Donnerstag, 1. Dezember 2016

Beliefs, Reykjavik, 03.11.16


Konzert: Beliefs
Ort: Bíó Paradís
Datum: 03.11.2016
Dauer: knapp 35 min
Zuschauer: vielleicht 80



Meine Airwaves-Planung war choatisch. Als wir Mittwoch in Reykjavik ankamen, hatte ich noch kaum eine Idee, welche der drölfhundert mir unbekannten Bands ich mir ansehen würde. Wie gut, daß ich Freunde mit Ahnung und stilsicherem Musikgeschmack habe. "Gerade gesehen, dass die wunderbaren Beliefs aus Toronto auch dort spielen werden. Die sind wirklich toll." Also Beliefs!


Die kanadische Band spielte im Bíó Paradís, was ich für einen Bio-Laden gehalten hatte, sich aber als ein Bistro herausstellte. Es sah wenigstens nach einem aus. Der Laden hatte eine Glasfront, vor der Beliefs ihre Instrumente aufbauten, als ich ankam. Davor standen Tische und Stühle, am anderen Ende des Raums eine Bar. So weit noch Bistro. Es roch allerdings nach Kino. Fast jeder der einheimischen Besucher kaufte nämlich Popcorn als Konzertessen, das hatte ich auch noch nicht. Von vorne laute Shoegaze-Musik, von hinten Popcorn-Duft... das "Paradís" im Namen verstand ich!

Auch wenn ich die beiden Platten der Kanadier schon vor dem Konzert gehört hätte, hätte ich kein Lied erkannt. Beliefs spielten nämlich ausschließlich neue, unveröffentlichte Stücke. Da die Band vor allem vor Leuten spielte, die sie nicht kannten, war es ja egal, ob sie ein Best of oder eben die neue Platte spielt. Also kann man auch gleich testen, ob die neuen Songs live funktionieren.

Beliefs wurden ursprünglich als Duo von Josh Corody und Jesse Crowe gegründet. Live wurden sie von einem Schlagzeuger und einem Keyboarder unterstützt. Josh und Jesse (die im anderen Leben einen Frisörsalon in Toronto betreibt) haben sich über die gemeinsame Liebe zu Bands wie My Bloody Valentine kennengelernt. Mich verbindet mit der rothaarigen Sängerin, daß wir auf die Frage nach den besten Konzerten der letzten Jahre mit "Slowdive" antworten würden.


Das Konzert war herrlich laut! Shoegaze-Bands müssen Krach machen, leise macht das alles kaum Sinn. Das Schöne an dieser Art Musik ist aber, daß die irre lauten Lieder immer noch wundervoll klingen, beautiful noise. Manche der Stücke waren wild; bei Comb beispielsweise sang erst Josh, wozu Jesse tanzte. Irgendwann wurde es noisig, die rothaarige Frau brüllte am Ende. Auch Retreat / Light the fire war enorm krachig mit zwei Schlagzeugern.


Mein Liebling kam kurz vor Ende. Das letzte Stück Faulty hatte einen enorm monotonen Rhythmus und wundervolle Gitarren! Sicher wird das auch auf der neuen Platte mein Liebling.

Wie schön das doch ist, wenn man sich auf seine Freunde verlassen kann. Der Tipp, Beliefs anzusehen, war hervorragend, die Band ein großer Spaß! 


Setlist Beliefs, Bio Paradis, Reykjavik:

01: Divided youth 

02: 1994 
03: All things considered 
04: Swampcore 
05: Half empty 
06: Comb 
07: Retreat / Light the fire
08: Shadow of the son
09: Faulty


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