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Mittwoch, 16. September 2009

Fleet Foxes, Luxemburg, 15.09.09

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Konzert: Fleet Foxes (Blitzen Trapper)
Ort: den Atelier, Luxemburg
Datum: 15.09.2009
Zuschauer: etwa 1.000 (so gut wie ausverkauft)
Dauer: gut 80 min (ohne die Stimm- und Einsingpausen zwischen den Liedern vielleicht knapp eine Stunde)


"Alles, was die Lobpreisungen am Jahresende über die Fleet Foxes geschrieben haben, stimmt! Selten hat mich ein Kritikerliebling so sehr gepackt," habe ich nach dem Konzert der amerikanischen Indie-Folkhelden in der Essener Grugahalle geschrieben. Nach einem guten, wegen langer Pausen zwischen den Liedern aber zähen Auftritt in Haldern im Sommer vorher, begeisterte mich Essen wahnsinnig. Diese Begeisterung vermochte ich prima zu konservieren. Als dann ein Konzerttermin für den Atelier in Luxemburg bekanntgegeben wurde, war klar, daß ich da hin musste. Das hatte schließlich Potential, Konzert des Jahres zu sein.

Als wir reinkamen, hatte Blitzen Trapper, die amerikanische Vorgruppe, bereits ihren Part begonnen. Auf der Bühne stand ein eigentlich interessanter Instrumente-Mix, viele Gitarren aber auch zwei Keyboard-Batterien. Das und das viele Lob, das ich vorher über die Sub Pop Band gelesen hatte, halfen aber nicht darüber hinweg, daß mich der Auftritt nicht sonderlich begeisterte. Ein Stück gefiel mir wirklich gut, der Rest berührte mich nicht. Und die nach Axl Rose klingende Stimme von Sänger Eric machte es mir auch nicht leichter, den Auftritt zu mögen. Schade, ich hatte mir sehr viel mehr von Blitzen Trapper versprochen...

Dann konnte sich meine Vorfreude eben noch mehr auf die Fleet Foxes konzentrieren. Gegen halb zehn war es soweit. Eine Besonderheit des Ateliers ist der Zugang zur Bühne, denn der erfolgt am linken Rand des Clubs quer durch den Laden. Und durch diesen Gang schlappten dann auch die Fleet Foxes. Dabei konnte ich den attraktiven Kopfschmuck von Robin Pecknold erstmals bewundern. Der Sänger trug eine dieser aus der Mode gekommenen Häkelhüllen für Toilettenpapier-Rollen. Die von der Hutablage.

Aus der Zeit, in der diese Scheußlichkeiten bei manchem hip waren, könnte auch die Musik der Fleet Foxes stammen. Die wundervolle Musik der Fleet Foxes!

Obwohl das Konzert mit den gleichen Liedern wie Essen begann, ging am Anfang alles an mir vorbei. Weder das umwerfende Sun giant, noch einer der Nachfolger fesselte mich auch nur annähernd so wie vergangenes Jahr. Das mag auch am schrecklich flachen Sound unseres ersten Standorts links (zu nah an den Boxen) gelegen haben. Aber es lag nicht nur am schlechten Klang, daß es zu Beginn so wenig packend war. Auch die schrecklich langen Pausen zwischen den Liedern machten den Zugang so schwierig. Manchmal hatte man fast den Eindruck, die Musiker jammten ein wenig zwischen den Stücken; da wurde auch ab und an die Stimme "gestimmt". Dem Fluß des Konzerts tat das nicht gut.

Das wurde während des Abends nicht besser. Von den 80 Minuten, die die Band aus Seattle auf der Bühne stand, verbrachte sie vermutlich 20 mit dem Stimmen der Gitarren. Wenn sie denn spielten, wurde es besser und besser.
White winter hymnal, Ragged wood, Your protector und der Tiger Mountain peasant song nach einander waren brillant, die Stücke sind einfach grandios. Aber auch die neuen Lieder Bedouin dress, Blue spotted tail und Lorelai* (Ich weiß nicht, wie soll man es schreiben...) gefielen mir ausgezeichnet, auch wenn sie nach dem ersten Hören nicht an Überhits wie Your protector herankommen.

Your protector stellte auch in Luxemburg wieder den Höhepunkt dar - das beste Lied der Band, finde ich. Danach verließ die Band die Bühne und ließ den Frontmann für drei Songs alleine zurück (u.a. zwei der neuen). Nach
He doesn't know why (herausragend!) und Mykonos war bereits gut eine Stunde vorbei; die Band beendete ihr Set.

Die erste Zugabe wurde dann noch einmal richtig spektakulär! Robin kam alleine zurück, stellte sich neben das Mikro und spielte mit nicht-angeschlossener Gitarre Katie Cruel. Auch wenn der Saal leider nicht leise genug war: Hut ab vor einem Musiker, der einen solchen Saal alleine und ohne Verstärkung unterhält!

Zum Abschluß kamen dann noch einmal Blitzen Trapper mit auf die Bühne und halfen bei
Blue Ridge Mountains mit Percussions aus. Auch das noch einmal ein schöner Höhepunkt.

Ein am Ende sehr gutes Konzert haben die Fleet Foxes auf alle Fälle hingelegt. Das erwartete absolute Highlight war es für mich jedoch nicht. Ich hatte ein Erlebnis, als habe ich die Band bereits 20 mal gesehen und stumpfte langsam ab. Dabei war es erst das dritte Konzert nach Haldern und Essen. Da war mehr drin...
**

Setlist Fleet Foxes, den Atelier, Luxemburg:

01: Sun giant
02: Sun it rises
03: Drops in the river
04: English house
05: Bedouin dress (neu)
06: White winter hymnal
07: Ragged wood
08: Your protector
09: Tiger Mountain peasant song (Robin Pecknold solo)
10: Blue spotted tail (Robin Pecknold solo) (neu)
11: Lorelai (?) (Robin Pecknold solo) (neu?)
12: He doesn't know why
13: Mykonos

14: Katie Cruel (Z) (Robin Pecknold solo)
15: Oliver James (Z) (Robin Pecknold solo)
16: Blue Ridge Mountains (Z) (mit Blitzen Trapper)

Links:
- aus unserem Archiv:

* ist das neu oder ein Cover?
** auch bei diesem Bericht...



Donnerstag, 27. August 2009

The Irrepressibles u.a., Haldern Pop Festival, 13,14,15.08.09

2 Kommentare

Konzert: The Irrepressibles, The Temper Trap, Blitzen Trapper u.a.

Ort: Spiegelzelt des Haldern Pop Festivals
Datum: 13-15.08.09
Zuschauer: jeweils ziemlich viele
Konzertdauer: jweils circa 45 Minuten




Stammgäste des wunderbaren niederrheinischen Festivals wissen es ja eh längst: die schönsten und intimsten Konzerte finden im stilvollen Spiegelzelt statt. Das schmucke Rund empfängt Jahr für Jahr geschmackssicher ausgewählte Perlen - oft Newcomer - die nicht selten kurze Zeit später von sich reden machen und teilweise einen märchenhaften Aufstieg erleben (Beispiele: Kate Nash, Get Well Soon, Patrick Watson).

Auch in diesem Jahr war hier wieder Etliches zu entdecken. Traditionell geht es am Donnerstag, dem ersten Festivaltag, im Spiegelzelt los. Während sich die Hauptbühne noch ein wenig ausruht, steppt drinnen bereits der Bär. Zu dumm nur, daß ich in den schlimmsten Stau kam (mit mir in der Schlange ex- Waldhof Trainer Klaus "Schlappi" Schlappner in seinem schwarzen Porsche 911), den man sich vorstellen kann und für eine Anreise von 200 Kilometern sage und schreibe vier (!) Stunden brauchte. So wurde es dann weder etwas mit den jungen Engländern Baddies, noch mit Broken Records und auch für die Schweden Wildbirds & Peacedrums kam ich zu spät. Gerade einmal ein einziges Lied bekam ich draußen noch von ihnen mit und es klang so, wie ich mir das vorgestellt hatte: schlagzeuggetrieben und scheppernd.

Über die anschließenden Konzerte von Palm Springs und Wintersleep hatte ich gesondert berichtet, was aber noch fehlte war das Konzert der Irrepressibles, das den ersten Festivaltag beschloß. Ein verrückter Haufen diese Irrepressibles! Angeführt von dem Sänger und Gitarristen Jamie Mc Dermott, der im Pierrot Kostüm auflief, hatte man es fast mit einem barocken Orchester zu tun. Unzählige Frauen (und ein Geiger) spielten Klarinette, Oboe, Flöte, Cello, Kontrabass, Viola, Piano und Saxofon und zauberten eine märchenhafte Stimmung ins Zelt. Das war schön, phasenweise ergreifend und hätte somit eigentlich für eine hohe Benotung gut sein können. Es gab bloß ein Problem und das war kein kleines: Die Stimme von Jamie klang so verdammt stark nach Anthony Hegarty! Vom Plagiat waren wir also nicht weit entfernt und deshalb ließ meine ursprüngliche Neugierde (von Begeisterung zu sprechen, wäre übertrieben gewesen) schnell nach. Am Ende ging mir der Bursche, der mehrfach schmatzende Küsschen für das Publikum ins Mikro raunte, ziemlich auf die Nerven. Schade eigentlich, denn In This Shirt ist wirklich ein schöner Song.

Am Freitag, dem 14.08., schaute ich dann zu The Temper Trap mal wieder ins Zelt. Christoph hatte mir von den Australiern ausdrücklich abgeraten, aber ganz so schlecht fand ich sie gar nicht. Klar, das Ganze war ziemlich (power)poppig, kugelrund und radiotauglich, aber in kleinen Dosen genossen (ich blieb nur für drei Lieder), konnte ich mich durchaus an den eingängigen Songs, die der aus Indonesien stammende Sänger Dougy mit Inbrunst und viel Falsett vortrug, erfreuen. Sicherlich nicht unsere kommende Lieblingsband, aber kommerzielle Erfolge sind durchaus möglich und ihre Tourneeliste lang. Mehr als The Temper Trap hätten mich am späten Nachmittag dann Edward Sharpe & The Magnetic Zeroes interssiert, aber ich entschied mich (leider) für die gleichzeitig auf der Hauptbühne spielende, recht enttäuschende (zu penetranter Backgroundgesang!) Anna Ternheim. In der Nacht dann verpasste ich bedauerlicherweise Gravenhurst, da Athlete auf der Hauptbühne überzogen. Am Samstag schließlich ging zumindest mein Freund Dirk von Plattenvorgericht zu William Fitzsimmons (wie war es eigentlich, Dirk?), während ich erst zu Blitzen Trapper (Foto rechts) anrückte. Im Zelt war es aber auf Grund der hohen Außentemperaturen unglaublich stickig und heiß, so daß ich es trotz guter Musik nicht lange aushielt und erst in der Nacht zu Little Boots wieder vorbeikam. Nicht gesehen hatte ich die Isländer Hjatalin und die Engländer Mumford & Sons, von denen viele hinterher ausgiebig schwärmten. Und wer hatte eigentlich noch die Ausdauer für Health um 1 Uhr 45?

Wer die entsprechenden Bands gesehen hat: Bitte mal auf der Kommentarseite verewigen und schildern, wie es euch gefallen hat!





 

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