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um
19:30
Konzert: Best Kept Secret Festival
Ort: Tilburg
Datum: 31.05.-02.06.2019
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: wg. Tageskarten unterschiedlich
Freitag: Wie viele andere Festivals in diesem Jahr hatte auch das Best Kept Secret keinen Freibrief für ein "Ausverkauft" Schild am Eingang. Die Zeiten des ewigen Wachstums, sowohl was die Festivals selber, als auch deren Anzahl angeht, scheint lange vorbei.
Wem es nicht gelingt, innovative Headliner, besondere Orte oder eine Nische zu besetzen, wird es in Zukunft schwer haben. So bleiben die Einschnitte für das BKS dieses Jahr noch minimal, die Infrastruktur und der damit verbundene, reibungslose Ablauf am sonnigen See haben halt immer noch ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Headliner des Jahres 2019 wurden mutig ausgewählt. Bon Iver, der seit 10 Jahren kein Festival in den Niederlanden gespielt hatte, Kraftwerk als Ikone immer willkommen, und Christine and the Queens als Act der Gegenwart und Zukunft.
Zu Beginn tritt aber am Freitag die immer noch unglaublich jung wirkende Julien Baker auf die Zeltbühne "Two". Diesmal stimmig begleitet von einer Geigerin. Wie immer mit vielen getragenen Songs im Gepäck und einer fantastischen Gesangsleistung (Julien variiert ihre Stimmlautstärke, indem sie immer wieder am Mikro vor-und zurückweicht). Ein sehr schöner, da intensiver Start in den Tag.
John Grant wirkt danach zwar wesentlich spielfreudiger mit seiner großen Band, aber seit seinem tollen Album "Queen of Denmark" habe ich ihn leider etwas aus den Augen verloren, und ehrlich gesagt, gefallen mir die neuen, discoartigen Klänge live auch nicht besonders.
Primal Scream machen auf der Hauptbühne am frühen Abend alles richtig. Schön laut ist es, und alle Hits fliegen über den Strand. Alleine der Start mit einem druckvollen "Movin on up" und später eine Endlosversion von "Rocks" und "Kill all hippies", so sollte eine Festivalshow aussehen.
Dann einer meiner besonderen Lieblingsbands: Spiritualized. Was Spaceman und seine diversen Mitstreiter (incl. der obligatorischen Chordamen) auf die Bühne zaubern ist wie immer genial und schwankt zwischen überbordenden Melodien und völliger Zerstörung.
Leider macht Spaceman heute mal wieder was er will und beginnt mit vier Hits, um danach sechs Songs des neuen Albums zu präsentieren. Dadurch verliert der Set seine Dynamik völlig und geht am, zum Teil jungen, unkundigen Publikum vorbei. So schön es für mich war, auf der Hauptbühne bei Sonnenlicht war dieser Auftritt deplatziert.
Trotzdem, "Come Together", "Shine a light" und "Soul on fire" überhaupt noch einmal live zu hören, immer wieder ein Erlebnis. Auch wenn Spaceman seinen Stuhl nicht ein einziges Mal verlässt oder sich an das Publikum wendet. Das hatte schon Dylan-Format.
Genau das Gegenteil versuchte dann Bon Iver als Headliner. Es schien, als würde er jede musikalische Anstrengung mit dem Publikum teilen wollen. Alles wirkte so schwer und mühsam arrangiert. Der Eindruck: Hier wird Musik erarbeitet und nicht wie bei Spiritualized als Fingerübung, mit fast schlampiger Leichtigkeit zelebriert. Von Bon Ivers Auftritt bleibt emotional kaum etwas hängen, da er selbst keinerlei Spaß auf der Bühne zu haben scheint, obwohl er andauernd ins Publikum lächelt.
Erst die Zugabe, wer hätte es anders erwartet: "Skinny Love" ist wirklich ein Ereignis. Wie dabei 25.000 Kehlen mitflüstern und er die Spannung über den Platz zieht, erst jetzt zeigt er endlich seine musikalische Klasse. Die Show bläst dabei alles noch viel größer auf, als es zu sein scheint.
Sah aus wie Headliner, war aber keiner. Danach noch ein paar Minuten bei DJ Koze vorbeigeschaut. Alle tanzen und haben Spaß, so kann es halt auch funktionieren.
um
22:46
Konzert: Kraftwerk
Ort: Ehrenhof, Düsseldorf
Datum: 01.07.2017
Dauer: Kraftwerk gut 120 min, Air knapp 60 min
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)
Ob es schon einmal ein passenderes Konzert gegeben hat? Am Samstag startete die erste Etappe der diesjährigen Tour de France - der grand départ - in Düsseldorf. Die NRW-Landeshauptstadt war erst die vierte deutsche Stadt, in der die Tour startete (nach Köln, Frankfurt am Main und Berlin). Aus Düsseldorf stammt nicht nur die im Ausland bekannteste deutsche Band, die beiden Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter und Florian Schneider sind auch selbst Radfanatiker und haben ihr letztes Studioalbum der Tour gewidmet. Wer auch immer zuerst auf die Idee kam (wenn überhaupt - es war ja zu naheliegend, um überhaupt darüber nachzudenken), Tour oder Kraftwerk, der brauchte keine Mühe. die andere Seite zu überzeugen.
Also spielten am Samstagabend Kraftwerk unmittelbar an der Etappen-Strecke große Teile ihrer Platte Tour de France, nachdem zweieinhalb Stunden vorher Chris Froome als letzter Starter des Zeitfahres keine zehn Meter an der Bühne vorbeigefahren war. Tour de France, Tour de France, Sport und Konzert - besser geht das nicht!
Düsseldorf hatte eine Million Zuschauer erwartet. Die erste Etappe, die für einen Prolog zu lang war, am Rhein und in der Innenstadt entlang und kam zweimal an der Tonhalle vorbei. Außer einen Catering, das weit entfernt von Weltklasse war (vermutlich waren die Lizenzgebühren astronomisch), war alles perfekt organisiert. Unsere persönliche Tour-Organisation war im Vorfeld kaum weniger anspruchsvoll gewesen. Natürlich mussten wir mit der Bahn in die Innenstadt kommen und bis Ende des Konzerts dort bleiben, da aber Dauerregen angesagt worden war und man ins Konzert weder Schirme noch Taschen größer als eine (große) Briefmarke mitnehmen durfte, erforderte es einiges Überlegen (Einwegschirme), wie wir den Tag trocken überstehen würden.
Als wir auf den Ehrenhof kamen, war der Platz vor der Bühne noch recht leer. Der Abend war seit Wochen ausverkauft und vermutlich zwischenzeitlich noch einmal vergrößert worden. 15.000 Zuschauer wurden es schließlich - und damit das mit Abstand größte meiner bisherigen Kraftwerk-Konzerte, bei den letzten in Düsseldorf (in der Grabbehalle) waren 6.400. An acht Abenden zusammen.
An diesem Meta-Meta-Tag war natürlich auch eine passende Vorgruppe nötig. Also eine französische, gerne die bekannteste in Deutschland. Leider ist das nicht Indochine sondern Air. Air hatte ich 2016 beim Primavera gesehen, mit einem unvergessenen Auftritt. Unvergessen, weil sich neben mir eine Frau an ihren Freund anlehnte - und einschlief. Während Air. Vor 22 Uhr.

Ich fand das damalige Konzert auch nicht spannend. Trotz all der tollen Songs. Aber Festival und normales Konzert sind ja zweierlei Paar Schuhe, meine Air-Vorfreude war also ziemlich groß. Und wieder spielte die Band aus (Schönheitsfehler! Nicht Paris!) Versailles ganz viele große Hits - und wieder war es stinklangweilig. Der Indietratsch sagt, JB Dunckel und Nicolas Godin verstünden sich nicht mehr. Auf der Bühne wirkte es so. Die beiden kamen mit einem weiteren Keyboarder und einem Schlagzeuger auf die Bühne, alle mit weißen Hosen, hellen Shirts oder Strickjacken und sehr vielen Haaren. Optisch hätten die Franzosen auch die Tour 1972 (Sieger Eddy Merckx) eröffnen können.

Erstaunlicherweise waren die Instrumentalstücke des einstündigen Auftritts die spannendsten Lieder, Alpha beta gaga (das Pfeiflied) allen voran. Die Björn-Borg-Lookalikes beendeten ihr Set mit dem sehr schönen und langen La femme d'argent (die offenbar auch nicht viel redet). Auch Indie-Postambient kann sehr spannend sein, beweist der Song. Aber eine gute Live-Band sind Air trotzdem nicht.
Und natürlich hätte es Air (wie auch Scooter, Daft Punk, Ladytron und all die anderen) ohne Kraftwerk nie gegeben.
Setlist Air, Tour de France, Düsseldorf:
01: Venus
02: Don't be light
03: Cherry blossom girl
04: Remember
05: Highschool lover
06: People in the city
07: Alpha beta gaga
08: How does it make you feel?
09: Kelly watch the stars
10: Sexy boy
11: La femme d'argent
Kraftwerk habe ich seit 2013 oft gesehen. Wie der Abend sein würde, lag auf der Hand: um Punkt fünf nach neun auf die Bühen, dann erst Tour de France von A bis Z, danach ein ein-, anderthalbstündiges Best-Of.

Es begann also um kurz vor neun mit Nummern und dem restlichen Computerwelt-Block (der glücklicherweise kleine Anteil Eventpublikum an den 15.000 wird Computerliebe für ein Coldplay-Cover gehalten haben). Neues außer dem Aufbau des Sets gab es bis dahin nicht. Aber auch die Obernerds, die alle Alben-Konzerte 2013 in Düsseldorf gesehen hatten, bekamen durch die andere Reihenfolge ein neues Konzert geboten.
Ach halt! Natürlich war etwas anders. Laut waren andere Kraftwerk-Abende auch schon, so viel Bass gab es aber bisher nie. Beim ersten Air-Stück war der Sound noch schlimm, danach aber schnell sehr gut. Bei Kraftwerk wummerten die Bässe direkt in den Bauch und blieben bis zum Schluß da. Vieles davon ist sicher unserem Platz ganz vorne geschuldet (zu verdanken eher). Aber da stehe ich meistens. Wir hatten uns vorher noch am Tour-Straßenrand über die körperlichen Erlebnisse eines My Bloody Valentine Konzerts unterhalten, das hier ging in die gleiche Richtung. Toll!

Nach Computerwelt folgte der Mensch-Maschinen-Block. Zentrales Stück (wegen des Videos) war dabei Spacelab, weil das UFO, das dort rumfliegt (das das Evoluon, ein ehemaliges Museum in Eindhoven ist), neben der Tonhalle landete - vor dem Kraftwerk-TdF-Banner, wundervoll!
Nach dem düsseldorfsten Kraftwerk-Lied Das Model spielte die Band die siebenminütige Kurzversion Autobahn, wie meist bei Best-Of-Konzerten als einziges Stück vom 74er Album. Nach einer knappen Stunde war das Vorprogramm beendet und der TdF-Teil begann. Ich tue mich ein wenig schwer, noch zusammenzubekommen, welche Etappen gespielt wurden. Es begann mit dem letzten Lied der 2003er Platte, also der 1983 aufgenommenen Version, danach kam Etape 1, später Etape 3, 2 habe ich nicht erkannt oder vergessen, dann wohl ein wenig Chrono, bevor La forme (schön!) und Vitamin das halbstündige Kernstück des Konzertes abschlossen.

Danach ging es mit dem Katalog weiter - Radioaktivität (mit Nachrichten, vielleicht auch Sendepause, - wer will das kontrollieren? - Geigerzähler, bei dem es rhythmisches Klatschen gab! Bei Geigerzähler! Hätten Kraftwerk das gewollt, hätten sie es programmiert! Und mit dem Titelsong in der Fukushima-Version), anschließend Trans Europa Express, auch passend zur Tour, die an den ersten drei Tagen durch vier Länder führte. Abzug beendete Ralf Hütter mit "wir sind in Düsseldorf City und treffen Iggy Pop und David Bowie" (oder so).

Danach ging die Band von der Bühne - arg früh. Sie kam auch zunächst nicht wieder. Stattdessen schoben Helfer die vier Roboter auf die Bühne, um Roboter zu spielen. Meta-Tag - wenn schon, dann auch richtig! Auf der Bühne tanzende Roboter klingt zwar nach ESC oder Puppentheater im Phantasialand, ist bei Kraftwerk aber fantastisch!
Eines der zentralen Tour de France Lieder fehlte noch und musste gerade am Tag eines Einzeitfahrens gespielt werden (#meta): Aéro Dynamik. Auch das eines der vielen besten Lieder des Konzerts!
Die Platte, mit der ich Kraftwerk damals richtig kennengelernt habe, beendete den Abend: der Schluß ist meist der Dreier Boing boom tschak, Techno pop und Musique non-stop. Beim letzten Lied verabschieden sich die drei Musiker und Videokünstler Falk Grieffenhagen nacheinander. Ralf Hütter ging mit mit "Gute Nacht, auf Wiedersehen, bei der Tour de France Düsseldorf - Paris!"
Setlist Kraftwerk, Tour de France, Düsseldorf:
01: Nummern
02: Computerwelt
03: It's more fun to compute
04: Heimcomputer
05: Computerliebe
06: The man machine
07: Spacelab
08: Das Model
09: Autobahn
10: Tour de France*
11: Tour de France (Etape 1)*
12: Tour de France (Etape 3)*
13: Chrono*
14: La forme*
15: Vitamin*
16: Nachrichten
17: Geigerzähler
18: Radioaktivität (Fukushima Version)
19: Trans Europa Express
20: Metall auf Metall
21: Abzug
22: Die Roboter (ohne Band) (Z)
23: Aéro Dynamik (Z)
24: Boing boom tschak (Z)
25: Techno pop (Z)
25: Musique non-stop (Z)
Links:
- aus unserem Katalog:
- Kraftwerk, Essen, 20.11.15
- Kraftwerk, Wien, 17.05.14
- Kraftwerk, Wien, 16.05.14
- Kraftwerk, Eindhoven, 18.10.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 20.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 19.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 18.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 11.01.13
- Air, Dublin, 23.02.10
* so habe ich es rausgehört. Etape 1 war sehr kurz.
Foto oben: Archiv.
um
00:42
Konzert: Kraftwerk
Ort: Lichtburg, Essen
Datum: 20.11.2015
Dauer: 125 min
Zuschauer: 1.250 (ausverkauft)

Vielleicht habe ich es ein wenig übertrieben mit Kraftwerk. Als die Katalog-Konzerte in Düsseldorf für den Januar 2013 angekündigt wurden und ich drüber nachdachte, welche der acht gespielten Platten ich mir den angucken wollte - oder eher welche nicht - kam ich zu dem Schluß, daß es dann doch alle sein müssten. The Mix nicht unbedingt, Tour de France vielleicht auch nicht. Aber wenn ich sechs Abende für zwei Stunden Kraftwerk nach Düsseldorf fahren würde, wäre es ja auch albern gewesen, die beiden anderen auszulassen. Dem Patenkind zuliebe folgte noch eines in Eindhoven, dem Burgtheater zuliebe zweieinhalb in Wien und wieder dem Patenkind zuliebe eines in Karlsruhe. Vor dem Konzert in Essen hätte ich nicht unbedingt gedacht, noch einen weiterer Abend mit "fah'n, fah'n, fah'n auf der Autobahn" und "Musique non stop, techno pop" verbringen zu müssen. Auch das Patenkind beantwortete die Frage "Kraftwerk oder Belle and Sebastian?" ohne großes Nachdenken mit Indie- statt Elektropop. Belle and Sebastian sagte ihre Tour aber ab, also saßen wir um kurz vor acht im Saal der Lichtburg in Essen.

Die Lichtburg ist eines dieser prunkvollen Kinogebäude aus einer Zeit, als noch Geld für Kultur ausgegeben wurde. Der Saal des im Krieg zerstörten Baus wurde 1950 wiedereröffnet und erinnert eher an eine Kulisse für Opern als für The Fast and the Furious 1 bis 10. Also genau richtig für Kraftwerk.

Um kurz nach acht öffnete sich der Vorhang für Nummern und Kraftwerk. Die Elektropioniere spielen in den vergangenen Jahren zwei verschiedene Arten von Konzerten, Best-of-Shows, die weitestgehend thematisch sortiert sind und Katalogkonzerte, die mit der Platte des Abends beginnen und anschließend einen anderthalbstündigen Best-of-Teil haben. Einen großen Unterschied macht das nicht, die Hüllen der 3D-Brillen und die Reihenfolge der Stücke sind anders - und an den Plattenabenden werden auch die "kleineren" Lieder des jeweiligen Albums gespielt (Morgenspaziergang bei Autobahn beispielsweise). Die anderen Shows sind aber eben keinen Trostpreise, weil auch sie den wesentlichen Teil des Werks ab Autobahn bieten. Essen würde ein Best-of-Wochenende werden, das stand vorher fest.

Anders als sonst begann das Konzert mit dem Computerwelt-Block. Anders - und das ist all den "Ausverkauf-", "die brauchen Geld-" oder "das ist nicht live, die gucken youtube, habe ich auf youtube gesehen-" Typen gewidmet - ist auch vieles andere von Konzert zu Konzert. Ich kann nicht beurteilen, wie viel genau live erzeugt wird, wir hatten aber einen schönen Blick auf die Konsolen und konnten Ralf Hütter beim Keyboard-Spiel zusehen. Daß sein Gesang live ist, wird niemand bestreiten können. Daß auch die Video-Sequenzen auf der 3D Leinwand live zugeschaltet werden, haben wir an Abenden erlebt, an denen es Pannen gab und die Reihenfolge nicht passte. Ich bin überzeugt, daß alles an den Abenden live erzeugt wird, weil auch die Lieder von Mal zu Mal (oder von Stadt zu Stadt) variieren. Tour de France ist ein gutes Beispiel dafür. In Essen waren die aneinander gereihte klassische Version und die spätere (ich gehe davon aus, daß Etape 1 bis 3 gespielt wurden, die zu unterscheiden fällt mir aber schwer) unendlich lang. Das haben Kraftwerk anderswo kürzer gestaltet. Auch Computerliebe kam mir anders vor als bisher, Autobahn gibt es ebenso in verschieden langen Versionen.

Auch die Videos werden verändert. Am deutlichsten wird das bei Spacelab. Seit wir in Eindhoven Kraftwerk in einem Museum, das einem gelandeten UFO nachempfunden ist, gesehen haben und im dortigen Spacelab-Video das UFO durchs All fliegt und schließlich landet, ist die Schüssel fester Bestandteil der 3D-Filme. In Karlsruhe setzte es neben dem Museum auf, in Essen flog es erst über google-Maps und stand dann in der Fußgängerzone neben der Lichtburg.
Einer Band vorzuwerfen, Geld mit ihrem Job verdienen zu wollen, mag ein romantischer Gedanke sein, ist aber auch ein sehr doofer. Ich bin dankbar dafür, daß Ralf Hütter nicht seit Jahren im Ruhestand ist und mir damit die Gelegenheit gab, seine Band live zu sehen. Und obwohl ich vorher sicher war, daß das Konzert mir nichts Neues bieten würde und eher eine Pflichtübund sein würde, waren die 125 min erneut ein riesiges Erlebnis und keinen Moment langweilig, selbst das 13. Mal Autobahn nicht.
Am Anfang lief nicht alles rund. Bei Computerwelt gab es einen Verspieler ("kommt doch alles vom Band!"), bei Mensch-Maschine sagte der Band-Kopf leise "Synthesizer und Computer sind im Synch."
Die ersten anderthalb Stunden waren etwa das, was man erwarten konnte. Etwas überraschend waren für mich der Schwerpunkt auf Tour de France und Lieder wie Nachrichten (Lied trifft es nicht richtig) und Electric café. Der Rest waren die großen Hits - dargeboten in brillantem Sound!
Nach 90 min ging der Vorhang zu. Bevor er sich wieder öffnete, erklangen die ersten Töne von Die Roboter. Als die Bühne wieder frei war, standen dort statt der vier Musiker ihre vier Roboter-Ichs! Eine wundervolle Überraschung! Der Vorhang schloß sich danach wieder, die vier Musiker kamen zurück und spielten noch einmal 25 min und endeten mit Boing boom tschak, Techno pop und Musique non stop.
Nein, das war keine schlechte Idee, Kraftwerk noch einmal zu sehen!
Setlist Kraftwerk, Lichtburg, Essen:
01: Nummern
02: Computerwelt
03: It's more fun to compute
04: Heimcomputer
05: Computerliebe
06: Die Mensch-Maschine
07: Spacelab
08: Das Modell
09: Neonlicht
10: Nachrichten
11: Geigerzähler
12: Radioaktivität
13: Electric café
14: Tour de France
15: Prologue
16: Tour de France Etape 1*
17: Tour de France Etape 2*
18: Tour de France Etape 3*
19: Trans Europa Express
20: Metall auf Metall (Moses Pelham Cover)
21: Abzug
22: Die Roboter
23: Aero dynamik
24: Planet der Visionen
25: Boing boom tschak
26: Techno pop
27: Musique non stop
Links:
- aus unserem Archiv:
- Kraftwerk, Wien, 17.05.14
- Kraftwerk, Wien, 16.05.14
- Kraftwerk, Eindhoven, 18.10.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 20.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 19.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 18.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 11.01.13
um
23:15
Konzert: Kraftwerk - Der Katalog (Trans Europa Express / Die Mensch-Maschine / Computerwelt)
Ort: Burgtheater Wien (im Rahmen der Wiener Festwochen)
Datum: 16. & 17.05.2014
Dauer: 105 min (TEE), knapp 110 min (Mensch-Maschine), 25 min (Computerwelt)
Zuschauer: jeweils 1.300 (ausverkauft)
Zwischen "jetzt reicht es aber erstmal mit Kraftwerk für einige Zeit" und "wollen wir nicht noch Restkarten für Computerwelt kaufen?" lag gerade mal eine kurze Nacht.
Ich hatte den Kraftwerk-Katalog im Januar 13 in Düsseldorf gesehen und mir damit den langgehegten Wunsch erfüllt, diese musikalischen Helden live zu sehen. Im Herbst kam ein weiteres Konzert dazu. Ein paar Monate später war die Lust wieder groß genug, zum Vorverkaufsstart der Wiener Festwochen vor dem PC zu sitzen. Hier war der Star vor allem der Ort, das Wien... ähh, das Burgtheater in Wien, einer der Kulturtempel Mitteleuropas. Kraftwerk sind lange in der Hochkultur angekommen. Ihr Stellenwert nicht nur für die elektronische Musik der letzten Jahrzehnte ist unbestritten. Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, gemeinsam mit Theaterpublikum anzustehen, die Zuschauer kamen gezielt der Band und nicht des Events wegen.
Im Gegensatz zu Düsseldorf wurde der Katalog, also die acht Alben ab Autobahn, in Wien komprimiert dargeboten. Zwei Konzerte am Tag, eines um 19 Uhr, eines um 22 Uhr mit einer Stunde Pause für die Band. Und für uns, denn halbe Sachen sind doof, wir hatten beide Konzerte des Freitags gebucht.
1. Trans Europa Express, Freitag, 19 Uhr
Für den ersten Teil des Abends hatten wir die auf dem Papier besseren Karten in der Hand - für den Mittelrang. Die letzte Reihe in dem war allerdings für Menschen mit kurzen Beinen gemacht. Da allerdings nur ein Drittel unserer Konzertgruppe dieses Kriterium erfüllt, besetzte ich einen Klappsitz am Rand, obwohl einer der netten Platzanweiser auf die Sichtbehinderung dort hinwies. Also war mein erstes Konzert auch nicht 3D, es war höchstens 1,5D, mir fehlete mindestens die Hälfte der Band. Aber halb so wild, es sollte ja noch ein Konzert folgen.
Trans Europa Express hielt ich vor meinem ersten Kraftwerk-Konzert nicht für meine Lieblingsplatte der acht, das waren Radioaktivität und Die Mensch-Maschine. Jetzt steht TEE weit vor allen anderen in meiner Gunst. Nicht nur das Dreier-Lied Trans Europa Express, Metall auf Metall und Abzug ist laut und live herrausragend, vor allem Schaufensterpuppen und das grandiose Spiegelsaal machen TEE zu meinem Liebling. Spiegelsaal, das wundervoll von Siouxsie & The Banshees gecovert wurde, war bei keinem der anderen Katalog-Konzerte in Düsseldorf Teil der Best-Of-Hälfte der Konzerte. Nach der Platte des Abends spielte die Band in Wien wie in Düsseldorf ein gut einstündiges Konzert der größten Lieder der anderen Platten. Spiegelsaal gehört nach Einschätzung der Düsseldorfer offenbar nicht dazu, es wird nur an TEE Abenden gespielt.
Überraschend beim Hit-Teil nach der Platte war das Fehlen von Das Modell, es war bisher Bestandteil jedes meiner Kraftwerk-Konzerte.
Sitzen schlecht, Musik grandios. Der erste Auftritt hatte schon einmal so viel Spaß gemacht, daß unsere Lust, viele der Lieder gleich noch einmal zu hören, noch erstaunlich groß war!
(Einen ausführlicheren Bericht über einen TEE Abend findest Du hier)
Setlist Krafterk, Trans Europa Express, Burgtheater:
01: Trans Europa Express
02: Metall auf Metall
03: Abzug
04: Franz Schubert (?)
05: Endlos endlos (kurz)
06: Europa endlos
07: Spiegelglas
08: Schaufensterpuppen
09: Autobahn (6 min)
10: Ätherwellen
11: Nachrichten
12: Geigerzähler
13: Radioaktivität (Fukushima Version)
14: Die Roboter
15: Die Mensch Maschine
16: Nummern
17: Computerwelt
18: It's more fun to compute
19: Heimcomputer
20: Computerliebe
21: Tour de France
22: Chrono (bin nicht sicher)
23: Tour de France Etape 1
24: Tour de France Etape 2
25: Boing Boom Tschak
26: Technopop
27: Music non stop
2. Die Mensch-Maschine, Freitag, 22 Uhr
Wir nutzten die einstündige Pause zum Bloggertreffen im Kaffeehaus (wie auch den Abend nach den Konzerten). Wien hatte nicht nur 80% der männlichen Konzerttagebuch-Autoren angelockt, auch Frank von Pretty Paracetamol und Tom, Arne und Henning von Sigge Rocktours waren da.
Mit dem Läuten waren wir wieder im Burgtheater, diesmal auf der Galerie mit Beinfeiheit, einer sehr herrischen Platzanweiserin ("die Jacken zur Garderobe oder anziehen!") und dem Blick auf die ganze Band. Wobei mir "Band" im Zusammenhang mit Kraftwerk sehr unpassend klingt.
Im Gegensatz zu meinen Vor-Wien-Konzerten hatten wir freien Blick auf die Pulte der Musiker, wir sahen Instrumente und konnten sehen bzw. ahnen, was die Livemitglieder während der Konzerte tun mussten. Hinterher waren wir uns einig, daß offenbar weit mehr auf der Bühne erst erzeugt wird, als man denken würde (und als bei Madonna Konzerten). In Düsseldorf waren wir noch der Meinung, daß mindestens einer seine mails erledigte.
Musikalisch war das zweite Konzert etwas weniger spannend, die Stimmung im Saal war unvergleichbar besser. Viele der Lieder wurden euphorisch begrüßt, bei der ersten Show waren die Zuschauer verhaltener. Der Plattenteil dauerte diesmal länger, 33 Minuten (statt 25). Im Best-Of Teil habe ich Prologue vor den TdF Stücken ausgemacht, dafür war der Radioaktivität-Part kürzer.
Der Rest war wenig überraschend. Das Ende allerdings schon. Nach Boing Boom Tschak, Technopop und Music non stop gingen die Musiker von der Bühne (zuletzt wie immer Ralf Hütter, der sich jeweils mit "Gute Nacht! Auf Wiedersehen!" verabschiedete). Offenbar hatte man aber zu wenig gespielt - die vier Männer in Taucheranzügen kamen zu Zugaben zurück, zu Aero Dynamik und Planet der Visionen. Auch das war für mich ein Zeichen dafür, daß die Konzerte zu wesentlichen Teilen live entstehen und nicht bereits vorher fertig durchprogrammiert sind.
Setlist Kraftwerk, Die Mensch-Maschine, Wien:
01: Die Mensch-Maschine
02: Spacelab (mit dem Burgtheater als Teil der Animation)
03: Das Modell
04: Neonlicht
05: Die Roboter
06: Metropolis
07: Autobahn
08: Geigerzähler09: Radioaktivität (Fukushima Version)
10: Trans Europa Express
11: Metall auf Metall
12: Abzug
13: Nummern
14: Computerwelt
15: It's more fun to compute
16: Heimcomputer
17: Computerliebe
18: Prologue
19: Tour de France
20: Tour de France Etape 1
21: Tour de France Etape 2
22: Boing Boom Tschak
23: Technopop
24: Music non stop
25: Aero Dynamik (Z)
26: Planet der Visionen (Z)
3. Computerwelt, Samstag, 19 Uhr
Am Samstag standen Oliver und ich also um 17.15 Uhr wieder im Burgtheater, um eine der Restkarten für Computerwelt zu kaufen. Für zehn Euro gab es eine der 103 Stehplatzkarten an der Abendkasse. Das Best-Of wollten wir uns nicht noch einmal ansehen, für zehn Euro aber auch noch Computerwelt ganz zu gucken, erschien uns eine gute Idee zu sein. Unsere Plätze waren noch einmal höher, buchstäblich in der hintersten Reihe der Burg. Direkt neben dem Furzer.
Bis auf ein Lied hatten wir auch diese Platte bereits zweimal komplett gesehen, aber selbst für Taschenrechner / Dentaku waren die zehn Euro ein Schnäppchen.
Setlist Kraftwerk, Computerwelt (nur das Album), Wien:
01: Nummern
02: Computerwelt
03: It's more fun to compute
04: Heimcomputer
05: Computerliebe
06: Taschenrechner
07: Dentaku
Links:
- aus unserem Archiv:
- Kraftwerk, Eindhoven, 18.10.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 20.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 19.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 18.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk, Düsseldorf, 11.01.13
- Pretty-Paracetamol über die Wiener Kraftwerkkonzerte
- Sigge Rocktours über die ersten vier Konzerte
um
12:57
Konzert: Kraftwerk
Ort: Evoluon, Eindhoven
Datum: 18.10.2013
Dauer: 125 min
Zuschauer: ca. 1.000 (ausverkauft)
In Berichten über die Kraftwerk 3D Konzerte liest man immer wieder, daß die Band sich die Auftrittsorte selbst aussucht. In Düsseldorf bestand Ralf Hütter auf der Grabbehalle, obwohl es größere Räume gegeben hätte. Im Evoluon, so liest man, wollten Kraftwerk unbedingt spielen. Und als ich las, was sich hinter dem merkwürdigen Namen verbirgt, wollte ich sie dabei unbedingt ansehen. Obwohl ich mit dem Gesamtkatalog im Januar schon eine ganze Menge Abende mit Kraftwerk verbracht hatte...
Das Evoluon ist ein in den 60er Jahren im Auftrag von Philips gebautes Museumsgebäude, das wie eine gelandete fliegende Untertasse aussieht, so wie man sich die damals vorstellte. Eine Linse auf Stelzen. Im Inneren sind der Traktorstrahl und die Untersuchungsräume für die Entführungsopfer entfernt; die Untertasse besteht aus einem riesigen Foyer und mehreren in den oberen Bereichen rundlaufenden Galerien. Auf einer dieser Galerie war die Bühne aufgebaut, die Zuschauer standen auf der darunter und auf denen auf der anderen Seite des Rundbaus. Das - die 3D-Brillen und über uns eine wabenartige Dachkonstruktion - es wirkte alles wie ein Dokumentarfilm aus den 50er Jahren über das Jahr 2000.

Natürlich tauchte die Band nicht einfach aus einem Backstagebereich auf (den es hinter der Bühne auch gar nicht geben konnte). Irgendwann deutete großes Geraune von der gegenüberliegenden Empore darauf hin, daß etwas passiere. Einen Augenblick später kam der gläserne Röhrenaufzug mit den vier Musikern in unserem Stockwerk an. Mit ihren eng anliegenden linierten Taucheranzügen wirkte auch das, als entspringe es einen Science-Fiction Film.
Ich hatte einen Großteil des Gesamtwerks der Band (ab Autobahn) im Januar bereits gesehen, rechnete also nicht mit Überraschungen. Eine große, extrem liebevoll gemachte kam aber gleich im ersten Stück. Kraftwerk spielten Spacelab und zu den bekannten 3D Animationen im Hintergrund gab es eine Ergänzung. Irgendwann schwebte nämlich nicht nur die Raumstation durchs Bild, es flog auch das Evoluon, das UFO, in dem wir standen, durch die All-Landschaften. Später flog die Kamera auf die gelandete Untertasse zu, das Gebäude war endgültig ins Konzert integriert!

Auf Spacelab folgten zwei weitere Lieder von Mensch-Maschine: The robots und Metropolis. Von The Man-Machine ist richtiger, da alle Lieder (soweit vorhanden) in der englischen Version vorgetragen wurden. Auch das rundete mein Kraftwerk-Gesamterlebnis weiter ab, da bei den Katalog-Konzerten in Düsseldorf die deutschen Versionen gespielt wurden. Auch wenn alle Man-Machine Lieder auf der Setlist standen, war das Konzert anders gegliedert als die Abende in der Kunstsammlung NRW. Dies war ein echtes Best-Of ohne chronologische Sortierung. Zwar wurden Lieder, die zusammen gehören, blockweise gespielt (Computer world, Home computer, It's more fun to compute, Computer love - oder die Radioactivity-Stücke), in Düsseldorf wurden die Lieder im Best-Of-Teil des Abends aber Platte für Platte gespielt.
Auch waren einige Lied-Versionen anders. Autobahn war beispielsweise deutlich kürzer. Trotzdem war das Konzert noch ein Stück länger als die Anfang des Jahres, 125 Minuten! Und das, obwohl die vier Musiker nach einer kurzen Pause noch ein zweites Konzert spielen sollten. Wie wichtig Kraftwerk für die Musik der letzten 30, 40 Jahre gewesen sind, hätte die Band auch mit einem kürzeren Auftritt verdeutlichen können. Das einmalige Erlebnis, diese Band in solch einer Umgebung zu sehen, auch nach 80 Minuten Konzert hätte niemand gemotzt. Die Musiker um Ralf Hütter, der immerhin 67 Jahre alt ist, haben da aber offenbar (genau wie bei der Saalsuche) höhere Ansprüche. Noch ein zweiter Auftritt nachher? Na und? Wir spielen zwei Stunden!

Nach der Trilogie Boing boom tschak, Techno pop und Musique non-stop von Electric Café kamen Ralf Hütter, Fritz Hilpert, Henning Schmitz und Falk Grieffenhagen noch zu drei jüngeren Zugaben zurück. Um fünf nach neun endete das Konzert, achtzig Minuten später sollte das nächste beginnen.
Auch nach acht Konzerten im Januar hat Kraftwerk live keinen Deut Faszination eingebüßt. Wobei ich gestehen muß, daß in Eindhoven das Gebäude der Band ein wenig die Show stahl.
Kraftwerk sind ein weltweites Kunstereignis, das hat die Band mit ihrer Konzertreihe im MoMa und in der Tate Modern bewiesen. Weltweite Kunstereignisse sind aber eigentlich etwas, um das man besser möglichst große Bögen macht. Nicht so in diesem Fall. Und auch dafür war Eindhoven der perfekte Ort: das Publikum war wohltuend "normal", es fehlte komplett das Schickeria-Pack, das sich von solchen Ereignissen (ähh, Events) normalerweise angezogen fühlt.
Hoffentlich gilt das Mantra aus Techno pop auch für die Band selbst. "Es muß immer weitergehen..." Bin dabei!
Setlist Kraftwerk, Evoluon, Eindhoven:
01: Spacelab
02: The robots
03: Metropolis
04: Numbers
05: Computer world
06: Home computer
07: It's more fun to compute
08: Computer love
09: The man machine
10: The model
11: Neon lights
12: Autobahn
13: Tour de France
14: Tour de France 2003
15: Airwaves
16: Intermission
17: News
18: Geiger counter
19: Radioactivity
20: Ohm sweet Ohm
21: Trans-Europe Express
22: Metal on metal
23: Boing boom tschak
24: Techno pop
25: Musique non-stop
26: Aerodynamik (Z)
27: Expo 2000 (Z)
28: Planet of visions (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Kraftwerk, Düsseldorf, 20.01.13 (Tour de France)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 19.01.13 (The Mix)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 18.01.13 (Electric Café)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 17.01.13 (Computerwelt)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 16.01.13 (Die Mensch-Maschine)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 13.01.13 (Trans Europa Express)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 12.01.13 (Radioaktivität)
- Kraftwerk, Düsseldorf, 11.01.13 (Autobahn)
Mehr Fotos folgen!
um
00:22
Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Tour de France
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 20.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: gut 120 min
Ich hoffe ernsthaft, The Cure kommen niemals auf die Idee, ihr Gesamtwerk Album für Album an aufeinander folgenden Tagen in mir erreichbarer Nähe zu spielen. Natürlich war es eine verrückte Idee, alle acht Kraftwerk-Abende zu sehen. Auch die Entschuldigung, daß alles nur halb so schlimm sei, da ich schließlich strenggenommen nicht alle Shows angeguckt hätte, weil es ja auch zwei nächtliche Zusatzkonzerte gab, macht es nicht viel besser, fürchte ich. Besonders erschreckend ist aber, daß die Konzertserie bis zu letzt viel zu gut war, um mich vor solchem Unsinn zukünftig zu bewahren. Also hilft nur hoffen, daß New Order oder The Cure nichts Ähnliches planen!

Nachdem gestern mit The Mix das verkappte Best-Of Album gespielt wurde - und damit erstmals nur Stücke auf dem Programm standen, die bereits bei mindestens einem der anderen Abende zur Setlist gehörten, gab es heute wieder viel Ungespieltes. Tour de France, das letzte Studioalbum der Düsseldorfer, war das heutige Motto. Tour de France ist 2003 erschienen, also in dem Jahr, in dem es keinen Sieger der "großen Schleife" (ARD-Jargon) gab.
Der Saal heute schien leerer zu sein. Natürlich war das Konzert restlos ausverkauft, die widrigen Straßenverhältnisse, das Gerede von Eisregen und der wirkliche Schnee hatten vermutlich manchen abgehalten. Eine dumme Idee, denn auch dieser Abend war ein Hochgenuß. Zumindest für die überwiegende Mehrheit. Vor mir stand ein Dreiergrüppchen, bestehend aus einem Dauerfilmer, einer Frau und einem zweiten Mann, die während des gesamten Konzertes keinmal klatschten. Den beiden gefiel es vielleicht nicht. Der filmende Teil der Gruppe hatte aber ja offenbar genug Spaß, ewig lange wackelige Videos zu erzeugen. In Filmpausen dachte aber auch er nicht daran, auch nur einmal zu applaudieren. Mich ärgert solch eine vollkommene Ignoranz, vor allem, da die drei sicherlich nicht aus Versehen da waren.
Wie kann man bei Stücken wie Radioaktivität, Die Roboter, Das Model oder dem sagenhaften Doppel Nummern / Computerwelt so passiv bleiben? Das waren dann wohl ein paar der Event-Gäste, also der Menschen, die nicht wegen der konkreten Band sondern wegen des Ereignisses da waren. Ich hatte in den vergangenen zehn Tagen viel mehr dieser Leute erwartet, glücklicherweise lag ich daneben.
Gleich mehr!
Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Tour de France, Düsseldorf:
01: Prologue
02: Tour de France
03: Tour de France Étape 1
04: Tour de France Étape 2
05: Tour de France Étape 3
06: Chrono
07: Tour de France 2003*
08: Vitamin
09: Aero Dynamik
10: Titanium
11: Elektro Kardiogramm
12: La Forme
13: Régéneration
14: Autobahn
15: Geigerzähler
16: Radioaktivität (Fukushima Version)
17: Trans Europa Express
18: Abzug
19: Metall auf Metall
20: Die Roboter
21: Spacelab
22: Das Model
23: Die Mensch-Maschine
24: Nummern
25: Computerwelt
26: Computerwelt 2
27: Computerliebe
28: It's more fun to compute
29: Heimcomputer
30: Planet der Visionen
31: Boing Boom Tschak
32: Technopop
33: Music Non Stop
Links:
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Electric Café), Düsseldorf, 18.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (The Mix), Düsseldorf, 19.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie
* die ersten acht Stücke wurden am Stück, teilweise nur sehr kurz gespielt. Ich denke aber, daß alle Teile von Tour de France enthalten waren. Étape 3 hat eine wichtige Rolle gespielt!
um
23:56
Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: The Mix
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 19.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: gut 120 min
Jedes Jahr fahren fünf bis zehn deutsche Reisegruppen nach Eritrea, um dort Fotos von historischen Dampflocks zu machen, die dort in Ostafrika noch im Einsatz sind. Was das mit Kraftwerk zu tun hat? Erstmal nichts, es beruhigt mich aber ungemein, daß es solche Leute gibt, weil dagegen ein Konzertabo so unglaublich harmlos und normal ist! Danke, Bahnfreunde!
Gut, kommen wir also zum normalen, siebten Kraftwerk-Konzert der Katalog-Serie 1 2 3 4 5 6 7 8.
Das Album, das heute im Mittelpunkt stand, war The Mix, das Best-Of, das die Band aber nicht als solches verstanden haben will. Die Stücke der Platte waren zwar alle alt, sie wurden aber für die Wiederveröffentlichung geremixt. Im Prinzip hätte es heute also auch für mich noch ein paar neue Erlebnisse gegeben - wie an jedem Tag bisher. Allerdings hatten Kraftwerk die meisten Lieder bereits in der Remix-Veriante gespielt (die Roboter seit dem dritten Tag, an den ersten beiden war es die klassische Version, die jeweils den Abend eröffnete). Es gab also weder neue Lieder noch neue Animationen. Überraschend war allenfalls Electric Café, das gestern Premiere hatte.
Aber was soll ich sagen, es war natürlich wieder toll! Bis ich hier ein paar mehr Sätze schreibe, findet findet Ihr über diesen Link mehr zu den anderen Konzerten der Serie!
Setlist Kraftwerk, Der Katalog, The Mix, Düsseldorf:
01: Die Roboter
02: Computerliebe
03: Taschenrechner
04: Dentaku
05: Autobahn
06: Geigerzähler
07: Radioaktivität (Fukushima Version)
08: Trans Europa Express
09: Abzug
10: Metall auf Metall
11: Spacelab
12: Das Model
13: Neonlicht
14: Die Mensch-Maschine
15: Nummern
16: Computerwelt
17: Computerwelt 2
18: It's more fun to compute
19: Heimcomputer
20: Tour de France
21: Tour de France 2003
22: Vitamin
23: Planet der Visionen
24: Electric Café
25: Boing Boom Tschak
26: Technopop
27: Music Non Stop
Links:
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Electric Café), Düsseldorf, 18.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie
um
23:56
Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Electric Café
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 18.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: gut 120 min
Zur Stunde beginnt in der Düsseldorfer Grabbehalle die zweite Vorstellung des Abends. Nachdem die acht Konzerte sofort ausverkauft waren, wurden zwei zusätzliche Mitternachtskonzerte angeboten (die natürlich auch ruckzuck ausgebucht waren). Die Leute neben mir waren heute auch nicht zum ersten Mal da, sie blieben aber auch noch für die Zweitaufführung da - ich Amateur! Im Gegensatz zu mir, langweilten sie sich allerdings offenbar, sie unterhielten sich nämlich lauthals, unterbrachen die Gespräche nur, um schlechte Handyfotos zu machen oder rhythmisch mitzuklatschen. Ist halt gerade die Jahreszeit für kollektive Geselligkeit - und die drückt man im Rheinland am besten mit Schunkeln oder Klatschen aus. Gottseidank nur Klatschen, könnte man meinen, meine ich aber nicht, das ist lästig und albern, aber im Land, das den Applaus nach einer Flugzeuglandung erfunden hat, unvermeidbar.

Dabei ist das bei Kraftwerk doch ganz einfach und idiotensicher: hätte die Band gewollt, daß während ihrer Konzerte Klatschgeräusche zu hören sind, hätte sie die programmiert. Das gleiche gilt für Blitzlichter und die roten Autofokus-Lampen, die man immer und immer wieder auf der 3D-Leinwand aufblitzen sah. Auch diese Sachen hätte die detailverliebte Band tausendfach besser hinbekommen, hätte sie Blitzgewitter gewünscht.
Meine Nachbarn also... irgendwann reichte es mir, ich musste den Platz wechseln, um nicht nur noch belanglosen Gesprächen zuzuhören. Zielsicher stellte ich mich auf der anderen Saalseite an eine scheinbar bessere Stelle. Bis nach einer halben Minute erst ein extrem lautes Paar, dann ein Handydauerknipser auftauchten und meine Nähe suchten. Der Handyknipser war der die schlimmste Prüfung des Abends. Neben meinem Ohr hatte sein dämliches Telefon den besten Winkel zur Bühne, und es machte "klick", "klick", "klick" und nervte massiv! Was nutzt ein Smartform in der Hand einer unsmarten Person?
Gut nur, daß ich diese Nachbarn nicht am ersten Wochenende hatte, denn seit Mittwoch ist die Lautstärke deutlich aufgedreht, was den Konzerten noch einmal mehr Reiz verschafft! Aber es ist immer noch nicht laut genug, um das Blahblahblah dieser netten Zeitgenossen auszublenden.
Und wie war jetzt das Konzert? Und was gab es überhaupt? Das sechste Album der Serie (und das neunte der Band) stand an, Techno Pop, das früher Electric Café hieß.
Die drei bisher (an jedem Abend gespielten) Stücke von Techno Pop eröffneten das heutige Konzert, bisher schlossen sie die Konzerte ab. Aber alles weitere morgen!
Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Techno Pop, Düsseldorf:
01: Boing Boom Tschak
02: Technopop
03: Music Non Stop
04: Electric Café
05: Der Telefon-Anruf
06: Sexobjekt
07: Autobahn
08: Geigerzähler
09: Radioaktivität (Fukushima Version)
10: Trans Europa Express
11: Abzug
11: Metall auf Metall
13: Schaufensterpuppen
14: Die Roboter
15: Spacelab
16: Das Model
17: Neonlicht
18: Die Mensch-Maschine
19: Nummern
20: Computerwelt / Computerwelt 2
21: Computerliebe
22: Heimcomputer / It's more fun to compute
23: Tour de France
24: Tour de France 2003
25: Planet der Visionen
Links:
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie
um
23:58
Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Computerwelt
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 17.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: heute 122 min
Der Clou des heutigen, fünften Abends der Kraftwerk-Konzertreihe in der Düsseldorfer Grabbehalle war das Zubrot, das es zum Album des Tages Computerwelt gab, im Anschluß spielte die Band um Ralf Hütter nämlich auch noch die komplette Mensch-Machine, diesmal, im Gegensatz zu gestern, auch in der richtigen Reihenfolge. Es gab also noch einmal das wundervolle Metropolis und meinen Liebling Neonlicht. Toll!
Ganz neu war heute nur das Doppel Taschenrechner / Dentaku (also die japanische Version des Lieds). Die 3D-Animation zu diesem Stück war nicht weiter überraschend, nämlich ein tata! Taschenrechner.
Toller Abend wieder, in Kürze etwas mehr dazu! In der Zwischenzeit gibt es hier mehr zu den Kraftwerk-Konzerten!
Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Die Mensch-Maschine, Düsseldorf:
01: Nummern
02: Computerwelt / Computerwelt 2
03: Taschenrechner / Dentaku
04: Computerliebe
05: Heimcomputer / It's more fun to compute
06: Autobahn
07: Geigerzähler
08: Radioaktivität (Fukushima Version)
09: Trans Europa Express
10: Abzug
11: Metall auf Metall
12: Schaufensterpuppen
13: Roboter
14: Spacelab
15: Metropolis
16: Das Model
17: Neonlicht
18: Die Mensch-Maschine
19: Tour de France
20: Tour de France 2003
21: Vitamin
22: Planet der Visionen
23: Boing Boom Tschak24: Technopop
25: Music Non Stop
Links:
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie