Dienstag, 17. Juli 2007

Rückblick: Cake, Evreux, 07.07.07

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Konzert: Cake
Ort: Evreux, Normandie (Le Rock Dans Tous Ses Etats)
Datum: 07.07.2007
Zuschauer: ca. 8.000

Bevor das hier ganz untergeht, möchte ich nochmal kurz zurückblicken auf eine Band, die ebenfalls beim Festival in Evreux in der Normandie gespielt hatte: Cake.

Warum ich jetzt noch mit so 'ner ollen Kamelle ankomme?

Nun, erstens schrieb das Fachblatt "Les Inrockuptibles" erst in seiner heutigen Ausgabe einen winzigen Artikel über das schöne Festival, so daß ich es für nicht zu spät erachte, ebenfalls noch einmal kurz zurückzublicken (und wer war mal wieder schneller und ausführlicher mit Berichten über die Kaiser Chiefs, Peter Björn und John, Midlake, Peter von Poehl, Frank Black, "Les Inrocks" oder wir? Na also!)

Und zweitens hat die Band Cake wirklich genug Klasse und Substanz, daß man sie
nicht unter den Tisch kehren sollte. Vor einer Alpenlandschaft (oder amerikanischen Berglandschaft, wie auch immer...) als Kulisse spielte die Kapelle um Sänger und Songwriter John McCrea ein abwechsungsreiches und kurzweiliges Set, welches genau passend erschien, um die Nachmittagsstunde auszufüllen und das Warten auf die abends angesetzten Headliner Frank Black und Kaiser Chiefs zu verkürzen. Besonders angetan war ich von den tollen Trompeten und Country-Geigen, die beim Stil von Cake eine wichtige Rolle spielen und den zynischen-unterhaltsamen Ansagen des kauzigen Sängers, der mit seinem Trucker-Kappi und dem Vollbart wie ein LKW-Fahrer oder auch Holzfäller aussah.

"The next song is from my last album, you maybe know it, but you don't have the CD, because you don't buy music anymore, you just take it!", raunte der Frontmann irgendwann zur Mitte des Konzerts hin in sein Mikro. Oh, da war aber jemand sauer, auf die illegalen Downloader,
obwohl man nicht wußte, ob er dies scherzhaft oder ernsthaft meinte! ...

Wie man überhaupt bei Cake zwischen Lachen und Weinen hin und her gerissen wird, die Musik der amerikanischen College-Stars der 90er vereint beide Emotionen. Mal ist sie heiter und mitreißend, dann auch mal wieder melancholisch und traurig, immer aber gewürzt mit beißenden Texten und einer typisch amerikanischen Folk-Note. Soweit ich mich erinnern kann, wurden z.B. "Wheels" und "Comfort Eagle" gespielt, aber ich war ungerechtfertiger Weise schlecht auf den Auftritt vorbereitet, hatte die CDs, die ich von Cake besitze, nämlich "Pressure Chief" (2004) und "Comfort Eagle" (2001) lange nicht mehr gehört. Hinzu kam, daß Cake gerade eine Sammlung mit "B-Sides und Rarities" herausgegeben haben, die aber meines Wissens nur in den USA, noch nicht aber in Europa erschienen ist. Hiervon wurden mit Sicherheit einige Titel gespielt. Auf dem Werk enthalten ist unter anderem eine Cover-Version von "War Pigs" von Black Sabbath, ein Lied das interessanterweise auch schon von den Flaming Lips gecovert und auf Konzerten gespielt wurde. Mit Cover-Versionen kennen sich Cake ja sowieso gut aus, schließlich war ihre Version von Gloria Gaynors "I Will Survive" auch einer ihrer größten Hits (den sie aber in Evreux nicht gebracht haben).

Ich jedenfalls habe Cake für mich wiederentdeckt und kann dies auch anderen
Musikfans empfehlen, die eine Vorliebe für guten amerikanischen College-Rock haben.

Zu erwähnen sind abschließend auch noch die Auftritte der belgischen Bands Sharko und Gomm gewesen, von denen die erstgenannten mit Sicherheit die besseren Musiker sind, denn der Sänger hat eine interessante Stimme (die ein wenig an Sting erinnert), während Gomm ziemlich mitelmäßigen Dico-Punk im Stile von Blondie spielen, von der sie passenderweise "Call Me" gecovert und live gespielt haben. Die blonde Sängerin und Keyboarderin der Band war in ihrem gelben Röckchen allerdings einen Blick wert...




Sonntag, 15. Juli 2007

Jack Penate & The Blood Arm, Paris, 14.07.07

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Konzert Jack Penate & The Blood Arm

Ort: Le Showcase, Paris
Datum: 14.07.2007
Zuschauer: zunächst sehr wenige, später war es dann voller


Heute war Nationalfeiertag in Frankreich, was wie jedes Jahr entprechend pompös
gefeiert wurde, schließlich ist und bleibt Frankreich die Grande Nation, da können die Amerikaner, allen voran Politiker wie Donald Rumsfeld, die sich vor allem während des Irak Krieges abschätzig über die Frenchies geäußert haben, sticheln wie sie wollen.

Eine besonders bombastische Veranstaltung fand zu Ehren des Tages am Champ de Mars statt, dem
wunderschönen Park zwischen der Ecole Militaire und dem Eiffelturm, der damals als Exerzierplatz für Soldaten diente. Als ich am Vortage gelesen hatte, wer denn auf der riesigen Bühne, die unmittelbar vor der Militärakademie aufgebaut worden war, spielen solle, traute ich meinen Augen kaum... Tokio Hotel sollten die Franzosen in Feierlaune bringen!

Ausgerechnet eine deutsche Teenie-Band also, einfach unglaublich! Angeblich soll sich der neugewählte Staatspräsident Nicolas Sarkozy persönlich für den Auftritt der Nachwuchsrocker stark gemacht haben. Dies sei ein cleverer Schachzug, um die französiche Jugend auf seine Seite zu ziehen, las man hierzu in der Presse. Höchstwahrscheinlich haben ihm seine Berater gesteckt, daß Tokio Hotel eine ganz große Nummer in seinem schönen Frankreich sei, schließlich füllten sie bereits den riesigen Zénith und die Bübchen haben den Saal für ihr Konzert im Oktober erneut binnen 24 Stunden ausverkauft! Das schafften noch nicht einmal die Arctic Monkeys!

Die Geschichte des Auftritts von Bill, Tim und Co ist allerdings schnell erzählt, denn
sie spielten gerade einmal drei Lieder, was allerdings reichte, um 14 jährige Mädchen (ach was erzähle ich, teilweise waren die erst 8!) in augenblickliche Hysterie zu versetzen. Es wimmelte nur so an Plakaten mit Liebesbekundungen für die Deutschen: "Bill isch liebe Disch!" und Ähnliches war zu lesen und auch die deutschen Texte wurden komplett mitgesungen. Dieser gigantische Erfolg im Nachbarland schien auch Sänger Bill zu ermutigen, ganz ungezwungen mit seiner Muttersprache umzugehen: "oh, so viele Leute hier, so viele Menschen habe ich ja noch nie auf einem Platz gesehen", sprudelte es aus ihm heraus. "Wir spielen jetzt leider schon unser letztes Lied "Durch den Monsun", aber wir setzen ja unsere Europa-Tournee fort und kommen bald wieder." " Bonsoir et merci beaucoup tout le monde, ça va?", waren zuvor die einzigen Wortfetzen, die er auf französisch herausgebracht hatte, allerdings mit beachtlichem Akzent und mit entsprechend positiven Reaktionen hinsichtlich der Franzosen, die ihre eigene Sprache natürlich selbstredend für die schönste der Welt halten. Angeblich sollen die jungen Leute aber fleißig Deutschkurse besuchen, um die Texte von Tokio Hotel zu verstehen...

Um das mal klarzustelllen: wir von meinzuhausemeinblog stehen nicht zuletzt
wegen unseres fortgeschrittenen Alters nicht auf Tokio Hotel! Das ist nicht unsere Musik und ich denke, auch nicht die Musik unserer Leser! Wenn schon Tokio, dann Tokio Police Club!

Allerdings mußte ich feststellen, daß die Musik der Grünschnäbel nicht mal unbedingt schlechter als Juli, Silbermond und Konsorten ist und allemal besser als die von der knack-(oder besser kack) braunen Nelly Furtado, die im Anschluß einige ihrer Chart-Scheußlichkeiten trällerte.

Aber nun endlich zu guter Musik:

Jack Penate, der englische Senkrechtstarter, beglückte Paris mit einem seiner bisher
noch seltenen Auftritte in der Metropole. Jack hatte bereits beim exzellenten texanischen Festival South By Southwest für Furore gesorgt und sogar in Glastonbury war er kürzlich dabei!

Als der hochsymphatische Engländer die Bühne mit seien beiden Bandmitgliedern betrat, war das unter der historischen Brücke "Alexandre III" gelegene Showcase allerdings noch sehr spärlich gefüllt. "Oh, we gonna have a lot of fun together
tonight" entfuhr es als Reaktion hierauf dem Ohrringträger und "please come a litle bit closer!"...

Jack konzentrierte sich daraufhin kurz und dann konnte die Show beginnen. Ziemlich bald setzen seine wilden Hüftschwünge ein und sogleich fühlte ich mich in gewisser Weise an Elvis erinnert, was allerdings gar nicht so weit hergeholt zu sein schien, denn schließlich steckt in
der Musik von Herrn Penate auch eine gehörige Portion Rockabilly. Als Einfluss nennt er deshalb auch Billy Holiday, den man in einer Reihe mit Namen wie James Brown und Otis Redding findet. Otis Redding? Also auch Soul als Einfluss? - Durchaus, wenngleich in modernem Gewand präsentiert. Im Grunde genommen vermischt der Londoner sämtliche Stilrichtungen, die es so gibt, darunter auch ein wenig Reggae und Hip Hop (er nennt Dizze Rascal ebenfalls als Einfluß) zu einem hochinteressanten und flott dargebotenen Gemisch. Der Typ macht ganz einfach Laune, viele Lieder prägen sich schon nach ein paar Minuten ein und regen zum Mittanzen an! So zappelte auch ich nach ein paar Minuten wild herum und begeisterte mich an der Lebensfreude, die von den drei Burschen, neben Jack noch Joel Porter am Bass und Alex Robins an den hübsch bemalten Drums, ausging.

Die absoluten Höhepunkte des leider recht kurzen Konzerts fanden sich vor allem gegen Ende des Sets, darunter auch eine witzige und sehr schnelle Cover-Version
von "Just Be Good To Me", die damals von der R & B Gruppe S.O.S. Band eingespielt wurde.

Auch die erste Singleauskopplung "Second, Minute, Or Hour" wußte zu gefallen und brachte endlich etwas Stimmung in die inzwischen etwas voller gewordene Bude. Jack hätte ein ausverkauftes (obwohl der Eintritt im Showcase, nicht aber die Getränke(!) gratis ist) Haus verdient gehabt! Mit dem aktuellen Hit "Thorn On The Platform" gelang ihm dann auch noch ein würdiger Abschluß eines gelungenen Gigs. Ich werde ihn mir wieder ansehen, keine Frage. Wer das auch tun möchte, hat dazu ausgiebig in England, oder am 15.08. in Rotterdam, bzw. am 16.08. beim Pukkelpop-Festival in Belgien, Gelegenheit.

Setlist Jack Penate Showcase Paris:

01: Spit At The Stars
02: Got My Favourite
03: Learning Lines
04: Made Of Codes
05: Cold Thin Line
06: Have I Been A Fool ?
07: Just Be Good To Me (S.O.S. Band-Cover!)
08: Second, Minute, Or Hour
09: Torn On The Plattform

"We gonna lay down some fucking hits" (Zitat aus "Stay Put!), war im Anschluß die Devise von The Blood Arm aus Los Angeles. Im Showcase war es inzwischen recht spät (fast 1 Uhr) und ziemlich voll geworden, als die vierköpfige Band um Sänger Nathaniel Fregoso endlich loslegte. Vorangegangen war die großspurige Ankündigung eines nicht zur spielenden Band gehörenden Ansagers, der dem Publikum den Auftritt der besten Band der Welt, den "großartigen The Blood Arm aus Los Angeles, California", versprach. Hmm...

Sind die wirklich so großartig und haben sie denn tatsächlich so viele "fucking hits" zu bieten, wie sie sagen?

Nun, der Opener "Accidential Soul" war schon mal nur ein halber Hit, nicht schlecht zwar, auch sehr flott gespielt, aber leider auch ziemlich nah dran an Franz Ferdinand und Konsorten. Schon besser war da "The Chasers", welches zwar ebenfalls an die zur Zeit pausierenden Schotten erinnerte, aber mehr Pfeffer hatte. Die hübsche Keyboarderin Dyan Valdes lieferte hierzu peppigen Chorgesang und sexy gespielte
synthetische Pianoklänge. Ich hatte Probleme, meine Augen von ihr abzuwenden, wenn ich sie da so wild rumwirbeln sah mit ihrer rotstichigen Lockenmähne und den hochhackigen Schuhen. Hach... Ich kann Eddie Argos von Art Brut schon verstehen, wenn er auf die steht!

Besonders witzig fand ich, daß ihr beigefarbenes Kleid durch einen originellen Druck verziert wurde, auf dem
man zwei Pudel, einen weißen und einen schwarzen, erkennen konnte.

Gitarrist Zebastien Carlisle war hingegen trotz seiner beachtlichen Größe eher unscheinbar (vom Drummer Zach Amos mal ganz zu schweigen). Seine Körperlänge veranlasste Sänger Nathaniel dann auch zu der Aussage, der Bursche sei der größte Mann der Welt! Auch hiermit übertrieb der Frontmann natürlich wieder etwas, wie er überhaupt dazu neigt, große Töne zu spucken. Wer behauptet schließlich schon von sich: " I like all the girls and all the girls like me"? ("Suspicious Charakter")

Dieses zur Show getragene Selbstbewußtsein störte mich
allerdings nicht im Gerinsten, da es zur Musikbranche ja wie selbstverständlich dazugehört. Ist Morrissey etwa bescheiden? Oder Johnny Borell? Oder die Brüder Gallagher? - Eben nicht! Allerdings haben sie schon ein paar mehr Hits als The Blood Arm zu bieten, um mal bei dem Eingangsspruch zu bleiben. Aber Ziele gehören hoch gesteckt, nicht kleckern, sondern klotzen muß richtigerweise die Devise sein!

Zumindest mit "Do I Have Your Attention" haben die Kalifornier schließlich wirklich einen Dance-Floor-Knüller hingelegt. Da tanzte selbst Jack Penate im Publikum mit weiblichen Fans ausgelassen mit. Kurz zuvor hatte sich eine kuriose Szene ereignet, denn Nathaniel war samt Mikro ins Publikum herabgestiegen, hatte es sich auf dem Boden gemütlich gemacht und die Zuschauer gebeten, "Angela" mit ihm gemeinsam sitzenderweise zu bestreiten. Der Aufforderung wurde Folge geleistet und der südamerikanisch aussehende Sänger schmachtete dabei ein paar Mädels in seiner unmittelbaren Umgebung an. Am Ende des Liedes ließ er sich gar theatralisch auf den Boden fallen und genoß die verwunderten Blicke sichtlich.

Ein weiterer Höhepunkt, vor allem auch in musikalischer Hinsicht, war mit Sicherheit das zackige Stück "Mass Murder", welches zum Besten gehört, was das erste Album "Lie Lover Lie" zu bieten hat. Aber auch neue, noch unveröffentliche Sachen wurden gespielt, so z.B. "Bottom Below" und "All My Love", die recht passabel und kurzweilig
waren.

Wie im Übrigen das gesamte Set auch so einzustufen war: passabel und kurzweilig (ein weiteres Beispiel hierfür war das Erklettern der noblen Bar durch Herrn Fregoso), aber nicht wirklich in der Champions-League des Indie-Rock anzusiedeln.

Um in der Fußballersprache zu beleiben: The Blood Arm spielen in der Bundesliga auf einem der mittleren Plätze, keine Ambitionen auf den Uefa-Pokal, aber auch nicht in der Gefahr, schnell abzusteigen...

Konzerttermine The Blood Arm in Deutschland:

19. Juli 2007 Erlangen (E-Werk)
20. Juli 2007 Obstwiesenfestival

Setlist The Blood Arm:

01: Accidential Soul
02: Stay Put!
03: Bottom Below
04: The Chasers
05: Angela
06: Want Want Want
07: Do I Have Your Attention?
08: Mass Murder
09: All My Love
10: Suspicious Character
11: P.S. I Love You But Don't Miss You




Samstag, 14. Juli 2007

Simian Mobile Disco, Paris, 12.07.07

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Konzert: Simian Mobile Disco

Ort: Le Cabaret Sauvage, Paris (Festival Cabaret Remixé)
Datum: 12.07.2007
Zuschauer: etliche


Meine Armbanduhr zeigte bereits 1.10 Uhr an, als das Duo Simian Mobile Disco endlich loslegte, aber Raves beginnen nun mal spät in der Nacht - oder sehr früh am Morgen, wie man's nimmt. Nichts für Leute also, die am nächsten Morgen um 7 Uhr in ihrer Bank oder Anwaltskanzlei erscheinen müssen, es sei denn, sie sind hart im Nehmen...

Hart ran nahmen Simian Mobile Disco dann aber die übriggebliebenen Nachteulen, das schöne Spiegelzelt des Cabaret Suavage wurde kurzerhand zum Dance-Floor für ansonsten vom Leben gelangweilte Großstadtpflanzen. Hatte nicht ein anderer Elektro-Rocker, nämlich LCD Soundsytem gesagt: "I make dance music for bored people"? Ich glaube zumindest, das so ähnlich auf seiner MySpace Seite gelesen zu haben...

Gelangweilt schien aber heute niemand zu sein, denn quasi von Beginn an flogen sämtliche Hände zu den wummernden Beats in die Luft, manche Mädchen schrien gar hysterisch auf, wenn Sirenen aufheulten oder das Tempo spontan massiv verschärft wurde. "Bumm-chak, bumm-chak, zirps, zirps, schepper, schepper"..., die Geräusche, die ich da vernahm, erinnerten mich irgendwie an die 80-er Jahre, als ich mit meinem Smiley-T-Shirt als 16-jähriger in den Provinzdiscos von Koblenz und Umgebung abhottete. Aber auch Gedanken an die Love Parade wurden wach, ich sah mich in meiner Phantasie 15 Jahre zurückversetzt und tanzte wieder hinter den Techno-Wagen bei einer der ersten Berliner Loveparads her. Seitdem habe ich mich von elektonischen Beats fast gänzlich veranschiedet, in meinem Alter entdeckt man halt eher eine Vorliebe für den mir damals verhassten Folk. Schöne Lieder müssen her, mit anrührigen Texten und einer zarten Melancholie, um alte Säcke wie mich zu Tränen zu rühren.

Aber nun schreiben wir das Jahr 2007 und elektronische Klänge sind wieder der letzte Schrei! Bands wie Justice, Digitalism und Apparat werden gehypt und das nicht nur in Dance-Musikzeitschriften. Inzwischen berichten bereits eher traditionelle
Rock-Postillen wie der Musikexpress und die Visions über die neuen Acts. New Rave wurde das Ganze getauft, obwohl die Namensgeber von Klaxons diesen Ausdruck nur zum Spaße gebrauchten.

Da dürfen natürlich auch wir von meinzuhausemeinblog nicht hinterherhinken und wir wollen uns auch nicht ganz neuen Strömungen verschließen, Musik muß schließlich in Bewegung bleiben, sich weiterentwickeln...

Problematisch bzw. auf die Dauer etwas monoton ist es allerdings, wenn überhaupt nicht mehr gesungen wird, wie das bei Simian Mobile Disco der Fall war, wenn man
mal von einigen Gesangesbrocken, wie bei dem Stück "It's A Beat" absieht. Interesssanterweise handelte es sich hierbei auch gleich um mein Lieblingsstück des Abends, nicht umsonst wurde der Track als Single ausgekoppelt. Überhaupt sind die beiden Engländer Jason Shaw und James Ford mit einer Single bekannt geworden, paradoxerweise allerdings eher mit dem Remix der Band Justice ihres Songs "Never Be Alone", den sie zu einer Zeit aufnahmen, als sie lediglich Simian hießen. Inzwischen haben eben jene Justice ebenfalls ihr Debütalbum herausgebracht und schon wird in der Presse von einem Zweikampf dieser Bands gesprochen. Allerdings ist das wohl eher ein Medienhype, die Bands verstehen sich, wie sie gegenseitig betonen. James Ford muß sich sowieso nicht allzuviele Gedanken, um sein Bankkonto machen, schließlich hat er 2007 bereits zwei der erfolgreichsten Alben des Jahres produziert, nämlich das Erstlingswerk der Klaxons aber auch "Favourite Worst Nightmare" von den Artic Monkeys. Simian Mobile Disco haben also allen Grund, gelassen zu bleiben und diese Coolness strahlten sie auch aus, wenn sie hinter ihren Reglern hantierten, die auf der Bühne aufgebaut waren. James Ford danieldüsentriebte rechts von der Bühne, der blonde Jason Shaw mixte vorne links, dem Publikum stets den Rücken zugewandt. Erst am Ende des Konzerts nahmen die beiden den Kontakt zu den Fans auf und ließen sich verdientermaßen feiern. Die Setlist von Simian Mobile Disco am heutigen Abend umfasste logischerweise Stücke von "Attack Decay Sustain Release" aber nicht ihren alten Hit "Never Be Alone". Den Kids, vor allem den Szene-Girlies im Cabaret Sauvage, hat es sehr gefallen, ich persönlich weiß allerdings nicht, ob ich zum Raver werde, dafür ist die Liebe zum Indie-Rock doch zu groß. Trotzdem wurde auch ich nicht gelangweilt, obwohl am Ende einen gewisse Eintönigkeit nicht zu leugnen war.

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Freitag, 13. Juli 2007

New Young Pony Club & The Teenagers, Paris, 12.07.07

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Konzert: New Young Pony Club & The Teenagers

Ort: Le Cabaret Sauvage, Paris
Datum: 12.07.2007
Zuschauer: Hab sie nicht gezählt, es standen schließlich auch einige auf der Terrasse...


Man bin ich hip, man bin ich cool, ein richtiger Szene-Typ! Die sogar vom NME gehypten Pariser The Teenagers spielen zum ersten Mal ein richtiges Konzert in der französischen Hauptstadt und ich bin dabei! Man bin ich hip, ich weiß wo man hingehen muß in Paris! Und dazu dann auch noch New Young Pony Club, laut NME ebenfalls die coolste neue Band des Jahres (oder werden das dann doch Bonde Do Role?), die bereits bei der New Rave-Tour des Musikmagazins zusammen mit den Klaxons und CSS (die waren letztes Jahr die coolsten, oder?) abgeräumt haben, unglaublich! Und als wäre das der Superlative nicht genug, auch noch Simian Mobile Disco als Nachschlag! Das hält man doch im Kopf nicht aus! Vor Coolness pinkel' ich gleich Eiswürfel!

Aber jetzt mal schön nüchtern bleiben und der Reihe nach erzählen.

Also: im wunderbaren Spiegelzelt des Cabaret Sauvage (hier hatte ich zuletzt Interpol gesehen) fand ein kleines Festival statt, welches sich über mehrere Tage erstreckte und auf den schönen Namen "Festival Cabaret Remixé" getauft wurde. Hier produzierte sich vor ein paar Tagen u.a. auch der famose Herman Dune, den ich aber leider verpasste. Vor allem New Young Pony Club wollte ich mir aber heute nicht
entgehen lassen, schließlich galt es nachzuprüfen, ob der NME mit seiner üblichen Euphorie nur ein Strohfeuer entfachte, oder ob da wirklich Substanz für einen Flächenbrand vorhanden war...

Zunächst aber versuchten die drei Teenagers aus Paris,
den Funken überspringen zu lassen. Die Redakteure der französischen Elektro-Musik Zeitschrift Trax bekamen vor einigen Wochen feuchte Augen, als sie lasen, daß "ihre" Teenagers aus Fronkreisch im Sprachrohr für neue britische Musik Erwähnung fanden. "The Teenagers sont dans le NME!!", jubelten sie euphorisch. Die Grande Nation zeigt es den gehassliebten Beef-Eatern jetzt auch musikalisch! Wie Balsam auf die Seele des Landes, welches vor allem für seine gute Küche, die Mode, die schönen Frauen bekannt ist, aber beim besten Willen nicht für geschmackvolle Musik.

"Französische Pop-Musik ist wie englischer Wein, ...scheußlich!", soll John Lennon mal gesagt haben... Ob das immer noch Gültigkeit hat? Angeblich spekulieren die
Briten ja auf den Klimawandel (noch so ein Medienhype!) und rechnen spätestens in 30-50 Jahren mit sensationellen englischen Tropfen und hoffen gleichzeitig darauf, daß es in Frankreich für Wein zu heiß geworden sei. In der Zwischenzeit wollen die Franzosen im Gegenzug bei der Pop-Musik aufholen. Ihr Erfolgsrezept? Ganz einfach: sie kopieren die Engländer! Im Falle der Teenagers heißt die Blaupause New Order. Schon verblüffend, wie nah die Franzosen musikalisch an dem Elektro-Pop der Ikonen aus den 80er Jahren dran sind! Dazu geben sie noch einen Hauch French Touch und voilà, fertig ist das Gericht!
Aber halt, stop! So leicht ist das natürlich auch wieder nicht, die Teenagers haben schon auch Eigenständiges zu bieten und irgendwie das gewisse Etwas, das man nicht erklären kann. Cabaret Remixé passt trotzdem irgendwie...

Womit wir ein gutes Stichwort hätten: Remix. Als sog.
Remixer sind die Teenagers schon in Erscheinung getreten und zwar für solch angesagte Bands wie Au Revoir Simone ("Fallen Snow"), The Enemy ("Had Enough"), Good Books ("The Illness") und passend zum heutigen Abend für New Young Pony Club ("The Bomb") und Simian Mobile Disco ("It's The Beat").

Heute präsentierten sie aber ausschließlich eigene Stücke und zwar genau ein halbes Dutzend.

Begonnen wurde mit Starlett Johansson (nicht Scarlet!), mit Sicherheit mehr als eine Anspielung auf eine schauspielende Blondine, die... wen wunderts... ebenfalls gehypt
wird. Das kam bereits relativ gut an, aber der Knoten war noch nicht hunderprozentig geplatzt, das Publikum noch etwas reserviert. Dies änderte sich aber schlagartig zur Mitte des Sets, als die junge Sarah (schweizerisch-amerikanischer Abstammmung) das Herrentrio Michael Szpiner (Bass), Dorian Dumont (Gitarre) und Quentin Delafon (Gesang) tatkräftig unterstützte. Sie heizte mit ihrem sexy Tanzstil den vorderen Reihen ordentlich ein und hauchte ein paar Zeilen ins Mikro, bevor sie lautumjubelt wieder verschwand. Ohne weibliche Unterstützung auf der Bühne spielten die Herren dann noch zwei Stücke, u.a. das abschließende "Sunset Beach", welches sehr gut zog. Ich werde den weiteren Werdegang der Teenagers verfolgen, denn kurzweilig sind sie allemal und sie bescheren auch den männlichen Gästen einen angenehmen Nebeneffekt: bei ihren Konzerten wimmelt es nur so vor bildhübschen Mädchen, die sie umjubeln. Man muss sich nur mal ihre Top-Freunde auf ihrer My Space Seite "The Teenagers Remixes" anschauen, man hat den Eindruck, man sei bei einer Model-Agentur gelandet!

Setlist The Teenagers, Cabaret Sauvage, Paris:

01: Starlett Johansson
02: Fuck Nicole
03: Feeling Better
04: Home Coming
05: Make It Happen
06: Sunset Beach

Konzerttermine The Teenagers:

13. Juli 2007: Latitude Festival , Suffolk, England
25. August 2007: Reading Festival (!)
26. August 2007: Leeds Festival (!)

Wie ein Model sah im Anschluß dann auch die Keyboarderin von New Young Pony Club aus, mit ihren endlos wirkenden Beinen und den schwarzen Stöckelschuhen zog sie so einige mänliche Blicke auf sich. Ansonsten schwieg sie aber weitestgehend und war eher lethargisch, fast wie die Kollegin an den Tasten bei den Long Blondes (sind die noch in?). Die große Show zog eine andere ab und zwar die farbige Sängerin Tahita Bulmer, die wie ein Wirbelwind über die Bühne fegte und nicht selten den direkten Kontakt zum Publikum suchte. So tauchte sie bei dem zweiten Lied auch vor meiner Nase auf, was mich völlig überraschte, so daß mir kein guter Schnappschuss gelang. Sowieso hätte ich anstatt zu knipsen lieber tanzen sollen, denn der funkige Dico-Beat der Engländer verlangte geradezu danach. Ähnlich wie CSS vermischen die Engländer gekonnt tanzbare Rhythmen mit wavigen Gitarren und messerscharfen Bassläufen. Was dabei herauskommt ist zwar nicht unbedingt das Originellste was ich in diesem Jahr gehört habe (da liegen Battles und !!! klar vorn), sorgt aber für gute Laune und ein Zucken in der Hüftgegend. Ihr Debütalbum "Fantastic Playroom" ist übrigens gerade in England erschienen und gefällt... wen wundert's... natürlich dem NME sehr gut. Aber selbst wenn die englischen Journalisten mal wieder etwas übertreiben, so kann doch auch ich konstatieren, daß die Band Power hat. Tahita Bulmer hat hieran den überragenden Anteil, so ließ sie sich manchmal theatralisch auf den Boden fallen, nur um danach hochzuschnellen und noch mehr Gas zu geben und den Männern und Frauen in der ersten Reihe den Kopf zu verdrehen. Hierbei erinnerte sie mich in Gestik und Mimik an die Rapperinen Salt'n Pepper ("Let's Talk About Sex"), die in den 80ern angesagt waren. Eigentlich kein Wunder, denn vieles bei New Young Pony Club hat was von den Eighties, auch der Sound, Blondie und ebenfalls New Order sind nie sehr weit entfernt...

Besondere Erwähnung wert waren innerhalb des Sets vor allem die Singles "The Bomb" und "Ice Cream", aber auch der Rest wußte zu gefallen.

Setlist New Young Pony Club, Paris: (die offizielle, die aber laut Band hinsichtlich der Reihenfolge abgewandelt wurde)

01: Get Lucky
02: Hiding On The Staircase
03: Ice Cream
04: The Bomb
05: Jerk Me
06: Get Go
07: Talking Talking
08: Grey
09: F.A.N.
10: Tight Fit

Konzerttermine New Young Pony Club:

11. August: Sonne, Mond und Sterne Festival Leipzig
18. August: Pukkelpop-Festival, Belgien

Konzertbericht Simian Mobile Disco folgt separat!


Donnerstag, 12. Juli 2007

Frank Black, Evreux, 07.07.07

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Konzert: Frank Black
Ort: Evreux, Normandie (Le Rock Dans Tous Ses Etats)
Datum: 07.07.2007
Zuschauer: zigtausende


Die Pixies waren und sind Kult, keine Frage, aber ist Frank Black solo das auch?

Wenn man sich das Forum auf seiner Homepage ansieht, scheint das so zu sein, dort huldigen unzählige Fans aus der ganzen Welt dem glatzköpfigen Fleischkops. Eine
gewisse Portion Nostalgie wird wohl dabei sein, schließlich sehnen sich vor allem ältere Semester (wie ich), die mit den Pixies groß geworden sind, nach einer gewissen Fortsetzung dieser saugeilen Band.

Stellt sich bloß die Frage, ob die Breeders oder Frank Black solo ein adäquater Ersatz für die schmerzliche Lücke waren, die die Kultband hinterlassen hatte. Schließlich waren es ja vor allem die Fans und Musikjournalisten, die Frank immer wieder nach der Frage nach Konzerten oder neuen CDs seiner Ex-Band nervten, bis die Pixies tatsächlich wieder gemeinsam auftraten. Eines dieser Reunion-Konzerte habe ich live miterlebt, es fand im August 2005 im Rahmen des Festivals Rock en Seine in
Paris statt und war solide, nicht mehr, aber auch nicht weniger...

Seitdem hatte ich Frank Black ein wenig aus den Augen (und Ohren) verloren, seine Country-Alben "Honeycomb" und "Fast Man Raider Man" habe ich mir nicht zugelegt, obwohl sie mit Sicherheit gar nicht übel sind.

Im Grunde genommen zieren nur das selbstbetitelte Debütalbum aus dem Jahre 1993 und der Nachfolger "Teenager Of The Year" meine CD-Sammlung. Aber genau diese Werke gewinnen gerade wieder an Bedeutung, weil Frankie-Boy gerade eine Best-Of "93-03" auf den Markt gebracht hat.

Vom Debüt stammte dann auch der Opener des Abends, nämlich "Los Angeles". Bitte
nicht Los Äinscheles aussprechen, sondern Los Angeles, also wie man's spricht, genau wie Herr Black!

"I wanna live in Los Angeles", schrie der vollschlanke Mann in den normanischen Himmel und sofort ging vorne der Punk ab. War heute nix mit Country oder Folk, hier war harter Punk-Rock angesagt und zwar von der ersten bis zur letzten Minute! Frankie hat wohl im Moment keinen Bock mehr auf ruhige Töne, heute schrie er jedenfalls wie am Spieß! Das war auf wunderbare Weise hundsgemein und aggressiv, ich bekam richtiggehend Lust, mich ein wenig zu prügeln, zumindest, wenn mir jemand dumm kommen sollte (ist natürlich übertrieben, ich bin zahm wie ein Lamm, obwohl...). Auch anderen Leuten schien es ähnlich zu ergehen, man sah, wie eine Frau von den Sanitätern zur Seite gezogen wurde, anscheinend war sie verletzt. Kurze Zeit später schlug sich ihr Lebensgefährte zu seiner Alten durch, er boxte hierbei jeden zur Seite, der ihm in die Quere kam, um sie dann schließlich tröstend in den Arm zu nehmen. Die Atmosphäre war also aggressiv aufgeheizt und das mißfiel mir ehrlich gesagt gar nicht so sehr, es passte irgendwie zur Musik. Und solange ich keinen auf die Mütze kriege...

Aber Schluß jetzt mit der Wut und der Rage, es herrsche Friede: "Freedom Rock, Freedom Rock, Freedom Rock", raunte Frank seiner dreiköpfigen Band zu, allesamt im Übrigen in schwarz gekleidet, wie der Chef auch. So wurde das während des ganzen Konzertes gemacht, der Ex-Pixie hatte anscheinend keine Set-List (ist ja auch uncool!), sondern sagte halt eben immer dreimal seinen Leuten an, was sie spielen sollen. Die Nummer kam richtig gut, ist halt eben ein famoser Song, genau wie das später gebrachte "California Bound". "California, California, California-ey", fauchte Herr Schwarz den Musikern zu und los ging's. Toll!! Mindestens genauso toll wie die
Songs war das Spektakel, das der fette Typ abzog. Des Öfteren kniete er am Boden und krächzte mit Inbrunst in sein Mikro, so daß seine weiße Plautze unter dem schwarzen T-Shirt hervorlukte, oder aber er wanderte ganz cool auf der Bühne hin und her und beobachtete die Leute durch seine schwarze Sonnenbrille (es war 22 Uhr und dunkel in Evreux!) Die mit Abstand schärste Einlage brachte er aber gegen Ende des Sets. Bei einem Song kletterte er auf die Schlagzeug-Trommel und begattete sie regelrecht! Hierzu stöhnte er wie ein Schwein, während er sich immer wieder rhtythmisch auf und ab bewegte. Es war wirklich grotesk, die Szene dauerte gut und gerne fünf Minuten, das Schlagzeug schien eine erotische Wirkung auf Frankie auszuüben...

Aber auch musikalische Highlights wurden noch gesetzt, so z.B. mit "Dead Man's Curve", oder auch "Six Sixty Six", welches extrem in die Länge gezogen wurde. Mein persönlicher Favorit war aber "Robert Onion", ich liebe das Stück ganz einfach, gerade läuft es schon wieder auf meinen Kopfhörern.

Insgesamt bot der Dicke eine äußerst energiegeladen Show, die nicht rockiger hätte sein können und sicherlich denjenigen gefallen haben dürfte, die es mögen, wenn er so richtig die Sau rausläßt. Und laut war's, saulaut, den Tinnitus in den Ohren werde ich so schnell nicht los!

Highlights der Set-List Frank Black, Evreux:

- Los Angeles
- Ten Percenter
- Freedom Rock
- California Bound
- Dead Man's Curve
- I Wanna Live On An Abstract Airplane
- All My Ghosts
- Six Sixty Six
- Threshold Apprehension
- Robert Onion

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