerdings beim Versuch. Die Musik der fünf klang wie Mando Diao ohne die beiden ersten Platten und ohne die Melodien.

Mit einem "thank you boys and girls, you are animals" (aus dem Lexikon "Wie werde
ich Rockstar", Kapitel "Ansagen für weit Fortgeschrittene"), entließen uns Stompin' Dings nach sehr fairen 30 Minuten.

Irgendwo ist das aber auch immer wieder beruhigend, mal
eine schlechte Band aus Schweden oder Kanada zu erleben...

Wahnwitzig spät, kurz vor halb elf, begannen dann die Schweden, deretwegen wir da waren. "Wir" heißt in dem Fall etwa 300 Besucher - gar nicht schlecht. In Berlin allerdings war ein Konzert vor einigen Wochen ausverkauft, vermutlich trauten sich die ganz hippen Kölner nicht, ihren Kumpels zu erzählen, sie wären bei einer Spaßband gewesen.

Meine Bedenken waren andere. Ich kenne das zweite Album noch nicht, nicht einen Song. Daher hatte ich keine Ahnung, ob mich Friska Viljor ähnlich begeistern würden, wie an einem Sommertag beim Haldern-Festival. Es dauerte dann auch eine Weile, bis ich das überprüfen konnten, die ersten drei Lieder stammten alle vom
Debüt Bravo! Dabei gefiel mir Puppet cabaret erstaunlich gut, das tut es auf der Platte im Vergleich zu den anderen Liedern nicht so sehr. Die Version des Songs war aber auch herausragend. Mir kam es viel elektronischer, mit heftigem Beat - aber nicht billig - vor. Quasi der MGMT-Remix des Lieds. Was man aus einer Besetzung Schlagzeug, Mandoline, Gitarre, Bass und Keyboard alles rauszaubern kann!

Es lag aber sicher nicht am Tanzbeat, daß die Stimmung im Gebäude 9 so glänzend war. Um mich rum sang jeder mit, die Leute waren nicht zufällig da, sondern kannten die Schweden offenbar sehr gut. Auch On and on vom neuen Album war den Besuchern (außer mir) so vertraut, daß kein Bruch entstand, kein Wunder, denn dieser neue Titel ist genauso fröhlich-gut, wie das alte Material.

Der Kracher I gave my life, dieser wundervoll-melancholische, sich steigernde Lied
war ein erster richtiger Stimmungshöhepunkt. Das Lied könnte auch von einer Balkan-Pop Band stammen und ist für mich einer der besonderen Glücksgriffe auf Bravo!

Early morning im Anschluß hatten Friska vorher erst viermal gespielt. Ich kann die neuen Lieder nach einem Mal noch nicht gut auseinander halten - insgesamt hielt ich sie für leicht schwächer als die großen Knüller des Debüts, ändere die Meinung aber vermutlich nach einigem Hören.

Sehr gut und vertraut waren dann aber zwei der nächsten Lieder,
Four points und Oh oh, und jeder gröhlte und hüpfte mit und hatte ganz augenscheinlich Spaß! Unterbrochen wurden die Stücke durch das neue The cure, das mir als Knüller im Gedächtnis geblieben ist. Und nach Oh oh war Schluß. Ziemlich unverhofft - und nach vielleicht 40 Minuten.

Aber auch nur ganz kurz, denn ohne Shotgun sister würden Daniel und Joakim nicht in Kölner Kneipen umziehen. Erste Zugabe war aber etwas für mich Neues: Arpeggio. Beim
Friskashuffle danach waren wir Teil eines Wettbewerbs, bei dem es darum ging, lauter zu singen als die anderen Tourstädte. Bei zweiten Versuch waren wir dann auch lauter als München - was wohl gut war...

Es folgten Shotgun sister und Tell me. Jeder, der das erste Album kennt, kann sich vorstellen, wie großartig die Stimmung da war. Auch Stompin' Souls Sänger Thomas Carlsson (die Band bezeichnet sich als "Sweden's next rock sensation", das ist doch auch von Mando Diao geklaut?) tanzte in vorderster Reihe mit, er hat also doch guten Musikgeschmack.

Vorbei war es nach den Krachern noch nicht. Vermutlich wollten mich Friska Lügen strafen, weil ich prophezeit hatte, daß sie keine Stunde spielen würden. Mit Old man von der neuen Platte überschritten sie die Marke. Ich bin aber sehr sicher, daß alle gerne noch deutlich mehr mitgegröhlt und getanzt und gehüpft hätten. Ein großer Spaß!

Setlist Friska Viljor, Gebäude 9, Köln:

01: Gold
02: Puppet cabaret
03: Monday
04: On and on
05: I gave my life
06: Early morning
07: Four points
08: The cure
09: Oh oh

10: Arpeggio (Z)
11: Friskashuffle (Z)
12: Shotgun sister (Z)
13: Tell me (Z)
14: Old man (Z)

Links:

- Friska Viljor auf dem Haldern-Festival
- ein paar Fotos



Montag, 6. August 2007

Friska Viljor, Haldern, 04.08.07

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Konzert: Friska Viljor

Ort: Haldern (Haldern-Pop Festival)
Datum: 04.08.2007
Zuschauer: recht gut gefüllter Festivalplatz

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht jeden Haldern-Bericht mit "Boah, war das schön" zu beginnen... Also Konzentration!

Friska Viljor also... Von den vielen Bands, auf die ich mich vorher gefreut habe, war Friska Viljor die, die ich am wenigsten kannte. Mehr als ein, zwei Lieder hatte ich sicher vorher nicht gehört. Weil aber Leute mit gutem Musikgeschmack die Schweden sehr schätzen, war ich wirklich sehr gespannt.

Die Band, die dann bei wunderbarem Sommerwetter auf die Bühne kam, sah herrlich
exzentrisch aus. Sänger Daniel (oder ist das Joakim?) hatte eine E-Mandoline im Arm und erinnerte mich an Hans Süper vom Colonia Duett (oder an Brad Pitt, der in irgendeinem Film auch mal so lange Haare und ein Hütchen trug). Damit paßte das Äußere aber auch prima zur Musik, denn ein wenig exzentrisch ist der Pop von Friska Viljor ja schon, was vor allem an Daniels bzw. Joakims Stimme liegt. Aber sie ist wunderschön, sonnig, erfrischend, gute Laune erzeugend...

Das famose "Shotgun sister" eröffnete das viel zu kurze Konzert der beiden Freunde aus Stockholm, die bei Auftritten von Freunden begleitet werden. Die für die Uhrzeit recht große Zahl an Zuhörern hatte ganz sicher spätestens nach dem ersten "Shotgun sister, waiting for me" riesige Lust auf einen Sonnentag mit herrlichem Pop. Friska Viljor ("frischer Wille") spielten ausschließlich Titel vom grandiosen Album "Bravo!". Es war aber nicht nur Gutelaune-Musik.
Hans-Brad kündigte eines der Lieder als ihren Drama-Song an, es folgte "I gave my life", eine schneller werdende Ballade, die Mando Diao sicher auch gerne geschrieben hätten (und die ihrem letzten Album auch deutlich besser getan hätte als all die, die da drauf sind).

Ein anderer echter Leckerbissen war "Tell me", das Daniel-Joakim ankündigte mit: "I wrote it especially for me, it suits my voice
perfectly", um dann auf seiner Mandoline loszuklimpern. Mit der alternativen Version von "Shotgun sister" endete dieses Perle von Konzert. Vorher erzählten Friska Viljor aber noch, daß sie von "Bravo!" seit dem Frühjahr so viele Exemplare verkauft hätten, wie heute Zuschauer da wären. Das änderte sich hinterher schlagartig. Als ich mein Exemplar kaufte, fragte mich die sehr nette Frau am Verkaufsstand, was das denn für Musik sei, sie hätte die Band leider verpaßt. Aber jeder wolle die CDs haben. Manchmal ist die Welt doch gerecht!

Setlist Friska Viljor Haldern

01: Shotgun sister
02: Four points
03: Puppet cabaret
04: I gave my life
05: Monday
06: Oh oh
07: Tell me
08: Gold
09: We are happy (la la la)

Links:

- Fotos vom Samstag in Haldern




 

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