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Freitag, 21. Dezember 2012

Mac Demarco & Chris Cohen & Arlt, Paris, 02.12.12

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Konzert: Mac Demarco & Chris Cohen & Arlt
Ort: Le Point Ephémère, Paris
Datum: 02.12.2012
Zuschauer: ausverkauft, also etwa 400



 
Fast schon wieder drei Wochen her, aber viel zu toll um unterschlagen zu werden! Die Konzerte von Arlt und den beiden Captured Track Artisten Chris Cohen und Mac Demarco müssen hier einfach noch erwähnt werden.

Es war ein Abend, der wirklich rundum gelungen war und drei ausgezeichnete Auftritte bot.



Die Franzosen Arlt hatten mit ihren schrägen, auf französisch gesungenen Avantgarde Folk Songs bestens in den Abend eingeleitet. Ich habe 2012 desöfteren von ihnen berichtet und geschwärmt, deshalb beschränke ich mich hier darauf, ihnen ein erneut gutes Konzert zu attestieren.



Dann schon Chris Cohen. Nicht der Sohn von Leonard, aber ähnlich talentiert. Sicherlich wird er nicht wie sein berühmter Namensvetter riesige Hallen füllen, aber um einer der am heißesten gehandelten Namen in Indiekreisen 2012 zu werden, reichte es dann aber doch. Dabei hat der bis dahin eher als Teamplayer fungierende Kerl ( ) sage und schreibe 10 Jahre gebraucht, um endlich sein erstes Soloalabum namens Overgrown Patch zu veröffentlichen. Nicht wenige sehen in dem Opus das Album des Jahres und auch ich bin nach anfänglichen Gähnattacken schwer angetan von diesem Longplayer. Es ist ein äußerst subtiles, unaufdringliches Machwerk, mit kleinen feinen Melodien, einer sonnendurchtränkten California Atmosphäre und einem Gesang, der mit seiner Sanftheit begeistert. Ein Grower vor dem Herrn im Übrigen, den ich aber vor dem Konzert noch nicht kannte.



Der Auftritt im Point Ephémère wusste dann ebenfalls zu gefallen, wenngleich Chris schon beim ersten Lied das Mikro von seiner Verankerung rutschte, was einer der Bandmitglieder von Mac Demarco geistesgegenwärtig dadurch löste, daß er das Ding 4 Minuten lang vor den Mund von Herrn Cohen hielt. Eine witzige Szene, die die Stimmung sofort etwas auflockerte.


Live tritt Chris Cohen zusammen mit drei Musikern auf. Er selbst sitzt am Schlagzeug und singt und diese Doppelaufgabe löste er dann ab Lied zwei mit festgezurrtem Miro auch bestens. 

Die zeitlosen Songs seines Albums gaben sich die Klinke in die Hand. Da hörte man noch einmal wunderbare Nummern wie Caller No. 99. Monad oder Optimistic High. Das war bester psychedelisch angehauchter 6o ies Pop, der so lässig und nonchalant rüberkam, daß es eine wahre Freude war. Wenn Retro immer so gut klingen würde, wäre die Welt eine schönerer Ort, wirklich war.




Die Band selbst schien ebenfalls Freude am Musizieren zu haben, agierte ansonsten aber eher diskret und zurückhaltend, was wiederum der gespielten Musik ziemlich perfekt entsprach.

45 Minuten- 50 Minuten ging das in etwa so, wir bekamen quasi das gesammte Album des in Vermont lebenden Amerikaners zu hören und hinterher fanden seine Tonträger reißenden Absatz, zu recht!



Dann aber Mac DeMarco und nun war Schluß mit der vornehmen Zurückhaltung. Jetzt wurde rücksichtslos und ständig gerülpst, die Nase hochgezogen und wild aufgespielt. De Marco teilt mit Cohen zwar das Label, hat mit ihm ansonsten aber nicht sehr viel gemein. Er gerierte sich als der typische Lausbub, mit einem breiten Grinsen (das seine Zahnlücke offenbarte), legeren Manieren, viel Durst nach Bier (er trank das fiese französische Kronenburg, das nach Affenpisse schmeckt) und frechen Sprüchen. Die Weiber im Publikum schienen auf ihn zu fliegen, obwohl er selbst schmunzelnd erzählte, daß er immer erfolglos in Amerika die kleinen Asiatinnen angraben würde.


Auch seine Bandkollegen waren unreife Chaoten, aber gerade das machte ihren Charme aus. Mit ihren von Pavement und anderen Slackerbands beeinflussten Songs räumten Demarco und seine Jungs auf der ganzen Linie ab. Das störte es die meisten Leute auch nicht, daß das Gitarrestimmen meistens ewig dauerte, daß der Spielfluss durch kleine Witzchen immer wieder gestört wurde und das Ganze wesentlich ungehobelter und unmelodischer als auf dem recht ruhigen Album klang,  von dem coole Songs wie Cooking Up Something Good, Ode To Viceroy oder My Kind Of Woman  performt wurden.




Der in Montreal lebende Kanadier sprach zwar kein französisch, wusste sich aber bestens verständlich zu machen. Als er gegen Ende in das Publikum sprang und sich auf Händen tragen ließ, flogen ihm die Herzen im Sturm zu. Das nutzte er, um mit Still Together zum Abschluß eine Schnulze hinterherzuschicken. Er gebärdete sich als Crooner mit schrägem Falsettgesang, dem nichts peinlich war.

Als die Kanadier fertig waren, setzte ein Run auf ihre CDs und Platten ein. Selten wurden an einem Abend bei einem Indie-Konzert so viele Tonträger abgesetzt wie hier. Captured Tracks, die auch DIIV in ihrem Katalog haben, scheinen im Moment also alles richtig zu machen.

Ein dufter Konzertabend, an den ich mich sicherlich auch 2013 noch gern erinner werde.







Montag, 2. Juli 2012

Arlt & La Féline, Paris, 20.06.12

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Konzert: Arlt & La Féline

Ort: L'Eglise Saint Eustache, Paris
Datum: 20.06.12
(eigentlich 21.06.2012) Zuschauer: hmm,vielleicht 250?


Ein Konzert nachts in einer Pariser Kirche ist ziemlich abgefahren, oder etwa nicht?



Und es gab nicht nur eins, sondern gleich mehrere Konzerte. Das Festival 36 h (36 Stunden) hatte in die prachtvolle Kirche St Eustache unweit von les Halles und dem Centre Pompidou geladen, und viele folgten der Einladung, schließlich war die ganze Geschichte gratis und die zahlreichen Künstler, die sich ab 14 Uhr mittags bis 5 Uhr morgens in einem wahren Konzertmarathon die Kirchtürklinke in die Hand gaben, alles andere als mies.

Nach Mitternacht standen mit Arlt und La Féline zwei Highlights aus der französischen Indiemusikszene an. Ich war zuvor beim Konzert der entzückenden Tiny Ruins im Espace B gewesen und hatte ein Taxi zur Kirche Saint Eustache genommen, weil keine U-Bahn mehr fuhr. Aber dieser Abenteuer wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen! Um 1 Uhr nachts Arlt zu sehen, diesen Gedanken fand ich einfach zu verlockend, ja fast verboten!

Als ich in das Gotteshaus eintrat, war das Konzert schon in vollem Gange. Leise tastete ich mich heran, bis ich irgendwann ideal positioniert war. Es wurde heute keine Messe gelesen, sondern an Stelle des Altars gerockt, gefolkt und geswingt.

Wie es scheint, bemühen sich die Kirchen ein jüngeres, moderneres Gesicht abzugeben und das ist auch gut so. Ein bißchen Party vor dem kleinen Jesus kann gar nicht schaden.
Zumal Jesus sicherlich auch Fan von Arlt ist, denn er ist ja schließlich allwissend und hat somit auch einen guten Musikgeschmack.



Arlt kamen aber auch ganz ohne die Unterstützung des Erlösers aus. Durchgeknallt und engagiert wie immer zogen sie ihre sehens-und hörenswerte Show ab und spielten Chansons beider Alben. Sängerin Eloise hatte wieder mal abgefahrene Klamotten an. Unter ihrem roten Kleid trug sie geringelte Söckchen über braunen Herrenschuhen und oben, um sich vor der Kälte zu schützen, einen großen, dicken Schal. Sie ist bei den Shows immer der Hingucker, auch weil sie so ihre irre, Gedanken versunkene Blicke drauf hat und oft wirkt, als stünde sie unter Drogen oder zumindest Hypnose. Die beiden Herren der Band, Akustik- Gitarist und Sänger Sing Sing und E-Gitarrist Mocke fallen da immer etwas weniger auf, vor allem Mocke, der regelmäßig recht weit abseits sitzt, weil er erst später zu dem Duo hinzugestoßen ist. Die Konzerte von Arlt leben von dem Dialog der Stimmen von Sing Sing und Eloise, den absurden Texten (Tu M'as Encore Crêvé Un Cheval = du hast mir schon wieder ein Pferd kaputtgeritten) und den inspirierten, höchstgradig faszinierenden Gitarrenparts.

Ganz am Ende gerieten die Saiten-Instrumente geradezu in Extase, als sich nämlich bei Chien Mort, Mi Amor Sing Sing mit Mocke ein heißes Gitarren- Duell lieferte. Sings Sing war von seinem Opfertisch gestiegen und hockte mit dem Rücken zu den auf dem Boden sitzenden Zuschauern vor der Bühne, die Augen immer auf Mocke gerichtet. Eloise drehte währenddessen ein paar Runden um den Altar, die beiden Rasseln in den Händen. Eine völlig irre Szene, die ungefähr 5-10 spektakuläre Minuten dauerte. Dann war die Messe gelesen und Arlt hatten erneut ein musikalisch hochstehendes und sehr unterhaltsames Konzert geboten.

Es war bereits 2 Uhr morgens als Agnès Gayrauds alias La Féline zusammen mit ihrer männlichen Band loslegte. Noch immer waren recht viele Zuschauer zugegen, niemand wollte ins Bett. La Féline ist aber auch einfach zu toll, um sie zu verpassen! Sie vermischt auf faszinierende Weise französischen Chanson, New Wave und Elektrorock zu einem sehr eigenständigen Gebräu, das mit seiner musikalischen Schwärze perfekt zur nächtlichen Stimmung passte. Manchmal klang es, als würde Jane Birkin nun bei The Cure singen und der Kontrast aus kühlen Wavegitarren und der sinnlich warmen Stimme schoss mir sämtliche Birnen aus. Aus ihrer wundervollen schwarz-weißen Rickenbacker zupfte La Féline die melodiösesten Riffs heraus und machte mit ihrem engen schwarzen Rock und dem pffifigen Pferdeschwanz ohnehin eine spitzenmäßige Figur.

Hits wie Wolf & The Wheel und Mystery Train von der ersten EP wurden gespielt, aber auch neue, unveröffentlichte Sachen wie La Fumée dans le Ciel. Der Wechsel von englischen zu französischen Texten verlief hierbei reibungslos, schwer zu sagen, was besser klang. Für mich wäre es kein Problem, wenn La Féline ausschließlich auf französisch singen würde, aber manche Künstler und auch das Indie-Publikum in Paris haben damit so ihre Probleme, finden das altmodisch und zu sehr variétéhaft.

Wie auch immer, ich glaube hier hatten schon allein aufgrund des feierlichen Ambientes und der abenteuerlich späten Stunde alle eine gute Zeit. Für mich war aber um drei Uhr morgens dann endgültig Schluß, obwohl es in der Eglise St Eustache noch bis fünf in der Früh weiterging...

Setlist La Féline, Eglise St. Eustache, Paris

01. Rêve de verre
02. Coeur Bizarre
03. Blanc Cavalier
04. Mystery Train
05. Into the Night ( Julee Cruise cover)
06. La ligne d'Horizon
07. La Nuit du Rat
08. La Misa Criolla ( reprise liturgique)
09. La peur et le courage ( solo version)
10. Johnny remember me ( Geoff Goddard cover)
11. La Fumée dans le ciel
12. Wolf & Wheel


Aus unserem Archiv:

Arlt, Paris, 16.05.2012
Arlt, Paris, 22.04.12
La Féline, Paris, 25.02.11
La Féline, Paris, 05.11.09



Montag, 21. Mai 2012

Arlt, Paris, 16.05.12

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Konzert: Arlt (Haight-Ashbury)
Ort: Le Café de la Danse, Paris

Datum: 16.05.2012

Zuschauer: etwa 280


Tradcution française en bas du texte


"Die machen ja eigentlich keine französische Musik" sagte Labelboss Benjamin (Almost Musique, beherbergt u.a auch Mariee Sioux) schmunzelnd vor dem Konzert seiner Band Arlt im Pariser Café de la Danse. Ach so? Aber was denn dann? Schließlich singen Eloise und Sing Sing, die beiden Gründer des Projekts (zu dem inzwischen auch der Gitarrist Mocke Depret hinzugestoßen ist), sogar in der Sprache Molieres, eine ziemliche Seltenheit in der heutigen Pariser Musiklandschaft. Wenn Arlt keine französische Musik machen, wer dann?

Aber mir war schon klar, was Benjamin meinte. Er wollte seine Schützlinge von den Vertretern der sogenannten "variété française" abgrenzen, einem überaus mainstreamigen Genre. Zum Teil sind das in der Tat wirklich widerwärtige Musiker, die mit schmalzigem und anbiederndem Sound und flachen Texten aufwarten, um dem Massenpublikum in den Arsch zu kriechen. Damit haben Arlt nun wirklich nichts zu tun. Ihre Parolen sind sehr schräg und ungewöhnlich und ihre Musik beinhaltet viele verschiedene, auch internationale Einflüsse. Trotzdem ist das, was sie machen, für mich sehr französisch. Der Geist von Barbara, Serge Gainsbourg, Brassens oder Brigitte Fontaine wohnt ihren Stücken inne, das ist unschwer festzustellen. Allerdings- und das ist ihr großes Verdienst-, begnügen sie sich nicht damit, althergebrachte Chansons lediglich zu reproduzieren, sondern drücken dem etwas angestaubten Genre ihren ganz eigenen Stempel auf. Ihr Sound klingt wahnsinnig anziehend, herrlich verrückt und sehr eigen. Er der brummelnde Bär, sie die glockenklar intonierende Sirene. Ein Duo voller Gegensätze, die sich bekanntlich anziehen. Mit immenser Theatralik mimte sie die Nachtwandlerin, während er ganz trocken und tief singend seine Akustikgitarre bearbeitete. Ein einstudiertes Gebaren, das auch im Café de la danse formvollendet zelebriert wurde. Seltsam allerdings, daß die Leute nicht ein bißchen mehr mitgingen, bei ein paar Liedern hätte man durchaus tanzen oder klatschen können, zumal Eloise durch ihre Handclaps den Takt vorgab. Aber es waren wohl eher stille Genießer, die das schöne Café de la Danse bevölkerten. Sie erfreuten sich wie ich leise und andächtig an starken Titeln wie der schmissigen neuen Single Le Pistolet, oder der alten Melancholie-Schmonzette Je voudrais être mariée. Aktuelles und älteres Songmaterail wurde perfekt durchgemischt und zu einem harmonischem Ganzen zusammengefügt.




Aber bei Konzerten von Arlt geht es nicht nur um die Lieder selbst, sondern auch deren kuriose Interpetation. Es ist fast ein kleines Theaterstück, was man da sieht und besonders Eloize könnte ich mir gut an der Comédie française oder im Odéon vorstellen. Fantastisch, wie weltentrückt sie agierte, manchmal fast guckte, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank. Gerade, daß ist das herrliche bei Arlt, man weiß nicht genau, ob sie alles so ernst meinen. Ich glaube das Gegenteil ist der Fall, sie haben viel Humor und zwinkern gerne mit den Augen.

Das Set schritt voran und ich genoß besonders das wundervolle Stück Le Periscope (" si tu savais comme je t'aime"), das so unglaublich melancholisch rüberkam und mit vielen kleinen feinen Gitarrenmelodien glänzte. Den alten Klassiker La Rouille (der Rost zu deutsch) nahm ich auch noch mit, bevor ich mich zum Konzert von Tu Fawning aufmachte, das ich auf keinen Fall verpassen wollte.

Pour nos lecteurs français

"En fait ils ne font pas de la musique française" se plaisait à dire Benjamin, le chef du très bon label Almost Musique qui héberge le groupe Arlt. Ah bon? Il font quoi, Arlt alors? On parle quand même d'un groupe qui n'est pas seulement parisien, mais qui chante aussi dans la langue de Molière, chose très (trop?) rare dans le paysage de la musique indé actuelle.

Mais bon, ce que Benjamin voulait dire était assez clair . Il voulait certainement exprimer le fait que Eloise et Sing Sing ne font pas de la variété française, un genre qui est en effet souvent abominable. Normal qu'un groupe formidable et innovateur comme Arlt ne veuille pas être rangé dans cette catégorie. Ils ont des paroles magnifiques et bizarres, un univers bien à eux et des influences majoritairement internationales comme The Velvet Undergound, Can ou Les Kinks. Mais je trouve quand même qu'ils ont un son bien français. On y retrouve l'esprit des artistes classiques comme Barbara, Gainsbourg, Brassens ou Brigitte Fontaine. Mais Arlt ne se contentent pas de reproduire des chansons classiques, mais y mettent leur propre touche en ressuscitant le genre un peu démodé. Leur musique est très séductrice, formidablement folle et très spéciale. Lui joue l'ours marmonnant elle chante clair comme un rossignol! Son jeu à elle est très théâtral (on dirait qu'elle est somnambule), tandis que lui reste la plupart du temps très cool au milieu de la scène, grattant nonchalamment sa guitare. C'est un rituel étudié et élaboré que le groupe joua avec excellence ce soir au Café de la Danse. Un peu dommage néanmoins que le public resta longtemps si calme et passif. Pourtant Eloise donna le rythme en tapant dans ses mains sur plusieurs morceaux. Mais c'était plutôt des gourmets calmes, qui peuplaient le café ce soir-là. Il apprécieront en toute tranquillité des titres sublimes comme le tranchant nouveau single le Pistolet ou la vieille chanson mélancolique Je voudrais être mariée. Le groupe (avec Mocke Depret de Holden à la guitare électrique) a su mélanger des nouveaux et des anciens titres pour un résultat équilibré et harmonieux. Difficile à dire lequel des deux albums est le meilleur. Le nouveau Feu La Figure me semble néanmoins plus rock et aggréssif, certainement dû au jeu de guitare groovy, très classe de Mocke.


Mais ce n'est pas seulement la musique qui me plaisait énormément ce soir là. C'était aussi le jeu de scène d'Eloise, ses regards un peu étranges, sa manière de bouger, de taper dans les mains. Je la verrais bien à la comédie française ou à l'Odéon. Un vrai talent de scène, très élégant et charismatique.


Le concert avança vite et j'ai surtout adoré le splendide Le Périscope, un morceau ultra triste et touchant, truffé des jolies petites melodies de guitares- Et puis il y avait aussi le vieux classique La Rouille, un titre très accrocheur avant que l'immense Chien mort, mi amor ne termine la partie officielle d'un concert particulièrement réussi!

Arlt font donc bien de la musique française, mais de la bonne musique française!






Fazit: Arlt machen französische Musik und das ist auch gut so!

Setlist Arlt, Café de la Danse, Paris:

01: Sans Mes Bras

02: Une Sauterelle
03: L'Eau froide
04: Le Pistolet
05: Je voudrais être mariée
06: Le Ventre de la baleine
07: Le Périscope
08: La Rouille
09: La Ville est triste
10: Crevé un Cheval
11: Rhinocéros
12: Chien Mort, Mi Amour

13: Château d'eau
14: De Haut en bas



Mittwoch, 25. April 2012

Arlt & Mariee Sioux, Paris, 22.04.12

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Konzert: Arlt & Mariee Sioux

Ort: La Fabrique des Balades Sonores
Datum: 22.04.2012

Zuschauer:mindestens 30, für den kleinen Laden waren das sehr viele
Konzertdauer: jeweils etwa 35-40 Minuten



Arlt gehören zu jener kleinen Gruppe französischer Bands, die ich noch nie gesehen hatte. Viele French-Poper- und Folker sind mir in den letzten Jahren nicht durch die Lappen gegangen und wenn dann hatte ich in der Regel keinen Bock ihre Konzerte zu besuchen.

Bei Arlt war das anders. Die Musik, die ich von ihnen kannte, mochte ich, ich kam lediglich nie dazu, einen ihrer Auftritte zu sehen.

Heute nun endlich die Gelegenheit Versäumtes nachzuholen. Tatort war der kleine Laden der Ballades Sonores, in dem immer häufiger kurze Gratiskonzerte veranstaltet werden. Viele Leute passen in den CD-und Klamottenshop nicht rein und so war es auch heute wieder proppenvoll in der "Fabrique." Aber Arlt bewiesen sehr viel Talent beim Performen auf engem Raum. Sängerin Eloise Decazes sang sogar oft genau vor oder zwischen den Leuten, wobei ihre verträumten Blicke anscheinend ins Leere gingen. Sie verstand sich auf ein sehr theatrales Spiel, agierte wie im Halbschlaf bzw. wie eine Traumwandlerin. Ihre hübschen blaßblauen Augen waren weit geöffnet, schauten aber niemand Bestimmten an. Auch ihr männlicher Partner Sing Sing sang und konterte jeweils ihre Parolen, so daß ein verführerisches Spiel entstand, daß wie ein Liebeswerben erschien. Man neckte und man bezirzte sich, näherte sich an, um dann wieder auf Distanz zu gehen und so weiter und so fort.

Die beiden Franzosen sangen in ihrer Landessprache und erinnerten mitunter an alte Größen des Chanson wie Brassens, Brigitte Fontaine, Barbara oder auch Serge Gainsbourg, obwohl ihrer folkig/bluesigen Musik auch eine moderne und internationale, bisweilen gar noisige Note innewohnte. Sie hatten auch noch einen dritten Musiker dabei, keinen Geringeren als Mocke Depret, der männliche Part des berühmten gemischten Duos Holden, der ganz im Hintergund E-Gitarre spielte, während Sing Sing vorne auf der Akustischen zupfte. Eloise spielte kein Instrument, sie konzentrierte sich auf ihren Gesang und ihre ausdrucksvolle Gestik und Mimik.

Gespielt wurden Chansons von beiden Alben, dem Erstling La Langue (2010) und dem nagelneuen Werk Feu La Figure, dessen Erscheinungstermin auf den 23. April festgelegt ist. Eher spartanisch instrumentierte Lieder, die deshalb auch unter den heutigen Konditionen gut reproduziert werden konnten. Arlt brauchen nicht viel technischen Schnickschnack um ihre Musik zu spielen, da lebt vieles von den beiden Stimmen (ihre sinnlich hoch, seine tief brummelnd), der sinnlich- melancholischen Grundstimmung, dem akutischen Guitarpicking von Sing Sing.


Aber ihre neuen Stücke schienen mir rauer, aggresiver zu sein, mehr Drive zu haben. Le Pistolet z.B, kam ganz schön gepeffert rüber. Die Lieder zum Schwofen wie Chien Mort, Mi Amor sind allerdings geblieben,obwohl die Elektrische von Mocke im Klangbild immer wichtiger zu werden scheint.

Arlt - Chien Mort, Mi Amor (7'' version) by AlmostMusique



Eine älteres Lied namens Je voudrai être mariée hatte einen ganz besonderen Text zu bieten. Da sang Elise eindringlich von dem Wunsch verheiratet und schwanger zu sein, sagte aber hinter schmunzelnd, daß sei nicht umbedingt auf sie anzuwenden.

Arlt - Je voudrais être mariée by AlmostMusique

Das dicht an dicht stehende Publikum zeigte sich enorm begeistert und applaudierte regelmäßig lang und ausdauernd und stürzte sich auf die neue CD, die es exklusiv bereits hier einen Tag vorher gab. Ich ging allerdings leer aus, alle Exemplare waren ruckzuck ausverkauft.

Arlt muss ich mir unbedingt noch eimal ansehen! Am 16. Mai im Café de la Danse wird hierzu die Gelegenheit sein.


Danach leerte sich der Shop etwas und ein paar Leute zogen schon ab. Da gerade die Sonne schien, bat man die Kalifornierin Mariee Sioux doch einfach draußen vor der Türe zu spielen. Da wiegelte sie aber sofort ab, sie ist wohl wärmere Temperaturen gewöhnt. Statt in der Pariser Aprilkälte zog es die 27 Jährige vor, im kuscheligen Inneren zu bleiben, wo sie es sich auf einer urigen Kommode bequem machte. Ihre beiden männlichen Mitmusiker halfen ihr erneut bei den meisten Liedern aus. Ihr Lebensgefährte Sean Kae spielte Autoharp, der Halbhandschuhe tragende Jeff Mason Bass. Die performten Songs enstprachen weitestgehend denjenigen, die sie auch in anderen Showcases gespielt hatte, allerdings klang kein Set genau wie das andere. Die jeweilige Interpretation wurde immer etwas variiert, so daß es nie langweilig wurde. Ein Stück, daß ihr offensichtlich sehr wichtig war, war Old Magic. Es sei ihrer Heimat Kalifornien gewidmet und handelte textlich von Delphinen, Elch-Zähnen und Schlangen, was ihren starken Bezug zur Natur-und Tierwelt unterstrich (die Lyrics von Mariie Sioux handeln oft von Schlangen, vermutlich auch im übertragenen Sinne).


Einen besonderen Bonus gab es mit Two Tongues. Dieses wundervolle Stück spielte sie im Rahmen ihrer fünf Paris-Konzerte nur hier heute und tat mir damit einen großen Gefallen, denn ich hatte es besonders beim Auftritt im Café de la Danse vermisst.

Insgesamt ein ganz toller Showcase mit zwei Acts, die beide beim hervorragenden französischen Label Almost Musique unter Vertag stehen.

Setlist Mariee Sioux @ Fabrique des Balades Sonores

01: Homeopathic
02: Ghosts On My Heart
03: Swimming Through Stone
04: Flowers & Blood
05: Old Magic
06: Two Tongues

- Sehr lesenswert: das Klienicum zu Arlt.




 

Konzerttagebuch © 2010

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