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Samstag, 18. Juni 2011

The Irrepressibles, Amsterdam, 17.06.11

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Konzert: The Irrepressibles
Ort: Muziekgebouw aan ‘t IJ, Amsterdam
Datum: 17.06.2011 


Der Zauberwürfel: The Irrepressibles in Amsterdam  
von Ursula von neulich als ich dachte 

Ich durfte diese Woche geschäftlich nach Amsterdam reisen, und nachdem der offizielle Teil heute beendet war, habe ich noch das Wochenende "drangehängt". Den heutigen Freitagabend nutzten wir für einen Besuch in der sehr schön am Wasser gelegenen "Muziekgebouw", wo im Rahmen des Holland Festivals die Irrepressibles unter dem Motto "Human Music Box" auftraten, und das an zwei Abenden hintereinander jeweils zweimal.

Der Kartenkauf für dieses Konzert hatte mich im Vorfeld bereits einiges an Nerven gekostet, denn ich durchlief den - komplett in niederländischer Sprache gehaltenen - Bestellprozess zweimal erfolglos, landete bei einer Fehlermeldung und erkannte erst beim zweiten Mal, dass der holländische Text besagte, man habe zwar keine Karten für mich buchen können, aber meine Kreditkarte dennoch belastet.

Eine recht verzweifelte E-Mail an die Hallenbetreiber brachte dann das Ergebnis, dass genau das erfolgt war: Ich hatte vier Karten bezahlt und null bekommen. Das wurde vom Kassenpersonal dann aber schnell, kompetent und englischsprachig richtig gestellt.

Das Holland Festival scheint wohl eher eine kulturell etablierte Veranstaltung zu sein, denn das Publikum umfasste wenige typische Indiepop-Konzertbesucher und dafür viele gesetzte Herrschaften mit weißem Haupthaar. Im Konzertsaal erwartete uns eine würfelförmige Bühnenkonstruktion, auf der sich beim Einlass überraschenderweise bereits die Bandmitglieder befanden - plausibel, weil sie die zentrale Bühne, die von allen Seiten von Sitzreihen umgeben war, sonst nur recht unsportlich und vom Publikum beobachtet hätten erklettern können. Gazevorhänge verbargen die recht regungslosen Gestalten, die noch etwa fünfzehn Minuten ausharren mussten, bevor alle saßen und das Konzert begann.

Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass der Würfel zwei Drehbühnen beinhaltete. Auf der oberen drehte sich der singende und Gitarre spielende Jamie McDermott, auf der unteren drehten sich - teils gegengleich, teils parallel - fünf der normalerweise bis zu neun weiteren Bandmitglieder: Zwei Geigen, ein Cello, ein Kontrabass und eine Dame, die in ihrem Bühnenbereich ein Keyboard, ein Schlagzeug, ein Glockenspiel und eine Klarinette beherbergte und spielte. Diese Musiker standen jeweils vor Spiegeln, so dass die Zuschauer immer nur das sich gerade vor ihnen befindende Bühnenviertel sehen konnten. Die Drehgeschwindigkeit variierte dabei erheblich, so dass man sich bei höherem Tempo manchmal besorgt fragte, ob den Damen und Herren nicht übel wird.

Die Gazevorhänge blieben für eine Großteil des Konzertes geschlossen und dienten als Reflektionsfläche für verschiedene Projektionen und Lichteffekte (vorbei ziehende Wolken, flatternde Vögel, wogende Äste), nur einzelne Bahnen wurden zeitweise hochgezogen.

Und die Musik? Meines Erachtens klingt Herr McDermott extrem nach Antony & The Johnsons, und mit der Zeit gehen mir seine hohen Lieder relativ stark auf die Nerven - besonders, wenn er auch noch über weinende Clowns singt - erst später erfuhr ich, dass sie die Bandmitglieder wohl manchmal auch als Harlekine verkleiden. Glücklicherweise heute nicht. "Tanzeinlagen" der Bands, bei denen die Instrumentalisten alles auf dieselbe Art zuckten, erschienen mir auch relativ albern.

Einige der gesetzten Herrschaften sahen das wohl ähnlich und verließen den Konzertsaal während des Auftritts. Mein Begleiter war jedoch höchst begeistert und drohte mir bereits mit dem Entzug seiner Fotos, wenn ich nicht enthusiastischer schreibe.

Aus dem Debütalbum Mirror Mirror wurden einige Lieder gespielt: "I'll maybe let you", "In your eyes", "Knife Song" und natürlich "In this Shirt". Viele Lieder, darunter das mit den weinenden Clowns, waren aber neu und werden wohl erst aufs nächste Album kommen. Es gab zwar wenig Interaktion mit dem Publikum - lediglich ein paar wenige "Thank yous" beim Applaus zwischen den Liedern - nach Beendigung des zugabenlosen Auftritts kamen aber alle aus dem Würfel heraus und umrundeten ihn einmal, um sich vor dem verbleibenden, begeistert applaudierenden Publikum zu verneigen.



Donnerstag, 27. August 2009

The Irrepressibles u.a., Haldern Pop Festival, 13,14,15.08.09

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Konzert: The Irrepressibles, The Temper Trap, Blitzen Trapper u.a.

Ort: Spiegelzelt des Haldern Pop Festivals
Datum: 13-15.08.09
Zuschauer: jeweils ziemlich viele
Konzertdauer: jweils circa 45 Minuten




Stammgäste des wunderbaren niederrheinischen Festivals wissen es ja eh längst: die schönsten und intimsten Konzerte finden im stilvollen Spiegelzelt statt. Das schmucke Rund empfängt Jahr für Jahr geschmackssicher ausgewählte Perlen - oft Newcomer - die nicht selten kurze Zeit später von sich reden machen und teilweise einen märchenhaften Aufstieg erleben (Beispiele: Kate Nash, Get Well Soon, Patrick Watson).

Auch in diesem Jahr war hier wieder Etliches zu entdecken. Traditionell geht es am Donnerstag, dem ersten Festivaltag, im Spiegelzelt los. Während sich die Hauptbühne noch ein wenig ausruht, steppt drinnen bereits der Bär. Zu dumm nur, daß ich in den schlimmsten Stau kam (mit mir in der Schlange ex- Waldhof Trainer Klaus "Schlappi" Schlappner in seinem schwarzen Porsche 911), den man sich vorstellen kann und für eine Anreise von 200 Kilometern sage und schreibe vier (!) Stunden brauchte. So wurde es dann weder etwas mit den jungen Engländern Baddies, noch mit Broken Records und auch für die Schweden Wildbirds & Peacedrums kam ich zu spät. Gerade einmal ein einziges Lied bekam ich draußen noch von ihnen mit und es klang so, wie ich mir das vorgestellt hatte: schlagzeuggetrieben und scheppernd.

Über die anschließenden Konzerte von Palm Springs und Wintersleep hatte ich gesondert berichtet, was aber noch fehlte war das Konzert der Irrepressibles, das den ersten Festivaltag beschloß. Ein verrückter Haufen diese Irrepressibles! Angeführt von dem Sänger und Gitarristen Jamie Mc Dermott, der im Pierrot Kostüm auflief, hatte man es fast mit einem barocken Orchester zu tun. Unzählige Frauen (und ein Geiger) spielten Klarinette, Oboe, Flöte, Cello, Kontrabass, Viola, Piano und Saxofon und zauberten eine märchenhafte Stimmung ins Zelt. Das war schön, phasenweise ergreifend und hätte somit eigentlich für eine hohe Benotung gut sein können. Es gab bloß ein Problem und das war kein kleines: Die Stimme von Jamie klang so verdammt stark nach Anthony Hegarty! Vom Plagiat waren wir also nicht weit entfernt und deshalb ließ meine ursprüngliche Neugierde (von Begeisterung zu sprechen, wäre übertrieben gewesen) schnell nach. Am Ende ging mir der Bursche, der mehrfach schmatzende Küsschen für das Publikum ins Mikro raunte, ziemlich auf die Nerven. Schade eigentlich, denn In This Shirt ist wirklich ein schöner Song.

Am Freitag, dem 14.08., schaute ich dann zu The Temper Trap mal wieder ins Zelt. Christoph hatte mir von den Australiern ausdrücklich abgeraten, aber ganz so schlecht fand ich sie gar nicht. Klar, das Ganze war ziemlich (power)poppig, kugelrund und radiotauglich, aber in kleinen Dosen genossen (ich blieb nur für drei Lieder), konnte ich mich durchaus an den eingängigen Songs, die der aus Indonesien stammende Sänger Dougy mit Inbrunst und viel Falsett vortrug, erfreuen. Sicherlich nicht unsere kommende Lieblingsband, aber kommerzielle Erfolge sind durchaus möglich und ihre Tourneeliste lang. Mehr als The Temper Trap hätten mich am späten Nachmittag dann Edward Sharpe & The Magnetic Zeroes interssiert, aber ich entschied mich (leider) für die gleichzeitig auf der Hauptbühne spielende, recht enttäuschende (zu penetranter Backgroundgesang!) Anna Ternheim. In der Nacht dann verpasste ich bedauerlicherweise Gravenhurst, da Athlete auf der Hauptbühne überzogen. Am Samstag schließlich ging zumindest mein Freund Dirk von Plattenvorgericht zu William Fitzsimmons (wie war es eigentlich, Dirk?), während ich erst zu Blitzen Trapper (Foto rechts) anrückte. Im Zelt war es aber auf Grund der hohen Außentemperaturen unglaublich stickig und heiß, so daß ich es trotz guter Musik nicht lange aushielt und erst in der Nacht zu Little Boots wieder vorbeikam. Nicht gesehen hatte ich die Isländer Hjatalin und die Engländer Mumford & Sons, von denen viele hinterher ausgiebig schwärmten. Und wer hatte eigentlich noch die Ausdauer für Health um 1 Uhr 45?

Wer die entsprechenden Bands gesehen hat: Bitte mal auf der Kommentarseite verewigen und schildern, wie es euch gefallen hat!





 

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