Freitag, 2. Dezember 2016

box and the twins, Köln, 18.11.16


Konzert: box and the twins
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 18.11.2016
Dauer: 42 min
Zuschauer: 80 - 100 (knallvoll)


 
Durch das Bloggen über Konzerte kleiner und mittelgroßer Indiebands kommt man immer wieder in Kontakt mit Bands und lernt Musiker kennen. Der umgekehrte Fall ist seltener. Daß Leute, die ich kenne, plötzlich in einer Band spielen, die ich so toll finde, daß ich dafür zu Konzerten fahre. 


Hand aufs Herz: box and the twins würde ich auch feiern, wenn ich deren Bassisten nicht schon lange kennte. Aber es ist natürlich noch schöner den Werdegang einer Gruppe zu verfolgen, wenn man zu den Leuten an den Instrumenten eine andere Beziehung als zu anderen wundervollen Bands hat, deren Auftritte man Woche für Woche sieht.

box and the twins haben sich als coctail twins gegründet und unter diesem Namen erste Konzerte gespielt. Ich hatte das Glück, ein paar von denen sehen zu können. 


Im November erschien jetzt die Debüt-Platte der dreiköpfigen Kölner Waveband. Everywhere I go is silence ist düster und wunderschön. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die späte Berufung auf die andere Seite der Bühne, enorme Vorteile hat. Man hat schon lange den eigenen Geschmack und Stil gefunden, genug Konzerte gesehen, um vor allen ekligen Rockgesten gefeit zu sein. Daß box and the twins von den ersten Auftritten an fertig (im positiven Sinne) wirkten. liegt wohl daran. 


Das Stereo Wonderland war bei diesem Record Release Konzert randvoll. Bevor Sängerin Box und die twins Marc und Mike auf die Bühne kamen, erklärte eine Stimme von Band, wir sollten ihr nicht zuhören. "Bitte kümmern Sie sich um gar nichts. Je langweiliger desto besser." Ich wäre dumm gewesen, das zu befolgen.

Das Konzert begann mit einem der Lieder, die ich schon länger kenne, Sometimes the waves, das auf der ersten EP Our fears erschienen ist. Wie gut die Band da schon war! Und wie toll ihr Repertoire seit der Veröffentlichung der Platte ist, daß sie auf einen Knüller wie Rooms made of dust live verzichten kann!

Hinter box and the twins liefen während des Auftritts Landschaftsaufnahmen, isländische Wasserfälle, die auf dem Blumenhemd des Bassisten schöne Effekte erzeugten.


Anders als bei meinen bisherigen Konzerten hatten box and the twins einen Schlagzeuger dabeim, der für einige Lieder auf die Bühne kam. 

Neben den Liedern, die ich schon kannte (z.B. vom Abend im Gebäude 9, als batt Esben and the Witch supportet hatten) war This place called nowhere im ersten Teil besonders toll. Ich mag zwar die Düsterkeit der Kölner, das etwas popigere This place called nowhere ist aber einer meiner Lieblinge der Platte. 


Nach Pale blue dot gab es Probleme mit dem Notebook. Souverän kündigte Box eine Pause an, nach fünf Minuten waren die technischen Hürden ausgeräumt, es konnte mit drei neuen Lieder weitergehen. Von denen ist Guilty red toll, kann aber nicht gegen die beiden letzten anstinken. Gravity mit seinem treibenden Beat und der wundervollen Melodie ist eines der besten Stücke, die ich dieses Jahr gehört habe. Ich fange langsam damit an, die tollsten Songs 2016 zu sichten, um eine Bestenliste brennen zu können. Dummerweise weiß ich nicht, ob es Gravity darauf schaffen wird, Birds, das letzte Lied, ist nämlich leider auch sehr toll. Wäre Birds auf einer I Like Trains Platte würde ich mich über den weiblichen Gesang wundern, mich aber vor allem freuen, daß die Band immer noch aufregend wie auf ihren ersten Veröffentlichungen klingt. 

Am 15. Dezember spielen box and the twins in Paris. Und da gehört diese Band auch hin, auf internationale Bühnen.

Setlist box and the twins, Stereo Wonderland, Köln:

01: Sometimes the waves
02: Ice machine
03: This place called nowhere
04: Perfume well
05: Pale blue dot

06: Guilty red
07: Gravity
08: Birds

Links:

- aus unserem Archiv: 
- coctail twins, Köln, 19.10.14
- coctail twins, Köln, 23.08.14
- coctail twins, Köln, 21.03.14



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