Dienstag, 17. April 2007

Joanna Newsom, Paris, 16.04.07

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Konzert: Joanna Newsom
Datum: 16.04.2007
Ort: La Cigale, Paris
Zuschauer: wahrscheinlich ausverkauft

In gewisser Weise knüpfte das heutige Konzert von Joanna Newsom an das von CocoRosie an, welches ich letzte Woche gesehen hatte. Zumindest werfen Musikjournalisten diese Künstler gerne in einen Topf. Dazu packen sie dann meistens noch Devendra Banhart und Anthony & the Johnsons und schon glauben sie, diese höchst unterschiedlichen Musiker unter dem Sammelbegriff "New-Folk" richtig verortet zu haben.

Selbstverstänlich greift diese Kategorisierung viel zu kurz, denn eins ist mir heute wieder klar geworden: Joanna Newsom ist eine einzigartige Künstlerin und Person! Klar, auch bei CocoRosie gab es eine Harfe, wenn auch ein wesentlich kleineres Modell als das von Fräulein Newsom und auch die Stimmen von Sierra und Bianca Cassidy haben dieses kindlich-trotzige Element. Damit erschöpfen sich aber auch schon die Ähnlichkeiten.

Die riesige Harfe von Joanna habe ich schon erwähnt, heute war sie allerdings bereits perfekt aufgebaut, als die Kalifornierin - bekleidet mit einem roten Kleidchen und in Gesellschaft dreier, weiterer Musiker - die Bühne betrat. Das war vor zwei Jahren als ich die zierliche Blondine zum ersten Mal live im recht kleinen Européen gesehen hatte, ganz und gar nicht der Fall. Damals hantierte sie nämlich eine geschlagene Viertelstunde an ihrem Mikro, um es auf die ideale Höhe zu der sie deutlich überragenden Harfe zu bringen.

Heuer also ein neues Album (Ys), eine neue Location (Cigale) und eine neue Band, die wenn man die brandneue EP als Maßstab nimmt, Ys Street Band heißt. Die Band bestand aus einer Violinistin, einem jungen Herren, der Banjo und Mandoline spielte und einem weiteren Musiker, der die ebenfalls riesige Pauke auf alle mögliche Weisen behandelte.

Zur Vorbereitung auf den heutigen Abend hatte ich mich übrigens mit dem Debütalbum "The Milk-Eyed Mender" eingestimmt, da ich es lange nicht mehr gehört hatte.

Und siehe da, schon das allererste Lied stammte witzigerweise vom ersten Album: "Bridges and Ballons". Im Grunde genommen war es eh leicht zu erkennen, von welchem Longplayer der jeweilige Song stammte, ganz einfach deshalb, weil die Titel auf Milk-eyed-Mender noch eine konventionelle Länge haben, während auf Ys jedes einzelne Stück Überlänge hat.

"Emily", was als Zweites gespielt wurde, war dann ein schönes Beispiel für ein langes Lied. Aber: halt stop! Jetzt nicht sagen, langes, also langweiliges Lied! Ganz und gar nicht! Im Gegenteil, es war ein großer Genuß der kleinen, süßen Joanna zuzugucken und zuzuhören. Wie sie diese monströse Harfe behandelte, einfach grandios! Da flogen ihre kleine Fingerchen nur so durch die Luft, zupften von oben nach unten und von unten nach oben das Gerät ab und streichelten es sogar zuweilen. Unglaublich diese Fingerfertigkeit! Ich habe gelesen, daß so eine Harfe ein gar garstiges Instrument sein kann und daß sich Joanna nicht selten die Finger daran blutig spielt. Blut floß zum Glück heute keins, dafür aber die Tränen. Meine Tränen. Freudentränen! Bei Monkey & Bear konnte ich einfach nicht mehr an mich halten, so gerührt war ich, ob all dieser Anmut und Grazie. Und dann diese Stimme! Mal weich und sanft, dann wieder kindlich hoch, fast wie eine Micky Mouse (oder besser Minnie Mouse). Immer aber anrührend. Das ging mir durch Mark und Bein. Zum Glück kriegte ich meine Emotionen wieder einigermaßen in den Griff, schließlich waren wir ja erst bei Lied drei...

Lied Nummer vier verblüffte mich wegen seiner Neuinterpretation im Vergleich zur Albumversion. Wird "Inflammatory writ" auf CD noch mit Piano gespielt, wurde heute eine gelungen Country-Version geboten. Nun ja, ein Klavier hatten sie ja schließlich auch nicht dabei. Dafür kam aber immer wieder diese schöne folkige Geige und das an Sufjan Stevens erinnernde Banjo zum Einsatz. Auch toll: die Pauken, die vor allem zum Ende einiger Lieder einsetzten und so etwas Pfeffer in die ganze Angelegenheit brachten. Schön auch, daß hier nicht einfach das aktuelle Album, das übrigens mit einem 32 (!) köpfigen Orchester eingespielt wurde, abgespult wurde, sondern perfekt zwischen neuen und alten Liedern gewechselt wurde. Einen nagelneuen Song hatte sich Frau Newsom für eine der beiden umjubelten Zugaben aufgehoben und zwar nicht den schlechtesten. Er heißt "Colleen" und stammt von der neuen EP. Schon jetzt gehört er zu meinen Lieblingsliedern der Amerikanerin.

Hach, schön war's, wunderschön sogar und eigentlich ging es viel zu schnell vorbei! Ich hätte noch stundenlang zuhören-und die flinken Finger an der Harfe entlangwirbeln sehen können...

Goodbye Joanna, hope to see you again quite soon!

Setlist Joanna Newsom:

01: Bridges and Ballons
02: Emily
03: Monkey & Bear
04: Inflammatory writ
05: The Book of right-on
06: Sawdust & Diamonds
07: This side of the blue
08: Peach, Plum, Pear
09: Old scottish song ("only skin"?)
10: Cosima
11: Clam, Crab, Cockle, Cowrie

12: Sadie (Z)
13: Colleen (Z)

von Oliver



Sonntag, 15. April 2007

Mark Eitzel, München, 13.04.07

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Konzert: Mark Eitzel
Ort: Zerwirk München
Datum: 13.04.2007

Guten Tag, jeder, der sich gerade wundert, warum hier heute kein fundierter Konzert Review erscheint, sondern dieser seltsam anmutende Gala- Leser- Trash, der sei informiert: Die Jungs von Mein Zuhause.Mein Blog dachten es wär dufte doch mal Kaddi- Liebchen gastbloggen zu lassen. Beide Herren wissen schließlich, dass es immer gut kommt seinen eigenen Erfolg zu demontieren, wenn man auf dem Zenith steht. In diesem Sinne nun zum journalistischen Abstieg..

Da die meisten von Euch weder mich, noch Details über mein kleines armeseliges Leben kennen, hier kurz zur Info: Dieser Blog setzt thematisch direkt an einen meiner eigenen Blogs an, den man hier nachlesen kann. Ich darf den Titel keinesfalls zitieren, denn Oliver bat mich halbwegs jugendfrei zu schreiben. Sein Wunsch ist mir natürlich Befehl.

Zur Story: Letzten Freitag war mal wieder Konzertgucken mit Frau Schumann, Evil Eve und meiner Wenigkeit angesagt. Wir hatten uns in die auf Freitag vorverlegte "Schweine- am Samstag"- Veranstaltung des Musikexpress im Münchener "Zerwirk" eingeschlichen. Wie immer waren wir total subtil und ganz ohne mit irgend jemandem dafür zu schlafen reingekommen (Simon, danke nochmal, dass Du mit den ganzen Leuten geschlafen hast ;-) Der Musikexpress Mann, der damals beim Duke Special Konzert nie auftauchte und uns bis heute 3 Becks schuldet, war diesmal auch am Start.

Performance vor Ort: Mark Eitzel und eine sich total elitär fühlende Musik- Journaillen- Posse im durch und durch veganen Zerwirk. Dort kann man nämlich unten akustisch "rocken" und oben Klee- und Weizentaler knabbern. Hmmmmmmmm. Unfassbar, wie sehr man sich nach einem blutigen Kotelettumhang, einer Fledermaus mit abgebissenem Kopf und ner Runde Slayer sehnen kann. Egal. Ich hatte mich vorher eingehört und war mir schon recht sicher, dass Mark Eitzel für mich eher Mark Ätzel sein würde. Ich hatte mir vorsorglich mal mein Fugazi- T- Shirt angezogen, um den Leuten über den Subtext zu zeigen, was ich von dieser Schnulli- Schose so hielt. Bevor Herr Ätzel loslegte, wurden wir 3 Chicks nach oben geführt und durften dem Zerwirk Besitzer seinen teuren Rosé wegtrinken. Sehr nett. SKOLL!! Ein Hoch auf Frau Schumann, dachten wir uns alle und waren pünktlich zum Konzert- Beginn wieder unten und der Thematik "Schweine am Samstag äh Freitag" entsprechend ordentlich blau.

Alle waren begeistert, ausnahmslos alle. Außer mir und den Mädels. Ich war aufgrund des Rosés in absoluter Pöbellaune und kann selbst jetzt in nüchternem Zusatnd nicht fassen, dass Leute sowas gut finden. Ich suche noch immer nach dem Refrain (Ja wo isser denn?) Zugegeben, bestimmt bin ich ne Pop- Sau, aber jemand, der schon im 2. Song singt "Please don't go now.... please don't, no don't" scheint auch nicht wirklich überzeugt von seiner Performance. Optisch wirkte der Herr Ätzel wie der kleine Bruder von Yusuf Islam. Alles in allem aber sehr freundlich, so als Person also ganz dufte. Egal. SLAYER!!!! Ich beschloss mir noch ordentlich Prosi hinter die Binde zu kippen und dann endlich mal unseren Musikexpress Mann von der Seite anzulaschen. Ich fragte ihn, ob das wirklich sein Ernst sei mit Herrn Ätzel und das ich das nächste Mal doch lieber wieder zu Tokio Hotel gehe um deren Visual Kei Einschlag zu analysieren. Da war er hart getroffen und drückte mir die ganze "Ja schon schwieriger Künstler, aber total tiefgründig und wenn man sich reinhört und die geistige Kapazität besäße (excuse you, Mr.!!!) und Tokio Hotel ist echt totaler Major Dreck, von wegen Visual Kei und so"- Story. Ich trank mein Glas in einem Zug aus und fragte total diplomatisch und freundlich, ob er eigentlich auch so'n kleiner verkappter DJ oder Indie- A&R sei oder gern wäre. Wieder hart getroffen wendete er sich Frau Schumanns kurzem Kleid zu. Mir wurscht. Mein Glas Wodka, Eve und ich wir schwoften zu Morrissey auf der Tanzfläche. Dann kam der Rolling Stones- Indie- Redakteur und meinte das mit meinem T- Shirt wäre schon gut so, aber ginge ja eigentlich auch garnicht. Weil Fugazi hätten ja schließlich nie Merch und sowas gewollt und überhaupt sei das echt ein No- Go, also ehrlich. Bliblablubb. Hab ich meinen Wodka runnergeschüttet ihm den Todesblick und das sizilianische Satanszeichen im Schritt angedeutet und gelallt, "Kanns michma, Du Musikfrizzl, Du.Weisse Bscheid. So!" Am DJ Pult verlustierte sich zur selben Zeit der Musikexpress Mann (mit lustigem Hut und engem Ibiza- Oberteil) und zwang den Leuten seinen Musikgeschmack auf. Nebenbei hat er auch noch ABBA in Sachen Choreographie alt aussehen lassen, aber das ist ne andere Geschichte. So isset nämlich.

Eigentlich wollen Musikjournalisten einem nur erzählen was man zu hören hat und das Musik, sobald sie jemand anders außer ihnen gut findet eh schon total out und dated is. Igittibäh.

Ich hab dann Gott sei Dank noch einen Feuilleton- Redakteur der Süddeutschen kennengelernt. Mr. A. (früher auch mal beim Musikexpress, wo auch sonst...) hat an diesem Abend tatsächlich den Ruf seiner gesamten Zunft gerettet, als er sich mehrere Wodka einverleibte, um sich meinem Niveau anzupassen und dann meinte: Nee, also Musikjournalist sein und dann auflegen, das würde gegen jegliches Journalisten- Understatement verstoßen, das er sich vorstellen könne. Man könne nicht über ein Phänomen oder einen Lebensstil berichten und selbst derart involviert sein. SZ- Mann- Mein Held, Du!

Beglückt von soviel Objektivismus dachte ich mir: Na denn. Noch n Schluck aus der Puddl und ab auf ne Party. Da ham se dann auch Trail of Dead gespielt und wie es sich gehört hat im Nachbarzimmer eine angehende Musikpädagogin Bröckchen in einen lila Eimer gelacht. Das war ein schöner Ausklang dieses fantastischen Abends.

von Kaddi


Samstag, 14. April 2007

Blumfeld, Köln, 13.04.07

2 Kommentare
Konzert: Blumfeld
Ort: Bürgerhaus Stollwerck Köln
Datum: 13.04.2007
Zuschauer: randvoll

Wahrscheinlich hätte ich mir keine Karte für Blumfeld in Köln gekauft, wenn es nicht die Abschiedstournee der Hamburger Band wäre, die sie heute ins Bürgerhaus Stollwerck geführt hat. Ich mag Blumfeld lange schon, höre auch immer wieder ihre ausgezeichnete Musik, hätte aber vermutlich gedacht, die kannst Du irgendwann noch mal sehen, zur Zeit gibt es Spannenderes.

Eine Mischung aus Torschlußpanik und Katastrophentourismus ließ mich dann aber doch frühzeitig eine Karte bestellen, eine gute Idee, denn das Stollwerck war sehr schnell sehr voll.

Im Saal war der Bühnenaufbau bereits abgeschlossen und alles deutete darauf hin, daß keine Vorgruppe auftreten würde. Und so sollte es dann auch sein. Gegen neun kamen die Bandmitglieder im Saal an, um halb zehn traten Jochen Distelmeyer und Kollegen auf die Bühne, die dankenswerterweise wieder nicht durch Gitter geschützt war. Das war aber auch vollkommen unnötig, denn das Publikum war gereifteren Alters und alles andere als auf Krawall gebürstet. So war das nämlich vermutlich auch mein erstes größeres Konzert, bei dem viele der Besucher Rotwein tranken, den es an den beiden Theken im Stollwerck gab.

Ich hatte nichts Näheres über die Gründe der kommenden Auflösung der Lieblingsband aller deutschen Musikkritiker gelesen, hatte aber vermutet, daß solche Auflösungen meist nach Streitereien in Bands erfolgen. Das Verhalten der vier Bandmitglieder (Sänger Distelmeyer, Bassist Precht, Keyboarder Albrecht und Schlagzeuger Rattay) ließ allerdings auch nicht ansatzweise auf Streit schließen. Alle vier wirkten ausgesprochen fröhlich, besonders Jochen Distelmeyer und Lars Precht schienen viel Spaß zu haben und grinsten sich permanent an. Jochen Distelmeyer vergaß aber nicht, deutlich darauf hinzuweisen, daß wir alle aus einem traurigen Grund heute da seien, uns Blumfeld aber auf Platte erhalten bleibe. Allerdings sagte er auch irgendwann: [...] "sollte das die letzte Blumfeldtour sein"... Also, wer weiß, was da noch kommt.

Wie unglaublich viel Talent in der Musik der Hamburger steckt, wurde heute
eindrucksvoll klar. Distelmeyers einprägsame Stimme und die darauf abgestimmte Musik erzeugen allerbesten Indiepop, den ich in einem Atemzug mit beispielsweise Sufjan Stevens nennen würde.

Das reguläre Set bestand aus 15 Titeln aus allen Phasen der Band, von "Draußen auf Kaution" bis "Tics". Besonders gut kamen meiner Meinung nach "Diktatur der Angepaßten" und "Armer Irrer" an. Vor "Armer Irrer" (wie auch in anderen Pausen)
brüllten Leute ununterbrochen Titelwünsche, was Jochen Distelmeyer grinsend die Stimmpausen verfluchen ließ!

Daß das heute keine lästige Pflicht für die Band sein würde, war schnell klar. Also hatte auch niemand Bedenken, daß es keine Zugaben geben könnte. Die Band tauchte auch schnell wieder auf, um dann insgesamt neun (!) zusätzliche Lieder in zwei Zugaben zu spielen, eigentlich also ein zweites Konzert direkt im Anschluß. Bei "Graue Wolken", Lied 20
immerhin, sagte Distelmeyer, er sei jetzt warmgespielt... Später, bei einer der letzten Zugaben, war ihm allerdings schon so warm, daß der immer wieder kurz auftretende zusätzliche Gitarrist (und Gitarrenstimmer) ihm während des Stücks den Schweiß von der Stirn wischte!

Die erste Zugabe endete mit "Verstärker" und den Zeilen: "Everytime we say goodbye, I die a little bit." Ein so trauriges Ende hätte dem Konzert aber vollkommen
widersprochen, also kamen noch zwei zusätzliche Lieder, "Schmetterlings Gang" und "Die Welt ist schön". Und ja, die Welt war heute abend im Bürgerhaus Stollwerck schön. Sehr schön sogar.

Ich wäre ein Idiot gewesen, hätte ich das verpaßt. So dachten das sicher auch die zahlreichen Zuschauer, u.a. Visions Chefredakteur Carsten Schumacher. 135 Minuten Konzert, eine Band die sich zweimal verbeugend aber auch klatschend von ihrem Publikum verabschiedete, "Danke" und "Kommt wieder" Rufe aus dem Saal, es war ein feierlicher und sehr würdiger Abschied. Aus einem traurigen Anlaß wurde etwas, was die Leute guter Laune nach Hause gehen ließ. Zuletzt habe ich so etwas im Mai 1998 auch in Köln erlebt. Da stieg der 1. FC Köln vor feiernden Fans und Trude Herrs "Niemals geht man so ganz" erstmals ab...


Mehr Fotos hier.

Setlist Blumfeld:

01: Draußen auf Kaution
02: Mein System kennt keine Gnade
03: 2 oder 3 Dinge, die ich von Dir weiß
04: Weil es Liebe ist
05: Ich - Wie es wirklich war
06: Tics
07: Der Apfelmann
08: Wir sind frei
09: Eintragung ins Nichts
10: In der Wirklichkeit
11: Armer Irrer
12: Der Sturm
13: Sonntag
14: Die Diktatur der Angepaßten
15: So lebe ich

16: Tausend Tränen tief (Z)
17: Immer wieder Liebeslieder (Z)
18: Penismonolog (Z)
19: Zeittotschläger (Z)
20: Graue Wolken (Z)
21: Kommst Du mit in den Alltag? (Z)
22: Verstärker (Z)

23: Schmetterlings Gang (Z)
24: Die Welt ist schön (Z)

Last Chance to see:

16.04.07: Frankfurt
17
.04.07: Heidelberg
18
.04.07: Freiburg
20
.04.07: Konstanz
21
.04.07: Dornbirn (A)
25
.04.07: München
29
.04.07: Berlin
30
.04.07: Berlin
20.05.07: Würzburg
24.05.07: Hamburg
25.05.07: Hamburg



Freitag, 13. April 2007

The Libertines, London, 12.04.07

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NME-Konzertbericht The Libertines
Datum: 12.04.2007
Ort: Hackney Empire, London

Ein ganz seltener Einzelfall, der auch die Ausnahme bleiben soll: Ich fasse einen hochaktuellen Konzertbericht des NME.com auf deutsch zusammen.

Das Ereignis verdient aber eine solche Würdigung: die Libertines sind wiedervereint!! Zumindest für einen Abend...

Schauplatz des Spektakels: das Hackney Empire in London. Unter dem Motto "An evening with Pete Doherty" gab der Babyshambles Frontmann vor den Augen von Freundin Kate Moss ein vielumjubeltes Konzert mit einigen faustdicken Überraschungen! Zunächst spielte er solo einige Stücke, wurde aber dann auch von Folklegende Bert Jansch und Alec Wass begleitet. Dieser Teil des Sets umfasste Stücke wie z.B. "Killamangiro" und "Cyclops".

Zur Mitte des Gigs dann die Sensation: "Sie haben auf diesen Augenblick gewartet, liebe Zuschauer, Ladies and Gentleman Mr. Carlos Barat".

Der Dirty Pretty Things Chef stieg, gehüllt in einen schicken Anzug von Dior Homme (Designer Hedi Slimane ist riesiger Libertines-Fan), unter dem Johlen der Menge auf die Bühne und spielte mit Pete 13 (!) Lieder. Zwischen den Songs herzten sich die beiden Wieder-Freunde innig und überraschten die Fans sogar mit einer Cover-Version der Mamas & Papas "Dream a little dream of me". Den Hit "Albion" sangen sie gar im Duett.

Es muß großartig gewesen sein...

Albion war dann auch letztes Lied des offiziellen Sets, bevor sie noch "The Delaney" als Zugabe brachten. Danach war der spektakuläre Abend anscheinend vorüber, aber hartnäckige Fans klopften so lange an die Scheibe des Umkleideraums, bis Pete und Carl schließlich spontan noch einmal zurückkamen und "Can't stand me now" zum Besten gaben.

Wow, da wäre ich liebend gerne dabei gewesen!

Setlist Libertines Heckney Empire:

01: What a waster
02: Death on the stars
03: The good old days
04: What Katie did
05: Dilly Boys
06: Seven deadly sins
07: France
08: Tell the king
09: Don't look back into the sun
10: Dream a little dream of me
11: Time for heroes
12: Albion

13: The Delaney (Z)

14: Can't stand me now (Z)

aus dem NME

von Oliver


Donnerstag, 12. April 2007

!!! (Chk Chk Chk), Paris, 11.04.07

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Konzert: !!! (Chk Chk Chk)
Datum: 11.04.2007
Ort: Le Bataclan, Paris
Zuschauer: gut besucht, aber nicht ganz ausverkauft

Bissiger und treibender als Hot Chip, origineller und innovativer als LCD Soundsystem, weniger albern und kitschig als die Klaxons, sind !!! (Chk Chk Chk) etwa die beste Elektro-Rock Band zur Zeit? Wenn mich die Brasilierinnen von CSS, die ich demnächst sehen werde, nicht noch mehr umhauen werden, dann ist die Frage wohl klar mit Ja zu beantworten!

Aber der Reihe nach...

Spät wie immer kam ich gegen 21 Uhr im Bataclan an. Kein gutes Zeichen: es standen schon keine Leute mehr draußen vor der Tür rum. Aber egal, die besten Gäste kommen immer erst etwas später, zumal ich eine Punktlandung hinlegte. Beim Eintreten in die szenige Location ertönten nämlich gerade die ersten Klängen von "Myth Takes" dem Titeltrack und Opener des neuen, zweiten Albums der Amerikaner aus Brooklyn.

Ziemlich schnell sorgten die acht (!) Burschen auf der Bühne für eine brodelnde Stimmung im Saal. Immer wieder erstaunlich, wie gerade die wieder mal sehr hübschen Frauen abgehen, wenn Kuhglocken, elektronische Beats und wummernde Bässe aus den Boxen hallen. Irgendwie ist dieser Fusion aus Elektro und Rock ja gerade sehr angesagt. !!! selbst, bezeichnen ihren Stil auf ihrer MySpace-Seite als "Heilen and easy listening/Elektroakustik und Progressive House". Progressiv passt meines Erachtens sehr gut zur Kennzeichnung. In der Tat hat das was Fortschrittliches, Avantgardistisches. Da wo LCD Soundsytem irgendwie eine 80er Jahre angehauchte Retro-Musik macht, entwickeln die New Yorker von Chk Chk Chk etwas Neues, wagen etwas, bringen frischen Wind in die Szene. Klar ist das manchmal etwas experimentell und mitunter nervig, gerade auf CD, aber live... wow! Da kann man nicht lange still halten, sondern muß unweigerlich mittanzen. Hauptsänger Nic, ein irischer Typ wie Jim Courier oder Josh Homme, trägt auch seinen Teil zur Dance-Party bei. Wie ein Zappelphilipp hüpft er da epileptisch auf der Bühne hin und her, baut sich vor der johlenden Menge auf und peitscht die Fans ganz schön an. "Hey, ihr da oben, auf den Sitzplätzen, steht auch mal auf und zwar alle!" Bei den Leuten in den vorderen Reihen waren solche Aufforderungen eh überflüssig, da hier alle wild tanzten. Das hatte aber auch Groove und Rhythmus, meine Güte! Gespielt wurden, bunt gemischt, Titel vom ersten Album "Louden up now" und vom neuen Opus "Myth takes". Der Titel "Shit, scheiße, merde" fehlte allerdings leider! "Scheiße" scheint trotzdem ein Wort zu sein, daß Sänger Nic sehr gut gefällt, er benutzte es einmal zwischen zwei Titeln, eigentlich ohne irgendwelchen Zusammenhang. Die Franzosen im Publikum konnten damit naturgemäß nicht so viel anfangen, mich brachte das aber selbstredend zum Schmunzeln.

Also deutsch sprachen die Frenchies schon mal nicht, aber vielleicht englisch? "Does anyone speaks english" heißt dann auch eine Songzeile aus dem Lied "Hello? Is this thing on", welche auch laut mitgesungen wurde, wahrscheinlich von den anwesenden Engländern und Amerikanern. Der Song war übrigens eines der vielen Highlights. Hervorheben möchte ich aber auch "Must be the moon" vom neuen Silberling. Da ging so richtig die Post ab! Kein Wunder, manchmal wurde auf zwei Drums gleichzeitig eingeprügelt, u.a. auch von dem zweiten Sänger John, der mit Nic ein teuflisches Gesangsduo bildete.

Auch ein Trompeter kam zum Einsatz, oft im Duo mit einem Saxophonisten. Gut 80 Minuten heizten !!! das Publikum so richtig auf. Auch das letzte Lied des offiziellen Sets hatte es noch einmal in sich. Der kuriose Titel "Me and Giuliani down by the schoolyard" (a true story) läßt es schon erahnen...

Mit "Intensify" gab es dann noch eine lange und vielumjubelte Zugabe. Schweißgebadet aber glücklich verließ ich den Ort des Geschehens und wußte, daß ich wieder eine sehr interessante Band gesehen hatte.

Wer auch auf den Geschmack kommen will, dem seien folgende Termine ans Herz gelegt:

14.04. 2007: Hamburg
23.04. 2007: Berlin
24.04. 2007: München
25.04. 2007: Köln (Gebäude 9)

Setlist !!! (Chk Chk Chk):

01: Myth takes
02: All my heroes are weirdos
03: Pardon my freedom
04: Dear can
05: Heart of hearts
06: A new name
07: Sunday 5:17 A.M.
08: Must be the moon
09: Hello? Is this thing on
10: Cokie
11: Me and Giuliani down by the schoolyard

12: Intensify (Z)

von Oliver



 

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