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18:44
Konzert: John Mayall
Ort: LKA Longhorn, Stuttgart
Datum: 16.04.2014
Dauer: 102 Minuten
Zuschauer: etwa 1000
Wer weiß, wie die Karrieren von Eric Clapton, Mick Taylor, Jack Bruce, Mick Fleetwood, Peter Green oder John McVie verlaufen wären, hätte es der Zufall nicht gewollt, dass sie alle in den 60ern zeitweilig bei den Bluesbreakers, der Begleitband des legendären Urvaters des britischen Blues, John Mayall, gespielt hätten.
„Wäre ich nicht von den Yardbirds weggegangen, hätte ich keinen echten Blues mehr spielen können“, gab der junge Eric Clapton 1965 kurz nach seinem Wechsel von der angesagten Mod-Band, bei der er zunächst von Jeff Beck, später von Jimmy Page ersetzt wurde, zu John Mayalls Kombo in einem Interview zu Protokoll. Der zwölf Jahre ältere Mayall hatte sich damals längst einen Namen als Inbegriff des weißen Blues‘ in Europa gemacht, sodass Clapton noch Jahre später schwärmte: „Bei John Mayall einzusteigen war genau das richtige für mich: Er hatte eine Bluesband und ich war Purist“. Gemeinsam mit Alexis Corner festigte er die Grundsteine eines Genres in Europa, das Bands wie den Rolling Stones als Keimschale ihres Erfolgs diente.
Während Claptons Karriere unaufhaltsam bergauf ging, ihn weltweit in den großen Mehrzweckhallen zuhause sein lässt und er die Royal Albert Hall als sein Wohnzimmer bezeichnen kann, spielt Mayall noch heute den Blues in den Clubs, in die er traditionell gehört.
In seinem 81. Lebensjahr stehend, scheut sich der ergraute Großmeister nicht vor einer mehrmonatigen Tournee. Das letzte von einer langen Reihe von Deutschland-Konzerten führt ihn ins LKA Longhorn im industriell geprägten Stuttgarter Stadtteil Wangen. Seine aktuelle Konzertreise neigt sich dem Ende, aber Mayall zeigt keinerlei Müdigkeitserscheinungen, spielt im Gegenteil ein begeisterndes Set, das gut 1000 Zuschauer in pure Ekstase versetzt. Früher soll er seiner Band ein striktes Alkoholverbot auferlegt haben. Mit 80 zehrt er nun sichtlich von den Folgen der Enthaltsamkeit, denn er selbst habe seit Jahrzehnten nichts getrunken, erzählt er in ruhigem Plauderton der andächtig lauschenden Masse im LKA. Mit zum Zopf gebundenen Haaren, den schweren Goldketten um seinen Hals wirkt er ganz wie ein Prediger. Seine Gemeinde drückt die Hochachtung immer wieder mit Zwischenapplaus aus. Es ist eine beeindruckende Messe unverfälschter Blues-Klänge.

Als unumstritten herausragender Gitarrist, Pianist, Orgel-, Mundharmonikaspieler und natürlich Sänger wurde er einst gefeiert. Noch heute gelingt es ihm mit Bravour an all diesen Instrumenten zu glänzen. Unterstützung kommt derweil von seinen ausgezeichneten Mitstreitern Rocky Athas (Gitarre), Greg Rzab (Bass) und Jay Davenport (Schlagzeug).
Mit lockerer Haltung und an einer psychedelisch lackierten E-Gitarre eröffnet Mayall mit seiner Band den Abend. Seine bloße Präsenz genügt, um dem Publikum zu beweisen, dass es keine Plattitüden über alte Männer mit Gitarren verlieren braucht. Vielmehr werden Blues-Standards so unprätentiös und buchstäblich cool gespielt, wie es nur dann möglich ist, wenn man das Genre mitgeprägt hat. „Walking on Sunset“ vom 68er Album „Blues from Laurel Canyon“ ist längst ein Standard und beeindruckendes Zeitdokument. Zwischen eigenen Meilensteinen werden Klassiker des originären schwarzen amerikanischen Blues gespielt. Beispielweise wird „All Your Love (I Miss Loving)“ von Otis Rush erstaunlich frisch kredenzt.

Als er seinen Neffen Lee Mayall als Gast für „I’m A Sucker For Love“ einführt, erreicht der Abend einen seiner besten Momente. Während der Bandleader Keyboard spielt, seine Band ihm ein wunderbar passendes Gewand verleiht, unterstützt der Neffe das Ganze mit fantastischen Saxophon-Einlagen.
Auch wenn Blues heute als angestaubt und antiquiert verschrien ist, sind es Songstrukturen, die seit jeher fest in die DNA der Rockmusik eingeflossen sind. Deutlich wird das mit meiner Reise zurück zur wichtigen Wurzel.
All das Leid, das im Blues immer mitschwingt, es wirkt so lebendig und frisch, dass man Schwierigkeiten hat, zu realisieren, wie alt dieser Mann auf der Bühne wirklich ist.
„Chicago Lane“, wieder mit Unterstützung Lee Mayalls, wird als „grande final“ angekündigt und hält alles, was es verspricht. Die Stücke stehen den Glanztaten eines Mose Allison, Freddie King oder Buddy Guy in nichts nach und können auch nicht von einem „Smoke on the Water“-Zwischenspiel in ihrer Wirkung geschmälert werden.
Als Zugabe gibt es natürlich „Room to Move“, Mayall verneigt sich angenehm altmodisch, läuft mit ungemein agilen, schnellen Schritten die Treppe hinauf. Verspricht vorher noch zum Autogramme schreiben zurückzukehren.
Mit einem gehörigen Maß an Understatement führt John Mayall ein denkwürdiges Konzert zu seinem Ende, trotzt erhobenen Hauptes dem Jugendwahn und nimmt mir wie nebenbei die Angst vorm Alter.
um
10:26
Konzert: The Stranglers
Vorband: Georg auf Lieder
Ort: LKA Longhorn, Stuttgart
Datum: 13.04.2014
Dauer: 108 Minuten
Zuschauer: etwa 500

„Da gibt es dieses starke Best of von 1977 bis 1982“, berichtet der End-40er von der schwäbischen Alb hinter mir seinem Tote-Hosen-Konzert gestählten Kumpel, „das habe ich damals geklaut“. Das Musik-Freak-Klischee dominiert heute Abend im zur Hälfte abgehängten LKA Longhorn. Gerade einmal schätzungsweise 500 Zuschauer wollen The Stranglers, jene große Legende des melodisch-wavigen Punks der ersten Generation, sehen. Die meisten Konzertgänger sind mit der Band aufgewachsen, wurden von dem eingängigen Keyboard-Einsatz und den eindringlichen Bassläufen geprägt. Vielen ist an diesem Sonntag das verklärte Schwelgen in nostalgischen Gefühlen wichtiger als das Konzert. Man mag vielmehr Sammlererfahrungen austauschen und dabei der eigenen Jugend gedenken. Die Beschaffungsgeschichte einzelner Platten ist entscheidend. Ein wenig hat das alles die Atmosphäre einer Plattenbörse. Es riecht auch ganz ähnlich.
Als jüngste Zuschauer werden wir skeptisch beäugt, dabei war gerade das erwähnte Best-Of eine der entscheidenden Platten meiner musikalischen Adoleszenz. Im Gegensatz zum Hintermann ist meine Beschaffungsgeschichte vergleichsweise unspektakulär. Auf Empfehlung eines Freundes meiner Eltern bestellte ich die CD bei Zweitausendeins, sie sollte mein Schlüssel zu Punk und Wave werden.

Nach dem Ausstieg des charismatischen Frontmanns und Masterminds Hugh Cornwell 1990 konnte erst die letzte Veröffentlichung, „Giants“, vor zwei Jahren wieder an Glanztaten aus der großen Ära zwischen 1977 und den mittleren 80ern anknüpfen. Erhängt an einer Spielplatzschaukel baumelnd, zeigen sich die vier aktuellen Bandmitglieder selbstironisch und kokettieren auf dem Plattencover mit dem schwierigen Kampf als frühere Speerspitze eines ganzen Genres mit der Zeit Schritt zu halten.
„No More Heroes“ hieß einer der ersten Hits der Band aus Guildford. Die Single wurde neben The Clashs „1977“ – mit der Zeile „No Elvis, Beatles or Stones in 1977“ – zum Slogan einer Generation, die sich von der Last überlebensgroßer Ikonen befreien wollte. Heute kann man die Frage an die Band selbst richten und diese liefert mit dem Cover-Foto die zynische Antwort: Natürlich braucht es keine Helden mehr, Legenden sind aber nicht schlecht.
Als eben dieser Song schon an zweiter Stelle gespielt wird, taut das Publikum auf, doch wirkliche Euphorie kommt nicht auf. Der Sound ist durchaus authentisch, aber etwas fehlt. Davon, dass diese Band einmal zu den spannendsten Acts überhaupt gehörte, ist nichts zu spüren. Vielmehr wirkt die Performance wie die einer – zugegeben guten – Coverband der eigenen Songs.
Mit der derzeitigen Tour feiert die Gruppe das 40-jährige Bandjubiläum, dabei ist in der aktuellen Live-Besetzung mit Bassist Jean-Jacques Burnel lediglich ein Gründungsmitglied verblieben. Zugegeben, auch der ein Jahr später dazu gestoßene Keyboarder Dave Greenfield war immer ein bedeutender Indikator des Sounds, doch ist gerade das Fehlen des 75-jährigen Drummers Jet Black zu bedauern, der nominell noch immer Teil der Stranglers ist. Ersetzt wird er vom jungen Jim MacAulay.

Während das rhythmische Grundgerüst stimmt, wird wiederum schon nach wenigen Minuten klar, dass das Problem der Band das Fehlen eines Frontmanns vom Schlage Hugh Cornwells ist. Der 50-jährige Baz Warne ist zwar ein ausgezeichneter Punk-Gitarrist und sicher auch passabler Sänger, doch stören die überzogenen Posen, das Ziehen einer AC/DC-haften Schnute und der ausladende Bewegungsdrang.
Obwohl die Setlist einen überraschend umfassenden Überblick über die wichtigen Momente in der Bandhistorie bietet, kommen mir die großartigen Nummern lieblos vor. Schon die Eröffnung mit „Toiler on the sea“, dem starken Ende des dritten Albums „Black and White“, geht an mir vorbei. Die Version wird lange gedehnt, Greenfield spielt die markanten Keyboard-Parts, aber es wirkt angestaubt.
Längen hat das Set generell, auch wenn das angedeutet-obszöne „Peaches“ blendend unterhält. Erschreckend ist dann allerdings doch, die mangelnde Begeisterung, mit der der Überhit „Golden Brown“ angenommen wird. Sicher, die Version heute Abend ist weder inspiriert noch inspirierend, aber dennoch fraglos eines der besten Stücke der 80er, dessen Melodie Noel Gallagher gut zwanzig Jahre später beinahe eins zu eins für „Part of the Queue“ kopierte.

Besser kommt „Always the sun“, das zweite signature tune der Band, mit seinen Synthie-Streichern im direkten Anschluss an. Die poppigen Sounds der 80er beschwören die Jugenderinnerung der angegrauten Konzertgänger. Schon in der Mitte des Auftritts verschossen, fehlen diese Hits im späteren Verlauf.
Zwar können Raritäten und weitere Klassiker hin und wieder unterhalten, richtig belebend wirken sie nicht. „Nice N‘ Sleazy“, „Duchess“ und „5 Minutes“ waren einmal musikgeschmacksprägende Hymnen meiner Jugend in den späten 00er Jahren, umso trauriger ist es, wie lieblos sie kredenzt werden.
Dabei ist die Band sichtlich bemüht zu unterhalten, nur braucht es mehr als einen beeindruckenden Back-Katalog um wirklich gute Konzerte zu spielen.
Erst „Hanging Around“ zum Ende des regulären Sets zeigt, was möglich gewesen wäre. Mit enormem Bewegungsdrang wirbelt Burnel über die Bühne und beschwört den vergangenen Glanz einer großen Band, die mit den Zugaben immerhin weitgehend versöhnt. Insbesondere „(Get A) Grip (On Yourself)“ entschädigt für einiges, würde im anschließenden Kinks-Cover „All Day And All of the Night“ nicht ein Geburtstagsständchen für den Ersatz-Drummer eingebaut werden.
Nach einer weiteren Pause folgt „Tank“ und hier taucht tatsächlich noch einmal die gewaltige Kraft einer der besten englischen Punkbands überhaupt auf. Die Riffs sind hart, die Performance lebendig. Über all die Längen zuvor können aber auch diese drei Minuten nicht hinweg täuschen.
Die Songs sind auch 2014 noch erstklassig, ob es der Band noch immer bedarf hingegen, ist fraglich. Kein Käse, Keine Gig! steht auf Greenfields Keyboard, irgendwie ist das sehr treffend.
Während der einstige Frontmann Hugh Cornwell im Untergrund begeisterte Konzerte mit reduzierten Versionen der alten Hits spielt und sie somit für die Gegenwart rettet, verkommen die Klassiker in der aktuellen Stranglers-Besetzung zur Nummernrevue. Whatever happened to the heroes?
Setlist The Stranglers, Stuttgart:
Intro: Waltzin' Black
01: Toiler on the Sea
02: No More Heroes
03: Was It You?
04: Threatened
05: Relentless
06: Peasant in the Big Shitty
07: Peaches
08: Golden Brown
09: Always the Sun
10: Never To Look Back
11: Thrown Away
12: Nuclear Device (The Wizard of Aus)
13: Skin Deep
14: Time To Die
15: Lowlands
16: Nice 'N' Sleazy
17: Walk on By (Dionne-Warwick-Cover)
18: Freedom Is Insane
19: Duchess
20: 5 Minutes
21: Hanging Around
22: Norfolk Coast (Z)
23: (Get A) Grip (On Yourself) (Z)
24: All Day and All of the Night (The-Kinks-Cover) (Z)
25: Tank (Z)
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11:29
Konzert: Thees Uhlmann & Band
Vorband: Rob Lynch
Ort: LKA Longhorn, Stuttgart
Datum:10.11.2013
Dauer:Thees Uhlmann 108 Minuten / Rob Lynch 40 Minuten
Zuschauer: über 1000
Völlig verausgabt legt Thees Uhlmann nach fast zwei Stunden das Mikrophon endgültig aus der Hand, strahlt mit dem Lächeln des ewigen Lausbuben in den fast ausverkauften 1500er Club im industriell geprägten Stuttgarter Außenbezirk Wangen, saugt noch einmal die Atmosphäre auf.
Der Legendenstatus des LKA Longhorn ist spätestens nach dem Stuttgart 21 bedingten Wegfall der Röhre in der Schwabenmetropole einmalig, vergleichbar mit dem der alten Batschkapp in Frankfurt. Die Liste derer, die in den knapp 30 Jahren seit Bestehen des Clubs hier gespielt haben, liest sich wie ein Who is Who der Popmusik seit damals. Die Plakate im verglasten Backstage-Bereich, der wie ein Panorama-Deck oberhalb des Innenraums mit Blick über die Zuschauer liegt, sprechen Bände; Nirvana traten hier auf, Eminem oder Nick Cave. Viele in Stuttgart wissen schöne Anekdoten zu erzählen über ihren ersten Konzertbesuch hier oder großartige Momente. Ein bekannter Stuttgarter Blogger sah hier einst Björk, ein guter Freund einen berauschenden Steve Earle. Mein Kommilitone, der mich heute zu Thees Uhlmann begleitet, kommt beim Blick auf die auffällige Treppe, die Backstage und Bühne verbindet, ins nostalgische Schwärmen, erinnert sich an sein erstes Kooks-Konzert als Teenager in den mittleren 00er Jahren und das erhabenene Herabschreiten der damals als Heilsbringer des Indie-Pops gefeierten Engländer die Treppe hinunter – als beeindruckende Manifestation ihrer Coolness.
Während bei den Kooks die Haare irgendwann wichtiger wurden als die Musik, sind Uhlmann narzisstische Anflüge scheinbar egal. In tief hängender Levi’s und Jeansjacke wirbelt der 39-Jährige mit der unscheinbaren Frisur über die Bühne und zelebriert anachronistische Tugenden der Rockmusik.

Der Schweiß strömt ihm am Ende des Abends über die Stirn, als er sich Arm in Arm gemeinsam mit seiner eingespielten Band verneigt.
Als Gründer des einflussreichen Hamburger Indie-Labels Grand Hotel van Cleef arbeitet er seit Jahren an seinem Wunschbild einer lebendigen Musikszene. Dass ein Newcomer seiner eigenen Plattenfirma auf seiner Tour das Vorprogramm spielt, ist freilich Ehrensache. Und der junge nordenglische Akustikpunk Rob Lynch macht mit seiner Band tatsächlich eine gute Figur. Am Ende seines zwischen geschrammelter Rohheit und poppigen Harmonien changierenden, knapp 40-minütigen Sets, blickt er in die glückselige Menge und darf sich herzlich aufgenommen fühlen: Die Zuschauer singen mit, grölen Refrain-Chöre, fordern Zugaben, ein für Vorbands ungewöhnliches, rares Vorkommnis.
Mit dem versierten Song- und Soundtüftler Tobias Kuhn an seiner Seite hatte Uhlmann vor wenigen Jahren den Schritt zum Solokünstler gewagt und den verkopften Indie-Rock seiner Band Tomte – irgendwo zwischen Arbeiterklassen-Britpop und US-College-Rock – hinter sich gelassen und mit springsteen’esken Hymnen auf das einfache und das Durchschnittsleben abgelöst. Sein erstes – selbstbetiteltes – Soloalbum trumpfte mit einer handverlesenen Reihe charismatischer Songs auf, die nach kurzer Eingewöhnungsphase zu heimlichen Hits wurden.

Dass sein zweites Album, „#2“, ebenjene Position der Charts erreichte, obwohl zahlreiche Fans ob des sehr gefälligen, poppigen Sounds die Nase rümpften, ist zunächst wenig verwunderlich, doch gewinnt auch das erfahrungsgemäß schwierige Nachfolgewerk einer großen Platte durch wiederholtes Hören an Klasse. Spätestens der Live-Test belegt die Güte: Thees Uhlmann betritt breitbeinig die Bühne, nachdem elektronisches Pulsieren dem Publikum den Beginn des Konzerts ankündigte. Nach mehrern langen Konzertabenden an den Tagen zuvor bin ich müde, doch weicht die Lethargie der allgemeinen Euphorie um mich herum.
„Weiße Knöchel“, die exemplarisch-ernüchternd an einem langjährigen SPD-Mitglieds erzählte, düstere Liebeserklärung an den untergegangenen Arbeiterglanz des Ruhrpotts, zu Beginn ist ein grandioser Auftakt und Uhlmann gelingt es mit Leidenschaft und starken Songs das Niveau hochzuhalten. Direkt mit „Das Mädchen von Kasse 2“, seiner feinfühligen Ode vom ersten Album an eine von einem Kunden mies behandelte Schlecker-Verkäuferin, weiterzumachen, ist ein Zugeständnis an die Fans des ersten Albums, das vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert wird. Wenige Stücke stehen deutlicher für die lyrische wie musikalische Zäsur nach dem (vorläufigen?) Ende Tomtes. Uhlmann selbst sprach in der Vergangenheit immer wieder von einem Wechsel des Blickwinkels und trifft den Kern der Sache recht pointiert. Wäre das Thema bei Tomte vermutlich tatsächlich als bitterböse Abrechnung mit dem unhöflichen Kunden abgehandelt worden, ist der Solosong eine umarmende Skizze des Alltags einer hart arbeitenden Frau, deren Wirken niemals angemessen honoriert wird.
Es sind Momente wie dieser, die die ständigen Springsteen-Vergleiche zulassen, ohne dass sich Referenzen ausschließlich im bloßen Epigonentum zeigen. Springsteens stärkste Songs waren meist Sozial- oder Milieustudien, Uhlmann nimmt sich dieser Tugend an. Dabei gelingt es ihm besser als momentan sonst jemanden in Deutschland diesen uramerikanischen Themenkatalog vom Scheitern und Glauben an den American Dream auf deutsche Verhältnisse zu transferieren. Wo Wolfgang Niedecken seit Jahrzehnten peinlich versagt, punktet Uhlmann.

"Es ist so ein witziger Zufall der Geschichte, dass die taz Jahre lang darum gekämpft hat, dass es in Berlin eine Rudi-Dutschke-Straße gibt und die führt jetzt direkt am Gebäude der Bildzeitung vorbei", kündigt Uhlmann "Am 07. März" an. Auch wenn Rudi Dutschke nicht wie in der ersten Single von "2" behauptet in Berlin-Pankow – und damit im gleichen Krankenhaus wie Uhlmanns Mutter – geboren wurde, ist der Song eine geschickte Umsetzung einer simplen Idee. Das name dropping ist unaufgeregt und nie aufdringlich, selbst wenn das Lied als solches die Klasse des dazugehörigen, besten deutschen Musikvideos des Jahres kaum halten kann. Folglich ist es naheliegend, dass zwischen neuen Stücken die Songs des ersten Albums wie moderne Klassiker gefeiert werden: „& Jay Z singt uns ein Lied“ ist traditionell ein Stimmungsgarant, die erste Strophe, der in der Studioversion von Casper eingespielte Rappassage, übernimmt der gebürtige Hemmoorer – wie in Abwesenheit des Bielefelder Rappers üblich – mit Bravour, quittiert von ekstatischen Zwischenapplaus.
Weder „Die Bomben meiner Stadt“, „Zugvögel“ noch „Der Fluss und das Meer“ können zu guter Letzt an die Qualität der besten Momente der ersten Veröffentlichung heranreichen, doch das fällt live nicht ins Gewicht. Gefeiert wird der Protagonist sowieso und wenn er zur Ruhe kommt, um seine atemlosen Anekdoten zu erzählen, ist er ohnehin am besten. Geworfene Gitarren und zahllose Geschichten gehören genauso zu einem Thees Uhlmann-Konzert dazu wie kollektives Springen bei „Vom Delta bis zur Quelle“, melancholisches Kopfnicken bei „Kaffee und Wein“, mit der Schlüsselzeile „Ich hab einen exzellenten Ruf zu verlieren in schlechten Kreisen“, die der leidenschaftliche St. Pauli-Fan in einer biergeschwängerten Nacht von einem HSV-Hooligan klaute, oder seine im besten Sinne kitschige Heimathymne, die in ihrer Haltung ein wenig an John Mellencamps „Small Town“ erinnert.

Spätestens bei „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ darf sich Uhlmann als Rockstar fühlen, über tausend Zuschauer singen den Refrain, während Julia Hügel die eingängige Melodie auf dem Klavier klimpert. Überhaupt ist es die grandios harmonierende Band, die der norddeutschen Rampensau die nötige Freiheit lässt. Neben Hügel und dem musikalischen Mastermind Tobias Kuhn, glänzen der Schotte Martin Kelly (Teil des Duos Martin & James) an der Gitarre, Markus Perner am Schlagzeug und Bassist Hubert Steiner als homogene Truppe.
Zwei Zugabenblöcke folgen: Der einstige Opener – die Springsteen-Hommage „Römer am Ende Roms“ – eröffnet den Reigen, „Die Nacht war kurz (ich stehe früh auf)“ folgt, bevor die Band wieder die Bühne verlässt. Uhlmann nutzt die Zeit für eine schnell gerauchte Zigarette, kehrt eingehakt bei seiner jungen Keyboarderin zurück, hält auf der Treppe inne, winkt, lässt sich augenzwinkernd wie ein großer Star feiern. Für seine Fans ist er ohnehin der Größte.
„Zerschmettert in Stücke der Nacht“, das auf dem Studioalbum noch wie ein uninspirierter „Streets Of Philadelphia“-Aufguss klang, gefällt mir heute gehörig reduziert weitaus besser.
Zum Schluss erzählt Uhlmann noch mal eine Geschichte, berichtet von Hakan, dem kleinen Sohn eines Freundes, der dachte, Thees sei Bäcker, da er bei „Die Toten auf dem Rücksitz“, immer „Torten“ verstand. Lacher und frenetischer Applaus, dann endet ein hervorragendes Konzert mit abgewandelten Refrain.
Am Ende finde ich mich im Backstage wieder, Uwe Capelle – guter Bekannter und Thees’ Oberfan – nimmt uns mit. Der Blick von Oben auf das Meer leerer Becher ist außergewöhnlich und als ich schließlich selbst die legendäre Treppe hinabsteige, erfüllt sich ein Traum. An Schlaf ist nicht zu denken. Ach, Thees. Danke dafür.
Setlist Thees Uhlmann & Band, Stuttgart:
01: Weiße Knöchel
02: Das Mädchen von Kasse 2
03: Am 07. März
04: & Jay Z singt uns ein Lied
05: Die Bomben meiner Stadt
06: Zugvögel
07: Der Fluss und das Meer
08: Vom Delta bis zur Quelle
09: Es brennt
10: Kaffee & Wein
11: Lat: 53.7. Lon: 9.11667
12: Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
13: 17 Worte
14: Römer am Ende Roms (Z)
15: Die Nacht war kurz (ich stehen früh auf) (Z)
16: Zerschmettert in Stücke der Nacht (Z)
17: Die Toten auf dem Rücksitz (als Die Torten auf dem Rücksitz) (Z)
Links:
-aus unserem Archiv:
- Thees Uhlmann & Band, Großpösna, 18.08.2013
- Thees Uhlmann & Band, Mannheim, 01.06.2013
- Thees Uhlmann & Band, Haldern, 09.08.2012
- Thees Uhlmann & Band, Scheeßel, 23.06.2012
- Thees Uhlmann & Band, Trier, 10.12.2011
- Thees Uhlmann & Band, Köln, 25.11.2011
- Thees Uhlmann & Band, Bielefeld, 12.12.2010
- Tomte, Wien, 05.09.2009
- Tomte, Mülheim, 25.03.2009
- Rob Lynch, Karlsruhe, 06.02.2013
um
17:15
Konzert: Tocotronic
Vorband: It's A Musical
Ort: LKA Longhorn
Zuschauer: 1.400
Datum: 12.03.2013
Dauer: Tocotronic 110 Minuten / It's A Musical 31 Minuten
von Jens aus Stuttgart
Lachend hält Dirk von Lowtzow Daphne, das neue Plüschmaskotchen der Band, vor das Mikrophon. Kuscheltiere haben bei Tocotronic Tradition. Eine Konstante, die sich durch nunmehr zwanzig Jahre Bandgeschichte gezogen hat. So mussten sie sich bereits Mitte der 90er süffisante Fragen zu ihren Bandmaskotchen in Bernd Begemanns damaliger NDR-Fernsehsendung „Bernd im Bademantel“ gefallen lassen.
Schon damals hielt von Lowtzow eine Ente in die Luft – und auch Daphne ist fraglos ein entenähnliches Wesen. Niedlich, keine Frage. Als der Frontmann einen Knopf drückt beginnt es seltsame Töne auszustoßen. Noch niedlicher. „Karl-Heinz Stockhausen, meine Damen und Herren“, sagt der 41-jährige Sänger und sein Lachen breitet sich aus.

Tocotronic waren schon immer eine prätentiöse Band, das aber auf eine äußerst sympathische Art. Im LKA Longhorn im Industriegebiet Stuttgart-Wangens müssen von Lowtzow, Jan Müller (Bass), Arne (Zank) und Rick McPhail (Lead-Gitarre, Orgel, Harmonien) noch nicht einmal die Bühne betreten, um diesen Ausnahmestatus in der deutschen Bandlandschaft zu verteidigen. Es reicht ein wenig Stockhausen vom Band, um einsehen zu müssen, ja, diese Band hält sich für intellektuell, sie hält sich für avantgardistisch, aber all das immer mit einem Augenzwinkern versehen. Zur elektronischen Soundcollage von „Gesang der Jünglinge“ aus den 1950ern sieht man, wie sich Irritation in Teilen des Publikums ausbreitet. Ein fantastischer Moment, der mit der Erwähnung Stockhausens im Maskottchen-Kontext noch an Klasse gewinnt.

Als die Band schließlich die Treppe zur Bühne hinabgestiegen kommt, bricht tosender Applaus aus, der große Auftritt gelingt. Dirk von Lowtzow, – wie so oft – im rosa Hemd, die Ärmel bis zu den Ellbogen aufgerollt, hat gute Laune und begrüßt Stuttgart frenetisch, während sich die übrigen Bandmitglieder positionieren.
„Wie wir leben wollen“, das neue, eher durchwachsen rezipierte aktuelle Album der erfolgreichsten Band der Hamburger Schule, mochte mir bisher auch nicht wirklich gefallen, wobei ich dem fast 80-minütigen Opus auch etwas Reifezeit zugestehe, sodass ich gespannt war, wie mir die neuen Songs wohl live zusagen werden.

Wenig verwunderlich beginnt der Auftritt mit dem Opener des neuen Werks. „Im Keller“, das mit seiner ungezwungen Selbstironie und dem ungewohnten Popappeal, beim ersten Hören bereits keinen schlechten Eindruck hinterließ. Mit sonorer Stimme gibt es herrliche Zeilen zu hören, die nur auf dem ersten Blick naiv wirken können: „Hey hey hey, ich bin jetzt alt / Hey hey hey, bald bin ich kalt / Im Keller wartet schon der Lohn.“ Während „Eure Liebe tötet mich“, der erste Track des letzten Albums „Schall und Wahn“ noch in seiner Soundästhetik an Neil Young & Crazy Horse erinnerte, ist es an dieser Stelle der Text, der an den großen, alten Mann aus den kanadischen Bergen erinnert. „Hey, hey, my, my“ und so weiter, „It's better to burn out than to fade away“, bei Tocotronic heißt es dann, „Hey hey hey, ich hab mich nie bemüht / Hey hey hey, jetzt bin ich verblüht“. Das ist dann gar nicht einmal sonderlich subtil – dafür aber schön. Live passt es umso besser, auch wenn von Lowtzow bei den hohen Tönen seine Schwierigkeiten hat. Die Probleme bleiben auch beim zweiten Song des Abends, „Ich will nüchtern für dich bleiben“. Eine mediokre
Nummer, bei der allerdings immer wieder der Lowtzow'sche Zynismus aublitzt, während im Hintergrund das „Straight-Edge-X“ über die Leinwand flackert.

Dass man bei bei Tocotronic-Konzerten keine gesanglichen Großleistungen zu erwarten hat, ist hinreichend bekannt, und fällt auch nicht störend ins Gewicht. Erst recht nicht, wenn man den Gesang in der Gegenwart mit jenem auf „Digital ist besser“, anno 1993, vergleicht. Besonders deutlich wird das bei „Meine Freundin und ihr Freund“, der ersten Single, ein echter Klassiker, die Freude ist deutlich zu spüren. Meine Lieblingszeilen des Songkanons gröhle ich beglückt mit: "Und im Leben geht's oft her wie in einem Film von Rhomer. / Und um das alles zu begreifen / wird man was man furchtbar hasst, nämlich Cineast, / zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen.“

Im vorderen Bereich wird wild gepogt, Fäuste werden gereckt, während Rick McPhail Orgel spielt.
Was wäre diese Band heute nur ohne diesen großartigen Richard Arthur McPhail, der seit Mitte der 00er Jahre offizielles Bandmitglied ist. Der Amerikaner ist fraglos der musikalische Großmeister der Band, dem man zutrauen könnte, ganz alleine für den großen musikalischen Wandel seit „Pure Vernunft darf niemals siegen“ von 2005 verantwortlich zu sein. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der sich vorstellen kann, dass McPhail alle Instrumentalparts der „Berliner Trilogie“ und des aktuellen Albums selbst eingespielt hat. Aber Verschwörungstheorien sind in diesem Kontext vollkommen unnötig. Danach gibt es „Vulgäre Verse“, das genauso prätentiös und langweilig ist, wie der Titel vermuten lässt. Dirk von Lowtzow spielt akustische Gitarre und ich frage mich, ob er Song in seinem operettenhaften Klang nicht besser in das Nebenprojekt Phantom/Ghost gepasst hätte, jenem Duo aus von Lowtzow und Thies Myther von Superpunk.

„This Boy is Tocotronic“ erhöht wieder die Stimmung und legt nahe, dass mehr alte Songs, dem Konzert gut tun würden. Am Ende sind elf von 20 gespielten Songs vom aktuellen Album, die meisten davon funktionieren live leider überhaupt nicht wie auch „Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools“, „Abschaffen“ oder „Wie wir leben wollen“, das es als letzten Song des ersten Zugabenblocks gibt. „Die Revolte ist in mir“ hinterlässt einen weit besseren Eindruck. Ein vorantreibender Rocker, der unter anderem bei Morrissey abkupfert und sicherlich die Gedanken einiger alter Weggefährten aus der Anfangsphase der Band ausdrückt: „Erfolgreiche Freunde / Geißel der Menschheit / Erfolgreiche Freunde / Pest der Existenz“. Auch die Single „Auf den Pfad der Dämmerung“ funktioniert einigermaßen. Zumindest langweilt sie nicht unnötig.
Höhepunkt des regulären Sets werden so folgerichtig ältere Songs aus der „Berliner Trilogie“. „Sag alles ab“, das bedauerlicherweise das einzige Stück vom Überalbum „Kapitulation“ bleiben sollte und „Aber hier leben, nein danke“ glänzen direkt hinter einander in ihrer ganzen Qualität. Tocotronic waren schon immer höchst politisch, was sich heute Abend bereits im „Pro Asyl“ - Imagefilm zeigt, den es bereits vor dem Intro zu sehen gab. „Aber hier leben, nein Danke“ wird wieder als Kampfsong gegen „alles Reaktionäre“ angekündigt. Linke Fäuste werden gereckt. Es ist das gleiche Feindbild, das auch in „Freiburg“ besungen wird, wie mir scheint. Auch der Klassiker, den es erst in den Zugaben gibt, ist eine wütende Ode gegen Reaktionärismus – und aktuell wie eh und je.

Jan Müller post in altbekannter Manier im blauen Fred-Perry-Poloshirt, während McPhail unfassbar filigrane Gitarrenarbeit leistet und Harmonien singt, wie sie einst der Band gelangen, die sein T-Shirt schmückt: Crosby, Stills, Nash & Young. Von Lowtzow stümpert mit eleganten Verrenkungen an seinen tot chicen E-Gitarren umher, stampft mit Doc Martens – Boots auf den Boden. Die Wut ist echt. Arne Zank trommelt sich die Seele aus dem Leib, das buntkarierte Hemd ist schon früh Schweiß durchdrängt.
Zu „Exil“ werden Ella Blixt und Robert Kretzschmar auf die Bühne gebeten, die als Electro-Pop-Duo It's A Musical im Vorprogramm in einer halben Stunde eine fähige Show abzogen, die angesichts
der Musik des Hauptacts jedoch ein wenig deplatziert wirkte. Blixt erwähnte, dass der erste Stuttgart-Auftritt des deutsch-schwedischen Projekts letztes Jahr als Support von The Whitest Boy Alive stattfand, was mit Sicherheit besser passte und vermutlich nicht von störenden Publikumsverhalten erschwert wurde.

Überhaupt ist das Publikum heute Abend anstrengend. Prolls, die in jeder Pause zwischen zwei Liedern „Hi, Freaks“ fordern und diesen großartigen Song, dann leider auch tatsächlich bekommen. Es sind dieselben, die sich während des It's A Musical Auftritts schlecht benahmen. Ein Steve van Zandt Lookalike von Anfang 30, barfuß, und mit Piratenkopftuch verhält sich besonders aggressiv und hüllt sich dabei in großes Fantum. Es gibt es sie tatsächlich, jene Tocotronic-Ultras, die auf Konzerten nerven.
Aber so ist das eben.
Als Zugaben gibt es neben dem erwähnten „Freiburg“ den Klassiker „Ich bin viel zu lange mit euch gegangen“ und das enttäuschende „Wie wir leben wollen“.
Als die Band zum zweiten Mal zurückkehrt folgt „17“, „ein Song über den Tod“. Der zehnminütige Song ist der einzige, den es vom fantastischen Album „K.O.O.K“ heute Abend gibt. Die lange Nummer wird zur großen Rick McPhail – Show, während sich der Rest der Band verausgabt. Hier ist sie wieder, die intensive Kraft, die live in Deutschland kaum eine Band zustande bringt. Darf ich vorstellen, Neil Young & Crazy Horse.
Setlist Tocotronic, LKA Longhorn, Stuttgart:
01. Intro (Gesang der Jünglinge)
02. Im Keller
03. Ich will für dich nüchtern bleiben
04. Meine Freundin und ihr Freund
05. Vulgäre Verse
06. This Boy Is Tocotronic
07. Sag alles ab
08. Aber hier leben, nein danke
09. Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools
10. Abschaffen
11. Alles wird in Flammen stehen
12. Auf dem Pfad der Dämmerung
13. Die Revolte ist in mir
14. Exil
15. Jackpot
16. Hi, Freaks
17. Warm und grau
18. Freiburg (Z)
19. Ich bin viel zu lange, mit euch mitgegangen (Z)
20. Wie wir leben wollen (Z)
21. 17 (Z)
Links:
- aus unserem Archiv
- Tocotronic, Wien, 29.03.10
- Tocotronic, Köln, 04.03.10
- Tocotronic, Köln, 07.06.08
-
Tocotronic, Hohenfelden, 17.08.07